wn <{ ”*” 2 < x SECT; KANSA 4 ¥ es a herausgegeben im Auftrage der Religion:geschichtlichen Kommission bei der Gesellschaft der Wissens: haften zu Gottingen — Mescllen ¢ ee a ! : Gruppe 4: Gnostizismus einschl. .ndiische Religion a GINZA pe cs DER SCHATZ ; . wee Meee ODER Ale DAS GROSSE BUCH DER MANDAER / a ~— UBERSETZT UND ERKLART VON ‘jl; MARK LIDZBARSKL ie | GOTTINGEN | LEIPZIG . VANDENHOECK & RUPRECHT J. C. HINRIGHS’SCHE ; 1925 ; BUCHHANDLUNG In der Reihenfolge des Erscheinens der Quellen der Religionsgeschichte 13. Band dl Wn 24 RECO J I Quellen der Religionsgeschichte Herausgegeben im Auftrage der Religionsgeschichtlichen Kommission bei der Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen In der Reihenfolge des Erscheinens Band 13 Gruppe 4 DER SCHATZ \ ODER DAS GROSSE BUCH DER MANDAER. | y ae -OBERSETZT-UND-ERKEART— VON MARK LIDZBARSKI GOTTINGEN :; freA VANDENHOECK & RUPRECHT. 3 J. C. HINRIGHS’SCHE 1925 BUCHHANDLUNG /" UBRARY CENTRAL BAPTIST SEMINARS KANSAS CITY 2 KANSAS Das Recht der Ubersetzung vorbehalten a Druck von Hubert & Co. G. m. b. H. Gdttingen VoAnGL? ‘an Va SF mee Chi AS ®Ta39 mf Pi - Yih, ara TY IK G2 AS So SS Finleitung. Naman, der Feldhauptmann des Kénigs von Aram in Damaskus, war ein tapferer Mann, aber aussitzig. Auf den Rat einer jungen Gefangenen aus Israel begibt er sich zum Propheten Elisa in Samaria, da er ihn vom Aussatze heile. Elisa laBt ihm sagen, er solle siebenmal im Jordan baden, so werde sein Fleisch geheilt und rein werden. Na‘man ist iiber diesen Bescheid erbost. ,Sind nicht Abana und Parpar, die Fliisse von Damaskus, besser als alle Gewisser in Israel? Ké6nnte ich nicht in ihnen baden und rein werden?“ Doch auf das Zureden seiner Diener befolet er den Rat des Gottesmannes, er taucht siebenmal im Jordan unter, und darauf wird seine Haut so rein wie die eines jungen Knaben (2. Kénige 5). Wir sehen daraus, daf dem Jordan eine gréfere Heilwirkung zuge- schrieben wurde als ansehnlicheren Fliissen. Der Grund lat sich nur ver- muten. Wie kein anderer Fluf im vorderen Asien ergiefit er sich in aus- gesprochener Richtung von Norden nach Siiden. Im Norden ist aber der Sitz der Gitter. Der Jordan entspringt auferdem einem Berge, der, wie sein Name Hermon zeigt, besonders zu den Géttern in Beziehung gesetzt wurde. Man konnte danach von ihm mehr als von anderen Fliissen an- nehmen, da sein Wasser vom Sitze der Gétter herkomme, somit gottliche Potenz mit sich fiihre und heilwirkende Kraft enthalte. Wie lebendig diese 2 Vorstellung sich in Bezug auf das ,lebende Wasser“ erhalten hat, zeigt peesl, 19if.2). Lange héren wir nichts von der Wirkung des Jordans. Erst in den Evangelien lesen wir, dai Johannes am Jordan ein Pdnticpa petavoias eis aeoiv dpapti@v verkiindigt habe (Mk. 1,4; Lk. 3,3). Die Sinnesinderung und Bue war nicht die Wirkung, sondern der Anlafi der Taufe, die Wirkung war die Stindenvergebung, oder eigentlich Stindentilgung. Die Anschauung von der Wirkung des Jordans hatte sich gewandelt. Nicht 1) Im Zweistromlande wurde der Euphrat besonders verehrt, wahrend der Tigris zuriicktritt, vg]. JASTROW, Religion Babyloniens und Assyriens I, p. 378; CUMONT, Htudes syriennes, p. 247ff. Auch bei den Mandaéern wird der Euphrat als Fras-Ziwa 6fter im Zu- sammenhange mit der Religion genannt. AOS a 5 Io 15 ni I ° 2 ° 25 [e) 3 35 40 VI Hinleitung. mehr Heilung des Kérpers, sondern Heilung der Seele suchte man in ihm. Dasselbe Wasser, das friiher die cicatrices corporis wegwusch, sollte jetzt die vulnera animae tilgen. In beiden Fillen liegt die Wirkung in derselben Ursache, in der Verbindung des Wassers mit gittlichem Wesen. Man war sich freilich nicht mehr wie unter primitiveren Verhiltnissen des Zusammen- hanges bewuft. Durch die Taufe Christi im Jordan erhielt die Jordantaufe ihre Be- deutung innerhalb des Christentums, aber doch nur als Moment der Er- innerung. Und wenn auch noch jetzt Zehntausende jahrlich hinpilgern, um an der vermeintlichen Stelle im Jordanwasser unterzutauchen, ein Gebot ist die Jordantaufe fiir die Christenheit nicht. Doch auBerhalb des Christen- tums, ja in einer Gemeinschaft, die dem Christentum feindlich gegeniiber- steht, ist die Jordantaufe ein Gebot, ja steht im Mittelpunkte ihres reli- gidsen Lebens: bei den Mandiern in Babylonien. Mégen Namen, die an Jordan anklingen, auch anderwirts fiir Fliisse vorkommen, und mag das Wort }7> urspriinglich appellativische Bedeutung gehabt haben, in historischer Zeit und in Vorderasien kann mit Jordan nur der paldstinische Flu8 gemeint sein, und das Gebot der Jordantaufe kann sich nur auf diesen Flu8 beziehen. Eine religiése Gemeinschaft, in der dieses Gebot aufkam, nicht fiir eme eimmalige oder seltene Handlung, son- dern fiir eine haufige, ja fast tagliche Ubung, mu8 ihren Sitz urspriinglich in der Nahe des Jordans gehabt haben. Wenn die Mandier in ihren Schriften jedes flieBende Wasser Jordan nennen, so kann dies nur ein Notbehelf sem, zu dem sie griffen, als sie sich fern vom urspriinglichen Sitze ihres Glaubens niederlieBen. Ich habe Joh., p. XVIff., Lit., p. XIXff. nach vielen sachlichen und sprachlichen Momenten zu zeigen gesucht, dab wenn auch in der Zeit, von der wir wissen, die Mandier ihren Sitz in Babylonien haben, ihre Heimat doch urspriinglich im Westen gewesen sein mu. Ich suchte ihren Sitz auch enger zu lokalisieren: im Transjordan- gebiete angesichts des Hauran-Gebirges. Was dort gesagt ist, will ich hier nicht wiederholen, will aber einige neue Momente hervorheben. Vom Genius Hauran vermutete ich, daB in ihm das vergottete Hauran- Gebirge erhalten sei. Tatsichlich findet sich eine Gottheit pm schon in alter Zeit im Namen yym72y auf dem Siegel, das von CrEermMont-Ganneau im Journal Asiatique 1883, Bd. I, p. 141, s. n. 17 mitgeteilt ist (Bd. IL Tafel zu p. 304). Die Buchstaben haben alle eine archaische Form. Leider fehlen die Zeichen, die eine besondere Stiitze fiir die Altersbestimmung bieten, trotzdem ist das Siegel wohl der ersten Hialfte des ersten Jahrtausends v. Chr. zuzuweisen. Branpt kombinierte die mandiische Schrift mit der nabatiischen und stiitzte sich besonders auf die Ahnlichkeit des runden mandiiischen Aleph mit dem Aleph der nabatiischen Schrift’). Bei den Formen, die ihm bekannt 1) Die Mandéer (1915), p. 33. Hinleitung. VIL waren, ist allerdings die Ubereinstimmung nicht groB. Inzwischen zeigte es sich aber, da auf den dltesten mandiischen Schriftdenkmilern, auf Miinzen der Characene, das Aleph eine Form hat, die dem nabatiischen vollig gleicht '). Die Form ist so singular, daf sie nicht an verschiedenen Stellen in iia prc keit voneinander entstanden sein kann, vielmehr muB die mandiische Sch ift mit der nabatiischen genuin zusammenhiingen. Der Zweig der aramiischen Schrift, der sich in Babylonien ausbildete, ist die Schrift, die Mani iiber- nahm und die zur Schrift des Manichiismus wurde’). In demselben Gebiete kénnen auch nicht zwei verschiedene aramiische Schriften entstanden sein. Die Mandier miissen vielmehr ihre Schrift aus der Fremde, aus dem Be- reiche der Nabatiéer mitgebracht haben. Von der Religion der Nabatier wissen wir sehr wenig. Ihre Literatur ist verloren gegangen, und ihre Inschriften bieten von der Religion nur Auferliches. Manches in der mandiischen Urgeschichte, das uns unbekannt ist, mag von ihnen oder einem Nachbarvolke im arabisch-syrischen Grenz- gebiete herriihren, so vielleicht die Lehre von den vier Weltepochen mit ihren Hauptern. Die Namen ox > und 7 sind sonst unbekannt. Die Namen wwayw und Syaxmiaw hangen ja wohl mit der Wendung xnxaw 2K »otimme verbreiten“ auch ,griinden“ (R 240,24; 244, 14,24; 251,2 und sonst) zusammen. Neben xnaww steht das syrische xnaqw, doch hat u sonst nur das arabische surbah, und Syaym>xw ist doch wohl durch den arabischen, besonders siidarabischen Namen 5Sxamw beeinfluBt. Der Name des Landes yNn, eines paradiesischen Gebietes (siehe p. 301ff.), laBt sich weder aus dem Aramiischen, noch aus dem Kanaaniischen erkliéren, hingegen bietet das arabische parwan ,reich, tippig“ eme gute Erklirung. Unter den Genien der Mandier finden sich viele, die in der biblischen Urgeschichte genannt sind, aber aus dieser allein laBt sich ihr Wesen nicht erkliren. Die Hebrier standen ja mit ihrer Urgeschichte sicherlich nicht isoliert da, die Nachbarviélker werden Ahnliches gelehrt haben. Ich suchte anderwirts zu zeigen, dafs Adam und Eva auch in der Religion der Phéni- zier existierten, aber in einer primitiveren Gestalt, als chthonische Gott- heiten, Adam als Konig Erd, Hawwah als Kénigin Schlange’). In der bib- lischen Urgeschichte ist in der Erzihlung von Abel das Bemerkenswerteste sein gewaltsamer Tod. Beim mandiischen Hibil wird nirgends darauf an- gespielt. Freilich kénnte sein Tod zum Descensus ad inferos umgedeutet worden sein, aber ich kann mir nicht denken, da8 wenn die Lehre von Hibil lediglich auf die Genesis zuriickging, wo er zum Erléser und Heil- bringer gemacht wurde, man nicht Kain zu seinem Gegenpart, zum Ver- treter des Bisen, gemacht hatte. Die Figur des Kain ist aber ginzlich unbekannt. 1) Zeitschrift fiir Numismatik XXXII (1921), p. 85. *) Siehe Sttewngsberichte der Berliner Akademie 1916, p. 1213 ff. 8) Nachrichten der Géttinger Gesellschaft der Wissenschaften, Phil.-hist. Klasse 1916, p. 90f. > 5 25 40 Ut = ° I ut 20 2 wi 40 Vil Einleitung. Eine so gewaltige Umwilzung auf religidsem Gebiete, wie der Man- daismus sie voraussetzt (siehe Lit., p. XVf.), kann nicht tiber Nacht ge- kommen sein, noch weniger konnte sie sich rasch stabilieren und zum Glauben weiterer Kreise werden. Aber es fehlt uns jede Méglichkeit, einen Blick in diese Vorginge zu werfen. Von den beiden Potenzen, die im Mittelpunkte der mandiiischen Religion stehen, Licht und Leben, geht wohl das Eindringen der Lichtvorstellung auf persischen Einflu8 zuriick. Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. bot sich Gelegenheit genug zur Beein- flussung der Volker Vorderasiens durch die mazdajasnische Religion. Da- gegen mag die Spekulation tiber das Leben und die schliefliche Stellung des absoluten Lebens an die Spitze alles Gittlichen bei den Semiten selber aufgekommen sein. Die alte Verbindung der Begriffe Leben und Heil’) mag hierauf eingewirkt haben. Seit alten Zeiten standen die Linder des vorderen Asien in Verbindung mit Babylonien und Agypten. In den Priester- schaften Phéniziens und Syriens wurden ja wohl auch Versuche gemacht, die Religion zu sublimieren, die Gotter in eine héhere Sphire zu riicken. Schon das friihe Aufkommen des Himmelsbaals und die Verbreitung seines Kultes sprechen dafiir. Wenn die Literaturen dieser Volker verloren gegangen sind und wir keine Quellen haben, auf die wir uns stiitzen kénnen, so sind wir darum nicht berechtigt, die Méglichkeit zu leugnen. Was den Begriff des Lebens betrifft, so sei an die Verbindung von on mit Gottern in phénizischen Inschriften erimnert*). Hier p. 452,5 (587,24) wird der Ge- danke ausgesprochen, dafi die Seele in die Tasche des Lebens hineingetan sei. Derselbe Gedanke findet sich, im Munde der Abigail befremdlich, als WunschiufBerung 1. Sam. 25,29, nur dai dort im jetzigen Zusammenhange »Diindel“ oder ,,Beutel des Lebens“ als ein Beutel aufgefaBt wird, in dem das Leben, wie sonst Wertsachen, aufbewahrt wird. Die Juden nehmen den Satz fiir sich und setzen die Worte ownm a2 Mw (Aw. Wwe) nN, gewohnlich in der Abktirzung mayin, auf ihre Grabsteine. Trotz des Alters der Stelle scheint es mir nicht ausgeschlossen, dafS der Satz aus einem Kreise stammt, in dem man eine ihnliche Vorstellung vom Leben und von der Seele hatte, wie bei den Mandiern, da urspriinglich auch da ,,Beutel des Lebens“ den Sinn hatte: Beutel im Besitze des Lebens als eines per- sdnlichen Wesens, dafi der Satz in den Bereich des Verfassers versprengt wurde, der ihn auf seine Weise verwertete. Wie dem auch sei, jedenfalls scheint es mir unméglich, die Anfange des Mandaismus in die christliche Zeit zu verlegen. Dies zeigt schon die Stellung der Mandier den Juden gegeniiber. Der hittere Judenhak, der aus ihren Schriften spricht, kénnte auch in spiterer Zeit in Babylonien entstanden sein, aber das Motiv der Verfolgung durch die Juden (siehe *) Siehe BAUDISSIN, Adonis und Esmun, p. 386 ff. *) pm 1y in CIS 1,95, siehe Altsemitische Texte I, p. 33 s. n. 35 und Nachrichten a.a.O., p. 88. O° MM wohl ,,Leben des Lebens“, Quintessenz des Lebens, in der Weih- inschrift des Micipsa Nordsemitische Epigraphik, p. 439. Einleitung. IX besonders p. 341 ff.) konnte in Babylonien schwer aufkommen. Die Juden waren dort Fremde und nur geduldet und werden Ausschreitungen gegen Andersgliubige kaum gewagt haben. Noch weniger ist mir fiir eine spitere Zeit die Erwartung der Zerstérung Jerusalems verstindlich. Jerusalem war zerstért und lag in den ersten Jahrhunderten n. Chr. danieder wie nie. In Babylonien hatte man auch keinen AnlaGB, sich mit dem Schicksal der Stadt zu befassen. Dagegen sind mir diese Ideen verstindlich bei hetero- doxen Kreisen, die zur Zeit als das jiidische Reich noch bestand, in dessen Machtbereich lebten. Die eifernden jiidischen Gesetzesfrommen werden sich bemiiht haben, Leute zu unterdriicken, die anderen Lehren huldigten, und Gemeinschaften, die andere Wege gingen, die nach einer Verinnerlichung der Religion strebten und in der duferlichen Wortfrémmigkeit des rabbini- schen Judentums einen falschen Glauben und einen Abfall von Gott sahen, mdgen der Hoffnung gelebt haben, da Jerusalem mit seinem falschen Kultus bald zu Grunde gehen werde. An meine Auseinandersetzungen iiber NaCwpaios sxxnsnd Lit., p. XVIff. und den Versuch zu zeigen, da das Wort nicht einen Mann aus Nazareth bezeichnen kénne, haben sich viele Erérterungen gekniipft. Im Allgemeinen stimmten mir die Philologen bei, wihrend die Theologen an der tiberlieferten Erklarung festhielten *).. Wenn die Dinge so liegen, da fiir Natapéd (Nafa- pét) nur diese Namensform iiberliefert ist, daB alle Formen, die vorgebracht wurden, um eine Verbindung zwischen Nolapé? und Nafwpaios bezw. 7) herzustellen, erfunden und erkiinstelt sind, dai andererseits Natwpaios eine Form aufweist, die sonst ausschlieBlich Vertreter eines Berufes, besonders einer bestimmten Lehrtitigkert bezeichnet*), so ist fiir einen jeden unab- hingig Denkenden die Frage damit entschieden. Gerade aus den Worten Mt. 2,23, auf die man sich stiitzt, scheint mir hervorzugehen, dafi man Jesu Eltern in Nazareth wohnen lief, um eine Erklirung fiir NaSwpaios zu haben. War Nazareth wirklich die Heimat Jesu, so haben wir hier ein zufailliges Zusammentreffen, wie es auch sonst vorkommt. Mohammed nannte seine Helfer aus Medina ansar und dachte sich anscheinend auch die nasara, die Nazarener, als die ansar, als die Helfer Jesu’). Die beiden Wéorter sind desselben Stammes, haben trotzdem nichts miteinander zu tun. 1) Daf Ed. MEYER in seinem Buche Ursprung und Anfdnge des Christentums fiir die alte Erklarung eintritt (Bd. II, p. 423f.), ist bei der ganzen Richtung des Buches selbst- verstiindlich. In Nazoraios, Zeitschrift ftir Semitistik 1 (1922), p. 230ff. zeigte ich, dah die Auskiinfte, auf die er sich stiitzt, falsch sind. a) ANTON, Amorier, Talmudlehrer aus friiherer Zeit; ANWAO, Saboriier, Talmudlehrer aus spiaterer Zeit; I, Tanojier, Misnahlehrer, fiir das haufigere NOH (von DALMAN, Grammatik?, p. 90 unt. unrichtig erklart); whe , Reiter“ (SCHULTHESS, Lexicon Syro- palaestinum, p.164b). In der Endung ai wird das Jod, wenn noch ein Vokal dazutritt, au Alef, wie sonst éfter, namentlich im palistinischen Aramiisch, siehe BARTH, Nomdénal- bildung, p. 81; SCHULTHESS, Grammatik des christl._paldst. Aramdisch, § 22.2. Siehe iibrigens auch hier p. 135+. *) Sur. 3,45; 61,14. Siehe auch SPRENGER, Mohammad JHE, a, BBE 5 ~ 10) I wm 20 2 wm [e) 3 3} wt x Einleitung. Die NaCwpaio: des Eprenantus (haer. 29) haben wohl ihren Namen aus derselben Quelle, vielleicht auch die Nacapaio (haer. 18), aber sie gingen andere Wege, und nach dem, was Errenanius von diesen judenchristlichen Sekten mitteilt, haben sie mit den Mandaern nichts gemein. Die mandiische Religion wurde wahrscheinlich schon vor dem Unter- gange des jiidischen Reiches nach Babylonien verpflanzt. Vielleicht war es gerade die Verfoleung durch die herrschenden jiidischen Kreise, die den AnlaB dazu gab. Doch fehlt uns jede historische Nachricht dartiber, wie wir denn iiberhaupt keinerlei Uberlieferung tiber die Geschichte der Mandaer haben. Ihr Blick ist zu intensiv auf das Jenseits gerichtet, als dah sie den Ereignissen dieser Welt viel Aufmerksamkeit schenkten. Nur eine legendarische Einkleidung ist vorhanden, die sich an die Person der Mirjai kniipft. Die Legende wird ausfiihrlich im Johannesbuch (Il, p. 126ff.) und in einem Gedichte der Oxforder Liturgie (Lit., p. 209ff.) erzahlt, nur an- gespielt wird auf sie hier p. 344. Mirjai, eine Jungfrau aus koniglichem Geschlecht, wendet sich vom Judentum ab und schlieft sich den Nasoriern an. Sie wird von den Juden verfolgt und flieht vor ihnen nach Baby- lonien. Der Name Mirjai ist eine Umbildung von Miriam, Mariam, eine Art der Umformung, wie man sie auch sonst bei den Mandiern, auch bei den Elxaiten findet’). Daf diese Mirjai mit einer der neutestamentlichen Marien identisch sei, glaube ich nicht. Da8 aber die Heldin einen Namen trigt, der gerade im Zeitalter Jesu bei den Juden beliebt war, zeigt, da die Legende eines historischen Kernes nicht ganz entbehrt. Wahrscheinlich haben die Mandier die Tatigkeit Johannes des Taufers, die ja aus derselben Bewegung hervorgegangen ist, im Westen miterlebt, vielleicht auch an ihr teilgenommen. Daf sie lediglich auf Johannes zurtick- gehen, wie vielfach angenommen wird, glaube ich nicht. Das Biindel religidser Forderungen, das sie in die Fremde mitnahmen, war nicht gro. Voran stand die Forderung der Taufe in lebendem Wasser. Vielleicht hat die Kunde, daB Babylonien besonders reich an flieBenden Gewissern sei, sie veranlaft, sich gerade dorthin zu wenden. Dann kamen die Sakramente, die sakramentale Speise und der sakramentale Trunk (anime und xm2oND), Aufrichtigkeit und Gemeinschaftlichkeit unter den Briidern (xywy und Now) und besonders betont die Mildtitigkeit (NPT). Obwohl in der Heimat in Gegensatz zum Judentum stehend, werden sie wohl in der Fremde, wie das sich ausbreitende Christentum, Anschlu8 an die dortigen Juden gesucht und gefunden haben. Uber die religidsen Ver- hiltnisse, die sie in Babylonien vorfanden, sind wir mangels einheimischer Quellen wiederum nur sehr schlecht unterrichtet, wir kinnen jedoch einiges aus dem erschlieBen, was die Mandiier bekimpfen. Mit besonderer Er- bitterung wendet sich ihr Kampf gegen den Glauben an den Ejinflu® der Sterne, der Sieben und der Zwilf, besonders der Sieben, dann gegen Rtha *) Siehe Deutsche Literaturzeitung 1913, Sp. 1805. Hinleitung. XI und ihren Kreis. Die babylonische Religion war zu einem wiisten Sternen- aberglauben ausgeartet, sie ubte trotzdem den griSten Einflu® auf die Religionen der anderen Vélker aus. Man schrieb den Sternen die Macht tiber alles zu, alles war von ihnen abhiingig, sie waren ,die Herren der Welt*. Daneben lebte das alte syrische Heidentum fort, in dessen Mitte der Kult der Géttermutter stand. Diesem Kulte gehirt Raha an. Wie Rutha in den mandiischen Schriften, besonders im dritten Buche des rechten Ginza (hier p. 63ff.) geschildert wird, erinnert sie ganz an die Dea Syria. Schon nach anderen Indizien wurde angenommen, daf diese in priester- licher Spekulation als Heiliger Geist umgedeutet wurde’). Da® der Geist“ im Semitischen weiblich ist, erleichterte diese Umwandlung, wenn sie auch nicht gerade dadurch angeregt wurde. Unter babylonischem Hinflu® scheint man nun diesen heiligen Geist, wie IStar, mit der ja die Muttergéttin von Haus aus identisch ist, mit dem Morgenstern identifiziert zu haben®). War dies geschehen, so konnte man weiterhin diese Géttin, die nun zur dwo- od6p0s geworden war, als Erzeugerin und Mutter des Lichtes ausdeuten. Von den Erklarungen, die bis jetzt fiir Ur, den Sohn der Raha, gegeben wurden, ist mir noch immer die am wahrscheinlichsten, daBi er 7» ,,Licht* sei (Joh., p. XXIXf.). Das mandiische yy kann Ur und Or gesprochen werden, Srourrt hat Our. Dies ist wohl auch die urspriingliche Aussprache, vgl. babylonisch wrru. Das Wort ist aramiisch nicht vorhanden, aber darum ist es nicht nétig, die Heimat dieser Kombination auf kanaaniischem Gebiete zu suchen. Da es kanaanidisch und babylonisch ist, konnte es auch ara- milisch existieren. Mit jener Inkonsequenz, die diesen Spekulationen eigen ist, machte man dann Raha-Morgenstern und ihren Sohn Ur zu den Eltern der Planeten, wie man neben den sieben Planeten fiinf annahm, d.h. die Planeten ohne Sonne und Mond. Das unsittliche Treiben, das von altersher mit dem Kulte der Muttergittin verkniipft war, scheint sich bei der Ruha fortgesetzt zu haben, wie es auch noch in den mandiaischen Schriften durch- schimmert (Joh. I, p. 337), und dies hat den Abscheu vor diesem Kulte und den Kampf gegen ihn noch gefordert. In ilteren Zeiten, als das Christentum noch nicht in sich nach dem Judentum und Heidentum hin abgeschlossen war, médgen Beziehungen zu den Christen bestanden haben. Daf spiter, als im Christentum die Institu- tionen sich gefestigt hatten, als es katholisch geworden war, eine Ver- bindung zwischen Mandiern und Christen bestand, glaube ich nicht. Nichts spricht dafiir. Schon die Stellung der Taufe gegentiber machte eine Ver- bindung unmdglich. Diejenigen, die eine solche Verbindung annehmen, ja glauben, dafB die Mandier zu einer gewissen. Zeit Christen sein wollten und sich Christen nannten, stiitzen sich lediglich auf den Namen Nasorier, aber ich habe gezeigt, daB dieser Name iiber das Christentum hinausgeht und von Haus aus mit dem Christentum nichts zu tun hat. Allerdings wurden 1) Vgl. LEISEGANG, Pnewma Hagion, p. 881. und die dort zitierten Arbeiten. 2) Siehe die Reihe p. 28, 26f.; 46, 31f. i) oO Os 40 LS at 20 25 30 35 40 XII Einleitung. von christlicher Seite Versuche gemacht, sie zum Ubertritt zum Christentum zu bewegen, und p. 29, 199; 47, 132 wird geraten, in diesem Falle 4uBerlich dem Drucke nachzugeben, doch im Innern dem eigenen Glauben treuzu- bleiben. Dieser Zwang ging wohl weniger von den Christen der Stadte und des Kulturlandes aus, gegen die die Mandaer mit Erfolg den Schutz der Perser hitten anrufen kénnen, als von benachbarten christlichen Araberstémmen. Zu allen Zeiten standen die Mandaer im Westen besonders unter der Gewalt der Araberstiimme der Nachbarschaft. Vielleicht geht auch die Einfiihrung der Sonntagsfeier auf einen Druck von christlicher Seite zuriick. Die alteren Schriften kennen sie nicht. Ja, die Worte p. 50,25, wo hervorgehoben wird, da® die Christen am Sonntag ihre Hinde stillhalten, zeigen, dai die Mandiier in der Sonntagsfeier etwas Fremdes sahen. Erst in jiingeren Texten wird sie gefordert. Doch scheinen auch andere Momente fir die Einfiihrung der Feier maigebend gewesen zu sein, sonst verstiinde man nicht, warum ihre Einhaltung mit solcher Intensitaét gefordert wird. Schon in der ersten Zeit der Bewegung, auf die der Mandaismus zurtickgeht, wird es an Versuchen schriftstellerischer Tatigkeit nicht gefehlt haben. In Traktaten setzte man Wesen und Werden der Welt nach der neuen Lehre auseinander, belehrte den Glaubigen tiber seine Pflichten, schrieb fiir den Kultus Gebete und Hymnen. Aber von diesem Schrifttum, iiberhaupt vom Schrifttum aus vorchristlicher Zeit, ist kaum etwas Zu- sammenhingendes erhalten; héchstens kleinere Stiicke oder einzelne Sitze, die in spitere Kompositionen eingefiigt sind. Rxrrzenstern suchte in seiner Schrift Das manddische Buch des Herrn der Gréife-au zeigen, da in dem Stiicke p. 29f., 200—202 und in der Parallelstelle in B eine Apokalypse aus der letzten Zeit vor der Zerstérung Jerusalems erhalten sei. Der Kern mit der Schilderung des Erscheinens Enos-Uthra’s ist wohl wirklich alt, aber das Stiick war schon in der Vorlage von A und B iiberarbeitet. Ein Mann, der der Zeit Jesu nahestand, konnte nicht Pilatus als Konig der Welt bezeichnen. Auch liegt kein Anlaf zur Annahme vor, daf& in der Quelle von Mt. 11,5; Lk. 7,22 (,,Die Blinden sehen, und die Lahmen gehen“ usw.) die mandiaische Schrift benutzt sei. Es ist ein altes und weitver- breitetes Motiv und kann auf verschiedenen Wegen zum Mandier und zum Verfasser der Quelle Q gelangt sein’). Die erhaltenen Schriften sind wohl alle in Babylonien entstanden, die Hauptmasse in vorislamischer Zeit, doch dauerte die schriftstellerische Tatig- keit bis tief in den Islam hinein fort. Die Mandier iibernahmen aber auch Schriften aus verwandten Kreisen und paSten sie ihrer Lehre an (siehe p. 4. 197. 206. 250). Mangels historischer Hinweise fehlt uns bis auf geringe Ausnahmen jede Méglichkeit einer zeitlichen Fixierung. Einen gewissen Anhalt bieten die Texte auf Bleitafeln, die etwa dem 4. Jahrhundert n. Chr. angehéren und von denen ich die allein gut erhaltene im F; lorilegium Melchior *) Sieche auch GRESSMANN, Zeitschrift fir Kirchengeschichte XL (Neue Folge III), p. 188f.; XLI (IV), p. 167 ff. ) Einleitung. XI de Vogiié, p. 352ff. mitgeteilt habe. Der Inhalt beriihrt sich aufs engste mit den literarischen Texten und setzt eine Schriftstellerei, wie sie in diesen vorliegt, voraus. Gréfere zusammenhingende Werke sind wohl tiberhaupt nicht zustande gekommen. Als der Islam kam und zwischen den Religionen mit emem heiligen, geoffenbarten Buche und den Religionen ohne Offen- barung schied, vereinigten die Mandier die wichtigsten bei ihnen erhaltenen Schriften, von denen vielleicht kleinere Stiicke schon damals zu Biichern vereinigt waren, zu einer Sammlung und legten sie als ihr heiliges Buch vor. So scheint mir das vorliegende Ginza entstanden zu sein’). Im Grunde waren sie ja von Mohammed zu den ,Leuten der Schrift“ gezihit, denn mit den Sabiern des Korans sind zweifellos die babylonischen Taufer ge- meint. Aber man war sich im Islam dariiber nicht einig, und bekanntlich wurde diese Bezeichnung spiiter von anderen mit Erfolg fiir sich in An- spruch genommen (siehe Joh., p. VI). Die Teile des ,Schatzes* lagen vielleicht von vornherein so bunt durcheinander ohne den Versuch einer sachlichen Anordnung wie jetzt. Abgeschlossen war die Sammlung nicht. Man arbeitete die Stiicke um, fiigte auch neue ein. Vielleicht wurde durch diese Einfiigungen eine ur- spriinglich bessere Disposition gesprengt. Auch ist es nicht sicher, dab von vornherein das Ganze in zwei Teile geteilt war. Jetzt ist es so, dah der eine gréBere Teil, etwa drei Viertel vom Ganzen, mehr vom Leben, der andere kleinere Teil mehr vom Tode handelt (siehe p. 423). Die beiden Teile sind so zusammengelegt, dai ihre letzten Seiten aufeinander liegen, so daB ein Teil im Verhaltnis zum anderen auf dem Kopfe steht. Die langen Kolophone und die Aufzaihlung der Abschreiber wiirden uns iiber die Geschichte des Werkes mehr bieten, wenn nicht die Unsitte bestiinde, nur die ersten und letzten Seiten. abzuschreiben, um eine Gelegenheit zu bieten, in den Einfiihrungen und den SchluBbemerkungen Segnungen fiir den Abschreiber bezw. den Auftraggeber auszusprechen. Seit dem 17. Jahrhundert kamen mandiische Handschriften nach Europa, vorwiegend durch Vermittlung von Missionaren, die in Babylonien tatig waren’). Vom Ginza kamen vier Handschriften nach Paris’), drei ganze und Fragmente nach London‘), eine nach Oxford’), auBerdem Fragmente nach Leiden und Miinchen. Die alteste Handschrift des Ginza ist die Pariser Handschrift 1 bei Zorenpera aus dem Jahre 968 d. H. (Anf. 22. Sept. 1560). 1) x79 kann man Genza und Ginza umschreiben, ich schreibe Ginza nach ghizo bei Siouffi, p. 166. Auch PETERMANN schreibt Ginsa (Reisen II, p. 447ff.), der das Wort wohl éfter von den Mandaern gehdért hat. 2) Siche BRANDT, Die Mandder (1915), p. 5af. 8) Manuscrits orientaux. Catalogues des manuscrits syriaques et sabéens (man- daites) de la Bibliothéque Nationale (par H. ZOTENBERG), Paris 1874, p. 217 ff. 4) W. WRIGHT, Catalogue of the Syriac Manuscripts in the British Museum II, London 1872, p. 1210ff. 5) R. PAYNE SMITH, Catalogi codicum manuscr. bibliothecae Bodleianae Pars VI, Oxford 1864, col. 646, n. 203. S) 25 Io 15 N un 35 XIV Einleitung. Wie die Handschriften des Johannesbuches und des Qolasta zeigen auch die des Ginza einen feststehenden Text, die Varianten sind von geringerer Bedeutung und betreffen meistenteils die auBere Schreibung. Der Text mu schon seit Jahrhunderten festgestanden haben. Die mandiischen Handschriften erregten die Aufmerksamkeit der Orien- talisten, und man versuchte Stiicke aus ihnen zu tibersetzen'). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging der schwedische Orientalist Matthias Norsere daran, das ganze Werk nach der Pariser Handschrift 2 herauszugeben und zu tibersetzen”). Er hielt die Sprache fiir ein verdorbenes Syrisch, anderte den Text ins Syrische ab und teilte ihn in dieser Gestalt mit. Hiatte er einfach den Text so wiedergegeben, wie die Handschrift ihn hat, wenn auch mit anderer Schrift, so hatte die Ausgabe ihren Wert, so ist sie vollig unbrauchbar. Die lateinische Ubersetzung war fiir die damalige Zeit eine anerkennenswerte Leistung, sie wurde auch in den folgenden Jahrzehnten vielfach verwertet, fiir uns ist sie ohne Bedeutung, und ich habe sie un- beriicksichtigt gelassen. Im Jahre 1867 erschien von H. PETeRMANN eine Edition des Werkes auf Grund der Pariser Handschriften*). Im Hauptbande gab er in Autographie die Handschrift 1 wieder, in emem Nebenbande die Varianten aus den anderen Handschriften. Das Verstiindnis des Mandiischen lag damals noch im Argen, Prrermann verstand wenig vom Inhalte der Texte und konnte thnliche Zeichen nicht auseinanderhalten. Nach dieser Ausgabe, Eurtne’s Edition des Qolasta und dem sonstigen handschriftlichen Material bot NétpEKe eine meisterhafte Bearbeitung des Mandaischen in seiner Manddischen Grammatik (1875), durch die erst das Verstiindnis der Sprache erschlossen wurde. Nach griindlicher Durcharbeitung des Ginza und des Qolasta gab Wilh. Branpr im Jahre 1889 eine Darstellung der mandiischen Religion, die trotz des Schematismus und der kiinstlichen Gliederung gut orientiert, und er ging dann an eine Ubersetzung des Ginza. Er hatte anscheinend die Absicht, die ganze Sammlung zu tibersetzen, lieB sich aber durch das schwierige dritte Buch abschrecken, brach am Anfange dieses Buches ab und iibersetzte nur noch den Traktat von Hibil-Ziwa’s Hdllen- fahrt und zwei kleinere Stiicke (V,4 und XII,7). Seine Ubersetzung zeigt dieselben Vorztige wie das andere Werk. Sie ist gewissenhaft, trotz mancher MiBverstindnisse zuverlissig und wurde auch in der Folgezeit viel benutzt. Als im Jahre 1913 die Gittinger Gesellschaft der Wissenschaften be- schloB, die wichtigsten Quellen der Religionsgeschichte in Ubersetzungen her- auszugeben, sollten die mandiischen Schriften von mir fiir die Sammlung bearbeitet werden. Vom Johannesbuch war der Text bereits erschienen, und *) Siehe Brandt, Schr., p. XIV ff. *) Codex Nasaraeus, Liber Adami appellatus, syriace transscriptus .... latineque redditus. 3 Bande, Lund 1815—1816. Dazu ein Leaxidion 1816. *) Thesaurus s. Liber magnus vulgo Liber Adami“ appellatus opus Mandaeo- rum summi ponderis. Tomus I textum continens. Tomus II lectiones Codd. additamenta et corrigenda continens. Leipzig 1867. Einleitung. XV die Ubersetzung mute ihm angefiigt werden, daher wurde das Johannes- buch abgetrennt. Es schien mir ratsam, dem Qolasta die Oxforder litur- gische Sammlung beizufiigen. Da von dieser Sammlung der Text noch nicht verdffentlicht war, wollte ich den Text der Ubersetzung beifiigen, aber auch einen kritisch hergestellten Text des Qolasta geben. Der Band paBte in dieser Gestalt nicht in den Rahmen der ,Quellen“, daher wurde er in die Abhandlungen der Gesellschaft aufgenommen. Die Ubersetzung des Ginza stellte ich in den Jahren 1916 und 1917 her. Ich lie sie zu- nachst legen in der.Erwartung, dai es mir nach Beendigung des Krieges moéglich sein wiirde, die in London und Oxford liegenden Handschriften heranzuziehen und ihre Varianten fiir die Ubersetzung zu verwerten. Schon 1906 hatte ich von diesen Handschriften mehrere Blatter als Proben photo- graphieren lassen, bemiihte mich, mir die Mittel zu verschaffen, die ganzen Handschriften photographieren zu lassen, doch ohne Erfolg. Auch in den ersten Jahren nach dem Kriege war eine Reise nach England nicht miglich, nachher kam die wirtschaftliche Not, die weder eine Reise noch die Her- stellung von Photographien miglich machte. Um nun nicht die Ubersetzung auf unbestimmte Zeit bei Seite zu legen, wodurch ihr Erscheinen tiberhaupt in Frage gestellt wiirde, entschloB ich mich, sie nach den Pariser Hand- schriften zu geben. Aus den Photographien der Oxforder und Londoner Handschriften und wiederholter Autopsie wufte ich, da ihre Varianten nicht von groBer Bedeutung sind und daf die Ubersetzung durch sie nicht wesentlich beeinfluBt wiirde. Doch konnte ich die Leidener Handschrift benutzen, die etwa zwei Drittel der ganzen Sammlung enthalt. Wurde auch durch ihre Lesarten die Ubersetzung nicht wesentlich modifiziert, so war es mir doch sehr lieb, sie verwerten zu kénnen, und ich fiihle mich der Verwaltung der Leidener Universitats-Bibliothek zu lebhaftem Danke verpflichtet, daB sie, obwohl der Druck des Bandes sich sehr lange hinzog, die Handschrift bis zur Beendigung des Druckes in Gottingen hat liegen lassen. Aus NonpEKe’s Grammatik, p. XXIII wufte ich, da er Lesarten zum Ginza aus anderen Handschriften als den Pariser hatte. Als ich ihn nach der Lesart zu einer Stelle fragte, hatte er die grofe Freundlichkeit, mir sein Exemplar des rechten Ginza zu senden, aus dem ich mir die dort verzeichneten Varianten vermerkte. Ich hitte auch diese Ubersetzung nicht herstellen kénnen, wenn ich nicht das gesamte mandiische Sprachmaterial, das gedruckte, wie das hand- schriftliche, soweit es nach Europa gelangt ist, lexikalisch verarbeitet hatte. Trotzdem waren die Schwierigkeiten gro$. Im Kommentar zum Johannes- buch suchte ich die Bedeutung der religiésen Terminologie zu ermitteln, aber es ist noch vieles dunkel oder unsicher. So mute manche Stelle uniibersetzt bleiben, manche als unsicher bezeichnet werden. Die Kontrolle, die man sonst bei einer Ubersetzung hat, daf sie einen befriedigenden Sinn gebe, ist beim Mandaischen nicht immer anwendbar. Die Mandiier waren schwache Denker, und vieles war von vornherein schief und sinnwidrig. ~ wt 40 nt 20 30 35 40 XVI Einleitung. Stérend ist, daB eine Anzahl von Wortern verschiedene Bedeutungen haben. Kann man sich auch in den meisten Fallen nach dem Zusammenhange fiir den einen oder anderen Sinn entscheiden, so bleibt er doch an vielen Stellen unsicher. Besonders stirend ist, daB 27 und x27 sowohl ,,das grofe, gewaltige (Leben)“ als ,die groBen, gewaltigen (Wesen)* bedeuten kann. soods kann ,Welten“ und ,, Welt“, sowie ,Wesen“ bedeuten, x7 ,»rufen“ und ,hervorrufen, schaffen“, }pn ,,fest sein‘ und ,hell sein“, }22 ,,klar sein“ und ,bauen“, xoxxy ,Schdpfer“ und Helfer“, »w(a)an7 ,Hymnen, Schriften“ und ,Fahnen*, »xonr ,siegreich* und ,stindenrein“, ebenso das Gegenteil NaoNT unterlegen“ und ,schuldig“. Tritt an ein Wort ein Suffix heran, so ist es oft unsicher, ob es Singular oder Plural ist. Im Allgemeinen ver- mift man schmerzlich die Hilfe der traditionellen Erklirung, die uns bei den meisten religiésen Literaturen zur Verftigung steht. Ist sie auch fir uns nicht maSgebend und mu einer scharfen Kritik unterzogen werden, so hat sie doch viel Richtiges erhalten. Bei vielen Wortern, deren Sinn und Herleitung ich nicht kannte, erwog ich, ob sie nicht akkadischen Ur- sprunges seien. Herr Zrmmmern wurde nicht miide, auf meine vielen Fragen einzugehen, und fiir manches Wort ergab sich eine befriedigende Erklirung, doch bleibt freilich noch vieles dunkel. Uber einige persische Wéorter gab mir Herr Anpreas Aufschlu8. Auch ihnen sei herzlichst gedankt. Der Umfang des Werkes gebot, mich in den Erklérungen médglichst kurz zu fassen. Wenn ich ein Wort oder eine Wendung in den friiheren Banden behandelt habe, verwies ich auf sie. Varianten teilte ich in den Anmerkungen nur mit, wenn sie aus unverdffentlichtem Material stammen. Wo ich in der Ubersetzung nicht der Handschrift A, sondern den anderen folgte, vermerkte ich es nicht besonders. Man wird daher bei einer Nach- priifung der Ubersetzung immer auch die Lesarten in Perrrmann’s Varianten- bande beriicksichtigen miissen’). Der Druck begann im Sommer 1923, mute aber bald wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eingestellt werden. Er wurde im Friihjahr 1924 wieder aufgenommen, mufite aber dann wieder lingere Zeit ruhen. So zog er sich tiber zwei Jahre hin. Infolge dieser langen Dauer und Wechsels in der Besorgung des Satzes und der Korrektur sind Ungleich- heiten in den Druck eingedrungen, die wohl nicht allzusehr stéren werden. _ Mit der Ausgabe dieses Bandes liegen alle mandiischen Schriften in Ubersetzung vor, die weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen. Hoffent- lich wird dadurch die Mitarbeit an ihnen angeregt; es ist noch viel fiir sie zu tun. Zunachst sind genaue Untersuchungen dariiber wiinschenswert, inwieweit bestimmte Wérter und Wendungen sich nur in einzelnen Schriften finden. Man wird dann vielleicht gewisse Traktate zu Gruppen vereinigen kiénnen, vielleicht auch Anhaltspunkte fiir eine chronologische Anordnung *) In den Verweisungen bedeutet R den rechten, L den linken Teil des Textes. Der Text hat keine Zihlung der Traktate, daher zitiere man Text und Ubersetzung nur nach Seite und Zeile, wenn nicht ganze Stiicke gemeint sind. Einleitung. X VIL einer Anzahl von Schriften gewinnen. In den letzten Jahren drang die Erkenntnis durch, daB& die mandiische Literatur Bertihrungen mit dem altesten christlichen Schrifttum aufweise und viel zu dessen Erklérung biete. Siehe auSer den Schriften Rerrzenstury’s Walter Bauur’s Kommentar zum Johannesevangelium (Handbuch 2wm Neuen Testament VL, 1925) und Bunr- MANN, Die Bedeutung der neuerschlossenen manddischen und manichdischen Quellen fiir das Verstiéndnis des Johannesevangeliums, ZNTW XXIV (1925), p. 100—146. Ich hoffe, daB hier ein Nehmen und Geben sein wird. Der Orientalist wird sich vorwiegend mit dem Sprachlichen befassen miissen; Kenner der spitheidnischen und friihchristlichen Literatur werden viel zur yo sachlichen Erklérung beitragen kiénnen. 5 Erklarung der Zeichen. erganzte Liicke. Zusatz in der Ubersetzung zur Erklirung. zu beseitigender Hinschub. RS a uniibersetzt gelassene Stelle. eek * x angenommene Liicke. i en Benutzte Druckwerke, die in Abktirzungen zitiert sind. Joh.: Das Johannesbuch der Mandder von Mark LIDZBARSKI. Giefen 1915, — Joh. mit einfachen Zahlen dahinter (z. B. Joh. 45,12) verweist auf den Text. Lit.: Manddische Liturgien mitgeteilt, iibersetzt und erklart von Mark LIDZBARSKI. (Ab- handlungen der Kéniglichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen, Phil.-hist. Klasse, Neue Folge, Bd. XVII,1.) Berlin 1920. Mand. Diwan: Manddischer Diwan nach photographischer Aufnahme von Dr. B. POERTNER mitgeteilt von Julius EUTING. Strafhburg 1904. Brandt, Rel.: Die manddische Religion, ihre Entwickelung und geschichtliche Bedeutung erforscht, dargestellt und beleuchtet von Dr. A. J. H. Wilhelm BRANDT. Leidzig 1889. Brandt, Schr.: Manddische Schriften tibersetzt und erlautert von Dr. W. BRANDT. Gottingen 1893. Néld.: Manddéische Grammatik von Theodor NOLDEKE. Halle 1875. Siouffi: Htudes sur la religion des Soubbas ou Sabéens, leurs dogmes, leurs mceurs par M. N. SI0ouFFI. Paris 1880. Uthra: Uthra und Malakha. Von Mark LIDZBARSKI. Orientalische Studien Theodor Noéldeke zum siebzigsten Geburtstag gewidmet, Gieben 1906, p. 537—545. Benutzte Handschriften. Asfar Malwase, ein astrologisches Werk, vgl. Néld., p. XXIVf., in zwei Handschriften vor- handen: Cod. Petermann I, 155 der Staatsbibliothek zu Berlin und Code Sabéen 26 der Nationalbibliothek zu Paris. Die Pariser Handschrift hat einen langeren Anhang jiingeren Datums, der in der Berliner fehlt. Hier wird die Berliner Handschrift zitiert. Code Sabéen 15, f. 1—49a = Code Sabéen 25 der Pariser Nationalbibliothek, ein Hochzeits- ritual, siehe ZOTENBERG, Catalogue, p. 229, s.n.15 und Lit., p. VII. Lond. Rolle A. Hine Rolle von 806 Zeilen im Besitze des British Museum. Enthalt ein Ritual fiir ,,die Auflegung der Krone des grofen Siglam“. Geschrieben im Jahre 1289 d. H. (Anf. 11. Marz 1872). Lond. Rolle B. Eine ebenda befindliche Rolle von 634 Zeilen apotropiischen Inhaltes. Ge- schrieben im Jahre 1269 d. H. (Anf. 15. Okt. 1852). Oxf. Rolle F. Eine Rolle von 1404 Zeilen im Besitze der Bodleiana. Enthalt in Z. 1—1222 ein Ritual fiir das Fest der fiinf Epagomenen (Parwanajé oder Panga, vgl. Siouffi, p. 102, 4). Der Rest enthalt ein Hochzeitsritual. Die Handschrift ist am Anfang und in der Mitte erginzt. Dieser Teil ist im Jahre 1203 d.H. (Anf. 2. Okt. 1788) ge- schrieben. Oxf. Rolle G. Eine ebenda befindliche Rolle yon 1124 Zeilen mit zwei Texten apotropaischen Inhaltes. Geschrieben 1231—1232 d. H. (Anf. 3. Dez. 1815). Pariser Diwan. Die Pariser Rolle Code Sabéen 16. Vgl. ZOTENBERG, Catalogue, p. 230, s.n. 16 und Nold., p. XXIV. Rechter Teil. Erstes Buch. An der Spitze des Ginza steht ein Traktat in zwei Fassungen; die eine (A) steht als erstes Buch, die andere (B) als erstes Stiick des zweiten Buches. Sie sind Bearbeitungen einer dlteren Schrift und in dieser Hinsicht von REITZENSTEIN eingehend untersucht (Das manddische Buch des Herrn der Grife und die Evangelieniiberlieferung. Sitzungs- berichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Phil.-hist. Kl. 1919, 12. Heidelberg 1919). Die Traktate beginnen mit einem Lobpreis des héchsten Wesens und einer Beschreibung der Lichtwelt, die in A besonders ausfiihrlich sind. Daran schlieft sich ein Schépfungsbericht tiber die Bildung der Welt und der ersten Menschen. Der Befehl zur Schépfung ergeht an Hibil-Ziwa, der in A mit Gabriel, in B mit Ptahil identifiziert wird. Nach der Schépfung werden durch ihn, den ,,lauteren Gesandten“, an Adam Ermahnungen und Warnungen ge- ' richtet, die einen vollstandigen Moralkodex fiir den Mandier iiber seine ethischen und kulti- schen Pflichten bieten. An die Ermahnungen schlieft sich eine Offenbarung iiber den Verlauf der Geschichte mit den vier ersten Zeitaltern beim Beginne der Welt bis zu ihrer Zerstorung. Hieran kniipft sich eine Warnung vor den falschen Religionen. In B wird mit besonderer Ausfiihrlichkeit vor Christus und den christlichen Sekten gewarnt. Das sechste Stiick des zwélften Buches (R 278—282) enthalt eine Schilderung des Konigs der Finsternis und seiner Welt. Der Verfasser sagt (278,3): ,,Zuerst belehrte ich euch tiber den Lichtkénig, der in alle Ewigkeit gepriesen ist. Ich sprach zu euch tiber die gepriesenen Lichtwelten, die unvergiinglich sind, iiber die Uthras, Jordane und Skinas, die wundersam und leuchtend sind.“ Ein Stiick dieses Inhaltes ist unter den erhaltenen man- daischen Schriften nicht vorhanden, dagegen paSt die Auferung zu der ausfiihrlichen Schil- derung des Lichtkénigs und der Lichtwelt in A‘). Daher nehme ich an, daf der erwahnte Traktat hier in A eingefiigt ist. Die Naht liegt in Abs. 6, der Einschub reicht bis Abs. 39, dann von Abs. 44 bis 76°). Von demselben Verfasser riihrt aber auch das siebente Stiick des zwélften Buches her, das eine Erginzung zu den beiden Traktaten bildet. Die gemeinsame Herkunft zeigt sich in iibereinstimmenden sachlichen und stilistischen Higentiimlichkeiten. Nur in ihnen finden sich Zitate, die mit 7NONT MNYDN eingefiihrt sind (Text 11, 11; 278, 17; 284, 18; ANONT INT MINN 284, 6). Vgl. PIR RDN IDNA) RON?) 8, 11 und NDOND 1) Zu Text 278, 4 vgl. 2,22; 10, 8. : 2) Vor 44 ist ein Stiick weggelassen, wenn nicht hier schon im selbstandigen Traktat die Grundschrift yon A und B verwertet war, doch konnte sich auch 44 an 35 anschliefien. * Lidzbarski, Ginza. 1 Wr YO 15 20 25 3 uw 40 4 Rechter Teil. NIPRINND) NNOINP WIND) NTN NWT 278, 15; send NOSINND NVNOTRP) 278,14; 280,6, — NVI NON xpoxp yan 3,22; NDwro RDdSND ANT 280, 1; RDWAT NPIN YANN 278, 10, — 2 AM im Sinne ,,in der Art sein von“ (nicht ,,existieren in“) 4,3; 10, 6,22; 278, 10,13, — NDND im Sinne jyArten“ 43,10; °9, 17; 278, 12;°280,-7- In diesen beiden Stiicken, ebenso in den anderen des zweiten Buches, im vierten Buche und im sechsten und siebenten Stiicke des zwélften Buches erscheint als héchstes Wesen nicht das groBe Leben oder das groke, erste Leben, sondern der hohe Lichtkénig, der auch der Herr der GréBe (oder der Majestaét) und der Grobe und Erhabene (Qerdy) ND) genannt wird. Diese von einer monotheistischen Tendenz ausgehende Lehre vom Lichtkénig ist wohl von auBen her zu den Mandiern gelangt, vielleicht mit der Grundschrift der beiden Traktate. Sie hat sich in einem gewissen Sinne erhalten, denn auch bei SIOUFFI steht an der Spitze der himmlischen Wesen der Moro Eddarboutho. Die Grundschrift wies auch andere Ziige auf, die von der sonstigen mandaischen Lehre abweichen. In A 91, B 26 werden drei Gebete fiir den Tag und zwei fiir die Nacht gefordert. Sonst kennen die Mandaer im Ganzen nur drei Gebete, siche R 222 ob., Lit., p. 171ff., Brandt, Rel., p.92. Ja es wird ausdriicklich verboten, bei Nacht und Finsternis zu beten: R 300 ob. Die Forderung der fiinf Gebete ist wohl durch den Brauch der fiinf persischen Gahs beeinfluft, siche DARMSTETER, Le Zend- Avesta III, p. 709ff., auf die ja wahrscheinlich auch die fiinf Gebete des Islams zuriickgehen, siche GOLDZIHER, ZDMG LIIT (1899), p. 385. Die ~DNONY sind sonst bei den Mandéern zu Genien der Zauberei herabgesunken (siehe Uthra, p. 541f.) und werden auch bei SIOUFFI schlechthin als esprits malins bezeichnet (p. 42). Hier finden sie sich auch als gute Wesen. Freilich ist dafiir éfter, namentlich in A, wDoyp eingesetzt. Hingegen scheint der Gebrauch von nmds, das sich jetzt in beiden Versionen als Bezeichnung fiir das héchste Wesen findet (Text 1,22; 2,20; 3, 3; 15,6; 17, 16; 22,5; 34,13)'), der Urschrift fremd gewesen zu sein. Das Wort findet sich nicht an der- selben Stelle in beiden Versionen, und die Worte ,den Namen N7Nd~N legen sie ihnen in den Mund“, A 173, B 110, kann ich nur so verstehen, dai der Verfasser den falschen Propheten den Vorwurf macht, daB sie das Wort NANDN von ihren Anhingern gebrauchen lassen. Uber den Gebrauch von N7NDN jetzt bei den Mandiiern siche Uthra, p. 540%. In beiden Versionen wird als letztes Zeitalter das des Arabers Mohammed genannt (A 203, B 164). Die Stiicke haben also ihre letzte Fassung in islamischer Zeit erhalten. Aber diese Satze sind lose und spit eingefiigt; sonst weist in den Traktaten nichts auf die arabische Zeit hin. Selbst die sonst gewdhnliche Verbindung des Nerig (Mars) mit den Arabern fehlt hier, siche A 197, B 130, 160. Hingegen weist selbst das am Ende von B eingeschobene Stiick tiber die falschen Religionen noch auf heidnische Kulte hin (Abs. 159, 160). Die Grundschrift wird einige Jahrhunderte vor dem Islam entstanden sein. Uber den Versuch REITZENSTEIN’s, in A 200ff. und dem parallelen Stiick eine Apokalypse aus der Zeit kurz vor der Zerstérung Jerusalems nachzuweisen, siehe die Einleitung. Damit die beiden Versionen leichter mit einander verglichen werden kénnen, habe ich die einzelnen Absitze numeriert und am Ende der Absiitze die Nummer des entsprechenden Stiickes angegeben. *) Kine Zusammenstellung des Gebrauches des Wortes NTNON tiberhaupt im Ginza siehe bei Brandt, Rel., p. 211f. 1, 1—2,7 Erstes Buch. 5 Gepriesen sei mein Herr reinen Herzens. 1. Im Namen des grofen, ersten’), fremden*) Lebens aus den Licht- welten*), des erhabenen, das iiber allen Werken steht, werde Heilung, Sieg- haftigkeit*) und ein Siindenerlasser zuteil mir NN*), meinem Vater NN, meiner Mutter NN, meiner Gattin NN und meinen Kindern...... Manda dHaijée*) richte ihren Namen in seinem Schatzhause auf, nehme sie in die hehre Gemeinschaft auf’) und sei ihnen eine Stiitze. Denn zum Namen des Lebens hatte ich Vertrauen, und man schrieb diese Biicher, damit fiir mich (Var.: fiir sie) etn Andenken in der Tibil*) bestehe und mein (Var.: ihr) Name im Hause der Vollendung’) aufgerichtet werde. (1) 2. Alsdann werde ein Siindenerlasser zuteil allen Priestern und Man- diern, die in diesen Schriften'®) Belehrung suchen, auf die Stimme des Lebens horchen und das erste Leben preisen. 3. Gepriesen seiest du, mein Herr, reinen Herzens, du Herr aller Welten. (2) 4. Gepriesen seiest du! Gesegnet, gepriesen, verherrlicht, geehrt und gefestigt '’) sei der groBe, hohe, gepriesene Gott, der hohe Lichtkénig, der Gott der Wahrheit, dessen Macht ausgedehnt und endlos ist. Der reine Glanz und das grofe Licht, das nicht vergeht. Der Mitleidsvolle, Erbittliche, Gefallige, [2] Barmherzige, der Erléser aller Glaubigen, der Festiger aller Guten. Der Michtige, Weise, der Wisser, Seher, Unterscheider, der Macht- haber iiber jegliches Ding. Der Herr aller Lichtwelten, der oberen, der mittleren und der unteren. Das grofe Antlitz der Herrlichkeit, unsichtbar, unbegrenzbar, ohne Genossen an der Krone, ohne Teilhaber an der Herr- schaft. Wer auf ihn vertraut, kommt nicht in Schande, wer seinen Namen aufrichtig'*) preist, kommt nicht zu Falle, wer im Vertrauen auf ihn dasteht, wird nicht erniedrigt. (3) 1) Dies nach Leid. 2) Stehende Bezeichnung bei den Mandiern fiir die jenseitigen, der irdischen Welt fremden Wesen, namentlich fir das grofe Leben. Auch beim ,,Fremden Gott“ Marcions diirfte das Wort ,,fremd“ diese Bedeutung haben. ’) Der Plural wpd» wird éfter in singularischem Sinne gebraucht, doch ist es meisten- teils unsicher, welche Bedeutung vorliegt. =) Wall, dot TW, yo, asi ®) Hier ist derjenige genannt, der das Buch hat abschreiben lassen. 6) Die personifizierte [vais (wis, die wie das ,,.Leben“ im Mittelpunkte der mandaischen Religion steht, vgl. Brandt, Rel., p. 167f. evel Lith pla* 8) Das alttestamentliche 2an als Bezeichnung fiir die irdische Welt. ®) Die Stitte, an der die abgeschiedenen Gliubigen der Vollendung zugefiihrt werden, das Jenseits. 10) Leid.: in dieser Schrift. 11) Der Ausdruck wird im Mandiischen in demselben Sinne wie »Zepriesen gebraucht, vel. Lit., p. XXIII. 12) In Kusta. NOW)D ist Wahrheit, Wahrhaftigkeit, der wahre Glaube, auch Treue und 15 25 wn fe) 15 20 25 6 Rechter Teil. 2, 7—3, 8 5. Der grofe Herr aller Kénige; nichts war, da er nicht war, nichts ist, so er nicht ist. Fiir ihn ist kein Tod geschaffen, ftir ihn gibt es kei Vergehen. Sein Licht leuchtet, und sein Glanz strahlt tiber alle Wesen *) und Kénige’), die vor ihm stehen und in ihrem Glanze und dem grofien Lichte, das iiber ihnen lagert, leuchten. (5). 6. Er verlieh ihnen Gebet und Lobpreisung, die sich in ihr Herz legten, die in Lichtwolken stehen*). Sie verehren, preisen und bekennen unter- wiirfig den Herrn der GréBe, den hohen Lichtkénig, fiir dessen Glanz, Licht und Herrlichkeit es kein MaB, keine Zahl, keine Begrenzung gibt, der ganz Glanz, ganz Licht, ganz Helligkeit, ganz Leben, ganz Treue, ganz Liebe, ganz Mitleid, ganz Nachsicht, ganz Augen, ganz Gesichte, ganz gepriesene Antlitze der Schénheit, der ganz Einsicht*), Wissen und Offenbarung, ganz Namen®) der Herrlichkeit ist. (5) 7. Der groBe, hohe Gott, dessen Kraft niemand gemessen‘), niemand begrenzt hat; niemand erfaft seine und aller seiner Welten Kraft. 8. Er ist der hohe Lichtkénig, mit allen Segnungen gesegnet, von Anfang bis in alle Ewigkeit, der Erste’) von allem Urbeginn an, der Schiépfer aller Gestalten, der Bildner der schénen Dinge, der [3] in seiner Weisheit bewahrt, verborgen, nicht offenbart ist. 9. Er ist der hohe Lichtkénig, der Herr aller Lichtwelten, der Hohe tiber alle Uthras*), der Gott iiber alle «««++°), der Kénig der Kénige, der grofe Herr tiber alle Kénige. Ein Glanz, der sich nicht verandert, ein Licht, das nicht untergeht, Schénheit, Glanz und Herrlichkeit, die nicht verichtlich sind. Leben, ein Uberleben, Glanz, ein Uberglanz, Licht, ein Uberlicht; an ihm ist weder Mangel noch Fehl. 10. Er ist das Licht, an dem keine Finsternis, der Lebendige, an dem Aufrichtigkeit im Verhalten der Gliubigen dem hiéchsten Wesen gegeniiber wie untereinander. »Kusta reichen* heift den Handschlag der Brudertreue geben. Vgl. zu dem Worte Joh., p. XVII. ) ndox hat im Mandiischen éfter diese Bedeutung, vgl. Brandt, Schr., p. 33. 2) Don ist hier eine Bezeichnung fiir die himmlischen Wesen, vgl. Uthra, p. 544f. und oben, p. 4. ) Auch hier ist von den héheren Wesen die Rede, die in der oberen Welt den Licht- kénig umgeben. Siehe die Parallelstelle. *) Entgegen Joh. II, p. 367 fasse ich NOYWND hier und R 213, 27 so auf. Es steht hier zusammen mit NON und nnypos3 und dort zwischen NON und KNOY DIN. °) Leid. hat AD WwW statt Nowy. 6) Wohl wnsy FONG oder Ayn wsy5 zu lesen. 7) Lies S°NDINP. 8) Bezeichnung fiir engelartige Wesen; das gemeinsemitische 5NoD ist zuriickgedrangt, siehe p. 4. Die in Uthra, p. 539 versuchte Ableitung des Wortes von NM) ,Uberfiille’ habe ich inzwischen aufgegeben. Es ist wohl der Schreibung entsprechend ys myy ,Reichtum‘ alg Kigenart und Ausstrémung der Gottheit. Ein Ansatz zu diesem personifizierten N>M)y findet sich anscheinend schon in den Oden Salomos, siehe REITZENSTEIN, Das iran. Erlésungs- mysterium, p. 91. *) Hier hat vielleicht NDN ,Gotteré gestanden, das von einem Angstlichen gestrichen wurde. Text 5,24 ist es stehen geblieben. 3, 8—4, 10 Erstes Buch. 7 kein Tod, der Gute, an dem keine Schlechtigkeit, der Milde, an dem weder Aufruhr noch Zorn, der Sanfte, an dem weder Gift noch Bitterkeit ist. 11. Er sitzt im hohen Norden’), machtvoll, schén und prangend, der Urbehiilter aller Leuchtenden, der Vater aller Uthras. 12. Kr segnet alle Wesen, er ruht auf allen Vollkommenen, Wahr- haftigen und Glaubigen, in deren Mund sein Name aufgerichtet ist. 13. Der Kénig in der Stadt des Lebens, der in den Wohnsitzen des Ksnigtums weilt. Er ist bestindig, sein Glanz steigt empor und erleuchtet, er ist ohne Ende, Ma8B und Zahl. 14. [lr freut sich mit einer Freude ohne Betriibnis, und sein ganzes Reich freut sich mit ihr. Ein (schines) Bild, eine Zier*) und Pracht (ist er), daf} es keine Schénheit gibt, die ihm gliche. 15. Die Wahrheit ist er, die in den oberen Héhen wohnt, der Herr der GréBe, der Herr aller grofen Dinge. Niemand vermag*) seine Macht niher zu bestimmen und zu beschreiben und die aller seiner Welten, sowie seine Skinas‘), in denen er wohnt, und die Uthras und Koénige, die in ihnen weilen. 16. Jener hohe Lichtkénig sitzt sicher in seiner Wohnung. Er ist héher als alle Wesen, wie die Erde als ihre Bewohner’). Er itiberragt [4] alle, wie der Himmel] die Berge. Er leuchtet mehr als alle, wie die Sonne mehr als Lampen. Er ist heller als alle, wie der Mond mehr als die Sterne. 17. Er ist von Eigenschaften*), an denen kein Fehl ist. Ihm sind groBe Kronen aufgesetzt, dafi seine Macht und Gréfe grenzenlos ist. Nicht wird er durch Zahl oder Rechnung begrenzt. 18. Die Funken seiner Krone spriihen an jeden Ort. Strahlen des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit gehen von seinem Antlitz und zwischen den Blittern seines Kranzes hervor. Alle Uthras und Konige, ja alle Welten’) stehen in Gebet und Lobpreisung da und preisen jenen hohen Lichtkénig. (7) 19. Von ihm gehen finf gewaltige, groBe Higenschaften aus‘). Die 1) Uber den Norden als bevorzugte Gegend dufert sich derselbe Verfasser im siebenten Stiick des zwélften Buches. Auch den Babyloniern galt der Norden als Gdéttersitz, siehe JEREMIAS, Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients*, p.20f. Als Gottersitz wurde der Norden bei den Aramiern und Kanaandern selbst vergottet Onnw, ]D¥). 2) Statt NMINN hat Leid. auch Norb. Q7VN7. 3) Leid. und Norb. haben OYNDF vor FMNDYI. 4) xmyDw wird von den Mandaern vorwiegend im urspriinglichen Sinne , Wohnsitz* gebraucht, vereinzelt findet es sich als Bezeichnung fiir personifizierte hohere Wesen. 5) Gemeint ist wohl: wie die Erde gréfer ist als ihre Bewohner. Die Auferung, dab die Erde ihre Bewohner iiberrage, kénnte man allenfalls in einem Lande mit hohen Bergen yerstehen, nicht aber in Babylonien. 6) NDND ,Ende, Grenze, Gebiet“ hat sich weiter zum Sinne ,Kategorie, Art, Higen- schaft* entwickelt. 7) Leid. hat pmdyD NWI NOONT, dh. aller Lichtwelten‘. 8) Uber Entsprechendes im Avesta und bei Mani siehe BOUSSET, Hauptprobleme der _ 5 30 ur Io 15 25 BO 35 8 Rechter Teil. 4, 10—5, 17 erste ist sein’) Licht, das tiber ihnen aufgeht. Die zweite ist sein Wohl- duft, der iiber ihnen weht. Die dritte ist die Lieblichkeit seiner Stimme, durch die sie frohlocken. Die vierte ist die Rede seines Mundes, durch die er sie schafft und zeugt. Die fiinfte ist die Schénheit seiner Gestalt, durch die sie gro® werden wie Friichte an der Sonne. 90. Alle Uthras éffneten ihren Mund, sie preisen jenen hohen Licht- konig und sprechen zu ihm: Wer soll dich preisen, wer dich verherrlichen, wer dich segnen, wer dich ehren, wer dich ,,festigen**)? Wenn wir’) dich mit deinem Preise preisen sollen, dein Preis ist grenzenlos. Wenn wir dich mit deinem Segen segnen sollen, dein Segen ist ausgedehnt und endlos. Wenn wir dich nach deiner Erhabenheit hochhalten sollen, deine Erhaben- heit ist unermeflich. Wenn wir dich nach deiner Tiefe preisen sollen, deine Tiefe ist unergriindlich. Wenn wir von deiner Kraft, deinem Glanze und deinem Lichte sprechen sollen, dein Glanz ist zu ausgedehnt, um mit Worten davon zu sprechen, [dein] Licht zu reichlich und groB, um mit Reden davon zu reden und zu erzihlen. 21. Der Segen, [5] die Gnade und die Majestat des hohen Lichtkénigs bliihen empor, kommen heraus und kénnen nicht umgrenzt werden. Nie- mand kann sie begreifen, noch verstehen, aufer dem Leben, das bei dir und den Uthras und Boten, die vor dir stehen. Alle Wesen kennen deinen Namen nicht. Die Kénige stehen da und sprechen zu einander*): , Welchen Namen trigt das groBe Licht?“ Sie sagen: ,Es gibt kemen Namen wie seinen Namen, es gibt keinen, der es beim Namen nenne, keinen, der seine Benennung erfafite.“ 22. Heil den Vollkommenen, die dich reinen Herzens kannten, dein in wahrhaftiger Gesinnung gedachten und an dich mit heilem Gewissen glaubten, die dich mit einem Munde segneten, der ganz Lobpreisung ist, dich mit aufrichtiger Zunge priesen, dich mit gliubigen Lippen bekannten und sprachen: Kiner ist der Lichtkénig in seinem Reiche, keinen gibt es, der gréfier als er wire, keinen, der mit ihm Krieg fiihrte. Es gibt keinen, der sich mit seiner Gestalt vergleichen kénnte, keinen, der seine Augen er- hébe, um die Krone auf dem Haupte jenes hohen Lichtkénigs zu schauen, ohne da} seine eigene Krone ihm yom Haupte fiele. 23. Ein hoher Berg ist er, den die Stiirme der Luft nicht erschiittern. 24. Mit neuen Prachtgewindern ist er bekleidet, die nicht von den Gewiindern dieser Welt sind. Noch kein Weib hat gesprochen: Wir wollen Gnosis, p. 231 und REITZENSTEIN, Nachrichten der Gesellschaft der Wissenschaften zu Gottingen 1922, p. 249ff. *) Wohl F773, FAM usw. zu lesen. *) GND NPD JN) nach Leid., siehe auch weiterhin. Zur Bedeutung von O™MNp, siehe oben, p.5'. Beachte die Fiinfheit der Verherrlichung entsprechend den finf vorher ge- nannten Higenschaften. *) Wahrscheinlicher als 1. pl. denn als 3. sing. m. zu fassen. *) Wohl NON) NNDOND NID NP) zu lesen. 5, 17—6, 18 Erstes Buch. 9 fiir den Herrn der Kronen ein Gewand verfertigen. Nicht sprechen so, nicht vermégen auch die Kinder der Vélker ihm die Hiille zu schaffen '), die um seine Schultern liegt. Das Gewand, das er trigt, wird nicht ab- genutzt, und nicht kommt Motte und Fra8”’) in seine Hiille. 25. Die Sonne geht nicht vor ihm unter, die Leuchten seiner Stadt erléschen nicht. Nicht verwelken die Kronen auf seinem Haupte, und nicht fallen die Blatter sees Kranzes ab, die tiber seinem Gesichte hervorragen ae Wohlduft dringt hervor zwischen den Blattern des Kranzes, der iiber seinem Gesichte liegt. Alle Uthras werden von dem Dufte eingehiillt *) und frohlocken. 26. Gepriesen, erhaben und gewaltig ist er tiber alle Gitter; am An- fang [6] aller Zeitalter war er, der Kénig von Urbeginn an. Nicht wird sein Name in unserem Munde, nicht seine Benennung zwischen unseren Lippen begrenzt. Der Richter seines Ortes ist er, in dessen Mund keine Liige ist. 27. Fest gegriindet ist der Thron des Groen, Erhabenen, daf er fiir alle Ewigkeit nicht von der Stelle geriickt wird. Nicht kérperliche Zimmerer haben den Thron, der unter ihm ist, gefestigt, nicht Baumeister aus Ton die Hiiuser seiner Residenz gebaut. Konig ist er von Urbeginn an, dessen Reich fiir die Ewigkeit besteht und nicht vergeht. 28. Nie zitterte ihm seine Hiifte in Furcht, nicht gelangt an ihn die Bangigkeit und Angst der Kinder der Finsternis. Noch nie hat er an einem Tage des Schreckens gestanden, und ihn erreicht nicht die Stunde des Zornes und des Bebens. 29. Der Lichtkénig ist mit seiner Krone als Konig fiir die Ewigkeit eingesetzt; fiir sein Reich gibt es kein Vergehen. Ein Konig, gepriesen’) und geehrt in seiner Stadt, welche gewaltige Diamantmauern umgeben’‘). Konig der Groen, reich an Uthras, iiberreich an Boten, gréBer als die Konige jeglichen Ortes. Er ist froh, froh ist seine Stadt, froh seiner sein ganzes Reich. 30. Er hat keinen Vater, der alter wire als er, keinen Erstgeborenen %), der vor ihm gewesen wire. Er hat keinen Bruder, der mit ihm seinen Anteil teilte, keinen Zwillingsbruder, der am gemeinsamen ...... xxxae’). Er hat nicht gemischt und nicht geteilt, und keine Snaltung ist in seiner Stadt. 31. Vor ihm opfern sie kein Schlachtopfer, essen kein Fleisch...... rs; ‘) Siehe den vorhergehenden Satz, doch vermutet Néld., p. 239' eine Form von 3D), danach ,ihm wegzunehmen‘. 2) Leid. hat xSxory. 8) Vgl. auch 32. 4) Hier so aufzufassen. Der gewohnliche Sinn von FIDNANINY ist ,umarmen*, siehe auch R 65, 4. 5) Nach Nold., p. 305? ist Aw statt mow zu lesen. 6) Leid. hat Aon. 7) Gemeint ist ein erstgeborener Bruder. * 8) Die Bedeutung von MRD ist unsicher, vgl. Nold., p. 39, 12; Leid. hat DNB. Nachher fehlt noch ein Wort. Jedenfalls ist gemeint, da er keinen Bruder hat, der mit ihm die Erbschaft teilte. 2) sid »gar sehr“ pabt nicht, aber auch Sahel) nicht, siehe Ndld., p. 207, 24 und Anm. Hier muB etwas von einem zu kultischem Zwecke genossenen Fleisch gestanden haben. wt —_ 5 20 25 30 wn 10 15 20 25 30 35 40 10 Rechter Teil. 6, 18—7, 21 trinken kejnen Wein der Lust und singen vor ihm keinen Gesang des Frevels. 32. Das Gewand, mit dem er bekleidet ist, wird nicht schwarz, die Kronen auf seinem Haupte verwelken nicht, und nicht fallen die Blatter seines Kranzes ab’). 33. Kein Laut der Totenklage ist an seinem Orte, keine Kinderlosigkeit der Menschenkinder. Vor ihm zieht kein Leichnam voriiber, seine Wohnung wird nicht durch einen Toten verunreinigt. 34. Er hat keinen harten Kampf ausgefochten, nicht stand er da am Tage des Schreckens. 35. Der Konig freut sich der Kinder des Lichtes. Er ruft einen, und tausend antworten ihm. Durch sein Wort schafft er Uthras, [7] durch die Rede seines Mundes lat er Vollendete erstehen. 36. Konig aller Uthras und Skinas, groBe Krone auf dem Haupte der Himmelshihe, Sanfter, der du die Machtigen niederzwingst, Kraft, die du auf alle Widerspenstigen (driickst), gesegnet und gepriesen bist du von jeder Zeit und Frist bis in die Ewigkeit. 37. GréBer ist deine Eigenmacht als die aller Kénige des Ortes der Finsternis. Du wohnest an einem Orte, der licht und hell ist, und sckén und erhaben ist jenes Land, im dem du wohnest. 38. Gesegnet bist du im Sitze der Guten, gefestigt am Orte, der ganz Segen ist. Du freuest dich seiner, und dein Herz frohlockt ob aller deiner Mitbewohner. 39. Du bist seit dem ersten Tage und bestehest in alle Ewigkeit. 40. Er sprach mit grofer Macht und gewaltiger Rede, da entstanden Konige*) des Lichtes aus reinem Glanz und groBem Licht, das nicht vergeht. K6nige*) der Lobpreisung kamen empor, entstanden und wurden ins Leben gerufen, fiir die es nicht Ende, Zahl oder Vergehen gibt. Sie sind alle voll Lobpreis und stehen da und preisen jenen hohen Lichtkénig, dessen Glanz reicher ist, als dafs man ihn mit einem Munde aus Fleisch und Blut schildern, und dessen Licht grofer ist, als da man es mit den Lippen aussprechen kénnte. Sein Glanz strahlt, und sein Licht leuchtet iiber alle Welten. Hell und leuchtend ist das Firmament, in dem sie wohnen®*). (4. 7) 41. Die Welt, in der er steht, ist ohne Vergehen: eine Welt des Glanzes und des Lichtes ohne Finsternis, eine Welt der Sanftheit ohne Auflehnung, eine Welt der Rechtlichkeit ohne Wirrsal und Trubel, eine Welt der Wohlgeriiche ohne hiflichen Duft, eine Welt des Lebens in Ewigkeit ohne Vergehen und Tod, eine Welt des lebenden Wassers, iiber dessen Geruch die Konige frohlocken, ") Siehe auch 47, *) An der Parallelstelle steht wDNdoxy ,Engel‘, siehe oben, p. 4. *) PW bezieht sich auf die Kénige, wie aus R 31,20 zu ersehen ist. 7, 21—8, 22 Erstes Buch. 11 eine Welt der Giite ohne Schlechtigkeit, eine Welt der Treue und des Glaubens ohne Lug und Trug. Kine reine Welt ist es ohne schlechte Mischung. (8) 42. Die Engel') des Glanzes preisen jenen hohen Lichtkénig in dem Glanze und dem Lichte, das er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes [8] preisen ihn in den Gewindern des Glanzes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen ihn in den Hiillen des Lichtes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen ihn in den Gtirteln des Glanzes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen ihn in den Kriinzen des Glanzes, die er ihnen aufgesetzt. Die Engel des Glanzes preisen ihn mit der Kraft und der Festigkeit, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen ihn mit der Treue, der Gemeinschaftlichkeit und dem Glauben, die er ihnen verliehen. (9) 43. Sie alle sind sanft, weise und angenehm ohne Schlechtigkeit, Lug und Trug. (10) 44. Sie sind mit Gewindern des Glanzes bekleidet und mit Hiillen des Lichtes bedeckt. Sie sitzen und wohnen neben einander, ohne da8 sie sich an einander vergehen oder an einander siindigen. Sie sind herrlich auf ihren Firmamenten’) und passen zu einander gleich der Wimper zum Auge. 45. Ihr Inneres ist einander offenbar; Erstes und Letztes wissen sie. Tausend mal tausend Meilen sind sie von einander entfernt, und doch leuchtet einer durch des anderen Glanz und duftet einer durch des anderen Wohlgeruch. Sie schlieBen Brudertreue mit einander und offenbaren ein- ander ihr Inneres. 46. Sie sind jeglicher Todesart entriickt, und des Todes Verderben ist fiir sie nicht geschaffen. Fiir sie gibt es kein Vergehen, sie ergreisen nicht, ihre Kraft nimmt nicht ab, und mit Schmerzen und Gebrechen werden sie nicht bekleidet. 47. Ihr Gewand wird nicht schwarz, ihre Hiille nicht dunkel. Ihre Krinze verwelken nicht und gehen nicht auseinander, und die Blatter fallen aus ihnen nicht ab. 48. Sie wachsen in jeglichem Wachstum, leben und stehen fest an ihrem Orte. Sie wanken nicht und werden nicht erschiittert. Unter ihnen gibt es keinen Greis, der ergreiste, keine Fehlgeburt, die aus dem Mutter- leibe berausgekommen wire. 49. In ihrer Stadt gibt es kein Gericht, und sie richten einander nicht. 1) Hier haben die Pariser Handschriften ~DNdap; doch hat Leid. hier und im Fol- genden ND5ND ,,Kénige“. 2) Siehe Néld., p. 171°. wm 20 40 15 20 25 30 35 12 Rechter Teil. 8, 22—10, 4 50. Sie hungern und dursten nicht, und Hitze und Kialte, Bosheit und Zorn ist nicht bei ihnen. (6) 51. Sie fiihren keinen Krieg mit einander und geraten nicht in Ge- fangenschaft. 52. Kein wildes Tier betritt ihre Erde, [9] und béses Gewtirm kommt aus ihr nicht heraus. 53. Kein schlechtes Blatt ist an ihren Baiumen, keine Bitterkeit an den Friichten ihrer Wohnsitze. Ihre Friichte verdorren und vertrocknen nicht, und die Blitter der Baume fallen nicht ab. Motte und Staub‘) fallt nicht in ihre Statte, und fiir ihre Wohnsitze gibt es kein Vergehen. 54. Wiitige Gewalthaber ohne Erbarmen haben keine Herrschaft tiber sie. Zornige Wiitriche ohne Mitleid gibt es nicht an ihren Wohnsitzen. 55. Ihre Firmamente?) sind erhaben und hoch, und ihre Gebaude sind Hauser des Sitzes der Vollendung. Ihre Meere sind ruhig und sanft, und in ihnen gibt es keine Durchfahrt. Die Jordane der Lichtwelten sind voll weifen Wassers, weiBer als Milch, kalt und schmackhaft, und ihr Duft starkt mehr als die gewiirzigen, grofen Reben. (11) 56. Die Uthras und Kénige, die aus ihnen trinken, kosten nicht den Geschmack des Todes, sie haben keinen bésen, triiben oder harten Tag, und kein Kummer ist in ihrer Seele. 57. Fiir ihre Jahre gibt es keine Zahl, fiir ihr ganzes Leben kein Maf. Sie alle sind frohgemut und prangend in Freude ohne Triibsal. Sie schreiten leichten Schrittes dahin und schweben iiber jener weiBen Erde des Athers. In den Glanz, der tiber ihnen aufgegangen ist, ist keine Finsternis gemischt. 58. Jene Lichtwesen zerfallen in viele Arten*). Sie sind geteilt in Erden, Skinas, Jordane, Baiume, Uthras und Engel*), sowie in Glanz, Licht und Helligkeit, die auf ihnen ruhen. Doch ist keine Grenze zwischen dem einen und anderen. 59. Leuchtend und hell ist ihre Gestalt. Der Anblick ihres Antlitzes ist blinkend und klar gleich reinem Beryll. Tagtiglich wird Kraft und Stimme, Rede und Sieg vom Konige aller Lichtwelten geschaffen und ihnen gesandt. 60. Sie alle stehen da mit Gebet und Lobpreis, mit wundersamen (Gebets)ordnungen und Hymnen’) und bezeigen [10] dem hohen Lichtkinig Unterwiirfigkeit, ...... *) und Lobpreis. Und jene Engel’), die vom Konige, ihrem Herrn «x«*+«+°). (41) 61. Wohlduft geht aus ihrer Mitte hervor und alle Wohlgeriiche der Freude, nicht der Duft der Gétzen und nicht der Duft...... *) aller Astarten. 1) R 5,19 steht das abnlich aussehende x5xon, siche p. 9,4. *) Siehe p. 11, 24. *) Siehe oben, p. 7°. ‘) Cod. B und Leid. haben sya5y) und Kénige“. 5) Vgl. Lit., p. XIVf. Spiter hat NID wie NWN die Bedeutung ,,Buch“ ange- nommen, vgl. Joh., p. V. ®) Siehe zu NOVY Joh. I, p. 345. Die Bedeutung steht nicht ganz fest, doch pafit in den meisten Fallen ,,Erleuchtung‘, und es ist im Folgenden in der Regel so iibersetzt. 7) Auch Leid. hat hier DNSND). 8) Hier ist eine Liicke. *®) NONI gibt ebensowenig einen Sinn wie NMNID), das Leid. hat. Vielleicht hat 10,4—11, 7 Erstes Buch. 13 62. Alle frohlocken tiber einander, wie die Regenwolken den Biumen und Siémereien der Erde (Lust bereiten). Sie sind Wahrzeichen der Schin. heit, des (guten) Aussehens, der (schénen) Gestalt und des Schmuckes. Einer ist wundersamer als der andere, einer leuchtender als der andere. 63. Des hohen Lichtkénigs Name ist in alle Ewigkeit gesegnet und gepriesen. 64. Die Uthras, Engel’), Boten, Erscheinungen, Gestalten, Erden, Skinas, Burgen*), Gebiude, Jordane und Baume, sowie der Glanz, der auf ihnen ruht, wurden vom Lichtkénig geschaffen. 65. [Vom Lichtkénige?] sind Uthras und Kénige hervorgerufen, von der Erde sind (ihnen) Jordane und Baume geschaffen, von Glanz und Licht sind (ihnen) Gewinder, Hiillen und Krinze gebildet, und keinen unter ihnen gibt es, an dem Fehl und Mangel wire. 66. Jener Ort ist ein Ort des Lebens, der Wahrhaftigkeit, der Ruhe, der Sicherheit, des Friedens und des Glaubens, auf den jedermann hofft und auf den er sein Vertrauen baut. 67. Der Konig freut sich der Séhne des Lichtes, und sie sind stolz auf ihn. Ihre Gebaude und Skinas sind aus Glanz und Licht gebaut, ihre Winde aus Sicherheit und Festigkeit. 68. Ihr Glanz ist wundersamer als der Glanz der Sonne und des Mondes. Ihre Helligkeit ist heller als die Helligkeit dieser Welt. An dem Glanze dieser Welt ist Mischung, doch der Glanz jener [Welt] ist Hellig- keit ohne Triibung. Freilich ist der Glanz dieser Welt nach dem Bilde jenes Glanzes geschaffen, doch wie kleine Muscheln und Steinchen”) gleich Perlen sind. 69. Ihre Erde ruht auf keinem Ambos, ihr Firmament dreht sich nicht durch Rader, die sieben Sterne wandeln nicht tiber ihnen, [I1] die Finf und Zwolf*) leiten nicht ihr Geschick. 70. Staub liegt nicht auf ihrem Wege, Schlamm findet sich nicht in ihren Jordanen. 71. Flink sind sie in ihrem Gange gleich dem Gedanken (dem Herzen) des Menschen, der nicht auf FiSen geht und doch in einer Stunde an jeden Ort gelangt. Leicht und ruhig ist ihr Gang, wie die Strahlen der Sonne den Augen der Kinder Adams erscheinen, die Strahlen, die’) vom Himmel bis zur Erde gelangen. 72. Wenn sie einander begegnen, entkleiden sie sich und bekleiden sich mit den gegenseitigen Schitzen °). sy hier den Sinn ,,Weihrauch“ und wird dieser als ,,Tochter (lies NONI) aller Astarten“ bezeichnet, wie das Salz die Tochter des Gottes Bel genannt wird (Joh. II, p. 6, Anm.). Dah NON ID Zypresse sei, siche BRANDT zur Stelle, ist mir nicht wahrscheinlich. 1) Siehe p. 12, Anm. 7. 2) Lies NPN, so auch Leid. 3) Die kleinen unechten Zieraten an den Halsketten der Frauen. 4) Die fiinf Planeten ohne Sonne und Mond und die Tierkreisbilder. 5) Lies PNDT NP ONT 6) Sie tauschen gegenseitig ihre Gewander und Zieraten aus. 12) 30 35 I 5 20 3 3 [e) wn 14 Rechter Teil. 11, 8—12, 15 73. Sie siindigen nicht und vergehen sich nicht an einander, gleich dem Glanze der Sonne und dem Winde, (gleich) dem Feuer und dem Wasser dieser Welt’). 74. Ihre Speise ist vom Segen der Jordane, der Friichte und Baume. 75. Kein Ende und keine Grenze gibt es fiir ihre Tugenden, und wir vermégen nicht von ihrer Macht zu sprechen. Wie einer gesagt hat: Soll der stinkende Kérper dich preisen oder die nichtige Zunge? Ware unser Mund wie das Meer, unsere Zunge wie die schroffen Felsen in ihm, unsere Lippen wie seine beiden Ufer, kénnten wir doch nicht, mein Herr, deine Macht tiber alle deine Welten umfassend schildern’). Nein, es gibt niemand, der deine Macht umfassend zu schildern verméchte. 76. Heil dem, der dich erkannt; Heil dem, der im Wissen von dir redet. Heil dem, der sich iiber dich aufgeklart; Heil dem, der Aufklarung tiber dich verbreitet. Heil dem, der sich in Wahrheit iiber dich belehrt; Heil dem, der iiber dich belehrt. Heil dem, der deine Weisheit gelernt’*) und sich vom Irrtum und Wirrsal dieser Welt befreit hat. Heil den wahrhaftigen und gliubigen Vollkommenen, die dich erkannt und erschaut haben; sie steigen siegreich empor und schauen den Ort [12] des Lichtes. 77. Gesegnet und gepriesen seiest du, mein Herr, du hoher Lichtkénig, von heute bis in alle Ewigkeit. 78. Durch dein Wort wurde jegliches Ding. 79. Von Seiten jenes Herrn der Gréfe wurde ein Uthra geschaffen und ausgesandt, dessen Name Hibil-Ziwa ist, der Gabriel, der Gesandte, ge- nannt wird. (12) | 80. Als der hohe Lichtkénig es wollte, rief er mich aus dem Glanze und dem Lichte, in dem er steht, hervor, aus jener Skina, die er, der Grobe, zu seiner Rechten gegriindet, und sprach zu ihm‘): ,,Auf, gehe zur Welt der Finsternis, die ganz von Schlechtigkeit voll ist. Sie ist ganz voll von Schlechtigkeit, voll verzehrenden Feuers. Zur Welt, die voll Lug und Trug ist, die mit Disteln und Dornen besiet ist. Zur Welt des Wirrsals und des Trubels ohne Festigkeit, zur Welt der Finsternis ohne Licht, zur Welt des Gestankes ohne Wohlduft, zur Welt der Verfolgung und des Todes ohne Leben in Ewigkeit, zur Welt, in der die guten Dinge vergehen und die Plane sich nicht erfiillen.“ (18) 81. Er sprach zu ihm: ,,Geh, tritt die Finsternis nieder und die My- *) Die einander zu unterdriicken suchen. *) Siehe Lit., p. 129 und iiber die weite Verbreitung dieses Bildes Reinh. KOHLER Kleinere Schriften Ul, p. 293ff. *) Lies mit Leid. \WOD4F. *) Ein solcher Wechsel in der Person ist in orientalischen Schriften nicht selten. 12, 15—138, 11 Erstes Buch. 15 sterien, die aus ihr geformt wurden ’). Dichte die Erde, spanne das Fir- mament aus und bilde darin Sterne. Verleihe Glanz der Sonne, Helligkeit dem Monde und Schimmer allen Sternen. Verleihe Wohlgeschmack dem Wasser und Glanz dem Feuer. (14) 82. Schaffe Friichte, Trauben und Baume, die in der Welt prangen. Viehtiere*) sollen entstehen, Fische und Gefliigel, von jeder Gattung ein Mannlein und ein Weiblein, die Adam und seinem ganzen Geschlechte zu Diensten stehen sollen. (15) 83. Mann und Weib sollen entstehen, und ihr Name soll Adam und Hawwa sein. Von den Engeln des Feuers sollen einige Adam dienstbar sein. Ein jeder, der von deinem Worte’*) abweicht, soll [13] in das lodernde Feuer eingeschlossen werden. Drei Engel des Glanzes und des Lichtes sollen entstehen‘*) und Adam Gesellschaft leisten. (16) 84. Lebendes Wasser’) komme und mische sich mit dem triiben Wasser. Durch den Duft des lebenden Wassers prange die ganze Welt. Die vier Winde des Hauses*) sollen geschaffen werden, sowie die Luft’), die tiber ihnen weht. Feuer entstehe und verbreite sich*) tiber alle Welt. Jene Welt leuchte durch deine Hand.“ (17) 85. Der hohe Lichtkénig sprach das Wort aus, da entstand jegliches Ding durch sein Wort. (20) 86. Gabriel, der Gesandte, kam, hob den Himmel hoch und spannte ihn aus, dichtete die Erde Tibil und griindete sie fest . (21) - 87. Adam der Mann und Hawwa sein Weib wurden gebildet, und die Seele fiel in den Kérper. Als die Seele in den Kérper gefallen war, be- 2 griffen und verstanden sie jegliches Ding. (22) ') Beachte die Abweichung in der Parallelstelle. 2) Die Haustiere; die wilden Tiere sind hier und an der Parallelstelle nicht genannt (gegen Nold., p. 326, 6). NONTWD NNN UNYN ist als Plural aus NWI NN gebildet, das das zahme Hausgetier im Gegensatz zu pow gym, dem verschlingenden, wilden Getier, be- zeichnet. Text 33,5 ist mit D N7°D NYP zu lesen. 3) Man erwartet ,,von seinem Worte“, siehe auch 88, doch haben beide Versionen so. 4) An der Parallelstelle besser ,,sollen kommen“, siehe den folgenden Satz. 5) Lebendes Wasser“, d.h. fliefiendes Wasser, das hehren Ursprunges ist und in den laufenden Fliissen, den ,Jordanen“, fliefSt. Dies allein ist im Kultus.verwendbar. Im Gegen- satz dazu steht das stagnierende Wasser und das tribe Wasser (NDTNN NN) des Urchaos und der Meere. Der Ausdruck NYT NY ist wohl vom Judentum iibernommen, siehe Gen. 26,19; Lev. 14,5,50. Nach NF NY bildete man RMNT AROXVWY ,lebendes Feuer‘ als Be- zeichnung fiir das Feuer der hehren Welt. Umgekehrt ist nach xnboy NARWY, nooN NT ,verzehrendes Feuer“ (siehe Joh. II, p. XVI") ~wdDN NW ,,verzehrendes, brennendes Wasser‘ als Bezeichnung fiir das Wasser der Unterwelt gebildet, siche auch Brandt, Rel., p. 64ff. ®) Haus“ ist in den mandaischen Schriften eine haufige Bezeichnung fiir die irdische Welt, so auch bei den Persern, siehe Joh. H, p. 7°. ‘ 7) 308, d. i. ayp kann im Mandiischen ,,Luft wie ,Ather“ bedeuten, und es ist manch- mal unsicher, welche Bedeutung vorliegt. Doch scheint der Ausdruck NPY TNS besonders die Luft zu bezeichnen, siehe namentlich R 283, 4f. 8) Zur Bedeutung von MD siehe Lit., p. 178°*. as 15 20 rol ° 25 ° 3 35 40 16 Rechter Teil. 13, 11—14, 20 88. Die Engel des Feuers kamen und unterwarfen sich Adam. Sie kamen und verneigten sich vor ihm und wichen von seiner Rede nicht ab. Nur er allein, der Bise, von dem das Bose gebildet wurde, wich vom Worte seines Herrn ab. Da fesselte ihn sein Herr mit einer Fessel. (23) 89. Mich, den lauteren Gesandten, rief und beauftragte mein Herr und sprach: ,,Gehe, rufe eine Stimme Adam, seinem Weibe Hawwa und allen seinen Sippen zu. Eine hehre Stimme rufe ihnen zu und belehre sie tiber jegliches Ding. Belehre sie tiber den hohen Lichtkénig, dessen Macht weitreichend und groB, ohne Grenze und Zahl ist. Belehre sie tiber die Lichtwelten, die unverganglichen. (24) 90. Rede mit ihm, daB sein Herz erleuchtet werde, und belehre ihn, daB sein Sinn erleuchtet werde. Zeige dich ihm gniadig und leiste ihm Gesellschaft, du und die beiden Engel, die mit dir sind. Lehre Wissen Adam, Hawwa sein Weib und alle seine Sippen. Sage ihnen, dafi die Bésen und Satan, der Untaugliche, sie nicht verfiihren sollen. (25) 91. Lehre sie [14] Gebet und Lobpreisung, damit sie hintreten und den Herrn aller Welten preisen: drei Mal am Tage und zwei Mal des Nachts. (26) 92. Sage ihnen: Nehmet em Weib und bildet einen Stamm, damit die Welt sicn von euch vermehre. (27) 93. Wenn ihr euch euren Frauen nihert, waschet euch mit Wasser und haltet euch rein. (28) 94. Buhlet nicht und stehlet nicht und tétet keine Menschenkinder. (29) 95. O ihr Vollkommenen und Glaubigen! Weichet nicht von eurer Rede ab und liebet nicht Liige und Falschheit. Liebet nicht Gold und Silber und den Besitz dieser Welt. Denn diese Welt hért auf und vergeht, und ihr Besitz und ihre Werke werden verlassen. (30) 96. Verehret nicht den Satan, die Gitzen, die Bilder, den Irrtum und die Wirrung dieser Welt. Denn wer den Satan verehrt, fallt in das lodernde Feuer, bis zum Tage des Gerichtes, bis zur Stunde, den Stunden der Er- lésung, so lange der hohe Lichtkénig es will, der alle Wesen richtet. Er richtet die Seelen, jedermann nach den Werken seiner Hinde’). (31) 97. Lernet nicht des Satans Zauberwerk und leget kein Zeugnis der Liige ab. Wenn ihr Recht sprechet, so haltet gerades Recht und ver- drehet es nicht. Wenn sie Zeugen aufrufen, so seien es wahrhafte Leute, die zeugen. EKinen jeden, der das Recht verdreht, verzehrt das lodernde Feuer. (32) 98. Liefert nicht rechtschaffene Diener in die Hand ihrer bésen Herren aus und itiberlasset den Schwachen nicht dem Starken. (33) 99. Ehret Vater und Mutter und die alteren Briider wie den Vater. Ein Sohn, der Vater und Mutter verachtet, wird am Gerichtstage verurteilt werden. (35) 1) Leid. hat F534 hinter My: ,,er gewihrt jedermann nach den Werken seiner Hande“ 14, 20—15, 20 Erstes Buch. 17 100. Blicket nicht mit Gier und Verlangen nach etwas, das nicht euer ist. Wenn euer Herr es euch gewahrt — — —’); aber streitet nicht darum in stindhafter Weise. Denn nach dem Willen eures Herrn wurde euch jedes Ding in Giite zugeschrieben und gewiihrt. (37) 101. Wenn Unheil iiber euch kommt, so ertraget es und bleibet fest in eurem Glauben. Andert nichts und verdrehet nichts an [15] eurer Rede. Beuget nicht euer Knie und neiget nicht euer Haupt und huldiget nicht dem zu steinigenden, hinsinkenden Satan’). (38) 102. Haltet euch fern von einem jeden, der die Bésen, die Gotzen und die Bilder anbetet. Sei ihm kein Freund’). Habet ihr doch Verlangen nach ihm und liebet ihn, so lasset ihn die Schriften und Reden und die Lobpreisung héren, die euer Herr euch verliehen hat. Hiért er darauf, wird gliubig und bezeugt den hohen Lichtkiénig, den Gott, der aus sich selber wurde, so liebet ihn, nihert ihn euch und erweiset ihm Gutes von allem, was ihr besitzet. Hort er nicht, legt kein Zeugnis ab und wird nicht gliubig, so wird er seiner eigenen Siinden wegen zur Rechenschaft gezogen werden. (39) 103. Sehet ihr einen Gefangenen, der gliubig und wahrhaftig ist, so gebet Lésegeld und léset ihn aus. Aber nicht mit Gold und Silber allein léset die Seele aus, sondern mit Wahrhaftigkeit und Glauben und des Mundes reiner Rede léset die Seele aus: von der Finsternis zum Lichte, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Untreue und Auflehnung zum Gebet und Lobpreis, vom Unglauben zum Glauben an euren Herrn. Wer eine Seele loslést, ist mir Generationen und Welten wert‘). (43) 104. Euch sage ich, meine Auserwihlten, euch lehre ich, meine Glau- bigen: Gebet den Armen Almosen und dem Blinden seiet ein Fiihrer’). Wenn ihr Almosen gebet, meine Auserwihlten, so bezeuget es nicht. Be- zeuget ihr es einmal, so wiederholet es nicht. Gebet ihr mit eurer Rechten, so saget es nicht eurer Linken. Gebet ihr mit eurer Linken, so saget es nicht eurer Rechten*). Einem jeden, der Almosen gibt und es bezeugt, 1) Der Nachsatz ist ausgelassen, statt dessen hat man sich eine Geste zu denken: dann ist es gut. 2) "Ow steht nur in A und ist vielleicht erst nachtriglich eingefiigt unter Hinwirkung des koranischen as-Saitan ar-ragim (Sure 3, 31 u. sonst). Nach dem Arabischen muB8 ar-ragim der Gesteinigte“ bedeuten. Da das Wort im Athiopischen den Sinn ,,verflucht hat und dieser Sinn anscheinend besser paft, wird das arabische Wort als eine Entlehmung aus dem Athiopischen angesehen, vgl. NOLDEKE, Neue Beitrdge zur semit. Sprachwissenschaft, p. 47. Nun wird der Satan schon bei Ephrim (+ 373) daggala rgimda ,,der gesteinigte (oder zu steinigende) Betriiger’ genannt: Hphraemi.... Opera selecta ed. OVERBECK, Pp. Hii, wal. Der Ausdruck war also schon lange vor Mohammed bei den Aramiern iiblich. Daher kann er auch von ihnen zu den Arabern gelangt sein, andererseits ist es nicht nétig, daS NI an dieser Stelle aus dem Koran entlehnt sei. 8) Vielleicht hat urspriinglich 89787 Ssypnnd seid ihm kein Freund“ dagestanden. 4) dyguny ist = wdyxnw; es gehort zur Wendung NON NANT NOMNY (Joh. 200, 14). 5) Siehe Zettschr. f. Semitistik I (1922), p. 2. 6) Matth. 6, 3. Lidzbarski, Ginza. 3 wi = oO 20 25 3° Io 25 ° 3 S35 40 18 Rechter Teil. 15, 20—16, 24 wird es getilgt und nicht angerechnet. (34) Ein jeder, der Almosen spendet und reichlich Gutes tut, alsdann aber das Almosen abschafft und nicht spendet, fallt in das lodernde Feuer, bis seine Sinden beendet und alle seine Vergehen getilgt sind. (41) 105. Meine Auserwihlten! Sehet ihr jemand, der hungert, so sittiget ihn. Sehet ihr jemand, der durstet, so gebet ihm zu trinken. Sehet ihr [16] einen Nackten, so leget ihm um den Nacken Gewinder und Hiillen. Denn ein jeder, der gibt, empfangt, und ein jeder, der leiht, erhalt Bezahlung. Einem jeden, der Almosen gibt, wird das grofe Almosen') eine Stiitze sein. Wer den Nackten mit Gewindern bekleidet, dem wird man um den Nacken Gewiinder und Hiillen legen. Wer einen Gefangenen loslist, dem wird ein Bote des Lebens entgegengehen. (42) 106. Wer sich aufklaren und belehren laiBt, dem wird man Helfer schaffen. Wer den Ruf des Lebens ruft, dessen Bau ist fest gebaut*) und gefestigt. Wer sich durch meine Lobpreisung aufkliren ]a8t, def Namens wird man tiglich am Lichtorte gedenken. Wer sich durch meine Worte erleuchten lat, wird dort zu den Uthras gezihlt werden. 107. Wer sich von der Untreue der Bésen frei macht, wird ohne Siinden und Vergehen emporsteigen und den Lichtort schauen. 108. Ein jeder, der aus Liebe zu seinem Herrn seinen Leib zum Morde hingibt, ist siindenrein ohne Makel. (45) 109. Euch sage ich, meine Auserwihlten, euch erkliére ich, meine Glaiubigen: Fastet das groBe Fasten, das aber nicht ein Fasten vom Essen und Trinken der Welt ist. (74) 110. Fastet mit euren Augen vom Zwinkern und sehet und tuet nichts Boses. (76) 111. Fastet mit euren Ohren vom Horchen an Tiiren, die nicht euer sind. (78) 112. Fastet mit eurem Munde von frevelhafter Liigenrede und liebet nicht Falschheit und Lug. (77) 113. Fastet mit eurem Herzen von bésem Sinnen, und Hab, Eifersucht und Zwiespalt sei nicht in eurem Herzen. Wer Eifersucht hegt, wird kein Vollkommener genannt. (79) 114. Fastet mit euren Hiinden von der Veriibung eines Mordes und begehet keinen Diebstahl. (81) 115. Fastet mit eurem Kérper von einer Gattin, die nicht die eurige ist. (80) 116. Fastet mit euren Knien von der Anbetung des Satans und kniet nicht vor den Bildern der Téuschung. (83) 117. Fastet mit euren F&Ben von listigem Gange nach einem Dinge, das nicht euer ist. 118. Fastet dieses grofe Fasten und brechet es nicht, bis ihr aus eurem Kérper scheidet. (85) ) Das das Leben an die Frommen austeilt. *) Leid. hat S392. 16, 24—17, 24 Erstes Buch. 19 119. Wer [17] in seiner Kindheit siindigt, dann aber nicht mehr stindigt, in sich geht und nicht mehr frevelt, dem wird die Nachsicht seines Herrn zuteil werden. Er, der hohe Lichtkénig, ist mitleidsvoll, nachsichtig und barmherzig, er ist ein Erlasser der Siinden und Vergehen. (40) 120. Ein jeder, der Gold und Silber und den Besitz dieser Welt liebt und darum einen Mord begeht, fallt in das lodernde, gliihende Feuer. (46) 121. Meine Auserwihlten! Habet kein Vertrauen auf die Kénige und Machthaber und die Widerspenstigen dieser Welt, auch nicht auf Heeres- macht, Riistung, Kampf, Scharen, die sie zusammenscharen'), und Gefangene, die sie in dieser Welt zusammenbringen, noch auf Gold und Silber. Sie fachten Streit an und warfen ihn hin’). Sie sammeln Gut und lassen es in der Welt zuriick, dann gehen sie hin und sieden im Feuer. Mit ihren Hianden schiiren sie die Kohlen, und mit ihren Lippen fachen sie den Brand an*). Ihre GeifSel und ihre Herrschermacht bricht zusainmen, und ihre Pracht wird ihnen gesperrt. Weder ihr Gold noch ihr Silber bleibt ihnen bestehen und wird ihnen zur Stiitze. Weder ihr Geld noch ihr Gut wird ihnen zur Erlésung. Ihre Herrschaft vergeht und nimmt ein Ende, und ihnen wird das Urteil gesprochen. (87) 122. Euch allen sage ich, die ihr auf die Rede*) Gottes hiret: Bei eurem Stehen und eurem Sitzen, bei eurem Gehen und eurem Kommen, bei eurem Essen und eurem Trinken, bei eurem Ruhen und eurem Liegen, tiberhaupt bei allen euren Handlungen nennet und preiset den Namen des hohen Lichtkénigs. (47) dO Womete ck. 4 *) den Jordan und taufet euch. Taufet eure Seele mit der lebendigen Taufe°), die ich euch aus den Lichtwelten gebracht. mit der alle Vollkommenen und Glaubigen getauft sind. Saget den Segensspruch tiber das Pihta’) und esset es, sprechet die Lobpreisung tiber das Mambuha und trinket es, damit euch ein Erlasser der Siinden und Vergehen zuteil werde. (48) 124. Einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet, tiber 1) Wohl so aufzufassen, gestiitzt durch die Parallelstelle (42,9). Anders Néld., p. 328. Leid. hat NDIND). *) Zweifelhaft. Die Worte now NAPM WXwW sind wohl entstellt (Leid. hat pow) und gehéren vielleicht gar nicht hierher. An der urspriinglichen Stelle mégen sie &bnlich wie Lit., p. 227,4f. gelautet haben. 3) Siehe zu der Stelle NOLDEKE, Zeitschr. f. Assyriologie XXX (1916), p. 150, der die letzten Worte tibersetzt ,mit seinen Lippen schluckt er Glut‘. 4) Lies mit BD NNW. ») Das Wort ist bis jetzt nicht erklirt. Die bisherigen Erklarungsversuche siehe bei Brandt, Rel., p.100f. Vielleicht ist es mit hebr. yD zu kombinieren ,,frei seinen Weg lassen“, hier ,,frei (flieBen) lassen‘, nicht eindimmen oder abschneiden. ®) Mit der Taufe in lebendem, fliefendem, nicht in ,,abgeschnittenem“ Wasser, siehe oben, p. 15°. ?) Pihta ist die sakramentale Speise, Mambiha (Mambuga) der kultische Trank. Siehe iiber die beiden Bezeichnungen und ihre Bedeutung ZIMMERN, Ortentalische Studien, Theodor Noldeke zum 70. Geburtstag gewidmet, p. 959ff. und Lit., p. XXIIf. o* wa wn Io 15 20 2 wm 30 20 Rechter Teil. 17, 24—19, 1 den der Name des Lichtkénigs [18] gesprochen, der fest und standhaft an der Taufe hilt und gute und schéne Werke iibt, wird niemand auf seinem Wege’) hemmen. 125. Esset nicht das Blut der Tiere, kein totes (Tier), kein trachtiges, kein werfendes’), keines, das [in ««++**»] dasteht’), keines, das ei wildes Tier iiberfallen hat‘). Sondern schlachtet mit dem Eisen, waschet, spiilet, reiniget, kochet und esset es. (57) 126. Esset und trinket nicht aus dem Hause der zwilf Pforten’), denn sie sind alle voller Unreinheit und ScheuSlichkeit. 127. O ihr Manner, die ihr ein Weib nehmet! Warum wollet ihr aus ihrer Mitte ein Weib nehmen? 128. Liebet und ertraget einander, wie die Augen, die auf die Fiibe acht geben. Liebet und ertraget einander, dann werdet ihr das grofe Suf- Meer®) iiberschreiten. Denn die Briider im Fleische vergehen, doch die Briider in Kusta’) bestehen. So seid ihr denn Briider in Ku&ta, die ihr die Liebe in Vollendung tibet. Denn der Name‘) des Ersten*) ist auf eurem Haupte aufgerichtet. Huer Zeichen ist das Zeichen des lebenden Wassers, kraft dessen ihr zum Lichtort emporsteigen werdet. 129. Wenn ihr, meine Auserwihlten, auf das hiéret, was ich euch sage, wenn ihr das tuet, was ich euch befehle, will ich euch Glanz von mir in Fiille und Licht von mir ohne Ende gewihren. Ihr werdet im Hause des Lebens prangen, wie die Uthras des Lichtes am Lichtorte prangen. 130. Wenn ihr auf das, was ich euch sage, nicht héret, wenn ihr das, was ich euch befehle, nicht tuet, so werdet ihr in die Finsternis hinab- sinken, in die die Bésen sinken, ohne emporzusteigen. 131. Heil dem, der hérte und gliubig war, wehe einem jeden, der sich einhiillte und hinlegte*’). Die Guten, die hérten und gliubig waren, steigen siegreich empor und schauen den Ort des Lichtes. Die Bésen, die hérten und nicht gliubig waren, richten ihr Antlitz nach dem grofen Suf-Meer. 132. Meine Auserwihlten! Haltet euch fern von den Widerspenstigen der nichtigen Wohnung. Taglich, alltiglich sitzen sie auf den Thronen der Auflehnung, auf den Thronen [19] der Auflehnung sitzen sie, und mit der 1) Zum Lichtort empor. *) Vielleicht ist YD} hier so aufzufassen, siehe tiber das Wort Joh II, p. 136°. 5) Hinter noNpaNd) ist wohl ein Wort ausgefallen. NSpyx3qNd) in B (Text 38, 20) ist vielleicht erst nach dem mifverstandenen ND NPN) erganzt. *) Ich vermute 5.995. *) Die ,,Pforten“ sind die fremden, falschen Religionen, deren Zahl zwilf ange- nommen wird. °) In alexandrinisch-jiidischer Spekulation wurde der Ausgang der Seele aus dem K6rper mit dem Auszug der Kinder Israel aus Agypten kombiniert und das Schilfmeer midraschisch als Meer des Endes gedeutet (Jam suf als Jam sof), siehe Joh., p. XXI. 2) Siehe oben, p. 5? *) Statt Now ,,Name“ ist vielleicht gnywy ,Zeichen“ zu lesen. *) Des Lichtkénigs, siehe p. 6, 17.. ») Siehe Joh. II, p. 180; Lit., p. 96%. 19, 1—24 Erstes Buch. 24 Geifiel ftihren sie ihre Werke aus. Ihre Werke fiihren sie mit der GeiBel aus, und Treue, Sanftmut und Friede ist an ihnen nicht. 133. Nehmet keine Hoffahrt des Fehls an und begehet keine Ver- fehlungen mit Gold und Silber. Wer Hoffahrt des Fehls annimmt, dessen Name wird vom Lichtort abgeschnitten. 134. Scheidet jemand aus seinem Kérper, so weinet nicht und erhebet keine Klage und Jammer tiber ihn. Brot von..... *) esset tiber ihn nicht. Kinen jeden, der iiber einen Toten weint, wird man in Wasserbiiche stellen, wenn sie voll sind. Wer sein Gewand am Halse zerreiBt*), wird den Fehler an seinem Gewande behalten. Wer sich die Haare um den Toten ausrauft, den wird man in den Berg, in den Finsterberg einschlieBen’). (49) 135. Gehet, ihr Armen, Elenden‘) und Verfolgten, weinet iiber euch selbst. Denn solange ihr noch in der Welt seid, nehmen eure Siinden zu. 136. Wenn euch um die Seelen weh ist, die aus eurer Mitte scheiden, so loschet Unmut und Wehleid aus eurem Herzen und haltet Trauer und Klage fern von euren Pforten.. Denn von Trauer und Klage werden Da- monen und Dews gebildet. Sie eilen den Seelen auf dem Wege voraus und bedringen sie im Zéllnerhause’). Wenn ihr nach ihnen verlanget und sie liebet, so verrichtet Fiirbitte, Gebet und Lobpreis fiir sie, rezitieret Hymnen, leset Gebetsordnungen und veranstaltet Totenmessen, damit der groBe (Gott) voll Erbarmens mit ihnen werde. Glanz wird ihnen dann vorangehen, Licht ihnen nachfolgen. Boten des Lebens werden ihnen zur Rechten, Engel des Lichtes zur Linken sein, und sie werden von den Wacht- hdusern *) und den siedenden Kesseln erlist werden. (50) 137. Belehret die Seelen, dai ihr Herz nicht strauchele. Lasset sie sanfte Reden und die Lobpreisung héren, die ich euch gebracht habe. Mégen sie héren und zeugen, und ihr Herz finde Ruhe auf seiner Stiitze. 188. Gebet Brot und Wasser und Unterkunft den armen und ver- foleten Menschenkindern, an die Verfolgung herantritt. 1) Das Wort 129) ist bis jetzt noch nicht erklart. G. HOFFMANN’s Erklarung Zeztschr. f. Assyriologie IX (1894), p. 336 ist nicht wahrscheinlicher als die seiner Vorginger. Es ist wohl babylonischen Ursprungs. 2) Zum Zeichen der Trauer, ein Brauch, den auch Muslims und Juden itiben. 3) NOWNTA NVI WON kann heifen ,,auf dem Finsterberg, an den Finsterberg fesseln“ und ,,in den Finsterberg einschliefen“. Auch der Ausdruck ROWNN NNO OPNX (R 37, 20; Joh. 99,5) ist zweideutig; er kann bedeuten ,,auf den Finsterberg‘ und ,,in den Finsterberg stellen‘. Das Motiv, da ein Frevler an einen Berg gefesselt wird, ist sonst im Mythus verbreitet (Dahak, Prometheus). R 58,16 kénnen die Worte NQANDYNT NRNYD ANNO) nur heiBen ,,er wird auf dem Berge Mara gefesselt werden‘, und auch fiir den Ausdruck NOWAT NVOD YNIN MD Joh. 97,4 liegt die Bedeutung ,,auf dem Berge gefesselt werden“ niher. Andererseits zeigt die Wendung NOWNN NVNY Sdy5u Joh. 87,3; 184, 4; 208, 3 mit Sicherheit, da® die Vorstellung, daf der Frevler in den Finsterberg hineinkommt, bei den Mandiern verbreitet war, siehe auch oben, p. 15,11, daher nehme ich diese Bedeutung auch bei TDN und NOYNT NWA OPN an. 4) Lies NIN. 5) Das an der Grenze zwischen Diesseits und Jenseits steht. 6) Siehe die Vorbemerkung zum dritten Stiick des fiinften Buches. to 2) = 5 92 Rechter Teil. 19, 25—21, 3 139, Wandelt die Wege der Ku&ta, und der Lohn des Liéhners tiber- nachte nicht bei euch. (51) 140, [20] Beraubet nicht den Teilhaber und _betriiget nicht euren Freund. Wer seinen Genossen und Teilhaber beraubt, dessen Augen schauen nicht das Licht. (52) {41. Reichet einander die Rechte und machet euren Treuschwur nicht zur Liige. Denn die Uthras und Kénige des Lichtes gewaéhren einander Biindnis und Treuschwur. (53) 142. O ihr Auserwihlten und Vollkommenen! Seid demiitig und be- io scheiden, damit ihr Auserwihlte, Getreue und Gliubige genannt werdet. Liebet einander in Treue und fiihret eure Liebe bis zur Vollendung. Seid sanft und bescheiden gegen die trefflichen Lehrer, die euch die rechte Weisheit lehren. Uberhebet euch nicht tiber sie, damit ihr eurer Seele keinen Makel anheftet. (54) 15 143. Gehet nicht zu den Wahrsagern und Chaldiern der Liige, denn in der Finsternis werden sie untergebracht. (55) 144. Schwéret keine falschen Schwiire und verdrehet eure Hide nicht. (56) 145. Verzehret nicht Zins und Zinseszins, damit ihr nicht in der finsteren Finsternis abgeurteilt werdet. (58) 146. Buhlet nicht und huret nicht, singet nicht und tanzet nicht. Euer Herz lasse sich nicht fiir den Gesang des Satans einnehmen, der ganz von Zauberei, Taéuschung und Verfiihrung voll ist, der den Sinn der Vollkommenen verdreht und das Herz der Glaubigen zum Straucheln bringt. (59) 147. Meine Auserwihlten! MHiitet euch und wappnet euch, damit ihr Gewappnete in der Welt genannt werdet. Haltet stand in der Welt und ertraget die Verfolgung der Welt, bis euer MaB® voll ist. Seid einander eine Stiitze und Hilfe, sowie den Vollkommenen, an die Verfolgung heran- tritt. (60) 30 148. Wenn euer Gemiit in Zorn wallet, so beruhiget und haltet nieder euer Herz. Nehmet an vom Worte eures Herrn. Denn die Gesinnung des Zornigen, der vom Zorne des Satans erfiillt ist, [wird durch die rechte Weis- heit und den Glauben zur Bescheidenheit hingezogen].'). Wer sich durch den Glauben nicht zur Bescheidenheit hinziehen JaBt, wird durch Schwert und Sibel hingerafft. Hingerafft wird er durch Schwert und Sibel und fallt in das lodernde Feuer. (61) 149. Sehet ihr einen Guten, der Weisheit gelernt hat, so nahert euch ihm und nehmet von ihm von seiner Weisheit an. Sehet ihr einen Bésen, [21] der zum Bésen weise ist, so haltet euch von ihm fern, nehmet nichts 40 von seiner Weisheit an, tuet nichts von seinen Werken und wandelt nicht auf seinem Pfade. (63) 150. O ihr Glaubigen und Vollkommenen! Alles, was euch selbst ver- haft ist, tuet auch eurem Niachsten nicht an. (65) 1) Nach der Parallelstelle. Ww 2 ° 2 Lea 3 wi 21, 4—22,13 Erstes Buch. 93 151. Meine Auserwihlten! Tuet gute Werke und besorget Reise- zehrung fiir euren Weg. Sehet, hiret und seid gliubig und nehmet das Wort eures Herrn an. 152. Sehet mit euren Augen, sprechet mit eurem Munde, héret mit euren Ohren, glaubet mit eurem Herzen, tibet mit euren Hinden Almosen- spende und Wohltat und handelt nach dem Willen eures Herrn, doch nach dem Willen des Satans handelt nicht. (66) 153. Habet kein Vertrauen auf die Schénheit der Kérper, denn ganz plétzlich verderben sie. Wandelt nach dem Worte eures Herrn, damit ihr siegreich zum Lichtort emporsteiget. Bezeiget dem hohen Lichtkinige Unterwerfung'), Verehrung und Lobpreis, damit eure Siinde und Schuld euch vergeben werde. (67) 154. Verehbret nicht den Satan und die triigerischen Bilder dieser Welt. Denn alles, was geboren wird, stirbt, und alles, was mit Hinden gemacht wird, verdirbt. Die ganze Welt nimmt ein Ende, und ihre Gitterschaft vergeht. (83) 155. Meine Auserwihlten! Habet kein Vertrauen auf die Welt, in der ihr lebet, denn sie gehért nicht euch. Habet Vertrauen auf die schénen Werke, die ihr vollbringet. Wenn ihr aus eurem Korper scheidet, kiénnet ihr euch auf die Werke eurer Hinde stiitzen. (86) 20 156. Meine Auserwihlten! Zeiget keine Verachtung fiir die Befehle, die euer Herr befohlen. Zeiget Rechtlichkeit, Sanftmut und Bescheidenheit, die von der Natur des Lichtes sind. Zeiget Nachsicht, Mitleid, Verséhnlich- keit und Barmherzigkeit, die von der Natur des Lichtes sind. (88) 157. O ihr Minner, die ihr Frauen nehmet, o ihr Frauen, die ihr an 25 Minner kommet, o ihr Manner, die ihr Frauen nehmet! Zeuget und be- kommet Kinder. [22] Wenn ihr keine zeuget und bekommet, so ertraget die Krankheit am Lager. Doch will ich euch tiber die halichen Werke belehren, die die Frauen begehen: tiber jede Frau, die Unzucht treibt, tiber jede Frau, die Diebstahl begeht, tiber [jede] Frau, die Zauberwerk iibt und 30 die Seele im Kérper beklemmt: ein Tun, das Gott nicht genehm und fiir die Menschen nicht schén ist. Denn es gleicht den schlimmen Leiden, fiir die es keine Heilung gibt. (92) 158. Nehmet zur Frau keine Sklavin, die nicht freigelassen ist, und bringet somit eure Kinder nicht in ein Herrenhaus. Denn am Tage da der 35 Diener fehlt und das Herz des Herrn auf ihn ziirnt, werden die Siinden, die der Diener begeht, tiber das Haupt seines Vaters kommen’*). Wenn ihr eine Frau nehmet, die freigelassen ist, so nehmet reichlich Giite an, tber- viel und reichlich. (93. 94) 159. Empfanget treue Liebe von einem Weibe, an dem Treue ist. 40 Wendet euch nicht von einander, bis euer Mafi voll ist. Denn wer sein = o = 5 1) Zum intransitiven Gebrauche von WDD vgl. Joh. Il, p. 218%. *) Siehe Joh. II, p. 174. vi Io 5 20 25 94 Rechter Teil. 22, 13—23, 10 Weib hintergeht, an dem Fehl, Lug und Trug nicht ist, und liebt und treibt die Lust der Tibil, tiber den wird das Urteil gesprochen werden. (95) 160. Wenn ibr Kinder erhaltet und sie am Leben bleiben, so lehret sie, sobald sie sich aufs Wissen verstehen, die rechte Weisheit und lasset sie den Weg der Kusta wandeln. Wenn ihr sie nicht unterweiset und belehret, so werdet ihr im Gerichtshofe verurteilt werden. Wenn ihr sie belehret, sie aber nicht lernen wollen, werden sie wegen ihrer eigenen Siinden zur Rechenschaft gezogen werden. (96) 161. Neigt sich jemand einmal weg’), so richtet ihn wieder auf und stiitzet ihn. Neigt sich eine Seele zum zweiten Male weg, so richtet sie wieder auf und stiitzet sie. Neigt sich eine Seele zum dritten Male weg, so richtet sie wieder auf und stiitzet sie. Lasset sie die Schriften und Reden, Gebet und Lobpreisung eures Herrn vernehmen. Wenn ihr sie stiitzet, sie sich aber nicht stiitzen lift, so reiBet den bésen Weinstock aus, bringet [23] einen guten und pflanzet ihn an seine Stelle. Weil man ihm ins Ohr gerufen, er aber nicht héren wollte, man ihm ins Auge zeigte, er aber nicht seben wollte, man ihm zeigte, er aber mit dem Auge nicht sehen wollte, soll er am Tage des Endes ein Ende nehmen. Er fallt in die Marter, in die die Bosen fallen, ohne emporzukommen. (97) 162. Wenn ihr Menschen sehet, die mit einem korperlichen Fehler behaftet sind, so zeiget keine Verachtung fiir sie*) und lachet nicht iiber sie. Denn nur die aus Fleisch und Blut gebildeten Kérper werden durch Leiden und Gebrechen verichtlich, doch die Seele wird nicht durch Leiden und Gebrechen verichtlich. Die Seele wird nur verichtlich durch hifliche Werke, die sie begeht. (98) 163. Euch sage ich, meine Auserwihlten, euch lehre ich, meine Glau- bigen. Lobpreiset nicht die Sieben und Zwilf*), die Leiter der Welt, die bei Tag und Nacht wandern*). Denn sie verleiten zu Verfehlungen*) den 1) Vom rechten Glauben. 2) Lies PODAN. BROCKELMANN, Lex. Syr.*, p. 79b ist zu berichtigen, da sich sonst mandiaisch NDI findet (R 43,15; 191,8; 215,24), dazu noch mehrmals NIN °D)D. Syrisches ND3 mit by siehe bei Brockelm. daselbst. *) Die sieben Planeten und die zwélf Tierbilder. *) Das Verb NT) (175) steht fast nur bei den Planeten. Es ist im Aramiischen (wie im Babylonischen) zweideutig; es kann ,,wandern“ und ,,ziichtigen, herrschen“ bedeuten. An dieser Stelle, wo PANT neben NINIANTW ,,Leiter“ steht und nicht blof von den Sieben, sondern auch von den Zwélf ausgesagt ist, paft die Bedeutung ,,herrschen“ besser, aber R 40,12 wird daneben von den Déws und den Scharen des Satans, zu denen auch die Sieben gehoéren, gesagt, dafi sie den Kindern Adams unterjocht werden sollen, R 125,1 von den Planeten, dai sie Adam und seinen Sippen gehorchen sollen, und R 171, 8f. steht 17> parallel ‘IDX. Auch hat das neben 17> stehende Nomen NO ND nur den Sinn ,,Gang, Lauf‘ (wie babyl. marditu), nicht den Sinn ,,Herrschaft‘.. Daher muB man auch an dieser Stelle die Bedeutung ,,;wandern“‘ annehmen. Wenn es nun auch von den Tierkreiszeichen ausgesagt ist, 80 ist zu bedenken, da auch diese mit der Sonne scheinbar iiber den Himmel wandern. 6) Lies Fyway, vgl. R 231,19. 23, 10—24, 10 Erstes Buch. 25 Stamm der Seelen’), der aus dem Hause des Lebens _hierher verlegt wurde. (101) 164. Lobpreiset nicht Sonne und Mond, die Erleuchter dieser Welt, denn dieser Glanz ist nicht ihr. Er wurde ihnen nur verliehen, um die finstere Wohnung *) zu erleuchten. Sie sind die Engel des niaien Hauses’); sie lefSen einen nichtigen Ruf vernehmen’). 165. Lobpreiset nicht Sami§ (die Sonne), dessen Name Adonai, dessen Name Qados, dessen Name EI-El ist, dazu hat er noch verborgene, in der Welt nicht geoffenbarte Namen. (102) 166. Er, Adonai, wiihlte sich ein Volk aus und griindete sich eine Synagoge. Der Platz Jerusalem wird gebaut, die Stadt der Juden, die sich mit dem Schwerte beschneiden, mit ihrem Blute sich das Gesicht bespritzen ‘) und so Adonai anbeten. Die Manner verlassen ihre Frauen, gehen hin und legen sich zu einander. Die Frauen, die in ihrer Menstruation sind, liegen im SchoBe der Minner. Sie kehren sich von der ersten Lehre ab und machen fiir sich ein ,Buch“. (103. 104) 167. Kuch sage ich, meine Auserwihlten, haltet es nicht mit jenen Sklaven, die von ihrem Herrn abgehurt sind. Mischet euch nicht mit [24] den Juden, die nicht in einer Rede dastehen’®). (105) 168. Aus dem Volke der Juden sind alle Vélker und Pforten hervor- gegangen. (106) 169. Ltigenpropheten traten auf, die in Liige und Tauschung einher- gehen. Sie treten von den Engeln der Mangelhaftigkeit*®) in die Gebir- mutter der Fraven ein, die mit ihnen schwanger werden und sie mit Blut und Menstruation gebiéren. Sie holen (falsche) Weisheit aus ihrem Herzen und werfen durch sie Bestrickung in die Welt’). Sie nennen sich Gott und werfen sich zu ,Gesandten“ auf*). Sie ziehen einen Kérper an und nehmen die Gestalt von Minnern an. Sie schreiben ein Buch des Truges, stellen Warnungen fiir sie auf und lassen sie falsches Gebet verrichten. Liistern- heit, Wollust und Leidenschaft werfen sie iiber das Antlitz der Erde und nennen sich Propheten. (107) 1) Hine Bezeichnung fiir die Gesamtheit der Mandier, vgl. Joh. HU, p. 5. *) Beides Bezeichnungen fiir diese Welt. *) Lies NOOND NOND IP NOPNI NMNDI, vel. die Var. in D. 4) Nach der Beschneidung wird an der Wunde das Blut ausgesogen, so kommt dem Mohél (Beschneider) leicht Blut ins Gesicht. Vgl. auch B. 5) Dies weist auf Spaltungen unter den Juden hin. 6) Es ist unklar, wie das gemeint ist; }! bedeutet hier kaum ,,mit“. Siehe tibrigens die Parallelstelle. 7) "MDI steht im Mandaischen vielfach im Sinne von falscher Weisheit, After- weisheit. Ich fasse den Satz so auf, nicht im Sinne ,,sie entfernen die Weisheit aus ihrem Herzen und werfen Bestrickung in die Welt‘ (Al Vorwegnahme von npodx2) namentlich mit Riicksicht auf R 121,9; vgl. auch R 375, 15. 8) Siehe zu ‘isso Gebrauch von Swans P°DR auch L 33,19. Doch vielleicht geradezu ,,sich benennen“, vgl. NW PDN Joh. 117, Lot und siehe Z. 31. Ww a ° 25 30 aA /10 15 20 25 30 5 Rechter Teil. 24, 10—25, 18 bo (op) 170. Ich nun, der erste Gesandte, lehre und sage allen Nasoriern ’), die jetzt sind und die noch geboren werden sollen: Héret nicht auf ihre Rede und irret nicht vom Wege des Lebens ab. Meine Auserwahlten! Haltet es nicht mit diesen, die nicht in einer Rede dastehen. Erkennet in ihrer Rede, da sie sich gegenseitig der Liige bezichtigen. Ein Kénig schmaht den anderen Konig, ein Prophet straft den anderen Propheten Liigen. Sie rufen die Menschenkinder heran, machen sie gierig nach Gold und Silber, Geld und Gut, erfiillen sie mit Begierde und verfiihren sie. (108) 171. Einige von ihnen nehmen sie durch Gesang, Tanz und Wollust gefangen. Kinige von ihnen verfiihren sie durch Bilder von Gold und Silber, durch Bildwerke aus einem Klotze, durch Gétzenschreine aus Ton und sonstige nichtige Werke. (108) 172. Einige von ihnen bedriicken sie mit Schwert, Siabel, Schlag, Krieg, Kampf, Angst und Schrecken, aingstigen sie und befehlen ihnen und machen sie gegen ihren Willen zu Sklaven der Planeten. (109) 173. Einige von ihnen verfiihren die Kinder Adams durch Demut und Schmeichelei, [24] durch Siifigkeit und Schlauheit, durch List und Tauschung. Den Namen Gottes legen sie ihnen in den Mund”*) und sprechen zu ihnen: Dies sind die Biicher und Reden, die der Grofie, Erhabene uns verliehen hat. Sie mischen darunter Reden, durch die deren Seelen gehemmt werden °*) und zugrunde gehen. Sie verdrehen ihnen das Herz und werfen Torheit*) in die Welt. (110) 174. Ich nun, der lautere Gesandte, sage euch: Horet nicht auf die Rede der Liigenpropheten, die sich als Propheten der Ku&ta hinstellen und sich den drei Uthras gleich machen, die in die Welt gegangen sind’). Ihr Glanz ist kein Glanz, ihr Gewand ist ein Gewand des Feuers. Einige von ihnen sind mit Gewindern der Finsternis bekleidet, mit Hiillen der Dunkel- heit bedeckt, und ihr Geruch ist ha®lich und stinkend. (111) 175. Euch sage ich, meine Auserwihlten, euch rufe ich zu und lehre ich, meine Gliubigen: Kleidet euch in Weifi und bedecket euch mit Wei gleich den Gewandern des Glanzes und den Hiillen des Lichtes. Leget weifge Kopfbinden um gleich den prangenden Krinzen‘). Bindet euch Girtel um [gleich den Giirteln] lebenden Wassers, welche die Uthras um ihre Hiiften binden. Leget gespaltene Schuhe an und nehmet Stabe in eure Hand gleich den Stiben lebenden Wassers, welche die Uthras am Lichtorte tragen. (112) 176. O ihr Glaubigen und Vollkommenen! Saget nichts, was ihr nicht ') Bezeichnung fiir die Mandier. Uber die Bedeutung des Wortes und dessen Zu- sammenhang mit dem neutestamentlichen Natwpatos siehe Lit., p. XVIff., ZIMMERN, ZDMG LXXIV (1920), p. 429ff. und meine Bemerkungen Zeitschr. f. Semitistik I (1922), p. 230ff. *) Siehe oben p. 4, 26. *) Am Aufstieg zum Lichtort. *) B (47, 12) hat ,,Abfall. Siehe auch p. 29, 9. >) Siehe oben p. 15,12; 16,13 und Brandt, Rel., p. 122f. *) Der himmlischen Wesen, die weif sind. 25, 18—26, 20 Erstes Buch. 97 wisset und euch nicht offenbart ist. Denn es gibt niemanden, dem die ver- borgenen Dinge offenbart waren, auBer dem Groen, Erhabenen, der Alle kennt und durchschaut. (113) 177. Meine Auserwihlten! Wappnet euch mit einer Riistung, die nicht von Eisen ist. Eure Riistung sei das Nasariiertum') und die wahrhaften Reden des Lichtortes. (114) 178. Gebet einander gute Ratschlige, wie ihr gewarnt und angewiesen seid. Wie ihr mit euren Augen sehet, mit eurem Munde rufet, mit euren Ohren héret, so tuet mit euren Handen gute, [26] schdne Werke. Gleichet nicht den schlechten Pflanzen, die Wasser trinken und ihrem Herrn keine Friichte bringen. (115) 179. Meine Auserwiahlten! Sehet, ich habe euch tiber das Licht ver- ktindet, fiir das es weder Ende noch Zahl gibt. Ich habe euch iiber die Finsternis und das lodernde Feuer verktindet. Ich habe euch iiber den Satan verkiindet, der ohne Kraft und Festigkeit ist und sich nicht aus dem verzehrenden Feuer und dem Brande retten kann. (116) 180. Dies ist die erste Lehre, die Adam, dem Haupte des lebenden Geschlechtes, verliehen wurde. Es war eine Rede und ein Zeugnis. 181. Alsdann*) wird die Welt durch Schwert und Pest hingerafft. Es ist den Seelen bestimmt, da sie bei jenem Scheiden aus ihrem Koérper scheiden. Und diese Seelen steigen ohne Siinden und Verschuldungen zum Licht empor. 182. Dann bleiben iibrig Ram der Mann und Rud das Weib; das Haupt des Zeitalters werden sie genannt. Dann wird die Welt aus ihnen neu er- weckt, und die Welt vermehrt sich. 183. Adam dem Manne ist bestimmt, tausend Jahre zu dauern’). Von Adam dem Manne bis Ram und Rid sind es dreifig Generationen. Sie alle steigen in einem Aufstiege zum Licht empor, weil sie in einer Lehre da- stehen, in einer Rede wandeln und in einer Lobpreisung zeugen. (118) 184. Alsdann wird die Welt durch Feuerbrand hingerafft. Es bleiben tibrig Surbai der Mann und Sarhabel das Weib. Alle Seelen scheiden bei jenem Scheiden aus ihrem hérper und steigen zum Licht empor, weil sie die erste Lehre nicht verfalschen und die erste Rede nicht ver- drehen. (119) 1) Siche zu NOPNYNI und der Variante KOVR Lit., p. XVI. 2) Es folgt hier ein Fragment tiber die vier Weltzeitalter, von denen auch sonst im mandiischen Schrifttum die Rede ist, aufer in B auch Joh. Il, p. 93 (hier in Anm. 4 sonstige Nachweis:), 195, 244. Die beiden Paare Ram und Rad, Sopa und Sarhabél als Haupter der Zeitalter (man beachte die Alliteration) sind anderweitig unbekannt. Der Name Sarhabél ist ein arabischer Mannesname und findet sich auch bei den Mandiern als Name minnlicher Lichtwesen. 3) In den Midraschim wird erzihlt, daf Adam eigentlich tausend Jahre leben sollte, er habe jedoch freiwillig siebzig Jahre an David abgegeben, vgl. GRUNBAUM, Neue Beitrdge zur semit. Sagenkunde, p. 63. wn = oO fo) 5 20 25 30 rt fe) 15 20 25 30 35 98 Rechter Teil. 26, 20—28, 3 185. Dann wird die Welt neu erweckt und vermehrt sich. Von Ram und Rud bis Surbai und Sarbabel sind es fiinfundzwanzig Generationen. (120) 186. Alsdann nach Surbai und Sarhabel wird die Welt durch Wasser- fluten hingerafft. Es bleiben iibrig Noah von der Arche und Sem (Sum), der Sohn Noahs. Die ganze Welt wird durch Wasser hingerafft, [27] denn es ist fiir sie niedergeschrieben, da die Seelen bei jenem Scheiden aus ibrem Korper scheiden und zum Licht emporsteigen. (121) 187. Vom Zeitalter des Surbai und der Sarhabel bis zum Zeitalter des Noah sind es fiinfzehn Generationen. (122) 188. Von Noah dem Manne wird die Welt sich vermehren, und sie werden in einem Rufe und Lobpreis zeugen. Und eine Rede werde ich verkiinden, ich, der Gesandte des Lebens, und die beiden Engel, meine Be- gleiter. (122) 189. Von Noah dem Manne bis dafi der Platz Jerusalem gebaut wird sind es sechs Generationen. Es besteht tausend Jahre in Bliite. (123) 190. Dann wird geboren und tritt auf der Kénig Salomo, der Sohn Davids, und er wird Kénig von Juda und der machtige Herrscher tiber Jerusalem. Die Damonen und Déws unterwerfen sich ihm und gehen nach seinem Willen, bis er sich selber verherrlicht und fiir die Giite seines Herrn undankbar ist. Dann wenden sich die Dimonen und Dews von seiner Rede ab, und die Herrschaft wird ihm genommen. (124) 191. Dann erscheint Christus, der Prophet der Juden. Er ruft den Planeten zu, er macht sie zu seiner Partei, und ein jeder kiampft fiir ihn’). (125) 192. Die sieben Dews, die Verfiihrer’*), verfiihren alle Kinder Adams. Der erste ist Sami mit Namen (die Sonne). Der zweite ist der heilige Geist, Estra (Venus), auch Libat, Amamit mit Namen. Der dritte ist Nba (Merkur), der Liigen-Messias, der die erste Lobpreisung verfilscht. Der vierte ist Sin (der Mond), Saureél mit Namen. Der fiinfte ist Kewan (Saturn), der sechste Bel (Jupiter), der siebente Nerig (Mars). (126) 193. Die Dews vom Hause des Samii schenken ihren Verehrern Gold und Silber und Uppigkeit des Bauches. Boten schickt er in die Welt hin- aus, und sie fiihren die Menschenkinder zur Verehrung von Sonne und Mond. (127) 194, Die Dews vom Hause der Libat lassen Wahn, Ehebruch, Unzucht, [28] Hurerei, Liisternheit, Leidenschaft, Gesang und Zauberei auf die Menschenkinder los. (128) 195. Die Dews des Nbiu-Christus tiberfallen hinterlistig die Menschen- *) Das steht hier. Die Vorlage hatte aber sicherlich wie B (Text 50, 24) 9~5 by weinomny Fo, ein jeder »kimpft um das, was nicht ihm gehdrt“, wie denn tiberhaupt B hier offenbar besser die Vorlage wiedergibt. Doch riihrt die Abinderung wohl vom Bearbeiter von A selber her, da der jetzige Wortlaut besser zum vorhergehenden Satze pabt. *) YN ist wohl erst unter Einwirkung der folgenden Ausfiihrungen eingefiigt. Auch NDNOND an der Parallelstelle ist wohl sekundir. 28, 3—29, 7 Erstes Buch. 29 kinder. Sie verbreiten sich unter ihnen, nehmen sie aus ihren Hiusern und ihren Familien gefangen, verschleppen sie auf Berge und Ebenen, lassen sie ftir sich dasitzen, und ihr Geschlecht und ihr Same flieBt ihnen auf die Beine'). Die Damonen und Dews «*+#+*« die Menschenkinder. Sie nehmen die Korper gefangen und quilen Geist und Seele. Sie nehmen........ is) nicht an, und fiir sie gibt es weder Medikament noch Heilung. Er selber erscheint seinen Verehrern und Verehrerinnen im Feuer und spricht zu thnen: ,,Sehet, wie mein Glanz iiber der Welt aufgegangen ist.“ Sie wissen nicht, daf es nicht sein Glanz ist. Torheit verbreitet er in der Welt. (128. 145) 196. Die Dews vom Hause des Kewan werfen Klage, Weinen und (falsche) Weisheit*) in die Herzen der Menschen und entreifen sie der Gnade. (129) 197. Die Dews vom Hause des Nerig iiberfallen die Menschenkinder, schinden sie*), zerschneiden ihnen das Fleisch und vergieBen ihr Blut auf die Erde. Sie werden Schinder, Pfaffen, Priester und Orakelminner’) ge- nannt. (130. 160) 198. Christus offenbart sich auch in einer anderen Gestalt®). Mit Feuer ist er bekleidet, mit Feuer umhiillt und zeigt Wunderwerke im Feuer. Aminel’) ist sein Name, Jesus der Heiland nannte er sich selber. Auf Feuer ist sein Wohnsitz, und er zeigt seiuen Wagen [im Feuer]. Er tritt vor euch und spricht zu euch: ,Kommet, tretet zu mir, ihr werdet nicht verbrennen (verbriihen).“ Doch glaubet ihm nicht, denn in Zauberei und Blendwerk geht er einher’). (131) 199. Wenn er euch bedrangt, saget ihm: , Wir gehiren zu dir.“ Doch in eurem Herzen bekennet ihn nicht und fallet nicht vom Worte eures Herrn, des hohen Lichtkénigs, ab. Denn dem Liigen-Messias sind die ver- borgenen Dinge nicht geoffenbart. (132) 200. Er sagt: ,Ich bin Gott, [29] Gottes Sohn, den mich mein Vater hierher gesandt hat.“ Er erklart euch: ,Ich bin der erste Gesandte, ich bin Hibil-Ziwa, der ich aus der Héhe gekommen bin.“ Doch bekennet ihn nicht. Denn er ist nicht Hibil-Ziwa. Hibil-Ziwa ist nicht mit Feuer be- kleidet, Hibil-Ziwa offenbart sich in jenem Zeitalter nicht. Vielmehr Enos- Uthra kommt und begibt sich nach Jerusalem, mit einem Gewande von Wasserwolken bekleidet. In kérperlicher Gestalt schreitet er, doch ist er mit keinem kérperlichen Gewande bekleidet. Glut und Wut ist an ihm nicht. (133. 135. 149) 1) NDWN dezeichnet im Mandaischen auch das Geheglied, das ,,Bein“, besonders den Oberschenkel, siehe R 226,14; 337,13; 338, 7; Lit., p. 20,12; 56, 5. 2) RNID ,,Zahl“ pakt nicht, aber auch NIN B bietet wohl nicht das Urspriingliche. ) Siehe oben, p. 257. 4) Wohl so aufzufassen. Im Talmud wird row auch im Sinne von ,,entmannen“ ge- braucht, vgl. LEvy, Neuhebr. Worterb. 1V, p. 565b. 5) NON? ist nach ZIMMERN das babylonische zabdu, das eine Priesterklasse bezeichnet (DELITZSCH, Assyr. Handwérterbuch, p. 250a). Zu NWN siche Lit., p. 22°. 6) Kniipft an 195 an. 7) D. h. Immanuel. 8) Lies N°JONID. Io wt I ° 20 25 30 Rechter Teil. 29, 7—30, 7 201. Er geht und kommt in den Jahren des Paltus (Pilatus), des Kénigs der Welt. Enos-Uthra kommt in die Welt mit der Kraft des hohen Lichtkinigs. Er heilt die Kranken, macht die Blinden sehend, reinigt die Aussiitzigen, richtet die Verkriippelten, auf dem Boden Kriechenden auf, daB sie gehen kénnen, macht die Taubstummen redend und belebt die Toten. Er gewinnt Gliubige unter den Juden und zeigt ihnen: es gibt Tod und es gibt Leben, es gibt Finsternis und es gibt Licht, es gibt Irrtum und es gibt Wahrheit '). Er bekehrt die Juden zum Namen des hohen Lichtkénigs. (136) 202. Dreihundert und sechzig Propheten gehen aus der Ortschaft Jerusalem hervor. Sie bezeugen den Namen des Herrn der Gréfe. Enoi- Uthra steigt dann in die Héhe und setzt sich zu den Mgunne-Kusta’). Alsdann wird der Platz Jerusalem verwiistet, die Juden gehen in die Verbannung und werden in alle Stadte zerstreut. (137) 203. Alsdann kommt Ahmat, der Sohn des Zauberers Bizbat*). Einen Ruf, der kein Ruf ist, verbreitet er, viel Ubel schafft er in der Welt und verleitet den Stamm der Seelen zur Verfehlung*). (164) 204. Einem jeden, der in jenem letzten Zeitalter iibrig bleibt und mit dem Ruf, [30] der Kraft und der Verktindigung zum Jordan hinauszieht, dem wird man mit Fannen, Fahnen des Glanzes, aus dem Lichtort entgegen- gehen. Die Nasoriaer, die das Kopftuch sich um das Haupt legen, werden mir Generationen und Welten wert sein’). Auf jeden Mandaer, der in der Kusta verharrt, werde ich, Manda dHaije, meine Rechte legen. So horchet denn und héret und lasset euch belehren, meine Auserwdhlten, damit ihr siegreich emporsteiget und den Lichtort schauet. Das Leben ist siegreich tiber alle Werke. 1) Siehe p. 205ff. (Text). *) Die zur Seligkeit entriickten Mandier, vgl. Joh., p. XVIII. *) Der Prophet Mohammed, siehe Joh. II, p. 193f. 4) Lies ASwwnny) siehe auch p. 245, 5) Lies x *S\NwD, siehe oben, p. 17¢. Ge! Zweites Buch. 1. Im Namen des grofen, fremden Lebens aus den Lichtwelten, des erhabenen, das tiber allen Werken steht, werde Heilung und Sieghaftigkeit, Kraft und Festigkeit, Rede und Erhérung zuteil mir NN und meiner Gattin NN wegen dieses Buches. Unser Sinn, unser Wissen und unsere Erkenntnis leuchte, unsere Gestalt glinze, unser Antlitz prange hier in der Tibil und jenseits in der Lichtwelt, und unser Name werde aufgerichtet bei Jawar- Ziwa und Simath-Haije. (1) : Erstes Sttick. Siehe oben, p. 3. 2. Im Namen des groBen Lebens seiest du gepriesen, mein Herr, reinen Herzens, du Herr aller Welten. (3) 3. Gepriesen sei dein Name, du Herr der GréBe, im Namen und in der Kraft des Herrn der Gréfe, Lichtkénig, Herr aller Welten, reiner Glanz und grofes Licht, das nicht vergeht, Mitleidiger, Erbittlicher, Barmherziger, Erléser aller Gliubigen, Festiger aller Guten. Der Grofie, Hohe, Gepriesene, Michtige, Weise, Wisser, Unterscheider, der Machthaber tiber jegliches Ding. Der Herr der Oberen, Mittleren und Unteren, das grofe Antlitz der Herr- lichkeit, [81] der unsichtbar und dessen Macht unbegrenzbar ist, der keinen Genossen an der Krone, keinen Teilhaber an der Herrschaft hat. Wer auf ihn vertraut, kommt nicht in Schande, wer seinen Namen aufrichtig preist, kommt nicht zu Falle, wer im Vertrauen auf ihn dasteht, wird nicht er- niedrigt. (4) 4. Der Herr aller Kénige sprach mit hoher Macht und gewaltiger Rede, da entstanden die Engel des Lichtes aus reinem Glanz und grofiem Licht, das nicht vergeht. Engel der Lobpreisung kamen empor und wurden ins Leben gerufen, fiir die es nicht Ende, Zahl oder Vergehen gibt. Sie sind alle voll Lobpreises und stehen da und preisen den hohen Lichtkénig, dessen Glanz reicher ist, als daB man ihn mit dem Munde schildern, und dessen Licht gréGer ist, als da man es mit den Lippen aussprechen kénnte. Sein Licht leuchtet und sein Glanz strahlt tiber alle Welten. (6. 40) 5. Nichts war, da er nicht war, nichts ist, so er nicht ist. Die Konige mit ihrem Glanze und dem grofen Lichte, das tiber ihnen lagert, mit dem = 5 20 25 30 rt 20 25 30 35 32 Rechter Teil. 31, 14—82, 18 Wohlduft, den der hohe Lichtkénig ihnen verliehen, mit Gebet und Lob- preisung, die sich in ihr Herz legten, stehen in einer Lichtwolke und ver- ehren und preisen (ihn)’). (5. 6. 45) 6. Sie hungern nicht und dursten nicht und empfinden weder Hitze noch Kilte. (50) 7. Die Kénige?) der Lichterde sind alle voll Lobpreises und stehen da und preisen den Lichtkénig: lebende, die nicht sterben, an denen kein Fehl ist. Hell und leuchtend ist das Firmament, in dem sie wohnen. (18) 8. Die Welt, in der er steht, ist ohne Vergehen: eine Welt des Glanzes und des Lichtes ohne Finsternis, eine Welt der Sanftheit ohne Auflehnung, eine Welt der Rechtlichkeit ohne Wirrsal und Trubel, eine Welt der Wohlgeriiche ohne hiflichen Duft, eine Welt des Lebens in Ewigkeit ohne Vergehen, [32] eine Welt lebenden Wassers, tiber dessen Geruch die Engel frohlocken, eine Welt der Treue und des Glaubens ohne Lug und Trug. Eine reine Welt ist es ohne schlechte Mischung. (41) 9. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig in dem Glanze und dem Lichte, das er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig in den Gewandern des Glanzes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig in den Turbanen des Glanzes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig in den Krinzen des Glanzes, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig mit der Kraft und der Festigkeit, die er ihnen verliehen. Die Engel des Glanzes preisen den Lichtkénig mit der Treue, der Gemeinschaftlichkeit und dem Glauben, die er ihnen verliehen. (42) 10. Sie alle sind sanft, weise und angenehm ohne Lug und Trug. (48) 11. Die Baume der Lichterde sind samtlich voll Glanz und Helligkeit. Die Jordane der Lichtwelten sind voll weifen. Wassers. In den Wolken des Lichtes sind Skinas des Glanzes eingerichtet*). In den Skinas des Glanzes verrichten die Koénige Anbetung und Lobpreis. Sie und alle Wesen preisen den Groen, Erhabenen, den Herrn der Griéfe, der tiber allen Welten wohnt. (55. 60) 12. Ich bin der lautere Gesandte, den mich der Lichtkénig bei meinem Namen Hibil-Ziwa hervorrief*). (79) 1) Man vergleiche die Parallelstelle. *) Im Texte steht ,,Biume“, das falschlich aus Text 32, 12 hierher geraten ist. *) Lies PANDY. *) Np hat sich von der Bedeutung ,,rufen weiter gur Bedeutung ,,hervorrufen“, durch 32, 18—33, 21 Zweites Buch. Erstes Stiick. 33 13. Als der hohe Lichtkinig es wollte, rief er mich aus seiner Skina des Glanzes hervor, aus jener Skina, die er, der Gro®e, zu seiner Rechten gegriindet, und sprach: ,,Geh zur Welt der Finsternis, die ganz von Schlechtigkeit voll ist. Sie ist ganz voll von Schlechtigkeit, voll verzehren- den Feuers. Zur Welt des Wirrsals und des Trubels ohne Festigkeit, zur Welt der Finsternis ohne einen Strahl des Lichtes, zur Welt der Verfolgung und des Todes ohne Leben in Ewigkeit.‘ (80) 14. Er sprach: ,,Geh, tritt die Finsternis nieder und die Insassen, [33] die aus ihr geformt wurden. Spanne das Firmament aus und bilde darin Sterne. Schaffe Engel des Feuers. Verleihe Glanz der Sonne, die einer von ihnen ist, Helligkeit dem Monde, Schimmer den Sternen und hebe sie zur Himmelssphiire empor. (81) 15. Die Erde Tibil entstehe und Friichte, Trauben und Baume, die in der Welt prangen. Es entstehe Viehgetier, Fische im Meere und Gefliigel, von jeder Gattung Minnlein und Weiblein. (82) 16. Mann und Weib sollen entstehen, und ihr Name soll Adam und Hawwa sein. Von den Engeln des Feuers sollen einige Adam dienstbar sein. Wer von deinem Worte abweicht, soll in das lodernde Feuer eingeschlossen werden. Drei Engel sollen kommen und Adam Gesellschaft leisten. (83) 17. Lebendes Wasser komme und mische sich mit dem triiben Wasser. Durch den Duft des lebenden Wassers prange die ganze Welt. Die vier Winde sollen entstehen, die iiber die Welt wehen. Feuer entstehe und dehne sich auf alle Kérper, sowie die Friichte, Trauben und Biume aus. Es fresse einen Frafi in der Welt; wenn es den Frafi in der Welt gefressen EME genre. sc: *). (84) 18. Das Feste, das im Wasser ist, soll zu den Seelen gerechnet, das FlieBende an der Speise soll zu den Kérpern gerechnet werden’). Alle Samereien, Blumen, wohlriechende Pflanzen, Gewiirze, Blitter und Heil- kriiuter, das Viehgetier, Gefliigel, das Leckere, tiberhaupt alles was gut und schin ist, soll Adam und seinem ganzen Geschlechte zu Diensten sein. 19. Jene Welt soll durch die Hand Ptahils aufleuchten.“ 20. Der hohe Lichtkénig sprach das Wort aus, da entstand jegliches Ding durch sein Wort. (85) das ausgesprochene Wort schaffen entwickelt. An einzelnen Stellen ist es zweifelhaft, welche Bedeutung vorliegt. 1) Der Text ist verstiimmelt, der Nachsatz scheint zu feblen. RIW ,,irren“ findet sich auch im Mandiischen: Joh. 48,12 und 6fter im Pariser Diwan, daselbst auch das Nomen nownw (Z. 562f., 315, 627 und sonst). Aber das paft hier nicht; dazu miifte das Imperfekt nuyw. heiBen. Auch kann ~)3, das weiblich ist, nicht Subjekt dazu sein. Ebensowenig paht es, wenn man es mit syr. 2e3ga ,,Nebel im Sommer“ (PAYNE SMITH, col. 2475) identi- fiziert und zum folgenden Satze zieht. *) Der Sinn des Satzes, der anscheinend sekundir eingeschoben ist, ist nicht ganz klar. Das Feste im Flissigen wird dem Fliissigen im Festen entgegengesetzt. Jenes soll mit dem Fliissigen zum Seelischen, dieses mit dem Festen zum Korperlichen gezihlt werden. Vel. auch Abs. 21, 57. Lidzbarski, Ginza. ji 3 wm 15 20 25 30 2 iS) wet eal ia fe) 30 3 w 34 Rechter Teil. 33, 21—35, 3 21. Ptahil kam, hob den Himmel des Wassers in die Héhe, spannte das Firmament aus, und die Erde Tibil wurde gedichtet. Er schuf die Engel des Feuers, er verlich Glanz der Sonne, Helligkeit dem Monde, Schimmer den Sternen und hob sie zur Himmelssphire empor. Geschaffen wurden [34] Wind, Feuer und Wasser, geschaffen wurden Friichte, Trauben, Biume, Heilkriiuter, Simereien und wohlriechende Blumen. Er schuf Vieh- getier und wildes Getier jeglicher Gattung aus Erdenstaub, die Rite den Gu und die Triibung der Nebelwolken, Wind, Feuer und Wasser, Geschlecht (Samen), Blut und Galle und die sonstigen Mysterien dieser Welt. (86) 22. Adam und Hawwa wurden gebildet; durch die Kraft des hohen Lichtkinigs fiel die Seele in Adam und Hawwa. Als die Seele in sie fiel, waren sie im Paradiese. Als sie im Paradiese waren, begriffen und ver- standen sie nichts. (87) 23. Der hohe Lichtkénig sprach: Von den Engeln des Feuers sollen einige Adam dienstbar sein. Sie sollen kommen, sich vor ihm verneigen und von seiner Rede nicht abweichen. Nur er allein, der Bose, von dem das Bése gebildet wurde, wich vom Worte seines Herrn ab und richtete sich nicht nach dem Worte seines Herrn. Als er sich nicht nach dem Worte seines Herrn richtete, wurde er in seinem Wagen mit Gottes Fessel gefesselt. (88) 24. Mich rief und beauftragte mein Herr und sprach: Gehe, rufe eime hehre Stimme Adam und seinem Weibe Hawwa zu. Eine hehre Stimme rufe Adam und seinem Weibe Hawwa zu und belehre sie iiber jegliches Ding: tiber den hohen Lichtkénig, den Herrn aller Welten, dessen Macht weitreichend und gewaltig, unendlich und unverginglich ist; tiber die Engel der Lobpreisung, die dastehen und unaufhérlich Lobpreis verrichten; iiber die Lichtwelten, die unverginglichen. (89) 25. Belehre Adam, dafi sein Herz erleuchtet werde, festige ihn, daf sein Sinn erleuchtet werde. Zeige dich ihm gniadig und freundlich und leiste ihm Gesellschaft, du und die beiden Engel, die mit dir zur Welt gehen sollen. Lehre Wissen Adam, Hawwa, sein Weib, und seine Sippen. Sage ihnen, da} sie nicht sinken und die Bésen und Satan, der Untaug- liche, sie nicht verfiihren sollen. (90) 26. Lehre sie Gebet und Lobpreisung, damit sie hintreten und [35] den hohen Lichtkénig, den Herrn aller Welten, preisen: dreimal am Tage und zweimal des Nachts. (91) 27. Sage ihnen: Nehmet ein Weib und bildet einen Stamm, damit die Welt sich von euch vermehre. (92) ») Das Folgende ist wohl sekundiir eingeschoben, beachte das doppelte ND) NS NP. Der Einschub stammt vielleicht aus derselben Quelle wie der in Abs. 18. Jedenfalls sind die Worte nicht so aufzufassen, daf die Tiere aus Erdenstaub und den weiterhin aufgezahlten Substanzen gebildet seien. ST) NOW auch R 126,17. Zu NOM siehe R 28,5 (neben &>))). 35, 3—36, 8 Zweites Buch. Erstes Stiick. 35 _ 28. Wenn ihr euch euren Frauen nihert, waschet euch mit Wasser und haltet euch rein. (93) 29. Buhlet nicht und stehlet nicht und tiétet keine vollkommenen, glaiubigen Menschenkinder’). (94) 30. O ihr Vollkommenen und Gliubigen! Weichet nicht von eurer Rede ab und liebet nicht Frevel und Liige. Liebet nicht Gold und Silber und den Besitz dieser Welt. Denn diese Welt vergeht, und ihr Besitz geht verloren. (95) 31. Verehret nicht den Satan und die Gétzen. Sie sollen vielmehr eure Diener sein und in der Welt gehorchen. Denn wer den Satan verehrt, wird im lodernden Feuer gequilt werden, bis zum Tage, dem Tage des Gerichtes, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung, so lange der Licht- kénig es will, der Richter, der alle Welt richtet. Er richtet die Seelen, jedermann nach den Werken, die er getan. (96) 32. Lernet nicht des Satans Zauberwerk und leget kein Zeugnis der Liige ab. Wenn ihr Recht sprechet, so sollen wahrhafte Zeugen kommen und zeugen. Wenn sie Zeugen aufrufen, so sollen gliubige Manner zeugen’). Haltet gerades Recht und verdrehet es nicht. Nehmet keine Bestechung an und verdrehet nicht das Recht. Ein jeder, der das Recht verdreht, fallt in das lodernde Feuer. (97) 33. Liefert nicht rechtschaffene Diener in die Hand ihrer Herren aus. (98) 34. Gebet Almosen den Armen. Wenn ihr gebet, bezeuget es nicht. Gebet ihr mit eurer Rechten, so saget es nicht eurer Linken. Gebet ihr mit eurer Linken, so saget es nicht eurer Rechten. Wenn jemand Almosen gibt und es bezeugt, wird es ihm getilgt und nicht angerechnet. (104) 35. Ehret Vater und Mutter und die alteren Briider wie den Vater. Ein Sohn, der Vater und Mutter verachtet, wird im Gerichtshause verurteilt werden. (99) 36. Beuget euer Haupt nicht vor dem Satan. Eure Augen [36] sollen nicht zwinkern, eure Ohren nicht auf Schlechtes horchen, euer Herz keinen Neid aufnehmen. Wer Neid in sich aufnimmt, wird kein Vollkommener genannt. 37. Blicket nicht mit Gier und Verlangen nach etwas, das nicht euer ist. Wenn euer Herr es euch gewaéhrt — — —, aber streitet nicht darum. Denn nach dem Willen eures Herrn wurde euch jedes Ding in Giite zu- geschrieben und gewdhrt. (100) 38. Wenn Unheil iiber euch kommt, bleibet fest und standhaft im Glauben. Verdrehet nichts und verandert nichts und beuget nicht euer Knie vor dem hinsinkenden Satan. (101) 39. Haltet euch fern von einem jeden, der den Satan anbetet; sei ihm 1) Beachte die Einschrankung gegen A. 2) Auch hier eine Einschrankung gegeniiber A. — oO — wa bo Wt ioe) ° 35 40 36 Rechter Teil. 36, 8—37, 16 kein Freund’). Wenn er hirt, glaubig wird und den einen Herrn aller Welten, den hohen Lichtkinig, der aus sich selber wurde, bezeugt, so liebet ihn, nahert ihn euch und erweiset ihm Gutes von dem, was ihr besitzet. Hort er nicht, legt kein Zeugnis ab und wird nicht gliubig, so wird er wegen seiner Siinden zur Rechenschaft gezogen werden. (102) 40. Denn einem jeden, der in seiner Kindheit stindigt und sich vergeht, dann in sich geht, nicht mehr stindigt und sich vergeht, wird die Nachsicht seines Herrn zuteil werden. Er, der hohe Lichtkinig, ist nachsichtig und barmherzig, er ist ein Erlasser der Stinden und Vergehen. (119) ut 10 41. Ein jeder, der Almosen spendet und sonst viel Gutes (tut), hernach aber das Almosen abschafft, fallt in den Brand, bis seine Siinden beendet sind. (104) 42. Sehet ihr jemand, der hungert, so sittiget ihn, jemand, der durstet, so gebet ihm zu trinken. Sehet ihr einen Nackten, so leget ihm um den 15 Nacken ein Gewand und bedecket ihn. (105) 43. Sehet ihr einen Gefangenen, der glaubig und rechtschaffen ist, so gebet Lisegeld und léset ihn aus. Doch nicht mit Gold und nicht mit Silber {allein] sollet ihr den Gefangenen®*) auslésen und erretten, sondern mit lauterer Rede und mit Glauben liset aus und errettet den Gefangenen: 20 yon der Finsternis zum Lichte, vom Bésen [37] zum Guten, von den Un- eliubigen zu den Gliubigen, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Untreue und Auflehnung zum Lobpreis eures Herrn, der ohne Ende, Zahl und Aufhéren ist. (103) 44. Wer Seelen loslist und wer die Pfade der Kusta und des Glaubens wandeln lat, den wird man den Pfad der Kusta und des Glaubens wandeln lassen, und er wird auf dem Wege der Gliubigen emporsteigen. 45. Kin jeder, der aus Liebe zu seinem Herrn seinen Leib zum Morde hingibt, wird ohne Stinden und Vergehen emporsteigen und den grofen Lichtort schauen. (108) 30 46. Ein jeder, der Gold und Silber und den Besitz dieser Welt liebt und einen Mord darum begeht’*), wird selber ermordet und fillt in das lodernde Feuer. (120) .47, Bei eurem Stehen und eurem Sitzen, bei eurem Essen und eurem Trinken, bei eurem Gehen und eurem Kommen, bei eurem Ruhen und eurem Liegen, iiberhaupt bei allen Handlungen, die ihr tibet, nennet und preiset den Namen eures Herrn, des hohen Lichtkinigs, des Herrn aller Welten. (122) 48. Lasset frei fliefSen (?) den Jordan und taufet euch. Taufet eure Seele, sprechet die Lobpreisung iiber das Pihta und esset es, sprechet die 4° Lobpreisung tiber das Mambuha und trinket es und saget den Segensspruch ber das Ol und zeichnet euch damit‘). (123) iS} Ww 3 wn *) Wohl auch hier FS nNd) zu lesen, siehe die Parallelstelle. *) Lies WW ID. 8) Lies 5y9s) und vel. A. 4) Siehe Lit., p. 35%, 572. 37, 16—88, 22 Zweites Buch. Erstes Stiick. 37 49. Wenn eine Seele vom Korper erlist wird und scheidet, so weinet tiber sie nicht, erhebet iiber sie keine Klage und Jammer und esset iiber sie kein Brot ...... Hinen jeden, der tiber eine Seele weint, werden Meere und Fliisse abtrennen’). Wer sein Gewand iiber sie zerreiBt, wird den Fehler an seinem Gewande behalten. Wer sich die Haare iiber sie ausrauft, den wird man in den Finsterberg stellen’). (134) 50. Wenn eine Seele aus eurer Mitte scheidet, traget den Leuten Hymnen und Gebetsordnungen vor und belehret sie, damit ihr Herz nicht strauchele. Gebet fiir sie (die Seele) Almosen, verteilet fiir sie Brot, leset fiir sie Totenmessen, verrichtet fiir sie Gebet und Lobpreisung und [traget fur sie] Hymnen und Gebetsordnungen [vor]. Bekleidet fiir sie mit Ge- wiandern, [38] umhiillet mit Hiillen, zahlet Lisegeld und verrichtet Gebete, damit er, der Grofe, voll Erbarmens mit ihr werde. (136) 51. O ihr Vollkommenen und Glaubigen! Zahlet den Lohn des Léhners, und wenn er euch um den Lohn angeht, bleibe dieser nicht bei euch. (139) 52. O ihr Vollkommenen nach dem Worte eures Herrn! Beraubet nicht den Teilhaber. Ein jeder, der seinen Genossen beraubt, wird der Gnaden der Lichtwelt beraubt werden. (140) 53. Wenn ihr ein Wort sprechet, so kehret davon nicht um. Reichet einander eure Rechte in Treue und kehret von eurer Rechten nicht um. Denn von reichem Glanz und gewaltigem Licht ist der Befehl, die Warnung und die Kusta, die von den Groen’) kamen, kam das Zusammenhalten in die Skinas. Alle Engel‘) des Lichtes leisten einander den Treueid und kiissen sich die Rechte. ‘Wenn ihr ein Wort guter (Menschen) sprechet und ein- ander die Rechte reichet, kehret davon nicht um. (141) 54. Seid demiitig, sanft und bescheiden gegen die trefflichen Lehrer, die euch Weisheit und Wahrheit lehren. Uberhebet euch nicht tiber die Machthaber®), die euer Herr iiber euch eingesetzt hat. Wenn ihr euch tiber- hebet, verleugnet ihr das Wort eures Herrn, und ihr werdet im lodernden Feuer sieden. (142) 55. Gehet nicht zu den Wahrsagern und Chaldiern der Liige, denn die Wahrsager und Chaldier werden in der Finsternis untergebracht. (143) 56. Schwéret keine falschen Schwiire, denn ein jeder, der falsch schwort, wird in der Finsternis untergebracht. (144). WT i wm 30 57. Esset keine Tiere‘). Esset kein totes, kein [in +*««+] dastehendes, 35 kein fallendes, kein triichtiges, keines, das ein wildes Tier itiberfallen hat. Esset das Fleisch der Tiere, die von den Friichten des Wassers hervor- gerufen wurden’). Der Anteil des Lichtes werde dem Lichte, der Anteil 1) Vom Jenseits. *) Siehe oben, p. 21°. 4) 929 «steht hier wohl nicht wie anderwarts sehr oft fir {D7 NN ,,das grofe Leben“. Die ,,Grofen“ sind die héheren Wesen, siehe weiterhin. 4) BD ,,Konige“, vgl. auch A. 5) In A ist von diesen nicht die Rede. *) In A steht: das Blut der Tiere! ‘ ?) Es ist unklar, was hier mit den Friichten des Wassers gemeint ist, anscheinend ite) 38 'Rechter Teil. 38, 22—40, 4 der Finsternis der Finsternis zugezihlt. Auch esset keines, tiber das nicht das Hisen gefahren ist. (125) 58. Verzehret nicht Zins und Zinseszins von Gold.und Silber, damit ihr nicht in das verzehrende Meer’) fallet. (145) 59. Huret nicht, [39] singet nicht, tanzet nicht, und euer Herz lasse sich nicht fiir den Gesang einnehmen, den der Satan gesungen, der, ganz von Zauberei und Blendwerk voll, das Herz der Gliubigen verdreht. (146) 60. Liebet und ertraget einander und wappnet euch mit der rechten Weisheit eures Herrn. Bleibet fest und haltet stand in der Welt und haltet in ihr aus, bis euer MaB voll ist. Seid eine Hilfe und Stiitze den Voll- kommenen, an die Verfolgung herantritt. (147) 61. Unter euch sei nicht HaB, Eifersucht und Zwietracht. Wenn euer Herz in Zorn und Bitterkeit wallet, so beruhiget und haltet nieder euer Herz durch das rechte Wort eures Herrn. Denn die Gedanken derer, die sich mit dem Zorn und dem Gifte des Satans riisten, werden durch die rechte Weisheit und den Glauben zur Bescheidenheit hingezogen. Wer sich nicht durch den Glauben zur Bescheidenheit hinziehen li®t, wird durch ’ Schwert und Sabel hingerafft. Hingerafft wird er durch Schwert und Sibel 20 25 30 35 und fallt in die wohlgeheizte Gehenna. (148) 62. Wenn jemand euch Gutes erweist, so zeiget euch dafiir dankbar. Verachtet ihn nicht, sondern ehret ihn, seid ihm gefiillig und verleugnet die Wohltat nicht. Wenn ihr die Wohltat verleugnet, dann zeigt ihr euch der Wohltat unwiirdig, und die Wohltat bleibt bei euch aus. 63. Sehet ihr einen Guten, so nihert euch ihm, nehmet von ihm Weisheit an und handelt danach. Wenn ihr einen Bésen sehet, der weise ist, so haltet euch von ihm fern. Lernet nicht von seiner Weisheit, tuet nichts von seinen Werken und wandelt nicht auf seinem Pfade. (149) 64. Bei allen euren Handlungen haltet Grenze und Mai ein aufer beim Gebet, der Lobpreisung und der Verehrung eures Herrn. Ubet Lohn- zahlung, Almosenspende, Wohltat und wahrhafte Barmherzigkeit aus vollen, vollen Kriften. Fiir diese Wohltaten gibt es weder Grenze noch MaB. 65. O ihr Vollkommenen und Gliubigen! Alles, was euch unlieb und verhaBt ist, tuet auch eurem Nachsten nicht an. [40] Alles, was euch gut scheint, tuet, wenn eure Kraft hinreicht, und stiitzet einander. (150) 66. Meine Auserwihlten! Horchet und seid gliubig und nehmet das Wort eures Herrn an. Glaubet mit eurem Herzen, sehet mit euren Augen, héret mit euren Ohren, sprechet mit eurem Munde, tibet mit euren Hinden iiberhaupt Friichte, die vom Wasser ihre Nahrung erhalten. Noch unklarer ist die Stelle R 100,14, die nicht bloB das Viehgetier, sondern auch die Friichte der Erde aus den Wasser- friichten entstanden sein lafit. Hier erhielte man einen besseren Sinn, wenn man XD striche: die aus dem Wasser entstanden sind. Hingegen stehen die NY) NW R 124,2 im Gegensatz zu den gutartigen Friichten; es sind schlechte, totbringende Friichte. ') Die Bezeichnung findet sich auch R 376,24. dD hat hier dieselbe Bedeutung wie in NODN ND) und in wooy ND, siehe oben, p.15°. Es ist ein Flammenmeer in der Unterwelt. 40, 4—41, 13 Zweites Buch. Erstes Stiick. 39 Almosenspende und Wohltat und handelt nach dem Willen eures Herrn, doch handelt nicht nach dem Willen der Leiber, noch nach dem Willen des hinsinkenden Satans. (152) 67. Habet kein Vertrauen auf die Schénheit der Kérper, denn ganz plétzlich verderben sie. (153). 68. Habet kein Vertrauen auf den hinsinkenden Satan, der zu nichts taugt und sich selber nicht aus dem verzehrenden Brande retten kann, der die Dews und alle Scharen des Satans verzehrt und vernichtet, die an die Werke dieser Welt gebunden sind und') hier zuriickgelassen wurden, da8 sie den Kindern Adams dienstbar seien und in der Welt wandern’). 69. Uber einen jeden, der das Wort seines Herrn verleugnet und dem Bisen einen Weg offen lafBt, wird die Hand des Satans Macht haben. Wer den Willen des Satans nicht getan, wird an der Pforte des Feuers nicht vorbeizugehen brauchen. Tuet den Willen eures Herrn, damit ihr siegreich za den Lichtwelten emporsteiget. 70. Bedriicket nicht die Niedrigen, die mit euch nicht kimpfen kénnen. 71. Verschiebet nicht die Grenzen im Unrecht und verriicket nicht die Grenzsteine. Wenn jemand die. Grenzen verschiebt, wird ein Ver- dammungsurteil tiber ihn gesprochen werden. 72. Tadelt eure Freunde aufrichtig und leitet recht eure Freundschaft. Schmeichelt einander nicht und sprechet keine Rede von Lug und Trug. Wer schmeichelt, den schleift man auf dem Gesichte ins lodernde Feuer. 73. Tuet das groBe Siegel*) auf euren ganzen Korper und liset es von eurem Kérper nicht bis zu dem Tage, da ihr aus eurem Korper scheidet, jenem Tage [41] der Erldsung. 74, Fastet das grofe Fasten: (109) 75. Fastet mit eurem Kopfe im Glauben und verehret und preiset euren Herrn, den Herrn aller Welten. Verehret nicht die Satane und Gotzen, die in der Welt sind, so werden sie euch untertinig sein. Wenn der Glaube in euch ist, werden sie eure Diener sein. Wenn ihr jedoch vom Worte eures Herrn nachlasset, werden die Dews euren Augen ver- borgen bleiben. | 76. Fastet mit euren Augen von bisem Zuwinken an einander. Sehet und tuet nichts Béses. (110) 77. Fastet mit eurem Munde von ligenhafter, iibler Rede; saget nichts Falsches und Liignerisches. (112) 78. Fastet mit euren Ohren vom Horchen auf Biéses. Héret und tuet nichts Béses. (111) 79. Fastet und lautert euer Herz durch den Glauben. Heget keine bésen Gedanken. Sinnet nicht auf Biéses und gehet nicht mit eurem 1) Lies PYANWYy%. 2) Er hat mit den letzten Worten die Planeten im Auge, siehe oben, p. 24%. 3) Mit ,,Siegel“ ist sonst die Olung gemeint, siehe Lit., p. 114. Hier bezeichnet. es die Taufe mit ihrem ganzen Beiwerk. wn Io 25 30 40 40 Rechter Teil. Al, 13—-42, 21 Nichsten in Arglist um. An wem Arglist ist und wessen Sinn nicht durch die Kugta geliutert ist, dem werden Gebet, Lobpreis, Verehrung, Lohnzahlung und Almosenspende nicht angerechnet; er fallt in das lodernde Feuer. (113) 80. Fastet mit eurem Korper von einer Gattin, die nicht die eurige ist. (115) 30 [o>) un 81. Fastet mit euren Hainden von der Veriibung eines Mordes an den Kindern Adams. (114) 82. O ihr Vollkommenen und Glaiubigen! Eure Hiande sollen keine bése Zauberei tiben. 83. Fastet mit euren Knien von dem Niederknien vor dem hinsinken- den Satan, den triigerischen Bildern und den nichtigen Konterfeien und Werken. Denn alles, was geboren wird, stirbt, und alles, was mit den Hinden gemacht wird, verdirbt. Habet kein Vertrauen darauf. (116. 154) 84. Meine Auserwihlten! Habet Vertrauen auf den hohen Lichtkénig, den Herrn aller Welten, auf’) die rechte Weisheit, die Kusta und den Glauben, [42] die erhabenen Reden und die wundersamen Befehle, die euer Herr gegeben. Denn durch sie kommt euch Sieghaftigkeit, durch sie wird eure Seele erlést. 85. Dies ist das Fasten, das euch bestimmt wurde; brechet es nicht, bis euer Leib stirbt. (118) 86. Vertrauet auf die schénen Werke, die ihr iibet. Wenn ihr aus eurem Korper scheidet, kénnet ihr euch auf die schénen Werke stiitzen, die ihr in der Welt tibet. (155) 87. Meine Auserwihlten! Habet kein Vertrauen auf die Kénige, Edlen, Herrscher und Bedriicker, die in der Welt sind, auch nicht auf Heeresmacht, Riistung, Krieg, Kampf, Rotte und Heer, die sie zusammenscharen und Ge- fangene in der Welt zusammenbringen, auf Gold, Silber, Geld und Gut dieser Welt. Alsdann schwindet ihr Kénigtum, und ihre GeiBel und ihre Herrscher- macht wird ihnen nicht zur Stiitze. Sie gehen zugrunde und lassen es zurtick, sie ziehen hin und sieden im Feuer, bis zum Tage, dem Gerichts- tage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung. (121) 88. Meine Auserwihlten! Zeiget keine Verachtung gegen das, was (euch) in der Welt zu tun obliegt. Zeiget Rechtlichkeit, Sanftmut, Be- scheidenheit und Freundlichkeit, die von der Natur des Lichtes sind. Zeiget Nachsicht und treue Freundschaft, die von der Natur des Lichtes sind. (156) 89. Wenn sich jemand mit einer Bitte an euch wendet und ihr es dazu habet, so enthaltet es ihm nicht vor*), Denn wenn jemand, der be- diirftig ist, wiirdig ist, sich an seinen Nichsten mit einer Bitte wendet’*) und dieser, obwohl er es kann und vermag, ihm nichts gibt, so wird die Gnade bei ihm ausbleiben. 1) Lies MANDO DIN by. *) Es ist nicht sicher, dafi dies der Sinn der Worte ist. *) JD NID ist aus der vorhergehenden Zeile falschlich wiederholt. Auch NM ist wohl zu streichen. 42, 21—44 2 Zweites Buch. Erstes Stiick. 4 90. Gewithret Unterkunft und Wohnung, Brot und Wasser dem- jenigen, der in der Fremde wandert, und versehet ihn mit Reisezehrung fiir semen Weg. 91. Wer kein Wissen hat und von dieser Weisheit nicht weise wird, den niuhert euch und belehret ihn, damit die Verfiihrer iiber ibn nicht herfallen. 92. [43] O ihr Manner, die ihr Frauen nehmet, o ihr Frauen, die ihr an Manner kommet, lebet, priifet und nehmet’). Alsdann, sofern es fiir euch niedergeschrieben ist*) und sie in eurem Herzen geliebt ist, nehmet. Wenn ihr tber sie nicht priifet und nichts bekommet®), so ertraget es als Krankheit am Lager. Wenn sie hafliche Werke tibt, so hat sie mit sich selber kein Erbarmen. Entfernet euch von ihr, ihr werde keine Liebe zu- teil und saget euch von ihr los. Denn sie gleicht dem Leiden‘), fiir das es keine Heilung gibt. (157) 93. Nehmet zur Frau keine Sklavin, die nicht von ihrem Herrn frei- gelassen ist und bringet somit eure Kinder nicht in ein Herrenhaus. Nehmet ihr eine, so léset sie aus, und man wird euch Dank wissen. (158) 94. Nehmet zur Frau keine Sklavin, die nicht freigelassen ist und bringet somit eure Kinder nicht in ein Herrenhaus. Wenn fiir jemand Séhne und Téchter niedergeschrieben sind und er bringt sie in ein Herren- haus, so werden am Tage, da der Diener siindigt und sein Herr tiber ihn zurnt, die Stinden, die der Diener begeht, iiber das Haupt seines Vaters kommen. (158) 95. Empfanget treue Liebe von einem Weibe der Treue, die nach dem Willen eures Herrn die eurige ist. Verachtet einander nicht, bis euer Mafi voll ist. Wenn jemand sein Weib hintergeht, wihrend an ibr Trug und Fehl nicht ist, und hebt und geliistet die Lust dieser Welt, so ist an ihm Trug und Fehl. Er wird im Gerichtshause verurteilt, in der Finsternis untergebracht werden. (159) 96. Wenn ihr Kinder erhaltet, so lehret sie, sobald sie sich aufs Wissen verstehen, Gebet und Lobpreisung, woran keine Mischung noch Liige ist. Wenn ihr ihnen die Wege der Wahrheit und des Glaubens zeiget und sie es nicht annehmen, seid ihr von ihren Sinden frei. (160) 97. Neigt sich einmal irgend ein Béser aus eurer Mitte und vom Worte seines Herrn weg, so richtet ihn wieder’) auf und stiitzet ihn. Neigt sich ein Weinstock‘) zum zweiten Male weg, so [44] richtet ihn wieder auf und stiitzet ihn. Neigt sich ein Weinstock zum dritten Male weg, so richtet ihn wieder auf und stiitzet ihn. Wenn ihr ihn stiitzet, er 1) Weiter unten steht 1d in anderem Sinne. 3 2) Im Schicksalsbuche oder nach dem Ausweis des Horoskops. Uber dieses siehe Joh. II, p. 187. Vielleicht bezieht sich auch das angeratene Priifen hicrauf. 8) Keine Kinder, siehe die Parallelstelle. *) Cod. B: dem schlimmen Leiden. 5) Lies 4X77. ®) So recht charakteristisch fiir die banausische Art dieses Umarbeiters. eal ° ~ yi 30 35 nt sife) I Wa 20 N Ww 30 35 49, Rechter Teil. 44, 2—45, 10 sich aber nicht stiitzen liBt, so reiBet den bésen Weinstock aus’), bringet ihn an das Tor des Tempels, lasset ihn Hymnen und Gebetsordnungen héren, zeiget ihm Schriften und Reden, damit sein Herz und Sinn durch sie*) erleuchtet werde. Wenn er hort, bezeugt und sich erwecken lift, so liebet ihn, bringet ihn an seine Stelle und verdammet ihn nicht. Wenn er nicht hort, bezeugt und sich erwecken laft, so reiBet den bésen Weinstock aus, bringet einen guten und pflanzet ihn an seine Stelle. Wenn er nicht hort, bezeugt und sich erwecken laft, so wird er durch den Machthaber 3) getétet werden. Getétet wird er durch den Machthaber und fallt in das lodernde Feuer. Weil man ihm ins Auge gezeigt, er aber nicht sehen wollte, man ihm ins Ohr gerufen, er aber nicht héren wollte, soll er ein Anteil des verzehrenden Feuers werden. (161) 98. Wenn ihr Elende, Verfolgte und Vollkommene sehet, die ein kirperliches Ubel und Gebrechen befiallt, so lachet nicht tiber sie in eurem Herzen. Denn nur die aus Fleisch und Blut gebildeten Kiérper werden durch Leiden und Gebrechen verdchtlich*). Die Koérper werden durch Leiden und Gebrechen verichtlich, doch die Seele wird durch Leiden und Gebrechen nicht verichtlich. Die Seele wird nur durch die hiflichen Werke verichtlich, die sie begeht, wihrend sie im Kerker wohnt. (162) 99. Die keine Weisheit annehmen wollen, sinken gleich denen, die den Willen des Kérpers tun, mit ihrem Kérper in die Finsternis. Die den Willen des Satans tun, wandern mit dem Satan ins Feuer. 100. Wer den Willen des hohen Lichtkénigs tut, wird in dieser Welt nicht erniedrigt. Wenn sein Maf voll ist, gehen Lichtengel ihm entgegen. Mit Lichtengeln steigt er empor, und sein Antlitz leuchtet und strahlt. Hin jeder reicht ihm von seinem Glanze, bedeckt ihn mit seinem eigenen Lichte, Siegeskriinze*) von seinen eigener legt er ihm [45] um das Haupt, und so wird er den Engeln des Glanzes gleich. Sie lehren ihn reiche, unvergiing- liche Lobpreisung, und er steht in einer Lichtwolke,und verehrt und preist den hohen Lichtkénig. Dieser wird voll Erbarmens mit ihm und gewihrt ihm reiche, groBe Gnade am Orte des Lichtes. Er wird mit einer Festigung der Sicherheit gefestigt, die nichts von einem kérperlichen Gewande ist. Seine Gestalt ist reines, unvergiingliches Licht. Ein jeder, der wahrhaft und zuverlissig im ersten Glauben steht, erhilt Bestand fiir alle Ewigkeit. 101. Meine Auserwihlten! Lobpreiset nicht die Engel, die bei Tag und Nacht wandern*), seit dem Tage, da man ihnen Glanz und Helligkeit verlieh, um die Welten zu erleuchten. (163) *) Der Umarbeiter hat diese Worte hier sinnlos stehen lassen, siehe weiterhin und A. *) Lies TN NID5. *) Im vorhergehenden Satze ist gesagt, dafi er aus der Gemeinde ausgestoben werden soll, in diesem, dafi er in die Gewalt des weltlichen Herrschers fallen und von ihm getotet werden wird. Von Mandiern soll er nicht getétet werden. 2) bay) PPNRIMND gibt keinen Sinn. Da hat vielleicht auch Sporn gestanden. Die Worte sind auseinandergezerrt, vgl. A. 5) Vgl. Joh. IL, p. 2. *) Siehe oben, p. 244. 45, 10—46, 18 Zweites Buch. Erstes Stiick. 43 102. Lobpreiset nicht den wiitigen Sami’ (die Sonne), dessen Name Qados, dessen Name Adonai, dessen Name EI-El ist. Dazu hat er noch Namen, die in der Welt nicht geoffenbart sind. (165) 103. Wenn Jerusalem, die Stadt der Juden gebaut wird «++», der Abraham, der Prophet, in Jerusalem genannt wird. 104. Er, Adonai, ruft Moses vom Berge Sinai, er bekannte Moses und verlieh ihm «««««'). Dieser ruft ein Volk fiir sich heran und schafft sich ein Bethaus. So entstand das Volk der Juden. Opfer vom Fett der Tiere bringen sie ihm dar, das Blut der Tiere gieBen sie im Tempel vor sich aus und tun was man nicht soll. Das Volk vom Hause Israel werden sie ge- 1 . . . a . ey nannt. Sie beschneiden sich mit dem Schwerte, mit ihrem Blute bespritzen sie sich das Gesicht und beschmieren sich den Mund. Die Manner verlassen ihre Frauen und gehen zu einander. Sie verleugnen das Wort ihres Herrn und wenden sich von diesem Glauben ab. Sie werden Juden genannt, [46] weil sie gesiindigt haben’). (166) 105. Ich belehre euch, meine Jiinger, ihr Auserwihlten, Vollkommenen und Glaubigen, die ihr in jenem Zeitalter leben solltet: Tuet nichts von ihren Werken, esset nicht von ihrer Speise und trinket nicht von ihrem Getrinke. Mischet euch nicht mit ihnen und nehmet von ihnen keine Frau, yon jenen hurerischen Sklaven, die ihren Herrn nicht anbeten und vom Worte ihres Herrn sich abwenden. Sie verleugnen Moses, den Propheten der Ruha, der ihnen das Gesetz gebracht. Sie verfiilschen es, sie verfialschen die Werke Abrahams, des Propheten der Ruha auf dem Berge Sinai*). Da sein Herr Adonai ihn lieb gewinnt*), beschneidet er sich, trennt sich von seinem Vater, zieht in die Fremde hinaus, in die Welt, griindet sich einen Platz und schafft sich ein Bethaus. Vermischet euch nicht mit jenen Juden, die nicht in einer Rede dastehen. (167) 106. Vom Volke der Juden gehen Volker und Zungen aus. (168) 107. Mich rief und beauftragte mein Herr, daf§ ich euch tiber die Volker der Liige, sowie tiber die Propheten der Liige und die Gesandten des Fehls belehre: Sie entstehen in der Gebirmutter der Frauen, die Frauen werden mit ihnen schwanger und gebiren sie. Aus dem Leibe der Frauen treten sie in Kérper ein und nehmen kérperliche Gestalt an. Sie verdrehen 1) Vielleicht war hier yon der Verleihung der Thora die Rede, vgl. Joh. II, p. 192f. 2) NYNYTN? wird von XYA (NYM) abgeleitet. %) Die beiden letzten Saitze sind wohl so aufzufassen, nicht etwa 3D N™DND im Sinne ,sind ungliubig durch“, 2 N°DINDN ,,liigen durch“. Obwohl Moses und Abraham als Pro- pheten der Raha bezeichnet werden, wird dennoch den Juden der Vorwurf gemacht, dali sie das Gesetz Mosis verleugnet und die ,,Werke‘ Abrahams, d.h. die von ihm eingefiihrten Kulthandlungen, verfilscht haben, eine Anschauung, die auch der islam mit Nachdruck vertritt. 5 75D im Sinne ,,verleugnen“ auch R 94,22; 104,11,13. Zur Auffassung von 2 375 be- achte, daB fiir 2 JINDD 27,19 in 51,4 3 SN 7D steht, auferdem vgl. 26, 19; 49, 16. 4) In der jiidischen, christlichen und muhammedanischen Literatur wird Abraham be- sonders als Freund Gottes bezeichnet, vgl. NOLDEKE-SCHWALLY, Geschichte des Qorans’, I, p. 147”. (a) 15 N wn wt e) iS) {e) 35 40 4A. Rechter Teil. 46, 18—48, 6 die erste Lehre, und Lug, Tauschung und Gaukelei bringen sie in die Welt. Sie nennen sich Propheten und sagen: wir sind Gesandte. (169) 108. Ich nun, der erste Gesandte, sage und lehre allen Kindern Adams, die waren, die sind und die in jenem Zeitalter geboren werden sollen: Horet nicht auf die Rede der Engel des Fehls, die abfallen und die Menschen- kinder zum Abfall treiben. Sie machen sie gierig nach Gold und Silber, Geld, Gut und Besitz, [nehmen sie ein]') durch falsche Bilder, nichtige Konterfeie [47] und Gebilde, durch Gesang und die Lust dieser Welt. (170. 171) 109. Bald lassen sie Schwert*), Sibel, Schlag, Kampf, Krieg, Angst und Schrecken gegen die Menschen los und erfiillen sie mit Angst und Furcht. Sie behaupten, da® sie uns fiirchten, uns anbeten und bekennen. (172) 110. Bald treten sie mit Schlauheit, Demut und Schmeichelei, mit SiBigkeit, List und Taéuschung an die Kinder Adams heran und nehmen ihr Herz gefangen. Den Namen Gottes legen sie ihnen in den Mund und mehren Tauschung und Lug. In Liige fasten sie und beten und geben Almosen. Sie schreiben Biicher und stellen Warnungen fiir sie auf. Von der Weisheit, die der GroBe, Erhabene mir verliehen und ich euch gebracht habe, passen sie sich auch an und sprechen sie nach. Sie mischen darunter Reden, durch die ihre (der Glaubigen) Seelen gehemmt werden, sie ver- drehen ihnen das Herz und bringen Abfall in die Welt. (173) 111. Ich nun sage euch, meine Jiinger: Héret nicht auf die Rede der Liigenpropheten und wanket nicht ab vom Wege eures Herrn. Denn die Engel des Fehls nehmen unsere, der drei Gesandten, Gestalt an, die wir in die Tibil gegangen sind. Ich erklirte euch: Auch sie gehen in der Welt umher, doch gleichen sie nicht uns. Thr Glanz ist kein Glanz, ihr Gewand ist ein Gewand des Feuers. Ihr Gewand gleicht dem Feuer, ihr y.n siche Nold., p. 126, 4. NUINDY enthalt ein misvarstandenes hebraisches DDN, das hier als Gewand godnent ist, siehe Lit., p. 1295. 48, 6—49, 21 Zweites Buch. Erstes Stiick. 45 borgenen Dinge offenbart waren, auBer dem Grofen, Erhabenen, dem Herrn der Gréfie, dem Herrn aller Welten. (176) 114. O ihr Gléubigen und Vollkommenen! Wappnet euch mit einer Riistung, die nicht von Eisen ist. Eure Riistung sei das Nasariertum und der KuSta-Glaube. (177) 115. Wie ihr von der Weisheit mit euren Augen sehet, mit eurem Munde rufet und mit euren Ohren horet, so handelt. Denn die mit ihren Augen sehen, mit ihrem Munde rufen, mit ihren Ohren héren und etwas Gutes mit ihren Handen nicht tun «*+*«« und man reiBt aus den bisen Weinstock, der Wasser trinkt, wihrend Friichte, Trauben und Baume ver- dorren’). Die Liige wendet sich am Gerichte des Todes von ihnen ab. Sie wuften nicht und verstanden nicht, nun werden sie ihren Werken ent- sprechend zur Rechenschaft gezogen werden. Die Zeugen zeugen iiber sie, die zur Rechten und Linken aller Kinder Adams einhergehen. (178) 116. Ich belehre euch, wie der GroBe mir befohlen. Ich verkiinde euch iiber das Licht, das ausgedehnt und endlos ist. Ich verkiinde euch iiber die Finsternis und das lodernde Feuer, das ohne Ruhe und Gnade ist. Ich verktinde euch tiber den Satan, der ohne Kraft und Festigkeit ist, der im lodernden Feuer vergeht, in der Natur, aus der er hervorgegangen ist. (179) 417. Ferner verkiinde ich euch, ihr Nasoriier, die ihr in dieser Welt seid, entstehet und geboren werden sollet: 118. Im ersten Zeitalter wird die Welt durch Schwert und Pest hin- gerafft*). Die Seelen scheiden aus ihrem Korper und steigen zum Licht [49] empor. Denn es ist den Vollkommenen und Glaubigen bestimmt, daf sie bei jenem Scheiden aus ihrem Korper scheiden. Dir, Adam, ist es be- stimmt, tausend Jahre in der Welt zu wohnen, und vor dem Schwert wirst du emporsteigen. Dann wird dein Weib Hawwa abscheiden, dann alle deine Geschlechter, auSZer Ram dem Manne und Rud dem Weibe. Von ihnen wird die Welt sich vermehren, von ihnen die Welt neu erweckt werden. Alle werden in einer Rede und einer Lobpreisung rufen, die ich in diese Welt gebracht habe, mit der sie preisen sollen. (181—183) 119. Alsdann wird die Welt durch Brand hingerafft werden. Denn es ist den Sdhnen des groBen Stammes des Lebens bestimmt, daf sie bei jenem Scheiden aus ihrem Kiérper scheiden, aufer zweien, Surbai dem Manne und Sarhabel dem Weibe, von denen die Welt sich vermehren soll. Surbai der Mann wird das Haupt des Zeitalters genannt werden. Die Seelen, die durch den Brand hinscheiden, steigen alle zum Licht empor, weil sie die Lehre, die ihr Herr ihnen gesandt, nicht verfalschen. (184) 120. Vom Zeitalter des Ram und der Rad bis zum Zeitalter des Surbai und der Sarhabel werden die Menschen sich vermehren. Mit diesen Reden werden sie preisen und sich vom Worte der Herrlichkeit nicht abwenden. (185) 121. Wenn fiinfundzwanzig Zeitalter ausgehen, wird die Welt durch 1) Vel. A. 2) Lies pnw, vgl. Dorn Text 26, 8. wn fe) 15 wr 40 vt Io 35 AG Rechter Teil. 49, 2181, 10 Wasser hingerafft werden. Die Menschen werden mit einem Scheiden durch Wasser aus ihrem Korper scheiden. Denn es ist fiir jenes Zeitalter nieder- geschrieben, daB die Kérper durch Wasser’) sterben, die Seelen jedoch zum Lichte emporsteigen sollen, auBer Noah, dem Manne, und Nuraita*), seinem Weibe, [50] und Sum, Jam’) und Jafeth, den Sdhnen Noahs, die vom Wasser- tode errettet werden sollen. Von ihnen soll die Welt neu erweckt werden. (186) 122. Von Surbai und Sarhabel bis zum Zeitalter des Noah sind es fiinfzehn Generationen. Dann werde ich und die beiden Uthras, meine Briider, den Ruf und die Lobpreisung in der Welt verkiinden. (187. 188) 123. Vom Archen-Noah bis daf& Abraham, der Prophet der Raha, auf- tritt, bis da® Moses auftritt, bis die Stadt Jerusalem gebaut wird, sind es sechs Generationen. (189) 124. Dann wird der Kénig Salomo, der Sohn Davids, geboren und wird Kénig von Juda. Er baut den Ort Jerusalem, und die Dimonen und Dews unterwerfen sich ihm, bis er sich selber verherrlicht und fiir die Giite seines Herrn undankbar ist. Darauf wenden sich alle von ihm ab, und die Herrschaft geht ihm verloren. Wer sich selber verherrlicht, mu sich dann selber seiner schimen. (190) 125. Von Moses, dem Sohne des Amra, bis zum Ende der Welten*) werden Gliubige der Kusta sein; sie werden in diesem Glauben treu he- funden werden. Dann werden Liigenpropheten auftreten, die Gestalt von «***x annehmen’), in jeder Stadt auftreten. Die Vélker werden sich ver- teilen, die Zungen sich verteilen tiber jede Stadt, tiber jeden Ort. Die Juden werden iiber jede Stadt zerstreut werden. Die Welt wird sich spalten und Tyrannen sich eines jeden Ortes bemichtigen. Ein Ort wird iiber den anderen herfallen, eine Stadt iiber die andere mit Krieg herfallen, und sie vergiefen Blutstréme in der Welt. Ein jeder sucht fiir sich selber einen Vorteil und kimpft um das, was nicht ihm gehdrt. (191) 126. Die sieben Engel, [51] die Verfiihrer, verfiihren sie und rufen sie an sich, daraufhin beten sie sie an. Der erste Verfiihrer, eins®), ist Samii mit Namen (die Sonne), der zweite ist der heilige Geist, Dlibat, Estra, Amamit mit Namen (Venus). Der dritte ist Christus, der Falscher, der die erste Lehre verfiilscht. Der vierte ist Sin, dessen Name Mond, dessen Name Saurel ist. Der fiinfte ist Kewan (Saturn), der sechste Bel (Jupiter), der siebente Nerig (Mars). (192) 127. Die Dews vom Hause des Sami’ streuen Ltige, Hochmut, Prablerei und Uppigkeit des Bauches iiber die Menschenkinder und ver- fiihren sie. Boten sendet er in die Welt hinaus, Ruha und Christus’), und sie beten Sonne und Mond an und verehren das Feuer. (193) 1) Lies NYDD. *) Siehe Joh. II, p. 58. Man beachte auch hier die Alliteration. *) Aus Cham unter Hinwirkung von Jafeth entstanden. *) Hier wird yody ,,Welt“ im Sinne von atv gebraucht, wie auch Text 53, 18; 58, 23. ) Vel. Absatz 111. *) Wohl nur als Glosse in den Text geraten. *) Diese Worte riihren vielleicht nicht vom Bearbeiter her, sondern sind eingefiigt. 51, 10—53, 1 Zweites Buch. Erstes Stiick. AT 128. Die Dews der Ruha, deren Name Estra ist, gehen zu Christus und werfen Abtriinnigkeit in die Welt. Sie werfen Ehebruch, Hurerei Gesang, Tanz und Liisternheit in die Herzen der Menschenkinder. Die Liliths (Zauberinnen), die Dews eingeklammerten Stiicke sind eingeschoben und rihren von einem Manne her, der das Erscheinen des Enos in die Urzeit verlegte, vgl. auch R 265. Wahr- scheinlich stand in diesem Hinschiebsel statt wiyy die andere Form wx, die in den man- daischen Schriften mit W)]y abwechselt (an erster Stelle abgeiindert), und daraufhin wurde auch weiterhin WS geschrieben. *) In B steht entsprechend der Verlegung in die Vergangenheit das Perfektum, *) Die vorangehenden Worte N7,729 NON NDONDOT NOD sind aus dem Folgenden hierher geraten. *) Der Kompilator von B hat D°DN) der Vorlage mifverstanden, siehe A Text 29, 14. 5) Siehe oben, p. 464. *) Vel. p. 35, 3. *) Im Texte steht hier und im Folgenden auf“, 54, 8—55, 14 Zweites Buch. Erstes Stiick. 49 mit der Helligkeit, die dem lebenden Wasser verliehen ist. Bis zu jener Zeit offenbaren wir uns nicht in der Welt. 139. Ferner erklére ich euch, meine Glaubigen: Wenn Nbu’) aus der Mitte der Engel des Fehls kommt, ruft ihn Ruha dQudsa, seine Mutter. Auf dem Kranze Himmels und der Erde, auf dem Berge Tabdana’), versammeln sich die Engel des Fehls. Sie salben Nbu aus dem Olhorn und bekleiden ihn mit Feuer. 140. Ferner erscheint Christus, der Verfiihrer, in einer anderen Gestalt. Er tritt vor euch und spricht zu euch: ,Ich gehe iiber das Wasser hin. Kommet mit mir, ihr werdet nicht ertrinken.“ Doch tuet es nicht und glaubet ihm nicht. Wenn er euch bedringt und welche von euch titet, so aingstiget euch nicht. Wenn er tétet, so tétet er nur euren Korper, doch eure Seele wird auf der Lichterde weilen. Erschrecket nicht, ingstiget euch nicht und fiirchtet euch nicht vor Christus, dem Rhomier*), dem nichtigen, und vor dem, der die Reden abindert*). 141. Ferner reifSt er Friichte, Reben und Biume von dieser Seite des Meeres aus und wirit sie auf die andere Seite des Meeres. Dann sprieft es auf de: Stelle auf’) und tragt Friichte. 142. Ferner verfertigt er eine Leiter, wirft sie hin vom Erdboden bis zum Himmel, steigt auf und nieder, schwebt zwischen Himmel und Erde - [55] und spricht zu euch: ,Sehet*), daB ich aus der Héhe komme; ich bin euer Herr.“ Doch glaubet ihm nicht. Denn die Leiter des Christus ist durch Tauschung, Zauberei und Blendwerk hergestellt. Wo der Christus steht, blendet er die Augen, verhiillt den Glanz der Sonne und spricht zur Sonne: ,,Verhiille deinen Glanz.“ Doch die Sonne verhiillt ihren Glanz nicht. Nun schafft er durch Zauberei Dunkelheit an dem Orte, wo er steht, und spricht zu euch: ,Sehet, ich sprach zur Sonne, und sie verhiillte ihren sanz, denn ich bin Gott, der Erloser ‘).“ 143. Ich nun sage euch, ihr Menschenkinder: ,Glaubet ihm nicht. Vielmehr preiset ihr den hohen Lichtkénig, den Herrn aller Welten. Preiset nicht den nichtigen Christus. Er verfiihrt die Welten, Generationen und Volker, und sie kennen die Natur nicht, aus der er hervorgegangen ist.“ {44. In diesen Gestalten kommt er, macht Gefangene in der Welt, verfiihrt Menschenkinder und bringt ihnen seine Weisheit bei. ,,Gottes- fiirchter“ und ,Gerechte“ nennen sie sich selber. Christianer nennt er sie. 1) Bezeichnung fiir Christus, siehe A 192. 2) Der Berg ist nur an dieser Stelle genannt. Der Name ist aus RINTIDNG .des Ver- derbens“ unter Binwirkung des } von NAY gebildet. 8) Christus wird als Byzantiner gekennzeichnet. Vielleicht schwebte dem Verfasser bei NNO ein Wortspiel mit ND ,,Betriiger“ vor, siehe NOLDEKE, Zedéschr. f. Assyriologte XXX (1916), p. 144. ie 4) Der die echten Offenbarungen verfalscht, siehe p. 43°. 5) Wohl identisch mit [7p ,,sich entflammen“. ®) Lies 175, siehe Text Zeile 6. ?) Vielleicht eine Reminiszenz an die Finsternis bei der Kreuzigung Jesu. Lidzbarski, Ginza. 4 Lal ur 35 wt Io 15 25 30 35 50 Rechter Teil. 55, 15—57, 1 Er macht sie zu ,Gottesfirchtern* und ,,Gottesfiirchtermnen‘. _ ,,Gottes- fiirchter“, ,Heilige“, ,Gerechte* und ,,Gerechtmnen“ nennt er sie. 145. Sie verlassen ihre Hiuser und werden Miénche und Nonnen. Sie hemmen ihren Samen von einander, die Frauen von den Mannern und die Manner von den Frauen. Sie hemmen ihren Samen und ihre Nachkommen- schaft von der Welt. Sie legen ihrem Munde Fasten auf, und man legt sie in Fesseln. Sie halten Speise und Trank von ihrem Munde fern, halten fern weiBe Gewinder von ihrem Leibe. Man 1]i8t sie einsam dasitzen, dann gehen Liliths zu ihnen, legen sich hin, empfangen Samen von ihnen und werden schwanger; davon entstehen Geister und Schrate, die tiber die Menschenkinder herfallen. Arznei, Heilmittel und ......... [56] nehmen sie nicht an, sondern vom Samen, Dreck (Gestank) und Schmutz jener Monche bewirft man sie und bestreicht sie. Einige von ihnen lassen dann ab, andere nicht. (195) 146. Ferner erklire ich euch, meine Jiinger: Auf neun Monate tritt Nbu-Christus in den Bauch seiner Mutter, der Jungfrau, ein und hilt sich da verborgen. Alsdann tritt er als Kérper, Blut und Menstrualfluf8 heraus. Auf ihrem Schofe wichst er heran und saugt Milch. 147. Wenn er herangewachsen ist, tritt er in das Volkshaus’) der Juden ein, eignet sich seine ganze Weisheit an*), verdreht die Thora und veriindert ihre Lehre und alle Werke. 148. Er betért Leute unter den Juden, macht sie zu ,,Gottesfiirchtern“ und zeigt ihnen Zaubererscheinungen, an die sie glauben. _Er legt ihnen einen farbigen Rock an, er scheert ihnen eine Tonsur am Kopfe und be- kleidet sie der Finsternis gleich. Am Sonntag halten sie ihre Hinde still’). 149. Er spricht zu ihnen: ,Ich bin der wahre Gott, den mich mein Vater hierher gesandt hat. Ich bin der erste, ich der letzte Gesandte; ich bin der Vater, ich bin der Sohn, ich bin der Heilige Geist, der ich aus der Stadt Nazareth ausgezogen bin*).“ Dariiber ist sem Wagen. Er hilt sich in Demut und geht nach Jerusalem. Er nimmt unter den Juden welche durch Zauberei und Tauschung gefangen und zeigt ihnen Wunderwerke und Erscheinungen. Dews von seiner Begleitung lift er in einen Toten eintreten, und sie sprechen in dem Toten. Darauf ruft er den Juden zu und spricht zu ihnen: ,Kommet, sehet, ich bin der, welcher Tote er- weckt, Auferstehungen erwirkt, Erlésungen vollzieht. Ich bin Anos, der Nasoriier.“ (200) 150. Alsdann lift Raha einen Ruf in Jerusalem erténen und spricht das Zeugnis tiber ihn aus. Er nimmt die Menschenkinder durch Zauberei gefangen und beschmutzt sie mit Blut und Menstruation. [57] Er tauft sie °) *) Der Ausdruck findet sich als Bezeichnung fiir den jiidischen Tempel, vgl. Joh. II, p. 761. *) Zum Gebrauche von 4!3} bei NMD)DF siehe Joh. IT, p. 1164. *) Siehe zu dem Satze die Kinleitung. ‘) Hier ist wohl eine Liicke. ») Hier steht das christliche Wort fiir .taufen“. 57, 1—58, 7 Zweites Buch. Erstes Stiick. 51 in abgeschnittenem Wasser’). Er verdreht die lebendige Taufe und tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Er wendet sie ab von der lebendigen Taufe im Jordan lebenden Wassers, mit der du, Adam, getauft wurdest. 151. Ferner wird in jenem Zeitalter ein Kind geboren werden, dessen Name Johana*) genannt wird, der Sohn des greisen Vaters Zakhria, der ihm im Greisenalter, am Ende von hundert Jahren, zuteil wurde. Seine Mutter, das Weib Enisbai, ward mit ihm schwanger, im Greisenalter gebar sie ihn. Wenn Johana in jenem Zeitalter Jerusalems grofs wird, wird Glaube in seinem Herzen ruhen, er wird den Jordan nebmen, zweiundvierzig Jahre die Taufe voliziehen, bevor Nbu einen Kérper anzieht und sich in die Welt begibt. 152. Wenn Johana in jenem Zeitalter Jerusalems lebt, den Jordan nimmt und die Taufe vollzieht, kommt Jesus Christus, geht in Demut ein- her, empfaingt die Taufe des Johana und wird durch die Weisheit des Johana weise. Dann aber verdreht er die Rede des Johana, veriindert die Taufe im Jordan, verdreht die Reden der Kusta und predigt Frevel und Trug in der Welt. — 153. Am Tage, da Johanas Mafi voll wird’), komme ich selbst zu ihm, erscheine Johana als kleiner Knabe im Alter von drei Jahren und einem Tage, spreche mit ihm iiber die Taufe und belehre seine Freunde. Alsdann hole ich ihn aus dem Korper, fiihre ihn siegreich zu der Welt empor, die lauter Glanz ist, taufe ihn im weifen Jordan lebenden, prangenden Wassers, bekleide ihn mit Glanzgewiandern und bedecke ihn mit Lichtturbanen, er- richte Lobpreis in seinem reinen Herzen von dem Lobpreise der Licht- engel, mit dem sie ihren Herrn in Ewigkeit ohne Aufhéren preisen. 154. Nach Johana wird die Welt [58] in Liige dastehen. Der Rhomiéer Christus wird die Vélker spalten, die zwélf Verfiihrer*) ziehen in der Welt umher, dreifSig Jahre zeigt sich der Rhomier in der Welt. 155. In jenem Zeitalter bewihret euch, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit*), ihr Wahrhaftigen und Glaubensfesten. Ein jeder, der wahr- haftig und glaubensfest ist, horche nicht auf die Lehre‘) des Christus und auf die falsche Weisheit der zwiélf Volker’) und verlasse nicht diese erste Lehre. Bleibet fest und standhaft in eurem Glauben, denn gar bald werdet 1) In Wasser, das aus dem Flusse geholt und in ein Gefaif getan ist, siehe p. 15°. 2) Zur Aussprache des Namens siehe Joh. I, p. 74f. 5) Das in diesem Absatz Angedeutete wird im vierten Stiick des fiinften Buches aus- fithrlich erzahlt. ; 4) Hier sind die Apostel gemeint, doch liegt darin eine Anspielung auf die Zodiakal- geister, siehe p. 24+. 5) Oder ,,Frémmigkeit‘:, siehe zu dem Ausdrucke Joh. II, p. 50%. 6) Lies now. ?) Nach dem vorhergehenden Absatze sollte man erwarten, daf hier von den _,,zwolf Verfiihrern“ die Rede sei, und eine irrtiimliche Vertauschung der Wérter NYDNON und NIN WONY ist um so eher méglich, als sie kurz vorher nahe nebeneinander stehen. Doch kénnte hier immerhin von den fremden, falschen Religionen allgemein die Rede sein und 7NDMIN NONDON im Sinne von AXOMNM NDNA (siehe p. 205) stehen. * + wn he 1} 5 ut WN ut 52 Rechter Teil. 58, 7—59, 11 ihr die Welt verlassen. Horchet nicht auf die Liigenlehre dessen, der in Liige befangen ist. 156. Wenn der Grofe es will, begibt sich Anos-Uthra hierher. Er wird die Liige des Liigners Jesus aufdecken, der sich den Lichtengeln gleich macht. Er wird den Rhomiier Christus, den Liigner, den Sohn eines Weibes, das nicht aus dem Lichte kam, schuldig sprechen, dafi er einer von Gen sieben Verfiihrern ist, die in der Welt umhergehen, daf er an der (Himmels)- sphiire wandert’). Er wird den Rhomier Christus als Ltigner entlarven. Dieser wird durch die Juden gefesselt werden, seine Verehrer werden ihn fesseln, und er wird ans Kreuz geschlagen werden. Sein K6rper wird ge- tétet werden, und seine Verehrer werden ihn in einzelne Teile zerteilen. Er wird auf dem Berge Mara’) gefesselt werden; wenn die Sonne aufgeht, laBt sie von ihrer Glut auf ihn los, weil er Irrtum und Verfolgung in die Welt wirft. 157. Auch alle Verfiihrer, welche die sieben Planeten in der Welt ge- nannt werden, und die Menschenkinder, die sie bekennen*), wandern alle ins Feuer. Denn man ruft ihnen zu, doch sie wollen nicht héren, man zeigt ihnen, doch sie wollen nicht sehen, man befiehlt ihnen, doch sie wollen nicht handeln. Sie wenden sich vom Licht ab, machen ........ *) und lieben Ansehen’), Beriihmtheit (Namen) und den Besitz dieser Welt. 158. Meine Auserwihlten! Euch sage ich, den Vollkommenen, die in jenem Aon, da der Rhomier erscheint, sind und geboren werden: Wendet euch nicht, sage ich euch, von der wahren Weisheit ab, [59] andert nichts an den klaren Reden ab, zeuget nicht und verweilet nicht bei den Triumen und Gaukeleien, welche die Verfiihrer euch zeigen. Zeuget (fiir sie) nicht um Gold und Silber, durch das die Menschenkinder trunken werden und dann ins lodernde Feuer fallen. 159. Lobpreiset nicht mit dem Gesang, den Nbu-Christus in der Welt singt. Wenn er eine andere Gestalt annimmt, nennen sie ihn den liisternen Oros*), der den Gesang der Zauberei und Wollust singt, tanzt, in die Hinde klatscht und die Herzen der Menschen gefangen nimmt. Sie nennen ihn den liisternen Oros, «+««x«« wirft er in die Welt. Seine Mutter Raha briistet sich seiner. Durch sein liebliches Aussehen’) und durch Zauberei verfiihrt er die Menschenkinder. Auf seinen Ruf verlassen die Briiute das Braut- gemach und die Wéchnerin das Geburtshaus. Er wirft in der Welt Liistern- 1) Wie einer der Planeten. *) Im Texte steht NINDS. Kaum ,seines Herrn (7495); vielleicht liegt eine Reminiszenz an Moriah vor. *) Lies PINOT. *) Das dastehende RYN ,,Freunde“ paft nicht. Der Schreibfebler ist durch das folgende Wort beeinfluht. 5) Vgl. Lit., p. 78°. *) Oder Oreus. Wahrscheinlich aus Orpheus entstellt (DYN aus DIO NN). Christus wurde mit Orpheus identifiziert, vg]. Joh. II, p. 20. ”) Leid. hat XPD. 39, 11—60, 17 Zweites Buch. Erstes Stiick. 53 heit tiber die Manner, Lallen und Liisternheit iiber die Weiber. Die Minner laufen den Weibern, die Weiber den Minnern nach. Er treibt Greise und Greisimnen aus ihren Hiusern, verehelichte Manner von ihren Gattinnen weg. Er treibt die Jiinglinge aus ihrer Familie, und sie nennen den Namen ihrer Familie nicht mehr. Er wirft’) Unzucht, Ehebruch, Hurerei, Brunst und Leidenschaft tiber Minner und Frauen, tiber Junggesellen und Jung- frauen. Sie werden zu Hurern +«x+««« singen. Die Weiber tanzen den Mannern, die Manner tanzen den Weibern entgegen. Er wirft Liisternheit und Falschheit in die Welt. 160. Die Dews des Nerig streuen Diebstahl unter die Menschenkinder. Durch ihren Diebstahl*) werden die Menschenkinder geschunden. Erziirner und Gotzen fallen tiber die Menschenkinder her und erfiillen sie mit Zorn, und diese werden geschunden. Jene werden Schinder, werden Priester und Orakelminner’) und zerschneiden ihnen den Kérper. Jene Dews und Hmurthas*) des Nerig und die Satane legen sich auf sie, essen von ihrem Fleische, trinken von ihrem Blute und werden ein (bises) Schauspiel in der Welt. [60] Sie treiben Sterndeuterei, und die Wahrsager bereiten ihnen*) Opfergaben und Opferkuchen. Sie lassen sich nieder auf ihren Tempeln, an jeglichem Orte, auf den Tells, Daichern, Bergen, Hiéhen, an jeglicher Stitte und entfernen die Menschenkinder vom Wege des Glaubens. Sie verfiihren alle Welt durch Tamburine, Fléten, Hérner, Sofars, sprechen mit lauter Stimme und verfiihren die Welt. Sie verfiihren die Herzen der Menschenkinder und machen sie trunken durch die Trunkenheit der Liebe, die Uppigkeit des Goldes und Silbers und durch walzenférmige Bildwerke, die aus Lehm gebildet sind. Diese nichtigen Werke ihrer eigenen Hinde beten sie dann an, werfen sich nieder und réuchern vor ihnen. (197) 161. Manche unter ihnen verehren die Feuerengel und die Sterne, die an der Himmelssphire wandern®), die Glanz und Helligkeit an sich haben, um die Welten der Finsternis zu erleuchten. Die Stumpfen, Schandbaren wissen nicht, daf dieser Glanz aus der oberen Héhe gekommen ist und nur den Wanderern verliehen wurde, damit sie bei Tag und Nacht wandern sollen ‘). 162. Auch du, Adam und dein Weib und deine Kinder und deine Geschlechter, ein jeder, der wahrhaftig und glaubensfest ist, wer froh und wohlgemut sein will: haltet euch fern von den nichtigen, hiSlichen Werken 1) POND steht hier und weiterhin irrtiimlich fiir NYDN, siehe auch Joh. II, p. XII, 24. An dieser Stelle hat Leid. RDN), doch weiterhin DN. 2) Vielleicht ist hier eine Liicke, oder der Satz ist in Gedankenlosigkeit geschrieben. 3) Unsicher. Leid. hat NA wpodry); vielleicht ist NA PARA spyorw zu lesen. Siehe die Parallelstelle. 4) Kleine Steinchen und Muscheln, die man als Sitz von Gottheiten ansah, Baitylien, die dann selber fiir Dimonen gehalten wurden, siehe Uthra, p. 541. Oben p. 13, 24 findet sich das Wort noch in der urspriinglichen Bedeutung. 5) Wohl }>72N zu lesen. Leid. hat )2IN4. . 8) Fiir AN verschrieben, siehe Text 58, 13. 7) Siehe Joh. II, p. 42°. ut ° 1 5 N Ur 35 wal Hs vi 30 54 Rechter Teil. 60, 17—61, 19 des Satans, von den Dews, Dimonen, Geistern, Hmurthas, Liliths, Gétzen, die er’) in die Welt gelassen hat, um die Kraft der Menschenkinder auf die Probe zu stellen. Manche unter diesen stindigen auch. Doch alle, die nach dem Willen jener handeln, die den Willen des Satans und den Willen thres eigenen Leibes tun, bringen sich selber dem lodernden Feuer dar. 163. Bewahre! Die Minner von erprobter Gerechtigkeit, die Voll- kommenen und Glaubigen, reichen ihre Hand nicht dem Satan und tun nicht den Willen des Satans, so wird auch die Hand des Satans keine Gewalt iiber sie haben. Denn sie sind mit dem Glauben gewappnet, [61] nehmen den Kampf mit dem Satan auf und iiben fromme Werke, wie ihr Herr es ihnen gelehrt. 164. Ferner belehre ich euch, ihr Vollkommenen und Gliubigen: Nach allen Propheten wird ein Prophet von der Erde aufstehen. Der arabische Prophet kommt und herrscht iiber alle Volker. Dann ist die Not grof} in der Welt. Nach jener Herrschaft wird die Welt in Wirrsal dastehen. Nach dem Araber Mahammad, dem Sohne des Bizbat, wird kein Prophet mehr in der Welt auftreten, und der Glaube wird von der Erde verschwinden. (203) 165. Das groBe Leben sei gepriesen im Lichte, Manda dHaije gefestigt in Sieg. Dieses ist das Buch des Herrn der Grife. Zweites Sttick. Hin eindringliches Siindenbekenntnis mit der Bitte um Gnade. Das Stiick wird in der Schlufnotiz ,,Das Buch des Jordans“ genannt. Damit ist gesagt, dafi es bei der Taufe ge- sprochen werden soll, doch ist es in die Taufliturgie (Lit., p. 3ff.) nicht eingereiht. Im Namen des grofen Lebens sei gepriesen der Glanz und das grofe, erste Licht. f Herr der Lobpreisung! Sieh uns an und verdamme uns nicht. Unser Herr! Wir haben gesiindigt und gefehlt; erlasse uns unsere Stinde und Schuld. Erbittlicher, Verséhnlicher, Barmherziger! Sieh uns an und verdamme uns nicht. Seher und Erkenner! Sieh uns an und verdamme uns nicht. Sieh uns an und in deiner Barmherzigkeit erbarme dich unser. Bei deiner Kraft und Zuversicht*) gib nach und erbarme dich unser. ) Der Satan, siehe weiterhin. *) Vielleicht hat urspriinglich JRINZTANT) ,,und unsere Zuversicht“ im folgenden Satze gestanden, ist dann falschlich hierher geraten und wurde sxonna angepahit. 61, 19—62, 17 Zweites Buch. Zweites Stiick. 55 Unsere Hoffnung und unser Vertrauen! In deiner Barmherzigkeit er- barme dich unser. Weiser und Herrscher! Bei deiner Geneigtheit und Barmherzigkeit erbarme dich unser. Hoher Lichtkénig! Hore auf unseren Ruf und verdamme uns nicht. GroBer, Hoher, Gepriesener! Weil wir gestindigt haben, verdamme uns nicht. Offenbarer, der die verborgenen Dinge offenbart! In deiner Barm- herzigkeit erbarme dich unser. Gott der Lobpreisung! Sieh uns an und verdamme uns nicht. Erléser aller Gliubigen! Erhére uns und verdamme uns nicht. [62] Festiger aller Guten! Weil wir gesiindigt haben, verdamme uns nicht. Schépfer aller guten Wesen! In deiner Barmherzigkeit erbarme dich unser. Retter aller*) sch6nen Wesen! Hdére auf unseren Ruf und verdamme uns nicht. . Geber aller Gaben! Gib uns Kraft und verdamme uns nicht. Erléser aller Glaiubigen! Erlése uns von einem jeden, der bise ist. Retter der Seelen! Rette uns von einem jeden, der siindigt. Beseitiger aller Ubel! Beseitige von uns Schwert und Zorn. Befestiger aller semer Freunde! Gewihre uns Festigkeit, damit wir nicht fallen. Glinzender von reicher Kraft! Gewihre uns Kraft, damit wir nicht in Schande kommen. Herr aller Lobpreisung! Deine Lobpreisung ruhe iiber uns’). Behiiter der Wahrhaftigen! Deine Obhut sei uns bewahrt’). Ansporner aller Auserwihlten! Deine Anspornung ruhe iiber uns. Sender jeglichen Gebetes und Lobpreises! Deine Lobpreisung ruhe tiber uns. Hoher Konig voll Erbarmens! In deiner Barmherzigkeit erbarme dich unser. Arzt, der seine Freunde heilt! Heile uns von unseren Siinden und verdamme uns nicht. Arzt, der die Seelen heilt! Heile uns und verdamme uns nicht. Gewaltiger von gewaltiger Macht! Zerbrich die Macht der Emporer. 1) Leid. hat RONYENW p15. 2) Sehr hiufig wird der Wunsch geaufert, dai der Glanz oder das Licht der Gottheit itber dem Gliubigen ruhe, vgl. z. B. R 62,18f.; Lit. 109,4; 208,6. Da nun auch ROMIWN mit ,,Glanz‘‘ und ,,Licht“‘ zusammensteht (vgl. R 64,12; 74,4,6; 304, 24; Lit. 205, 7), scheint es, daB es neben ,,Lobpreis“ die Bedeutung ,,Herrlichkeit, Glanz‘‘ angenommen hat, daf hier also dieselbe Verbindung verschiedener Bedeutungen vorliegt wie bei Sofa. Bei der noch immer ausstehenden eingehenderen Untersuchung der Geschichte dieses Wortes wird auch der Gebrauch von NOMDWN beriicksichtigt werden miissen. 3) Man erwartet eher ein Aktivum: ,bewahre uns‘ ([NYNIN). al ife) 30 15 20 25 30 35 56 Rechter Teil. 62, 17—63, 15 Glinzender von groBem Glanze! Von deinem Glanze ruhe ein Teil auf uns. GroBes, unvergingliches Licht! Von deinem Lichte ruhe ein Teil auf uns. Der du den Vollkommenen die Hand reichest! Reiche uns die Hand, damit wir nicht fallen. Der du auf die Pfade der Wahrheit stellst! La8 uns von deinen Pfaden nicht abweichen. Michtiger, Weiser! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Wahrhafter, der die Wahrhaftigen zur Wahrhaftigkeit fiihrt! Sieh uns an und verdamme uns nicht. GroBer Herr alles Erbarmens! In deiner Barmherzigkeit vernichte allen Zorn. Der [63] Leben von Tod scheidet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der Licht von Finsternis scheidet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der Gutes von Biésem scheidet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der Wahrheit von Irrtum scheidet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. | Krleuchter der Leuchten’)! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der mit seiner Kraft den Himmel ausspannt! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der durch sein Wort die Erde dichtet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Sender des lebenden Wassers! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Der Friichte, Trauben und Biume prangen labt! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Bewahrer der Seelen! Bewahre sie*) vor allem, was hiflich ist. Sender der Boten der Kusta*). Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Geber der Weisheit und der Lobpreisung! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Richter, der die Seelen richtet! Beseitige den Zorn von deinen Freunden. Offenbarer, dessen Augen offen sind‘)! Beseitige von uns Schwert und Zorn. Schuldloser ohne Fehl! Lai uns ohne Schuld und verdamme uns nicht. Wir sind Sklaven der Siinden! Weil wir gesiindigt haben, verdamme uns nicht. *) Der Sterne am Himmel, siehe p. 25, 3f. *) Leid. hat }83MNI ,,bewahre uns“, siehe auch die Lesung in C. *) Des wahren Glaubens. *) Leid. hat YON] AYNT won. Siche auch Lit., p. 108, wo sich auch sonst Ein- fliisse dieses Stiickes zeigen. ; 63, 16—64., 12 Zweites Buch. Drittes Stiick. 57 Wir sind Sklaven, die wir gestindigt haben. Herr! Verdamme uns nicht. Unser Haupt ging in die Siinde ein. Weil wir gesiindigt haben, ver- damme uns nicht. Unser Auge gab (unkeusche) Winke. Weil wir gestindigt haben, ver- damme uns nicht. Unser Ohr erhorchte Béses. Weil wir gesiindigt haben, verdamme uns nicht. Unser Mund schwatzte*) Liige. Weil wir gesiindigt haben, verdamme uns nicht. Unsere Hand beging Diebstahl und tat Béses. Herr! Verdamme uns 10 nicht. Unser Herz ersann bise Gedanken. Herr! Verdamme uns nicht. Unser Kérper trieb Ehebruch. Weil wir gesiindigt haben, Herr, ver- damme uns nicht. Unser Knie beugte sich vor den Bésen. Erlasse uns unsere Siinde 15 und Schuld. Herr! Verdamme [64] uns nicht. Unser Fu ging barfuB. Herr! Verdamme uns nicht. Wir sind Sklaven der Siinden. In deiner Barmherzigkeit erbarme dich unser. Herr aller Seelen! Wir schauten deinen Glanz und erhielten Leben. 20 Wir schauten dein Licht und wurden gliubig. Wir hérten deine Lobpreisung, und in unser Herz legte sich KuSta. KuS&ta legte sich in unser Herz, wir nahmen deine Lobpreisung an und hérten die Worte der Lobpreisung, die du uns gesandt hast. Herr! Wir haben gesiindigt und gefehlt; erlasse uns unsere Siinde 25 und Schuld. Gepriesen sei dein Name am Orte des Lichtes. Dieses ist das Buch des Jordans. 5 Drittes Stiick. Verkiindigung des Lichtgesandten iiber sein Erscheinen in der Welt und die Wirkung, die sein Erscheinen ausiibte. Das Stiick ist in Versen geschrieben. Uber den Bau des 30 mandaischen Verses siehe Lit., p. VIII ff. Im Namen des grofien Lebens. Als ich kam, ich, der Gesandte des Lichtes, der Konig, der ich vom Lichte hierher ging, da kam ich*), Gemeinschaftlichkeit’) und Glanz in meiner Hand, Licht und Lobpreis*) auf mir, 1) Vgl. Joh. IL, p. 41°. 2) DMN steht parallel dem ersten MNN. Weniger gut ist MMe Leid.: ,,Da brachte ich Gemeinschaftlichkeit und Glanz in meiner Hand.“ 8) Vel. Lit., p. 13°. 4) Siehe oben, p. 55”. Qo eat ut i) Ut Oo ut dS Rechter Teil. 64, 12—65, 5 Glanz auf mir und Erleuchtung, Ruf und Verkiindigung auf mir, das Zeichen’) auf mir und die Taufe, und ich erleuchte die finsteren Herzen. Mit meiner Stimme und meiner Verkiindigung sandte ich einen Ruf in die Welt hinaus. Einen Ruf in die Welt sandte ich hinaus von den Enden bis zu den Enden der Welt. Ich sandte einen Ruf in die Welt hinaus: Jedermann gebe auf sich selber acht. Ein jeder, der auf sich selber achtgibt, wird aus dem verzehrenden Feuer befreit werden. Heil den Dienern der Kusta, den Vollkommenen und Glaubigen. Heil den Vollkommenen, die sich von allem Bésen fernhalten. Der Gesandte des Lichtes bin ich, den der Grofe’*) in diese Welt gesandt hat. Der wahrhaftige Gesandte bin ich, an dem keine Liige ist; der Wahrhaftige’), an dem keine Liige ist, nicht ist an ihm Mangel und Fehl. Der Gesandte des Lichtes bin ich; ein jeder, der seinen Duft riecht, erhilt Leben. Ein jeder, der seine Rede in sich aufnimmt, dessen Augen fiillen sich mit Licht. Mit Licht fiillen sich seine Augen, [65] sein Mund fiillt sich mit Lobpreisung. Mit Lobpreisung fiillt sich sein Mund, sein Herz fiillt sich mit Weisheit. Die Ehebrecher rochen mich‘), da lieBen sie eilig von ihrem Ehebruch. Von ihrem Ehebruch eilig lieBen sie, kamen und umgaben sich mit meinem Geruch. Sie sprachen: Als wir ohne Kenntnis waren‘), trieben wir Ehebruch, jetzt wo wir die Kenntnis haben, ehebrechen wir nicht mehr. 1) Das Zeichen der Olung, siehe Lit., p. 27, 40 u. a. *) Damit ist hier wie in Buch I und Buch II,1 der Lichtkinig gemeint. *) Leid. hat weniger gut SIN NYWYD, das auch durch das fehlerhafte Row D nicht gestiitzt wird. *) Vielleicht hat hier urspriinglich die 3. Pers. gestanden, vgl. p. 59, 8, 2b. 5) Als wir den rechten Glauben noch nicht kannten, in der &yvoia waren. 65, 5—22 Zweites Buch. Drittes Stiick. 59 Der wahrhaftige Gesandte bin ich, an dem keine Liige ist, der Wahrhaftige, an dem keine Liige ist, nicht ist an ihm Mangel und Fehl. Ein jeder, der seinen Duft riecht, erhalt Leben =) Ein jeder, der an ihm riecht, dessen Augen fiillen sich mit Licht. Die Liigner rochen ihn, da lieBen sie eilig von ihrer Liige. Von ihrer Liige eilig liefen sie, kamen und umgaben sich mit meinem Geruch. Sie sprachen: Herr! Als wir ohne Kenntnis waren, sprachen wir Liige, jetzt wo wir die Kenntnis haben, sprechen wir sie nicht mehr. Der Gesandte des Lebens bin ich, der Wahrhaftige, an dem keine Liige ist, der Wahrhaftige, an dem keine Liige ist, nicht jst an ihm Mangel und Fehl. Der Baum der Lobpreisung, von dessen Geruch ein jeder Leben erhilt. Ein jeder, der an ihm riecht, dessen Augen fiillen sich mit Licht. Mit Licht fiillen sich seine Augen, [sein Mund fiillt sich mit Lobpreisung]. Die Mérder rochen ihn, da lieBen sie eilig von ihrem Morde. Von ihrem Morde eilig lieBen sie, kamen und umgaben sich mit meinem Geruch. Sie sprachen: Herr’)! Als wir ohne Kenntnis waren, begingen wir Mord, jetzt wo wir die Kenntnis haben, morden wir nicht mehr. Die Zauberer rochen ihn, da liefien sie eilig von ihrer Zauberei. Von ihrer Zauberei eilig lieBen sie, kamen und umgaben sich mit meinem Geruch. Sie sprachen: Herr! Als wir ohne Kenntnis waren, trieben wir Zauberei, jetzt wo wir die Kenntnis haben, tun wir es nicht mehr. Ein Weinstock sind wir’), des Lebens Weinstock, ein Baum, an dem keine Liige ist. 1) Siehe p. 58, 23f. 2) INNO hier nur in Leid. 3) NORBERG hat, vielleicht nur als Konjektur, NIX ,,bin ich“ (p. 124). 4o 60 if) 30 40 _ 7) Die unkeusche Winke geben. *) Lies qRINID NT. Rechter Teil. 65, 22—66, 16 Der Baum der Lobpreisung, von dessen Geruch ein jeder Leben erhilt. Kin jeder, der seine Rede hdret, dessen Augen fiilllen sich mit Licht. Mit Licht fiillen sich seine Augen, sein Mund fiillt sich mit Lobpreisung. Mit Lobpreisung fiillt sich sein Mund, (66] sein Herz fiillt sich mit Wahrheit. Die Winker’) rochen ihn, da verlieSen sie eilig ihr Winken. Ihr Winken eilig verliefen sie, kamen und umgaben sich mit meinem Geruch. Sie sprachen: Als wir ohne Kenntnis waren, gaben wir Winke, jetzt wo wir die Kenntnis haben, winken wir nicht mehr. Von dem Tage an, da wir dich schauten, von dem Tage an, da wir deine Rede horten, von dem Tage an, da wir dich schauten, fiillte sich unser Herz mit Ruhe. Wir glaubten an dich’), Guter, wir schauten dein Licht und werden dich nicht mehr vergessen. Wir werden dich alle unsere Tage nicht vergessen, nicht eine Stunde aus unserem Herzen dich lassen. Denn unser Herz soll nicht erblinden’), diese Seelen nicht gehemmt werden. Ich sprach zu ihnen: Ein jeder, der Umkehr tut, dessen Seele soll nimmer abgeschnitten werden; nimmer wird der Herr ihn verdammen. Doch die Bésen, sie, die Liigner, verdammen sich selber. Denn man zeigt ihnen, und sie wollen nicht sehen. man ruft ihnen zu, und sie wollen nicht héren uud glaubig werden. Die Bésen sinken nach ihrem eigenen Willen in das grofe Suf-Meer. Sie werden in der Finsternis untergebracht, und der Finsterberg verschlingt sie, bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlisung. Doch uns, die wir (dich) preisen, Herr, wirst du unsere Siinde und Schuld erlassen. %) Leid. hat schlecht 4a 2x5 Soll nicht zu Grunde gehen“. 66, 17—67, 11 Zweites Buch. Viertes Stiick. 61 Gepriesen seiest du, Kénig des Lichtes, der du uns, deinen Freunden, die Wahrheit gesandt hast’). Siegreich warst du, Manda dHaije, und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege. Das Leben siegt iiber alle Werke. Viertes Sttick. Ermahnungen, besonders zum ehelichen Leben. Im Namen des grofien Lebens. Kuch rufe ich zu, Pflanzen, die ich gepflanzet, Auserwahlte, die ich auserwahlt habe: Buhlet nicht und stehlet nicht — warum wollt ihr auch Winker sein, warum den Schwachen dem Starken ausliefern’)? Gleichet nicht den Propheten des Truges, noch den Richtern der Liige; nicht steigen sie empor’) aus dem Jordan, noch wurden sie gefestigt durch diesen [67] Herrn, der in der oberen Hohe sitzt. Dann sage und zeige ich euch, ihr Auserwahlten und Vollkommenen, die ihr den Glauben an den Herrn der Gréfe angenommen habet. Ich hbe- lehrte euch iiber die Junggesellen und Jungfrauen, iiber die Manner, die keine Frauen, und iiber die Frauen, die keine Manner suchen. Steiget an das Ufer des Meeres, sehet die Fische im Meere: zu zweien ziehen sie im Meere dahin und gehen nicht zu Grunde. Sehet*) die fliegenden Vogel am Himmel: zu zweien fliegen sie dahin und gehen nicht zu Grunde. Du nun, siehe, warum willst du zu Grunde gehen? Steiget an das Ufer des grofen Euphrat, sehet die Biume, die am Ufer des grofen Euphrat stehen: sie trinken Wasser und tragen Friichte und gehen nicht zu Grunde. Doch sehet den trocknen Flu8%, in dem kein Wasser hinzieht. Er trocknet aus®), und die Baume an seinem Ufer vertrocknen und sterben hin. 1) CD und Leid. haben WOMANI ,der du deinen Freunden gesandt hast”. 2) Siehe zu diesem Satze die Ermahnungen Joh. 174f. (II, p. 174). Mit ,,Winkern™ oder ,Nickern sind Leute gemeint, die unkeusche Winke geben, wie X13 N WON) oben p. 60,9 (Text 66,1). Zu yD siehe Néld, p. 39,11. Auch L 60,5; 105, 15; Joh. 1%, ie ae 185, 14 stehen YD und 7) zusammen. An R3TD im Sinne von }¥7) 55 (bezw. psyaD CIS I, 141,2) ist trotz des folgenden Satzes nicht zu denken. — Leid. hat einfacher NDPRN? NOND NANA? ,liefert nicht den Schwachen dem Starken aus‘. 8) Leid. hat s9p>NDNDS. *) Leid. hat vorher noch 433 ,,Meine Séhne!* *) Die Miinchener Handschrift hat hier gut RYR¥ WV. N 5 62 Rechter Teil. 67, 11—68, 10 Ebenso’) vertrocknen und sterben hin die Seelen der Junggesellen und Jungfrauen, der Manner, die keine Frauen, und der Frauen, die keine Manner suchen. Wenn sie ihren Kérper verlassen, erhalten sie ihren Sitz in finsterem Gewolk. Denn sie werden aus ihrem eigenen Bauche be- ; fruchtet, und es kommt ihnen aus dem Munde heraus; weil sie getan haben, was ich ihnen nicht befohlen. Ferner rufe ich euch zu und erklire euch: In der Welt, in der ihr wohnet, machet Hochzeit fiir eure Séhne, die Manner, sowie fiir eure Téchter, die Weiber, und glaubet an euren Herrn, den hohen Lichtkénig. 1o Denn diese Welt nimmt ein Ende und vergeht. Ferner rufe ich euch zu und erklire euch, ihr Auserwihlten und Voll- kommenen, die ihr den Glauben an den Lichtkinig angenommen habet: Warum verkehret ihr mit diesen Junggesellen und Jungfrauen, den Mannern, die keine Frauen, und den Frauen, die keine Minner suchen? Wenn ihr 15 mir mit ihnen verkehret, werdet ihr in die Gehenna fallen, fiir deren Dach nicht tausend mal tausend, fiir deren Wéinde nicht zehntausend mal zehntausend Zedern hinreichen. Wenn ihr euch jedoch nicht [68] zu ihnen haltet, werdet ihr emporsteigen und sein ruhiges Antlitz schauen. Ferner rufe ich euch zu und zeige euch, ihr Auserwihlten und Voll- 20 kommenen, die ihr den Glauben an den Lichtkénig angenommen habet. Ich belehre euch iiber die Tiere, die fliegenden Végel, die Fische im Meere und das Getier im Meere. Sie schlachtet, waschet ab, reiniget, spiilet ab und kochet, betet tiber sie und esset, dann werdet ihr keine Priifung zu be- stehen haben’). 25 Das Leben ist siegreich iiber alle Werke. Die Uthras sprechen zu Jozataq Manda dHaije: Dein Gewand leuchte und deine Gestalt sei geehrt bei jenem deinem Vater, dem Herrn der Grife. 1) Hier hat sich ma im urspriinglichen Sinne erhalten. Danach ist Néld., p. 206f. zu erganzen. 2) Wher erlaubte und yerbotene Speisen siehe p. 20,125; 37, 57. SE SSSI NUNIT Drittes Buch. Das Buch enthalt einen ausfiihrlichen Schépfungsbericht und ist der umfangreichste unter den erhaltenen mandaischen Traktaten. [Es ist aus verschiedenen Stiicken zusammen- gefiigt, die schlecht verarbeitet sind, und die Widerspriiche stofen oft auf einander. Dadurch dafi die bésen Machte die Schépfung zu verhindern oder in ihrem Sinne zu gestalten suchen, wird mehrfach ihr Treiben geschildert, und diese Partien gehdren nicht zu den schlechtesten in dem Buche. An der Spitze stehen zwei Berichte tiber die Urschépfung; in beiden wird alles aus einer Urfrucht hergeleitet. Nach dem zweiten Berichte geht das ,,Leben“‘ aus dem grofen Mana hervor, und das erste Leben schafft durch sein bittendes Wort das zweite Leben. Dieses schafft Uthras, unter denen besonders drei hervortreten (siehe Brandt, Rel., p. 122). Die drei Uthras bitten das zweite Leben, ihren Vater, Skinas und eine Welt griinden zu diirfen. Die Bitte wird ihnen vom zweiten Leben gewahrt, doch dem grofen (ersten) Leben gefallt es ‘nicht. Dieses wendet sich an den grofen Mana, der darauf Kbar den Grofen schafft. Kbar wird mit Manda dHaije identifiziert, und im Folgenden ist bis auf eine Stelle (Text 77, 7f.) von ihm nicht weiter die Rede. Nach mehreren vergeblichen Anrufungen wird Manda dHaijé aufgefordert, den Uthras zuvorzukommen, zur Unterwelt hinabzusteigen und ihren Plan zu vereiteln (Text 71). Er weist auf die Gefahren bei diesem Werke hin, doch- wird ihm vom grofen Mana Schutz zugesagt. Er begibt sich in das Haus des Lebens, das ihn gleichfalls auffordert, den Uthras entgegenzutreten (73). Es folgen Fragen und Ant- worten iiber die Finsternis und die Urschépfung, die nicht zu einander passen und offenbar aus Stiicken verschiedener Herkunft bestehen. Dabei wird auch eine dritte Darstellung der Schépfung aus der Urfrucht gegeben, in der an die Stelle des grofen Mana der Lichtkinig getreten ist. Manda dHaijé wird dann zum Abstieg in die Unterwelt ausgeriistet, und der Hinabstieg findet statt (79f.). Hier tritt er aber nicht den Uthras, sondern den Unholden (&™)2) der Finsternis entgegen. an deren Spitze Ruha und ihr Sohn Ur, der Konig der Finsternis, stehen. Manda dHaijé nimmt den Kampf gegen diesen auf, er iiberwindet ihn, fesselt ihn und legt eine Mauer um ibn. Er steigt dann zum Leben empor, das ihm fiir sein Werk dankt. Text 93, 2 wird in einem neuen Stiick an die Vorstellung vom zweiten Leben angeknitipft. Hier wird es aber nicht mehr so, sondern .,der Zweite“ genannt. Beriihrungen mit dem 14. Buche (R 291—298). Auch an den Zweiten wenden sich die Uthras mit der Bitte, eine Welt griinden zu diirfen. Die Bitte wird ihnen gewahrt, und sie schaffen Ptahil. B’hag-Ziwa maft sich unter den Séhnen des Zweiten eine besondere Stellung an, er hilt sich fiir Abathur und si wut 4 ie) i wr to Wr Go e} ut = wt No wn 40 64 Rechter Teil. sieht sich als Vater der Uthras an. Er ruft Ptahil, der nach R 297, 20 sein Sohn ist, nennt ihn Gabriel (siehe auch p. 89,6) und beauftragt ihn mit der Schépfung. Von dem Widerstande, auf den er stofSen wiirde, benachrichtigt er ihn nicht und wappnet ihn nicht. Ptahil steigt unterhalb der Skinas hinab. Er verliert von seinem Glanze, die Verdichtung gelingt ihm nicht, und dies ermutigt Raha ihm entgegenzutreten. Sie fordert dreimal ihren Sohn auf, bei ihr zu liegen, dann werde er seine Kraft und seine Freiheit wieder gewinnen. Sie gebiert dann erst sieben, dann zwélf, dann fiint Unholde (siehe p. 13+), deren Aussehen sie mit Entsetzen erfillt.. Ptahil holt sich nun vom Leben ein Gewand lebenden Feuers, er tritt damit in das triibe Wasser, Staub von der Erde Siniawis fallt aut das triibe Wasser, und dadurch entsteht eine Verdichtung. Auch das Firmament wird ausgespannt (97). Die Planeten und die anderen Bésen umgeben Ptahil und bieten ihm ihre Dienste an. Er nimmt dies unter der Bedingung an, daf sie nur Gutes tun. Darauf wird ihm das Haus, d. h. die irdische Welt, weggenommen, und die Bésen erhalten die Herrschaft dariiber (98 unt.). Ptahil faBt nun den Entschluf, Adam zu schaffen, zieht jedoch zu dem Werke auch die Planeten heran. Sie schaffen den Kérper, kénnen aber keine Seele in ihn werfen (101). Sie rufen den Luftwind heran, damit er die Knochen aushéhle, auf dafi Mark sich in ihnen bilde. Sie kénnen aber trotz aller Bemiihungen Adam nicht auf die Beine stellen. Da begibt sich Ptahil zu seinem Vater, der aus dem ,,verborgenen Orte‘, d. h. aus dem Hause des Lebens, einen Mana holt und ihn Ptahil iibergibt. Das Leben ruft nun herbei (oder ruft hervor?) Hibil, Sitil und Anos als Helfer, die die Seele behiiten sollen. Nach einer verderbten Stelle erscheint, den Zusammenhang stérend, Adakas-Ziwa, d. h. der verborgene Adam (= DONGN N OND), das jenseitige Gegenbild zum irdischen Adam, der beauftragt wird, die Seele zu be- hiiten (102); er wird im Folgenden mit Manda dHaijé zusammengeworfen. Dieser beseelt zusammen mit Ptahil den Kérper, und er wird vom Leben beauftragt, Adam die wahre Lehre zu verkiinden. Ruha und die Planeten ihrerseits stellen Adam nach und wollen ihn durch ihre Kiinste verfiihren (105). Manda dHaijé tritt ihnen kvaftvoll entgegen. Auf den Rat der drei Uthras veranstaltet Manda dHaijé zusammen mit diesen dem Adam eine Hochzeit, und sie geben ihm Hawwa zur Frau. Rha, die Sieben und Zwilf beschenken das Paar mit allerhand Luxus, mit Gewiandern, Gold, Wein, Blumen, um sie abtriinnig zu machen. Manda dHaijé und seine Begleiter vereiteln jedoch ihre Plaine. Er verhilft Adam einen Stamm zu griinden (107). In einem fragmentarischen Stiicke werden die Kinder Adams und Hawwas, vielleicht auch die des jenseitigen Gegenpaares Adakas-Ziwa und Anana dNhira genannt. Manda dHaijé unterweist Adam und Hawwa in den Kulthandlungen. Wiederum suchen Raha und ihr Kreis, sein Werk zu vereiteln. Sie versammeln sich auf dem Berge Karmel und fassen den Plan, den fremden Mann zu beseitigen (110). Durch allerhand Zauberkiinste suchen sie Adam und seinen Stamm zu betiren. Die Mittel der Verfiihrung werden unter die sicben Planeten verteilt, und auch den Zwolf wird ihr Wirkungskreis zugeschrieben. Adam, der schlief, erwacht infolge der Unruhe in der Welt und ruft nach einem Helfer (113), Statt Manda dHaije’s erscheint hier Hibil-Uthra, der ihn und seine Séhne aufklart und be- ruhigt. Im Anschluf daran wird von dem Abfalle eines Sohnes Adams erzihlt, der im Fol- genden Adam, Sohn Adams, genannt wird und von dem sonst nicht die Rede ist. Er geht zu Ruha und den Sieben und wird von ihnen mit Freuden empfangen (115). Weiterhin wird er mit Adam selbst identifiziert. Um ihn zu tiiuschen und an sich zu ziehen, nimmt Raha die Gestalt der Hawwa an. Der Erldéser erscheint, deckt ihre Gaukelei auf und bestraft sie 68, 11—69, 2 Drittes Buch. 65 und die Planeten (118). Es folgt eine Ubersicht iiber die falschen Religionen und ihre Be- ziehungen zu den Planeten. Darstellung der Verteilung der Weltdauer unter die Tierkreis- zeichen und Herleitung der Tiere und Pflanzen von den einzelnen Zeichen. Das Buch ist in Versen geschrieben. Aber in zwei Stiicken lassen sich, selbst bei nachsichtiger Beurteilung des Versbaues, keine Verse gewinnen. Das erste Stiick steht am Anfange des Buches. Es reicht ungefahr so weit als der grofe Mana der Herrlichkeit als héchstes Wesen erscheint; nachher tritt an dessen Stelle das groBe Leben. Beim Ubergange, wo noch vom grofen Mana die Rede ist, findet sich mehrmals der Plural, der im jetzigen Texte sinnlos ist, so SIND Text 71, 16, wyynw 72, 19; gD 72, 22. Es abt sich nur so erklaren, dafs auch an diesen Stellen, und wohl schon vorher, urspriinglich das Leben ge- nannt war, dafi cine Umarbeitung mit Hinfiigung des grofien Mana stattfand, aber versehent- lich der Plural stehen gelassen wurde. So ist wohl auch die Wiederholung p. 67, 33 und 69, 3 entstanden. Bei dieser Umarbeitung, bei der auch die beiden Stiicke iiber die Urfrucht ein- gefiigt sein mégen, ging die Versform verloren. Das zweite Stiick ist Text 99, 22 bis 101, 4. Der Anfang ist offensichtlich einge- schoben, weiterhin ist das Stiick umgearbeitet. Nach den Bemerkungen am Anfange und am Schlusse des Buches hat die Schrift den Titel ,,Buch der lebendigen, ersten Lehre“. Am Anfange wird das Buch das ,,erste“ genannt, wohl mit Riicksicht auf die einleitenden Worte im folgenden Buche. — Siehe zu dem Buche Brandt, Rel., p. 24ff., 34ff., 50, 122; Schr., p. 125ff. Im Namen des groBben, fremden Lebens, des erhabenen, das iiber allen Werken steht, werde Heilung und Sieghaftigkeit, Kraft und Festigkeit und ein Siindenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN und meinen Kindern NN, NN, und ihr Name werde aufgerichtet im Hause des Lebens. Im Namen des grofen, fremden Lebens aus den Lichtwelten, des er- habenen, das iiber allen Werken steht. Dies ist das Mysterium und das erste Buch der lebendigen, ersten Lehre, die von jeher war. Als die Frucht noch in der Frucht, als der Ather noch im Ather war, als der groBe Mana’) der Herrlichkeit da war, aus dem gewaltige, grofe Manas hervorkamen, deren Glanz ausgedehnt, [69] deren Licht gro ist, vor denen niemand in der grofen Frucht war, die ausgedehnt und endlos ist, 1) Bedeutet geistiges Wesen, Geist, auch den Geist im Menschen. Der urspriingliche Sinn ist wahrscheinlich ,,Gefif“. Bei den Semiten wird vielfach der Gegenstand, den man sich als Sitz des géttlichen Wesens, des Gottes, denkt, der Stein, Baum, Pfahl, Altar u. a. mit dem Gotte identifiziert und dessen Bezeichnung auf den Gott iibertragen. So konnte denn auch der Geist nach dem ihn bergenden Behilter, dem ,,Gefah“, benannt werden. Siehe Uthra, p. 5383; NOLDEKR, Zeitschr. f. Assyriologie XXX (1916), p. 145, 160; REITZENSTEIN, Das mand. Buch des Herrn der Gréfe, p. 86f. Die Bezeichnung oxevos Evtipov, wie die abgeschiedene Seele sich bei den Herakleoniten selbst benennt (Epiphanius, Haer. 26, 3), ent- spricht mandiischem IPN) NIND R 325, 12; 326, 1,13, oder NVPN NIND R 135, 5, 14. G. HOFFMANN’s Erklarung yon XIND als ,,Gewand“ (ZNTW IV, 1903, p. 284°) ist unwahr- scheinlich. Lidzbarski, Ginza. o Leal fe) 30 wt N Wr 66 Rechter Teil. 69, 2—70, 9 deren Glanz zu ausgedehnt fiir die Rede mit dem Munde, deren Licht zu eroB fiir das Erziihlen mit den Lippen ist, die in jener Frucht war, da kamen aus ihr hervor tausend mal tausend Friichte ohne Ende und zehn- tausend mal zehntausend Skinas ohne Zahl. In jeder einzelnen Frucht waren tausend mal tausend Friichte ohne Ende und zehntausend mal zehn- tausend Skinas ohne Zahl. Sie stehen da und preisen jenen grofien Mana der Herrlichkeit, der im groBen Ather des Lebens wohnt, der im Jordan weifen Wassers ist, das aus dem groBen Mana herausgekommen war, dessen Duft angenehm ist, an dem alle Wurzeln des Lichtes und des grofen, ersten Glanzes riechen. Der groBe Jordan entstand ohne Ende und Zahl. An ihm stehen Pflanzen, freuen sich und frohlocken. Sie sind alle voll Lobpreises und stehen vollendet da. Aus dem grofen Jordan kamen Jordane ohne Ende und Zahl. a Als die Frucht noch in der Frucht, als der Ather noch im Ather war, als der groBe Glanz*) war, dessen Glanz und Licht ausgedehnt und grofs ist, vor dem niemand war, aus dem der grofe Jordan lebenden Wassers kam, (aus dem selbst das Leben entstand)’*), da ergoB sich dieses zur Erde des Athers, auf der’) das Leben sich niederlieS und sich in der Gestalt des groBen Mana hinstellte, aus dem es hervorgekommen war, und dieses richtete eine Bitte an sich selbst*). Auf die erste Bitte entstand der gefestigte Uthra, den das Leben das zweite Leben nannte. [70] Auch entstanden Uthras ohne Ende und Zahl’). Und aus jenem lebenden Wasser entstand ein Jordan, der wie der erste Jordan sich zur Lichterde ergof, und das zweite Leben nahm festen Sitz in ihm‘). Jenes zweite Leben schuf dann Uthras, griindete Skmas und schuf einen Jordan, in dem die Uthras festen Sitz erhielten. Drei Uthras entstanden, die eine Bitte an das zweite Leben richteten; sie baten, fiir sich Skinas schaffen zu diirfen. Was die drei Uthras vom zweiten Leben erbaten, gewihrte es ihnen. Sie beraten sich und schaffen Skinas. Sie beteten’) und sprachen zu ihrem Vater, sie fragten ihren Vater 1) Hier steht N7). *) Ich streiche diese Worte, die den Gedanken unterbrechen und im Widerspruch zu der bald darauf folgenden Auferung stehen, dafi das Leben aus dem grofen Mana hervorge- gangen sei. Die Worte sind unter Einwirkung des dritten Schépfungsberichtes p. 73 hierher gesetzt. *) Nach der syntaktischen Stellung scheint mir 45 sich eher auf “ONT NPAN als auf RIF RITA zu beziehen, obwohl letztere Auffassung eine Stiitze im Folgenden hatte. “) Auch in anderen Religionen findet sich die Vorstellung, dab géttliche Wesen zu sich selber beten. Vgl. NOLDEKE, Neue Beitrdge zur sem. Sprachwissenschaft, p. 29. ») Dieser Satz ist wohl zu streichen. Das Folgende ist wohl zu XY SD pI ya) zu erganzen, vielleicht fehlt aber auch noch mehr. *) Man kénnte hier ON NPNyY im Sinne ,,gefestigt werden, getauft werden’ annehmen, siehe Lit., p. XXII, auch besonders R 293, 5, doch pafit dieser Sinn weiterhin p. 67, 12 nicht. 7) Oder sie baten“, d. h. sie Cache bittend (um Bescheid) zu ihm. Vielleicht ist aber auch mit ,,beten“ gemeint: sie beteten fiir ihn, sie sprachen eine Wunschformel als Be- griifung aus, iene auch weiterhin p. 67, 17. 70, 9—71, 15 Drittes Buch. G7 und sprachen zu ihm: ,,Bist du es, der diesen Jordan lebenden Wassers, der so wundersam, und von dessen Wasser der Duft so lieblich ist, und die Uthras, die in ihm festen Sitz erhielten, so gro8 sind, heryoceeruie hat, und sind es deine Uthras'), die in ihm festen Sitz erhielten?“ Darauf er- widerte das zweite Leben und sprach zu den drei Uthras: ,,Mich, euren Vater, mich hat das Leben hervorgerufen, der Jordan ist des Lebens, und ihr seid durch die Kraft des Lebens entstanden.“ Darauf sprachen sie zu ihm: ,,Gewihre uns von deinem Glanze und deinem Lichte und von dem, was (sonst) an dir ist, und wir wollen auf- brechen und unterhalb der Wasserbiiche’) hinabsteigen. Wir wollen dir Skinas hervorrufen, dir eine Welt schaffen, und die Welt sei unser und dein. Wir eign in ihr Bestand und Sitz erhalten, Uthras in ihr schaffen, und sie seien unser und dein. Den Namen des Lebens wollen wir aussprechen®).“ Dies gefiel ihm, und er sprach: ,,[ch will es ihnen ge- wihren.“ Als er dies sprach, gefiel es aber dem Grofen nicht, und dem Leben war es nicht recht. Es betete ein Gebet fiir den groBen Mana der Herr- lichkeit *), der in der groSen Frucht wohnt, und pries ihn. Da erhob sich der groBe Mana in Glanz, Licht und Herrlichkeit, schuf Kbar den Grofen, dessen [71] Name Kbar-Ziwa ist, Nbat-Jawar, den Sohn des Jofin-Jofafin, Sam, den wohlbewahrten Mana, den Weinstock, der ganz Leben, der ge- hebt von den Uthras ist, in herrlicher Pracht®) und sprach zu ihm: ,,Du, erhebe dich iiber die Uthras und siehe nach, was die Uthras treiben und worauf sie sinnen, die da sagen: Wir wollen eine Welt. schaffen und Skinas griinden, gleich den gewaltigen Uthras, den Séhnen des Lichtes. Du, Manda dHaije, gefallt es dir, dafg die Uthras des Lichtes das Licht verlassen und thr Antlitz zur Finsternis gerichtet haben, zum grofen Suf-Meer, zur heu- lenden Dunkelheit, zum verzehrenden, verderblichen Wasser, zum Orte, der voll von Dimonen ist, die mit lauter Stimme reden, worin das verzehrende Feuer redet?‘ Doch der Uthra des Lebens wahrt Schweigen, und nicht war an ihm Mangel noch Fehl. Dann sprach er (der Mana) zum zweiten Male zu ihm: ,,Siehe, Manda dHaije, zu welchem Zwecke die Uthras des Lichtes sich beratschlagen ‘), warum ihr Herz in Verwirrung geraten ist, so da®B sie ihr Antlitz nach dem Orte richteten, der grund- und uferlos ist, nach dem Orte, in dem kein lebendes Wasser flieBt und kein Glanz wohnt.“ 1) Ich vermute N™MIY) statt NNW dy. 2) NYD NP ONT, aus dem biblischen DY YON entstanden (Joh. p. XVI, Anm.), be- zeichnet bei ae Mandiern das Grenzwasser, das die Lichtwelt von dieser Welt abtrennt, vgl. BRANDT, Jahrbicher fiir protest. Theologie XVIII (1892), p. 405, 427 ff. 8) Siehe Néld., p. 216 unt. 4) NpYT steht hier nur in Leid. 5) Bezieht clon auf den groBen Mana; vielleicht ist auch ONP ,,er stand da‘ ausge- fallen. °) ies 2byOM"D. 5* = oO rs) ie) 25 ut = [e) = ul 20 25 68 Rechter Teil. 71, 15—72. 22 Wiederum wahrt der Uthra des Lebens Schweigen. Da wandten sich die Manas’) zum dritten Male in ihrer Majestaét an Manda dHaije und sprachen: Du bist der Kénig der Uthras, der Herr der Ku&ta, der Schépfer der Schatze. Uber alle Lichtwelten haben wir dich als Herrscher eingesetzt, sowie tiber alle Uthras des Lichtes, die in den Skinas wohnen, auch iiber die unteren Welten der Finsternis. Du bist es, der fiir jene (die andere) Welt bestimmt und begehrt ist. Steige frither zur Welt hinab, bevor die Uthras dahin- gehen und etwas tun, das fiir uns haSlich und unschin, dem Leben nicht recht und dir, Manda dHaije, nicht lieb ist. Denn du [72] bist es, der du die Uthras in Ordnung hiltst, einen Weg aufwirfst und einen Wegstein aufrichtest. Wenn wir dich riefen’”), weswegen riefen wir dich? Weil du, wenn du gerufen bist, wiirdig und wie geschaffen fiir diese Schépfung *) bist.“ Darauf erwiderte Manda dHaijeé und sprach zum grofen, gewaltigen Mana: ,,Wenn ich dich suche, wen werde ich erblicken? Wenn ich in Be- dringnis bin, auf wen soll ich Vertrauen haben? Worauf soll ich mein Inneres, das mit euch war, stiitzen?“ - Der Mana sprach darauf in Majestat und erwiderte Manda dHaije: ,,Du sollst von uns nicht abgeschnitten werden, wir wollen vielmehr bei dir sein. Alles, was du sagst, gilt fest bei uns. Du bist bei uns gefestigt und sollst von uns nicht abgeschnitten werden. Wir sind bei dir, denn das Leben ist der Giite zu dir voll. Es schuf dir Helfer, es schuf dir sanfte und ge- festigte Uthras, sanfte und gefestigte Uthras, damit sie dir Helfer seien. Dann schuf es dir Helfer, die als deine Séhne dort Bestand erhalten sollen. Deine Sdhne sollen den Ruf des Lebens vernehmen lassen und Kaufleute sein, die Handel treiben und ihren Handel erfolgreich durchfiihren ‘).“ Er, der Grofe, verlieh ihm dann Glanz und Licht und vermehrte ihm noch was er hatte. Er verlieh ihm ein weites Gewand, wundersam und endlos. Er segnete ihn mit reichem Segen, mit dem die Gewaltigen gesegnet wurden. Sie machten’) ihn zum Vater der Uthras, der seine Freunde mit Zehrung versorst. Auf Befehl der grofen Frucht der Herrlichkeit schlof8 ich Brudertreue mit ihnen’), brach auf und kam zum Hause des Lebens. Das Leben befragte mich iiber den Mana, von dem ich geschaffen war: ) Der Plural steht statt des zu erwartenden Singulars, siehe p. 65, 9. *) Wiederum zweideutig, siche oben, p. 324. 3) Leid. hat NN2. *) Die Handelsware sind gute Werke, ygl. R 340,15; Lit., p. 107,1; 154,9; Joh. If p. 178, 16. / ») Es ist unsicher, ob damit der Mana (siehe Anm. 1) oder die Uthras gemeint sind. 72, 22—73, 19 Drittes Buch. 69 »Ua du durch die Giite der GroBen*) gekommen bist, wie ist deine Natur geschaffen (Pflanzung gepflanzt)?« Das Leben sprach in seiner Majestat zu Manda dHaije’): Du sahest, Manda dHaije, was die Uthras [73] tun, was tun die Uthras und was sie tiber dies und das sinnen. Du sahest, da sie das Haus des Lebens verlassen und ihr Antlitz nach dem Orte der Finsternis gerichtet haben. Sie verlieBen die Gesellschaft des Lebens und liebten die Gesellschaft der Finsternis. Sie verieBen den Ort des Glanzes und des Lichtes, gingen hin und liebten die nichtige Wohnung. Sie verlieBen die Siifigkeit, gingen hin und liebten die Bitterkeit. Sie gingen hin und liebten die Bitterkeit, an der keine Sii®igkeit ist. Sie verlieBen den Jordan lebenden Wassers und gingen zum triiben Wasser. Zum triiben Wasser gingen sie, gingen zur lodernden Flamme. Sie verlieBen das lebende Feuer, gingen hin und liebten das verzehrende Feuer. Sie lebten das verzehrende Feuer und liebten die lodernde Flamme. Ja, siehe, Manda dHaije, das taten die Uthras! Siehe, was die Uthras taten 2 und wie Mangel und Fehl an ihnen war. StoBen wir die Welt um und verlassen sie, wer wird unter ihnen ein Ordner sein? Wer wird ein Ordner unter ihnen sein, wer sie vom Mangel und Fehl befreien? Wer wird sie vom Mangelhaften befreien, das sie von selbst vollfiihrt haben? Wer wird sie den Ruf des groBen (Lebens) vernehmen lassen, das im Hause der Vollendung thronet?“ Das Leben redete und sprach zum riistigen, wohlgeriisteten Uthra: ,War nicht, bevor die Uthras existierten, deine Schépfung vollbracht *)? 4) Man erwartet den Singular N25, siehe oben, p. 65, 9. 2) Siehe p. 67 unt. ®) D. h. warst du geschaffen. 25 30 35 70 Rechter Teil. 78, 1974, 11 Bevor die Uthras existierten, hat das groBe (Leben) dich geschaffen’) und beauftragt. Geschaffen und beauftragt hat dich das Grofe, dich geriistet, beauftragt, hingesandt und bevollmichtigt tiber jegliches Ding. Es beauftragte dich tiber die Skinas und die machtigen Pforten des verborgenen Ortes. Es verlieh dir die Herrschaft tiber die verborgenen Uthras, die dastehen und das gewaltige (Leben) preisen. Es verlieh dir die Herrschaft tiber den Jordan des Gewaltigen und iiber das lebende, prangende Wasser. Als das Gewaltige es befahl, schuf man dir Uthras, [74] schuf dir Boten”®), sanfte, gefestigte Uthras.“ Als das Leben mir dies sagte, verneigte ich mich und pries das Gewaltige. Ich pries das groBe Leben, da das Leben fiir mich eme Schépfung vollfiihret, daB eine Schépfung das Leben fiir mich vollfihret und mir Helfer bescherte. Ich leuchtete in meiner Lobpreisung’*), wihrend ich am verborgenen Orte dastand. Ich leuchtete in meiner Erleuchtung mit dem, was das Leben mir gewihret. Ich glinzte in meiner Lobpreisung*) tiber jegliches Ding am verborgenen Orte. Ich glinzte’) in meiner Erleuchtung und richtete meine Augen auf die Empirer. _Bevor die Uthras da waren, ging ich zum Orte der Finsternis. Als ich im Hause des Lebens dastand, schaute ich die Empdrer'‘), schaute die Pforten der Finsternis, schaute die Tiefe, die ganz Finsternis *) Lies 4)". *) Kin Wort persischer Herkunft, dessen Bedeutung nicht ganz sicher ist, siehe Lit., p. 17°, NOLDEKE, Zedischrift f. Assyriol. XXXIII (1920), p. 80. oH *) Siehe oben, p. 55?. *) Leid. hat dahinter noch Nd ,,ich leuchtete“. 5) Leid. hat NI7NI ,,ich leuchtete“. *) Es ist so gedacht, daf Manda dHaijé vom Hause des Lebens aus die Unterwelt iiberschaut, doch gehérte die folgende Schilderung vielleicht zu einer Darstellung, nach der Manda dHaijé schon in der Unterwelt war, zu der auch der vorhergehende Satz gehirte, der hier nicht am Platze ist. : 74, 11—75, 3 Drittes Buch. schaute die Verderber und den Herrn der finsteren Wohnung, schaute die Kampen, die in der Finsternis begraben sind, schaute die Pforten des Brandes, wie sie brennen und lodern. Es brennen und lodern die Bésen, und dabei beratschlagen sie Mangel und Fehl. Ich schaute das Weib Hewath’), wie sie in Finsternis und Bosheit redet. Sie redet in Bosheit, in Zauberei und Hexerei, die sie treibt. Sie redet in Weisheit der Gaukelei und sitzt auf Blendwerk. Ich schaute das Tor der Finsternis und die Ader der Erde Siniawis, wie sie sind. Ich schaute das schwarze Wasser in ihnen, das in die Hohe steigt, kocht und sich windet. Wer darauf tritt, stirbt, wer es erblickt, wird versengt. Ich schaute die Drachen, die darin hingeworfen sind und sich winden. Ich schaute die Drachen jeglicher Gattung und jeglicher Art. Ich schaute die Fahrzeuge’) [der Séhne] der Finsternis, die einander nicht gleichen. Ich schaute die bésen Rebellen, wie sie in Fahrzeugen sitzen. Ich schaute die bésen Rebellen, wie sie mit der Waffe [75] der Boésen bekleidet sind. Sind bekleidet mit der Waffe der Boésen und sinnen auf Béses gegen den Ort des Lichtes. Als ich sie sah, wandte ich mich zum Vaterhause um. 1) ONY erscheint namentlich in diesem Abschnitte als Name der Hauptdimonin der Unterwelt. Ich identifiziere dieses MNYT mit MyM auf einer Tabella defixionis aus Karthago als Namen der Unterweltsgottin, sieche Hphemeris I, p. 30. Das Wort bedeutet urspriinglich »schlange“ und liegt auch im Namen mn Eya vor, vgl. Nachrichten der Gétting. Gesellsch. der Wissensch., phil.-hist. Kl. 1916, p. 91. Aus MRT ist MNyy mit Aufgabe des Kehl- lautes entstanden. Damit erledigt sich auch die Néld., p. 311 angenommene syntaktische Schwierigkeit. 2) Die Markabatha, die ,,Wagen“, finden sich zunichst als Wagen der Planeten, siehe Joh. II, p. 76%, doch wie hier auch anderer Wesen. Das Suffix in NMNDNIANND zeigt, dab dahinter ein Wort im Plural gestanden hat; vielleicht ist 2°JD9 zu erganzen. 20 nN wt Io 15 25 2 Rechter Teil. 75. 3—22 ba | Ich trat vor das Leben und berichtete ihm, wie ich sie gesehen hatte. Ich berichtete ihm iiber den Kénig der Finsternis, berichtete ihm iiber dies und das. Wie ich die Dinge gesehen hatte, berichtete ich vor dem Leben. ,Wie soll ich nach jenem Orte wandern, der Statte der Finsternis, din die Finsternis,» in der kein Lichtstrahl’) ist, zur Ader des Wassers der Erde der Finsternis, das siedet, in die Hohe steigt und sich windet? Wer darauf tritt, stirbt, wer es erblickt, wird versengt.“ Ich will zum Grofen emporsteigen und sprechen”): »Woher kam die Finsternis, woher kam die Finsternis, woher deren Bewohner? Woher kommen ihre Werke, die so hiGlich und furehtbar sind? Woher kam ihr Fehler’), der so ausgedehnt ist, dessen Anblick so hiBlich und furchtbar ist. der ganz voll von Rissen ist? Ganz voll von Rissen ist er, 7K OK Kook KOK Ok ke Woher kamen die gewaltigen, bisen Unholde, die in dem Brande sitzen? Woher kam das schwarze Wasser, das so kocht und sich windet? Wer darauf tritt, stirbt, wer es erblickt, wird versengt. Woher kamen die Drachen, die in das Wasser geworfen sind und sich winden? Woher kamen ihre Fahrzeuge, woher die Biésen, die in ihnen sitzen? Woher kam Hewath, das Weib‘%), jeglicher Gattung und jeglicher Art?“ Als. ich so vor dem Leben sprach, zeigte sich das Leben, mein Vater, in seiner Fiille, ohne Mangel. 1) Vgl. Joh. II, p. 222, 17. *) Dieser Satz, vielleicht auch das Folgende, gehért zu einem Stiicke, nach dem Manda dHaijé schon in der Unterwelt war, siehe auch oben, p. 70%. *) Dahinter ist eine Liicke; die folgenden Worte beziehen sich auf den Ort der Finsternis. *) Hier ist eine Liicke. 75, 22—76, 14 Drittes Buch. Das Leben wei es wohl, das Leben weifs es und wahrt Schweigen. Das Leben weif es wohl und spricht zu mir: »Komm, damit wir dich aufkliren, Manda dHaije, du riistiger, wohlgeriisteter Uthra. Bevor alle Welten entstanden, war diese grofe Frucht da. Als die groBe Frucht in der grofen Frucht war, entstand der grofe Lichtkénig der Herrlichkeit. [76] Aus dem grofen Lichtkénig der Herrlichkeit entstand der grofe Glanzither. Aus dem grofen Glanzither entstand das lebende Feuer. Aus dem lebenden Feuer entstand das Licht. Durch die Macht des Lichtkénigs entstand (das Leben und) die grofe Frucht. Die grofe Frucht entstand, und in ihr entstand der Jordan. Der groBe Jordan entstand, es entstand das lebende Wasser. Es entstand das glinzende, prangende Wasser, und aus dem lebenden Wasser bin ich, das Leben, entstanden. Ich, das Leben, entstand, und alsdann entstanden alle Uthras.“ Ich sprach dann vor dem Leben: »Da du, das Leben, da warest, wie entstand da die Finsternis? Wie entstand die Finsternis, wie entstand Mangel und Fehl?“ Als ich so zum Leben gesprochen, war es voller Giite. Das Leben war voller Giite und sprach zu Manda dHaije: »Du riistiger Uthra, du riistiger, wohlgeriisteter Uthra, du, riistiger Uthra, weift nicht, wie die Finsternis entstand, wie entstand die Finsternis, wie entstand Mangel und Fehl?* — 40 1 fe) 15 25 30 74. Rechter Teil. 76, 14—%7, 7 Als das Leben so zu mir sprach, bat ich um die Ermichtigung zu sagen, wie es war. Ich sprach zum groBen Leben, zum Leben, das von jeher war: »Wenn ich nicht dariiber sprechen sollte, gehorte ich nicht zu den Gewaltigen. Da ich aber zu den Grofen gehére, klirte mich das Leben selbst dariiber auf, wie es war’). Das Leben sprach zu mir in seiner Majestit, [sprach zu mir] bei seinem ,,Lobpreis“: , Wir ermichtigen dich, riistiger Uthra, riistiger, wohlgertisteter Uthra, wir ermichtigen dich, riistiger Uthra, zu sagen, wie es war, die verborgenen Uthras zu belehren, alle Auserwihlten zu belehren, wie die Uthras des verborgenen Ortes enstanden sind.“ Als das Leben so zu mir sprach, wiederholte ich mit der Lobpreisung des Gewaltigen, mit der Freude iiber das grofe Leben, was [77] das Leben zu mir gesprochen, (namlich): »Du, Uthra, mache dich auf, gehe zum Hause der Grofien, nach dem Orte, wo die Gewaltigen sitzen, dem Orte, wo die Grofen sitzen, damit sie dir tiber dies und das Bescheid geben ’°*).“ Als das Grofe so zu mir sprach, ging ich nach dem Hause der Gewaltigen, dem Orte, wo die Groen sitzen, dem Orte, wo die Guten dort wohnen. Ich trat vor sie hin und wollte ihnen sagen, wie es am Urbeginn war. Als ich zu ihnen sprechen wollte, liebkosten und kiiBten sie mich, festigten mich an meinem Orte und sprachen: *) Aus der jetzigen Textform geht es nicht klar hervor, aber aus dem Folgenden ist zu ersehen, daf Manda dHaijé darum gebeten hat, die Uthras tiber die Schépfung aufklaren zu diirfen. *) Von einer solchen Aufforderung war vorher nicht die Rede. In diesem und im fol- genden Satze sind mit $29 und NX7) offenbar andere Wesen gemeint als das grofe, ge- waltige (Leben). Es sind héhere Wesen, zu deren Sitz Manda dHaijé sich begeben soll. Aber infolge der Zweideutigkeit von $929 und Dy ist im Folgenden eine arge Ver- wirrung entstanden, und es ist vielfach unsicher, wer damit gemeint ist. (0. C=19 Drittes Buch. sl (eo , Wir ermichtigen dich, Kbar-Ziwa, du sanfter, gefestigter Uthra. Wir ermichtigen dich, Kbar-Ziwa, Uthra, der seine Freunde festigt. Wir ermichtigen dich, riistiger Uthra, du riistiger, gefestigter Uthra. Wir ermiichtigen dich, riistiger Uthra, zu sagen, wie es war, die verborgenen Uthras zu belehren. Wenn du nach jenem Orte gehest, belehre deine Freunde, belehre die Manner von erprobter Gerechtigkeit, die wahrhaften, gliubigen Minner. Wir wollen dir zu deiner Ehrung’) sagen, da es keine Grenze fiir das Licht gab. Fiir das Licht gab es keine Grenze, und es wurde nicht bekannt, wann es entstand. Nichts war, als das Licht nicht war, nichts war, als der Glanz nicht war. Nichts war, als das gewaltige (Leben) nicht war’); eine Grenze fiir das Licht gab es nie. Nichts war, als das Wasser nicht war; das Wasser ist alter als die Finsternis. Alter als die Finsternis ist das Wasser; es gibt nichts, das endlos wire‘). 1) Unsicher. Wéortlich: zum Bilde der Ehrung. 2) Siehe p: 6,15 31, 32. 5) Der Ausdruck findet sich viermal in diesem Buche, viermal im vierzehnten Buche, auferdem R 229,4; 236,1. Er steht immer auferhalb des Zusammenhanges. Der glatte Sinn der Worte ist nicht zweifelhaft, aber tiber den Zweck der Verwendung bin ich zu keinem abschliefenden Urteile gelangt. Die Erklirung, die NOLDEKE Gram., p. 433 gibt, ist nicht richtig, fiihrt auch zu keinem Ergebnisse. Die Worte spielen offenbar auf die éfter von héheren Dingen gebrauchte Wendung 75m NONDS ,,das endlos ist an und sagen, dal es nichts gebe, das endlos wire. Hine Verneinung der Endlosigkeit der héheren Wesen ist jedenfalls auch darin ausgesprochen, aber dies ist nicht der Zweck des Ausspruches. In R 293, 7; 294,24 ist offensichtlich eine Liicke. Eine solche liegt aber wohl auch in 295, 3; 296,13 vor, ebenso in 236,1. Hinter aypwnrd4 erwartet man ,,fiir den Lichtort‘‘ oder einen ahnlichen Ausdruck. Auch sind die Worte $pINd xm. zu kurz im Vergleich mit denen des parallelen Satzes. Aber auch an dieser Stelle haben wir wohl eine Liicke. Obwohl sonst NDND und NINIY oft zusammenstehen (vgl. besonders Text, p. 69), kann NIN ID son) keine Fortsetzung von sor NDNDI sein. Es miifte sonst RDXD Sord5 oder NDND nod NIWID ND) heiBen. Der Ausdruck wiirde danach auf die Verginglichkeit der Dinge hin- weisen. Die Stellen 94,23, in demselben Zusammenhange 95,21, dann 100,7 sehen jedoch nach einem absichtlichen Abbruch der Erzihlung aus, und ein solcher ist auch an dieser Stelle nicht unméglich. Danach hitten die Worte den Sinn: wenn ich alles hinschreiben sollte, ware es endlos, doch nichts ist endlos. Andererseits kann ich die Worte 229,4 nur als abwehrende Glosse verstehen. Ein Leser oder Abschreiber fand wohl die fiir das Tragen farbigen Zeuges angedrohte Strafe zu hart; vielleicht hatte er selber ein schlechtes Gewissen. ut 30 76 Rechter Teil. 77, 19—78, 13 Es gibt keine Zahi’), von der wir dir sagen kénnten, wie groB sie war, als die Uthras noch nicht da waren. Die Uthras sind ilter als die Finsternis, ilter als die Finsternis sind die Uthras, alter als ihre Bewohner. Die Giite ist alter als die Schlechtigkeit des Ortes der Finsternis. Die Sanftmut ist ilter als die Auflehnung des Ortes der Finsternis. Das lebende Feuer ist alter als das verzehrende Feuer des Ortes der Finsternis. Die Lobpreisung ist alter [78] als die Zauberei und Hexerei, die die Bésen treiben°). Der dritte Jordan ist alter als das verzehrende Wasser des Ortes der Finsternis. Die Einsicht ist alter als dies und das, was die Bésen des Ortes der Finsternis treiben. Die Stimme der Uthras ist ilter als die der gewaltigen Bisen des Ortes der Finsternis. Wir haben dir Bescheid iiber die Ersten*) gegeben, nun wollen wir dir Bescheid iiber die Zweiten geben, wie sie waren. Der sanfte Thron ist dlter als der aufriihrerische Thron‘*). Die Hymnen und Gebetsordnungen sind alter als die Zauberei des fiirchterlichen Weibes Hewath. Der Behiilter des Athers ist weit ilter als das Gerede, das Ruha redet. Wir haben dir Bescheid gegeben iiber die Zweiten, nun wollen wir dir Bescheid geben iiber die Dritten, wie sie waren. B’haq-Ziwa ist alter als Ruha, wie sie war. Der Gedanke aller Uthras ist alter als der aufriihrerische Ruf. Das Gebiet der Guten ist alter als der Herr des ganzen Ortes der Finsternis. Man sollte annehmen, dafi der Ausdruck wenigstens in demselben Traktat einheitlich verwandt werde, daher sehe ich die Erérterung tiber seinen Sinn nicht als abgeschlossen an. Eine An- spielung auf diese Wendung liegt anscheinend Lit. 4,7 vor. a) Pir die Dauer der Zeit. 2) Lies mit C, Leid. NYIBN. *) Uber die Dinge erster Ordnung. Leid. hat NMNDINPD. *) Nach NTAND ist vorher mit B, Leid. NMS zu lesen. Gemeint ist freilich auch bei dieser Lesung der Thron des Sanften, des Aufriihrerischen. 78, 13—79, 7 Drittes Buch. ~1 | Die Manner von erprobter Gerechtigkeit sind alter als alle Schépfungen der Finsternis, wie sie auch sein mégen. “ Als das GroBe*) so zu mir gesprochen, als das Gewaltige, mein Vater, der mich geschaffen, so zu mir als das GrofBe so zu mir gesprochen, [gesprochen, 5 begriff ich es in meinem Sinne. Als ich es in meinem Sinne begriff, sprach ich zu ihm: , Wie entstand die Finsternis? Wie entstand die Finsternis, woraus wurde sie an ihrer Stutte gebildet? Wo du, Auserwihltes*), so grof bist, warum hort die Finsternis nicht auf? Warum hort nicht auf die Finsternis und ist das Licht (die Leuchte) vollkommen aufgerichtet ’).“ Bevor ich zum Grofien sprach, sprach das Grofe zu mir: .O geordneter Uthra, geordneter, wohlgeordneter Uthra, o geordneter Uthra, Uthra, der seine Freunde festigt*)! Am Guten war bei seiner Giite weder Mangel noch Fehl. Der Gute ist kraft seiner Giite gefestigt tiber die [79] Mafen. Dem Guten ist kraft seiner Giite die Wurzel festgepflanzt an ihrer Stitte. Der Gute lodert in seinem Glanze; das Wasser ist in semem Gewande verborgen. Die verborgenen Worte sind in ihren Biichern verborgen und bewahrt. Wasser vermischt sich nicht mit Pech, — und die Finsternis wird nicht zum Lichte gezihlt”). Nicht wird zum Lichte die Finsternis gezdhlt, die dunkle Wohnung wird nicht erhellt. Nicht wird die dunkle Wohnung erhellt, und das tribe Wasser pranget nicht. Die Finsternis erweiterte sich”), und ihre Bewohner wurden gebildet. sey Wegen pay34 UNONMNDN nehme ich an, dah hier wieder vom Leben die Rede ist; weiterhin p. 78, 24 wird es ausdriicklich genannt. 2) “yD ist wohl nicht in Ordnung. 8) Lies pany oder pony, vgl. Text 79, 16. 4) Lies OVNI, vel. p. 75, 4. 5) Siehe Joh. II. p. 1477°. 8) Leid. hat ANY. ut iS) ur Rechter Teil. 79, 7—22 sl (@0) Die Finsternis wurde gebildet, und als sie gebildet war, priifte sie ihr Heer’). Wegen der Schlechtigkeit, die sie im Sinne hat, wird sie in ihren eigenen Behilter eingeschlossen. Sie wird in ihren eigenen Behilter eingeschlossen, und alle ihre Werke vergehen. Die Kinder der Finsternis vergehen, doch die Kinder des gewaltigen (Lebens) haben Bestand. Das Haus der Bésen vergeht, und das verzehrende Feuer erlischt. thr Zauberwerk stirbt ab und erlischt, weil es nicht von friiher her bestand. Ihre Geschépfe nehmen ein Ende, doch die Stamme des Lebens haben Bestand fiir immer. Die lebendige Lehre kommt auf und erleuchtet die nichtige Wohnung.“ “Als das GroBe so zu mir gesprochen, wurde mein Herz auf seiner Stiitze aufgerichtet. Ich hub in der Kraft des Groen an, sprach und pries das Gewaltige: »UVa nicht durch dich, Gutes, das Bése in ihnen entstand, warum soll ich nach jenem Orte gehen?“ Als ich so sprechen wollte, sprach das grofe Leben zu mir: »Hine Schwangere wurde schwanger im Zweiten’). | Steige zeitig zur Welt hinab. Durch deine Kraft werden Uthras entstehen, durch deinen Glanz werden Gewaltige aufgerichtet werden.“ Das GrofBe in seiner Grobe verlieh mir reichlich Glanz. 1) Die Ubersetzung der letzten Worte ist unsicher. Man wiirde hier Sy03 eher in transitivem Sinne auffassen: ,,Die Finsternis erweiterte sich und bildete ihre Bewohner. Die Finsternis bildete (sie), und als sie (sie) gebildet hatte, priifte sie ihr Heer.“ Aber der in- transitive Gebrauch von 5x33 ergibt sich aus dem verwandten Text 83,22. Intransitives 4x23 haben wir auch R 34,11; 278,24; Joh. 51,9; Lit. 4,9, siehe auch Nold., p. 215,3. *) Leid. hat S*NPYNI. Der Satz wird durch R 295,24 verstindlich. Dort heiBt eS, da der Zweite, d.h. JoSamin, nachdachte, dafi sein Gedanke schwanger wurde und der Ge- danke, d. h. der Plan der Schépfung, nahe daran war, durch den Zweiten zustande zu kommen. Man sollte erwarten, dai gesagt wird, JoSamin sei mit dem Gedanken schwanger geworden, wie denn in demselben Stiicke weiterhin (296, 15) {Ol so gebraucht wird, aber es liegt ein Denkfehler vor. Auch hier ist die Schwangere der Gedanke des Zweiten, der sich mit dem Plane der Schépfung tragt. Statt des zweiten Lebens heift es der Zweite, da damit Josamin gemeint ist, siehe auch p. 63,29. NOLDEKR’s Abinderung von S239 zu QV (Gram., p. 1224) ist nicht richtig. 79, 22—80, 16 Drittes Buch. Reichlich verlieh es mir Glanz, reichlich gab es mir Licht mit. Es verlieh mir Sieghaftigkeit, die mich vor allem Hassenswerten bewahrt. Es verlieh mir ein weites Gewand, ausgedehnt und [80] endlos. Es verlieh mir ein weites Gewand und machte mich zum GroBen in hohem Mage. is verlieh mir einen Olivenstab lebenden Wassers’), einen Stab, durch den die Rebellen niedergestreckt werden. Ks verlieh mir einen Kranz lebenden Feuers, wundersam und lichtvoll ohne gleichen. Es wappnete mich durch seine Wappnung, es koste und ktiite mich wie Gewaltige’). Es sprach zu mir: »4iehe aus gegen die Rebellen der Finsternis, die Béses gegen uns sinnen. Sie sinnen in Bosheit, und der Bése schlof sich in seinen Behilter ein. In seinen Behilter schloB der Bose sich ein, und von deinem Worte wird nichts an ihn gelangen.“ Es spricht zu mir: »Der Gute wird wegen seiner Tugend emporsteigen und den Ort des Lichtes schauen. Der Bése wird wegen seiner Bosheit zu den Pforten der Finsternis hinabstiirzen. Hinausgerufen sind die Rufe, wohlausgedacht sind die Reden ’). Ein Ruf kommt und belehrt iiber alle Rufe. Eine Rede kommt und belehrt iiber alle Reden. Ein Mann kommt und belehrt iiber dies und das.“ Als das Grofe so zu mir gesprochen, ging ich durch seine Kraft nach dem Orte der Finsternis, nach dem Orte, in dem die Bésen hausen, nach der Wohnung, die voll von Verderbern ist, 1) Wie die Lichtwesen ihn tragen, siehe p. 26, 35. 2) Als ob ich einer der Gewaltigen wire. ) Vgl. Lit., p. 187. B und Leid. haben auch hier yy7>)D. ifs) 20 25 80 Rechter Teil. 80, 16—81, 5 nach dem Orte der Drachen’), nach den Ofen verzehrenden Feuers, nach den Feuerdfen, deren Flamme’*) emporsteigt und die Mitte des Firmamentes erreicht. Ich ging hin und traf die rebellischen Unholde der Finsternis. Ich ging hin und fand sie, wie sie alle in Bosheit sinnen. Sie stehen da und sinnen in Bosheit, sie stehen da und schmieden Waffen. Sie stehen da und schmieden Waffen und sinnen Béses gegen die Guten. Sie sinnen in Bosheit und beratschlagen mit einander. Sie beratschlagen mit einander und sprechen: »Gibt es ein anderes Wesen’), das eine Teilung in unserer Welt vornehmen will? Wenn es jemand gibt, der stirker ist als wir, so wollen wir uns erheben und mit ihm kimpfen. Wir wollen sehen, woher er stammt, woher seine Wohnung und Welt stammt. Dieses Haus gehort [81] ganz uns; keine Teilung gibt es in unserer Welt. Gibt es (Wesen), deren Kraft gréfer ist als die der Unholde? Es gibt keine, deren Kraft grif8er ist als die der Engel unseres Ortes“. Alle sinnen und suchen, und alle stolpern tiber eimander. Ruha, die Buhlerin‘*): ihr Sinn ist tiickisch, voller Liige. So ist der Sinn der Liignerin Ruha, .— die ganz voller Zauberei ist. *) So nach B, Leid. Nach AC ,,der Zweiten“, nach D ,,des Zweiten‘, siehe oben, p. 78°. Die Abinderung zu NINN (Néld., p. 1224) scheint mir auch hier unndtig. 2) Die Bedeutung ist nur nach dem Zusammenhange geraten. Leid. hat poy. ZIMMERN schreibt mir zu NDYON: ,cf. dazu event. ein assyr. alaku wahrscheinlich »2D- ziinden* (von Raucheropfer usw.) Belege dafiir bei MEISSNER, Supplement 7b; ZIMMERN, Zum babylonischen Neujahrsfest 138° (BSGW, Bd. 58, 1906).* *) Siehe p. 61. ' *) Mit Riicksicht auf ZIMMERN’s Bemerkungen KAT?, p. 423 iiber qadistu als Be- zeichnung fiir I8tar, hebe ich hervor, daS Raha hier NOW INP genannt wird, wie Joh. 187,7 Libat. Eine Anspielung auf NWIYPF NTN hiegt wohl nicht vor. 81, 5-24. Drittes Buch. Ganz von Zauberei ist sie voll, voll von Hexerei und (falscher) Weisheit. Hewath, das Weib, Riha, sitzt mit ihren Hmurthas‘) da und rauft sich die Locken am Kopfe aus. Sie sitzt da und treibt lignerisches Zauberwerk, 5 sie samt ihren Hmurthas*), und iibt sich in der (falschen) Weisheit. Wie Rutha sinnt und sucht und in liignerischem Zauberwerk wiihlt, in bésem Zauberwerk befangen ist (?), worin sie bewandert ist, wie sie sinnt und in Zauberwerk wilt, erfuhr Raha dies und das. Wer sagte es der Ruha’), wer belehrte die Fehler- und Mangelhafte, wer belehrte die Liignerin, das Weib, die Mutter des hinfilligen wer belehrte die Liignerin, Unholdes, dafZ der fremde Mann hierher gegangen ist? Die Liignerin stand auf, sie samt allen ihren Hmurthas, sie kam und fand die gewaltigen Unholde, wie sie dasafen. Sie kam und fand sie, wie sie alle mit Waffen bekleidet waren. Alle waren mit Waffen bekleidet und sagen vor dem Kénig der Finsternis. Der Koénig der Finsternis mit groBer Gewalt tobte in seiner Skina umher und rie f: ,Gibt es jemand, der kraftvoller ist als ich‘), dem alle Welten frohnen? Sollte es jemand geben, der kraftvoller ist als ich, so erhebe er sich zum Kampfe mit mir, dessen Speise Berge sind, in dessen Bauch nur Gift, kein Blut Alle GroBen und Riesen, sie und ihre Dimonen und Dews, sie alle frohnen mir. Sie stehen da und frohnen mir, sich findet °). und tiglich verneigen sie sich vor mir.“ — 1) Siehe oben, p. 53*. 2) Lies FD). 3) Siehe R 328, 22; 332, 15, auch Joh. Uf, p. 117, 6. 4) Siehe auch R 280, 25ff. y 5) Vielleicht zu lesen Ronwird NOT KNIT Ay Lidzbarski, Ginza. Wi, siehe R 281, 2f. 6 ea 5 i) wr 35 a ral No ur 40 82 Rechter Teil. $1, 24— 82, 20 Als der Kénig der Finsternis so sprach, [82] wankte Ruha von ihrem Throne herunter. Ruha schrie und weinte, sie samt allen ihren Hmurthas. Ruha sprach zu ihrem Sohne, belehrte den Kénig der Finsternis: ,Es gibt jemand, der gréfer ist als du und dessen Macht alle deine Welten iibertrifft. Es gibt eine Welt, die ausgedehnter ist als deine, in der Gewaltige wohnen. Gewaltige wohnen in ihr, und ihre Gestalt leuchtet mehr als alle Welten.“ Als Namrus so gesprochen vor dem sinkenden Berge’), fiillte er auf der Stelle sein Gewand ganz aus’) und wurde der Weltenfiille gleich °). Er wurde voll béser Bitterkeit BENS tr in Bosheit, er spie und warf Geifer aus, gliihend gleich Feuer. Er beriet sich in Bosheit und sammelte ein hinfilliges Heer. Ein hinfalliges Heer sammelte er und sprach: {ch will aufstehen und aus dem Orte der Finsternis emporsteigen. Ich will meine Binde an die Erde heften und sie entwurzeln, und mit meinem Seile will ich die ganze Welt umschlingen. Ich will sie verschlucken und die Gewaltigen von ihren Thronen herunterstiirzen.“ Der Bose wurde voll béser Bitterkeit, er ffnete seinen verderbten Mund, er Offnete seinen stinkenden Mund, da sein tibler Duft hervordrang: Er éffnete seinen stinkenden Mund, weit gleich der Weltenfiille. Als ich ihn erblickte, zeigte ich mich ihm im Gewande des gewaltigen (Lebens); im Gewande des Gewaltigen zeigte ich mich ihm, das weit und endlos ist. Als ich ihm in ausgedehntem Glanze erschien, ausgedehnt und alle Welt iiberragend, *) Vor dem hinfalligen, plumpen Riesen, vgl. auch p. 81,16. *) Er blahte sich auf. .*) Siehé Joh: Il, /p. 137 ¢ 82, 20—83, 15 Drittes Buch. 83 zeigte ich ihm den Olivenstab lebenden Wassers, den mein Vater mir verliehen. Ich zeigte ihm den Olivenstab lebenden Wassers, mit dem die Rebellen niedergestreckt werden. Ich zeigte ihm den Kranz lebenden Feuers, bei dessen Anblick die Daimonen erschrecken. Als ich Namrus erschien, rief sie Wehe, Wehe! Als ich dem Riesen erschien, [83] verlieBen ihn alle seine Heere. Als seme Heere ihn verliefen, zog er gegen’) seine Scharen, zog gegen die Krieger, die zu den Waffen gegen ihn greifen, zog gegen alle Daémonen, Dews, Hmurthas und Liliths. Er erhob sich und vernichtete die ganze Welt. Er umfaBte sie mit seiner ganzen Kraft und vergrub seinen halben Mund in die Erde®). Er nahm zwilf...... *) Staub und verschlang vom Orte der Finsternis. Er verschlang das schwarze Wasser, verschlang alle Dimonen und Dews, die darin waren. [Er verschlang?] alle Hmurthas und Liliths; er erhob sich und vernichtete die ganze Welt. Seme Augen ergliihten blutrot*), und sein Herz stand in Kummer da. Sein Herz stand da in Kummer, weil er nun leer in der Welt dastand. Wiederum erschien ich ihm mit dem Rufe des grofien (Lebens), da fiel ihm die Krone vom Haupte herunter. Als ihm die Krone vom Haupte herunterfiel, zog sich seine Galle an der Erde hin. Vom Hauch, der ihm aus dem Munde kam, erheben sich die Berge und sieden. Die Berge erheben sich und sieden vom Gifte, der aus dem Munde des Ur kam. 1) Dies oder ahnliches ist wohl der Sinn von PI ANY. Es diirfte eher Part. act. Peal als Perf. Pael enthalten. Etwa ,lagerte unter“? ®) Um sie zu verschlingen. Wie D hat auch Leid. NP IN2. *) Der Ausdruck findet sich auch R 380,3. NDO scheint ein Mafi zu sein. : 4) NOLDEKE’s Erklarungsversuch Gram., p. 40° ist mir nicht wahrscheinlich. Leid. hat NDOID, wodurch NOID gestiitzt wird. 6* Ur 20 to ut Us unr i} [ont Rechter Teil. Ich erschien ihm mit der Kraft des Grofen, da kam von seinem Hauch etwas an mein Gewand. Als von seinem Hauch etwas an mein Gewand kam, erlosch das lodernde Feuer ’). Das lodernde Feuer erlosch. Er umfafte die Erde und verschlang sie. Als er die Erde umfafite und sie verschlang, 83, 15—84, 7 fiel sein Nabel auf die Pforte der Ader der Finsternis. Als sein Nabel sich auf der Ader der Finsternis schiittelte, bildete sich die ganze Finsternis von ihm. Dann erweiterte sich die Pforte der Finsternis”), und er faBte diese mit seinem Herzen. Mit seinem Herzen fafte er die Finsternis, den Behilter, aus dem er gekommen war. Ich packte seme Augen, [84] knickte sein Herz. Ich léste seme ..... a zerdriickte seine Leber. Ich legte seinen Bauch in die Dirme und umwickelte ihn mit vier Tiichern’*). Kinen Wickel legte ich um seinen Nabel und band einen Knoten um sein Herz. Gift legte ich ihm in die Darme und Galle in seinen ganzen Kdérper. Hine Trine fiel ihm ins Auge, gliihend gleich Feuer. Er wurde mit einer Fessel gebunden, die dicker war als er. Dicker als er war sie, und sie zermalmte seine Knochen. Kin Maulkorb legte sich ihm um den Mund, und er wurde mit eisernem Zaume geziumt. ") Das mit dem Hauch herausgekommen war. *) Die Ubersetzung des letzten WH ist unsicher, siehe oben, p. 77,37. Zu den anderen ANN siehe Text 74,18. NDWR ANN in Z. 23 ist durch das hiiufige PWT ANH beeinflubt, die meisten Handschriften haben NDWTR ANN. 3) NOLDEKE deutet "MNpyS im Sinne von »Kehricht* (Gram., p. 544), was nicht pabt. Nach dem Zusammenhange mufi es einen inneren Kérperteil bezeichnen, anscheinend zwischen Herz und Leber. ZIMMERN schreibt mir: ,Event. in Betracht kommend assyr. lipa ,Fett“ (des Kérpers), vgl. hei HOLMA, Namen der Kérperteile, 8.8 und Amn. 3 (in DELITZSCH Handworterb. witer libu 8. 369a aufgefiihrt, bei MEISSNER, Suppl., 8. 105b, bei Muss- ARNOLT, S. 469b unter ida 1 und li(p)bu 2). Dagegen ist lubda (luppu) mit der angeblichen Bedeutung ,Schmeer, Fett“ wohl sicher anders zu fassen.‘! *) Siehe auch R 167, 6. 84, 7—8a, 1 Drittes Buch. Er wurde an Hiinden und Fiifen geknebelt, Wehe’) fiel ihm in die Seite. Kriimpfe’) fielen ihm in den Kopf, seine Augen erblindeten und waren nicht hell. Die Rede wurde dem Dew im Munde schwer, und er schloB sich in seinen eigenen Behilter ein. In seinen eigenen Behalter schlof er sich ein, und Ach, Ach rief er iiber sich. Ach, Ach rief er tiber sich, und sein eigenes Feuer ergliihte auf ihm. Wehe, Wehe rief er iiber sich, weil Zorn tiber ihn gekommen war. Uber ihn war Zorn gekommen, und Schwiiren bedeckten ihn von Kopf bis Fub. Wehe, Wehe ruft der Base, und alle Wasser triibten sich. Es triibten sich die Wasser. Seine Augen wurden dunkel und leuchteten nicht. Seime Arme (Fliigel) schlug ev gegen die Erde, eine Erschiitterung entstand in seinem Herzen. Mit seiner Ferse stampfte er auf die Erde, Kraimpfe fielen ihm in die Seite. Der Konig der Finsternis schloB sich in semen eigenen Behilter ein, und von meinem Worte gelangte nichts an ihn. Er verzehrte sich in Seufzen und rief: ,,Barmherziger, erbarme dich meiner.‘ Als er rief ,,Barmherziger, erbarme dich memer“, warf er alles, was er gegessen hatte, aus dem Munde. Alles, was er gegessen hatte, warf er aus dem Munde, und abscheulich war sein Gestank. Als er rief ,,Mitleidiger, habe Mitleid mit mir“, verlieBen ihn alle seine Anbeter’). Seine Anbeter verlieBen ihn, und seine eigene Last driickte ihn. Ihn driickte seine eigene Last, die gro [85] und endlos war. Als er zappelte, umherzappelte, brachte er seine Skina ins Wanken. 1) Vielleicht so nach alla 1 MUSS-ARNOLT, p. 39b. Oder nach allw 1 ebda., col. a ,eine Kette legte sich ihm an die Seite‘? 2) SNYM (DVM, DSM) heift ,sich zusammenziehen‘ und hingt wohl mit syr. Yan zu- sammen (R 137, 23; 154,8; 192, 65 L 48,22; Pael L 44,3). Davon ist wohl dieses N19 abzuleiten. L 12,3 steht es in einem Zusammenhange, wo anscheinend vom Sonnenstich die Rede ist. 8) Die ihm seine Last tragen halfen. N mn to ut 86 Néld., Rechter Teil. Als er seine Skina ins Wanken brachte, wurden Wachter tiber ihn eingesetzt’). Die Wichter, die iiber ihn eingesetzt wurden, waren rohe Riesen der Welt. Durch die Rohen und Riesen entstand eine Erschiitterung im Herzen der Raha. Eine Erschiitterung entstand im Herzen der Ruha, sie weint, stéhnt und schreit’). Sie spricht zu dem niedrigen Rohling, der haBlichen, schmutzigen Schlange’), deren Gestank aufsteigt: , Wer hat dir dies angetan, wer hat diese ........ aap Darauf sprach er zu Namrus, dem Schatze ...... *), aus dem er hervorgekommen war. Als er zu ihr sprechen wollte, bewegte sich der Zaum in seinem Munde. Der Zaum bewegte sich in seem Munde, und der Mann heulte und schrie. Wehe heulte, Wehe schrie der Mann, der Herr der ganzen Welt’). Er sprach zu Namrus, der Mutter dieser Welt: ,Der Mann, der mir dies angetan, ist gré®er als alle Welt. Ich schaute das Bild seines Antlitzes und war seiner ganzen Grife nicht gewachsen. Nicht war ich seiner ganzen Gréfe gewachsen, weil er gréfer als alle Welt ist.“ Als er so zu seiner Mutter sprach, wollte er sie zu sich heranziehen. Die Engel, die auf ihn achtgaben, riefen seinen nichtigen Namen aus. 85, 1—18 *) Die Bedeutung ist nicht ganz sicher; die Wendung findet sich auch Joh. 190, 5f. *) Lies STNNP}- 8) amy hat wohl diesen Sinn und gehirt zu NN, siehe weiterhin p. 88,17, gegen p. 156 unt. Siehe auch oben, p. 711. *) Leid. hat 9°55. Der Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle, und die Bedeu- tung ist ungewif. Weder N37 »Fab“, noch babyl. danadmw oder seine Ableitungen passen hier. Hine Weiterbildung von N37 im Sinne von ,,unterjochen“ liegt auch kaum vor. . 5) Vielleicht, ist hier eine Bezeichnung fiir die Gehenna (sonst mand. ONAN, ON) entstellt. -Leid. hat Oxy. ®) Der Bise, der &pxwv tod Kdopov tovtov. 85, 18 —86, 12 Drittes Buch. Eimer spricht zum andern: »Ur riihrt sich weg von seinem Orte.“ Als Raha dies hérte, schligt sie mit ihren Hinden ans Haupt. Ihre Hinde schlagt sie ans Haupt und rauft sich die Locken am Kopfe aus. Die Locken rauft sie sich am Kopfe aus und ruft Wehe, Wehe. huha und die Astarten stehen da und schmieden geheime Pline. Sie stehen da und schmieden geheime Pline gegen’) die Riesen, die Wachter des Ur. Als ich es sah, umgab ich ihn mit einem Reifen’). [86] Mit einem Reifen umgab ich ihn, der am Herzen des Himmels ...... ayy Ich schuf und machte eine Mauer fiir ihn, eine eiserne Mauer, und umgab damit seme ganze Wohnung. Uber die Mauer, mit der ich ihn umgab, setzte ich Hiiter ein, Hiiter, die auf sein Lager achtgeben sollten. Vierundzwanzig Tore schuf ich in ihr, durch die seine Welt bewacht wird. Durch sie wird seine Welt bewacht und steigt Staub auf ihn. Als ich vierundzwanzig Tore in ihr geschaffen, rief er Ach, Ach, Wehe. ,,Wenn ich hungre, was soll ich essen; wenn ich diirste, was soll ich trinken ? Worauf soll ich mich legen, und wer sol! mir Gesellschaft leisten ?“ ich erwiderte darauf und sprach zu Ur, dem nichtigen Kénige der Finsternis: »Der Gute steigt ob seiner Tugend empor und schaut den Ort des Lichtes’). Der Bise wird wegen seiner Bosheit am Orte der Finsternis abgeschnitten. 1) Lies 5y. Leid. hat N™NDNID. 2) Siehe Joh. II, p. 30%. bo wi LoS) wn 3) 5x50 ist entstellt. DaB es ,,Leiter“ oder ,,meine Leiter“ bedeute (Nold., p. 173, 14; 176, 3) ist unwahrscheinlich. Vielleicht ist hier gesagt, dab der Reifen am Herzen des Himmels befestigt wurde, siehe R 97,19; 118, 11. 4) Vgl. p. 79, 23. 20 to ut Gos un 88 Rechter Teil. An den Pforten der Finsternis sollst du lagern, des Behilters, aus dem du hervorgegangen bist. Sie soll dir Gesellschaft leisten, der Behilter, in den du dich eingeschlossen hast. Wenn du hungerst, so if von deinen Scharen, von allem, was sich dir beigesellt hat. Dein Trunk sei aus jenem schwarzen Wasser, in dem du Wohnung genommen hast.“ ,Wenn ich esse und nicht satt werde, wer wird mein Inneres an seinem Orte stiitzen? Wenn ich trinke und mich nicht sittige, wer wird meinen Durst stillen?“ Als der Bose so sprach, lachte ich, indem ich in meinem Gewande prangte, ich trotzte und lachte tiber ihn, die Schlange ohne Hinde und Fiif®e: ,.Du wolltest die ganze Welt verschlingen, doch da kam das Wort des Lebens, das zu herrschen und zu befehlen die Macht hat.“ Als ich so zu ihm sprach, jammerte er und weinte iiber sich. Er jammerte und weinte iiber sich und sprach: »Gibt es jemand, [87] der gréfer ist als du, der iiber alle Welten die Herrschaft inne hat? Wenn es jemand gibt, der gréfer ist als du, so sei nachsichtig gegen mich. Verdamme mich nicht, weil ich gesiindigt habe; sei nachsichtig gegen mich. Unser Herr! Wir haben gesiindigt und gefehlt, vergib uns unsere Stinde und Schuld’). Sei nachsichtig gegen mich, und wir alle wollen uns dir unterwerfen.“ Ich, der Gute, ich zum Guten, zu dir, Leben, das die Macht hat’), «+e Ich sprach zu ihm: 1) Siehe oben, p. 54, 28. *) Diese Worte stammen aus einem anderen Zusammenhange. Es folgt eine Ansprache an Ur, die eine Frage voraussetzt, wie lange er in der Fessel werde ausharren miissen, abn- lich wie sie weiterhin p. 89, 31 steht. Welt dauern, siehe p. 92 und R 127 ob. Seine Fesselung soll bis zur Schaffung der irdischen 87, 7—88, 3 Drittes Buch. »Bis das Leben es wiinscht : und Abathur hierher gepflanzt wird, bis Abathur geschaffen und die Séhne des Heils’) geschaffen werden. Das wundersame, lebende Feuer soll gestiftet und Gabriel, der Gesandte, soll geschaffen werden. Kr soll geschaffen und beauftragt werden, und man wird ihn hierher senden. Er soll geschaffen und beauftragt werden, und er wird die Welt schaffen. Kr soll kommen und die Verdichtung dichten und die Erde griechisch kunstvoll schaffen. Er soll die Erde griechisch kunstvoll schaffen und den Brunnen triiben Wassers verstopfen. Von dem Staube, der aus Siniawis emporsteigt, bilde sich fiir dich ein ZufluGrohr’). (Es breite sich iiber das lebende Feuer) Es fiille sich®) mit lebendem, prangendem Wasser, dessen Duft angenehm ist und woraus Wonniges geholt wird. Von dem Gusse jenes Wassers wird dein Trunk sein, wenn du diirstest. Von dem Frafe, den das verzehrende Feuer frift, soll auf dich*) herabfallen. Von dem, was iibrig bleibt und abfiaillt, soll deine Nahrung sein. Von deinen Dimonen, Déws, Hmurthas und Liliths soll deine Nahrung sein. Wenn das Firmament ausgespannt wird, wird sich die Glut auf dich senken.“ Ur stéhnte laut und sprach zu muir: , Wie lange soll ich allein dastehen [88] und die Biirde der Welt tragen?“ Als Ur so sprach, zitterte und bebte Ruha, seine Mutter. Ruha angstigte sich und bebte und rief Ach, Ach. 89 1) Eine haufige Bezeichnung fiir die héheren Wesen, doch siehe besonders R 93, 9, 23 und 297, 12. 2) NONDIND ,,Markgraf< ist mit NDMNO zusammengeworfen, vg]. auch R 132, 17. 3) ADd)oxo17) ist aus Say505) verderbt, vgl. auch Text 102, 5. 4) Lies NOY. bo ur 30 bo Lea 90 Rechter Teil. Ruha stéhnte laut wie eine Gebirende iiber den Riesen, der erniedrigt war. Sie rief ihm zu: » Wer wird dir gleichen, hintreten und die Welt lenken? Wer wird der Herr iiber deine Dimonen, der Herrscher iiber deine Hmurthas sein, ein Gewaltiger, ein Riese? Wer wird deinen Schmuck tragen’)? Deinen Schmuck wird wer tragen und dann die Frauen, den Leib der Frauen*)?“ Als die Bésen so sprachen, antwortete ich ihnen iiber alles”): » Wie das Grofe es will, so wurde es auf der Stelle. Wie das Grofe es will, mein Vater, der mich geschaffen, spricht es zu mir. Hinausgerufen sind die Rufe, wohlausgedacht sind die Reden*). Doch was Rutha ersinnt, werden nichtige Rufe sein. Wenn die Sieben entstehen, von denen der Fehl herkommt, werden die Namen jener Rufe tiber sie niedergeschrieben und ausgesprochen. Dann entstehen zwilf Rufe’), von denen Mangel und Fehl herkommt. Nach dem Plane der Ltignerin werden sie in Leid festgebunden’). Es entstehen fiinf Rufe, die mit Schrecken angesehen werden. Die Welten erblicken sie und fiirchten sich. Sie erscheinen in einem Behilter lodernden Feuers. 1) Oder: wer soll deine Gesellschaft ertragen ? *) Die Bedeutung von NAY) in MN ist unsicher; »stolz der Frauen‘ Das erste NW IY ist wohl auch nicht in Ordnun kaum gestanden haben. 8) Die Worte yay 5yD Sy gehiren schwerlich zum Folgenden, siehe auch R 92, 11. *) Siehe oben, p. 79, 27. 88, 3—19 pat nicht. g; eine Form von WW) ,,vergessen“: wird hier 5) Der Ruf verdichtet sich zum konkreten, durch den Ruf peseha renee Wesen. Hier sind es die zwilf Tierkreisbilder und die a bezw. fiinf Planeten, vgl. p. 13, 27. Von den Sternen gehen wieder Rufe aus, siehe den Schluf dieses Buches. *) Die festen Tierkreisbilder im Gegensatz zu den wandernden Planeten. $8, 19—89, 15 Drittes Buch. Sie wandeln an Ridern des Zornes, sie erscheinen in Feuerfarbe. Sie gaben mir Bescheid tiber die ersten Dinge und belehrten mich tiber dies und das. Sie belehren mich tiber alle Rufe, wie sie aus ihrem Orte hervorgekommen sind. Ein Ruf kommt und belehrt iiber alle Rufe. Eine Rede kommt und belehrt tiber alle Reden’). Ein [89] geliebter Sohn kommt, der aus dem Schofe des Glanzes gebildet wurde. Gebildet wurde er aus dem Schofe des Glanzes, und sein Abbild ist an seinem Orte wohlbewahrt. Er kommt mit der Erleuchtung des Lebens, mit dem Befehle, den sein Vater erteilet. Er kommt im Gewande lebenden Feuers und begibt sich in deine Welt. Er bezeigt Verehrung dem grofen (Leben), laBt Erleuchtung aus seinem Sinne hervorkommen. Erleuchtung la®t er aus seinem Sinne hervorkommen, er bringt Verdichtung und wirft sie ins Wasser. Verdichtung ins Wasser wirft er und schafft emen Damm fiir die Welten. Er bringt das lebende Feuer und wirft es in das triibe Wasser. Er beschwichtigt die Gruben und trocknet das triibe Wasser aus. Er schafft sich eine Welt und baut’) einen Bau gleich den Gewaltigen. Er bringt Glanz aus dem Hause des Lebens und erleuchtet seine Skina. Er schafft der Welt einen Konig und wirft eine Seele in seinen Kérper. Eine Seele in seinen Korper wirft er, und sie essen kirperliche Speise. Durch die Kraft des lebenden Feuers redet das verzehrende Feuer. Das verzehrende Feuer redet, und alles, dies und das, entsteht daraus. 1) Siehe p. 79, 29. 2) Siehe Néld., p. 83. 16. a1 Uo mn Rechter Teil. 89, 16—90, 10 Wenn die Blatter, Blumen und Kriuter entstehen, sowie alle Friichte, Trauben und Baume, die in der Welt prangen, wird durch den Duft des lebenden Wassers und des lebenden Feuers ihr tibler Duft wohlriechend werden. Von dem Fraf, den das fressende Feuer frift, wird dir deine Speise zukommen. Drei Uthras werden kommen’) und die Seele bewachen. Sie werden den Ruf des Lebens vernehmen lassen und das hinfallige Haus erleuchten. Zwei Uthras werden kommen und an der Spitze des Wassers hierher gehen. Sie werden Wasser bringen und einen Jordan in der Welt schaffen. Einen Jordan werden sie in der Welt schaffen und Glanz tiber ihn breiten. Sie werden Pflanzen [90] ........... *) pflanzen. Sie werden sein voll Glaubens, Weisheit und Ejinsicht und einen hehren Ruf vernehmen lassen. Einen hehren Ruf werden sie vernehmen lassen und itiber das Haus Glanz breiten. Der Gu, der sich aus dem Wasser ergiefit, das auf die Erde Tibil fallt, der Gu® der Erde Tibil soll dir, wenn du diirstest, als Wasser dienen. Das Haus*) der Erde Tibil soll dir als Hiiter dienen. Von deinen Sthnen, die aus dir hervorkommen, sollen dir Hiiter werden. Hiiter sollen sie iiber dich sein‘), die auf deinen Reifen achtgeben. Auf deinen Reifen sollen sie achtgeben, auf die Fessel, die der Weltenfiille gleicht. Sie sollen auf den hohen FufBblock achtgeben, der schwerer als alle Welten ist.“ Als der Bése dies hirte, wurde sein Herz voll Ingrimm. 1) Var. ,,entstehen“. Vgl. auch p. 15, 13. *) Die Bedeutung des Wortes ist unsicher, siche Joh. IT, p. 2121. *) D. h. die Insagsen. *) Leid. hat xy NID hinter Ndy. 90, 10—91. 1 Drittes Buch. Voll Ingrimm wurde sein Herz, und er erschiitterte den Ambo der Erde. Den Ambof der Erde erschiitterte er, er erschiitterte die Reifen, er erschiitterte die Fessel, die der Weltenfiille gleicht. Ich erhob mich in der Kraft des Lebens und richtete eine Bitte an das grofBe Leben. Ich rief dann hervor und schuf um ihn eine Mauer, eine eiserne und legte einen Reifen um ihn. [Mauer, EKinen Reifen legte ich um ihn’), dessen Starke niemand gewachsen ist. Niemand ist seiner Stirke gewachsen, um ihn von seimer Stelle zu riicken. Mit meiner Ferse stampfte ich auf die Erde und schiittelte sein Herz von dessen Stiitze herunter. Kinen Wickel legte ich um sein Herz und kntipfte emen Knoten um seinen Korper. Ich kntipfte sieben Knoten um ihn, da die Stimme der Finsternis aus ihm herausdrang. Ich kniipfte den groBen Knoten und machte seme ganze Rede zu nichte. Mit zwolf Wickeln umwickelte ich ihn, daf seine zwoélf (bésen) Gedanken’) bei ihm blieben. Ich fesselte ihn mit lauter Stimme, daB ihr®) ganzer Fehler von ihnen wich. Ich fesselte ihn mit emer Fessel’*), daf} die sieben ..... *) bei ihm blieben. Ich warf mit der Keule nach ihm und schlug ihn und spaltete ihm eimen Spalt in den Kopf. [91] Ich lieB ihn stéhnen gleich den Weibern und lieB ihn weinen wie ein Ixind. 1) Lies FON. 2) Siehe Joh. If, p. 17 *. %) Der Boésen. 4) NMDA AMDND kénnte zu PHD oder yD gehéren: .,ich kriimmte iln mit einer Kriimmung“, doch paft nach dem Zusammenhange besser MDD. Danach steht MNMDND fiir AMAND, d. h. mAb, und XDD ist NINBD- Siehe auch R 170, 14. 5) NOLDEKE nimmt fiir S277N nach dem Syrischen die Bedeutung ,,Strahlen* an (Gram., p. 127, 18). Doch hat es im Mandiischen nirgends diesen Sinn, auch nicht R 377, 8, wo sieben N777NT aus der Nase Urs, des Herrn der Finsternis, herauskommen; hier sind es wohl Feuerflammen und so anscheinend auch R 96, 14. R 242, 22 ist es im Sinne von Geburtswehen gebraucht, doch steht es da vielleicht irrtimalich fir STITANY (vel. R 158, 11). Etwas wie .Schmerzen“ wiirde auch an dieser Stelle passen, doch ist die Herleitung unsicher. Io (Se) (e) to wal 94. Rechter Teil. 91,2—16 Kot machte ich zu seiner Speise, Harn zu seinem Tranke. Ich léschte aus den Brand und die Glut des verzehrenden, verderblichen Feuers. : Die Gier nahm ich von ihm und bekleidete ihn mit Wut’). Ich ebnete einen Pfad fiir die Guten und schuf ein Tor fiir die Welt’). Ein Tor fiir die Welt schuf ich und stellte in ihm einen Thron auf. Emen Thron fiir die Guten stellte ich auf und richtete an ihm eine Leuchte her. Eine Leuchte richtete ich an ihm her, tiber die MaBen vollkommen. Eine Warte fiir die Séhne des Heils [richtete ich auf] am Orte, wo sie in Fiille, ohne Mangel leben. Ieh stellte ihnen Throne auf und iiberreichte ihnen Gewinder. Den Jordan des groBen (Lebens) schuf ich ‘und stellte an ihm Hiiter auf. Ich stellte an ihm zwei Uthras auf, iiberreich ohne Mangel’). Einen Thron stellte ich fiir den Obersten der Glanzwesen auf‘) und stellte davor eine Leuchte auf. Eime Leuchte stellte ich auf, iiber die Maen vollkommen. Mit Erleuchtung und Lobpreisung, mit dem, was das Leben mich hat vernehmen lassen, mit Erleuchtung und Lobpreisung machte ich mich auf und ging zum Hause des gewaltigen (Lebens)”). In der Freude, die ich empfand, sprach ich zu dem Gewaltigen. Das Grofe freute sich und zeigte sich fest°), es freute sich meiner iiber die Mafen. ‘) Der zweite Halbvers enthalt einen Widerspruch zum ersten. Vielleicht hat statt Snusady) urspriinglich Anywondy dagestanden: und seine Bosheit und seine Wut. *) Das Folgende schildert die Wirkung der Uberwindung Urs, doch hat es sich wohl nicht von vornherein unmittelbar an das Vorhergehende angeschlossen. *) Als Hiiter des Jordans gelten gewéhnlich die Genien Silmai und Nidbai, doch sind hier vielleicht, wie R 292, 24; 296, 3, Adatan und Jadatan gemeint. *) Siehe auch R 373, 8. 5) Siehe p. 74 unt., 954. *) Eine beliebte Verbindung ist DRONINYY NW, siehe R 97, 18; 115, 8; 125, 3. Trotzdem ist hier nicht DN NPHY zum shnlichen OXOKaAMyY abzniindern, sieche R Lb2 2) 91, 17—92, 8 Drittes Buch. 95 Das Leben zeigte sich mir erkenntlich und erhdéhte meinen Glanz iiber das friihere Ma hinaus. Es sprach zu mir’): »Kusta erhalte dich heil, Guter, und erhalte heil das Wort, in dem du dich geiufert hast’). Das Leben wandte sich in seiner Freude | an die Uthras und sprach: »Preiset die Kraft des Mannes, der das Wasser durch Feuer heilte’). Preiset die Kraft des Mannes, an dem das Feuer sich nicht versiindigt hat. Das Feuer versiindigte sich nicht an ihm: Der Uthra glinzte in seinem Glanze. In semem Glanze glinzte der Uthra und schuf einen Pfad fiir die Vollkommenen. Fiir die Vollkommenen schuf er einen Pfad und gewahrt den Vollkommenen Heil. Heil gewiihrt er den Vollkommenen und gedenkt ihres Namens [92] im Hause des Gewaltigen.“ Der Uthra war wohlgemut und froh, als das Leben sich ihm erkenntlich zeigte. Es koste und kiifbte den Uthra und reichte ihm Kusta wie emem der Gewaltigen. ,Er tat und hatte Erfolg‘ nannte es den Uthra. »in allem, was du tuest, sollst du Erfolg haben. Wenn du Uthras schaffest und pflanzest, so deine Uthras an jenen Ort gehen wollen HE 2K ok ae oe oe oe Ok ok grofer Vater, dem das Leben sehr erkenntlich ist.“ Ich empfing Kusta von ihm‘) und ging nach dem Hause der Gewaltigen, dem Orte, wo die Guten wohnen, dem Orte, wo die Guten dort wohnen. Als ich im Hause der Guten ankam, verneigte ich mich vor dem gewaltigen (Leben). 1) Leid. hat >0NON». 2) Alte Segensformel, siche auch R 240, 15; 343, 23; Lit., p. d0f. 8) Siehe oben, p. 91, 25. 4) Yom Leben, siehe vorher Z. 23. Wie der Text jetzt dasteht, mus man ihn so aut- fassen, dah Manda dHaijé sich vom Leben zum Hause der Grofen und Gewaltigen begibt, siehe p. 74. Doch ist wohl urspriinglich auch im folgenden Stiicke wie im vorhergehenden vom Leben die Rede. 5 iS) wn 30 25 35 96 Rechter Teil. 92, 8 —98, 2 Sobald ich zum Groen sprechen wollte, sprach das GroBe selber zu mir’). Sobald ich ihm erzihlen wollte, dankte mir das Grofie. Das GroBe dankte mir und erzihlte mir tiber Alles. Das Grofe nannte mich in seiner Majestat einen Grofen tiber die Mafen. Das GroSe nannte mich ,Er tat und hatte Erfolg’, einen Uthra, der seine Freunde festigt. ,Er tat und hatte Erfolg‘ nannte mich das Grofe: »in allem, was du tuest, sollst du Erfolg haben. Der Vater der Uthras sollst du sein, der seine Freunde mit Zehrung versieht. Du seiest der Auserwihlte der Uthras, und mache recht’) alle Werke. Alle Werke mache recht’), denn du bist ,Er tat und hatte Erfolg“. Manda dHaije, du riistiger, wohlgeriisteter Uthra, auf, leite hin die Leitung des lebenden Wassers und fiihre sie in jene Welt hin. Rufe die drei Uthras, die den Schatz des Lebens*) behiiten sollen. Behiiten sollen sie des Lebens Schatz, der von hier geholt wird. Thn holen einfiltige Uthras und bringen ihn nach jener Welt. Sie stecken ihn in Kot?) und kleiden ihn in Fleischfarbe’‘). Sie stecken ihn in Kot und bekleiden ihn mit einem nichtigen Gewande. Mit einem nichtigen Gewande bekleiden sie ihn und schaffen an ihm Mangel und Fehl. (93] Mangel und Fehl schaffen sie an ihm, und Schiefheit entsteht bei ihnen. Bei ihnen entsteht Schiefheit, und es widerfiihrt ihnen dies und das.“ — 1) Siehe oben, p. 77, 15. 2) Lies PPNOW, siehe weiterhin. *) Leid. hat NMNTVAY pry ppxmn. *) Siehe Joh, II, p. 201, Der ,,Schatz des Lebens‘* ist auch zu einem weiblichen Wesen personifiziert. Hier ist die auf die irdische Welt gebrachte Seele gemeint. 5) D. h. in den unreinen Kérper. *) Vel. Nold., p. 45 ob., 302 unt. 93, 2—16 Drittes Buch. 97 Alsdann richtete sich der Zweite auf’). Seime Uthras erhoben sich und erteilten ihm Ratschlige. Es erhoben sich seine Uthras und erteilten ihm Ratschlige’), indem sie sprachen: »Gewihre uns’), daB wir eine Welt schaffen und dir Skinas errichten, die die deinen genannt werden sollen.“ Da verlieh ihnen der Zweite von seinem Glanze und seinem Lichte und von dem, was ihm das Leben sonst gewihret. Er verlieh ihnen von seinem Glanze und befahl ihnen*), eine Welt zu schaffen. Die Séhne des Zweiten machten sich auf, gingen hin und stiegen zum Orte der Finsternis hinunter. Sie riefen Ptahil-Uthra hervor, sie riefen ihn hervor und festigten ihn an seinem Orte. Sie riefen die Sdhne des Heils hervor und richteten sie auf ihren Thronen auf. Sie riefen hervor und schufen Skinas und schufen in ihnen Uthras. Sie gingen an die Wasserbiiche’), schauten hin und erblickten den Ort der Finsternis. B’haq-Ziwa*) erglinzte’) in seiner Seele und sah sich als Gewaltigen an. Als Gewaltigen sah er sich an und verliefi den Namen, den sein Vater geschaffen hatte’). Er sprach: »lch bin der Vater der Uthras. Der Uthras Vater bin ich, der ich den Uthras Skinas geschaffen habe.* Er sann iiber das triibe Wasser und sprach: ,Ich will eine Welt schaffen.“ 1) Siehe oben, p. 63; 29; 78 *. 2) Vel. R 296, 22 ff. *) Lies JNONINN. 4) a3) heift ,,ziehen, hinziehen‘‘ und steht besonders bei Wasser; es paft also hier nicht. Bs diivfte aus TINPD ,er befahl‘‘ verderbt sein unter Einwirkung von Text 92, 18. 5) Siehe oben, p. 672. 6) Er ist oben, p. 76, 30 kurz erwahnt. Ausfiihrlicher ist von ihm R 297 die Rede. Er ist vom zweiten (Leben) geschaffen und maft sich den Namen ,,Vater der Uthras“ an, d. h. er identifiziert sich mit Abathur, dessen Name so gedeutet wird, siehe Joh., p. XXIX. 7) "ND ,,erglinzte“ paft nicht, man erwartet etwas wie ,,iiberhob sich“. _Vielleicht ist IND aus DAYNWY entstellt, wenn nicht wie R 297, 17 NWF nooxa ADINT ,,er schaute auf seine eigene Welt‘ zu lesen ist. | 8) Oder ,,ausgerufen hatte“, siehe p. 32*. Lidzbarski, Ginza. 7 5 98 nr 15 25 30 Rechter Teil. 93, 16—94, 8 Er ging mit sich nicht zu Rate und kannte das triibe Wasser nicht. Das triibe Wasser kannte er nicht, er kannte nicht das verzehrende Feuer, an dem kein Glanz war. Der Vater der Uthras lieB sich nicht beraten’), und er gewihrte ihnen keine Helfer’). Er rief Ptahil-Uthra, koste und kiiSte ihn wie’) Gewaltige. Er verlieh ihm Namen, die an ihrem Orte verborgen und verwahrt sind. Er gab ihm den Namen Gabriel, der Gesandte, rief ihn, beauftragte ihn und sprach zu ihm: ,Auf, geh, steig hinunter an den Ort, wo es keine Skinas und keine Welten gibt. Schaffe und mache dir eine Welt wie die Séhne des Heils, die du geschauet. Schaffe und richte eine Welt her’). Schaffe dir eine Welt und bilde darin Uthras. Der Vater der Uthras sagte ihm in seinem Hochmut*) nichts von der Gegnerschafit, [94] er riistete ihn nicht und belehrte ihn nicht. Ptahil-Uthra machte sich auf, ging hin und stieg unterhalb der Skinas hinab, an den Ort, wo es keine Welt mehr gibt. Er trat in den kotigen Dreck, trat in das triibe Wasser. Kr begann zu sprechen, da verinderte sich (an ihm) das lebende Feuer. Als das lebende Feuer sich verinderte, betriibte er sich in seinem Herzen und sprach: »DVa ich ein Sohn Grofer bin, warum verdnderte sich das lebende Feuer?“ Als Ptahil-Uthra so sprach, fiihlte Ruha sich gestarkt. Ruha fiihlte sich gestirkt, und ihre Seele nahm Hochmut an. 1) Siehe auch R 296, 23f. *) Diese Worte beziehen sich wohl aut die Darstellung im Folgenden. *) Leid. hat 4D, siche auch oben, p. 79, 14. *) Auch hier ist wie weiterhin ay zu lesen. Leid. hat Way). >) Man erwartet eher iilic Schreibung NMDA, siehe Joh. I, p. 331; vgl. auch weiter- hin Text 94, 10 gegen 94, 8. Leid. hat schlecht 7S53woN) AQ WMN ID. 94, 8—24 Drittes Buch. 99 Sie sprach: ,Sein Glanz hat sich verindert, an seinem Glanz entstand Mangel und Fehl.“ Sie machte sich auf, zerstérte ihre Habe’) und kleidete sich in ein weites Gewand; sie verainderte ihren Geist in Hochmut’) und stellte sich hin, wie sie nicht war. Sie sprach zu dem Krieger, dem térichten, sinn- und verstandlosen. Sie sprach zu ihm: »Auf, sieh, wie der Glanz des fremden Mannes sich verringert hat, wie an seinem Glanze Mangel und Fehl sich bildete. Auf, schlafe bei deiner Mutter, damit du von der Fessel befreit werdest, mit der du gefesselt, die stirker als alle Welt ist.“ Als der Bése dies hérte, schiittelte er sich mit seinen Knochen, er legte sich zur Ruha, und sie empfing sieben Gestalten von einer Handlung. Nach sieben Tagen kreifite sie und gebar die Verichtlichen, sie gebar die Planeten, von denen die sieben Gestalten ausgingen’). Als sie sie erblickte, fiel ihr das Herz von der Sttitze herunter. Sie sprach: ,lch sagte, doch es wurde mir nicht gesagt, was ich wollte ist nicht geworden, kemer gleicht dem andern.“ Als Ruha so sprach, lehnten ihre Séhne sich auf. Sie lehnten sich auf und verleugneten ihren Vater. Es gibt nichts, das endlos wire. Ptahil wusch seine Hinde im triiben Wasser und sprach: Es werde eine Erde, wie sie im Hause der Gewaltigen ward.“ 1) Der Ausdruck findet sich nur hier und weiterhin. Soll er soviel heifen wie ,,auf- brechen“ ? x. 2) Doch wohl so aufzufassen, hier nicht NT als Eigenname, sondern nny parallel Swond. Zur Lesung ON WN (auch Leid.), siehe R 117, 6; 173, 16. ®) Die ihrem eigenen Wesen entsprechen, siehe p. 114, 4, 15; 138 unt. m9 ime 30 40 100 Rechter Teil. 94, 25—95, 17 Als er seine Hinde eintauchte, bildete sich eine Verdichtung. Eine [95] Verdichtung bildete sich, die hingeworfen lag und sich hin und her bewegte (2), als ob es keine Verdichtung ware. Als so keine Erde entstand und sich verdichtete, geriet sein Herz in Zwiespalt. Als sein Herz in Zwiespalt geriet, fiihlte Ruha sich wiederum gestirkt. Sie sprach: »Ich will mich aufmachen, meine Habe zerstidren und zu dem Kénige der Welt’) gehen.“ Sie machte sich aufs Neue auf, zerstorte ihre Habe und bekleidete sich mit ihrem Gewande. Sie machte sich auf, zerstérte ihre Habe, ging zu dem Unhold hin und sprach zu ihm: »Auf, groBer Unhold, auf, siehe, die ganze Welt ist dein. Ich habe gehoért, dai das Haus verlassen wurde und alle Knoten gelést sind’).* Als der Bése dies hérte, fiihlte sich sein Herz um das Doppelte gestiirkt. Als sem Herz gestirkt war, sprach sie zu ihm: ,,[ch bin deine Schwester. Wenn du bei mir liegest, wird deine Kraft sich verdoppeln.‘ Als er bei ihr schlief, empfing sie von einer Handlung zwilf Unholde. Sie empfing von ihm zwilf Unholde, von denen kein Einziger etwas taugte. Nach zwolf Tagen bekam Ruha die Wehen. Sie kreiBte und gebar zwolf Gestalten, von denen keine der anderen glich. Sie glichen nicht einander; ein jeder ritt auf dem SchoBe des anderen. Als sie sie erblickte, fiel ihr das Herz von der Stiitze herunter. Das Herz fiel ihr von der Stiitze herunter, und sie heulte und weinte iiber sich. *) D. h. dieser Welt, siehe p. 86°. *) Alles ist auBer Rand und Band. 95, 17—96, 8 Drittes Buch. Sie sprach: Ich sagte mir, ich wiirde tragen und gebiren, und sie wiirden gleich dem Herrn der Welt’) sein. Ich bin gelaufen, mein Herr, doch nicht hingelangt; Qual habe ich mir selber aufgeladen’).‘ Als Namrus so sprach, erbosten alle zwilf. Alle erbosten und verleugneten ihren Vater. Es gibt nichts, das endlos wire. Ptahil stand in Gedanken da. In Gedanken stand Ptahil und sprach: ich will die Welt verlassen.‘“ Als Ruha dies horte, richtete sich ihr Herz wieder auf der Stiitze auf’). Sie sprach: Der Fremde ist mir kein Widersacher; der Fremde hat keine Macht iiber die Welt.“ Sie machte sich auf, zerstérte ihre Habe und zog [96] ihr Gewand an. Sie machte sich auf, zerstérte ihre Habe und ging nach ihrer Heimat*) im Orte der Finsternis. Sie sprach zu dem niedrigen Krieger, der ohne Hinde und Fiife ist: ,steh auf, mein Vater, siehe, ich bin deine Tochter. Kose und kiisse mich und liege bei mir. {Liege] bei mir und fille deme Augen mit der Welt”). Deine Augen fiille mit der Welt und siehe, daB die ganze Welt*) dir gehdrt. Der Fremde, der in deine Welt kam, 101 hat sie eilig wieder verlassen und ist zu seinem Orte emporge- Wenn du bei mir liegesi, werden deine Augen bleiben wie sie sind.“ — 1) Leid. hat FTND. 2) Anscheinend ein Zitat, siehe auch weiterhin. Leid. hat SNWEND. °) Lies F5yIN oder Fy ny. 4) Wohl FoND5 zu lesen. 5) Sieh dir die Welt voll an, siche Joh. H, p. 47%. 6) Leid. hat xpoN ADDS. [stiegen. igo) 20 30 35 102 Rechter Teil. 96, 5 —97, 2 Als der Bose dies horte, koste und kiiBte er sie und schlief bei ihr. Er kii®te sie und schlief bei ihr, und sie empfing von ihm eine Schwangerschait. Sie empfing von ihm fiinf Wiiteriche’), die einander verleugnen’). Sie verleugnen einander und geben sich einem unwiirdigen, unschénen Treiben hin’). Am ersten Tage spaltete sich (der Himmel), und es blitzte. Am zweiten Tage donnerte es. Am dritten Tage wurde (der Himmel) von Feuerflammen umgeben’). Am vierten Tage bebte ein Beben an den Pforten der Finsternis. Am fiinften Tage krampfte sich ihr (der Ruha) Herz und ward traurig. Thr Sinn empfand den Schmerz einer kreiBenden, gebiérenden Wochnerin. Sie kreiBte und gebar fiinf Gestalten, von denen keine der anderen glich. Keine glich der anderen, und sie strauchelten iiber einander. Von ihnen geht der Fehl aus, dem alle Welten nicht gewachsen sind. Als sie sie erblickte, schlug sie mit ihren Handen an das Haupt. Mit ihren Hinden schlug sie an das Haupt und raufte sich die Locken am Kopfe aus. Die Locken raufte sie sich am Kopfe aus und brachte Schiefheit in ihr Herz. Sie sprach: »lch bin gelaufen, mein Herr, doch nicht hingelangt; ich habe mir selber Qualen aufgeladen. Ich sah sie nicht und fand keine Befriedigung, ich sprach, und es trat nicht ein. Alle meine Hexenkiinste gingen mir verloren, und alle meine Worte verliefen mich. Was habe ich davon, [97] da ich meine Habe zerstirte, und was habe ich davon, da ich mein Gewand anzog? Was habe ich davon, dai ich mein Gewand anzog’), — wo ich keinen Anteil am Hause habe?“ — 1) Val p. 138% *) Durch ihre Unihnlichkeit, als ob sie nicht zu einander gehdrten. *) Dies ist vorweggenommen. Die im Folgenden genannten fiinf Tage sind die Tage der Schwangerschaft; von der Geburt ist erst nachher die Rede. 4) Vgl. p. 935. ®) Leid. hat mrwayd ywann§. 2 Drittes Buch. Ptahil dachte in seinem Sinne nach, beriet sich in seiner Weisheit und sprach: leh will mich aufmachen, mich vor dem Leben verneigen und mich dem Grofen unterwerfen. Es ist mein Wunsch, ein Gewand lJebenden Feuers zu nehmen und im triiben Wasser umherzugehen. Im triiben Wasser will ich umhergehen und angeben, was geschehen soll.‘ Als Ptahil nach dem weisen Plane, den er gefabt, das Leben angebetet und gepriesen hatte, empfing er ein Gewand lebenden Feuers und ging im triiben Wasser umher. Als das lebende Feuer sich mischte mit dem triiben Wasser, stieg infolge des Duftes des Gewandes lebenden Feuers Staubpulver von der Erde Siniawis empor. Von der Erde Siniawis stieg Staub empor und fiel iiberall’) hin. Alle Meere wurden verstopft, alle Gruben beschwichtigt’). Trocknes entstand, eine Verdichtung bildete sich und fiel in das Wasser. Ein Vorhang hob sich*) in die Hohe, stieg empor und stellte sich am Herzen des Himmels auf‘). Als das Firmament ausgespannt war, verneigte er sich und pries den Mann, seinen Schopfer. Als er den hohen Thron erblickte’), freute er sich und ward frohen Herzens. Er fate den Nabel der Erde und wollte ihn an das Herz des Himmels kniipfen. Als er den Nabel der Erde fassen wollte, umkreisten ihn die Hinfalligen‘). Es umkreiste ihn der Korb’) der Listigen, der voll (falscher) Weisheit ist. 1) Lies ANN ANON. 2) Siehe oben, p. 91, 27 und Joh. I, p. 90. 3) Leid. hat SONY). 103 *) Der ,, Vorhang“ ist wohl das Firmament, siehe weiterhin, nicht das NNDWND des Ptahil, von dem R 306, 19; 340, 8 die Rede ist. 5) Der hohe Thron ist das Firmament, nicht ist damit Ptahils Thron gemeint. 6) Oder ,,die Hinsinkenden“. Es ist eine Bezeichnung fiir die Damonen, siehe oben, p. 17, 8; 35, 40. Das Wort wird auch éfter fiir die vergiinglichen irdischen Dinge gebraucht, pesonders im Ausdruck NOON) NOND ,,das hinfallige Haus“, d. h. diese Welt. ?) Das Wort NMDYP findet sich mandaisch nur an dieser Stelle. Im Talmud ist es Lee) ° 1 to ut 104 Rechter Teil. 97, 22—98, 12 Er ist voll Blendwerk, ganz voll von Weisheit. Er ist voll Blendwerk, der Weibskorb’) der Hexerei. Es umkreisten ihn die sieben Planeten und die zwiélf nichtigen Unholde. Es umkreisten ihn [98] Atarpan und Lufan, die beiden Fiirsten der Welt, . Urpel und Marpél, die in der Tibil tiber den Zorn eingesetzt sind. Sie umkreisten den grofen Drachen’), stiegen empor und stellten sich an die Wélbung. Als er den Nabel der Erde fafte, ihn emporhob und an die Wélbung band, als er den hohen Reifen des Firmamentes fafite. in die Héhe stieg und ihn an seinen Thron band, wurden die Planeten gebunden, und sie stiegen empor, stellten sich an die Wilbung. Die Unholde stellten sich hin und wurden in ihren Banden’) gefesselt. thre fiinf Lenker rufen jammernd Wehe, Wehe’). Ptahil in seiner Weisheit sitzt da und fragt sie emzeln aus: »Woher kamet ihr, ihr Bésen, deren Gestalt nicht aus dem Vaterhause stammt?“ Als er so zu ihnen sprach, antwortete ihm Ruha von unten’). ,,Wir kommen’), wir wollen deine Diener sein, wir wollen hintreten und dir Helfer sein. hiufiger, siche LEVY, Neuwhebr. Worterb. IV, p. 270f Das daraus entlehnte arabische quffe (guffe) bezeichnet jetzt in Babylonien das runde geflochtene mit Lehm_ bestrichene FluSboot. ,,Der Korb der Listigen“ bezeichnet wohl verachtlich das Pack der Listigen. 1) Lies nNdD. *) Siehe NOLDEKE, Zeitschr. f. Assyriol. XXV (1911), p. 356. ®) INH, NINH muh etwa diesen Sinn haben. Es steht R 225, 21; 377, 18 zwi- schen wdxdyp (vgl. Joh. Il, p. 50%) und noxdwiy’, siehe auch R 361, 17. Die Bedeutung ,Strafen’ (Néld., p. 21, 12; 140, 1; 325, 9; 327, 21) pat nicht. Die Herleitung ist ungewif. Weder 87H noch yp bietet eine passende Erklarung, doch liegt ein dazu gehériges Verb vielleicht Text 99, 2; 114, 14 vor. *) Die Oxforder Handschrift hat gut sap 5. >) So steht falschlich da; es sind die Planeten, die ihm antworten. 6) Oxf. hat gut PIN. 98, 12—99, 3 Drittes Buch. 105 Helfer wollen wir dir bei allem sei, was du unternimmst, und dich auf deinem Throne ungestirt lassen. Wir wollen dich ungestért auf deinem Throne lassen, wir wollen hintreten und die Welt in Ordnung halten. Wir wollen gut sein 5 und dir in jeder Hinsicht ergeben sein.“ Als die sieben Planeten so zu ihm sprachen, erwiderte er ihnen: ,,[hr seid meine Sohne. Wenn ihr gute Werke tuet, will ich euch zu meiner Partei zihlen.‘ ite) Als Ptahil so sprach, wurde ihm das Haus weggenommen. Das Haus wurde ihm weggenommen, und die Hinfalligen erhielten die Herrschaft dariiber, wie bevor das Firmament ausgespannt 15 und die Erde durch die Verdichtung fest geworden war. Als Ptahil so sprach, wurde ihm das Haus weggenommen. Ptahil klart sich bei semer Klugheit auf und spricht: ch will mich aufmachen und zum Hause meines Vaters empor- 20 [steigen. Ich will zu meinem hohen Vater sprechen: Alles was du mir befahlest, habe ich ausgefiihrt.“ Als Ptahil so sprach, klért sich Ruha bei ihrer Klugheit auf und spricht’): 25 ,lch will Hmurthas und Astarten schaffen, die meine Kinder in der Welt sein sollen. [99] Die Planeten und ihre Daémonen sollen sich zur Gegnerschaft erheben. Die Unholde und Dews sollen sich erheben, 30 und wir wollen alle Welt ...... *) Die fiinf Herrscher des Hauses’) sollen sich erheben und Krieg fiihren.“| — 1) Leid. hat NWN) NNID NNDIDITID NNID RPNRD XA, was ich nicht verstehe. 2) Das Wort 77D) findet, sich in demselben Zusammenhange auch R.114, 14. Aus dieser Stelle ist zu ersehen, daf nodx FADD Objekt ist Die Bedeutung ist ungewi, siehe oben, p. 104%.. Zwei Londoner Handschriften und Leid. haben an dieser Stelle PDN, was eine Verschlimmbesserung ist, zumal Leid. dort auch 79DN3 hat. 5) Die fiinf Planeten als Herren der irdischen Welt. 106 wt 35 Rechter Teil. 99, 3—21 Als Ptahil sie erblickte, leuchtete es ihm bei seiner Klugheit auf. Er ballte die Faust und schlug auf die Vorhéfe seiner Brust’). Er sprach: ,Bevor ich zum Vaterhause gehe, setze ich tiber diese Welt einen Herrn ein. Die Herren des Hauses wissen nicht, daB diese Welt einen Herrn hat*).‘ Als er zum Hause des Lebens ging, zu seinem Vater’), sprach der Uthra zu ihm: ,,I[ch habe die Welt geschatfen.‘ Ruha schuf Hmurthas und schuf Astarten, die verschleiert sind’). Sie bildete Liliths jeglicher Gattung und Art. Die Planeten schufen Dimonen, zahlreich und unbegrenzt. Die Unholde schufen Déws als ihr Abbild in der Welt. Die Fiinf bildeten das Schwert, sie, die itiber den Zorn in der Welt eingesetzt sind. Von einigen sind die Abbilder auf der Erde, von anderen im triiben Wasser. ,,Wir wollen im Himmel weilen, doch unsere Geschépfe in der ganzen Welt. Die Erde soll uns gehiéren, und niemand sonst soll tiber diese Welt herrschen. Das Haus, das unser Vater uns gebaut, wollen wir nach ihm bewohnen. Denn wir sind die Herren des Hauses; Ruha sei die Herrin an unserem Orte. Raha dQudsa mit uns, wir wollen seine Hiiter sein. Die zwilf Gestirne sollen hintreten und Tage und Monate einteilen. Sie sollen Stunden und Sosse einteilen, sollen Minuten und Sekunden’) einteilen. *) D. h. die herausragenden Teile der Brust, siehe Joh. II, p. 37°. *) Die Satze sind unklar. Statt Abyyw lese ich Aynwy. Der Herr, den er iiber die Welt einsetzen will, ist Adam. Die Herren des Hauses sind die Planeten. Diese wissen nicht, daf er, Ptahil, der eigentliche Herr der Welt ist. Siehe auch R 110, 22. *) Zu B’haq-Abathur, siehe p. 97, 21. *) Siehe Joh. II, p 2231, ®) Der Sossos ist bei den Mandiern der zwilfte Teil einer Stunde, siehe Joh. I, p 1801, 99, 22—101, 2 Drittes Buch. 7 107 Wenn wir dies tun, wird das ganze Haus uns gehiren’).“ Von der Zeit, da die Erde gedichtet wurde, bis da® Adam kam, sind es dreihundertsechzig Tausend Jahre. Von der Zeit, da Adam kam, bis zum Ende der Welt sind es vierhundert [100] achtzig Tausend Jahre. Die sieben Planeten verteilten die Jahre, daB keiner vor dem andern zu kurz kam A Die Verfiihrerin Raha verteilte die ganze Welt. Von den zwiélf Sthnen der Mangelhaften hatte keiner weniger als der andere. Ruha und alle Planeten ahnten und wuften nicht, da® die Welt einen Herrn hat und ihm Helfer zur Seite stehen. Wie sie dastehen und Plane schmieden und der Welt einen Herrn geben wollen, — es gibt nichts, das endlos wire’). Ptahil kehrte wieder zur Welt zuriick und horchte auf das, was sein Vater ihm gesagt. Er sprach: ,,I[ch bin hergekommen, um einen geliebten Sohn zu schaffen. Ich will ihn schaffen und festigen, dann erhebe er sich und preise das gewaltige (Leben). Wenn er auf den FiiBen steht, wird er mit der Hand gegen das wilde Getier schlagen. Er wird mit der Hand gegen das wilde Getier und das Viehgetier schlagen und dieses anweisen, dafi es Nutzen stifte wegen dessen, was die Planeten getan haben. Diese verteilten das (Erden)reich, daf es den Kérpern gehire, dafi diese alles Viehgetier und alle Friichte der Erde essen, die alle aus den Wasserfriichten kamen *).‘ Als Ptahil ban und zu ’) den Planeten sprach: , Wir wollen Adam schaffen, da®& er Konig iiber die Welt sei“, als er so zu ihnen sprach, berieten sich alle miteinander: wir wollen ihm sagen, dai wir Adam und Hawwa schaffen wollen, denn er gehdrt zu uns. Sie sagen ihm nun: »Wohlan, wir wollen Adam und Hawwa, das Haupt des ganzen Geschlechtes, schaffen. “ Als die Planeten so zu ihm sprachen, ward Ptahil im Herzen betriibt und sprach: ,Wenn ich allen Adam und Hawwa, das Haupt des ganzen Geschlechtes, schaffe, was weifi dann Adam in der Welt anzufangen?‘ Darauf sprach Ptahil-Uthra zu den Planeten und sagte ihnen: ,,Adam ist mein Sohn, der Konig dieser Welt.“ Darauf sprachen die Planeten {101} und sagten zu Ptahil: ,Im Vertrauen worauf steben wir dann da®), und Auch SN) und NWN miissen kleine Zeitteile bedeuten; vielleicht etwa Minuten und Sekunden. Sie stehen R 112,19 in demselben Zusammenhange. Die Bedeutung von N°JN3 als kurzer Zeitraume geht auch aus L 76,17 hervor. Das hier stehende R™7\D ist kaum mit NUN ,,Festversammlung, Festmahl identisch. 1) Der Absatz lauft in eine Rede der Sieben aus. Das folgende Stiick ist eingeschoben. 2) Ausfithrlicher R 378, 37 ff. 9) Siehe oben, p. 75%. Der folgende Abschnitt setzt eine Rede Abathurs voraus, *) Cod. B und Leid. haben }\79)D4, siehe oben, p. 377. a nnd ist vielleicht an Ag Stelle zu streichen. Es ist wohl aus der folgenden Zeile hierher geraten. 6) D. h. worauf diirfen wir rechnen. wn ° iS) ° 25 fe) Go ut {08 Rechter Teil. 101. 2—18 woriiber haben wir (dann) Macht in der Welt?“ Da erwiderte ihnen Ptahil und sprach: ,Ihr sollt ihm Pfleger sem und in jeder Hinsicht zu Diensten stehen.“ Sie schufen dann Adam und legten ihn hin, ohne daf eine Seele in ihm war. Als sie Adam schufen, konnten sie keine Seele in ihn werfen. Da riefen sie den Luftwind’), daB er seine Knochen aushohle. Er hdhle seine Knochen aus, und Mark bilde sich in ihnen. Mark bilde sich in ihnen, damit er auf seinen FiifSen feststehe. Sie riefen den Glanz des lebenden Feuers, damit es sein Gewand licht mache. Es mache sein Gewand licht, damit er auf seinen Fiifen feststehe. Sie riefen den Dunst der Biche und den Qualm des verzehrenden Feuers’”), daB sie in semen Rumpf eintriiten, auf dafi er die Faust balle F und mit semen Armen aufschlage, damit er schelte und sich schiittle, damit er auf seinen FiiBen feststehe. Die Planeten sprachen dann und wandten sich an Ptahil: .Gewihre uns, dai wir von dem Geist in ihn werfen, den du mit dir aus dem Vaterhause brachtest.“ Alle Planeten bemiihten sich darum, die Herren der Welt bemiihten sich darum. Doch obwohl alle sich darum bemiihten, konnten sie ihn nicht auf die FiiBe stellen. Da machte sich Ptahil in seiner Erleuchtung auf und stieg zum Orte des Lichtes empor. Er trat vor den Vater der Uthras’‘), da sprach sein Vater zu ihm: ,,Was hast du vollbracht?“ 1) Siehe oben, p. 157. *) Die Bedeutung von NYPANW ist sicher, siche Nold., p. 113,5. Aus dem schlechten, ungesunden Wasserdunst und dem Qualm des bisen Feuers bildete sich in Adam der Jithzorn. siehe auch Joh. II, p. 57 ob. *) D.h. vor B’haq-Abathur, siehe oben, p. 97, 21. 101, 18—102, 6 Drittes Buch. 109 Darauf erwiderte er ihm: . Was ich sonst geschaffen, ist gelungen, doch mein und dein Abbild ist nicht gelungen ’*).“ Da erhob sich der Vater der Uthras, machte sich auf und ging nach dem verborgenen Orte. Kr holte den Mana’), dali er alle verweslichen Dinge erleuchte, da er das Kérpergewand erleuchte, jeglicher Gattung und Art. Kr wickelte ihn in seinen reinen Turban unter den Namen, die das Leben ihm verliehen °*). Er faite ihn an den Enden seines Turbans’‘), brachte ihn hin und tibergab ihn seinem Sohne Ptahil. Als er ihn Ptahil-Uthra iibergab, rief das Leben die Helfer herbei. Ks rief Hibil, Sitil und Anos, die Uthras, [102] die iiberragend und ohne Mangel sind. Es rief sie-und richtete an sie Befehle, sowie Warnungen iiber die Seelen. Es sprach zu ihnen: . Behiitet ihr sie, da alle Welt iiber sie nichts erfahre. Der biése Ptahil erfahre nicht, wie die Seele in den K6rper fiaillt. Wie die Seele fallt in den Kérper, und wie das Blut in ihm spricht”). Wie in ihm das Blut spricht°) und wie durch ihn dringe ...... Deres no.) *) Adakas-Mana, er sei ihr ein Hiiter. 1) Leid. hat °NONTP statt INNYD7I: ,gelang vor mir, doch dein Abbild ist nicht ge- lungen.** *) ND ist zu streichen. Hier ist nicht der grobe Mana, das héchste Wesen, gemeint, sondern Seelensubstanz, die den toten Kérper fiillen und beleben soll. *) D. h. unter Anrufung der Namen, die das Leben ihm mitgeteilt. *) Lies AAVINYC) NHINI2. 5) Siehe auch R 349, 14 ff. Statt Sa55py von 555 haben wohl urspriinglich Formen von SY gestanden. An erster Stelle etwa Aan (np, an zweiter Stelle hat Leid. wohl richtig Fax573, danach: wie das Blut sich in ihm (im Kérper) fiille, siehe auch p. 89%. Daf hier NYT statt NOT wie in Z. 17 (Text) zu lesen sei, glaube ich nicht. ®) Oder: durch sie (die Seele) dringe. Zu NY im Sinne ,,spalten, durchdringen* siche Joh. H, ?. 764, 1101. Die Bedeutung von N°IN (Leid. hat FAN) ist unsicher. Hiufig ist NIN, pl. NUN im Sinne Zweig“ bei NDN ,,.Myrten (Lit. 146, 7 und sonst in den Ritualen). Dies if) iS) eae to ut {tO Rechter Teil. 102. 6—19 Wenn er (Adam) sich in den Glanz des Lebens hiillt und fest auf den FiiBen steht, wenn er mit reinem Munde spricht, bring du ihn’) wieder an seinen Ort zurtick. Bring ihn an seinen Ort wieder zuriick und bewahre ihn davor und davor.*‘ Ptahil wickelte ihn in seinen remen Turban und umhiillte ihn*) mit seem Gewande. Der Uthra fliegt und geht hin, und seine Helfer gehen mit ihm. Seine Helfer, die mit ihm gehen, sind Minner, die tiber die Seelen eingesetzt sind. Als sie zur Tibil kamen und zum korperlichen Rumpfe, als er®) sie (die Seele) in den Rumpf werfen wollte, -nahm ich‘) sie ihm aus der Tasche. Wihrend Ptahil Adam anfaBte, richtete ich seine Knochen auf. Wihrend er die Hinde auf ihn legte, lieB ich ihn den Duft des gewaltigen (Lebens) riechen. Der Korper wurde voll Mark, und der Glanz des Lebens sprach in ihm. Als der Glanz des Lebens in ihm sprach, éffnete er die Augen im kérperlichen Rumpfe. Als der Glanz des Lebens in ihm sprach, stieg Adakas-Ziwa zu seinem Ort empor. hangt wohl mit N38 ,,Dorn* in der Misnah zusammen (LOW, Aram. Pflanzennamen, p. 146). Davon ist wohl zu trennen N38 sing. mit NIA, Lit. 180,3; Lond. Rolle A, 380. An letzterer Stelle heift es DWAUMAY KAMY ANPAWW NATIT NIN KTWBy, also auch hier SYN mit NAY zusammen. Dann heift es im Mand. Diwan B 49: GNP AIM) NDT ND AID On a aNd Fay AD wo Smad aynxan ddan NWI) RAYA NAN RAVI) NVI Soe} 5) Award) NNN SuNTINPS max om) Maia xT. ,,Alsdann sprach Abathur zu Ptahil folgendermafen: Trage deinen Sohn Adam hin, gehe, baue ihm einen grofen Bau, setze ihn hinein, gehe, bringe den Stier Qadiél, biindige ihn, laf ihn ein Joch tragen, dafi er NUN in den Bergen spalte und Samen aussie.“ Da steht es anscheinend im Sinne von ,,Furche‘‘. Man beachte, dai auch im Syrischen NY vom Bepfliigen des Bodens gebraucht wird (PAYNE SMITH, col. 3439 unt.). Bedeutet NN hier die Gange im Kérper, durch die das Blut fliefit? Ebenso unsicher ist der Sinn von son dynp. Auferlich ist es ein erweitertes Partizip von 54 ,,tragen“, aber darum ist doch der Sinn ungewif. Nach dem Versbau und DXDNIWWS scheint es zum Folgenden zu gehéren, aber neben DNINING steht die Lesung DNDN AWN. Die Stelle ist wohl liickenhaft. *) Die Ansprache gilt hier wohl dem Adakas. *) Ich vermute FAPINDO) statt FADD NAY). SD eieePtabil *‘) Hier ist Manda dHaijé gemeint, nicht Adakas, siche weiterhin. 102, 19—103, 10 Drittes Buch. 111 Ich fiihrte ihn zu seinem Orte, zum Hause des gewaltigen (Lebens), empor dem Orte, wo das GrofBe thronet. Ich tibergab ihn den Schatzhiitern, den Uthras, die den Jordan in ihrer Obhut haben. Das Leben dankte dem Uthra’), der die Seele brachte. Das Grofe rief mir*) befehlend zu und sprach zu mir: ,Gehe, rufe eine hehre Stimme. Eine hehre Stimme rufe’), dai die Bésen nichts von der Seele erfahren.“ * Ich kam und fand die Bésen, sie alle, wie sie dasitzen. Wie die Bésen dasitzen und Hexerei iiber sie ausschiitten‘). Uber sie [103] schiitten sie Hexerei aus, und die Bésen wollen sie in einzelne Teile zerteilen. Als ich sie erblickte, erglainzte ich in meinem reinen Gewande. Ich zeigte mich den Welten in dem reichen Glanze, den mein Vater mir verliehen. Ich zeigte mich Ptahil-Uthra, da heulte er und weinte iiber sich. Er heulte und weinte iiber sich, wegen dessen’), das er getan hatte. Ich zeigte mich der verfiihrerischen Rutha, die alle Welt verfiihret. Ich zeigte ihr das grofe Mysterium, durch das die Rebellen niedergeworfen werden. Ich zeigte ihr das grofe Mysterium, doch sie war blind‘) und sah nichts. Ich zeigte ihr ein zweites, da legte ich ihr einen Kameelzaum an. Ich zeigte ihr ein drittes Mysterium, da schlug ich ihr einen Spalt in den Kopf. 1) Damit ist Adakas gemeint, nicht Manda dHaijé. Man konnte nach diesem Verse annehmen, dai mit Adakas hier tiberhaupt die Seele gemeint sei, die von Manda dHaije in die Héhe gebracht wird, danach auch Uthra auf Manda dHaijé beziehen, doch siehe p. 112, 36 ff. Der Passus ist infolge schlechter Verarbeitung der Quellen ganz unklar, und der Bearbeiter scheint selber Adakas und Manda dHaijé zusammengeworfen zu haben. *) Dem Manda dHaije. 8) Siehe p. 16,7; 34, 21. 4) Zu STW und 1742p) siehe Joh. II, p. 1075, 136° yb3 wird auch. vom Ausleeren der Exkremente gebraucht, und N77) findet sich wenigstens im Talmud im Sinne von trockenen Exkrementen; vielleicht wird auf diese Bedeutungen angespielt. >) Leid. hat vorher noch XDD) ,,und er weinte“. 8) Leid. hat NO ND. wn TO 15 Rechter Teil. 103, 10—104, 6 Als sie mich erblickten, gerieten sie alle in Angst und erklarten sich die Sieben erklirten sich als Schuldige. [fiir schuldig; Sie erklarten sich als Schuldige, stiirzten sich hin und fielen auf ihr Antlitz. Sie stiirzten sich hin und fielen auf ihr Antlitz; sie legten ihre Hinde auf ihr Gesicht. Sie sprachen: Unser Herr! Wir haben gesiindigt und gefehlt, doch erlasse uns alle unsere Siinden.“ Als die Bésen so sprachen, schlug ich eine Bresche in ihre Phalanx’). Ich beschwor sie beim grofen Mysterium, daB sie sich nicht an der Seele versiindigen sollten *). Ich verbarg mich vor den Sieben, ich bezwang mich, ich nahm Korpergestalt an. Ich nahm Korpergestalt an und sagte mir, ich wolle die Seele nicht angstigen. Die Seele will ich nicht angstigen, und sie dingstige sich nicht in ihrem Gewande. Ich erschien ihr in Korpergestalt und setzte mich zu ihr in Glanz. Ich breitete Glanz vom grofen Mana iiber sie, aus dem er’) geschaffen worden war. Ich setzte mich zu ihm und belehrte ihn iiber das, was das Leben mir aufgetragen. Ich predigte ihm mit hehrer Stimme, die hehr und leuchtender als alle Welt war. Ich predigte ihm mit sanfter Stimme [104] und weckte sein Herz aus dem Schlafe. Ich sprach mit ihm in der Rede der Uthras und lehrte ihn meine Weisheit. Aus meiner Weisheit lehrte ich ihn und sagte ihm, da er sich erhebe und das gewaltige (Leben) anbete und preise. Er preise den hohen Ort, die Stitte, an der die Guten wohnen. _ Er preise Adakas-Ziwa, den Vater, von dem er herkam, Wie ich dasafi und ihn unterwies, erhob er sich, verehrte und pries das Gewaltige. *) Hier ist das griechische Wort gebraucht, vielleicht nur um ein Wortspiel zu er- miglichen. ®) Leid. hat A2omned5. *) Von hier an ist Adam Subjekt, nicht die Seele. 104, 6—105, 2 Drittes Buch. 1+ Er pries seinen Vater Adakas-Ziwa, den Mana, von dem er geschaffen worden war. Als er seinen Vater, den Uthra, anbetete und pries, erschien er ihm aus dem verborgenen Orte. Als er seinen Vater, den Uthra, erblickte, wurde er voll Lobpreises tiber die Mafen. Er sang Hymnen mit lauter Stimme und stiirzte die Planeten um. Er stiirzte die Planeten um, stiirzte um die Herren der Welt. Er verleugnete die Séhne des Hauses’) und alle Werke, die sie geschaffen hatten. Er zeugte fiir den Namen des Lebens und den Uthra, der ihn seine Stimme hatte vernehmen lassen. Kr verleugnete die Werke der Tibil und erhob seme Augen zum’ Orte des Lichtes. Als er dies tat, wurde’) der Uthra des Lebens’) voller Giite gegen ihn. Er wurde voller Giite gegen ihn und lieS ihm einen Bau bauen. Er lie} ihm eimen Bau bauen und lie ihm eine Pflanzung pflanzen. Er lieSB ihm einen Jordan schaffen, damit er, wenn sein Ma8 voll ist, ihn (Adam) emporhebe und in seinem Bau aufrichte; ihn am Lichtorte bei seinem Vater Adakas-Ziwa aufrichte und ihn zum Uthra am Lichtorte mache. Als Ruha und die Planeten hiervon hérten, safen sie alle in Klage da. Alle saBen sie in Klage da, dann begannen sie (bise) Plaine zu schmieden. Sie begannen Pline zu schmieden und sprachen: »Wir wollen Adam einfangen und packen. Einfangen und packen wollen wir Adam und ihn bei uns in der Welt zuriickhalten.“ [105] Sie sprachen: »Wenn er in sanftem Tone spricht, wollen wir’) in rebellischem Tone sprechen. 1) D. h. dieser Welt. ®) Im Texte steht falschlich der Plural infolge falscher Beziehung auf N17. 3) Das ist Manda dHaije. 4) pnys ist durch NMY) beeinflufit. Leid. hat Pix. Lidzbarski, Ginza. 8 Io Go wr TO 20 35 114 Rechter Teil. Wenn er ift und trinkt, wollen wir die Welt einfangen. Wir wollen die Welt einfangen und in ihr verschiedene Gestalten schaffen ’). Wir wollen ..... *) nehmen und Umarmung iiben in der Welt. Umarmung wollen wir in der Welt tiben und eine Gemeinde in der Welt griinden. Eine Kirche wollen wir in der Welt griinden, ihn*) einfangen und in unsere Kirche einfiihren. Wir wollen ibn in unsere Kirche aufnehmen, sein Herz fangen und packen. Wir wollen ihn einfangen durch Horner und Fléten, damit er sich von uns nicht losmache. Wir wollen in ihr (in der Welt) sieben Gestalten schaffen‘), verschiedener Art und Gattung.‘ Als die Bésen in ihrer Bosheit die Ranke schmiedeten, ging ich guten Plinen nach, um Gutes in der Welt zu stiften. Ich rief die Uthras, meine Briider, die Manner, die den Stamm’) festigen. Ich rief die Uthras, meine Briider, sanfte, gefestigte Uthras. Ich trat hin und sprach zu den Uthras, meinen Briidern, die tiber den Stamm’) eingesetzt sind: » Wisset ihr Uthras, meine Briider, nicht, was die Planeten planen? Die Planeten stehen da und planen und sprechen: » Wir wollen den Stamm des Lebens verfiihren. Verfiihren wollen wir des Lebens Stamm und ihn bei uns in der Welt abschneiden.“ Als die Uthras dies hérten, die sanften, gefestigten Uthras, sprachen sie: ,»Gewihre uns, daB wir Adam eine Pflanzung pflanzen und seinen Stamm zahlreich machen. ”) Ihre Abbilder, die ihrem eigenen Wesen entsprechen, siehe weiterhin und p. 99, 22. *) Siehe tiber das Wort Joh. IT, p. 219°. *) Wohl von hier an schon in Beziehung auf Adam. *) Leid. hat FADyws. Dies steht fiir MD WNWS, siche Text, Z. 3. ») D. bh. den Stamm, die Gemeinde der Gliubigen, siehe weiterhin. 6) Auch hier ist wohl ROD Iw zu lesen. 105, 20—106, 12 Drittes Buch. Wir wollen Adam ein ...... pees). Schaiien und ihn fest pflanzen. Fest wollen wir ihn pflanzen und ihm eine Hochzeit herrichten. Kine Hochzeit wollen wir Adam herrichten, ihn unterweisen und eine Frau nehmen lassen’). Wir wollen Adam eine Frau geben und ihm eine Gefihrtin schaffen. Eme Gefihrtin wollen wir ihm schaffen und seinen Stamm zahlreich machen. Hymnen und Gebetsordnungen [106] wollen wir vorlesen, und das Leben soll das Gebet verrichten *). Wir wollen die Planeten ....... =) damit sie zu unserer Versammlung kommen. Sie sollen zu unserer Versammlung kommen und bei uns sein. Bei uns sollen sie sein, und Adam soll iiber sie alle triumphieren. Ich und die Uthras, meine Briider, stifteten alles Gute. Wir stifteten Gutes und richteten eie Hochzeit fiir Adam in der Welt her. Wir richteten eine Hochzeit fiir Adam her und gaben ihm eine Gattin. Wir gaben ihm Hawwa als Gattin®), wie man sie an ihrem Orte gepflanzt hatte. Wir stehen da und freuen uns, wir freuen uns tiber ihn in hohem Mabe. Doch bald schmerzte es Riha, und die Planeten, sie alle betriibte es. Raha nahm Weihrauch °) und spricht tiber ihn ein Wort der Liige aus. Die Sonne brachte ein Gewand, der Mond brachte einen Rock. Nbu brachte Gold, Kewan Stiefel und Schuhe. 1) QTM steht falsch da. Hier steht kaum ,,Reichtum“ im Sinne von Nachkommenschaft. *) Leid. hat Syd) Soon). Die Lesung FNM) scheint mir den Vorzug 2u verdienen, siehe auch p. 117, 21. *) Wohl NF)D zu lesen, siehe p. 66*. 4) Trotz Text 104, 10 méchte ich hier eher yop Wir wollen sie einladen“ annehmen. 5) Leid. hat FApNT2. 6) Er ist hier ein Bild des christlichen Kultus. Q* 20 25 35 10 15 35 116 Rechter Teil. 106, 12—107, 7 Bel brachte Brot und Wein, Nerig brachte ..... ays Alle zwolf Gestirne in allen Gattungen und Arten: einige von ihnen waren Zimmerer, einige ihrer Dimonen wanden Krinze, ihre Dews waren gehorsame Diener, einige ihrer Ekurs*) Schenken, ihre Hmurthas waren Tanzer, ihre Kobolde Gaukler. Myrten brachten sie in Lasten, wohlriechende Blumen haufenweise. Sie brachten den grofen Jasmin, der aus der Skina des Lebens stammte. Sie brachten den grofen Jasmin und schufen an ihm Mangel und Fehl. Sie brachten Maru aStargan°*), der aus der Skina der Uthras stammte. Sie brachten Maru astargan und taten an ihm alles Bose. Sie brachten Wasserminze und Ocimum basilicum, deren Duft aus der Skina der beiden reinen Berge kam‘). Sie brachten Wasserminze und Ocimum basilicum [107] und taten daran alles Hifliche. Sie brachten Narcisse, Myrte und Marmahuz’°) und taten daran Verkehrtes, Sie brachten alle wohlriechenden Blumen jeglicher Gattung und Art und taten an ihnen alles Bise. Ihre Kobolde machten sie zu Kichen, ihre Daimonen zu Bickern, ihre Stammler machten sie zu Schlichtern, ihre Schrate zu Bickern, alle ihre Unholde zu Schenken. Alle waren sie gehorsame Diener und gehorchten Adam und seinem ganzen Stamme. *) Das Wort S)PIPNIN (NPONIN) findet sich nur an dieser Stelle. Die Bedeutung ist unbekannt. Babylonisch scheint es nicht zu sein. *) Bedeutet urspriinglich ,,Tempel“, dann ,,Tempelgeist‘, vgl. Uthra, p. 5412. *) Hine Ferula-Art, sieche LOW, Aramdische Pflanzennamen, p. 37. *) Zu der Vorstellung der beiden Berge, die man sich als Geburtsstitte der Sonne dachte, siehe Joh. II, p. 189+. 5) Siehe Low, p. 252. 107, 7—24 Drittes Bueh. slr Ich und die Uthras, meine Briider, machten ihre Schlechtigkeit zunichte. thre Schlechtigkeit machten wir zunichte und schufen Gutes fiir Adam. Gutes fiir Adam schufen wir und brachten ihn tiber die Maen in die Hihe. Wir veranstalteten ihm eine groBe Hochzeit mit trefflichen Hymnen und Gebetsordnungen. Wir machten die Rede der Rtha zu Schanden, zunichte ihren aufriihrerischen Ruf. Wir beseitigten die Schlechtigkeit der Planeten und unterdriickten alle Unholde. Wir richteten die Wurzel des Lebens auf; sie siegte und brachte ihrem ganzen Stamme Sieg. Wir blieben bei Adam, bis Hawwa ihre Wehen bekam’). Bis Hawwa die Wehen bekam, blieben wir bei ihnen. Wir blieben bei ihnen, und ich war ihm ein ..... der Frauen’). Ich unterwies Adam, eine Frau zu ehelichen, wie Minner eine Frau ehelichen’). Ich unterwies Adam, eine Frau zu ehelichen und sagte mir: der Stamm des Lebens vermehre sich. Es vermehre sich des Lebens Stamm, und von ihnen werde die Welt erweckt. Die Welt werde von ihnen*) erweckt, und das Leben wird ihnen dankbar sein. Dankbar wird ihnen das Leben sein, es wird sie erlésen und in die Héhe heben aus dieser’ Welt der Bésen. An der Spitze des ersten Geschlechtes stand Adakas-Ziwa. Da war Adakas-Ziwa, und da war die Lichtwolke’). 1) Brandt, Rel., p. 37m. tibersetzt diesen Satz falsch: ,,Wir waren die Ehre des Adam, bis die Hawa [es?] verdarb.* Damit ist auch seine Bemerkung ,,Hier findet sich die einzige Stelle, welche den Siindenfall des ersten Menschen vorauszusetzen scheint“ unrichtig. 2) Was DIDND der Frauen ist, ergibt sich aus dem Folgenden mit einiger Sicherheit. Hs ist ein Mann, der den angehenden Ehegatten in die Geheimnisse der Ehe einweiht. Aber ich kann das Wort D)DND nicht herleiten. *) Lies SIND NNT NTIDIT FD. *) Leid. hat hier })RI"D. ®) Als erstes Paar werden hier nicht Adam und Hawwa genannt, sondern Adakas, der verborgene, tiberweltliche, praexistente Adam, der oben als Vater Adams bezeichnet wird, und to uw 20 25 {18 Rechter Teil. 107, 24 —108, 15 Die Lichtwolke war da. Als [108] ihr die erste’) Schwangerschaft ward, wurden Hibil und Anath-Haije geboren. Als ihr eine zweite Schwangerschaft ward, wurden Anan-Nsab und Anhar-Ziwa geboren. Geboren wurden Anan-Nsab und Anhar-Ziwa, dessen Name”) den Welten angenehm ist: Anan-Nsab-Ziwa-Sitil und Anhar-Ziwa-Hawwa, die von Hawwa geboren ward, denen*) die Welten und Generationen ,,Bestand* zurufen, dessen Name’®) in den Welten Bestand hat. Bei der dritten Schwangerschaft wurden Bar-Haijé und Dmuth-Haije geboren*): Bar-Anos-Adam®*), der seinen Stamm festigt; Dmiuth-Haije, von der aus die Welt hervorgerufen wurde. Hibil, der Herr der Erde, den die Welten erblickten und sich vor ihm fiirchteten. Sitil, die treffliche Pflanzung, der Uthra, der die Vollendeten festigt. Anos, der sanfte Uthra, der seinen Stamm festigt. Adam, der Kénig der Uthras, den alle Welten verehren°). Adam richtete ich den Grofen gleich an der Spitze des Baues auf. Hawwa machte ich der Lichtwolke gleich zur Herrin der ganzen Welt. als Stammutter der ,,Wolken“, womit von den Mandiern die Frauen im Allgemeinen benannt werden (siehe Uthra, p. 539), die ,,Lichtwolke“. Hinter dem folgenden Halbvers ist eine Liicke, in der vielleicht Adam und Hawwa genannt waren. Auch das Folgende. ist ab- gerissen und verworren. Doch kénnen die aufgezihlten Paare auch yon Adakas und der Licht- wolke, nicht von Adam und Hawwa hergeleitet sein. Vielleicht kam hier urspriinglich die Vorstellung zum Ausdruck, von der SIOUFFI, p. 1f., 62 spricht, dafb es sowohl in der jen- seitigen, wie in der irdischen Welt erste Paare gab, deren Kinder sich miteinander ver- mischten und von denen aus beide Welten bevélkert wurden, siehe auch Brandt, Rel., p. 37. a) PHI ist zu streichen. Hs ist aus der folgenden Zeile hierher geraten. *) Soll wohl heifen ,,deren Namen“. *) Auch hier steht im Text der Singular. *) , Sohn des Lebens‘, siehe Joh. I, p. 96%, und ,,Abbild des Lebens“, siche Lit., p. 84°. >) Hier wird anscheinend Anos mit Adam, andererseits auch mit dem Leben identi- fiziert. *) Ohne Zusammenhang mit dem Vorhergehenden werden die drei Uthras Hibil, Sitil und Anos genannt. Ganz unmotiviert ist auch die Nennung Adams am Ende. Die Papier Handschriften haben alle ONIN, ebenso Leid. Die Schreibung ONING scheint ein Versehen PETERMANN’s zu sein, so dai man nicht ONIN AND yw O™NKpo7 lesen darf. Auferdem steht hier wohl Ana yw OMNPOT in demselben Sinne, wie einige Zeilen vorher. 108, 15—109. 5 Drittes Buch. 119 Als ich‘) Adam einsetzte, setzte ich tiber ihn drei Uthras ein. Den Uthras, die ich iiber Adam und Hawwa einsetzte, trat ich selber an die Spitze. Ich stellte mich hin und lehrte sie *) wundersame Hymnen. Ich lehrte sie Gebetsordnungen, damit sie die Massaqthas (nach Art) der Uthras vollziehen’). ich lehrte sie Gebete, damit sie durch die Gebete an das Leben gefestigt werden. Ich sprach zu ihnen: »thr seid aufgerichtet und gefestigt am Orte, an dem die Guten gefestigt werden. Zwischen den Manas des Lichtes sollt ihr dort gefestigt werden“ *). Ich setzte mich hin und unterrichtete sie, wie ein Lehrer seine Schiiler’). Ich sprach einen Segen iiber sie aus: der Segen der Guten ruhe auf ihnen. Adam und seine Kinder und sein Stamm sollen den Ort des Lichtes schauen. [109] Als Ruha sie sah, rief sie die Unholde. Die Unholde rief sie und erteilte ihnen einen nichtswiirdigen Rat °). Einen nichtswiirdigen Rat erteilte sie ihnen, ungiinstig fiir den Ort des Lichtes. Sie spricht zu ihnen: » Was haben wir davon, dai wir im Hause’) sind und in der Welt leuchten? Was haben wir davon, dai wir leuchten, wo wir keinen Anteil an ihr haben? 1) D. h. Manda dHaije. 2) Nach dem Folgenden sind es Adam und Hawwa. 8) Leid. hat PDN). Die Massagtha, ,,der Autstieg’, d.h. der Seele, ist die Kult- handlung und Liturgie, die beim Abscheiden der Seele getibt wird, vgl. Lit., p. 621f. 4) Dieses Gebet ist in erweiterter Form in die Tauf- wie in die Sterbeliturgie ein- gefiigt, siehe Lit., p. 45, XXIX; 95, LXV. 5) Das Wort daw, s5yywe_ ,,Schiiler“, besonders der angehende Priester, wovon ich Lit., p. 6% spreche, ist babylonischer Herkunft, vgl. ZIMMERN, Akkadische Fremd- worter, p. 16. : 6) Leid. hat hier und im folgenden Vers den Plural woyona wD, nichtswiirdige Ratschlige“. 7) Siehe oben, p. 15°. wn Io ut to Leal 120 Rechter Teil. 109, 5—21 Wir haben keinen Anteil an ihr, und das ganze Haus gehért nicht uns. Auf! Wir wollen dem Fremden') sagen, daB er uns einen Anteil an der Welt gewihre. Wenn er uns keinen Anteil gewihrt, werden wir Streit gegen ihn erregen. Wenn er uns keinen Anteil gewahrt’), werden wir sofort die Welt verlassen. Wir werden sofort die Welt verlassen, wer wird dann Glanz in ihr sein? Glanz wird wer in ihr sein und die Welt erleuchten?“ Als Ruha und die Planeten so sprachen, die Kinder der nichtigen Wohnung, wandte ich mich und sprach zu den nichtswiirdigen Unholden: » Wenn ihr wegziehen wollet, ziehet weg von dem Hause; ich will es dann allein erleuchten. Ich -will dieses Haus erleuchten und es in bester Ordnung halten.“ Alle Unholde erkliirten sich gegen ihn und traten hin, um geheime Plaine zu schmieden. Alle sinnen auf Béses und sprechen: »Auf! Wir wollen eine Feier*) veranstalten, auf, wir wollen ein Trinkgelage veranstalten. Wir wollen Mysterien der Liebe treiben und die ganze Welt verfiihren. Wir wollen Mysterien der Zauberei schaffen und unserer Welt*) ein Ende bereiten. Wir wollen ...... °) stiften und den Ruf des Lebens beseitigen. *) D. h. dem vom Jenseits herkommenden Manne, siche oben, p. 5% Hier ist eg Manda dHaije. *) Leid. hat auch hier RMN. Das folgende aby (auch Leid.) ist aus der vorher- gehenden Zeile hierher geraten. *) Dies ist wohl der Sinn von N°>)D. Obwohl es nun der Bedeutung nach NW) nahe- steht, scheinen mir die beiden Wérter nicht identisch zu sein. Vielmehr identifiziere ich NV] mit dem jiidischen ON, umsomehr als auch beim ND nach p. 123, 4 NNN ausgeteilt werden, d. h, Dy Est. 9, 19, 22. Daf der Verfasser etwa das jiidische Purim im Auge hatte und dieses als Feier der Bosen hinstellen wollte, ist unwahrscheinlich. Er hatte dann den Plural mit tibernommen, auferdem scheint N57 NAD eine feste Verbindung zu sein. *) Man erwartet eher: ihrer Welt. *) Die Bedeutung von XM)ININO ist unsicher. An dieser Stelle konnte man an 109, 21—110, 14 Drittes Buch. 191 Den Ruf des Lebens wollen wir beseitigen; wer witdsrufen:... sis 2 \? Streit wollen wir in das Haus werfen, der in aller Ewigkeit nicht geschlichtet werde. Streit wollen wir in das Haus werfen und den Fremden téten. Den Fremden wollen wir titen und [110] seinen ganzen Stamm beseitigen. Wir wollen Adam zu unserem Anhang machen und sehen, wer ihm dann zum Befreier wird.“ Ruha und die Planeten brachen dann auf und stiegen auf den Berg Karmel’). [Auf den Berg Karmel] stiegen sie und heckten Mysterien der Liebe aus. Die Unholde sitzen da und schmieden Pline, sie greifen zu den Mysterien ihrer aller. Sie greifen zum Mysterium der Ruha; sie sitzen da und treiben Zauberei. Sie sitzen da, griibeln in ihrer Klugheit und sprechen: »Auf! Wir wollen eine Feier veranstalten und bei ihr Opfergaben darbringen’). Wir wollen die zwélf Gestirne versammeln, und wir alle wollen geheime Dinge treiben. Wir alle wollen Eide leisten, und wir wollen die Mysterien der Liebe nicht verraten. Wir wollen das Mysterium der Liebe mit der Myrte begehen und alle Welt einfangen. Wir wollen das Mysterium der Liebe mit Wein begehen und in unserem Rausch die Welt einfangen. Wir wollen das Mysterium der Liebe mit Wasser*) begehen und alle Welt aufriihren. Wir wollen alle Welt aufriihren und sie einfangen durch das groBe Mysterium der Liebe, da niemand etwas iiber uns erfahre. WAND ,,Aufruhr“ oder an NOYNWIND ,,Zorn‘’ denken. Aber das Wort scheint identisch zu sein mit NOVIIND R 223, 7, das dort zusammen mit ,,Blut“ und ,,Befleckung“ steht. 1) In JNO WD steckt vielleicht jNOWN .,unser Zeichen”. 2) Die Kenntnis des Karmels, der auch sonst in den mandaischen Schriften genannt wird, ist wahrscheinlich aus der Geschichte des Elias und der Baalspriester zu den Mandaern gelangt, vgl. Joh. II, p. 94%. ®) Das Wort NI73N) findet sich nur an dieser Stelle; es ist das babylonische séndadu. 4) Leid hat N93. iS} un (Ss) iwat 15 25 30 35 40 122 Rechter Teil. Niemand erfahre das Geheimnis unserer Eide, und wir wollen unsere Rede nicht bekannt geben. Wir wollen unsere Eide nicht bekannt geben und was wir alles in unserer Welt ersonnen haben. Nein’), wir wollen alle Mysterien nicht verraten, und wir wollen seine Partei in Verwirrung bringen, die Partei, die der Fremde gegriindet, damit er keinen Anteil an der Welt habe. Er habe keinen Anteil an der Welt, das ganze Haus gehdére vielmehr uns. Es gehore ganz uns, und sonst sei niemand in dieser Welt. Was hat der Fremde nur im Hause getan, da er sich darin eine Partei griinden konnte? Die Herren des Hauses*) wissen nicht, da das ganze Haus uns gehort. Das Haus gehért uns, und sie haben keinen Anteil daran.“ Sie erhoben sich, verwirrten ihre Werke und taten an ihnen Mangel und Fehl. Mangel und Fehl taten sie an ihnen, [111] weil das Haus nicht’) ihr ist. Das Haus wurde nicht ihr und war nicht ihretwegen geschaffen. In das Haus, das die Uthras geschaffen, haben sie mich gesandt, mich und die Uthras‘), meine Briider, damit ich komme und Gutes darin stifte. Damit ich Gutes darin stifte, auf da die Guten es sehen und Gutes empfangen. Die Guten sollen es sehen und Gutes empfangen, sie sollen emporsteigen und den Lichtort schauen. Die Bésen sollen es sehen und sich schiimen; in die Feuerifen sollen sie hinabsinken. Sie sollen in die geheizten Ofen hinabsinken, in den Ort, aus dem sie geschaffen wurden. An dem Orte, aus dem sie geschaffen wurden, da soll ihr Geist aufhéren. Da soll aufhéren ihr Geist, weil sie nichts Schénes getan haben. 1) Leid. hat wie B yw). *) Die Uthras, die sich dafiir halten, es ist hier also anders gebraucht 8) Leid. hat yy. *) Leid. hat xymyydy. 110, 14—111, 10 als p. 106, 8. 111, 10—112, 4 Drittes Buch. 123 Da sie nichts Schiénes getan haben, sollen sie am Tage des Endes ein Ende nehmen. Sie erhoben sich, veranstalteten eine Feier und verteilten Portionen unter sich’). Portionen verteilten sie unter sich, sie, die des Lichtortes unwiirdig sind. Sie verdrehten das Gute, was der Herr der Welt geschaffen’). Sie verdrehten die rechten Mysterien, was der Erste’) geschaffen. Sie verdrehten die Reden der Wahrheit und hielten Reden der Liige. Reden der Liige hielten sie, weil sie des Lichtortes unwiirdig sind. Den Kopf machten sie zum Schwanz, den Schwanz machten sie zum Kopfe. Sie verdrehten ihre Werke und taten Béses in der Welt. Sie brachten alle Friichte und taten an ibnen alles Bose. Sie brachten die Kriuter und taten an ihnen Mangel und Fehl. Sie brachten das lebende Wasser und gossen Triibung hinein. Sie brachten das Haupt des Stammes*) und tibten an ihm das Mysterium der Liebe und der Lust, durch das alle Welten (Wesen) in Glut geraten. Sie tibten an ihm Verfiihrung, durch die alle Welten betért werden. Sie iibten an ihm das Mysterium der Trunkenheit, durch das alle Welten trunken werden. [112] Sie gaben ihnen’) aus dem Kelch der Trunkenheit zu trinken, damit sie ihr Antlitz nach dem groBen Suf-Meer richten. Sie brachten Gold und Silber, sowie die Perlen dieser Welt. Sie brachten Gold und Silber, durch das die Welten°) trunken werden. 1) Siehe oben, p. 120%. *) Hier ist damit das gute héchste Wesen gemeint. %) Leid. hat NUNOINNT mit Beziehung auf X17. 4) Damit kann nur Adam gemeint sein. Zum Gebrauche von NIND vgl. Joh. H, p. 44 5) Dies bezieht sich allgemein auf die Menschen oder die ,,Welten™. 6) Leid. hat auch hier pdr wy alle Welten“. Oo ur Io 25 30 Zs 4 JS 124. Lechter Teil. Die Welten werden dadurch trunken und richten ihr Antlitz nach dem Suf-Meer. Sie brachten Geld und Gut und taten damit alles Bése. Der Ruha teilten sie die Wollust zu, die die Welten sehen und in Glut geraten, Nbu teilten sie die (falsche) Weisheit zu und machten ihn zum Herrn der Liebe. Sie teilten ihm die Pauken und Fléten zu, wodurch alle Welten gefangen werden. Kewan teilten sie die Schlechtigkeit zu, von der Mangel und Fehl ausgehen. Sami (der Sonne) teilten sie die Liige zu, durch die alle Welten betért werden’). Sin (dem Monde) teilten sie den Mangel zu, von dem aller Mangel ausgegangen ist. Bel teilten sie das Mysterlum des Wassers zu, womit er alle Welten aufriihrt. Er riihrt alle Welten auf und mischt das Gute mit dem Bésen. Nerig teilten sie die Waffe zu, Krieg in der Welt zu fiihren. ‘Sie riefen die zwélf Gestirne und teilten ihnen den Tierkreis zu. Sie verteilten unter sie die einzelnen Hauser und warfen sie wieder in die Bosheit. Wieder warfen sie sie in die Bosheit: HaB, Eifersucht und Zwietracht. Sie verteilten die Tage und Monate, sie verteilten die Stunden und Sosse. Die Stunden und Sosse verteilten sie, verteilten die Minuten und Sekunden’). Sie verteilten die ganze Fehlerhaftigkeit, verteilten allen Mangel und Fehl. Sie verteilten unter sich die ganze Welt, ohne des Namens des Ersten*) zu gedenken. Sie schlossen ihren Bund Und pwatteliey. ae *). 1) Lies WON. *) Siehe oben, p. 1065. *) Hier hat auch Leid. so. *) Die beiden hier stehenden Worte sind entstellt. Auch RANI CD ist verdichtig trotz Text 113,5. Leid. hat “39D. In }YNIT ist vielleicht eine Form von Y5 , Schworen‘ enthalten. 112, 23—113. 18 Drittes Buch. Sie bekraftigten ihre Eide, ihrer aller, die sich zur Liige bekennen. Sie bekriftigten die Eide, die sie [113] auf dem Berge Karmel geschworen hatten. Auf der Feier, die die Sieben feierten, sprachen alle Aonen und Damonen. Ks sprachen darin die Pauken und Gesinge, das Haupt aller Zauberei, das Haupt des grofen Einfangens, womit alle Welten eingefangen werden. Es sprachen darin die Hiérner und Biltre’), das Haupt aller Opferschlachtung, das Haupt aller Kimpfe, womit alle Welten eingefangen werden. Es sprach darin die Zither der Wollust, durch die sich die Wollust iiber sie verbreitete. Sie sprachen darin mit Tamburinen, womit alle Ruhas sprechen. Damit sprechen alle Ruhas und machen einen Fang in der Welt. Sie sprachen darin mit Hérnern, sprachen darin mit allen ......... ): Sie sprachen darin mit den Fléten’*) der Ltignerin, von denen alle Liige ausging. Sie sprachen darin mit starkem Getdse, dafi ein Getise in der Welt entstand. Ein Getiése entstand in der Welt, dai sie die ganze Welt erschiitterten. Sie erschiitterten die ganze Welt, erschiitterten die Erde von Grund auf. Sie erschiitterten den Ambofi der Erde, erschiitterten das ganze Firmament. Das ganze Firmament erschiitterten sie und brachten iiberall Gefangenschaft hin. Auf ihren Schall und den Schall ihres Getises stieg ein Mana aus dem Meer empor’). Ein Mana stieg aus dem Meer empor, und alle Reben und Biume wurden gepflanzt’). 1) Hin Musikinstrument, siehe Joh. II, p. 637. 2) NTI ist wohl aus dem Namen eines Instrumentes entstellt. 3) Lies $°2)2/9N2. 5) Leid. hat WINY. 4) Hier scheint eine Reminiszenz an den Mythus von Ha-Oannes vorauliegen. ot i) wr N ut ios) 126 Rechter Teil. 113, 19114, 13 Als die Reben und Baume gepflanzt wurden, fiel ihr Laut in Adams Ohr. Als ihr Laut in Adams Ohr fiel, wachte Adam aus dem Schlafe auf. Adam wachte aus dem Schlafe auf und erhob sein Antlitz zum Orte des Lichtes. Er rief seine Helfer, rief die sanften, gefestigten Uthras. Er sprach zu Hibil-Uthra, 10 dem Manne, der ihn seine Stimme hatte vernehmen lassen’): ,,Was ist in dem Hause geschehen, was in dieser [114] Welt? Was ist in dem Hause geschehen, da der Schall des Getéses bis zum Himmel emporsteigt? 15 Die ganze Erde erbebte, das ganze Firmament wurde zermalmt”). Das Herz aller Welten wurde erfaft und wich von seinem Platze.‘‘ ut Als Adam so sprach, 20 zog sich ihm eine Trine im Auge zusammen’). Als Adam so sprach, erglinzte ich in meinem Gewande. Ich erglinzte in dem Gewande lebenden Feuers, das mein Vater mir verliehen. Ich ergliinzte in dem reinen Gewande, das weit und endlos ist. Ich niherte mich Adam, fate ihn an der Fliche seiner Rechten und lie} sein Herz wieder auf seiner Stiitze ruhen. Ich beruhigte ihn und erziihlte ihm, 30 wie die Sieben gehandelt. Ferner erzihlte ich ihm, wie es an seiner Stelle geschehen war und wie sie ein Komplott schmieden. Es ist die Stimme der Planeten, die een bisen Rat beratschlagten. Kinen bésen Rat beratschlagten sie, indem sie sprachen: ,,Wir wollen Streit erregen.“ wn ") Hier erscheint Hibil-Uthra als Erléser an Stelle von Manda dHaijé. Auch sonst werden 6fter die beiden mit einander vertauscht. Es ist auch méglich, dai schon vorher hie und da mit dem Uthra Hibil gemeint ist, siehe z. B. p. 113, 14. Der Verfasser sieht in ihm ein anderes Wesen als in dem vorher und weiterhin genannten Sohn Adams. *) Ich vermute DRANDNMY, oder TNDNOMY s. v. w. syrisch THN, danach_,,streckte sich." *) Siehe Joh. IT, p. 1101. 114, 13—115, 6 Drittes Buch. 127 Sie sprachen: ,,Wir wollen Streit erregen“, sie sprachen: ,,Wir wollen die Welt ...... ae Sie sprachen: ,,Wir wollen die Welt ..... und in ihr Mangel und Fehl stiften.‘ Ich sprach zu ihm: sel ruhig und gefaBt, Adam, und habe keinen Kummer um sie. Habe keinen Kummer um die Planeten und um Namrus, die Mutter der Welt. Ich werde dir ein Schauspiel gewahren an deinen Verfolgern und deine Verfolger erniedrigen. Beruhige Hawwa, dein Weib, und nicht sei an dir Mangel und Fehl.‘ Nachdem ich so zu Adam gesprochen, sprach ich auch zu allen seinen Séhnen. Hibil freut sich seines Glanzes, und Sitil ruft laut?) nach seinem Helfer. Sitil ob seines Glanzes und Anos ob der Rede, die seine Briider, die Uthras, ihn hatten freuen sich, hiipfen und frohlocken, [vernehmen lassen, und sie kiimmern sich nicht um alle Welt. Als Adam gegessen und sich giitlich getan, rief er sein Weib Hawwa und fléSte ihr Hoffnung ein’), im Vertrauen darauf, da Hibil-Uthra sich an seinem Platze eingehiillt und hingelegt hatte‘). [115] Doch einem von Adams Séhnen kam Mangel in den Sinn. Ihm kam Mangel in den Sinn, Schlaf kam nicht iiber seine Augen. In seinem Herzen bebte es, und sein Korper stand da und zitterte. Er fate bose Plane und verlieS seinen Vater Adam. Er verliei seine Mutter Hawwa, verlieB seine Briider, als sie schliefen. Er verlieS alle seine Briider undsstieg ay... *) an der Wand empor. 1) Siehe oben, p. 1052. 2) Leid. hat FONpD. 8) FDON ist hier wohl in diesem Sinne aufzufassen. Die gewéhnliche Bedeutung von SNDON ist ,,unterrichten.’ Es ist wohl eine Umschreibung fiir ,,Begatten“. 4) Siehe oben, p. 126%. Der Vers scheint mir zum Vorhergehenden zu gehéren, doch ist eine Verbindung mit dem Folgenden nicht ausgeschlossen. 5) Die Bedeutung von NYP ist unsicher. .,Burgen” heift es hier natiirlich nicht. wn 20 128 Rechter Teil. 115, 6—23 Peale an der Wand stieg er empor und begab sich in ihre Versammlung’). Als Rtha ihn erblickte, lachte sie, freute sich und war wohlgemut. Ruha freute sich und war wohlgemut, und es freuten sich alle Planeten. Ruha holte Feuer, und Sami§ holte Weihrauch. Ruha kniete in Verehrung nieder, sie streckte ihren Kérper hin und pries ihn. Raha warf Weihrauch (ins Feuer)’), und Sami verneigte sich vor ihm. Bel nahm prahlerisch Myrten und ging ihm entgegen. Sie treten hin, segnen ihn und sprechen zu ihm: , Unser Segen komme iiber dich’*).* Kewan [segnete ihn] in seinem Innern, er steckte ihm Weinbliiten in die Hand. Er reichte ihm einen Kranz in die Hand, verneigte sich, koste und ktiBte ihn. Sin segnete ihn im Herzen, und Ruha segnete ihn mit ihrem Gaumen’). Sie segnete ihn mit Biltren und fiihrte ihn unter Lockreden in die Versammlung ein. Als die Planeten ihn umgaben, warf er die Hande an sein Gewand. An sein Gewand wari er die Hiinde und schiittelte sem Gewand. Er spie und warf Galle aus, er schtittelte sem ..... ee) Er gedachte der Uthras, seiner Briider, gedachte der Rede, die die Uthras, seine Briider, ihn hatten Lange gedachte er der Rede der Uthras, {héren lassen. bis sie ihn an ihre Spitze setzten, bis sie ihn setzten an ihre Spitze und bis sie ihm den Becher in die Hand gaben, 1) Oder in ihre Kirche. 9) Siehe Lit., p. 64, 14; 116, 11. *) Dieser Vers gehért wohl hinter die folgenden drei. *) Das steht da, aber vielleicht ist 73ND ,,in ihrem Busen‘‘ zu lesen,“ *) Das Wort x3) bezeichnet vielleicht auch ein Gewand; es findet sich nur an dieser Stelle. NOLDEKE verweist Gram. p. 128, 6 auf talm. NIPTP, das keinen hier passen- den Sinn bietet. 115, 23-116, 14 Drittes Buch. Glosse. bis sie ihm den Becher zu trinken gaben, bis sie es zum zweiten und zum dritten Male taten. Als sie es zum zweiten und dritten Male taten, geriet sein Herz in Zwiespalt. [In Zwiespalt geriet sein Herz], und sein Kérper verlangte von ihm nach Tanz. Als Adam, der Sohn Adams, dies tat, 129 wa [116] wischten die Uthras seinen Namen aus dem Blatte aus’). Als er in die Trunkenheit der Planeten geriet, sprang er auf und tanzte in der Trunkenheit. Als er nachlieB und sich hingesetzt hatte, stand er auf und wollte an seinen Ort zuriickkehren. Io Da nahm Ruha die Gestalt der Hawwa, seiner Gattin, die seine [Schwester ist*), an und trat an ihn an der Hiilfte des Weges heran’). Sie richtete ein Bett*) des Truges her, schuf eine Statte des Frevels. Sie warf die Zeiten durcheinander, sie stand auf und fate ihn an der Hand. Als sie ihn an der Hand fafite’), begehrte es ihn nach Hurerei: sie mit dem Munde anzusprechen, sie mit dem Korper zu umfangen. In der Wollust, die seinen Sinn erfafit hatte, sprach er zu Ruha folgendermafien: a du meine Schwester Hawwa bist, wo deine Kleider weil sind, warum kleidest du dich in einen Rock von verschiedener Farbe und Art? Deine Statur ist (wie) eine hohe Zeder, warum wischest du dich mit Wasser?’) Deine Schenkel sind Reben aus Ather, warum legst du Gold an? Deine Fittiche (Arme) sind Hiillen*) aus Ather, warum legst du Silber an? 1) Siehe Joh. If, p. 104 n. 15 2) Die Worte FAMNTAN YN, durch die der Vers zu lang wird, sind wohl nur eine 8) Leid. hat NI5ND) statt ~udNp Ady. 4) Ich vermute NH statt NTH, vgl. R. 147, 23; 148, 6f. ®) Leid. hat AmMRI Anya 5p. 6) Das Waschen ist sonst geboten, siehe Joh. II, p. 99,18 hier ist nur das Waschen im Dienste der Putzsucht gemeint, siehe weiterhin. 2) Dies pabt nicht; vielleicht N7NIND ,,Stengel, Stimme*. Lidzbarski, Ginza. 0) 25 40. {30 Rechter Teil. ° 116, 14—117,8 Dein Haupt ist eine Lichtwolke, warum wiischest du dich und kimmest du dich?- Deine Augen sind Glanzaugen, warum hiufst du Schminke daran?‘ Darauf erwiderte sie und sprach zum Liigenpropheten, zum Mangelhaften voll Mangel und Fehl: »ochweige still, Adam! Wenn es keine Ungradheit giibe, gibe es keine Ungradheit, so hatten wir nur eine Natur. Wir hatten nur eine Natur und als einen Mana hatte man uns beide geschaffen. Jetzt, wo es Ungradheit gibt, haben sie dich zum Manne und mich zum Weibe gemacht. Sie haben mich zum Weibe gemacht, brachten mich und stellten mich vor dich. Sie sagten mir, daf du in Liebe zu mir entbrennen und wir mit dir etwas machen sollen. Dai wir mit dir etwas machen sollen und dafi von uns’) die Welt erweckt werden soll.“ Als er sie anfaBte und kiibte und mit ihr etwas machen wollte, erschien ich ihm in einer Wolke des Glanzes und lief ihn [117] emen wundersamen Ruf vernehmen. Eimen wundersamen Ruf lieB ich ihn vernehmen und warf sein Herz von der Stiitze herunter. Ich lieS die Zauberkiinste der Rutha zerrinnen und zeigte ihm, dai sie nicht Hawwa war. Ich zeigte ihm, da sie nicht Hawwa war, er sah sich an und schimte sich vor sich selber. [Er schiimte sich], und [sein Inneres]*) fiihlte sich beschamt, und er fiihlte sich schuldig. Schuldig fiihlte er sich, weil jegliche haBliche Art an ihm war. Ich reichte ihm nicht Kuta, weil er vom Rufe des Lebens abgewichen war. Er war vom Rufe des Lebens abgewichen und von dem, was das Leben ihm befohlen. Kr hatte die Gesellschaft der Uthras, seiner Briider, verlassen, er ging hin und liebte die Gesellschaft der Planeten. *) Leid. hat js NIN». *) Vor DXNANANY ist wohl NAD, dahinter FWD? ausgefallen. 117, 9—118, 6 Drittes Buch. Er hatte die Gesellschaft seiner Gattin Hawwa verlassen, er ging hin und fiel in das lodernde Feuer. Er sah den Feuerofen: wer ihn ansieht, stirbt, wer ihn umfaft, verbrennt sich. Wer sich auszieht und bei ihr schlaft, fallt in den Weltuntergang. In den Weltuntergang fallt er, und seine Augen schauen nicht das Licht. Ich nahm Korpergestalt an, ging hin und stieg zu ihrer Versammlung hinauf’). Sie alle, als sie mich erblickten, stiirzten hin und fielen auf ihr Antlitz. Sie stiirzten hin und fielen auf ihr Antlitz, dann standen sie auf und unterwarfen sich mir. Sie unterwarfen sich, segneten mich und sprachen: »sel du unser Haupt und das Haupt unserer ganzen Welt. Du sei unser Haupt, und wir wollen dein Gefolge sein. Der Ruha in ihrer Herrlichkeit weise einen Platz unter den Frauen’) an. Unter den Frauen weise ihr einen Platz an, und du sei unser Haupt in dieser Welt.“ Als die Planeten so zu mir sprachen, die Verfiihrer dieser Welt, als die Planeten so zu mir sprachen, trotzte ich ihnen und lachte sie alle aus. Ich sprach zu den Sieben, die sich selber verdammt hatten: -,Wenn [118] ihr wollet, daB ich euer Haupt sei, wenn ihr wollet, da ich Ruha unter den Frauen einen Platz [anweise, dann auf, zerreiBet eure Festgemeinschaft, auf, verlasset eure Versammlung. Teilet mir eure Geheimnisse mit, enthiillet mir alle eure Reden.“ Als ich unter ihnen saQ, nahm ich ihnen ihre Geheimnisse weg und erglinzte in meinem Gewande. Ich erglinzte in meimem reinen Gewande, das weit und endlos ist. 1) Die Versammlung ist auf dem Berge Karmel. 2s Desh deinen Frauen. 9 * {31 40 Io 20 25 132 Rechter Teil. 118, 6—21 Ich enthiillte ihre Geheimnisse und strafte ihre Rede Liigen. Ihre Rede strafte ich Liigen, strafte Liigen ihre Eide, die sie auf dem Berge Karmel ge- [schworen hatten. Ich warf Ruha von ihrem Throne herunter und legte ihr einen Kameelzaum an’). Ich warf sie hin, schlug sie mit meiner Keule und schlug ihr einen Spalt in den Kopf. Ich umstrickte sie mit ihren Locken und band sie am Herzen des Himmels fest”). Samis packte ich an den geheimen Dingen’*) und machte ihn einem Weibe gleich. Ich machte Jorabba*) einem Weibe gleich, weil er bei Ruha geschlafen hatte. Sin schlug ich mit der Peitsche, zog ihm sein Gewand aus und nahm es weg. Ich nahm ihm sein Gewand weg und lie® ihn in nichtigem Gewande zuriick. Ich lieB ihn im Gewande verzehrenden Feuers zuriick, denn Zorn war itiber ihm. Uber ihm war Zorn, und er sais in Aussatz®) an seiner Stiitte. Diet. cere. *) des Nbu zerbrach ich und zerbrach in seiner Hand ....... ) Ich deckte seine BléBe auf und zeigte seme Scham*) in der Welt. Ich beschwor den ...... 4, daf} sein Bild nicht in der Welt gesehen werde. Ich packte den bésen Stern”), ich stiirzte ihn hin und warf ihn von seinem Throne herunter. 1) Leid. hat NTDYNN. .?) Anscheinend eine Anspielung auf cine iibliche Tortur, sieche weiterhin, p. 137, 6. 3) D. h. an seinen Geschlechtsteilen. 4) Der mit Sami’ identifiziert wird, siche Joh. II, p. 182. >) Die Lesung NIVI2 ist richtig, nicht NKYIVID C ,,im Norden‘. Wher den Mond als Aussiitzigen (wegen seiner Farbe und seiner Flecken) siehe Joh. II, p. 183°. *) Das Wort scheint ein Musikinstrument zu bedeuten, vgl. Nold., p. 151, 18 und Lit., p. 2211. *) Auch die Bedeutung dieses Wortes, das nur an dieser Stelle vorkommt, ist unsicher. Ks ist schwerlich s. v. a. NYNM ,,Beil. Troe. *) Zu NON WwW im Sinne ,,Blébe“ siehe R 242, 10. Leid. hat AN ANI MAYAN, siehe au XDD LEVY, Newhebr. Worterb. IV, p. 354b. ®) Siehe Joh. II, p. 108°. *) Man beachte, dafi RID)D in der jiidischen Literatur schlechthin den Merkur bezeichnet. 118, 22—119, 12 Drittes Buch. 133 Ich zerbrach ihm das Riickgrat und machte ihn zum Gegenstande der Verachtung’) in der Welt. Ich zerbrach ihn, streckte ihn aus und setzte ihn in die Verborgenheit. Ich warf den bisen Stern hin®), damit kein Zorn in der Welt sei. — [119] Bel schlug ich mit der Peitsche und nahm ihm die Krone vom Haupte. Die Krone nahm ich ihm vom Haupte und brachte ihm ein Gebrechen in den Kérper. — Nerig schlug ich mit der Keule und zerstiickelte seine Glieder’). Seine Glieder zerstiickelte ich und gab sie seinen Pfaffen. Ich gab sie seinen Pfaffen und Verehrern, damit sie in der Wiistenei in der Welt umherziehen’). Damit sie in der Welt in der Wiistenei umherziehen’) und ihre Torheiten in der Welt zeigen. Ich verfuhr gegen die Planeten, die sich iiber den Stamm des Lebens iiberheben, ich verfuhr gegen die Planeten, daB ich Raub‘) unter sie warf. Raub warf ich unter sie und zeigte ihre Torheiten’) in der Welt. Was ich an den Planeten tat, werden sie an ihren Pfaffen und Verehrern tun, damit sie aus der Welt verschwinden. Als ich zu Adam kam, sprach ich zu ihm: ,Ich gewihrte dir ein Schauspiel an deinen [Verfolgern. An deinen Verfolgern gewihrte ich dir ei Schauspiel, an der bésen Sippe, dafi sie hingemordet wurden. 1) Ich vermute NOYWOWS, das unter Einfiuf des an dieser Stelle wiederholt vorkom- menden NONWW abgeindert wurde. ; 2) BS5omo> scheint mir nach dem Vorhergehenden besser zu passen als Sormpy Leid. und die anderen auf >> ,,schwéren“ hinweisenden Varianten. 8) NR DY ist hier wohl in diesem Sinne aufzufassen, wie das jiidische N7DX, denn im Folgenden wird auf den Reliquienkult angespielt. ,,Fittich“ oder ,,Arm“ pat schlecht. 4) Lies }}77D°I5, siche weiterhin, p. 137, 15. 5) Leid. hat })77DD NWSI. 6) xOpD kann nur ,,Raub“ heifen. Man erwartet jedoch nicht dies, sondern ,,Ver- achtung od. ahnl. Aber im Aramiischen findet sich nicht N72 fiir NDI. Das Nomen hierzu ist im Mandaischen NIN°D\D, und eine Abinderung dieses Wortes zu NOMI ist schwer an- zunehmen. Eine Verbindung mit )7)D 118, 2 (Text) fiihrt zu nichts. 7) Oder ,,BléBe“, siehe p. 132, 26. wrt TO 35 40 Rechter Teil: 119, 12—120, 9 Alle ihre Pfaffen und Verehrer sollen dir Sklaven sein. Sklaven sollen sie sein und dir in jeder Hinsicht gehorchen. Nachsicht werde nicht allen Planeten zuteil, noch den Minnern, die sie verehren. Denn ein jeder, der ihre Werke iibt, ist des Lichtortes unwiirdig. Wenn ich zum Hause des Lebens gehe, werde ich die Welt in trefflicher Weise herrichten und ordnen. Ich werde die Wurzel des Lebens in die Hohe bringen und seinen Stamm in trefflicher Weise emporrichten. Als die Sieben den Tierkreis verteilten, wurde der Welt der Tod als Strafe auferlegt. Der Tod wurde der Welt als Strafe auferlegt, doch die Seelen’) der wahrhaften und glaiubigen Manner, sowie der vollkommenen Frauen werden emporsteigen und den Lichtort schauen. Hingegen werden die Seelen der Planeten in ihren Wachthiusern gefesselt werden. Sie werden in ihren Wachthiusern gefesselt werden, bis ihr Geist aufhdrt. Bis aufhért ihr Geist [120] und sie sterben und erldschen, als ob sie nie dagewesen.“ Die Pforten’), die Riha geschaffen hat, die Verfiihrerin zur Liige, die Pforten, die Ruha geschaffen, werden alle durch das Schwert hingerafft werden. Die Pforten, die Ruha geschaffen, sitzen tiglich fastend da. Taglich sitzen sie fastend, tiglich sitzen sie trauernd da. Sie sitzen tiglich trauernd da, bis ihr Geist aufhért. Wenn ihr Ma voll ist, werden sie ihr Antlitz nach dem Orte der Finsternis richten. Die Pforten, die Christus geschaffen hat, bezichtigen sich alle gegenseitig der Liige. Sie alle bezichtigen sich gegenseitig der Liige _ und stehen nicht in einer Rede da. *) Lies NMNDUND) oder NANOWD. *) Die Religionsparteien, siehe p. 20°. 120, 9—121, 2 i < 0, 121, Drittes Buch. 135 Nicht stehen sie in einer Rede da, weil sie aus der Schipfung der Liige hervorgegangen sind. Er verdreht die Reden, was der Erste’) geschaffen. Er verdreht die Reden und bringt Torheit in die Welt. Die Torheit, die Christus schafft, wird ganz am Tage des Endes ein Ende nehmen. Aus der Pforte, die Sami geschaffen, den alle Welt Adonai nennt, aus der Pforte, die Adonai geschaffen, ist das ganze Volk Haus Israel hervorgegangen. Aus dem Volke Haus Israel, die einander mit der Hand schlugen’®), die mit der Hand einander schlugen, die tun, was man nicht soll’); was man nicht soll, tun sie, daher sollen sie am Tage des Endes ein Ende nehmen. Aus dem Volke der Juden sind alle Pforten hervorgegangen. Hervorgegangen ist das Volk der Jazuqier’), die Verichtlichen, die das Feuer verehren, die Verichtlichen, die verehren das Feuer, die aus dem Abbilde des Gewandes Christi hervorgegangen sind. Die Jazugiier werden ein Ende nehmen, ein Ende nehmen, die auf ihren Ruf hdéren. Aus der Pforte, die Agzel schuf, den alle Welt Sin nennt, Sin nennt ihn alle Welt, [121] weil seine Gestalt allerorten hialich’) ist, aus der Pforte, die Sin schuf, sind alle Schmerzen und Plagen hervorgegangen. 1) D und Leid. haben NUNIT siehe p. 123, 10. 2) Die sich gegenseitig bekampften. 8) Hin Anakoluth. 4) Nach dem Folgenden und R 223, 23 ff. scheint es eine persische Sekte mit christ- lichem Einschlage zu sein. Die Schreibung {NPN labt eine Form sazogaja und jazengaja ga. Bemerkenswert ist die Gleichartigkeit der Form mit Na{wpaios wie mit LadSovxaios, und vielleicht ist sie durch diese Formen beeinflu{t. Daf der Name irgend etwas mit ‘lego, dem Namen des Bruders des Elxai, zu tun habe (Brandt, Rel., p. 127; Hichasai, p. 130), glaube ich nicht. Nach ANDREAS ist das Wort persisch und zuriickzufiihren auf den Nominatiy yagvd eines altiranischen Stammes yazvan ,,Verehrer“ nebst mitteliranischem k-Suffix. 5) Im Mandiischen ein Wortspiel. re in 20 136 Rechter Teil. 121, 2—17 Sie sitzen iiber Zauber- und Hexenspuk, sie verdrehen die Herzen, sie bringen die Menschen in der Welt zu Falle. Ein jeder, der auf ihre Rede hért, fallt in den Weltuntergang. Die Pforte, die Kewan schuf, fiirchten die Tage und Stunden’). Die Tage fiirchten sie und die Stunden und sitzen tiglich fastend da. Tiglich sitzen sie fastend da und bringen Liigenpropheten hervor. Sie wurden Faster und Fasterinnen, die iiber Liige sitzen. Sie sitzen iiber Ltige und bringen (falsche) Weisheit aus ihrem Verstande hervor. Sie und die Unverehelichten und Heiligen*) insgesamt werden am Tage des Endes ein Ende nehmen. Ein jeder, der auf ihre Rede hort, wird den Lichtort nicht schauen. Aus der Pforte, die Angel schuf, den alle Welt Bel nennt, aus der Pforte, die Bel schuf, sind alle Végte und...... *) hervorgegangen. Aus ihr sind die Végte und...... hervorgegangen, die iiber den Zorn in der Tibil eingesetzt sind. Téglich, alltaglich sitzen sie auf dem Throne der Empdérung. 1) D. h.-ihre Konstellationen. Man hat 5m7 hier nicht im Sinne von »verehren* auf- zufassen. *) Die Mandaer gebrauchen das Wort NWN nicht fiir ihre eigenen Religiosen, son- dern verwenden es nur ironisch fiir die christlichen ,,Heiligen, siehe auch oben, p. 50, 2. *) Die Worte SNIND und RYN ANNAN bezeichnen Machthaber, deren niherer Cha- rakter unsicher ist. ZIMMERN bemerkt zu den beiden Wértern: Vgl. dazu event. den radu in der Hammurabi-Zeit etwa ,,Gefolgsmann“, spater aber anscheinend auch Bezeichnung fiir einen héheren Grad, etwa ,,Offizier‘. Siehe alles Nihere dariiber bei A. WALTHER. Das altbabylonische Gerichiswesen, 1917 (Lpz. Sem. Stud. VI 4/6), S. 173ff., iniebebondars da- selbst Anm. 3 auf S. 173. WALTHER verweist daselbst auch bereits auf die Stelle bei THUREAU-DANGIN, Huitiéme Campagne de Sargon, Paris 1912, S. 8/9, Z. 38, wo un- mittelbar neben einander genannt werden sakkanakki u rede muma’irat miti-su les pré-- fets et officiers qui administrent son pays.‘ Abnlich auch ibid., S. 56/57, Z. 367 lariet) Sut- rese-ja u (amel) redi-ja ,,mes fonctionnaires (eig. meine DYDD) et mes officiers.“ Man kénnte auf den Gedanken kommen, das N9N°ND, falls es nicht etwa anders befriedigend zu erklaren ist [cfr. Néld. MG. 76 zu NORBERG’s Zusammenstellung mit }3D], als eine ent- stellte Entlehnung aus sakanakku zu betrachten. 121, 17—122, 13 Drittes Buch. 137 Sie fesseln, schlagen, peitschen, werfen nieder und fragen aus den, der ihnen zu Liebe handelt, es aber nicht ganz und gar [ausfiihrt. Sie schlagen ihn mit ledernen Peitschen; dafiir sollen sie mit Feuerpeitschen gepeitscht werden. Die knebeln, umstricken und aufhiingen, werden den Lichtort nicht schauen. Wer ihre Tollheiten treibt, wird hinstiirzen, ohne wieder aufzustehen. Er wird hinstiirzen, ohne wieder aufzustehen, er wird am Tage des Endes ein Ende nehmen. Die Pforte, die Nerig schuf, wurde ganz in Liige geschaffen. Ganz in Liige wurde sie geschaffen, und sie ziehen [122] in der Wiistenei in der Welt umher. In der Wiistenei ziehen sie in der Welt umher und zeigen ihre Tollheiten in der Welt. Die Hmurthas, die aus ihm hervorgehen, sind tiber den Zorn in der Tibil eingesetzt. Sie begehen Mord ; und vergiefen Blut. Er, der sie zusammengerufen’), schreitet an der Spitze des Kriegszuges. An der Spitze des Kriegszuges schreitet er, um Blut in der Welt zu vergiefen. Am Tage, an dem er einen Mord begeht, freut er sich iiber den Mord mehr als tiber eine Wohltat. Am Tage, an dem er einen Mord begeht, redet er’) und lacht in seinem Sinne. Am Tage, an dem er keinen Mord begeht, ist sein Koérper mit Bitterkraut gefirbt. Die Pforte, die Nerig schuf, wird am Tage des Endes ein Ende nehmen. Ich habe euch iiber die Planeten belehrt und tiber die Pforten, die sie in der Welt schufen. Ich habe euch iiber ihre Werke belehrt: fehlerhaft wurden sie alle geschaffen. Sie alle*) wurden fehlerhaft geschaffen: Hab, Eifersucht und Zwietracht. 1) Wiederum zweideutig, siehe p. 32+. 2) Das steht da, ist aber kaum urspriinglich. 8) Leid. hat NTP NY pn. N ut 35 40 20 25 30 35 138 Rechter Teil. 122, 13—123, 9 Ich habe euch tiber die Geheimnisse der Sieben belehrt und habe euch tiber die zwiélf Sterne belehrt, — die diese Teilung vorgenommen haben. Als sie die Teilung vornahmen, teilten sie unter sich’). Als sie dem Widder seinen Anteil zuteilten, wiesen sie ihm eine Anzahl Jahre zu. Sie teilten ihm als Anteil zwolftausend Jahre zu. Dem Stier teilten sie Jahre, elftausend Jahre an Zahl zu. Den Zwillingen teilten sie als Anteil Jahre, zebntausend Jahre an Zahl zu. Dem Krebs teilten sie als Anteil Jahre, neuntausend Jahre an Zahl zu. Dem Lowen teilten sie als Anteil Jahre, achttausend Jahre an Zahl zu. Der Alre teilten sie als Anteil Jahre, siebentausend Jahre an Zahl zu. Der Wage teilten sie als Anteil Jahre, sechstausend Jahre an Zahl zu. Dem Skorpion teilten sie als Anteil Jahre, [123] fiinftausend Jahre an Zahl zu. Dem Schiitzen teilten sie als Anteil Jahre, viertausend Jahre an Zahl zu. Dem Steinbock teilten sie als Anteil Jahre, dreitausend Jahre an Zahl zu. Dem Wassermann teilten sie als Anteil Jahre, zweitausend Jahre an Zahl zu. Den Fischen teilten sie als Anteil Jahre, tausend Jahre an Zahl zu. Als sie ihre Jahre verteilt und ihr Abbild in den Welten hergestellt hatten®), sprachen sie: , Wir wollen ...... jeder einzeln die ganze Welt finden’). Wir wollen zwélf Rufe hinaussenden, von denen zwolf Abbilder ausgehen sollen. — Aus dem Ruf, den der Widder rief, sollten alle Tiere entstehen. 1) Siehe auch R 379. *) Siehe p. 99%. *) FPWNIF ist wohl entstellt. Statt Ay Dwaes hat man vielleicht MINDWNI zu lesen. Leid. hat Ady> xndyd. 123, 9—124, 1 Drittes Buch. 139 Alle Tiere sollten entstehen, deren Ruf nach dem bisen Ruf wurde. Er ward nach dem bisen Rufe, der sagte: Ein Anteil soll mir an der Welt sein. — Aus dem Ruf, den der Stier rief, entstand jede Art buses Getier. Die bésen Tiere entstehen durch ihn, die aus ihrem Munde Auswurf') speien, die Auswurf aus ihrem Munde speien, die mit dem Munde wiederkauen, weil sie ihre innere Glut*) aus ihrem Magen’) herausbringen. Die Geschipfe dieser beiden Sterne entsprechen einander. — Aus dem Ruf, den die Zwillinge riefen, sind alle Daimonen hervorgegangen. Die Dimonen sind aus ihm hervorgegangen, die alle Altiéire innehaben, Sie haben die Altire inne, sie haben die Ufer*) inne. — Aus dem Ruf, den der Krebs rief, ist alles Zahngetier’) hervorgegangen. Aus ihm ist das Zahngetier hervorgegangen, das zum Bésen fiir die Welt geschaffen wurde. — Aus dem Ruf, den der Liwe rief, ist alles wilde Getier hervorgegangen. Aus ihm ist das wilde Getier hervorgegangen, das gegen die Lebewesen*) ausgesandt wird. Es wird gegen die Lebewesen*) ausgesandt, und sie verursachen Schrecken in der Welt. — Aus dem Ruf, den die Abre rief, sind alle Friichte hervorgegangen. Aus ihm sind [124] die Friichte, Trauben und Baume hervorgegangen, die in der Welt prangen. — ') Dies diirfte der Sinn des Wortes sein, das sich nur an dieser Stelle findet. Zu NDI, yd} ,,schliirfen“ gehért es wohl nicht. 2) Oder: Gift. 3) NIN ,,Magen“, auch R 204, 9 und Asfar Malwasé 112, 3 (RIN DD ,,Magen- schmerzen“), gehért zu pers. gewdriden ,,verdauen“. 4) Leid. hat N4N7N3. Im Sinne ,,Ufer kommt NINTWI sicher R 184, 15 vor, siche Néld., p. 115, 9. Hiaufiger findet sich hierfiir N7°}. Von Damonen, die an Ufern sitzen, ist in den alten Bleitafeln éfter die Rede, siehe z. B. das Zitat Joh. IH, p. 152%. 5) Die beifenden und stechenden Tiere. 8) Es steht NONOW da, also eigentlich ,Seelen“. Mit RMNDW werden éfter die Mandier bezeichnet, und es ist méglich, daf der Verfasser auch hier nur die Mandier im Auge hat, siehe auch p. 140, 26. 20 to wi 140 Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Aus Alle Rechter Teil. 124, 1-19 dem Ruf, den die Wage rief, sind alle Wasserfriichte hervorgegangen’). ihm sind die schlimmen Friichte hervorgegangen, durch die die Welten (Wesen) zu Grabe getragen werden. — dem Ruf, den der Skorpion rief, sind alle biésen Kriechtiere hervorgegangen. ihm sind die bésen Kriechtiere hervorgegangen, die mit ihrem Zorn die Lebewesen téten. — dem Ruf, den der Schiitze rief, ist aller Zorn hervorgegangen. ihm ist der grofe, bése Zorn hervorgegangen, durch den alle Wesen niedergestreckt werden. dem Ruf, den der Steinbock rief, ist alles Viehgetier hervorgegangen. ihm ist das Viehgetier hervorgegangen, dessen Fliigel schwacher sind, als die der Végel*). — dem Ruf, den der Wassermann rief, ist die Verkehrtheit hervorgegangen. ihm ist Verkehrtheit, aus ihm ist Mangel und Fehl hervorgegangen. — dem Ruf, den die Fische riefen, sind alle Fische hervorgegangen. ihm sind die Fische und Delphine hervorgegangen, aus ihm ist alles Bése geworden. diese Dinge sind aus den zwélf Gestirnen hervorgegangen, die sagen: , Wir wollen den Stamm des Lebens aufheben.‘“ Die sieben Sterne traten hin und teilten sie in Teile ein’). Sie teilten sie in Teile ein und schufen die Fahrzeuge am Herzen des Himmels. Was sie alle auch treiben mochten, die sagen: ,,Wir wollen den Stamm des Lebens aufheben, aufheben wollen wir des Lebens Stamm“, die sich tiglich zum Streit erheben: die Planeten wissen nicht, dab, die Kinder der nichtigen Wohnung, mochten sie auch die Teilung vorgenommen haben, ich ihre eigenen Stimme eingeteilt habe. *) Siche p. 377. In Leid. fehlt RyD. Ist es auch schwer zu sagen, warum die Friichte des Wassers todbringend sein sollen, so ist a hier wohl dennoch urspriinglich, denn von den schlimmen Friichten kann nicht ohne weiteres ,alle Friichte gesagt werden. *) Im letzten Satze ist das Hausgefliigel gemeint. 5) Siehe oben, p. 134, 13. 124, 20—125, 16 Drittes Buch. 144 Thre Sttimme habe ich eingeteilt. Von ihnen sollen einige zum Pfliigen dienen, andere sollen zum Schlachten dienen, andere zum Reiten, andere zum Essen. Alle Rufe, die sie hinausgerufen haben, wurden Adams wegen gerufen. Denn sie alle erhielten ihren Geruch von den Opferungen’). Sie, die Rufe hinausgerufen haben, sie sollen dahinwandern’), [125] sie sollen Adam gehorchen, gehorchen seinem ganzen Stamme. Als ich so gegen die Planeten verfahren war, hatten sie keine Sprache mehr. Als ich es Adam zeigte, freute er sich und war wohlgemut iiber die Mafen. Ich trat mit den Uthras, meinen Briidern, hin und belehrte Adam und seinen ganzen Stamm. Ich sprach zu ihnen: ,Ubet gute Werke und versehet euch mit Reisezehrung. Lasset den Ruf des Lebens vernehmen, damit euer Name im Hause des gewaltigen (Lebens) aufgerichtet Sprechet in reinen Reden, [werde. damit ihr in Heil*) als Reine gefestigt werdet. Sprechet in Giite und saget nichts Béses, Verehret und preiset das grofie (Leben) und das grofe Licht, das hierher gegangen ist. Verehret und preiset die Uthras, damit sie euch Helfer seien, Helfer und eine Stiitze vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes’*).‘‘ Gepriesen sei das Leben, gefestigt sei Manda dHaije, gesegnet sei euer Name, Silmai und Nidbai, Hibil, Sitil und Anos. Das Leben ist sieg- reich tiber alle Werke. Den Sieg errungen hat Jawar-Ziwa und seine Helfer. Dies ist das Buch der lebendigen, ersten Lehre. *) Das Wort Np.) findet sich nur an dieser Stelle. Ich sehe darin das babylonische nigh. Die Variante NPN) wire Partizip Opfernde. y 2) Siehe oben, p. 244. 8) Zur Schreibung O)w2 siche Joh. I, p., 46°. 4) Siehe auch Lit., p. 212 ob. = \\ Y, o ce) wt fe) 20 Viertes Buch. Eine unklare und fragmentarische Schilderung des Abstieges Hibil-Ziwa’s zur Welt der Finsternis, die sich vielfach mit dem folgenden Traktate beriihrt. Das grofe Leben wird genannt, doch erscheint als héchstes Wesen der Herr der Gréfe, der auch der Lichtkénig genannt wird. Vor dem Abstieg wird Hibil-Ziwa vom Herrn der Gréfe und Manda dHaije im Jordan getauft. In die Darstellung sind Stiicke aus den Liturgien eingefiigt. Daher wird der Traktat auch liturgisch verwandt, nach der in Anm. 3 angefiihrten Randglosse bei der Taufe der angehenden Priester. Im Namen des grofien Lebens werde ein Siindenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN und meinen Kindern NN, NN, und ihr Name werde aufgerichtet im Schatzhause des Jawar-Ziwa. Im Namen des grofien Lebens. Ob Kusta gut ist [126] fiir den Guten’) und Manda dHaije fiir die Sdhne des Heils?*) Dies ist das Mysterium, das Buch, die Belehrung und die erste, leben- dige Lehre, die von jeher war’). Als das erste Leben nachsann und Manda dHaije schuf und Manda dHaije Hibil-Ziwa schuf, da stand dieser tausend mal tausend Jahre vor dem Herrn der Gré®e und war in ihrer Mitte*) verborgen. Hibil-Uthra wird dereimst zu Krun, dem groBen Fleischberge, gehen und zu den drei Welten der Finsternis’), den uralten, die das Schwert nicht wegrafft, das Feuer nicht verzehrt, die in den Wasserfluten nicht untergehen’). Jener Kran, der grofe Fleischberg, und die 366 Dews, die bei ihm wohnen: aus jenen Dews ist jenes Wesen Namens Ur, der Herr der Finsternis, hervor- 1) Leid. hat san fiir die Guten“, *) Entlehnung aus L 118, 3. Vgl. auch Lit., p. 81 1. ult. *) Am Rande steht: Dieser Vortrag und die Lehre ist fiir den Jordan (fiir die Taufe) des Schiilers. “) Unter deh vorher genannten Wesen. *) Nach der Schilderung im folgenden Buche gibt es mehr Welten der Finsternis. *) Hier wird auf die drei Weltkatastrophen angespielt, siehe oben, p. 27f. 126, 14—127, 23 Viertes Buch. 143 gegangen. Sein Vater hat den Namen Gaf und sonstige zahlreiche Namen. Von seinem erstgeborenen Sohne, nimlich jenem Ur, gehen die Fiinf’), gehen die Sieben, gehen die Zwiélf hervor, die zusammen vierundzwanzig Dews sind. Aus dem Ergu8 und der Wirrung, als er zu seiner Mutter ging, entstand Karkam. Wenn er in der Tibil weilt, nennen ihn die Welten und Generationen Bar-Sfag”). Wir aber’), mit unserer, sowie des Lebens und der Uthras Kraft, mit der Kraft des Lichtkénigs, freuen uns des sanften Uthra‘), des gefestigten Erstgeborenen, den wir ausgedacht und geschaffen mit unserem Glanze, mit dem wir ihn bekleiden, mit dem Lichte, mit dem wir ihn bedecken, mit der Kraft und der Festigkeit, die wir ihm gewihren. Wir senden ihn gegen alle Bosen, die auf Béses gegen uns [127] sinnen, und gegen Ur, den Herrn der Finsternis, der sich iiber uns erhebt. Dieser Uthra packt ihn, driickt ihn nieder, fesselt und bindet ihn, iiberliefert ihn der unteren Kupfererde, und umgibt ihn mit sieben eisernen Mauern. Bis Ptahil kommt, griechisch kunstvoll die Erde dichtet’), das Firmament ausspannt, das Haus*) baut und alle Bésen beseitigt, die auf Béses sinnen, so lange bleibt die Fesselung, mit der Hibil-Ziwa Ur gefesselt, bestehen. Alsdann begibt sich Hibil-Ziwa nach allen Welten der Finsternis, er geht zu Krun, dem grofen Fleischberg, und tut ihm alles Bose an. Kran, der grofe Fleischberg, lift Hibil-Ziwa Angst, Furcht und Schrecken schauen, doch Hibil-Ziwa fiirchtet sich vor ihm nicht, und Kran wird von ihm unter- worfen. Alsdann spricht Zihrtn-Uthra‘), dessen Name Josmir-Kanna ist, zu Jadatan, dem Manne, der diese Aufklirung gibt, der aus dem kleinen Finger des Herrn der Gréfe hervorgegangen ist. Im Namen jenes Uthra wurden zwei andere Uthras hervorgerufen, Adatan und Jadatan, die am Tage, an dem der erste Jordan Hibil-Ziwa taufte, als seine Helfer hervorgerufen wurden. Dann wurden sechs andere hervorgerufen: Sitil und Anos, Silmai und Nidbai, Adakas-Manai und das grofe Mysterium, dessen Name Jofin- Uthra ist. Es ging mit ihm’) der grofe, erste Glanz, der aus dem Gewande des Herrn der GréBe herauskam. Allen Welten des Lichtes wie der Finsternis schuf er eine Grenze. Er verschlof die Tore, stieg auf die Riegel’), und 1) Siehe oben, p. 134. 2) poe als Subjekt bei FD NP auch Text 120, 24; 121, 13. 3) Manda dHaijé spricht. 4) Das ist Hibil. 5) Siehe oben, p. 89. 6) Die irdische Welt. 7) Hin eingeschobenes Bruchstiick, das ohne Zusammenhang mit dem Vorhergehenden steht. 8) Mit Hibil-Ziwa. . *) Dies ist wohl der Sinn von N78), das sich auch R145, 13 findet. ZIMMERN schreibt mir dazu: ,87N) ist wohl das entlehnte gamiru, gameru, synon. gisrw ,,cin Teil des Tiir- schlosses oder Schitissels“ bei DELITZSCH, Handwért. 201a. Das Wort kommt, als seltenes Wort, nur an den beiden von DELITZSCH genannten Vokabularstellen vor and wird, da es wat ol oO 5 Go ° 35 144. Rechter Teil. 127, 24—129, 13 der Pa®B (Passierschein) und das grofe Mystertum, die ihm von uns mit- gegeben waren: [128] jeder kriegerische Dew, der jenen Pafi sah, driickte sein Siegel darauf. Er stiftete Frieden in allen Lichtwelten, die unbegrenzt und endlos sind. Als ich alle diese Dinge, die geheimen und geoffenbarten, erzihlte und sagte’), verehrte ich, pries und verherrlichte den Herrn der Gribe gemi® der Weisheit und dem Wissen und dem, was das Leben mir sonst mitgeteilt. Jene tausend Jahre war ich vor dem Herrn der GréBe, indem ich hingestreckt auf meinem Gesichte lag. Dann rief mich der Herr der GréBe, faBte mich bei der Fliche meiner Rechten und richtete mich von meiner Lage empor. Alsdann breitete der Herr der Griéfe von seinem Glanze iiber mich, verlieh mir von seinem Lichte und legte mir um das Haupt einen Kranz von Siegen aus lichtvollem Laube. Geschaffen wurde auch Glanz und Licht allen Uthras, geschaffen allen Uthras Gewander, geschaffen ein Gewand dem Herrn der Grife. Hernach erhob sich der Herr der GréBe und schuf zu seiner Rechten 444. Skinas und zu seiner Linken 366 Skinas. Aus jeder einzelnen Skina schuf er dann 1800000 Myriaden Uthras, die wert und wundersam sind, deren Glanz wundersam, deren J.icht hell und leuchtend ist, durch deren Glanz die Leuchten flackern*) und leuchten, die vor ihnen leuchten. In jeder einzelnen Skina haben sich zwei Leibwiichter niedergelassen, und zwei Leuchten leuchten davor. Wie ist der Name des Oberwichters der 444 Skinas? Wie ist der Name dessen der 366 Skinas? [129] Das Haupt der 444 Skinas fiihrt den Namen Barbag-Uthra, auch Azazel mit Namen. Das der 366 Skinas nennt man Anan-Ngab, auch Taurel-Uthra mit Namen. Mit dem Namen Taurel-Uthra schuf*) er sich am Anfange der ersten Schépfung, alsdann schuf er alle Uthras. Manda dHaije und der Herr der Gréfe machten sich auf und stiegen zum Jordan hinunter, und (der Herr der Gre) bereitete*) die Taufe. Als er den riistigen Uthra, den grofen, wohlgeriisteten Uthra taufen wollte, wandte sich der groBe Jordan an den Herrn der GréBe, redete und sprach mit ihm: , Wer ist dieser Uthra, den du in mir taufen willst, der du und dein Abbild’) in mir getauft wurdet?“ Alsdann, als das lebende Wasser den Glanz und das Licht des Hibil-Ziwa, den Glanz, das Licht und die an der zweiten Stelle gerade nur mit medilw ,,Riegel zusammen genannt wird, wohl das letztere bedeuten, nicht etwa ,,Schliissel. ) Wiederum ohne Anschluf an das Vorhergehende. Der Sprecher ist Hibil-Ziwa. *) Lies NYIPN. *) Auch hier ist die Zweideutigkeit von NIP stirend, da es ,rufen, nennen“, wie , her- vorrufen, schaffen’ bedeuten kann. *) Auch hier steht NWP, also ,rief hervor“. ») Das ,,Abbild“ der Gottheit eracheint namentlich im folgenden Stiick als ihr weiblignet Een Man hat mit Recht auf die Bezeichnung der Tanit, der Kerthea lichen Caelestis, Is ,,Antlitz des Baal“ hingewiesen, siehe Brandt, Schr., p. 137. 129, 13—130, 17 Viertes Buch. 145 Herrlichkeit des Manda dHaije und den Olivenstab lebenden Wassers er- blickte, der aus JokaSar-Kanna geschaffen worden war, scherzte es und hielt sich nicht still, hiipfte und drehte sich hin und her, gleich den Wellen in Sindiriawis, dem groBen Jordan des Lebens. Darauf sprach der Herr der GréBe zum groBen Jordan: ,,Du, eroBer Jordan des Lebens, bleib ruhig und fest an deiner Stitte, denn Hibil-Ziwa soll in dir getauft werden.“ Da wandte sich der groBe Jordan des Lebens von den Worten des Herrn der Gréfe nicht ab und wich von seiner Rede nicht ab. Der Jordan des lebenden Wassers blieb stehen, und Hibil-Ziwa wurde in ihm getauft. Getauft wurde Hibil-Ziwa, getauft wurden mit ihm : seine beiden Briider’), getauft vier andere, die GroBe genannt werden. Er taufte die drei Uthras, die [130] seine Briider und seine Helfer sind’). Als er diese alle, die mit ihm waren, taufte, als er im Jordan stand mit seinem Schépfer, dem Herrn der GriBe, redete er, sang ein Lied tiber den Jordan und sprach: »An der Spitze*) des Wassers zog ich aus, an der Spitze der Sprudel des Lebens ging ich hierher. Ich griindete drei Skinas und setzte Hiiter iiber sie ein. Die Hiiter, die ich tiber sie einsetzte, sind wundersam, gesegnet und bestindig“. Alsdann festigte*) Manda dHaije die Taufe. Er stieg dann aus dem Jordan und schloB Kusta mit den Grofen. Und der Herr der Gréfe, als Manda dHaije aus dem Jordan stieg und seine Briider, die seine Sdhne sind’), siegelte, er, der Herr der Gréfe, respondierte Manda dHaije und sprach zu ihm: ,»Dein Glanz ist hell, und dein Licht leuchtet. Die Jiinger leuchten durch deinen Glanz, und ihre Gestalt leuchtet mehr als alle Welt.‘ Er rief Hibil zu und sprach zu ihm: Die Stimme Hibil-Ziwas hore ich, der am Lichtorte redet und vortragt, die Stimme seiner Rede, die lieblich ist. Mein Herz wurde mir erweckt, wurde des Lobpreises voll. Mein Herz wurde mir erweckt, und meine Seele freute sich, mein Sinn freut sich und prangt, und mein Inneres frohlockt tiber die MaBen. 1) Sitil und Ands. 2) Drei Uthras neben Hibil auch oben, p. 26, 25. ®) Siehe Lit., p. 149, LXXXII. 4) Siehe Lit., p. XXIII f. 5) Die hdheren Wesen werden éfter zugleich als Briider und Séhne anderer bezeichnet, damit soll ihre villige Gleichartigkeit zum Ausdruck kommen. Lidzbarski, Ginza. 10 wn ie) ) ww 1eS) ww wt {46 Rechter Teil. 130, 17—181, 21 Ich hiipfe und freue mich tiber die Werke, die Hibil-Ziwa ausgefiirt, und die durch seine Hand vortrefflich gelangen.* Er behtitete ihn, festigte ihn, riistete ihn, segnete ihn und breitete von seiner Gnade iiber ihn. Er verlieh Hibil-Ziwa Glanz, rief dann Sitil, festigte ihn und sprach zu ihm: ,,Behiite, behiite, Sitil-Uthra, . daB deine Rede die der Dimonen sei. Deine Rede sei unsere Rede, sei mit uns verbunden und werde nicht abgeschnitten.“ Er verlieh Sitil Licht, rief dann Anos, festigte ihn und sprach zu ihm: Dich segneten [131] die vier Uthras, die im gegenseitigen Glanze’) dasitzen. Sie tauften dich mit ihrer Taufe und bekleideten dich mit Gewiindern von den ihrigen.“* Er verlieh Ano’ Helligkeit und gewahrte ihm reichen Glanz, wie seinen beiden Briidern. Da sprach die groBe Leuchte, die iiber alle Welten leuchtet, sie redete und sprach zum Herrn der Gréfe. Der Name jener Leuchte ist Jattir- Jathrin; sie hat 360 Namen. Sie sprach zu ihm: ,,Wessen ist dieser Glanz?”°) Wessen ist dieses Licht? Wessen ist diese Helligkeit?* Darauf erwiderte er ihr: Dieser Glanz gehért Hibil, dieses Licht gehért Sitil, diese Helligkeit gehért Anos-Uthra’), die ausgedehnt und endlos ist.“ Der Lichtkénig siegelte sie*), er siegelte sie in vollkommener Weise. Er rief Silmai und Nidbai, legte seine Rechte auf sie, segnete sie mit seinem Segen und sprach zu ihm’): ,,Wir freuen uns dieses Bildes, das geschaffen wurde.“ Sie riefen dann R’ham-Raza und Adakas-Mana und seine Helfer. Sie schufen ihnen eine bergende Wolke, damit die Uthras ihre Gestalt nicht schauen, und sprachen zu ihnen: ,,Die Uthras sangen Hymnen in ihrer Herrlichkeit, und ihr Grofen freuet euch eurer Erleuchtung. Die Lichtwolke freut sich und prangt.‘ Alseders Manni ant. weitere *) kam, setzte er sich hin. Der Licht- kénig siegelte seine Helfer, seine Briider, die seine Séhne sind. Er siegelte Sindiriawis, den grofen Jordan des Lebens, in dem niemand getauft werden 1) Vel. auch R 335, 4. ®) Vel. Dit,,.p. 24bseX nai t 3) Leid. hat NPD NM (fiir NuND): dem grofen Uthra. *) Hibil, Sitil und Anos. *) Hier ist schwerlich nur einer von den beiden Genien gemeint; man hat wohl WOANDN) ,,und sprach zu ihnen“ zu lesen. *) Kin Wort kosmischer Bedeutung, dessen Sinn sich nicht mit Sicherheit feststellen laft, siehe Joh. II, p. 662. 131, 21—183, 5 Viertes Buch. {47 kann. Er sprach zu ihnen: ,,Wir fiihrten die Gtite des groBen (Lebens) aus’) und brachten deine Barmherzigkeit in Ordnung. Wir schufen den grofen Jordan des Lebens und die 360 Jordane, in denen Hibil-Ziwa ge- tauft wurde.‘ Alsdann sprach Manda dHaije zum groen (Leben), [132] das ihn ge- schaffen hatte: ,Gewihre, daf& wir diesen erstgeborenen Sohn, den ich ge- schaffen, zur Welt der Bésen senden. Da sagte sein Abbild®) zu ihm: »Nimm kein (zu friihes) Ende!*) Wie kannst du ihn nur ,,mein Sohn“ nennen!“ Darauf erwiderte er ihr: ,,Wenn ich ihn nicht ,,mein Sohn‘ nennen soll, wer soll ihn ,,mein Sohn“ nennen?“ Er sprach dann zu Hibil- Ziwa, dem Haupte des ganzen Geschlechtes: ,,Wie wir dich geschaffen haben, so schaffe du die Uthras, deine Briider, auf da® sie auf den Schatz des Lebens achtgeben. Wenn du zur Finsternis gehest, nimm die Kraft der raschen Taube an.‘ : Alsdann machte sich Hibil-Ziwa auf, ging hin und unterwarf die Ver- giinglichen. Er tat den gewaltigen Unholden etwas an, das ihnen verhaBt war. Er sah Ruha dQud%a, wie sie mit dem hinfilligen Unhold schwanger war. Sie war mit dem Kénige der Finsternis schwanger, und sie sagen: , Wir wollen die Herren aller Welten, der oberen, mittleren und unteren sein.“ Ich sah den Konig der Finsternis, wie meine Eltern es mir gesagt. 2 [Ich unterwarf] Ruha, Hewath*) das Weib, die Mutter des hinfalligen Un- holdes. Ich unterwarf den Kénig der Finsternis, dessen Mutter sagt: ,,Wir wollen die Herren aller Welten sein.‘ Ich schuf iiber ihm eine grofe Verdichtung und richtete em ..... *) tiber ihm auf, worin ich die Welt aufrichtete. Ich verfluchte Hewath das Weib, die Mutter des hinfilligen Unholdes, und sprach zu ihr: ,,Dein Fluch und dein Segen seien dein alleiniger Anteil®). Deine Sdéhne und Ptahil-Uthra sollen diese Welt ein- richten. Nur infolge des Planes des JoSamin’) bin ich zu euch gekommen. Ich kam zu euch und tat der Finsternis etwas Verhafites an. Denn ohne Mangel und Fehl habe ich ausgefiihrt, was meine Eltern mir befohlen. Denn [133] ein Sohn, der auf die Rede seiner Eltern*) nicht hort, wird hier bei euch zurtickgehalten. Ich jedoch gehorchte und nahm an und schlug nicht in den Wind, was meine Eltern mir befohlen. Ja, ich horte auf ihre Rede, ich nahm sie an und ging hin, richtete sie im Schatze der Uthras, der Hiiter des Schatzes, der Stiitzen des ganzen Palastes, auf. KuSta nahm ich Sy Mail, Wait, jas Gil, *) D: h. seine Frau, siehe p. 144°. 3) Die Wendung findet sich nur an dieser Stelle. Sie ist wohl sinnverwandt mit awra amo Swoon ,stirb keines schlimmen Todes‘ R 161, 6. 4) Siehe oben, p. 71°. >) Siehe zu NINDIMND oben, p. 89%. ,,Abfiufrohr, Rinne“ paht hier nicht. 6) Sollen auf dich zuriickfallen. a) tiber den Plan des Jé’amin und dessen Auflehnung gegen die Lichtwelt siehe Joh. II, p. 16ff., 28 und hier das dritte Buch. 8) Leid. hat ANNTANINT xnws. TOR ol vu 148 Rechter Teil. 133, 6—19 in meine Rechte und ging zur Welt der Finsternis. Die einen standen fest im Glauben, die anderen hielten sich selber in der Welt der Finsternis zuriick, Die im Glauben fest standen, steigen empor und schauen den Ort des Lichtes. Die nicht fest im Glauben standen, werden am Tage des 5 Endes ein Ende nehmen.“ Manda dHaije redete und sprach: ,,Dieser Kampf, der stattfand, fand JoSamins wegen statt. Denn ein jeder, der ein Haus baut und davor eine Moschee einrichtet se ok Ro kook ak da! Ein jeder, der diesen Traktat betet und ihn nicht mit aufrichtigem 1o Herzen und gliubigen Lippen rezitiert, wird vom Wege vor ihm’) abge- schnitten werden. Doch ein jeder, der ihn mit aufrichtigem Herzen und glaubigen Lippen rezitiert, wird einen Erlasser der Siinden und Vergehen erhalten. Gepriesen sei Manda dHaije und seine Helfer Hibil, Sitil und Anos 15 und Silmai und Nidbai. Und das Leben ist siegreich in alle Ewigkeit. 1) Der Rest ist wohl mit Riicksicht auf die Muslims gestrichen. 2) Der vor ihm zum Lichte emporfiihrt. : N= Y, Se 6 Fiinftes Buch. Im Namen des grofen, fremden Lebens aus den Lichtwelten, des er- habenen, das tiber allen Werken steht, werde Heilung und Sieghaftigkeit, Kraft und Festigkeit, Rede und Erhérung und ein Siindenerlasser zuteil mir NN und meiner Gattin NN ...... Und ihr Name werde aufgerichtet im Hause des Lebens. Erstes Sttick. Das wichtigste Stiick des mandaischen Schrifttums tiber den Abstieg des Erlésers in die Unterwelt. Wahrend im Hauptteil des dritten Buches es Manda dHaijé ist, der zum Kampfe mit den Unterirdischen hinabgesandt wird, ist es in diesem Stiicke Hibil-Ziwa, der darin als Sohn Manda dHaijeé’s erscheint. Bei der Charakterisierung der finsteren Machte, der Schilderung ihres Treibens und ihres Verhaltens dem iiberirdischen, fremden Manne gegen- iiber zeigt die Darstellung eine Héhe, die sonst in der mandaischen Literatur nicht erreicht ist. Trotz der Riesenhaftigkeit der Unholde und des Bewufitseins ihrer Macht fitihlen sie sich doch tief unter dem Lichtwesen stehend, und dies kommt in ihrem unterwiirfigen, diener- haften Eifer um ihn packend zum Ausdruck. Der Traktat ist auch wie kein anderer reich an mythischen Ziigen. Trotzdem ist auch er nicht einheitlich, und die Darstellung wird durch Widerspriiche und Aneinanderreihen paralleler Ziige gestért. Die Erzihlung ist auch nicht vollstiindig; der Anfang ist abgerissen und ohne Kopf. Die Uberarbeitung gerade des Anfanges zeigt sich auch darin, da da von Hibil-Ziwa in der dritten Person erzihlt wird, wahrend Hibil im weiteren Verlauf des Stiickes von sich in der ersten Person spricht. Als héchste Wesen erscheinen der Mana und sein Abbild als sein weiblicher Genosse (siehe p. 144°). Auer ihnen wird aber das Leben genannt und als weibliches Wesen die Nitufta. Das Leben, auch die Nitufta werden stellenweise mit dem Mana und seinem Abbilde kombiniert, so dah eine Dreiheit gebildet ist. Wahrscheinlich war urspriinglich in einer Version Mana nebst seinem Abbild, in einer anderen das Leben genannt, und die Nitufta gehirte, wohl auch wt nt Io 15 20 25 30 35 150 Rechter Teil. 133, 24134, 12 sekundir, zu diesem. Auch der Zweck des Descensus hebt sich aus der jetzigen Darstellung nicht scharf genug ab, er lift sich nur erschlieben: Die Manas erfahren, dafi in der Unterwelt ein Wesen geboren werden soll, das einen Kampf mit der Lichtwelt aufnehmen wird; dem soll der Erléser entgegentreten. Die Geburt des Bésen scheint festzustehen und das Ge- schehnis unabwendbar; dem Erléser kann nur die Aufgabe zufallen, ihn méglichst unschad- lich zu machen. Er steigt in die Unterwelt mit einem Heere Helfer hinunter und geht darauf aus, die Geburt des Bésen nach Méglichkeit hinzuziehen, ihm dann seine Kraft zu nehmen und ihn in Fesseln zu legen. Wie die Kraft Hibils im ,,grohben Mysterium“ besteht, das ihm aus der Lichtwelt mitgegeben wird, so ist auch die Starke der Unterirdischen an ein Objekt gebunden, das in der Unterwelt verborgen ist und das Hibil rauben soll. Im Ver- laufe der Erzihlung werden verschiedene Gegenstinde genannt, wohl nach der Verschieden- heit der Quellen. Zuerst ist es ein Mrara und Gimra, dessen Bedeutung sich nicht bestimmen la8t (weiterhin nur Gimra), dann ein Zauberspiegel, dann eine Krone, schlieflich eine Perle. Hibil raubt diese Gegenstinde, und es gelingt ihm, Ur in Fesseln zu legen. Hier p. 173, 31 sowie oben, p. 143, 15 wird nur kurz angedeutet, dafi die Fesselung Urs dauern sollte, bis die irdische Welt geschaffen wird. Bei dieser Gelegenheit sollte wohl Ur mit Hilfe der Sieben und Zwolf, die Raha trotz seiner Fesselung von ihm gebiert, sich befreien und sich zum &pxwv Tod kKdopov tobtov emporschwingen. Aber dies wird nicht ausgeftihrt, wohl aber wird kurz erzihlt, daf Abathur in Ptahil sein Abbild und seinen Sohn erhalt und dafi dieser auf Abathurs Aufforderung trotz der Warnung Hibils die Erde schafft. Ruha gebiert die Sieben und Zwélf, Hibil findet sich damit ab und weist den Planeten ihre Stellung in der Welt zu. Mit ihrer Hilfe schafft Hibil auch das erste Menschenpaar. Der Inhalt dieses Abschnittes ist bei PETERMANN, Reisen inz Orient II, p. 450 ff. wiedergegeben. Auch SIOUFFI’s Gewihrsmann erzihlt die Hauptziige des Stiickes mit fremden Ziigen untermischt (p. 48 ff.). Auf Grund von BRANDT’s Ubersetzung Schr., p. 137 ff. sucht BOUSSET, Hauptprobleme, p. 244 ff., den Inhalt zu analysieren, siehe auch Brandt, Rel., p. 29, 213 ff. Im Namen [134] des fremden Lebens aus den Lichtwelten, des er- habenen, das iiber allen Werken steht. Dies ist das Mysterium, das Buch und das geheime Gebet’). Denn das Leben hielt verborgen die Rede des Manda dHaije, als er vor dem Mana und seinem Abbilde und vor dem Leben die Offenbarung auBerte, daf} ein Dew aus Siniawis, der unteren Erde der Finsternis, emporstrebte’). Als Manda dHaije dies sagte, sprach das Leben und der Mana und sein Abbild zu ihm: ,,Warum sitzest du da, du Schatzhalter*) und unser dltester Sohn? Auf, steig hinab, geh hin und tue, was du wiinschest.‘ Als Manda dHaije dies von ihnen hirte, verneigte sich Manda dHaije, streckte sich vor ihnen hin und sprach zu ihnen: ,,Ich will mich aufmachen *) Statt RMD wiirde ich lieber NMyW annehmen: die geheime Lehre, siehe z. B. Text 126, 3. *) Leid. hat 7ANHy. *) Dieser Name ist ihm als dem Behiiter der Geheimnisse und Mysterien beigelegt. Wohl aus demselben Grunde dient das Wort N 3D3N} auch als Bezeichnung fiir den hohen Priester der Mandier. 154, 12—185, 13 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 151 und den Schatzhalter’), euren Sohn, jene Pflanze, die ihr gepflanzet, das Abbild, das ihr gebildet habt aus eurem Versteck, eurem Ei’), aus jenem Jordan, den ihr hingezogen und ......... , aus dem Tanna’) und der Ader eures Ortes rufen.“ Als Manda dHaije so sprach, wurde seine Stimme in allen Welten ge- 5 hort. Er stand auf, taufte und brachte herbei*) jenen seinen Sohn und sein Abbild. ,,Vater, wohin gehen wir? fragte dieser ihn. Darauf ant- wortete er ihm: ,,Auf, komm, ich will dir das Abbild des Mana’) und Mana und sein grofes, verborgenes Abbild zeigen, das vor allen Uthras in 365 verborgenen, gewaltigen Welten und Hiern des Lichtes verborgen ist.‘ Darauf sprach zu Manda dHaije sein Sohn, der sein Bruder ist*): ,,Wo ich mich angstige, dieses erste Abbild, jenes Abbild des Mana und den Mana und sein verborgenes Abbild, das [135] vor aller Welt verborgen ist, zu schauen!“‘ Worauf sein Vater, der sein Bruder ist, ihm erwiderte: ,,Mich haben sie mit raschem Schritt hergesandt, und ich bin zu dir gekommen; warum sitzest du nun, geliebter Sohn, da, dem man ,der Glanz des Lebens handelte und hatte Erfolg und Bestand‘ als Namen gegeben hat? Jetzt auf! Wir wollen hingehen und das Antlitz jener hochgeehrten Manas schauen.“ Als sein Vater dies sagte, gefiel es jenem sanften, gefestigten Sohne. Hr fate semen Vater bei der Rechten und ging mit ihm, bis er zu den Verstecken und Hiern der Wesen, gewaltig an Herrlichkeit kam. Als er hinkam, sprachen zu ihm das erste Leben und Mana und sein Abbild: ,,Was tuest du Jawar-Kbar, Sohn des Manda dHaije’), der uns die Stirnlocken auf dem Haupte flicht *) ?« Darauf erwiderte er ihnen: ,,Wohlan, ihr suchtet*®) und fandet; suchet abermals und findet. Ich machte mich auf und brachte euren Sohn.“ Da sagten sie zu ihm: ,,Auf, fiihre ihn hinein und bring ihn, damit wir ihn sehen und er uns sehe.“ 1) Hier ist es eine Bezeichnung fiir Hibil-Ziwa. 2) po 257 eigentlich ,,Eiwei® findet sich hiufig namentlich als Herkunfts- und Ent- stehungsort geistiger Wesen, siehe Joh. HU, p. 208%. ®) Hin Wort unsicherer Herkunft. Verschiedentlich ist davon die Rede, dafi das SIND schmelze, es steht auch sonst in Verbindung mit Warme, daher ist es vielleicht aus NT)INN Ofen“ gekiirzt. 4) Leid. hat Fong) FiDy). 5) Es ist unklar, wer dieses Abbild sein soll, vielleicht das Leben, siche weiterhin. 8) Siehe oben, p. 145°. ?) BRANDT bemerkt richtig, daf die Ansprache an Manda dHaije selbst gerichtet ist, der auch nachher antwortet. Zu Kbar siehe auch oben, p. 67,19, der dort mit Manda dHaije identifiziert wird. Jawar heibt ,,Helfer“. 8) Higentlich die Hérner. Die Stirnlocken werden wie ein Kranz um das Haupt ge- fiochten und bilden eine Zier des Hauptes; Sy33 steht auch bei Kriinzen. Der Ausdruck findet sich éfter: R 178, 10; 257, 14; 373, 5; L 42, 15; Joh. 51, 5. Hier ist der Sinn, dah er ihre Zier sei und ihnen zur Zier gereiche. ®) Lies "2. SF No a 5 wat pet Fat 152 Rechter Teil. 135, 13—136, 21 Da stand er auf, ging hin, fiihrte ihn hinein und brachte ihn vor jene hochgeehrten Manas. Als Hibil, der kiinftige Mana’), bei ihnen eintrat, ingstigte er sich vor ihnen, weil ihr Glanz wundersam, ihr Licht helleuch- tend war und niemand jene ihre Gestalt zu schauen vermag, weil ihr Glanz ausgedehnt und ihr Licht grof ist. Als die beiden teuren Manas’) und das erste Abbild mich erblickten*), stellten sie mich vor sich hin, kii®ten und kosten mich. Ich jedoch streckte mich vor ihnen hin, betete an und pries jenes Abbild. Tausend Jahre lag ich davor hingestreckt, bis mich dann jener Mana mit seiner Rechten an- faBte, mich von meiner Lage aufrichtete und sprach: ,,Steh auf, Mana Hibil-Ziwa, den wir gerufen haben. Angstige dich nicht.‘ Auch das Ab- bild des grofen Mana legte die Hand auf mich, Hibil-Ziwa. Alsdann 6ffneten sie ihren Mund und sprachen: [156] ,,Warum sitzest du da? Steh auf, wir wollen dich in 360000 Jordanen taufen und mit 360°) Gewindern bekleiden.“« Sie bedeckten ihn mit Hiillen, von denen eine jede wundersamer war als die andere. Sie standen auf, tauften ihn in 360000 Jordanen und sprachen geheime Namen tiber ihn, von denen ein jeder wundersamer war als der andere. Sie bewachten mich tausend My- riaden endlose Jahre. Ich blieb bei ihnen in jenem verborgenen Ei, bis ich groB wurde und ihnen glich. Alsdann legte mein Vater die Hand auf mich, Hibil-Jawar — er hatte mir seinen Namen Jawar’) beigelegt — und schuf mir eine Welt, ausgedehnt und endlos. In jener Welt schuf er mir zehntausend mal tausend Licht- welten und schuf mir 360°) gewaltige, innere’) Jordane. In jeder einzelnen Welt schuf er mir 360000 Uthras, in jeder einzelnen Skina schuf er mir 360000 Skinas. Jede einzelne Welt war verschieden (von der anderen), und wundersam war ihr Glanz, ihre Erleuchtung und ihr Lobpreis’). Mein Vater gab mir sein Gewand mit, in dem er geschaffen worden war, das Gewand, in dem er die Taufe empfangen hatte, auch ein ver- borgenes Mysterium gab er mir, das von den Grofen behiitet ist, und sie sprachen’): ,,Gehe, gehe, unser Sohn und unser Abbild, dessen Glanz wunder- samer ist als der aller Uthras. Der Ort, in den du dich begibst: schweres Leid'*) wartet deiner in jenen Welten der Finsternis. Generationen tiber 1) Zum Gebrauch von NOY im Mandiischen siehe Lit., p. 2511. Es heift , bereit: (um in die Erscheinung zu treten), zukiinftig. Vorliufig sind die Wesen noch jenseitig und so deckt sich der Sinn des Wortes ungefahr mit dem von .{3Xy oder WW DIS. *) Das Leben und der grofe Mana. *) Von hier an spricht Hibil-Ziwa in der ersten Person, doch fiallt die Erzihlung défter in die dritte Person zuriick. 4) Leid. hat 360000. i) Siehe oben, p. 1517. *) Leid. hat 360000. *) Zur Uberwelt gehérig, aus dieser nicht heraustretend. 8) Siehe oben, p. 55°. *) Nach dem Folgenden sind die Eltern als Subjekt gedacht. 10) Vgl. Néld., p. 40, 5. 136, 22—188, 4 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 153 Generationen wirst du da bleiben, bis wir dich vergessen. Deine Gestalt wird dort bleiben, bis wir dir die Totenmesse lesen.“ Als er dies von seinen Eltern hirte, verneigte er sich und streckte sich [137] vor ihnen hin und sprach zu ihnen: ,,Wohlan! Mit eurer, meiner Hltern, Kraft und dem grofen Mysterium, das von euch bewahrt ist, mit der Kraft meines Vaters Manda dHaije, wohlan, will ich mich aufmachen und nach dem Orte gehen, an den ihr mich sendet.‘ Also sprach Hibil-Mana-Jawar. Sein Vater geht und kommt mit ihm, und seine beiden Briider’) gehen mit ihm. Sie lasen Hymnen, Gebete und Gebetsordnungen, ihr Herz hiipfte vor ihrem Vater, und ihrem Vater hiipfte sein Inneres, und er sprach: ,,Es gibt keinen wie ich bin, dem seine Eltern, die grofen Manas, solche verborgene Sprossen hervorgerufen und geschaffen haben.‘ Ihr Vater geht und wandert mit ihnen, bis er an den Ort der beiden Grenzen kommt, der zwischen Licht und Finsternis liegt*). Sein Vater sprach dann zu ihm: ,,Gehe, mein Sohn Hibil samt deinen beiden Briidern, die dich begleiten. Sie sollen mit der Gnade hinkommen, die dein Vater dir bereitet*).““ Darauf erwiderte Hibil seinem Vater, dem reinen Mana: ,dJemand, den sein Vater wappnet, siegelt, tauft und festigt, braucht die Bésen nicht zu fiirchten.““ Sein Vater umarmte ihn nicht und kite ihn nicht. Da sprach er zu seinem Vater: ,,Wenn du mich umarmtest, kime erofes Leid iiber mich*).‘‘ Als sein Vater dies von Hibil horte, verneigte er sich und festigte ihn. Sein Vater machte sich dann auf den Weg’) und begab sich zum Mana und seinem Abbild. Ich Jawar-Hibil sprach nun: ,,Wohlan! Mit eurer, meiner Eltern, Kraft und mit der Kraft des grofen Mysteriums und der Helfer, die mich be- gleiten, will ich zur Finsternis hinabsteigen.‘ Als ich nun hinabsteigen und meine FiiBe in das schwarze Wasser tauchen und auf die Mauern, die Finsternis und Licht trennen, (setzen) wollte, zogen sie sich vor mir um tausend Meilen zuriick, und ich gelangte in die erste Welt der Finsternis, [138] mi der Ruha wohnte. In jener Welt wohnte ich tausend Myriaden Jahre, und niemand wufte von mir, dafi ich dort war. In dieser Welt war ich vor ihren Augen verborgen. Alsdann sprach das groBe Mysterium, das mir beigegeben war: ,,Wir 1) Sitil und Ands. 2) Licht und Finsternis haben je eine eigene Grenze. PAW KAW mA kénnte an sich auch ,,zwischen die beiden Grenzen“ tibersetzt werden, aber RNID MD ,,Grenzort’ ist ge- vyade in diesem Stiicke haufig. 3) Wohl SNonNwD ANI za lesen. NYNDNRF ist durch das Folgende beeinfluit und danach auch SN enw abgeindert. 4) ~oy kann hier kaum in anderem Sinne aufgefait werden, als oben, p. 152, 33. Die Bedeutung des Satzes ist dunkel. 5) Higentlich: schaute nach seinem Wege aus. Der Ausdruck ist erstarrt und be- zeichnet auch den Aufbruch. Er findet sich nur einigemal in diesem Traktat, auber hier noch Text 158, 17; 164, 8, 23. eat - oO 4 5 im) Ww es) ° uw 15 154 Rechter Teil. 138, 4—139, 17 wollen nach unten gehen. Darauf stieg ich unter diese Welt und kam in die Welt des grofen Zartai-Zartanai; welchem Dinge seine Gestalt gleicht, weiB ich nicht. Da sprach ich zu ihnen: ,,Sehet ihr, Uthras, meine Briider, welchem Dinge die Gestalt dieses Zartai-Zartanai gleicht?* Ich sprach dann zu ihm: ,,Gefesselt und niedergehalten sei diese deine Gestalt, Zartai- Zartanai, und die deiner Gattin Amamit.“ Jahre um Jahre und Generationen um Generationen war ich da, und sie wuBten um mich nicht, da ich da in ihrer Welt wohnte. Lichtwesen waren mit mir, und wir trugen Gebetsordnungen, Gebete und Totenmessen vor. Ihr Herz hiipfte bei ihrer Erleuchtung und ihrer Lobpreisung. Tag fir Tag steigt diese zum Leben und zum Mana und seinem grofien, ersten Abbild empor, die das Leben geschaffen. Ich sagte mir, dafi ich beim Leben, meinem Vater, sitze und mich daher vor diesen Gestalten nicht zu ingstigen brauche. Alsdann verlieB ich Zartai-Zartanai, brach auf und ging nach anderen _ Welten, denen des Hag und der Mag, der beiden Manas der Finsternis, 20 25 30 35 deren Zauberkunst gréBer ist als die aller Wesen der Finsternis. Von der Welt des Zartai-Zartanai bis zur Welt des Hag und der Mag sind tausend Meilen ohne Zahl. Ich sprach: ,,Wer hat mich hierher gebracht, und ihr, meine FiiBe, wer hat euch hierher emporsteigen lassen? ’)‘‘ Ich ging hin und fand diese zwei gewaltigen Manas der Finsternis, Hag den Mann und Mag [139] das Weib. In jener Welt weilte ich sechzig- tausend Myriaden Jahre. In jener Welt sah ich sie und wufte, was in ihrem Herzen vorging. Ich verlieB sie dann, brach auf und kam zu einer anderen Welt, der des Gaf und des Gafan, der gewaltigen Riesen der Finsternis, die aus der Quelle des schwarzen, zischenden, brodelnden Wassers hervorgegangen sind, das wie siedende Kessel kocht, sprudelt und in die Hohe steigt. Von jener Welt des Hag und der Mag bis zur Welt des Gaf und des Gafan sind hunderttausend Myriaden Meilen ohne Zahl und Rechnung. Als. ich Gaf und Gafan erblickte, — ihre Gestalt ist verkehrte Gestalten; sie gleichen Drachen, und ihre Weiber gleichen Salamandern, — sprach ich zu ihnen: ,,Gebunden und gefesselt seiet ihr, Riesen der Finsternis, und gefesselt sei euer Kérper mit der grofien Fesselung, mit der die Schmiede?) die Unholde fesseln. Gefesselt sei eure Zauberei und euer Trug, die ihr treibet. Gefesselt seien eure Weiber, die Liliths, die Salamander, die ver- kehrten Gestalten, die hiflich, verdreht und verschniirt sind, deren Aus- sehen und deren Geschwiitz niemand ertragen kann.“ *) Wahrscheinlich ein Zitat aus einem anderen Zusammenhange, wie auch R 263, 1. Daher das hier nicht passende ,,emporsteigen, wiihrend man ,hinabsteigen“ erwartet. Frei- lich ist auch weiterhin an einigen Stellen yon einem Emporsteigen die Rede, wo Hibil noch tiefer hinabsteigt. *) NYNDTNP statt KOXP nach einer Konjektur NOLDEKE’s, die mir aber nicht sicher scheint. 139, 17—141, 6 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 155 Ich sprach zu den Uthras, meinen Briidern: ,,Habt ihr gesehen, welchem Dinge diese hinfalligen Riesen gleichen?“ Darauf sprachen meine Briider, die Uthras: ,,Wie weit sind doch die Grenzen dieser Welten der Finsternis und wie zahlreich diese Riesen!** Ich war vor ihren Augen tausend mal tausend Myriaden Jahre ohne Ende und Zahl verborgen. Darauf sprach zu mir’) das groBe Mysterium, das mir beigegeben war: » Warum sitzen wir an diesem Orte? Auf, wir wollen emporsteigen*) und sehen, was wir tun wollen.‘ Wir machen uns dann auf [140] aus der Welt des Gaf und des Gafan, wir wandern und gehen zur Welt des Anatan, des Kampen der Finsternis, und seiner Gattin Qin, der Kénigin, der Herrin der Finsternis, die ,,Mutter der Finsternis“ genannt wurde, die aus dem schwarzen. triiben, brodelnden, verderblichen, einander verzehrenden’) Wasser hervor- gegangen ist, die alle Welten der Finsternis schuf. Von dem Tage, an dem wir nach der finsteren Welt des kriegerischen Riesen Anatan gingen, den sie geschaffen hatte, waren es tausend mal tausend Meilen, ein weiter, end- loser Weg. Ich sprach zu dem grofen Mysterium, das mir beigegeben war: ,,Sieh dir genau Qin und Anatan, die Riesen der Finsternis, daraufhin an, welchem Dinge sie gleichen.‘‘ Wir safen bei ihnen Jahre und Generationen ohne Zahl und Berechnung. Alle Wesen, die mir beigegeben waren, die Uthras und die Skinas: (sie waren da) mit Hymnen, Gebetsordnungen, Gebeten und Totenmessen. Thr Herz freute sich in ihnen und hiipfte vor Freude. Auch ich freute mich ihrer Freude und der Helfer, die meine Eltern mir geschaffen und aus ihrem Hofstaat mir beigegeben hatten. Ich sprach folgendermafen: ich sitze bei dem Mana und semem Abbilde. Unser Herz hiipft und pocht. Jene meine Erleuchtung und Lobpreisung steigt Tag fiir Tag, Stunde fiir Stunde empor vor den verborgenen Mana und sein Abbild und vor die eroBe, verborgene, erste Nitufta*), die vor den Lichtwelten existierte.“ Als ich diese Welten schaute und untersuchte, sprach ich: ,,Es wird einen Tag geben, da ich zu meinem Vater emporsteigen, mich hinsetzen und mit ihm sprechen werde, ich und die Uthras, meine Briider, die mit mir gekommen sind, da ich Belehrung erhalten werde [141] durch das Wissen und die Kenntnis, die Erleuchtung und Lobpreisung’), die meine Eltern nachsuchten und wodurch sie sich in ihrem Sinne Klarheit verschafften.“ Als ich so sprach, sprachen meine Briider und das grofe Mysterium, das mir beigegeben war: ,,Nun wollen wir in die Héhe steigen*). Warum sitzen wir an diesem Orte, ohne zu wissen, wieviel Jahre ohne Zahl wir hier sitzen? Auf, wir wollen das Tor der drei Kénige éffnen, die Feuer 1) Leid. hat SIND. ‘ 2) Siehe oben, p. 1541. ) Im Aramiischen ist ,,Wasser“ eine Mehrzahl. 4) Higentlich ,,Tropfen“, dient als Bezeichnung fiir weibliche hdhere Wesen, siehe Uthra, p. 538f., Joh. I, p. 227 und hier, p. 149 unt. 5) Lies NOTMAWIN RNY. Das Suffix der 1. Person ist durch das in SNONTNONT beeinflubt. 6) Siehe oben, p. 154. co = oO ie) ° to wn Go way a = 12) 25 30 ies) wm 156 Rechter Teil. 141, 6—142, 23 nicht verzehrt, den Ort, wo das Staubwasser ist, den Ort, wo jenes Wasser der Glanzsiule ist’), den Ort, wo die Generation der Finsternis ein Ende nimmt und unter dem niemand mehr da ist.“ Als wir uns Klarheit und Kenntnis iiber dies und das verschafft hatten, sffneten wir die Tore. Wir 6ffneten das erste Tor und erblickten und schauten den groBen Sdum, den Enkel der Finsternis. Wir sahen, dafi seine Gestalt nicht jenen Dews, den Riesen der Finsternis, glich. Ich, Hibil, nahm nun eine groBe und schéne Gestalt an, setzte mich vor ihn und sprach: ,,Wohlan, in deinem Namen, grofes Mystertum, im Namen des verborgenen, ersten Lebens, das am verborgenen Orte verborgen ist, im Namen des Mana und seines Abbildes, im Namen meines Vaters Manda dHaije und mit dieser Erleuchtung der Uthras, die mit mir sind, die mir als Helfer beigegeben sind, sie, die mir in diesen Welten der Finsternis Gesellschaft leisten, wohin meine Eltern mich gesandt haben, wohlan, will ich mit dem kriegerischen Sdtim, dem Kénig der finsteren Welt, sprechen.‘ In der Freude, die ich empfand, redete ich und sprach zu ihm: ,,Friede mit dir, kriegerischer Sdum, Kénig der Welt.‘ Er sah mich (anfangs) nicht an. Als ich ihn aber begriiBte, wandte er sich um, [142] sah mich, erhob seine Augen, hob die Wellen seines Antlitzes*) in die Htéhe und sprach: ,Friede mit dir, du Mann von schéner Gestalt.‘ Ich sprach dann zu ihm: Nur ein Wort méchte ich mit dir sprechen.‘‘ Darauf erwiderte er: ,,Sprich, schéner Mann, dessen Gestalt schén und leuchtend ist.‘ Hierauf sprach ich zu ihm: ,,Kin Sohn, der von euch hervorgeht, der aus eurem Stamme und eurer Wurzel ist, will einen Kampf beginnen und Aufruhr in eurer Welt’) stiften. Was saget ihr iiber ihn?“ Darauf er- widerte jener Sdim und sprach: ,,I[ch weifi nichts. Steig unter mich hinab; da ist einer, der ilter ist als ich.‘ Von dem Tage, an dem ich zu ihm gekommen war, bis zu der Zeit, da ich zum grofen Gew hinabstieg, waren es hunderttausend Jahre. Alsdann machte ich mich zu emem Manne, der schéner als sie ist, und setzte mich vor Gew, ohne dafi er wufbte, daB ich mich ihm genihert hatte. Darauf begriifte ich ihn, worauf er erwiderte: ,,Friede mit dir, du Mann von schéner [Gestalt]. Was wiinschest du von mir?“ Ich sprach zu ihm: ,,Ein Sohn, der von euch, eurem Stamme und eurer Wurzel her- vorgeht, will gegen die Lichtwelten kimpfen. Was sagst du tiber ihn? Darauf erwiderte er: ,,Steig unter mich hinab, denn ich wei nichts.“ te Une pe Ly eae wy ae verliefs und putbrechy bis zu dem ge, groBen Fleischberge, anlangte, war ich sechzigtausend Myriaden Jahre auf jenem Wege; wie weit und endlos! Ich 1) Das steht da, pafit aber nicht. . *) D.h. die herausragenden Stellen des Gesichtes. Die Wendung ist auch sonst hiufie siehe Lit., p. 15°. vi *) Soll heifen in unserer Welt‘. *) Siehe oben, p. 143, 5; steht hier falschlich fiir Kran. 142, 23—144, 10 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 1b7 erblickte jenen Krin, den groBen Fleischberg, an dem keine Knochen sind. Sein Aussehen ist wie Staub, und das Wasser, das [143] unter ihm ist, ist Staub und gleicht dem dunklen Gewilk. Ich ging dann an ihn heran, sah ihn, blieb jedoch seinen Augen ver- borgen — wie viele Jahre! Ich sagte mir: Was soll ich tun und was soll ich mit dem Manne, diesem Riesen Kran, dem groBen Fleischberge, sprechen? Hierauf begann ich zu reden und sprach zu ihm: ,Friede mit dir, Erstge- borener, Kénig der Finsternis, Krin, eroBer Fleischberg.“ Er erhob sein Gesicht nicht, sondern sprach: ,,Wer ist dieser Mann, der meinen Namen geoffenbart') und mein Zeichen begriffen hat?“ Darauf erwiderte ich ihm: ,Jch bin Hibil. Das Leben hat mich hergesandt, und ich bin zu dir gekommen. Tausend mal tausend Jahre, endlose und zahl- lose Generationen, Jahre tiber Jahre bin ich zu dir gekommen.“ Er sprach dann zu sich selbst: ,Das Leben ist es, das nicht vergeht, und der Glanz und das Licht, das nicht abgeschnitten wird.“ ,,Was hat es dir aufgetragen?“ fragte er. Darauf erwiderte ich ihm: ,,Das Leben gab mir den Auftrag und sprach zu mir: ,Geh und sprich zu ihm: Ein Sohn, der von euch, eurer Wurzel, eurem Stamme und eurer Begattung hervorgeht, will Aufruhr in die Lichtwelten gegen uns werfen. Was sagst du iiber ihn?“ Darauf sprach er’): ,,Geh, sonst verschlinge ich dich. Als er so zu mir sprach, safs ich, Hibil-Ziwa, in einem Futteral von Schwertern, Sibeln, Stahlspiefen, Messern und Klingen und sagte ihm: ,,Verschlinge mich.“ Da sagte er: ,,Jetzt verschlinge ich dich“ und verschlang mich bis zur Hiilfte. Dann spie er mich aus und warf mich aus. Er spie Geifer aus dem Munde, denn die Dirme, die Leber und die Nieren waren ihm zerschnitten’). ,,Was soll ich“, rief er, ,,mit dem Manne tun, der zu mir gekommen ist, den das Leben gesandt hat?“ arauf wandte er sich an mich und sprach: ,,lhr seid Recken, [144] wir sind Schwichlinge, ihr seid Gétter, wir sind Men- schen, ihr seid GroBe, wir sind Kleine.“ Ich sprach dann zu ihm: ,,Auf, gib mir einen Pafi.‘ Da stand er auf und schwor mir beim Tage, an dem er geschaffen worden war: ,,I[ch werde dich nicht tiuschen, sondern ich werde in mein Schatzhaus gehen und dir aus meinem Schatzhaus einen Pai bringen.“ Da stand er auf und brachte mir einen Pai. Dann brachte er den Siegelring, der in seinem Schatzhause verborgen war, auf dem der Name der groBen Finsternis geschrieben und abgebildet war, der verborgen war, den er von dem Tage an, an dem er geschaffen worden war, nicht gesehen hatte, und sprach: ,,Wohlan, ich gewihre dir, daB alle Wesen, die dich erblicken, wenn du ihnen diesen Pal} zeigst, ihn siegeln.‘ 1) Der meinen Namen offen aussprechen konnte. 2) Hier steht noch ,,zu sich selbst“, was falschlich aus Z. 14 hierher geraten ist. . 3) Hin altes und weitverbreitetes Motiv, das hier vielleicht auf den Mythus vom Kampfe Marduks mit der Tiamat zuriickgeht, siche Hans SCHMIDT, Jona, 1907, p. 26 und BOUSSET, Hauptprobleme, p. 246. 15 wi 30 Oo ui 158 Rechter Teil. 144, 10—145, 18 Als er ihn mir dann gab, nahm ich ihn und verbarg ihn in sieben Ge- winder. Dann stieg ich empor und kam zu seinem Bruder, dem grofien Gew. Ich zeigte ihn, und er siegelte ihn. Als er jenen Pafi sah, bestatigte er auf ihm das Siegel seines Bruders. j Ich nahm ihn dann und stieg zum grofen Sdum, dem Riesen, empor, der in seiner Welt daliegt und zappelt. Er sitzt auf ....... *) von Feuer, und das Feuer leistet ihm Dienste. Ich zeigte ihn ihm und sprach zu ihm: ,Siehe den PaB, den ich dir von deinen Eltern gebracht habe.“ Ich holte ihn hervor, zeigte ihn ihm, und er siegelte ihn. ,,Siehe“‘, sagte ich zu ihm, ,was deine Eltern dir gesandt haben.‘ Darauf sprach er: ,,Gesegnet sei der Tag, an dem du gekommen bist.“ Tech verlie& ihn dann und stieg zu jenen oberen Welten empor. Ich versiegelte das Tor vor Sdum. In jener Welt hatte ich tausend mal tausend Jahre gesessen. Alsdann niherte ich mich der Welt ces Anatan und der Qin und weilte dort. Jahre tiber Jahre weilte ich in jener Welt. ,,Was soll ich tun?“ fragte ich mich. Dann niherte ich mich der Qin, indem ich die Gestalt ihres Gatten [145] Anatan annahm, und sprach zu ihr: ,,Auf, zeige mir, woraus wir entstanden, woraus wir geformt und entstanden sind°).“ Darauf erhob sie sich und zeigte mir die groBe Quelle, aus der sie emporgekommen waren. Als ich jene Quelle schwarzen Wassers erblickte, da war darin ein Mrara und Gimra’*), das in jener Quelle dalag und zappelte. Da sprach jenes grofe Mysterium, das mir beigegeben war: ,,Dieses Mrara und Gimra ist die Festigkeit der Welten der Finsternis.“ Als es so zu mir sprach, machte ich ihre Augen blind, machte ihre Ohren taub und blieb ihren Augen verborgen. Da packte ich das Gimra und Mrara, und sie sah mich nicht, da ich es gepackt hatte. Sie lag hin- gestreckt und suchte nach mir. ,,Wohin bist du gegangen? fragte sie mich. Sie ruft mir zu und spricht: ,,.Komm, sage ich dir!“ Doch ich verlieB sie, ich kam und versiegelte das Tor jener Welt und stieg empor tiber die Riegel*) und Schliissel, die anders als alle Schliissel waren. Alsdann freuen wir uns, ich und die Welten und Aonen, die mit mir sind, wir sigen Hymnen und frohlocken, unser Herz frohlockt in Erleuch- tung und Lobpreisung tiber das, was wir von Qin mitgebracht haben, die Sumqaq die Grofe genannt wird, die aus ihrer Wurzel entstanden war, Qin, der Grofmutter des Ur, vor allen Welten der Finsternis. 1) Das Wort SIJIND findet sich nur an dieser Stelle. Ich habe keine Erklarung dafiir. Man denkt leicht an X3)JND, ,,Kohlenbecken‘, aber es ist unwahrscheinlich, dah dieses be- kannte Wort zu dem unbekannten entstellt sei. 2) Er spricht als einer von ihnen. *) Die Verbindung ND") NINW findet sich nur hier und ist bis jetzt unerklart. Nach der folgenden Darstellung scheint es ein Insekt zu bedeuten, siehe auch Text 158, 22; 159, 17f. NNW findet sich sonst im Sinne von ,,Bitterkeit, auch , Bitterkraut; zu NW siehe Lit., p. 23%. *) Siehe oben, p. 143°. 145, 19—147, 2 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 159 Als ich die Tore verschlossen und die Riegel verschoben hatte, sprach ich tiber jenes Tor drei geheime Namen aus, die niemand von ihrer Stelle versetzen kann’), den Namen Ham-Ziwa, Nhur-Ziwa und Lufafan-Nhura- Rabba, diese geheimen, bei mir woh! verwahrten Namen, damit diese Tore nicht losgelést werden und niemand sie éffnen kénne. Dann stieg ich zu jener Welt empor, die iiber den Welten der Sum- qaq, der grofen Perle, liegen. Von [146] dem Tage, da ich emporstieg *xx«x Zum grofen Gaf und Gafan, dem Vater aller Welten der Fin- sternis, die dort beiemander sitzen, miteinander lachen und _ scherzen. Ihre Mutter Qin sitzt bei ihnen und spricht zu ihnen: ,,Auf, wir wollen unsere Schénheit und unseren Reiz schaven, wir wollen sehen, was wir noch nicht gesehen haben.‘ Als sie so zu ihnen sprach, wurden sie unruhig und traurig, sie traten an sie heran und sprachen zu ihr: ,,Zeige uns, was wir tun sollen.« Da sprach sie zu ihrer Tochter Ruha*): ,,.Komm, wir wollen dich deinem Bruder Gaf (zum Weibe) geben.‘ Als sie so zu ihr sprach, gefiel es ihr und ihm, ihnen beiden. Sie standen auf, traten zueimander, er nahm sie vor ithnen (zum Weibe), nahm dann seine Junggesellen®) und kiiBte sie. Er sprach zu ihr: ,,Wie du, Ruha, meine Schwester, gibt es keine.““ Von jenem Tage an, da sie mit Ur, dem Herrn und Riesen [der Welten der Finsternis], schwanger wurde, «+++ #5. Alsdann sprachen sie zueinander: ,,Auf, wir wollen unserer Mutter Qin und unserem Vater Gaf zurufen, dafi wir miteinander verkehren.‘ Als er so zu ihr sprach, stand sie auf, ging mit ihm und sprach zu Qin und ‘Gaf: ,,Sehet, was wir getan haben.“ Darauf sprach Qin zu ihnen: ,,Heil euch, dafi ihr dies tatet, wie wir es getan haben.‘ Ich, Jawar, war vor ihren Augen verborgen, und sie sahen mich nicht, daf ich bei ihnen safi, ich und das groBe, verborgene Mysterium, das (gleich- falls) vor ihnen verborgen war. Ich nahm dann die Gestalt emes von ihnen an, doch war ich schéner als sie alle, herrlicher als sie alle. Ich ging dann hin, trat an Qin heran und sprach zu ihr: ,,Friede mit dir, groBe Mutter, Mutter aller Welten!* Sie wandte sich um, erblickte mich, und ich entflammte Liebe und Feuer in ihrem Herzen. Darauf sprach sie: ,,Friede mit dir, unser grofer, teurer Gefahrte.‘ [147] Ich nahm sie dann bei der Hand und sprach zu ihr: ,,Wie viele Téchter hast du, damit du mich zu deinem Schwiegersohne machest und ich in dieser Welt bei dir weile?* 1) Der Ausdruck bezieht sich auf die Namen, nicht auf die Riegel, vgl. auch R 159, 15. Die Vorstellung von der konkreten Eigenschaft der Namen kommt hier scharf zum Ausdruck. 2) Im Texte steht: Raha sprach zu ihr. 8) Die Hochzeitsburschen, die Freunde und Begleiter des Braéutigams, die sonst WYIW Ww, NoNDwWww genannt werden, siehe Joh. II, p. 113%. ut coal oO 15 2 eal 30 35 160 Rechter Teil. 147, 2—148, 9 Als ich so zu ihr sprach, freute sie sich, und ihr Herz freute sich in ihr, daB ich ihr Schwiegersohn werden sollte. Sie faBte mich mit der Rechten und ging zu Gaf. ,,Friede mit dir“, sprach ich zu ihm, ,,du Berg und Riese tiber uns alle, du Kénig dieser Welt.‘ Er verstand nicht, was ich ihm sagte, da sprach sie zu ihm: ,,Dich begriiBte der Mann, der schéner als wir alle ist.“ Da sprang er von seinem Throne auf, umarmte mich und sprach zu mir: ,,Gesegnet sei dein Kommen, Konig, unser Herr! Was wiinschest du?“ Ich sprach jedoch mit ihm nicht, doch sie sprach zu ihm: ,Kin Weib wiinscht er von dir. Auf, wir wollen es ihm geben.‘ Da fragte er sie: Wen wollen wir ihm geben?“ Darauf erwiderte sie ihm: ,,Wir wollen ihm Zahrel die GroBe*) geben, die schéner als er ist.“ Als beide so sprachen, zog ich den Ring ab und warf ihn ihr’) zu. Sie sah den Ring, den ich ihr zugeworfen, und wurde iiber den Ring er- regt, den ich ihr zugeworfen. ,,Wen gibt es“, spricht sie, ,,der mir gleicht ? Der Mann, der mich sich anverlobt hat, warf mir einen Ring zu, eimen Ring, wie es seinesgleichen in unserer Welt nicht gibt. Wehe, in unserem ganzen Schatze gibt es einen solchen nicht.‘ Darauf sprach ihre Mutter zu ihr: ,,Verhiille dich vor ihm, bis ihr Hochzeit feiert*).““ Gaf wiederum sprach zu ihm: ,,Auf, tue, was die Manner tun. Wir wollen Zahrél mit dem schdnen Manne vermihlen, der schéner als wir alle ist.“ ,,Heil dir“, sprach sie zu ihm (Gaf), ,,dafi sich dieser Mann bei dir eingefunden hat.‘ Sie standen dann auf und gingen zu dem Ei, dem Orte, aus dem sie hervorgegangen waren. Sie sprach dann zu ihm (Gaf): ,,Auf, wir wollen ihr die Hochzeit bereiten und sie vermihlen.‘‘ Er, Gaf, richtete darauf ein’ Bett her und schlug die Pflécke fiir das Hochzeitszelt ein. Sie lud alle Welten ein [148] und rief die Engel und Riesen jenes Ortes zusammen. Diese kamen dann zu ihr mit Gold, Silber, Perien und Kriinzen und brachten ihnen goldene Becher. Sie kamen, indem sie sprachen: ,,Wir wollen hin- gehen und jenen Briiutigam sehen, der mit Zahrel Hochzeit feiert.« Um mich legten sie ein seidenes Gewand, hiillten mich in Decken von allerlei Farben‘), hoben mich und sie in die Héhe und setzten mich auf das goldene Bett. Sie spannten einen Schleier tiber das Bett, hoben mich in die Hohe, setzten mich auf das Bett und sprachen zu mir: ,,Freue dich, Herr, unseres Weibes, des Weibes, das wir dir gegeben haben.“ ) NMANI bezeichnet ihre hohe Stellung. Man kann es auch etwa mit ,Prinzessin“ iibersetzen; sie ist ja die Tochter der Fiirsten der finsteren Welt. Siehe auch p. 158, 35; OOM aos *) Der Zahrél. *) 797 (AIM) eigentlich ,,umhergehen, im Hochzeitszug umherziehen“ hat den Sinn yon Hochzeit feiern‘’ angenommen, *) Dies wird hervorgehoben, im Gegensatz zu den weiBen Gewandern der Himmlischen und der Gliubigen. 148, 9—149, 21 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. {Ga Sie riihren einen Brei ein, bringen ihn vor mich, halten ihn hin und sprechen: ,,Herr, i8 und trink Wein.“ Ich jedoch lachte, als sie so mit mir sprachen, tiber sie und sprach : , Was treiben doch die Sdhne der Finsternis, denen es nicht offenbart und klar ist, dai ich keine Speise esse und kein Getriinke trinke! Alles, was sie treiben, geschieht nur, um ihr Geheimnis zu enthiillen, damit sie sich nicht tiber uns tiberheben’).“ Ich sprach zu ihnen: ,Fiirwahr, ich habe gegessen und getrunken.“ Sie verliefen mich dann, gingen hin und hiillten sich in gewaltiges Gewilk der Finsternis. Ich koste Zahrel, denn ich sagte mir im Innern: Von dir sollen die Geheimnisse der Finsternis verraten werden. Sie bleibt jedoch vor mir verhiillt. Dann kam die Zeit mich zu besuchen. Sie, Qin, kam zu mir, trat hin, verneigte sich in tiefer Verneigung und sprach: , Was hast du getan, unser Sohn und Herr?“ — ,Was sollte ich tun?“ erwiderte ich ihr. Sie ging dann zu ihrer Tochter und sprach zu ihr: ,Hat er dich (zur Frau) genommen?*“ — ,Ich bin nicht (zur Frau) genommen“, erwiderte sie ihr. Darauf sprach ihre Mutter Qin zu ihr: ,Fehlt ihm etwa [149] die Mannheit?“ Darauf erwiderte ihr ihre Tochter: ,,Die Mannheit besitzt er.“ Sie erhob sich von ihrer Tochter, kam zu mir und sprach: , Warum hast du deine Frau nicht ,,genommen‘“? Darauf erwiderte ich ihr: ,,In unserer Welt nimmt ein Mann seine Frau, wenn sie heiraten, erst nach sieben Jahren.‘‘ — ,,Tue alles, was du willst‘‘, sagte sie. Darauf erwige ich mit dem grofen Mysterium und spreche: ,,Die sieben Jahre, von denen ich der Qin gesprochen habe, mache zu sieben- tausend Myriaden Jahren. Verwirre ihr Herz und ihr Inneres und verfin- stere ihre Augen.“ Was ich ihm sagte, tat es. Da weilten wir dort Jahre iiber Jahre und Generationen itiber Gene- rationen. Ich sprach zu Qin: ,,Woraus seid ihr geworden? Woraus wurdet ihr geschaffen? Darauf erwiderte sie mir: ,,Wir wurden aus dem Tanna und der Pflanzung der Finsternis und aus dem ganzen Bereiche des schwarzen Wassers.“‘ — ,,Wohlan‘‘, sagte ich zu ihr, ,,zeige mir, woraus ihr gebildet wurdet.‘‘ Da zeigte sie mir die Kraft und die Festigkeit der Finsternis und das verborgene Mysterium, das bei jenen gewaltigen Unholden, den Riesen der Finsternis, bewahrt wird. Sie zeigte mir eine Quelle. Unter ihnen war niemand, der wuBte, wie groB die Ausdehnung jener Quelle war. Nur mir wurde die Ausdehnung und die Tiefe jener Quelle offenbart und bekannt. In jener Quelle lag ein Spiegel, in dem sie ihr Antlitz schauten und danach wuften, was sie tun sollten. Diesen verbarg ich vor ihren Augen, 1) Ich lasse sie alles das treiben, in der Erwartung, daf es mir dadurch gelingen werde, ihr Geheimnis zu enthiillen. Lidzbarski, Ginza. ial 4 wS 20 25 wrt ke wal 25 40 162 Rechter Teil. 149, 21—151, 11 nahm ihn und verwahrte ihn. Sie suchte ihn und fand ihn nicht. Da sagte sie: ,,Was soll ich anfangen, wo unsere Festigkeit und unsere Kraft dahin ist?* — ,,Wonach suchest du?“ fragte ich Qin. Doch ihr wurde ihr Inneres und ihre Gedanken verschlossen, [150] und sie sprach mit mir nicht. Darauf verlie® ich sie und kam zu Zahrel. ,,Wo warst du, mein Herr? fragte sie mich. Ich koste sie und sprach zu ihr: ,,Bei deinen Eltern war ich.* — ,,Schin‘, sagte sie, ,,dafsi du zu ihnen gegangen bist.“ Ich ging dann zu Ruha, nahm die Gestalt ihres Bruders Gaf an und sprach zu ihr: ,,Auf, wir wollen zu deinen Eltern gehen.‘ — ,,Wo sind sie? fragte sie mich. Da sagte ich ihr: , Jenseits, in jener Welt, die iiber uns hegt.‘ An jenem Tage, an dem Gaf zu ihr gegangen war, wurde sie schwanger. Ich sprach zu ihr: ,,Ich will hingehen und deine Schwester Zahrel be- suchen, die an einen Mann gekommen ist.“ Ich ging dann zu jener Zahrel, da bildete sich eine Gestalt zwischen mir und ihr und wurde wie ich. Da sagte ich zum grofen Mysterium, das bei mir weilte: ,,Tritt m die Schatzkammer des Herzens') der Zahrel ein und laf ein ...... *) bei ihr zuriick. Ich brachte sie dann zu ihrer Schwester, Wir ziehen hin, wir und die Manas meiner Begleitung, und Ruha wufte nicht, da8 3860 Myriaden Tausende Lichtwesen bei mir weilten. Riha ging mit mir, und ich sprach zu ihr: ,,Du bist mit dem erstgeborenen Sohne schwanger.“‘ Rtha freute sich tiber das, was ich ihr sagte. Wir ziehen hin und gehen zu jener oberen Welt, einen weiten, end- losen Weg. Sie sprach: ,,Mir ist wehe.‘* Da sagte ich zu ihr: ,,Bald kommst du hin.‘ ; Als ich zur Welt des Zartai-Zartanai gelangte, verschloB ich das Tor des Gaf und Gafan und verschob die Verschliisse und Schliissel. Beschwé- rungen warf ich in sie und sprach tiber jene Tore verborgene Namen: den Namen Hananel, Hannel und Smir, diese verborgenen Namen jener ver- borgenen Manas. [151] Ich sprach zu ihr: ,,Gehe, Rtha‘, und wir gingen in jene Welt des Zartai-Zartanai. Jahre ohne Ende waren wir da, bis wir in seine Welt gelangten. Sie rief: ,,Was machen wir, da8 wir noch nicht bei unseren Eltern angelangt sind? Da sprach ich zu ihr: ,,Jetzt kommen wir an.‘ Raschen Schrittes zogen wir hin und stiegen zu ihrer Welt*) empor die tiber Zartai-Zartanai liegt. Als wir ihn verlieBen, verschlo® ich aie Tore, verschob alle Verschliisse und Schliissel und sprach iiber iene Tore andere verborgene Namen, den Namen AkSar, AkXar u-abad und Kgar Jawar- Ziwa, diese verborgenen Namen, die sich bei mir befinden. Alsdann sprach ich: ,,Gesegnet sei der Mann, der mich aus jenem Orte 1) Vgl. Snoavpds tis xapSias Luc. 6, 45. *) Hier steht das Wort NOYN8, das drei verschiedene Bedeutungen hat (Schmuck — Gesellschaft — Laut); es ist unsicher, welcher Sinn hier vorliegt. *) Der Welt der Raha, siehe oben, p. 153f. 151, 12—153, 4 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 163 emporgebracht hat, aus der Ader der Finsternis, aus den Tiefen der Fin- sternis. Und zu Ruha sprach ich: ,,Was wiinschest du?“ Da sagte sie: ,,Was ich von dir wiinsche? Wo sind meine Eltern?“ Darautf erwiderte ich ihr: ,,Jetzt werde ich dich hinbringen und dir zeigen, wo sie sind.‘ Darauf sprach ich zum grofen Mysterium: ,,Mache ihre Augen blind, mache ihre Ohren taub und verwirre ihr Inneres.‘© Was ich dem Manne, der mit mir weilte, sagte, fiihrte er aus und iinderte nichts daran. Er ver- wirrte ihr Inneres, machte ihre Augen blind, machte ihre Ohren taub, und sie wurde als existierte sie nicht. Ich umgab ihre Welt mit Mauern, die niemand von ihrer Stelle zu verrticken vermag. Sie lag in jener Welt da und suchte nach Kriutern, um sie zu essen, sie, die Ur trug’). [152] Ich nun spreche zu den Welten und Aonen®), die mir beigegehen waren: ,,Freuet euch, seid wohlgemut und fest und unterwerfet euch euren Kltern. Was wir getan haben, ist in Ordnung. Jetzt, wohlan, wollen wir emporsteigen und uns zu unseren Eltern begeben, wir wollen die teuren Manas schauen, wir wollen den Mana und sein Abbild und die grofe Nitufta schauen, aus der wir hervorgegangen sind.‘ Wir ziehen hin und wandern. Wir tragen mit reiner Stimme und Erleuchtung geheime Hymnen und Gebetsordnungen vor. Unser Inneres hiipft vor groRer Freude, und unsere Stimme steigt empor zum Leben und zum Mana und seinem Abbilde. Als wir bis zum Grenzorte kamen, offneten wir die Tore des Lichtes und stiegen vor meinen Vater in die Hohe. Er, der Mana, und sem Abbild gingen uns entgegen, riefen mir zu und sprachen zu mir: ,Ja, da kommt Hibil-Mana, dessen Glanz reicher ist als der aller Uthras.‘‘ Mein Vater umarmte mich, der grofe Mana und sein Abbild kosten und kiiBten mich und sprachen: ,,Gesegnet sei deine Ankunft, Hibil, reiner Mana, Sar-Ziwa, Abad-u-kSar.* Mein Vater lie® einen Jordan flieBen’), und der Mana und sein Abbild fiihrten mich zur Nitufta em. Als ich sie er- blickte, frohlockte in Stolz mein Herz und mein Inneres. Die Nitufta fiihrte mich in ihr eigenes Gewahrsam ein und zeigte mir, was ich noch nicht geschauet. Sie taufte mich in sieben gewaltigen, inneren Jordanen, die unter ihrem Throne flieBen. Niemand vermag jene Jordane und die reinen Zeichen, die sie tiber mich sprach, zu schauen. Und die Nitufta sprach: ,,Freue dich und sei wohlgemut ob (dieser) deiner reinen Zeichen’), die ich tiber dich gesprochen habe.“ Ich freue mich vor ihr und strecke mich anbetend hin. [153] Da sprach sie zu mir: ,,Geh zu deinem Vater hinaus, der im Jordan steht und dich erwartet.‘ Ich ging dann von der Nitufta weg und begab mich zu meinem Vater. Ich stieg zu jenem ersten Jordan des Mana und seines Ab- 1) Dies soll hier wohl gesagt sein, aber die dastehenden Worte sind entstellt. 2) Lies WDOND — PONTINDN. *) Zweifelhaft, siehe oben, p. 19°. 4) Eg ist NYDN zu lesen und NON H WD, vielleicht auch pOxM zu streichen. 11* _ 5 30 Les) Ww 40 un Io 25 SD 4o 164 Rechter Teil. 153, 4—154, 16 bildes hinab. Mein Vater taufte mich und sprach geheime Zeichen tiber mich. Er taufte mich in dreihundert sechzig tausend Myriaden gewaltiger Jordane weiBen Wassers, er taufte alle Uthras, die mit mir waren und bei mir weilten, fiihrte sie dann empor und stellte sie am Ufer des Jordans lebenden Wassers aut. Mein Vater fragte mich und sprach zu mir: ,,Wie hast du, mein Sohn, ihre Gestalt in jenen Welten geschaut, die du besuchtest?“ Ich berichtete ihm dann und belehrte ihn tiber sie, wie ich sie geschaut hatte. Sein Herz hiipfte, sein Inneres prangte in Freude, tiber das, was ich ihm mitgeteilt, und er war voller Giite. ,,Wer ist‘, sprach er, ,,dem groBen Mysterium gewachsen, das mit dir weilt, das das Leben, dein Vater, dir mitgegeben hat ?“ Ich verneigte mich vor meinem Vater und sprach zu ihm: ,,Du, mein Vater, sei gesegnet und gepriesen, da du mir diese Erleuchtung gewahrt hast. Ich war zur Finsternis hinabgegangen und bin nun zu den :Licht- welten emporgestiegen. Ich bin zu euch gekommen und sitze in eurer Gesellschaft. Die Geheimnisse, die ich geschauet, will ich euch offenbaren und euch tiber sie alle unterweisen. Denn von jeglicher Welt, in die ich kam, verschloB ich die Tore und holte ihre Festigkeit und ihre Kraft.‘ Als ich es meinem Vater Manda dHaije mitteilte, lachte er iiber sie und rief: ,,Welche Gestalt haben diese Dinge, in denen die Finsternis aus- gebreitet ist!’)“* Da sprach ich zu ihm: ,,Wie diese gibt es sonst nicht in den Welten der Finsternis und des schwarzen Wassers. Ich will mich auf- machen und [154] zu Ruha gehen, die ich in ihrer Welt zuriickgelassen habe, wo niemand ist, der mit ihr spreche. Es schmerzt Ruha um das, was ich ihr angetan. Ich habe sieben Mauern um sie gelegt, eine eiserne Mauer in ihrer Welt, die niemand von ihrer Stelle wegriicken kann.“ Als ich dies meinem Vater sagte, sprach er: ,,Brich auf, geh raschen Schrittes hin und tue, was du wiinschest.“ Als [mein Vater] dies [gesagt hatte], brach ich auf, ging hin und kam an den Grenzort der Finsternis. Meinen Fuf setzte ich hinab auf die Wiille*) und die Mauern der Finsternis. Sie zogen sich vor mir um tausend Meilen zuriick. Wenn noch meine ganze Kraft an mir wire, wie sie das erste Mal an mir war, hiitte die ganze Welt vor mir nicht stand gehalten. Ich schaute hin und erblickte Rtiha, wie sie dasaB und sprach: ,,Wer hat mich in Gefangenschaft gesetzt und in diese Welt gebracht, wo ich nicht weil, wo meine Eltern sind? Ich hérte sie, lachte iiber sie und sprach: ,,Was sagt Rtha?* Ich erschien ihr als ihr Gatte Gaf, der ihr Bruder ist, und sprach zu ihr: ,,Warum sitzest du da, Ruha?* Da kam sie heran, umarmte mich, weinte mir ins Gesicht und sprach: 1) Siehe Lit., p. 1782. Vals Johy Il pede 154, 17—156, 4 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 165 Warum lieSest du mich zuriick und gingst fort, daB du diese (vielen) Jahre dort bliebest?“ Darauf erwiderte ich ihr: ,Ich war bei meinem Vater und meiner Mutter. Empfange einen Gru8B von ihnen. Da sprach sie: ,,Heil dir, daB du meinen Vater und meine Mutter gesehen hast.© — ,,Ich habe sie ge- sehen“, sprach ich zu ihr. ,,Wie sehen sie aus?“ fragte sie mich. Da sprach ich zu ihr: ,,Sie sitzen in dem dunklen Gewdélk und im Versteck, das sie sich selber geschaffen haben.‘ Da sagte sie: ,,Auf, wir wollen hin- gehen, um sie zu sehen. Doch ich sprach zu ihr: ,,Mich haben meine Eltern davongejagt und sprachen: Nimm dich in Acht, hierher zu kommen. Auf, geh in deine eigene Welt.‘ Da verfluchte sie sie und sprach: ,,Feuer verzehre sie, weil sie mit dir [155] hadern. Nun mag ich nicht mehr hin- gehn, um sie zu sehen.“ Als sie dies sagte, lachte ich iiber sie. Sie nun sinnt und sucht in ihrer Seele und in ihrem Herzen nach einem anderen Mysterium und spricht: ,,[ch will mich aufmachen, zu meinen Kltern gehen, bei ihnen eintreten und sie sehen.“ Ich wufte, worauf Ruha in ihrem Herzen sann, doch sagte ich ihr nichts, sondern verliefi sie und stieg zu meinem Vater, dem Leben, empor, das mich ausgesandt hatte. Tausend Jahre war ich bei ihm und stand vor ihm. Es verbarg mich und stellte mich in seinem Ei, in seiner eigenen Gesellschaft auf, tausend Jahre lang. Dann sprach ich zu ihm: ,,Wohlan, es kommt die Zeit, da ich in jene Welt gehen soll, von der du weift.‘ Darauf erwiderte mein Vater, das Leben: ,,Auf, geh, unser erstgeborener Sohn, der alle Welten in Ordnung halt.‘ Als ich fortgegangen war und mich hinbegab, fand ich wieder Riuha, wie sie weinte. Sie wufte nicht, wer ich bin. Ich schaute und blickte hin. Da sprach sie: ,,I[ch will aufstehen und suchen, um zu erfahren, wo die Tore der Finsternis sind, und will bei meinen Eltern eintreten.‘ Sie stand dann auf, ging hin, trat in das schwarze Wasser ein und suchte das Tor, doch fand sie es nicht, um bei ihren Eltern einzutreten. Da erhob sie sich, kam, setzte sich hin und sprach: ,Wann wird der Tag kommen, da ich den Sohn gebiren werde, dafS§ er mir Gesellschaft leiste, da ich und er zusammensitzen, daB er mir Vater, daB er mir Mutter, dai er mir Gesellschafter, mir Gatte und Bruder, daf& er mir eine Stiitze sei, die mich stiitze? Wenn er da ist, wird er die Tore kennen und unter- scheiden und wissen, wo meine Eltern sind. Dann wollen wir hingehen und sie schauen.“ Als sie so sprach, weilte ich bei ihr, ohne daf sie es wubte. Da sprach ich: ,,Es wird einen Tag geben, [156] da du, Ruha, gebiren wirst. Dein Sohn wird Ur, der Riese der Finsternis, sein.“ Von dem Tage an, da Ruha dies sprach, bis zu dem Tage, da ich ihr als ihr Bruder Gaf erschien, wankte sie und sprach: ,,Was soll ich mit dem uw ~ fe) al 5 25 Go un 10 20 2 ul 30 35 40 166 Rechter Teil. 156, 4—157, 17 Manne tun, der mich von meinen Eltern weggeholt und zur Gefangenen gemacht, der mich von meinem Orte, aus dem ich hervorgegangen, wegge- holt hat ?* | Als Ruha dies sagte, sprach ich zu ihr: ,,Wieviel Jahre sind es her, da8 du mit Ur schwanger bist?“ Da erwiderte sie: ,,Ach, zweitausend Jahre.“ Da sprach ich zu ihr: Dir steht noch Leidvolles bevor.‘‘ Sie fragte: ,,Wieviel Jahre sind es noch, dab ich tragen soll?* Da erwiderte ich ihr: ,,Siebzig tausend Myriaden Jahre und elf Tage sollst du in deiner Gebirmutter tragen und dann Ur, den grofen, kriegerischen Riesen gebiren. Wenn du ihn bei seiner Geburt siehst, wirst du mich nicht mehr sehen wollen.‘ Als ich ihr dies sagte, war sie im Herzen beengt’*) und sprach: ,,Ach, wie lange soll ich in meinem Leibe tragen und lasten?“ Da sprach ich zu ihr: ,,Wenn ich nicht mehr bei dir bin, werden die Jahre rasch dahingehn.“ Darauf sprach sie: ,,Auf, geh, du hast recht. Wenn du nicht bei mir bist, wird mein Herz eine Stiitze finden, und ich verlange nicht nach dir.‘ Als sie so sprach, stieg ich zu meinen Eltern empor. Mein Vater um- armte mich, und sein Gewand hiipfte mir entgegen. Der Mana, er und sein Abbild, richteten mich bei sich auf und sprachen: ,,Was hast du, geliebter Sohn, getan, dessen Glanz wundersam, dessen Gestalt leuchtend und dessen Erleuchtung wundersam ist, den wir hervorgerufen haben und dessen Gestalt von uns aufgerichtet ist? Er stiitzt unseren Sinn und unser Wissen.‘ Als meine Eltern so zu mir sprachen, [157] streckte ich mich vor ihnen in Anbetung hin, in Erleuchtung, Hinsicht und Lobpreisung, wie sie mich gelehrt haben. Sie lie8en mich in Fiille nehmen: mein Glanz war ihr Glanz, ihr Glanz mein Glanz. Dann sprachen sie: ,,Bei deinem Leben, Hibil-Jawar, du Bote, erziihle uns, wie es dir in jener Welt ergangen ist, in der du so lange warest, da wir dich beinahe vergafen. Jeden Tag gedachten wir deiner und malten vor uns deine Gestalt, deinen Glanz und dein Antlitz hin. Dein Vater las taglich eine Messe fiir dich und sprach: Mégen doch Hibil, Sitil und Ano’, meine drei Briider, die meine Sihne und Freunde’) sind, emporsteigen und herkommen.‘ Ich unterhielt mich in Ruhe mit ihnen und sprach zum Leben und zum Mana und seinem Abbild: ,,Wo meine Kraft gro ist*®), bei eurem Glanze, der aufergewbhnlich und grofB ist, bei der Kraft, die ihr mir ver- lichen, bei den Helfern, die ihr mir geschaffen — wovor soll ich mich fiirchten? Bei der Verborgenheit, in die ihr mich geborgen, ungstige ich mich nicht vor ihnen, und Angst dringt nicht in meinen Sinn. Nein, im Vertrauen auf euch (lebte ich) bis zu dem Tage, da ich hinkam, mich hin- setzte und mit ihnen gleich einem von ihnen sprach. Alle nannten mich ,unser Herr“ und ,,unser Konig’, Ich nahm ihnen allen ihre Mysterien *) Ich vermute NP NA statt NINM, das nicht pabt. *) Siehe oben, p. 145°. ®) Vielleicht ist 9NONSMA ND zu lesen. 157, 18S—159, 7 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 167 weg und holte sie von ihnen. Sie gaben mir einen Pa8 mit Riicksicht auf den Mann, von dem der Plan zu uns gelangt ist, da®B, wenn er da ist, er Streit mit uns ftihren wird. Ihr habet kraft der Erleuchtung, des Wissens und der Offenbarung, die in eurem Sinne offenbart ist, mich geschaffen. Thr sprachet zu mir, belehrtet mich und pflanztet mich. Thr sandtet mich in jene Finsternis, bevor Mutter und Vater des Ur da waren, ja bevor ihre Eltern waren. Ich verschlof [158] alle Tore und verschob alle Verschliisse, da sie nicht zueinander gehen kiénnen. Niemand geht in die Welt des anderen, und kein Tor wird ihnen gedffnet.“ Darauf sprach das Leben, mein Vater, zu mir: ,,O Hibil-Jawar, ver- borgener Bote, auf den die Hand seines Vaters gelegt wurde und den wir uns gleich machten. Wenn wir dies nicht getan und du es nicht in Ord- nung gebracht hattest, wiiren wir Ur und seiner Mutter nicht gewachsen.‘ Als sie so zu mir sprachen, sprach ich zu ihnen: ,,[ch will mich auf- machen und zu Ruha gehen, die nahe daran ist, Ur zu gebiren.* — ; ,,Wohlan“, sagten sie, ,geh und bring es in Ordnung, wie du es friiher in Ordnung gebracht hast.‘ Da ging ich hin, kam an und fand Rutha, wie sie unruhig und betriibt, wie sie an die Geburtswehen gelangt war. Der Tag sollte herankommen, an dem sie ihren Sohn Ur gebiren sollte. Sie stand da und wickelte Win- deln. Dreihundert und sechzig Windeln wickelte sie, indem sie sprach: »lch wickle Windeln, damit am Tage, da ich gebire, ich ihn von einer Windel in die andere legen kann.“ Als sie die Windeln wickelte, sprach ich zu ihr: ,,Bereite dich darauf vor, daB dein Monat kommt.‘ Sie sprach jedoch nicht mit mir. Da sagte ich zu ihr: ,,Deine Werke sind nichts wert.“ Dann verlieB ich sie, machte mich auf den Weg und lieB mich am Grenzort nieder. Ich sagte (mir): ,Jetzt verwirklicht sich der groBe Plan des JoSamin. Er wurde geschaffen, er entstand und schuf Sohne.“ Ich wahrte Schweigen und sprach nicht. Alsdann bekam Raha die Wehen und sollte Ur, den Herrn der Fin- sternis, gebiren. Als sie ihn gebar, sah ich ihn, und er glich einem kleinen Gimra. Ich sah ihn’). Nach tausend Jahren nahm Raha ihren Sohn und legte ihn aus der ersten Windel um. In jeder Windel [159] lag er tausend Jahre. Sie legte ihn aus einer Windel in die andere. Bis Ur in die letzte Windel ; gelangte, hatte er das Kleid des Leibes (Bauches) seiner Mutter nicht ver- lassen’). Als er aus dem Kleide des Leibes seiner Mutter herauskam, fiel er in das schwarze Wasser. Er lag da und zappelte. Da sprach ich: ,, Jetzt wurde Ur geboren.‘‘ Seine Mutter sah ihn, und er war noch sehr’) klein und erschien ihr griulich. Sie wubte nicht, dai 1) Dies ist zu streichen, oder dahinter ist eine Liicke. 2) Raha hielt ihn noch so lange in dem Gewande, das um ihren Unterkérper lag. 8) Zu diesem Gebrauch von NWDNI siche auch R 189, 11; 195, 24; 196, 6. Sonstiger adverbialer Gebrauch von NYDN: R 160, 6; 161, 9 (wo der Text gegen Néld., p. 373' in Ordnung ist) und 224, 3. 10 wrt Dis 40 al io) ut 40 168 Rechter Teil. 159, 7—160, 21 er sich zu einem gréBeren Riesen entwickeln werde als die gewaltigen Riesen, seine Eltern. Ich sah ihn an, dann verlie& ich ihn und stieg auf jene eisernen Mauern. Ich stand auf ihnen und redete in meiner Erleuchtung und Lobprei- sung, die das Leben, mein Vater, mir verliehen, und dem grofen Mysterium, das mit mir weilte. Ich schuf sieben goldene Mauern und umgab (mit ihnen) jene ganze Welt. Uber jede einzelne Mauer sprach ich geheime Namen und geheime Benennungen, den Namen Hamamel, Hathmel, Natrel, Zarzel, Pagrel und Halsel’), welche niemand von ihrer Stelle zu versetzen vermag. Als ich jene Mauern errichtet und in Ordnung gebracht hatte, kam ich bin und fand ihn, wie er im schwarzen Wasser gleich einem Wurme dalag und zappelte. Ich ma ihn, da betrug seine Linge eine Spanne und seine Breite eine Spanne. Da sagte ich: ,,Jetzt will ich in die Hohe steigen, hingehen und mich an den Grenzort setzen, bis er heranwachst und wird, wie iiber ihn gesagt wurde, als seine Mutter ihn den grofen Riesen, die Kraft der Finsternis, nannte.‘ Als es geschah, daf er gro und stark wurde und michtig gewachsen war, sprach ich: ,,Warum sitze ich da? Ich will mich aufmachen, will wissen und erkennen, ich will hinabsteigen [160] und unter diesem schwarzen Wasser eine Kupfererde schaffen und dicht machen, deren Dicke acht- hundert achtzig tausend Meilen sei, damit Ur sich auf sie stiitze.““ Als dies aus meinem, des Jawar-Hibil, Munde herausgekommen war, entstand sie von selbst und richtete sich her. Da stieg ich und kam auf das schwarze Wasser und sah, dafi er sehr gewachsen war, da sagte ich mir: ,,I[ch will mit meiner Hand iiber seine Seite fahren, damit seine Kraft erschiittert werde und er nicht mehr wachse. Denn wenn er noch mehr wachst, platzt die ganze Welt von seiner Kraft und seinem Wachstum.*‘ Dann lief ich den Glanz und das Licht von mir und fuhr mit der Hand iiber seine Seite. Da tauchte er in das schwarze Wasser tausend Myriaden Meilen, bis er hingelangte und sich auf die Kupfererde stiitzte. Von seiner Schwere und seinem Sturze entstand ein Spalt in der Kupfer- erde, der zwilftausend Meilen lang und breit war, und ein Beben ging durch alle Welten der Finsternis. Da sagten seine Eltern: ,,Jetzt stiirzt die Kupfererde ein und erdriickt uns auf der Stelle.“ Ur verbarg sich in jenem Spalte wegen der Furcht, die er hatte, und der Angst, die er empfand.. Ich wartete, bis er aus dem Spalte und dem schwarzen Wasser hervorkam. Meinen Glanz verbarg ich vor seinen Augen. Da sprach er zu seiner Mutter: ,,Was hast du mir angetan? Ich sollte wachsen, da fuhrest du mit deiner Hand tiber mich, ohne daB ich es ahnte, und ich geriet in Angst.“ ’) Die Namen sind aus den in den mandiischen Abwehrtexten verwandten Wortern onn ,Siegeln“, 9) ,,behtiten‘s, 7 ,,riisten“, Aw ,,aufldsen‘, yon ,bedriicken gebildet. Siehe diese Wérter im Glossar zu POGNON, Inscriptions mandaites des coupes de Khouabir. 160, 21—162, 8 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 169 Da erhob sich seine Mutter und schwor ihm bei ihren Eltern: ,,Es hat keinen Tag gegeben, da ich mit der Hand iiber deine Seite gefahren wire.“ Er jedoch geriet in bise Erbitterung und wollte in seiner Wut seine eigene Mutter fressen. ,,Wo sind deine Eltern?“ fragte er sie. Da erwiderte sie ihm: ,,Auf, wir wollen zu ihnen hingehen.“ Ferner [161] sprach sie zu ihm: ,,Auf, ich will dir eine Krone zeigen, sie dir auf das Haupt legen, und du sollst Kinig sein. Von dem Tage an, an dem du geboren wurdest, habe ich sie dir angefertigt.« — ,Aeige sie mir, da ich sie sehe“', sprach er zu ihr. Da erwiderte sie ihm: ,Komm, ich will sie dir zeigen, sie ist bei den Mauern verborgen.“ Er warf sein Auge auf die Krone, er nahm die Krone und legte sie sich auf das Haupt. Ruha sprach dann zu ihm: ,,Freue dich deiner Krone, denn diese Krone ist deine Festigkeit.“ Doch er sprach zu seiner Mutter: Mutter! Stirb nicht eines schlimmen Todes! Ich will sie mir nicht vom Haupte nehmen; ja, ich will auf sie achtgeben.““ Ferner sprach er zu ihr: Auf, zeige mir das Tor, damit wir zu unseren Eltern gehen.“ Doch sie erwiderte ihm: ,,Bevor du geboren wurdest, suchte ich viel in der Welt umher und habe das Tor nicht gefunden.‘ Da wollte er seine Mutter fressen, bis sie vor ihm davonlief. Sie schrie und rief: ,,Wehe, wehe vor einem Sohne, der seine Mutter verachtet.“ Er lef stéhnend in der Welt umher und konnte das Tor nicht finden, um einzutreten. Da rief er seiner Mutter zu und sprach zu ihr: ,,Fiirchte dich nicht, komm, zeige es mir.“ Doch sie sprach zu ihm: ,,Du glaubst meinen Hiden nicht?‘ Da sprach er zu ihr: ,,Gibt es eme Welt, die kein Tor hat? Gibt es jemand, dem die Eltern das Tor vor der Nase zuschliefen und verriegeln? Gibt es ein Tor, durch das jemand hinausgeht und es nicht wieder erkennt? Gibt es jemand, den seine Eltern von sich ab- sperren?“ Darauf erwiderte sie ihm: ,,Bin ich etwa so eime? Ich forsche und griible iiber alles.“ Dann fragte er sie: ,,Gibt es nichts, das wir tun kénnten?* Darauf sprach sie zu ihm: ,,[ch weif hohe und kriftige Zauber- spriiche, vor denen, wenn ich sie hersage, die Erde schmilzt.‘‘ Da sprach er zu ihr: ,,Sage deine Zauberspriiche her und teile mir einige von ihnen mit.© Da sprach sie zu ihm: ,,Wenn ich sie hersage, wirst du sie lernen.“ — ,,Sage her“, sprach er zu ihr. Da sprach sie zu ihm: ,,Auf, wir wollen zu jenen [162] Mauern gehen, bei denen deine Krone lag.“ Er brach auf und ging mit ihr, sie gingen und kamen hin, und sie sprach tausend mal tausend endlose und zehntausend mal zehntausend zahl- lose (Spriiche), ohne daf die Mauern schmolzen. Da sprach er zu seiner Mutter: ,,Sagtest du nicht: Ich kenne grofe und kraftige Zauberspriiche ?“ Darauf erwiderte sie ihm: ,,(Was soll ich tun), wo ich nicht weifi, was tiber mich gekommen ist? Da sprach er zu ihr: ,,Wohlan, tue, wie du es weit.‘ Da erhob sie sich und schuf mit ihren Zauberspriichen und Mysterien kriegerische Dimonen. Als er sie mit seinen Augen sah, wuBbte er, da La Io i 5 to fe) i) Ww 35 40 Wa 10 15 NO ul 35 4o 170 Rechter Teil. 162, 8—163, 20 seine Mutter groBe, kriiftige und machtige Zauberspriiche kannte. ,,Diese Dimonen“, sprach er zu ihr, ,,sollen mir Helfer sein.“ Er liebkoste seine Mutter und sprach zu ihr: ,,Da du diese Werke verstehst, warum hast du dir keinen Genossen geschaffen?“ Darauf erwiderte sie ihm: ,,Mein Sohn! Ich sagte mir, da® ich auBer dir nach niemandem begehre.‘« Als sie ihm dies sagte, liebkoste und kiiBte er sie. Ich, Jawar, wu8te nicht, als ich sie von ihrem Orte herbrachte, dah sie sich auf diese Werke verstand. Als sie dies tat, war ich ihnen un- sichtbar, und sie bemerkten mich nicht. Ich stand vielmehr vor ihnen und war ihren Augen verborgen und sah, was sie trieben. Sie sprach zu ihrem Sohne: ,,Wohlan, ich will dir einen Spiegel zeigen, den ich besitze.“*‘ — ,,Zeige ihn mir“, sprach er zu ihr. Da sprach sie zu ihm: ,,Da, siehe, mei Kénig und Held.“ Sie zeigte ihn ihm, und er schaute sein Antlitz in jenem Spiegel, er schaute die Welten der Finsternis, er schaute seine Eltern und schaute die Welten des Lichtes. Als er so schaute, kriimmte er sich, zog sich zusammen und streckte sich nicht. Seine Statur kriimmte sich, und er sprach zu seiner Mutter: Warum hast du mir (den Spiegel) bis heute nicht gegeben? Ich habe mein Antlitz in ihm geschaut.‘ [163] Darauf erwiderte sie ihm: ,,Mein Sohn! Dieser Spiegel und die Krone -— von dem Zeitpunkte an, da ich in die Héhe kam und mein Held mich an diesen Ort in die Héhe brachte, war deine Krone, dein Spiegel und dieses eine Gimra bei mir, und ich sagte mir, dafi wenn du geboren wiirdest, sie dir gehdren sollten.““ Sie fragte ihn: ,,Was hast du gesehen, mein Sohn ?* leh schaute“, sprach er zu ihr, ,,die Welten meiner Eltern; ich schaute jeden einzelnen in seiner eigenen Welt. Ich schaute die Welten des Lichtes und sagte mir: Was soll ich tun, dafi ich meine Eltern schaute, da ich das Licht mit meinen Augen’) schaute, das nicht unser ist?“ Da sprach sie zu ihm: ,,Zeige mir den Spiegel, da ich in ihn hinein- blicke.“« Er gab ihn ihr, und sie sah in ihm, was ihr Sohn gesehen ~hatte. ,,Was sollen wir jetzt tun?“ fragte er sie. Da stand sie da und erziirnte ihn, denn sie sprach: ,,Jetzt weif ich nichts.‘ Thr fiel aber das Herz von der Stiitze herunter, denn sie begriff alles. ,,Mein Sohn!‘ sprach sie zu ihm. ,,Auf deinen Herkunftsort und auf deine eigenen Eltern richte deine Augen, doch gegen jene Lichtwelten unternimm keinen Kampf.‘ Als sie so zu ihm sprach, fabte er sie bei den Haaren, zog sie an sich heran und trat sie mit FiiSen. Da stief sie dreihundert und sechzig Schreie mit einem Schrei aus und sprach zu ihm: ,,Wehe, wehe, mein Sohn, alles, was du zu tun wiinschest, tue.“ Da sprach er zu ihr: ,,Ich will gegen das Licht kimpfen, nicht gegen die Finsternis.‘ 1) Ich lese (NDND statt INN. 163, 20—165, 5 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. {71 Als Ur so sprach, schrie er gegen das schwarze Wasser. Das schwarze Wasser wirbelte vor ihm in einem Wirbel, bis es gegen die Mauern und Wille schlug, die die Finsternis vom Lichte trennen, und gegen die Mauern klopfte. Er ierhol seine Stimme und stieS einen Schrei aus, bis alle Mauern wankten. [164] Da sprach das Leben zu mir, Jawar: ,,Warum sitzest du jetzt da, Jawar-Hibil, du Bote? Auf, geh zu Ur, dem hochmiitigen*) Herrn der Finsternis.“ Ich, Jawar, wich nicht von der Rede meines Vaters ab, sondern ging hin und kam bei Ur an, ich und die Uthras meiner Begleitung und meine Helfer, die mein Vater mir geschaffen. Als Ur, der Herr der Finsternis, mich und meine Gestalt sah, vergrub er sich in das schwarze Wasser. Ich nahm ihm nun die Krone vom Haupte, legte sie in sieben Gewinder und schlug meinen Weg ein. Ur kam aus dem schwarzen Wasser hervor und sprach zu seiner Mutter: ,,Wer war das, der gegen mich hergegangen ist? Da erwiderte sie ihm: ,,Dieser, der gegen dich hergegangen ist, ist gegangen, um dich zu unterwerfen.“ Da fragte er seine Mutter: ,,Gibt es denn jemand, der mich zu unterwerfen vermag?“‘ Darauf erwiderte ihm seine Mutter: ,,Wenn du diesem Manne gewachsen bist, dessen Kraft sein Glanz ist*), warum kannst du ihm nicht deine Krone wegnehmen ?“ Als seine Mutter so zu ihm sprach, warf er die Hinde auf sein Haupt und rief: ,,Wehe, wehe mir!‘ Er kriimmte sich und streckte sich nicht und sprach zu seiner Mutter: ,,Er packte mich, dafB der Riickenwirbel mir zerbrach.‘ Als er so zu seiner Mutter sprach, weimte und stdhnte sie tiber ihn. Dann sprang er von seinem Throne auf und sprach zu ihr: ,,Was tiber mich kommen soll, mag kommen.“ Dann stand er auf und kam in Wut und Zorn mit tausend Myriaden Dews seiner Begleitung heran. Doch als sie mich erblickten, starben sie - und vergingen und wurden als ob sie nie dagewesen wiren. Da sprang er wiitend auf und schlug seinen Weg ein. Er trat in das schwarze Wasser ein und rief*) zahllose Dews. Er rief eimen Dew, [165] der so gro war wie er, und trat mir aufs Neue entgegen. Doch als die Dews mich erblickten, starben sie, auch die sonst mit ihm waren. Er blickt hinter sich und vor sich hin*) und spricht: ,,Was soll ich tun?* Da sprach seine Mutter zu ihm: ,,Du bist der Kraft dieses Lichtes nicht gewachsen.“ — ,,Bin ich es nicht‘, sprach er zu ihr, ,,wo meine Kraft gro ist? — ,,Wenn du kannst“, sprach sie zu ihm, ,,steh auf, wir wollen 1) Var. ,,dem kriegerischen“. 2) Nach Var. in B ,,diesem Manne von Kraft und Glanz*. 5) Wiederum aweideutig, ob ,,rief‘ oder ,,rief hervor, schuf.“ 4) Lies Foxpady Any. i?) Gr ut fe) i) ut V7 Rechter Teil. 165, 5—166, 13 zu den Mauern gehen, und riittle sie von ihrer Stelle weg.“ Darauf sprach er zu seiner Mutter: ,,Auf, wir wollen hingehen.“ Sie gingen hin. Als er die Mauern versetzen wollte, wurden sie von ihm nicht versetzt, und er schamte sich vor seiner Mutter. Da sprach sie zu ihm: ,,Es gibt niemand, der diese Mauern von ihrer Stelle wegzurticken vermag. Denn ich habe viele Jahre ein Zaubermurmeln gemurmelt, ohne da die Mauern zusammenschmolzen.“ Da sprach er zu seiner Mutter: ,,Was soll ich tun? Darauf erwiderte sie ihm: ,,Dir gehdrt eine gewisse Perle, lege sie dir aufs Haupt, dann wird deine Kraft sich vermehren.“ Als sie die Perle brachte und sie ihm aufs Haupt legte, schrie er das schwarze Wasser an. Da wirbelte sich das Wasser und lef vor ihm fort. Dann sprach er: ,,[ch will zum Lichte und zur groBen Wasserquelle emporsteigen.“ Doch ich, Jawar, erschien ihm in jenem Gewande, da schrumpite er zusammen und fiel vor mich hin. Ich ergriff jene Perle, die seine Mutter ihm gegeben, mit der er prangte, und hob sie hoch, Dann verlief ich ihn und ging zu meinen Eltern, die mit mir wohnten’). Da sprach er zu seiner Mutter: ,,Wehe, wehe, Mutter! Ach, unsere Kraft und unsere Festigkeit wurde uns genommen.“ Da sprach sie zu ihm: Mein Sohn, du kannst gegen diesen Mann nichts ausrichten.““ Ferner sprach sie zu ihm: ,,Wohlan, wir wollen in das schwarze Wasser eintreten und nach dem Gimra sehen, das in meinem Innern ist. Wenn es in das Wasser fallt, siedet das schwarze Wasser. Dann werden wir sehen, was wir tun sollen.‘ Er und seine Mutter [166] traten dann in das schwarze Wasser ein, und ich Jawar-Ziwa trat hinter ihnen ein. Riuha holte dann jenes Gimra aus ihrem Innern, und es fiel in das schwarze Wasser. Das schwarze Wasser siedete und wirbelte, bis dai jener Spalt sichtbar wurde, der von der Schwere des Ur entstanden war. Da sprach er zu seiner Mutter: »Mutter! Sieh diesen Spalt, der entstand, als ich herabfiel, als du mit der Hand iiber mich fuhrest.“‘ Sie sah jenen Spalt und war dariiber beun- ruhigt. Ich, Jawar, blendete und verwirrte Ruha und nahm vor ihr jenes Gimra weg. Sie suchte danach, konnte es aber nicht finden. Da klagte sie, schlug mit den Hiinden gegen den Kopf und rief: ,,Wehe, wehe, unsere Zauberei und Hexerei geht verloren, und Rede und Erhérung’) wurde uns genommen.“ Sie weinte und er weinte, und sie entwurzelten die Erde durch ihre Aufregung’). Er stieg aus dem schwarzen Wasser empor und sprach go Zu seiner Mutter: ,,[ch will mich erheben und Krieg fiihren.< *) Der Ausdruck ist auffillig, aber man muf ihn, wie so vieles in den mandiischen Schriften, hinnehmen. *) Daf wir etwas zu sagen hitten und erhért wiirden. *) Hine auch sonst vorkommende Wendung, vgl. p. 176, 5. Zu NTPW siehe Joh. II, p. 208, 166, 14—168, 5 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 173 Alsdann rief er zum letzten Male, erhob seine Stimme, erhitzte sich in Aufregung und schrie das schwarze Wasser an. Da fiel das schwarze Wasser auf die Mauern, die Mauern wurden angeschlagen und tiénten gleich einem Becken. Ob dieses Schalles setzten sich die Uthras in Wolken. und der Herr der Gréfe’) setzte sich in sein eigenes Versteck. | Ich nun, Jawar-Ziwa, der Bote, der Oberste unter allen Boten, sprach: In der Kraft des groBen Mysteriums, das mit mir weilt, und in der Kraft des Lebens, meines Vaters.“‘ Ich dffnete das Tor, nahm den hohen Stab und zeigte ihn vor. Da zog sich sein Auge mit einer Trine zusammen, und er weinte tiber sich selber. Ich fesselte ihn und warf ihn vor mich, Jawar, Sohn Jawars, hin. Dann brachte ich eine Kette, die schwerer [167] als alle seine Welten, die zehntausend mal so schwer als er selbst ist, und legte sie um Ur, den Obersten des ganzen Heeres der Finsternis. Ich rtittelte an seinen Knochen, da schrie er und rief: ,,Wehe, wehe, mein Herr!“ Auch seine Mutter schrie und weinte tiber ihren Sohn Ur. Da sprach ich zu ihr: ,,O Ruha, geh hin und bleib ruhig sitzen. Das Leben hat mich im Zorn gegen ihn gesandt.‘ Ich setzte vier Hiiter tiber ihn ein. Ich warf ihn auf das Antlitz hin und wickelte ihn in vier Tiicher’). Ich machte vier Ecken an ihnen: eine nach Westen hin, eine nach Osten, eine nach Norden, eine nach Siiden. 2 Im Westen setzte ich tiber ihn Azazel, Azaziel, Taqfel und Margazel den GroBen ein, der iiber seine Genossen ziirnt; sie geben auf ihn acht. Im Osten setzte ich tiber ihn vier andere ein: Urpel, Marpel, Taqfel und Hannéel, der ihnen bald gnddig ist, bald droht. Im Norden setzte ich tiber ihn Kanfan und Kafan, Gubran und Guban ein, der stark und riistig tiber sie ist; sie geben auf ihn acht. Im Siiden setzte ich tiber ihn vier andere ein: Hailel, dessen Kraft groB ist, Qarbel, Nurel und Nuriel, der Feuer gegen ihn und die Engel, seine Gefihrten, losliBt; sie geben auf ihn acht. Als ich sie eingesetzt hatte, es erreichte, da Ur nichts unternehmen konnte, und mich tiber diese Welt des schwarzen Wassers unterrichtete, die die Wohnstitte des Ur sein sollte, bis Abathur geschaffen wird’), stieg ich zum Hause des Lebens empor und sprach zu meinem Vater: ,,Freue dich und sei wohlgemut, denn Ur ist bezwungen und niedergezwungen.“ Es (das Leben) kii®te mich mit seinem reinen Munde, es liebkoste und ktiBte mich, offenbarte mir [168] und sprach zu mir: ,,Hibil, reiner Mana! 3 Jogamin hat drei Séhne geschaffen. Einer von ihnen bewacht das Nest seiner Eltern, einer wohnt bei seinem Vater, einer, jener Abathur, geht in jene Welt, in der du gewesen bist. Er sieht*) sein Gesicht im schwarzen Wasser, und sein Abbild®) und Sohn wird ihm aus dem schwarzen Wasser gebildet.‘ 1) Siehe oben, p. 4. Er wird sonst in diesem Stiicke nicht genannt. ?) Siehe auch p. 84, 20. ’) Eher Ptahil, siehe p. 150, 15. *) Besser NNT. ®) Hier ist, wie aus dem Folgenden zu ersehen ist, mit ,,Abbild™ nicht die Frau, son- dern der Sohn gemeint, siehe auch oben, p. 151, 2. ie) | 5 No Ur Oo 12) 40 wm iS} Wa Go u 40 174 Rechter Teil. 168, 5—169, 19 Als das Leben, mein Vater, so sprach, stand Abathur auf, dffmete das Tor, schaute in das schwarze Wasser, und in derselben Stunde wurde sein Abbild im schwarzen Wasser gebildet. Ptahil wurde gebildet und stieg zum Grenzort empor. Abathur sah priifend Ptahil an und sprach zu seinem Sohne Ptahil: ,Komm, komm, Ptahil, du bist es, den ich im schwarzen Wasser geschaut habe.“ Als er ihn in seiner eigenen Gestalt sah, wie er mit sieben Gewandern jeglicher Art und jeglicher Farbe bekleidet war, zog er sie ihm aus und nahm sie ihm weg. Er bekleidete ihn mit seinem Glanze und bedeckte ihn mit seinem Lichte. Doch stieg er (Ptahil) nicht zu den Lichtwelten empor, da er sich vor seinen Eltern fiirchtete. Abathur setzte ihn an der Grenze hin und sprach zu ihm: ,Bleib, Ptahil, an diesem deinem Orte sitzen, bis das Leben nach dir verlangt, um dich kennen zu lernen.‘ Als Abathur so sprach, redete ich, Jawar-Hibil, Abathur an und sprach zu ihm: ,Freue dich des Sohnes, den du geschaffen hast. Er wird dir ein Gesellschafter und Helfer sein.“ Als ich so zu ihm sprach, stand Abathur vor mir auf, verneigte sich in Verehrung vor mir, Hibil-Uthra, und sprach: ,Ja, durch deine Kraft ist der Sohn Ptahil entstanden und wurde (mir) beschert.“ Dann sprach ich zu ihm: [169] ,Priife, was du von dieser Welt erwartest, da ein solcher Plan’) entstehen konnte! Sieh dich vor, da du Ptahil beauftragest, térichter- weise etwas zu tun, was er nicht versteht.“ Doch er hérte nicht auf das, was ich ihm sagte. Da stieg ich zu meimen Eltern empor. Abathur gab ihm nun den Auftrag und sprach zu ihm: ,Auf, Ptahil, mein Sohn, schaffe eine Verdichtung im schwarzen Wasser!“ Er machte sich an die Verdichtung, doch sie kam nicht zustande. Da stand er nachdenklich da und sprach zu semem Vater: , Vater! Ich nahm von jenen sieben Gewidndern, in denen ich geschaffen worden bin, und trat in das Wasser, es verdichtete sich aber keine Erde.“ Da sprach sein Vater zu ihm: ,Du Tor! Nimm dich in Acht, mich dir gleich zu stellen”). Nimm du von den sieben Gewindern des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, mit denen ich dich bekleidet habe*), und wirf in das schwarze Wasser, damit sich jetzt eine Verdichtung bilde.“ Als er dies von seinem Vater Abathur hérte, stand er auf, nahm von 5 jenen. sieben Gewandern des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, warf auf das schwarze Wasser hin, da verdichtete sich die Erde in einer Verdichtung von zwolftausend Meilen, und die ganze Welt stand da. Das schwarze Wasser bildete einen Umkreis um die Welt. Da erhob ich meme Stimme gegen Ptahil. Er fiirchtete sich vor meiner Stimme, er erschrak vor meiner Rede, er streckte sich auf die Verdichtung 1) Diese Welt zu schaffen. *) Indem du glaubst, dafi deine Gewiander dieselbe Wirkung haben kiénnen wie die meinigen, 5) Siehe Z. 9, 169, 19—171, 7 Fiinftes Buch. Erstes Stiick. 175. hin, die er gebildet hatte, und rief: » Wehe mir, da dieser Hibil seine Stimme gegen mich erhoben hat.“ Als ich ihn in soleher Angst sah, war ich freundlich zu ihm, koste ihn und sprach zu ihm: ,,Tue und mache recht und vollende deine Werke vor deinem Vater und vor dem Leben, das von dir fern ist ayes [170] Als ich ihm dies gesagt hatte, umgab ich die Verdichtung, die er gebildet, mit sieben Mauern. Da war er in Gedanken. Ruha ersann nun eine List gegen ihn und sprach zu ihm: ,,Woraus bist du geschaffen, woraus entstanden, Ptahil, daB deme Gestalt so schin ist?“ Darauf erwiderte er der Ruha: ,»Aus dieser Welt wurde ich geschaffen, bin ich entstanden und gebildet.« Als Ruha dies von Ptahil hérte, erstarkte ihr Herz, und sie sprach zu ihm: ,,Von mir stammst du.‘ Sie stand dann auf, trat vor ihren Sohn (Ur) und sprach zu ihm: ,,Warum hockest du da, mein Held, und warum liegest du? Wohlan, schlafe bei mir, dann wird mir einer gleich dir werden, und er wird dich von deiner Fessel befreien.“ Als er dies von seiner Mutter hérte, suchte er sich emporzuschwingen, doch schwang er sich nicht zu ihr heran. Sie sah ihn und weinte iiber ihn, weil die Last ihn schwer driickte. Sie machte sich nun selbst einer Fessel*) gleich und schlief bei ihm. Sie wurde von ihm schwanger und gebar sieben Sédhne*). Als sie sie erblickte, spie sie vor ihnen aus und sprach: ,,I[ch suchte, schaute es aber nicht*). Was soll ich nun tun?“ Da sprach sie: ,,[ch will wieder hingehen und mich zu ihm legen.“ Sie ging wieder hin, legte sich zu ihm und erhielt in einer anderen Schwangerschaft zwélf Séhne. Als sie sie erblickte, weinte sie iiber sie und sprach zu ihnen: ,,Wie sehet ihr aus, meine Sdhne? Ihr habt keine Kraft und gleichet nicht eurem Vater. Jetzt wei ich in meiner Seele, dah ich kein Vertrauen auf diese Welt haben darf.“ Als sie dies von ihrer Mutter hérten, wurden sie erbittert. Sie fafiten einander an der Hand und setzten sich in den SchoB von Nebelwolken, die von ihnen selbst geschaffen worden waren. Sie sprach dann zu ihnen: Wohin gehet ihr? [171] Jetzt kommt der Mann, der euren Vater gefesselt und festgenommen hat.‘ Da weinte jeder einzelne von ihnen tiber sich, und sie sprachen: ,.Wehe, warum wurden wir geboren ?“ Ich, Jawar Hibil, der reine Mana, stand bei ihnen und wollte sie machen, als ob sie nie dagewesen wiren. Ich tiberlegte und sprach: ,,Was soll ich mit diesen Unholden anfangen, die nicht jenen Riesen gleichen, die ich in den unteren Welten geschaut habe? Nein, ich will sie lassen, dal 1) Hier steht noch ein Satz, der nicht hierher gehért: Und ich umgab mit Mauern diese Verdichtung, die, wenn sie jenes mein Gewand sieht, stolziert, wegliuft und sich im schwarzen Wasser lagert und nicht darauf ist.“ 2) Siehe p. 93%. 3) Siehe p. 99. 4) Ich erreichte nicht das, wonach ich suchte. VI + Oo 30 Go Ww 15 20 2 ut. 176 ° Rechter Teil. 171, 7—172, 18 sie den Lauf dieser Welt laufen und den Gang dieser Welt gehen ’).“ Als ich dies sagte, zeigte sich das Leben in seiner Fiille, ohne Mangel. Ich rief ihnen zu und sprach zu ihnen, da fiel ihnen das Herz von der Stiitze herunter. Ruha weinte tiber sie und sprach zu ihnen: ,,Dieser Mann, der euch zugerufen hat, ist der Mérder eures Vaters*).“ Da ent- wurzelte jeder einzelne von ihnen die Erde durch seine Aufregung. Ptahil rief: ,,Wehe! Die Verdichtung, die ich geschaffen habe, wurde mir entwurzelt. Was soll ich tun? Da sprach ich zu Ptahil: ,,Fiirchte dich nicht. Jetzt habe ich mit diesen zu tun, die so handeln °).“ Alsdann rief ich ihnen zu und sprach zu ihnen: ,,Fiirchtet euch nicht! Ich will euch nehmen und euch einen Wohnsitz anweisen.‘ Als ich so zu ihnen sprach, taten sie nichts. Da fragte ich sie: ,,Was sind eure Werke?“ Da sprachen sie: ,,Herr! Tue alles, was du wiinschest, nur sei giitig zu uns, fremder Mann.‘ Da rief ich Sami§ (Sonne) bei seinem Namen, dann Sin (Mond), Kewan (Saturn), Bel (Jupiter), Dlibat (Venus), Nba (Merkur) und Nerig (Mars). Jedem einzelnen von ihnen gab ich (einen Namen) und sprach zu ihnen: {ch verleihe euch Wagen, in die ihr euch setzen sollet. Ich bekleide euch mit einem wundersamen Gewande [172] und verleihe euch Glanz, daf ihr in dieser Welt leuchtet.“ Darauf nahmen alle Sami, ihren iltesten Bruder, und sprachen zu ihm: ,,Du sollst unser Konig und Dlbat soll unsere Kénigin in der Welt sein. Wir alle wollen euch unterstehen.‘ Als ich dies von ihnen horte, brachte ich ihnen ein Boot*), dann rief ich Sar und Sarwan und sprach zu ihnen: ,,Behiitet das Boot und seid Helfer dem Samik, dem Haupte der Phalanx, dem Altesten unter seinen Briidern.“ Die beiden Uthras wichen nicht von dem ab, was ich ihnen sagte. ' Ich setzte sie’) nun in das Fahrzeug, und sie erleuchteten die Welt drei- hundert und sechzig tausend Jahre in ihrem wiisten Zustande. Dann sann ich, Jawar, nach und sprach: ,,[ch werde Adam schaffen.‘ Da rief ich*) die Planeten und sprach zu ihnen: ,,Bildet die kérperliche Gestalt.“ Da bildeten sie sie, wie ich es ihnen gesagt hatte. Da brachte ich die Seele aus dem Schatze des gewaltigen Lebens, der im Hause der Nitufta verborgen war, welche (die Seele) im Tanna grof- geworden war, und warf sie in den Kiérper Adams. Dann schuf ich ihm sein Weib Hawwa, damit diese Welt erweckt und gefestigt werde. Ich werde der Ubermittler’) der Seelen sein, die hier geboren werden 1) Siehe oben, p. 244. *) Das ist nicht ganz richtig, er hat ihn nur gefesselt. 2 Unsicher. Vielleicht: Jetzt will ich diesen, die so handeln, antun, (dab pees weeks 4) xoiydp findet sich in diesem Sinne Ste: auch Joh. 79, 12; 80, 3. : Die Planeten. ) Lies Nop. *) Higentlich der Handler‘; der cues ist auch hier ein éymodaios. 172, 18—173, 12 Fiinftes Buch. Zweites Stiick. 177 d und jenseits Uthras genannt werden, die emporsteigen und den iuBeren Ather und den Ort, aus dem sie geschaffen wurden, schauen. Bis das Ma} dieser Welt voll ist und sie emporsteigen und ihren Ur- vater schauen, ist das Leben erkenntlich Manda dHaije und dessen Sohne Hibil, der dem Leben, dem gewaltigen an Herrlichkeit, die Reihen ordnet’). Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den Miénnern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest [173] in seiner Skina, das Leben ist siegreich tiber alle Werke, und siegreich ist Jawar-Ziwa und seine Helfer und Jiinger. Zweites Stiick. Im ersten Teile des Traktates wird geschildert, wie infolge des Erscheinens Manda dHaijé’s die Gétzen dieser Welt zusammenbrechen und umstiirzen. Danach wird der Traktat nach der Schlufnotiz .,Der Umsturz der ganzen Gétterschaft des Hauses“ genannt, siehe p. 15°. Weiterhin ist es eine Predigt mit zusammenhangslosen Ermahnungen aller Art. Das Stiick enthalt wie kein anderes Entlehnungen aus dem Alten Testament. P.178f. aus Ps. 114. 29; wie Mifiverstiindnisse zeigen, war eine aramiische Ubersetzung verwertet. Hine etwas ab- weichende Fassung bietet Lit. 126. Die Verwertung der Psalmstellen hingt wahrscheinlich mit eschatologischen Ausdeutungen des Auszuges der Kinder Israel aus Agypten zusammen, siehe Joh., p. XXI. In den Ermahnungen ist Jes. 5,11f. 20f. benutzt. Siehe zu dem Stiicke Brandt, Rel, p. 132 ff. Im Namen des grofen, ersten Lebens. Der Glanz und das Licht des Lebens ist aufgegangen, und Manda dHaijé hat sich offenbart, um alle Welten*) zu beschimen. Er stiirzte die ganze Gotterschaft des Hauses um und brachte Zwietracht unter alle Herren dieser Welt. Als sie den Glanz und das Licht des Manda dHaije erblickten, fund den Glanz und die Helligkeit]*), mit denen die Manner von erprobter Gerechtigkeit gekleidet wurden, knickten die Throne ihrer Gotter unter ihnen zusammen. Ihre Reihen waren daran, auf das Gesicht hinzustiirzen, und sie standen beschimt da. Alle Welten, die ihn erblickten, stiirzten hin und fielen auf ihr Antlitz. Sie dffnen nicht ihre Augen und sind nicht imstande, das Zeichen und das Abbild des groBen Lebens zn schauen. 1) Der hienieden nach dem Rechten sieht. Im vorhergehenden Absatz ist vom Auf- stieg ite Einzelseelen die Rede, hier vom Autstieg der Gesamtheit der Seelen beim Weltende. 2) Hier und weiterhin wohl im Sinne yon Aonen gebraucht (siehe auch p. 46+), doch steht Text 175, 22 dafiir N N47. 8) Nach 175, 3f. (Text) ergiinat. Lidzbarski, Ginza. iv Io _ 5 ut 178 Rechter Teil. 178, 12—174, 15 Doch als die Manner von erprobter Gerechtigkeit ihn erblickten, wurden sie durch das Leben aufgerichtet und dessen voll, und das Leben wurde in ihrem Sinne aufgerichtet. Erstarren befiel die Herren des Hauses’), und sie sprechen zu ihrem Gotte: ,,Du bist unser Abbild, und wir sind dem Abbild; wenn Kraft in dir ist, so verindere deine Gestalt, sonst wollen wir hingehen und uns dem Lichte des Lebens anfiigen.“ Darauf erwidert er ihnen: ,,Meine Gestalt ist es, und sie wird sich in aller Ewigkeit nicht verindern.“ Da sprechen sie: ,,Wehe uns, daB die Werke unserer Hinde ohne Schuld waren, wir jedoch schuldig sein sollen.“ Warum weinet ihr, Vélker und Generationen? Euer Herz hangt an etwas, das nicht ever ist. Euer Kénigtum wird gewandt und wendet sich, und der Glanz eurer Herrlichkeit fiel iiber euch zusammen’). Sie empdren sich gegen ihren Gott, verfluchen ihn und sprechen zu ihm: ,,Verflucht seiest du, Gott, und der Geist, der auf Riha ruht.“ [174] Ihre Kraft ging hin, sie schamten sich in ihren Skinas, Lug und Trug war in den Pforten ihrer Paliste. Finsternis ging tiber den Werken ihrer Hinde auf, 6de Dunkelheit*) ist an ihrem Firmament. Ihre Gotter knickten an ihrem Wege beschiimt zusammen. [Uber ihre Tempel] kam reichlich Schmach’*). Sie setzten sich hin zu Tiauschung und (falscher) Weisheit, treiben Zauberei und werfen sie tiber das Antlitz der Erde. Der Gott stieg von der Héhe hinab, nahm die Gestalt von Engeln an, und die Engel verklei- deten sich als Dimonen. Taglich, alltéglich verdrehen sie das Herz der Menschenkinder, sie lassen sich nieder auf den Hals der Priester, Pfaffen und Orakelmiinner, um zur Sattigung von ihrem Fleische zu essen und zur Labung von ihrem Blute zu trinken. Sie sprechen’) in (falscher) Weisheit und Taéuschung und veriandern die Zeiten. Das Leben offenbarte sich der Tibil, Glanz und Licht des Lebens gingen auf. Als das Meer es erblickte, kehrte es um, und der Jordan wandte sich riickwirts. Die Berge hiipfen wie Hirsche, und die Hindinnen in der Steppe werfen ihre Jungen aus. Die Hoéhen sprechen wie Wolkentiéchter in Ehrung’). ) Wohl auch hier die Planeten, siehe p. 106, 8 und 179, 28, doch ist es unklar, wer ihr Gott ist. . *) Dieser Absatz unterbricht den Zusammenhang. 5) Siehe R 278, 14; 282, 1. Wegen dieser Stellen lese ich nicht mit A NTANY, ob- wohl N7¥ dem Sinne nach N37 nahesteht, siehe Joh. II, p. 764. 4) Siehe Lit., p. 128, 10. 5) Lies sydpnn. 6) Ps. 114, 4 ist mifverstanden, besonders VI PID = INN WD ,,Lammer“, die zu ,, Wolkentéchtern‘‘ wurden. 174, 16—175, 20 Fiinftes Buch. Zweites Stiick. 179 Die Berge dffnen ihren Mund und gewihren Lobpreis, und die Zedern auf dem Libanon brechen zusammen. Als die Erde mich erblickte, zitterte sie und erbebte, und als der Kénig des Meeres’) mich sah, kehrte er um. Meer, wen sahest du und kehrtest um, Jordan, wen sahest du und wandtest dich riickwiirts? Berge, wen sahet ihr und hiipfet wie Hirsche, Hindinnen in der Steppe, vor wem werfet ihr eure Jungen aus? Héhen, vor wem sprechet ihr wie Wolkentichter in Ehrung? Berge, vor wem 6ffnet ihr euren Mund in Lobpreis, Zedern auf dem Libanon, vor wem brachet ihr zusammen? Erde, wen [175] sahest du und erbebtest? Konig des Meeres, wen sahest du und kehrtest um? Inseln des Meeres, vor wem wurdet ihr verwirrt, Eilande des Meeres, vor wem erschraket ihr? Vor dem Glanze und dem Lichte des Manda dHaije, dem Glanze und der Helligkeit, mit denen du die Manner von erprobter Gerechtigkeit be- kleidet hast. Das Leben ergofi sich iiber das Wasser, und die Inseln des Meeres 6ffneten ihren Mund, gewahrten Lobpreis dem gewaltigen, fremden Leben und sprachen: ,Deinen Namen, Leben, nannten wir nicht, und die Furcht vor dir kannten wir nicht.“ Dies ist das Licht des Lebens, das sich offenbarte, und die Manner von erprobter Gerechtigkeit priesen es. Da sprach zu ihnen Manda dHaije: »lch bin gekommen, um bei euch zu weilen und euch im Lichte des Lebens aufzurichten. Ich habe euch von den Vélkern und Generationen abgeson- dert, ich will euch in der Liebe zur Wahrheit aufrichten, und ihr sollt Wahrhaftige vor mir im Lichte des Lebens sein. Dasma: *) des Lebens wird nicht den Herren des Hauses’) zuteil werden. Verwirrt wurden die Rader ihrer Wagen, und sie erhoben laut ihre Stimme in der Héhe. Gleich der Stimme des Mannes Himun*) erhoben die Welten laut ihre Stimme in der Hohe. El-Siddai entwurzelte durch seine Wunderhandlungen die Erde im Hauseedesi..% «2: *) und schuf seine Werke im Hause des Mannes. Hinge- worfen wurde ihre Stirke, ihre Herrschaft wich von ihnen, das Kénigtum fiel innen vom Haupte. Sie safen auf ihren Thronen in Erstarren da und sprachen: ,,Wehe, wehe, daf Starren auf alle Welten fiel. Ihre Zeit nahte heran, und sie sind im Begriffe ein Ende zu nehmen am Ende der Welten’).‘ 1) ,Der Konig des Meeres‘‘ beruht auch nur auf einem mifiverstandenen NID) > md. 2) Der Text ist hier entstellt und weiterhin liickenhaft. Vielleicht hat am Anfange soypned NTF NOVDNN) ,,und die Nachsicht des Lebens wird nicht zuteil werden“ gestanden. 8) D. h. den Planeten, siehe p. 1781. 4) Hier liegt wohl ein mifiverstandenes Ton Paip) vor (Jes. 13, 4; 33, 3 und sonst), viel- leicht unter Hinwirkung des Namens 171. Siehe auch GEIGER, ZDMG. XXI (1867), p. 491. 5) Im Texte steht ,,Glanz‘, was nicht paft. 5) Siehe p. 46+. 12* wn Io 15 N ° 25 bo [e) Go unt 15 20 25 30 180 Rechter Teil. 175, 20—177, 3 Das grofe Leben wird in der Hohe weilen, wihrend die Pforten’) und Planeten zu den Tiefen der Erde herabsinken werden. Den Aonen, die die untere Seol umgeben, ist ihre Herrschaft von der Hihe gewichen’). Ihre bésen Gedanken hiuften sich auf ihrem Haupte. Es ist die Stimme des Lebens [176] aus den Friichten, die Stimme der Gerechten aus dem Lichte, die Stimme der Manner von erprobter Gerech- tigkeit aus den unteren Skinas, die im Namen des Lebens Lobpreis ver- richten und sprechen: ,,Wir kannten den Tod in der Tibil. Von dem Tage an, da wir Liebe zum Leben faften und den Tod hafiten, vertrauten wir auf dich, Leben, und wegen deines Namens, Leben, wurden wir in der Tibil verfolgt.‘ Fiirchtet und preiset, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit, das Leben, und das Leben wird auf euch ruhen. Ihr, Manner von erprobter Gerechtigkeit, werdet aufgerichtet- sein; aufgerichtet stehet vor mir da. Leuchtet und erleuchtet; mein Licht soll tiber euch aufgehen. Dann wird den Minnern von erprobter Gerechtigkeit das Antlitz leuchten und erleuchten mehr als den Séhnen des Sim, der weifen Frucht’). Die Gestalt der Manner von erprobter Gerechtigkeit wird leuchten gleich dem Leben, in dem keine Mischung ist. O die da nach ihrer eigenen Meinung weise sind, und vor deren eigenem Antlitze ihre Klugheit steht*)! O die sagen: wir gehéren dem Leben und das Leben ist bei uns’), wihrend das Leben bei ihnen nicht ist! Sie haben ihr Herz verlassen, abgeschnitten, geraubt. O die da SiiBes in Bitteres und Bitteres in SiiSes verwandeln °)! O die da Gutes bise nennen und das Bése als Gutes hinstellen °)! O die Finsternis in Licht und Licht in Finsternis verwandeln ‘)! O die des Morgens jungen Wein und am Abend alten trinken und durch Gesang, Zither und Flite gefangen genommen werden ‘)! O die sich mit feinen Olen bestreichen und an wohlriechenden Blumen riechen, die sich in Hoffahrt verweichlichen und im Namen des groBen Lebens und des Manda dHaije, der [177] bei ihnen war, kein Zeugnis ablegten, die nicht horchten und hérten, die das Leben nicht in ihrem Sinne aufrichteten, die in ihrer Hoffahrt die Ziererei befiel und die ihr Antlitz dem groBen Suf-Meer zuwandten. 1) Vielleicht steht hier fF) im Sinne von Vy ,,Engel“. Mit ,,Pforten“ sind hier nicht die falschen Religionen gemeint, da dafiir sonst NIND steht, siehe pee0s 2) Die Ubersetzung ist unsicher; die Stelle ist vielleicht liickenhaft. *) Die ,,weife Frucht als Benennung Sams auch Lit. 5, 7. Joh, 206, 5 erscheint sie als Aufbewahrungsstiitte der Seelen. Ra) Nach Jes. 5,21. Die letzten Worte sind entstellt. In nna N DON steckt pnp oder Ahnliches. 5) Im Text steht ,,bei euch unter Einwirkung von Text Z. 7. ’) Nach Jes, 5, 20. ”) Nach Jes. 5, 11, 12. 177, 3—178, 13 Fiinftes Buch. Zweites Stiick. 181 _ Verehret und preiset, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit, den Uberweltlichen, den eure Augen schauen’), den Fremden aus den Licht- welten, der Bildwerke und Bildnisse nicht hat, der den Verfertigern von Werken der Tauschung nicht in die Hinde fiel und seinen Namen und seine Gestalt den Menschenkindern’) nicht genannt hat. Dies ist das Licht des Lebens, das +«««*«« hingeworfen ist. Den schlechten Menschenkindern blieb ihre Kraft stehen, und die Rede wurde ihnen im Munde schwer*), da® sie wie Stammelnde sprechen. Dies ist der alte Glanz und das Licht, das von jeher war. Er leuchtete und erleuchtete mit dem Lichte von den Welten der Siege her die Gestalt, das Zeichen, die Stimme, den Ruf, die Erleuchtung und die Wundertaten des Manda dHaije. Dieser erschien in allen Welten, und alle Gutter er- schraken. Sie taumeln iibereinander und sprechen: ,Wie kénnen wir genug Manda dHaije preisen, dessen Glanz ausgedehnter ist, als dai wir ihn preisen, und dessen Licht reicher ist, als daf& wir es verherrlichen kénnten. Sein erstes Licht wurde bestindig, schin und sieghaft sind seine Worte der Kusta, und sein Glanz legte sich auf seine Freunde.‘ Zu Manda dHaije habet Vertrauen. Wie ein guter Hirte, der [seine Schafe] hiitet, halt er von euch jeglichen Geist des Abfalls fern. Wie ein guter Hirte, der seine Schafe zu ihrer Hiirde fiihrt, setzt er euch hin und pflanzt euch vor sich auf’). Freuet euch und preiset (hn), ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit. Beruhiget euer Herz, demtitiget euren Sinn und haltet euch abseits von den Bosen. O ihr [Ma&nner?] der Kusta’), deren Seele wahrhaftig ist! Ein Ruf [178] erscholl tiber die ganze Erde, der Glanz einer jeglichen Stadt ging unter. Manda dHaije offenbarte sich in Judiia, ein Weinstock erschien in Jerusalem, vor dem kein Frevel ist. Kénigstrotz hatte er nicht im Kopfe, und nicht hatte er das Aussehen nach einem Gétzenwesen. Das Leben ist es, das von jeher war, und die Ku&sta, die von friiher her am Anfange war. Offnet euren Sinn und preiset aufrichtig. Warum wollt ihr den Schlaf lieben und mit den Strauchelnden straucheln, gleich den ersten Strauchlern, die strauchelten und ihre Hinde nicht zur Kusta vor mich hinstreckten °)? Heil euch, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit, denen die Stirn- locken auf dem Haupte gewunden werden. Eure Verdienste sind wunder- samer als alle Welten, und euer Antlitz leuchtet in Freude. O die ihr euch mit Minteln verschiedener Art bekleidet’), die ihr in 1) Ich vermute: den eure Augen nicht schauen. 2) Lies NWNIN NNID. 8) Velup: 85,25) 4) Siehe Joh. II, p. 42f. 5) Vor oder hinter RYW)D4 ist ein Wort ausgefallen, entweder: o ihr Manner der Kusta, oder: die Kusta bekennen od. ahnl. 6) Siehe auch weiterhin, p. 182, 33. 7) Zu NNW AD) NWI siehe Néld., p. 127, 20. Der Sinn des Satzes ist wohl, dah ut cal Oo = ow to ° 25 Oo uni wn Io 15 20 25 30 35 182 Rechter Teil. 178, 183—179, 15 der Tibil verfolgt werdet, aber [den Glauben nicht?] verlasset; euch werde ich mit Glanz, eure Verfolger mit Schmach und Schande bekleiden. Wir vertrauten auf das Leben, zum Leben hatten wir Vertrauen, und Kuta war in unserem Geleite. Wir wurden grof durch die GroBe deiner Erkenntnis’). Das Leben erhob sich zum Erbarmen mit euch. Ob der Liebe zur Wahrheit und Gerechtigkeit bekleidete und bedeckte ich euch gleich einem eroBen Panzer der Erde des Athers mit Gerechtigkeit*). Ob der Liebe, mit der ihr Manda dHaije liebtet, ist auf eurem Haupte [ein Kranz von] Siegen”) aufgerichtet. Wohlan, machet gro® meinen Namen‘) in der Tibil und meine Lob- preisung in allen Welten. Alsdann wird das Licht des Lebens, das sich offenbarte, x « «* * Lohn- und Almosenspenden +««*x*+*x. Dann werden eure Seelen, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit, im Lichte des Lebens « «+ «x, und sie werden zu zweien im gegenseitigen Glanze leuchten. Huer Name [wird wundersamer] sein [als die sonstigen Namen], euer Glanz wird wundersamer sein als die sonstigen Glanze, [179] und euer Licht wird wundersamer sein als die son- stigen Lichter, eines jeden entsprechend seinen Werken und seinem Lohne. Mein Name sei in eurem Munde. Segnet und preiset bei eurem Gehen, eurem Kommen und eurem Sitzen, bei eurem Essen und eurem Trinken, bei eurem Ruhen und eurem Liegen auf eurem Bette den Namen des Lebens, dessen ihr gedenket*). Zu preisen, zu ehren, zu verherrlichen, zu segnen, zu festigen (ist er)"). Ferner, machet grof meinen Namen in der Tibil und meine Lobprei- sung in allen Werken. Ein Ruf erscholl tiber die ganze Erde, der Glanz ging unter in jeg- licher Stadt. Manda dHaije offenbarte sich allen Menschenkindern und erlést sie von der Finsternis zum Lichte, von der Dunkelheit zum Lichte des Lebens. Verlasset die dde Wiiste und haltet euch fern und abseits von der Tduschung und dem Blendwerk dieser Welt. Werdet nicht hingerafft wegen eurer bisen Vergehen und strauchelt nicht weg vom Leben gleich den ersten Strauchlern, die strauchelten und ihre Hiande nicht vor mich hinstreckten. sie in der Zeit der Verfolgung sich in fremde Gewiinder kleiden, sich fuBerlich vom man- diischen Glauben lossagen, ihn aber innerlich bekennen. *) Vielleicht ist PID TNINY) zu lesen. NIN findet sich nur an dieser Stelle in appellativischem Sinne, siehe Joh., p. XVII, 15. *) Die Ubersetzung ist sehr unsicher. Fiir NON) W, sonst im Aramiischen im Sinne »Panzer“ ganz gewohnlich, lift sich im Mandiischen dieser Sinn nicht nachweisen. Es hat hier sonst die Bedeutung ,,Ader‘, siehe Joh. II, p. 99°. OP Weak, dong 1 joe Be 4) Lies (woywd oder INOW, siehe weiterhin. 5) Siehe oben, p. 19, 122. *) Hine haufige Form in den Eulogien, siehe Lit., p. 141 f. 179, 15—180, 11 Fiinftes Buch. Drittes Stiick. 183 Wohlan, ihr Grofen von erprobter Gerechtigkeit, haltet euch fern und abseits von den rauberischen Wolfen und den verderblichen Liwen, die zum Straucheln bringen, welche Leute von euch zum Straucheln bringen. . O iiber die, die auf den Markten der Tibil umhergehen, und deren Korper gebiickt und gebeugt ist, withrend sie ihr Herz verlieBen, abschnitten, raubten’), Verkehret nicht mit den Frevlern, deren Hinde mit Blut befleckt sind, die tiglich, allttiglich auf den Thronen der Auflehnung sitzen und den Namen des Lebens verfolgen. Feuer wird ihnen aus dem Gesichte lohen, es wird ihnen den Ort zwischen den Schultern zerstéren und sie fir ihren [180] Hochmut bestrafen. Mit ihrem eigenen Schlage werden sie geschlagen werden, ohne da mein Schlag sie zu treffen braucht. Das Leben ist siegreich, siegreich Manda dHaije und seine Helfer. Das ist ,der Umsturz der ganzen Gotterschaft des Hauses‘. Drittes Stiick. Das Stiick schildert die Wanderung der Seele an den Mattaratha vorbei, den ,,Wacht- hiusern“, Statten zwischen der irdischen Welt und dem Jenseits, die zur Liuterung der siin- digen Seelen dienen. An der Spitze der Wachthiiuser stehen Dimonen oder als Damonen gedachte Wesen, hier auch aus der christlichen Welt. Andere Beschreibungen der Matta- ratha finden sich in den Stiicken R 204ff., L 26ff. Die Stiicke sind eingehend behandelt von BRANDT, Jahrbiicher fiir protest. Theologie XVIII (1892), p. 408ff., siehe auch REITZEN- STEIN, Das Manddische Buch des Herrn der Grofe, p. 80ff. und meine Bemerkungen Zeitschr. f. Semitistik IL (1924), p. 181 ff. ‘Im Namen des groBen Lebens. Mein Ma in der Welt wurde mir voll, und meine Rechnungen listen sich in den Zeitaltern auf”). Ich verlieB die Welt der Finsternis, den Mischkrug des Todes’). Ich ging hin und kam nach dem Wachthause der gierigen, tollwiitigen Hunde, deren Augen geblendet sind, daf sie nicht sehen, deren Ohren ver- stopft sind, dafi sie nicht hiéren kénnen. Ich nannte ihnen den Namen des Lebens, den Namen des Lebens verstanden sie nicht. Ich nannte ihnen den Namen des Todes, den Namen des Todes verstanden sie nicht. In 1) Siehe oben, p. 180, 23. 2) Der Plural nach L 19, 7. ®) Das Gefif, aus dem der Tod stammt. Anderwiarts ist ND NDMND 6fter zusammen mit den ,,Schiitzen des Glanzes“ genannt: L 26, 24; 27, 5; 28, 15; Lit. 85, 7. ut H O eal {84 Rechter Teil. 180, 11—181, 8 ‘jenem Wachthause hatte ich Angst und Furcht, ich aingstigte mich, und mein ganzer Korper zitterte mir in meinem Gewande. Da ruft mir ein Mann aus dem Orte...... *) der Welt zu und spricht: ,O du Mann, der du nach dem Leben rufest und dem das Leben antwortet. Zum Leben habe festes Vertrauen. Du gleichest einem Manne im Alter von 120 Jahren, einem Manne, der Stab und Klapper in der Hand halt und hinter dem Vieh einhergeht’). Doch plétzlich ergreifen sie ihn, bekleiden ihn mit Ehrfurcht, bedecken ihn mit Ehrfurcht, binden ihm ein Diadem um, setzen ihn auf ein RoB und machen ihn zum Kénig in den Stidten’). Ferner gleichest du einem Manne, der in einem Raume von 160 Meilen in einer diirren Ebene’) steht, nach Wasser diirstet und dann den Geruch des Lebens riecht. Seine Seele ist dann gleich dem guten Eno’ in seiner Herrlichkeit’). Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dafi Angst, Furcht und Schrecken [181] vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam zum Wachthause der Jungfrau, der Tochter ihres Vaters*), vor der ihre 67 Tichter sitzen. Ihre Brust ist ihnen entbloBt zur Schande, und ihre Seite ihnen aufgeschlitzt’) zu Verfehlungen. Sie nehmen die Herzen der Gitter und das Gemiit*) der Menschenkinder gefangen. Sie sprachen zu ihm*): ,,Du Mann, tibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schiitzen des Glanzes und aus der groBen Taufe des Lichtes geholt hast.‘ Ich nannte ihr*®) meen Namen und mein Zeichen. Da erschraken 1) Das Wort ND findet sich nur an dieser Stelle; der Sinn ist mir unbekannt. ,.Tropfen“, woran man zunachst denkt, pafit nicht. 2) Hinem alten, veraichtlichen Hirten. 3) Angespielt wird auf die Hrhohung der Seele des Frommen bei ihrem Abscheiden (vgl. z. B. Lit., p. 98), doch schwebte dem Verfasser vielleicht das Miirchenmotiy von dem plétzlich zum Konig erhobenen armen Manne vor. 4) Siehe Nold., p. 140, 5. 5) Siehe auch p. 191, 12. 6) Nach dem Folgenden ist Ruha gemeint, aber so ist sie nur hier genannt. Wie ZIMMERN mir mitteilt, findet sich ein ahnlicher Ausdruck im Babylonischen nicht. Sollte hier eine Kunde von Athena, der mapdévos, die von ihrem Vater geboren wurde, vorliegen? 7) Die gewohnliche Bedeutung von N7D im Aramiiischen ist Seite, und dieser Sinn liegt wohl auch hier vor. Babli Gittin, f. 90b, 1.1 wird als Scheidungsgrund angegeben, wenn eine Frau an beiden Seiten aufgeschlitzt ausgeht (T°ITN wD moy1p)). Allerdings kann N° auch ,,Saum“ bedeuten, danach hier ,,deren Kleidersaum ihnen aufgeschlitzt ist“, und in den Canones des Ebed-Jesu von Soba wird den Geistlichen das Tragen von Récken mit geschlitztem Saume (New mo pp ND) bei den priesterlichen Funktionen ver- boten (MAII Seriptorum Veterum Nova collectio X, Roma 1838, p. 277). Rocke dieser Art sollen arabisch NY7)7 heiben, wohl Durra‘a, siehe hierzu DOZY, Dictionnaire détaillé des noms des vétements, p. 17% ff., Supplément I, p. 434b. Aber die andere Auffassung liegt naher. 8) Eigentlich ,Hauch, Dampf.“ *) Obwohl ein Schwanken in der Person in diesen Texten nicht selten ist (siehe p. Tes ist wohl hier wie in den Parallelstellen weiterhin wor) und sie sprachen zu mir“ au lesen. 70) An dieser Stelle und weiterhin steht der Singular mit Beziehung auf die Haupt- person, hier Raha, wihrend man den Plural erwartet. 181, 8—182, 18 Fiinftes Buch. Drittes Stiick. 185 sie, fiirchteten und angstigten sich, sie erhoben sich vor mir und sprachen zu mir: ,,Du Mann, auf deinem Pfade soll niemand kommen, und deinc Schritte soll niemand gehen.“ Darauf erwiderte ich ihnen: ,,Auf meinem Pfade sollen die Auserwihlten kommen, meine Schritte sollen die Glaubigen gehen’). Dir, Ruha, werden Splitter in deinen Augen sitzen und deine Augen dir im Kopfe finster werden. Die Nasoriier werden dann empor- steigen und den grofen Ort des Lichtes und den lichten Wohnsitz schauen.« Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daB Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach einem anderen Wachthause, dem des Zan-Hazazban, des hurtigen, tapferen, des Kénigs des starken Zornes und Verderbens. Ich fragte und sprach: ,,Wessen Wachthaus ist dieses, wen bewacht es und wer ist darin festgebunden ?* Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,Im diesem Wachthause sind diejenigen festgebunden, die Blut vergiefien und ihre Ebenbilder vernichten.“ Ich fragte ferner und sprach: ,,Welchem Dinge gleichen jene Seelen mit den haBlichen Werken, die sie in der Welt iiben?“ Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,Jene Seelen gleichen den Geriten aus Ton, der Schwirze annimmt, und den Geraten [182] aus Kupfer, das Schmutz und Rost her- vorbringt. Man wirft sie in ein Gerét, in den FuSblock, in Bedriickung und EinschlieBung, und man tritt sie nieder. Man zerstiéBt sie, doch sie werden nicht sii8, man brat sie, doch sie werden nicht gar’). Jene Seelen verlangen nach einem zweiten Tode in der Welt der Finsternis, doch der zweite Tod kommt nicht tiber ihren Geist. Zan und Hazazban sprachen zu mir’): ,,Du Mann, tibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes und aus der eroBen Taufe des Lichtes geholt hast.‘ Ich nannte ihm meinen Namen und mein Zeichen, darauf verneigte sich Zan-Hazazban vor mir in tiefer Verneigune. Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daf Angst, 3 Fureht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach dem Wachthause des Jar, Jahtr und Arhum. Ich fragte und sprach: ,,Wessen Wachthaus ist dieses, wen bewacht es und wer ist darin festge- bunden ?* Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,In diesem Wachthause ist fest- gebunden ein jeder, der buhlte und stahl, der schwor und dabei log.“ Ich fragte ferner und sprach: ,,Welchem Dinge gleichen jene Seelen mit den hiBlichen Werken, die sie in der Welt tiben?“ Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,Jene Seelen gleichen: sie sind diinner als ein Stock und schwirzer als das Haar auf dem Haupte. Man wirft sie in ein Gerit, m den 1) Lies nach dem vorhergehenden Satze PDN. 2) Siehe NOLDEKE, Zeitschr. ftir Assyriologie XXX (1916), p. 149. 8) Auch weiterhin in diesem Stiicke und sonst werden zusammengehirige Wesen bald als mehrere Wesen, bald als eines angesehen. rv _ [e) to 12) Oo wat ut mt ut. 186 Rechter Teil. 182, 18—184, 8 FuBblock, in Bedriickung, EinschlieBung und Peinigung, und man tritt sie nieder. Man zersti&t sie, doch sie werden nicht stii8, man brit sie, doch sie werden nicht zart. Jene Seelen verlangen nach einem zweiten Tode, doch der zweite Tod kommt nicht iiber sie. Jur, Jahur und Arhum sprachen zu mir: ,,Du Mann, iibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schiitzen des Glanzes und aus der groBen Taufe des Lichtes geholt hast.‘ [183] Ich nannte ihm meinen Namen und mein Zeichen, darauf verneigte sich Jar, Jahtr und Arbum vor mir in tiefer Verneigung. Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dali Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach einem anderen Wachthause, nach dem des Pilpin-Pipin, den Ruha dQudsa in finstere Nebelwolken eingehiillt hat. Ich fragte und sprach: ,»Wessen Wachthaus ist dieses, wen bewacht es und wer ist darin festge- bunden ?* Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,In diesem Wachthause sind die Vigte, Richter und Machthaber festgebunden, die die Grenzen verschieben und die Grenzsteine verriicken. (Da sind) die Frauen, die ihre Milch ver- kaufen, die ihre Kinder téten und die Kinder ihrer Genossinnen am Leben erhalten, die um einen fetten Bissen und um gesiiSte Becher betteln. Das Weinen, Jammern und Klagen ihrer Kinder steigt vor das grofe, erste Leben in die Héhe. Die Frauen, die ihre Milch verkaufen, hingt man an ihren Briisten auf bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung, weil sie ihre Kinder téten und die Kinder ihrer Ge- fahrtinnen grofiziehen.* Ich fragte und sprach: ,,Welchem Dinge gleichen jene Seelen mit den haBlichen Werken, die sie in der Welt tiben?“. Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,Jene Seelen gleichen den fetten Bécken, die man plétzlich packt und auf Kohlen wirft. Man wirft sie in ein Gerit, in den Fu8block, in Bedriickung, EinschlieBung und Peinigung, und man tritt sie nieder. Man zerstéBt sie, doch sie werden nicht sii8, man brit sie, doch sie werden nicht gar. Jene schuldigen Seelen verlangen nach einem zweiten Tode in der Welt der Finsternis, doch der zweite Tod kommt nicht tiber sie.‘ [184] Pilpin-Pipin sprachen’) zu mir: ,,Du Mann, tibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes und aus der groSen Taufe des Lichtes geholt hast.‘* Ich nannte ihm meinen Namen und mein Zeichen, darauf verneigte sich Pilpin-Pipin vor mir in tiefer Verneigung. Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daf Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach einem anderen Wachthause, dem des nichtigen Jesus Christus. Ich fragte und sprach: ,,Wessen Wachthaus ist dieses und wer ist darin festgebunden?“ 1) Siehe oben. 184, 8—185, 21 Fiinftes Buch. Drittes Stiick. 187 Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,In diesem Wachthause ist ein jeder festgebunden, der das Leben verleugnet und Christum bekennt. Ich fragte ferner und sprach: ,,Welchem Dinge gleichen jene Seelen mit den haBlichen Werken, die sie in der Welt tiben?“ Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,Jene Seelen gleichen einer groBen und zahireichen Schatherde vor Christus. Christus ftihrt sie zum Meere hin’) und stellt sie am Meere auf. Sie bitten ihn um Wasser, doch das Ufer des Meeres ist hoch und das Wasser des Meeres tief. Sie wollen Wasser trinken, aber sie haben keines*). Da sprechen die Seelen zu Christus: ,,Christus, unser Herr! Als wir noch in jener Welt waren, haben wir (andere) mit Kleidern bekleidet und mit Hiillen eingehiillt, Loskiufe erwirkt und Almosen und Benefizien gewahrt; warum wiinschen wir jetzt Wasser zu trinken und haben keines?“ Darauf spricht Christus zu den Seelen: ,,Auf wessen Namen habt ihr mit Kleidern bekleidet und mit Hiillen eingehiillt, Loskiufe erwirkt und Almosen und Benefizien gewihrt?‘* Darauf erwidern die Seelen Christo: Auf [185] den Namen des oberen Wesens und den Namen des unteren Wesens, auf den Namen Jesu Christi, auf den Namen des Heiligen Geistes, auf den Namen des Gottes der Nazarener") und auf den Namen der Jung- frau, der Tochter ihres Vaters.‘‘ Da sagt Christus zu den Seelen: ,,Das obere Wesen ist der Himmel, das untere Wesen ist die Erde, Jesus Christus bin ich, der Heilige Geist ist hier.‘ Der Mann von erprobter Gerechtigkeit*) ging an ihm voriiber und brachte den ganzen Stamm der Seelen, der mit ihm war, an ihm voriiber. Christus sprach dann zu dem Manne von erprobter Gerechtigkeit: ,,Du Mann, iibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes und aus der grofen Taufe des Lichtes geholt hast.‘© Ich nannte ihm meinen Namen und mein Zeichen, darauf verneigte sich Christus vor mir viermal in tiefer Verneigung. Die Seelen sprachen dann zu Christus: ,,Christus, unser Herr! Sagtest du nicht, als wir in jener Welt waren: Es gibt keinen gréSeren und star- keren als ich bin; ich bin der Gott der Gotter, der Herr der Herren, ich bin der Kénig aller Welten, ich bin das Haupt aller Werke? Da ist nun der Mann, der an dir voriibergegangen ist, und du verneigtest dich viermal in tiefer Verneigung vor ihm. Wer ist er?* Darauf antwortete Christus den Seelen: ,,Dieser Mann, der an mir 3 voriibergegangen ist und vor dem ich mich viermal in tiefer Verneigung 1) Lies NON». 2) Meerwasser ist eigentlich kein Trinkwasser. Joh. H, p. 45 ob. halt der gute Hirte seine Schafe vom Meere fern, bringt ihnen aber Wasser zum Trinken, anscheinend vom Meere. Freilich werden bei den Semiten vielfach Meer und grofer Fluf nicht auseinander- gehalten, so wohl gerade hinsichtlich des Euphrat LUCIAN, De dea Syria, cap. 13. 5) Im Texte steht ,,der Nasorier“. 4) Die Darstellung ist hier um ein fremdes Stiick erweitert, in dem nicht die Seele, sondern Manda dHaijé mit den Seelen der Glaubigen an den Wachthiusern vorbeizieht. un Oo WN at Oo (o) eae ie) Leal i) @) to wn 1 {88 Rechter Teil. 185, 21—187, 9 verneigte, hat den Namen des oberen Wesens nicht genannt, den Namen des unteren Wesens hat er nicht genannt, den Namen des Heiligen Geistes hat er nicht genannt, den Namen Christi hat er nicht genannt, den Namen des Gottes der Nazarener hat er nicht genannt, den Namen der Jungfrau, der Tochter ihres Vaters, hat er nicht genannt.“ Da sprachen [186] die Seelen zu Christus: ,,Christus, unser Herr, wirf uns wieder auf drei Tage in unsern Kérper, dann wollen wir all unsere Habe verkaufen, zum Jordan hinabsteigen und uns auf den Namen dieses Mannes, der an dir voriiber- gegangen ist, taufen lassen.‘ Doch Christus erwiderte den Seelen: ,Ozahr Gestrauchelten, die ihr gestrauchelt seid! Habt ihr, als ihr noch in jener Welt waret, gesehen, da8 man ein Kind, das den Leib seiner Mutter ver- lassen, wieder in seine Mutter eingefiihrt hatte, daS ich euch wieder auf drei Tage in euren Kérper werfe, damit ihr all eure Habe verkaufet, zum Jordan hinabsteiget und euch auf den Namen dieses Mannes, der an mir voriibergegangen ist, taufen lasset*)?‘ Christus sprach ferner zu den Seelen: ,,Wisset ihr nicht, ihr Gestrauchelten, die ihr gestrauchelt seid? Ich bin der nichtige Messias, gerieben fiir die Bedringnis, weise zum Boésen, der die Pforten des Schlafes veriindert, die Werke des Geistes verdreht, die frommen Manner betért und sie in die gewaltigen Nebelwolken der Fin- sternis wirft. Als ich euch Pflécke und Schliissel zeigte*), betérte ich euch und machte euch gierig. Gold und Silber schenkte ich euch, damit ihr mir in der Finsternis, in jenem Orte, an dem wir stehen, Gesellschaft leistet.‘: Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dafi Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach eiem anderen Wachthause, dem des Jorabba. Ich fragte und sprach: ,,Wessen Wachthaus ist dieses und wer ist darin festgebunden ?“ Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,In diesem Wachthause sind alle GroBen und Grofituer festgebunden*); die, welche mit grofen Scheffeln (Ardebs) nehmen [187] und mit kleinen Scheffeln geben, die Zins und Zinses- zins, Prozente und Prozentprozente nehmen, die den Armen nur nach seiner Armut und den Kénig nur nach seiner Kénigswiirde ansehen‘), die den Armen und Notleidenden von ihrer Pforte wegstoBen und kein Almosen geben.“ ; Ich fragte und sprach: ,,Welchem Dinge gleichen diese Seelen mit den ha®lichen Werken, die sie in der Welt tiben?“ Ich fragte, und sie sprachen zu mir: ,,JJene Seelen gleichen fetten Bécken, die man plotzlich von ihrer Mutter fortrei$t und auf Kohlen brit. Wie sie getan haben, tut man ihnen’), wie sie gegessen haben, i8t man sie. Das Eine vermehrt man 1) Uber diese Stelle und ihre Beziehung zu Ev. Joh. 3, 4 siehe Joh. II, p. 122f. *) Vielleicht schwebte hier ein Bild Christi mit Schliisseln vor, wie es in Anlehnung an Apokal. 1, 18; 3, 7 dargestellt sein konnte, oder ein Bild des Petrus, der fiir Christus gehalten wurde. *) Hine Anlehnung an den Namen Jorabba, d. h. der grobe Jo (Jao). *) Ich lese SSoremy mit Streichung von ». 5) Lies Novae. 187, J—188, 10 Fiinftes Buch. Drittes Stiick. 189 ihnen siebenfach, und Zorn kommt tier sie. Jene schuldigen Seelen wiin- schen einen zweiten Tod in der Welt der Finsternis, doch er kommt nichi tiber sie.‘ Jorabba sprach zu mir’): ,,Du Mann, iibergib uns deinen Namen und dein Zeichen, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des ; Glanzes und aus der groBen Taufe des Lichtes geholt hast.“ Ich nannte ihm meinen Namen und mein Zeichen, darauf verneigte sich Jorabba vier- mal vor mir in tiefer Verneigung. Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daf Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und kam nach einem anderen Wachthause, dem der Raha dQud8a’), die auf dem Munde des Verschlingers’) Karafiun sitzt. Die Harfe der Wollust liegt ihr auf der Schulter, und sie klagt mit ihren sechshundertsechzig SpréGlingen*). Eine Viper liegt um sie. Sie spricht mit Zithern und ruft die zwoélf Manner, die Handler’), die sich zu ihr bekannt haben. Diese sprechen zu ihr: ,,Unsere Herrin, warum hast du uns gerufen und wozu wiinschest du uns?“ Darauf erwidert sie ihnen: Ich habe euch gerufen und ihr seid von mir ge- wiinscht gleich dem Erdéi und dem Pech auf dem Munde des Verschlingers Karafiun.“ Sie halt eine Klapper in der Hand‘) und sitzt auf dem Munde des Verschlingers Karafiun. Sie klappert nach [188] den zwélf Pforten, die an sie glauben, und wirft sie hinein. Sie spricht zu ihnen: ,,Gehet, gehet, meine Kinder, ich werde das Tor schlieBen und euch nachkommen.“ Sie gehen im Schlunde des Karafiun umher und koénnen sich nicht zurecht tasten und tappen, um hinzugehen und sich auf sie zu stiitzen. Der Mann von erprobter Gerechtigkeit’) ging an ihm voriiber und brachte mit sich den ganzen Stamm der Seelen voriiber. Dann erwachte der Verschlinger Karafiun und sprach zu Ruha dQudsa: ,,Wo warst du? Warum hast du mir nicht den Mann iibergeben, der an mir voriiberge- gangen ist? Darauf erwiderte sie ihm: ,,Zu jener Zeit und in jener Stunde glich dein Mund einem Ameisenspiiltchen, das, wenn ein Wind kommt und ; ein Blatt darauffallt, verstopft wird.‘ 1) Lies NOANDN. 2) Sie ist identisch mit der ,,Jungfrau, der Tochter ihres Vaters“, der Inhaberin des zweiten Wachthauses. Man erwartet also hier kein besonderes Wachthaus von ihr. Viel- leicht ist urspriinglich der eigentliche Inhaber Karafiun und Raha dQudsa hat nur eine Neben- rolle gespielt. 5) NBYND miiste nach dem Mandiischen diese Bedeutung haben, siehe NOLDEKE, Zezt- schr. fiir Assyriologie XXX (1916), p. 150, doch liegt dem Worte vielleicht das hebraische mw zu Grunde, siehe die Schilderung im Folgenden. 4) Pers. farzend, vel. die 67 Téchter oben, p. 184,16. Doch ist es immerhin unsicher. Sie ist angefiillt mit 660 Kernen“ (syr. NMISID, talm. NOIEID) pabt nicht. 5) Die 12 Apostel, die wie Handler umherziehen. 6) Vielleicht liegt hier der Schilderung ein Bild der Isis mit dem Sistrum zu Grunde. Uber Isisbilder mit der Schlange siehe ROSCHER, Lexikon der griech. und rim. Mytho- logte Il, 1, col. 533. 7) Siehe oben, p. 187+. 15 iS) [e) 5) (©) wt 190 Rechter Teil. 188, 10—189, 11 ie Der Mann von erprobter Gerechtigkeit stieg empor und schaute den iuBeren Ather und den lichten Wohnsitz. Da sprach das Leben zu dem Manne von erprobter Gerechtigkeit: ,,Welchem Dinge gleicht die Welt, aus der du gekommen bist? Wem gleichen Raha, Christus und die Planeten in ihren Wachthiusern?“ Darauf erwiderte ihm der Mann von erprobter Gerechtigkeit: ,,Ruha, Christus und die Planeten gleichen Fliegen, die auf dem Rande eines Topfes sitzen. Ihre Fliigel werden vom Dampfe getroffen, der an sie herankommt, so da sie in den Topf hineinfallen.* Das Leben freute sich und bekleidete den Mann von erprobter Ge- rechtigkeit mit Glanz. Es brachte Licht und bedeckte ihn damit. Es stellte ihn am Orte der Sicherheit auf, am Orte, von dem man sucht und findet, man hbittet und es wird gewahrt. Das Leben ist siegreich tiber alle Werke, siegreich ist’) der Stamm der Nagorier, der beim Namen des Jawar festblieb, und siegreich ist Manda dHaije und die seinen Namen lieben. Dies ist das Buch ,,Mein Ma in der Welt wurde mir voll.‘ Viertes Stiick. Taufe Manda dHaijé’s durch Johannes den Taufer und Johannes’ Tod und Aufstieg. Siehe auch Siouffi, p. 11 ff., Brandt, Rel., p. 137/f., 218ff. und oben, p. 51, 153, wo Hibil- Ziwa die Stelle Manda dHaijé’s vertritt. Im Namen des grofen Lebens. Dies sind die Ausspriiche [189] Johana’s des Taufers, als er den Jordan lebenden Wassers nahm’), mit der lebendigen Taufe taufte und den Namen des Lebens dariiber sprach. i Manda dHaije ging zu Johana dem Tiufer.und sprach zu ihm: ,,Wohlan, Johana, taufe mich mit deiner Taufe, mit der du taufest, und sprich tiber mich etwas von dem Namen, den du auszusprechen pflegest.‘ Darauf sprach Johana zu Manda dHaijé: ,,Mein Bauch ist hungrig nach Essen und mein Leib durstig nach Trinken. Ich sammle Krauter und wahre Schweigen. Ich sehne mich nach Ruhe, doch die Seelen driingen mich"), Jetzt soll der Morgen anbrechen, komm, dann will ich dich taufen.“ Als Manda dHaije dastand, erhob er seine Augen nach dem Orte, der ganz Glanz, nach dem grofien Orte, der ganz Licht ist, und sprach ein ) Im Texte steht ,,du warst siegreich. *) D. h. ihn benutzte, siehe Brandt, Rel., p. 100f. *) Die Gliubigen (siehe p. 139°), die getauft werden wollen. 189, 11—190, 23 Fiinftes Buch. Yiertes Stiick. 191 Gebet, das sehr gro§, nicht klein war. Er sprach: ,,An euch richte ich eine Bitte, an das erste Leben, das zweite Leben, das dritte Leben, an Jofin-Jofafin, an Sam, den wohlbewahrten Mana, an den Wemetocls der ganz Leben, den groBen Baum, der ganz Heilungen ist, an Ogar-Hai und Pta-Hai, die die Schépfung des Lebens schaffen und die Pflanzung des ; ichtes pflanzen’), an euch richte ich eine sehr eroBe, nicht kleine Bitte. Uber diese Stunde, in der ich stehe, bitte ich, tiber die zwolf Stunden des Tages und die zwélf Stunden der Nacht, iiber die vierundzwanzig Stunden, dafi sie gleich einer Stunde sein sollen. Die Rader’) des Tages seien die der Nacht, die Rider der Nacht seien die des Tages. Schlaf und Schlummer mdgen tiber die Augen des Johana kommen. Er schlummere und liege da, und seine Seele sei gleich dem guten Enos [190] in seiner Herrlichkeit ’). Auf der Stelle will ich ihn fragen und mit ihm von der Taufe sprechen, mit der er tauft, in dieser Stunde, in welcher wir stehen.“ Manda dHaije geht und kommt aus dem Orte, der ganz Glanz, aus dem Orte, der ganz Licht ist, aus dem Orte, an dem ihm tiber die zwilf Stunden des Tages und die zwélf Stunden der Nacht gewihrt wurde: sie werden wie eine Stunde. Die Rider des Tages wurden weggenommen; sie wurden zu denen der Nacht. Die Rider der Nacht wurden wegge- nommen; sie wurden zu denen des Tages. Es wurde Abend, es wurde Morgen, es wurde Nacht, es wurde Tag. Schlaf und Schlummer kam tiber die Augen des Johana. Er schlummerte und schlief, dann wachte er auf, nieste*), legte seine rechte Hand tiber die Augen und rieb sich den Schlaf aus den Augen. Da sprach Manda dHaije: ,,Gru8 dir, Meister Johana, greiser Vater, gro% an Ehre.“ Darauf sprach Johana zu Manda dHaije: ,,Komm in Frieden, kleiner Knabe, den ich bereits gestern zum Jordan bestellt habe. Heute werde ich dich nicht ti&iuschen.““ Da sprach Manda dHaije zu Johana: ,,Wohlan, laB den Jordan frei flieBen’), breite deme Arme aus, nimm mich an, taufe mich mit deiner lebendigen Taufe, mit der du zu taufen pflegest, und sprich iiber mich etwas von dem Namen, den du aus- zusprechen pflegest.‘ Darauf erwiderte Johana dem Manda dHaije: ,,Zweiundvierzig Jahre nahm ich den Jordan, taufte ich Leute im Wasser, und noch hat mich niemand zum Jordan gerufen. Jetzt will ich mit dir, klemer Knabe von drei Jahren und einem Tage, zum Jordan gehen.“ 1) Hine alte Gebetsformel, die auch verschiedentlich in den Liturgien wiederkehrt, siehe Lit. 141, 2; 15, 5; 84, 3, auch weiter unten, p. 196, 11. 2) Die Rider, an denen die Himmelskérper sich drehen und so die Zeit bilden, siehe ite eLeo. 8) Siehe oben, p. 184, 12. 4) Das Wort findet sich nur an dieser Stelle. Es wird auch im Targum zu 2. Kon. 4, 35 von dem durch Elisa neubelebten Knaben gebraucht (hebr. an). Freilich steht R 241, 18; Lit. 55, 1 fiir ,niesen“ MDM. Sollte PRPNOMyY hier den Sinn , ,gahnen“ haben, was man hier eher erwartet ? Vel Pale. FT bot to ie) Wt Os e) wal 30 192 Rechter Teil. 190, 23192, 9 Da fragte Manda dHaije den Johana: Wie ist die Taufe, mit der du taufest?“ [191] Darauf sprach Johana zu Manda dHaije: ,,.Ich werfe die Menschen in den Jordan wie Schafe vor dem Hirten. Ich ziehe mit meinem Stabe Wasser tiber sie hin und spreche den Namen des Lebens itiber sie.“ Da fragte Manda dHaije Johana den Taufer: ,Wessen Namen sprichst du iiber sie bei der Taufe, die du taufest *)?“ Da offneten alle Jiinger ihren Mund wie einen und sprachen zu Jo- hana: ,Seit zweiundvierzig Jahren vollziehst du die Taufe, und noch nie- mand hat dich zum Jordan gerufen auSer diesem kleinen Knaben. Ver- achte nicht die Reden, die er redete.“ Die Jiinger dringten Johana, da stand Johana auf, stieg in den Jordan, lie® den Jordan frei flieBen, breitete seine Arme aus, empfing Manda dHaije und sprach zu ihm: ,Komm, komm, kleiner Knabe von drei Jahren und einem Tage, Kleinster unter seinen Briidern und Altester unter seinen Vitern, der klein ist, dessen Reden aber bedeutsam sind.“ Darauf ging Manda dHaije zu Johana an den Jordan. Als der Jordan den Manda dHaijée erblickte, sprang und hiipfte er ihm entgegen und hiipfte iiber seine Ufer. Johana stand iiber dem ersten Munde im Wasser und unter dem letzten Munde zwischen den Wassern’). Er schwimmt und hat nicht die Kraft zu stehen. Manda dHaije erblickte Johana und betriibte sich iiber ihn*). Der Glanz des Manda dHaijée driickte auf den Jordan, und als der Jordan den Glanz des Manda dHaije erblickte, wandte er sich riick- warts’), und Johana stand im Trocknen. Manda dHaije ging dann an Johana heran und sprach zu ihm: ,,Taufe mich mit deiner reinen Taufe und sprich iiber mich etwas von dem Namen, den du auszusprechen pflegest. Darauf sprach Johana zu Manda dHaijé: ,,Tausend mal tausend Men- schen habe ich in den Jordan hinabsteigen lassen, und zehntausend mal zehntausend Seelen [192] habe ich im Wasser getauft. Ein Mann, der dir gliche, ist mir noch nicht durch die Hinde gegangen. Jetzt hat sich hier Trocknis gebildet; worin soll ich dich taufen ?*< Da sprach Manda dHaije zu Johana: ,,Soweit das Wasser hingeht, geh auch du, und ich will mit dir gehen. Taufe mich mit deiner reinen Taufe, mit der du zu taufen pflegest, und sprich tiber mich etwas von dem Namen, den du auszusprechen pflegest.““ So weit der Jordan zuriickwich und das Wasser trocken war, ging Johana dahin, und Manda dHaije ging mit ihm. Der Glanz des Manda dHaije legte sich tiber den Jordan und seine Ufer. Die Fische 6ffneten ihren Mund vom Meere her, die Vigel von den beiden *) Die Frage paft nicht, da Johana ihm schon vorher gesagt hat, dab er im Namen des Lebens taufe. Sie ist auch ohne Antwort. *) Uber dem After und unter dem eigentlichen Munde. *) Die angenommene Bedeutung yon ANANTNY, das sich nur an dieser Stelle findet, ist unsicher. Siehe zu spyiny> L 90, 26: Noéld., p. 366 unt. *) Siehe oben, p. 178, 32, auch Brandt, Schr., p. 2001. 192, 9—198, 14 Fiinftes Buch. Viertes Stiick. 198 Ufern des Weltmeeres. Sie priesen Manda dHaije und sprachen zu ihm: »Gesegnet seiest du, Manda dHaije, gesegnet sei der Ort, aus dem du ge- kommen bist, gepriesen und gefestigt sei der grofe Ort, an den du gehest.‘ Als die Stimme der Fische vom Meere her und die Stimme der Vogel von den beiden Ufern des Weltmeeres in das Ohr des Johana drang, er- kannte er, da es Manda dHaije ist, der mit ihm ging. Da sprach Johana zu Manda dHaije: ,,Du bist der Mann, in dessen Namen ich die lebendige Taufe taufte.“ — ,,In wessen Namen taufest du? fragte er ihn. Darauf erwiderte Johana dem Manda dHaije: ,,Im Namen degsen, der sich mir offen- barte, im Namen des Zukiinftigen, der kommen soll, sowie des wohlbe- wahrten Mana, der sich offenbaren soll. Lege du nun deine Hand der Kusta und deine groBe Rechte der Heilungen auf mich’) und sprich iiber mich, deine Pflanzung, die du gepflanzt hast, [deinen Namen aus]. In deinem Namen sollen die Ersten und Letzten gefestigt werden.“ Darauf sprach Manda dHaijé zu Johana: ,,Wenn ich meine Hand auf dich lege, scheidest du aus deinem Kérper.“ Da sprach Johana zu Manda dHaije: ,,.Ich habe dich gesehen, nun will ich hier nicht linger sein. Ich habe dich gesehen und erreicht’*), nun bitte ich dich um Ku&ta. [193] Ver- damme mich nicht weg von dir, von dem Orte, aus dem du gekommen bist. Wappne mich und gib mir Befehle fiir den groBen Ort, an den du gehest. Sei mir gniadig und offenbare mir iiber die Mysterien der Kénige’), tiber die grofie Frucht des Lichtes, tiber die Ambosse und Friichte der Erde, (zu wissen) worauf sie gedriickt sind, tiber die Ambosse des Wassers, von denen das lebende Feuer sich ausbreitet*), worin das Leben wohnt, (zu wissen), wer friiher und gréfer ist als der andere.‘ Als [Manda dHaije] dies hérte «+++« ++. den Johana auf seine Ufer ee *). Er zog ihm sein Kleid im Jordan aus, er zog ihm sein Kleid von Fleisch und Blut aus‘), er bekleidete ihn mit einem Gewande des Glanzes und bedeckte ihn mit einem guten, reinen Turban des Lichtes. (Manda dHaije setzte seinen Weg fort nach dem Orte, der ganz Glanz, nach dem Orte, der ganz Licht ist, und Johana ging mit ihm.) Die Fische aus dem Meere und die Végel von den beiden Ufern des Weltmeeres sammelten sich tiber dem Kérper des Johana und bedeckten ihn. Als Jo- hana seinen Korper erblickte, betriibte er sich tiber ihn. Da sprach Manda dHaije zu Johana: ,,Warum bist du tiber das Fleisch und Blut betriibt, das 1) Vel. Lit., p. 5, 5. Vel: Joh Ll, pr 143s: 5) Siehe oben, p. 6°. 4) Die Ambosse der Erde, auf denen sie ruht, werden éfter genannt. Auch die Frucht des Lichtes als dessen Urbehilter ist verstiindlich. Weniger verstindlich sind die Friichte der Erde neben Ambossen und die Ambosse des Wassers. })TNIYI7 bezieht sich wohl auf NUN IND, nicht auf NV. 5) Die Worte DRY FNID sind schwerlich in Ordnung. Die Schreibung und Lesung ist vielleicht durch den Ortsnameu IN¥) INI (R 330, 14) beeinflubt. ®) Er streifte den Kérper von der Seele ab. Lidzbarski, Ginza. 13 wm I fe) | 5 20 ioe) 1°} iss) ur un fe) No wt 194 Rechter Teil. 193, 14—194, 17 ich dir ausgezogen habe? Wenn du willst, will ich dich wieder in dasselbe einfiihren.‘‘ Darauf sprach Johana zu Manda dHaije: ,,Gesegnet und gepriesen sel der Mann, der mir. das Gewand von Fleisch und Blut ausgezogen, mich davon erlist und befreit hat. Gepriesen, verherrlicht, gefestigt und geehrt sei der erwihlte Mann, der mich mit dem Gewande des Glanzes bekleidet und mit dem guten, reinen Turban des Lichtes bedeckt hat, ’). Nein, ich betriibte mich tiber meine Kinder, die voll Eifer sind, die ich zuriicklassen mute, ohne da jemand da ist, der sie unterweisen kann.“ Da erwiderte ihm Manda dHaijé: ,,Wer in deinem Sinne und in deinem Herzen wohnte, wird auch im Sinne und im Herzen deiner Kinder wohnen. Mein Sohn, ich wei’, weswegen du dich betriibtest.“ Darauf sprach Johana zu Manda dHaije: ,,Auch du kennst die Herzen und durchschaust die Sinne. Herzen, [194] Leber und Nieren sind wie die Sonne vor dir ausgebreitet. Du spaltest ein Haar und siehest, was darin ist. Du erkennst, was im Lichte und was in der Finsternis ist.“ Also sprack sein Mund in Herrlich- keit vom Schaume’*) des Wassers und von den Ophanen des Wassers her’). Da nahm (Manda dHaije) Sand vom Meere und yon den beiden Ufern des Weltmeeres, trat hin und warf ihn iiber den Kérper des Johana. Von jenem Tage an geschah die Zudeckung der Kérper. Manda dHaije setzte semen Weg fort nach dem Orte, der ganz Glanz, nach dem Orte, der ganz Licht ist, und Johana ging mit ihm. Er ging und kam nach dem Wachthause des heiligen*) Ptahil, der des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten ist, den das Leben abgeschnitten und von sich, aus seiner Gemeinschaft fortgelassen hat. Es setzte ihn abseits in eine Wiiste und lief ihn allein dasitzen. Als Ptahil Manda dHaije erblickte, neigte sich sein Thron unter ihm. Er erhob sich von ihm, pries und segnete Manda dHaije und sprach zu ihm: ,,Gepriesen seiest du, Manda dHaije, gesegnet sei der Ort, aus dem du gekommen bist, und gepriesen, verherrlicht und gefestigt sei der groBe Ort, an den du gehest. Sei mir gniidig vor dem gewaltigen Leben in der Hohe, das Sturz und Fesselung’) tiber mich gesttirzt hat und mich nicht emporsteigen lift, um das Leben in der Hihe zu schauen.‘ *) Diese Worte gehéren nicht hierher. Vielleicht haben sie urspriinglich hinter ,,Ge- wand von Fleisch und Blut‘ gestanden. *) Bei NDI kénnte man hier an hebr. AYN ,,Ufer“ denken. Doch kommt dies sonst im Mandiischen nicht vor. Dagegen ist bei ND NDINT R 210, 1 (auch Code Sab. Paris. 25, f. 15b, 1. 8) der Sinn ,,Schaum“ sicher, und dieser Sinn mag auch hier vorliegen. | *) NINH steht hier wieder ohne rechten Sinn, siehe p. 44 unt. und Lit., p. 1295. An Schépfrider ist hier nicht zu denken. 2) NWI INP, siehe auch p. 80+. 5) Fiir NDMOND, das sich nur an dieser Stelle findet , steht R 195, 9 “Mp yO. Die Identitat ist gesichert durch >>ynps xnpypD R 306, 19f. Es ist wohl etwas wie ,,iiber- gestiirzte Hiille“ (Néld., p. 103, 5). Fiir xoayp findet sich sonst die Bedeutung .,Fessel‘ 194, 17—195, 17 Fiinftes Buch. Viertes Stiick. 195 Darauf sprach Manda dHaije zu Johana: ,,Erzihle diesem Vornehmen, dafi die Vergebung des Lebens ihm zuteil wurde. Auch dich, den Men- schen’), habe ich gleich einem der Kinige’) gemacht, gleich den eroBen Uthras aus dem Hause der Herrlichkeit. Geh, tiberbring ihm die Worte.‘ Da sprach Johana zu Ptahil: ,,Die Vergebung des Lebens wurde zuteil dir und deinem Vater’), dem Uthra, dem Manne, der dich geriistet, beauf- tragt und hierher gesandt hat.“ Manda dHaijée setzte seinen Weg fort nach dem Orte, der ganz Glanz, nach dem Orte, der ganz Licht ist. Er ging und kam nach dem Wacht- hause des hohen Abathur. Tausend mal tausend (stehen da), [195] um die Augen nach ihm za erheben, und zehntausend mal zehntausend stehen vor ihm (zu seinen Diensten). Sie halten hoch‘) seinen Thron, der hoch ist und auf dem er sitzt. Als Abathur Manda dHaije erblickte, stand er von seinem Throne auf. Da sprach Manda dHaije zu Abathur: ,,Bleib, bleib, Abathur, auf deinem Throne sitzen, der hoch, prachtig und bewahrt ist, den das gewaltige Leben in der Hohe dir verliehen hat.“ Darauf sprach Abathur zu Manda dHaije: ,,Wenn du gehest, gedenke mein vor dem Leben.‘ Da sprach Manda dHaiye zu Abathur: ,,Wenn ich hingehe, spreche und erzihle, so werden sie kommen und deinen Thron zwischen die Minner, die Stéhne des Heils, hochheben. Wenn ich hingehe und spreche und gut erhért werde, so werden zwei Engel aus der Hiéhe kommen. Sie werden den hohen Vor- hang zwischen der Spitze deiner Skina und dem gewaltigen Leben hoch- heben*). Sie werden dich héren lassen und zu dir sprechen, und sie werden das gewaltige Leben hiéren lassen und sagen, dafi Manda dHaije hingegangen ist und Abathur Kusta gereicht hat. Manda dHaije setzte semen Weg fort nach dem Orte, der ganz Glanz, nach dem Orte, der ganz Licht ist, und Johana ging mit ihm. Sie gingen und kamen zu den vier Minnern, den Séhnen des Heils: In-Hai (Lebens- quell), Sum-Hai (Lebensname), Ziw-Hai (Lebensglanz), Nhtr-Hai (Lebens- licht)®). Der Mann von erprobter Gerechtigkeit’) nahm ihn (Johana) und stellte ihn am Orte der Sicherheit auf. Er faBte Johana bei der Hand und stellte ihn am Orte der Sicherheit auf. Die Uthras iiberschiitteten ihn mit (Joh. II, p.992; doch NOLDEKE, Zedischr. fiir Assyriologie XXX, 1916, p. 154), und dieser Sinn scheint auch hier vorzuliegen, da wir R 340, 8 NODWND zusammen mit NWYDY finden. Viel- leicht ist NO2yP) zu lesen. 1) Vielleicht NWNIN ONIN zu lesen. °) Siehe oben, p. 6°. 3) D. h. dem Abathur. 3) SS:on5 konnte allenfalls heiBen ,,sie griinden ihm“ seinen Thron. Vielleicht ist AS W)AND zu lesen. >) Ich vermute FAIVO0)IN3 bezw. f°) ANI. 6) Siehe Lit. 83, 3. ?) D. h. Manda dHaijé, siehe p. 187, 22; weiterhin ist damit Johana gemeint. Schwer- lich ist hier NPT VAD NIDNI Objekt, mit Beziehung auf Johana, da sonst NrIDNI stiinde. ; 135 _ ce) I 20 2 30 3 wn 5 5 wm 196 Rechter Teil. 195, 17—196, 12 Gebetsordnungen, Gebeten, Messen und Hymnen und sprachen: ,,Kommet, wir wollen hingehen und den Mann sehen, der aus der Tibil gekommen ist, den Mann von erprobter Gerechtigkeit, der wahrhaft und glaubensfest geblieben ist mitten unter den bésen Anschlagen und unter dem Throne des alten Abathur.“ Jeder einzelne bekleidet ihn mit einem Teile seines Glanzes, jeder einzelne bedeckt ihn mit einem Teile seines Lichtes. Sie sprangen auf und bekleideten ihn mit Gewindern lebenden Feuers, das ohne Ende und Zahl ist. Johana stand nun da am Orte, der ganz Glanz, am Orte, der ganz Licht ist. Er stand da in einem Glauben, der sehr grof, nicht klein war. Und [196] Johana sprach: ,,An euch richte ich eine Bitte, an das erste Leben, das zweite Leben, das dritte Leben, an Jofin-Jofafin, an Sam, den wohlbewahrten Mana, an den Weinstock, der ganz Leben, an den grofen Baum, der ganz Heilungen ist, an Osar-Hai und Pta-Hai, die die Schépfung des Lebens schaffen, die Pflanzung des Lichtes pflanzen und das erste Ab- bild im Hause des Lebens griinden’), an euch richte ich eine sehr grofe, nicht kleine Bitte: entsprechend dieser Stunde, in der ich dastehe, ent- sprechend diesem Aufstiege, mit dem ich aufgestiegen bin, mégen alle wahr- haften und gliubigen Menschen emporsteigen, die mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet, mit der reinen Taufe getauft und tiber die der Name des gewaltigen, ersten Lebens gesprochen ist.‘ Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Fiinftes Stiick. Das Stiick wird ,das Buch des Silmai, des Herrn des Hauses‘, genannt. Die Bezeich- nung ,Herr des Hauses* hat hier wohl dieselbe Bedeutung, wie sonst im mandiischen Schrift- tum; es ist der Herr der irdischen Welt?). Diese Benennung fiihrt sonst der Bise, und auch Silmai scheint einer der Unterirdischen zu sein. Er gehért zum Kreise der Raha und ist vielleicht geradezu als ihr Sohn gedacht. Aber sein Vater Jathrin wird schlechthin der Gute genannt und hat seinen Sitz am Tore des Hauses des Lebens. Auf den Rat der Raha begibt sich Silmai zu seinem Vater, der jedoch von seinem Erscheinen nicht erbaut ist. Er will ihm den Garaus machen, doch rit ihm seine Umgebung, ihn einer Priifung zu unter- zichen und je nach dem Ausfall ihn bei sich aufzunehmen oder wieder in die Tiefe hinabzu- senden.. Jathrin tut so, und die lange Reihe yon Fragen und Antworten iiber die verschie- denen Dinge der Natur sind wohl der eigentliche Zweck der Komposition. Silmai beant- 1) Siehe p. 191. ®) Uber die Verwendung des Ausdruckes ND NW im semitischen Heidentum siehe Ephemeris Il, p. 88. vj 196, 13—197, 11 Fiinftes Buch. Fiinftes Stiick. 197 wortet alle Fragen zur Zufriedenheit Jathrans, nur tiber das Ende der Welt kann er ihm keine Auskunft geben. Da erscheint Hibil-Ziwa und gewahrt ihm Belehrung dariiber. Er erteilt dem Vater die Auskunft, und dieser fragt ihn, von wem er sie erhalten habe. Die Antwort, daf sie von Hibil-Ziwa herriihre, gefallt dem Vater nicht, und er weist ihn von sich. Das Buch scheint fremden Ursprunges zu sein. Silmai findet sich anderwarts nur zu- sammen mit Nidbai; sie sind Hiiter des Jordans. Nur noch L 8, 9 ist Silmai allein als In- haber eines Wachthauses und Schliisselbewahrer des Lichtes genannt. Ebenso ist sein Vater Jathrain sonst unbekannt'), und auch der Ausdruck XOYINYNI Npry findet sich bis auf R 2%6, 23 nur in diesem Buche. Im Namen des grofen Lebens. Der Herr der GréBe prangte und leuchtete durch die Uthras, seine Séhne. Dies ist das Mysterium und das Buch des Silmai, des Herrn des Hauses. Im Namen dessen, der gekommen ist, im Namen dessen, der kommt, und im Namen dessen, der entstehen soll. Im Namen jenes fremden Mannes, der durch die Welten drang, kam, das Firmament spaltete und sich offen- barte*). Er erhellte und kam zu den Skinas aller Planeten, richtete seinen Thron auf und setzte sich auf ihn. Der Gute sann nach, erkannte und belehrte sich tiber Vergangenes, Gegenwirtiges und Zukiinftiges und tiber jenen Berg, den Berg Karmel’). Er kam und fand die sieben und die zwolf Helden, die in ihren Handen ile ee *) der Liige halten und iiber die Monate, Jahre, Sosse’), Tage, Sekunden, Geburtsstunden*) und Zeiten dasitzen. Ewath, die liignerische Rtha, kam, rief jeden einzelnen Mann beim Namen auf, beauftragte jeden einzelnen Mann mit Werken, [197] sie rief sie, beauftragte sie und sandte sie in diese Welt. Sie rief auch Silmai, den Herrn des Hauses, und sprach zu ihm: ,simai, Herr des Hauses, steh zeitig am friihen Morgen auf, geh an das Ufer des Jordans und an den guten Behilter der Heilmittel. Wasche deine Hinde in KuSta und reinige deine Finger im lichten, gewaltigen (Wasser?) des Jordans. Steig hinauf und geh vor deinen Vater Jathrun, den vollkommenen Mann. Wenn dein Vater dich sieht, wird er dir das Kénigtum, die Gtite und die Sieghaftigkeit dieser Welt geben lassen.‘ ’ Wie Ewath, die liignerische Raha, zu Silmai, dem Herrn des Hauses, sprach, so tat er. Er stand zeitig am friihen Morgen auf, ging an das Ufer des Jordans und an den grofen, guten Behilter der Heilmittel. Er wusch seine Hinde in Kusta und reinigte seine Finger im lichten, gewaltigen 1) Hine ,Leuchte Jattir-Jathrin‘ siehe p. 146, 17. 2) Siehe Lit. 11, 11; 77, 3; 128, 2; 142, 11. 8) Auf dem die Bésen ihre Versammlungen abhalten, siehe p. 121. 4) Siehe oben, p. 132°. 5) Siehe oben, p. 106°. °) Das Wort findet sich nur an dieser Stelle. Es gehért nicht zu yévos, sondern wie dag jiidische NDI}, NDI zu yevéowos, also etwa yevéows dpa. Io i) 5 ui Io = uw 20 25 30 198 Rechter Teil. 197, 11—198, 14 (Wasser) des Jordans. Er stieg vor seinen Vater Jathrun, den vollkom- menen Mann, in die Hihe, beugte seinen Kérper und verneigte sich vor seinem Vater. Als sein Vater ihn erblickte, erboste der Gute, der sich noch nie er- bost hatte; es ziirnte der Gute, der noch nie geziirnt hatte. Er wollte auf die Erde Tibil stampfen’), ihn verderben, ihn an die groBen Sphiren der Festigkeit?) hingen und sie auf ihr Antlitz auf das Antlitz der Erde hin- stiirzen. ° Vor ihm standen dreihundert zweiundsechzig Jiinger. Da sprachen sie zu ihrem Vater, dem vollkommenen Manne: ,,Du hast, o Jathrin, in deiner Rede ausgesprochen und bei deiner Taufe bestimmt erklirt, dafi am Tore des Hauses des Lebens Wut und Zorn nicht da sei. Wenn du bei Silmai, dem Herrn des Hauses, (Bescheid) nachsuchest iiber die Ordnungen, Higen- schaften*) und Worte, die Tiefen des Nasariertums und die Deutungen tiber diese Welt, so er ihn dir gibt, la8 ihm einen Thron zwischen den Mannern, seinen Vitern, errichten. Suchst du bei ihm nach und er gewihrt ihn dir nicht, so mag er [198] zu jener Welt zuriickgehen, aus der er gekommen ist.‘ Der Gute beruhigte sich und sprach zu ihm: ,,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens tiber die Ordnungen, Eigenschaften und Worte, tiber die Tiefen des Nasariiertums und die Deu- tungen tiber diese Welt gelangt: Woher diese Erde geworden, worauf der AmboB8 aufgestellt ist, wem*) die groBe Hus’) gegeben wurde’). Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Diese Erde wurde festge- schmiedet*). Der Ambof ist auf das schwarze Wasser gestiitzt. Die grofe Hus ist dem Liigner gegeben.“ Da sprach er zu ihm: ,,Schén ist, was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen grofen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Vitern, errichtet ist.‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: ,,O Silmai, Herr des Hauses! Kin Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens iiber die Ordnungen, Higen- schaften und Worte, tiber die Tiefen des Nagariiertums und die Deutungen 1) Die Wendung auch Joh. 276, 6. 2) Obwohl die Sphiiren sich bewegen, haben sie doch ihre Festigkeit. NAN TW steht hier nicht etwa im Sinne yon ,,Feste, Firmament.“ 8) NDND hat wohl auch hier diesen Sinn, siehe p. 7°. 4) Nach dem Folgenden ist ynnd zu lesen. *) Das Wort findet sich nur hier und R 273, 10. Dort ist es eine Bezeichnung fir das ,,grofe Meer‘; dies soll es wohl auch hier sein. *) Es ist keine direkte Frage. Er ist dariiber unterrichtet; die Frage an Silmai ist zu erganzen. ?) Ich vermute, da hier ny fiir sym steht. tiber die gerade bei 7, M haufigen Um- setzungen siehe Néld., p. 66. 198, 15—199, 21 Fiinftes Buch. Fiinftes Stiick. 199 tiber diese Welt gelangt: Woher diese Firmamente geworden, worauf sie ausgespannt, woran sie hingen und wodurch sie erleuchtet werden.“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Diese Firmamente bestehen aus sieben schweren’) Wassernebeln, die Ptahil durch die Kraft, die sein Vater Abathur ihm verliehen, ausgespannt und hochgehoben hat. Zwischen jedem einzelnen hiingen Leuchten des Glanzes, und sie werden durch die Kraft der Kénige’*) erleuchtet.“ Da sprach er zu ihm: ,,Schén ist, was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen groBen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Vatern, errichtet ist.‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler und sprach zu ihm: ,Silmai, Herr des Hauses! [199] Ein Wort ist zu mir aus dem Hause meines Vaters tiber die Ordnungen, Eigenschaften und Worte, tiber die Tiefen des Nagaraéertums und die Deutungen tiber diese Welt gelangt: Woher die Sonne, wovon ihre Natur’), woher ihre Hitze, woher ihre Kalte, woher ihr Glanz ist.“ Darauf erwiderte er ihm: ,Mein Vater! Die Sonne ist aus der Erde entstanden, ihre Natur ist von der Natur der Sieben, ihre Hitze und Kilte sind yon der Hitze und Kilte des Ptahil, ihr Glanz ist vom Glanze des gewaltigen, fremden Lebens, des erhabenen, das iiber allen Werken steht.“ Da sprach er zu ihm: ,Schén ist, was du mir gesagt hast, schién sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen groBen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Viatern, errichtet ist.“ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schtiler und sprach zu ihm: ,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens tiber die Ordnungen, Eigenschaften und Worte, iiber die Tiefen des Nasariertums und die Deutungen iiber diese Welt gelangt: Woher der Mond, wovon seine Natur, woher seine Hellig- keit, woher seine Annehmlichkeit*) ist.“ | Darauf erwiderte er ihm: ,Mein Vater! Der Mond ist aus der Erde entstanden, seine Natur ist von der Natur der Planeten, seine Helligkeit und Annehmlichkeit ist von der Helligkeit und Annehmlichheit des grofen, geliebten, ersten Sam-Ziwa, des Mannes, dessen Skina tiber den hundert und sieben und sechzig gewaltigen, oberen Lichtwelten ruht. Jede Welt miGt fiir sich tausend mal tausend Meilen, und zehntausend mal zehntausend Skinas ruhen in ihr’), in jeder einzelnen Skina wohnen tausend mal 1) \PN) ist hier wohl so aufzufassen; nicht im Sinne von ,,teuer, kostbar.“ 2) D. h. der himmlischen Wesen. CD haben ,,der Engel.“ 8) WIND steht hier wie auch sonst éfter falschlich fiir NID. 4) Die angenehme Kiihle, die er verbreitet. 5) Vielleicht ist FMW nur irrtiimlich aus dem Folgenden wiederholt, so daB es heifen wiirde ,tausend mal tausend Meilen und zehntausend mal zehntausend Skinas‘, in ht wn 200 Rechter Teil. 199, 21—201, 4 tausend Uthras, und von jedem einzelnen Uthra wird eine Skina, bewohnt.“ Da sprach er zu ihm: ,Schén ist, was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen groBen Ehrenthron, [200] der dir zwischen den Mannern, Wn ite) td wn 40 deinen Viitern, errichtet ist.‘ Als er hingehen ‘und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: ,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause meines Vaters iiber die Ordnungen, Eigen- schaften und Worte, iiber die Tiefen des Nagariertums und die Deutungen iiber diese Welt gelangt: Woher das Wasser, wovon seine Natur, woher sein Wohlgeschmack, woher seine Kraft ist.‘ Darauf erwiderte er ihm: ,Mein Vater! Das Wasser ist aus der Erde gekommen, seine Natur ist von der Natur der Sieben, seine Kraft von der Kraft der Finsternis und sein Wohlgeschmack vom Wohlgeschmack des lebenden Wassers.“ Da sprach er zu ihm: ,Schén ist, was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen grofen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Viatern, errichtet ist.‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: »Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause meines Vaters tiber die Ordnungen, Eigen- schaften und Worte, tiber die Tiefen des Nasariertums und die Deutungen tiber diese Welt gelangt: Woher das Feuer, wovon seine Natur, woher sein Aussehen, woher sein Rauch ist.‘ Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Das Feuer ist aus der Erde gekommen, seine Natur ist von der Natur der Sieben, seine Kraft von der Kraft der Finsternis und [sein Rauch] vom Hause des Satans Ismaél’).‘ Da sagte er zu ihm: ,,Schén ist, was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen grofen Ehrenthron, der dir zwischen den Mannern, -deinen Vatern, errichtet ist.‘‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: ,,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens iiber die Ordnungen, Higen- schaften und. Worte, tiber die Tiefen des Nasariiertums und die Deutungen tiber [201] diese Welt gelangt: Woher der Wind, wovon seine Natur, woher seine Kraft, woher seine Annehmlichkeit ist.‘ : Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Der Wind ist aus der Erde gekommen, seine Natur ist von der Natur der Sieben, seine Kraft von der Kraft der Finsternis und seine Annehmlichkeit yon der Annehmlichkeit des Athers.‘ | *) Aus Samaél, der sich tibrigens sonst als Name fiir den Teufel bei den Mandiern nicht findet, wurde Ismael gemacht, mit Anspielung auf die verhaften Araber. 201, 4—202, 7 Fiinftes Buch. Fiinftes Stiick. 901 Da sprach er zu ihm: ,Schién ist, was du mir. gesagt hast, schin sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen grofen Ehrenthron, der dir zwischen den Mannern, deinen Vatern, errichtet ist.“ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: »Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens iiber die Ordnungen, Higen- schaften und Worte, tiber die Tiefen des Nasariertums und die Deutungen iiber diese Welt gelangt.“ Ferner sprach er zu ihm: ,Was sind die oberen, was die unteren Dinge?“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Die oberen Dinge sind das Firmament, die unteren die Erde.‘ Da fragte er ihn: ,,Wird das Firmament schwanger vor der Erde, oder wird die Erde schwanger vor dem Firmamente?“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Das Firmament bringt Regen und Tau, und die Erde 6ffnet ihren Mund und nimmt ibn auf. Dann bringt sie Friichte, Saaten und Obst hervor, von denen die Kinder Adams essen und trinken, ohne ihrem Herrn zu danken.“ Da sprach er zu ihm: ,,Schén ist was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen grofen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Vitern, errichtet ist.‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: ,,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens itiber die Ordnungen, Eigen- schaften und Worte, iiber die Tiefen des Nasaraiertums und die Deutungen tiber diese Welt gelangt.‘‘ Ferner sprach er zu ihm: ,,Wer sind die auferen, wer die inneren Dinge?“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Die duferen Dinge sind der Mann, die inneren die Frau’).‘‘ Da fragte er ihn: ,,.Empfangt der Mann vor der Frau, oder empfaingt die Frau vor [202] dem Manne?‘ Darauf erwiderte er ihm: ,,Der Same bildet sich im Kérper des Mannes durch zweiundvierzig Tage. Dann tibergibt er der Frau die Saat, den Stamm, die Wurzel und die Begattung und kniipft daraus das Mark, die Knochen und die Sehnen.‘ Da fragte er ihn: ,,Was gibt die Frau dem Kinde?‘ Darauf erwiderte er ihm: ,,Sie gibt ihm das Blut, die Haut, die Bilder’) und die Haare.‘ mn _ 5 20 NO wn 30 35 Da fragte er ihn: ,,Wodurch entsteht das Kind in der Mutter und 40 wodurch wiichst es?*“ 1) Wohl mit Beziehung auf die Geschlechtsteile und die Art der Begattung. 2) Es ist unsicher, was damit gemeint ist, vielleicht die auferen Formen. Io I 20 2 30 3 5 5 ut 202 Rechter Teil. 202, 7—208, 8 Darauf erwiderte er ihm: ,,Das Kind wichst durch die sieben Mysterien seines Vaters und seiner Mutter’).‘ Da fragte er ihn: ,,Woher kommt die Nahrung fiir das Kind ?* Darauf erwiderte er ihm: ,,Die Nahrung kommt fiir das Kind aus dem Innern der Mutter.‘ Da fragte er ihn: ,,Wenn das Ma8 fiir das Kind voll ist und es ge- boren werden soll, wie wird es geboren?“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater! Wenn das Maf fiir das Kind voll ist, wirft man der Mutter Wehen’) in die inneren Hiiften, schlagt das Kind mit gewaltigen ........... *). Dann dreht sich der Kopf nach unten und die Unterschenkel nach oben. Dann wird das Kind geboren.“ Da sprach er zu ihm: ,,Schin ist was du mir gesagt hast, schén sind die geheimen Worte, die aus deinem Munde herauskommen. Geh, setze dich auf deinen groBen Ehrenthron, der dir zwischen den Minnern, deinen Vatern, errichtet ist.‘ Als er hingehen und sich hinsetzen wollte, rief der Meister seinen Schiiler, fragte ihn und sprach zu ihm: ,,Silmai, Herr des Hauses! Ein Wort ist zu mir aus dem Hause des Lebens tiber die Ordnungen, Higen- schaften und Worte, iiber die Tiefen des Nagaraéertums und die Deutungen tiber diese Welt gelangt.“ Ferner sprach er zu ihm: ,,.Wenn das Maf fiir die Welt voll ist, auf welche Weise wird es voll?“ Alle Auskiinfte, die sem Vater von ihm wiinschte, kannte er in seinem Sinne, um sie ihm zu erteilen; diese Auskunft kannte er nicht in seinem Sinne, um sie ihm zu erteilen. Er fihlte sich erniedrigt und setzte sich [203] unterhalb der dreihundert zweiundsechzig Jiinger. Da ging hin und kam der Lichtschatz, die groBe Ruhe und Stiitze des Lebens‘), fand ihn und sprach zu ihm: , Warum sitzest du da, Silmai, Herr des Hauses ?“ Darauf erwiderte er ihm: ,,Mein Vater wiinschte eine Auskunft von mir, die ich nicht in meinem Sinne kannte, um sie ihm zu erteilen.“ Da sprach er zu ihm: ,,Die Auskunft, die dein Vater von dir wiinschte, kenne ich in meinem Sinne. Wenn dein Vater dich vor sich ladt und zu dir spricht: ,Kanntest du diese Auskunft in -deinem Sinne und gabest sie mir nicht, oder hat einer von den Uthras, den Sdhnen des Lichtes, dich dartiber belehrt?**), so sprich.zu, ihm: ,Ich kannte sie in meinem Sinne, 1) Von sieben Mysterien ist auch sonst die Rede (R 314, 7; Lit. 148, 1; Morg. 183, 6); von den ,,sieben Mysterien, die im Kérper sitzen“ Lit. 36, 5.- Hier sind vou die inneren Korperteile (etwa Herz, Lunge, Leber, Galle, Milz, Magen, Nieren) und ihre a ge- meint. *) Siehe Lit.. p. 363. 3) wdoprp (>pANp) findet. sich nur an dieser Stelle; die Bedeutung ist unsicher. Das sonst hiufige bpap heift ,umstiirzen.“ SAHA ist nicht in Ordnung. Vielleicht liegt eine grifere Verdertnte vor und hat urspriinglich NAY) ,,Gehirn“ dagestanden. ° *) Siehe auch Lit, 25,12; 75, 4; 80,4; 125, 4; 129, a Hier ist damit,” wie aus p. 204, 1 | za ersehen ist, Hibil-Ziwa. pereine >) Siehe zur Auffassung der, Worte, p.. 203, 334, 203, 8—204, 14 Fiinftes Buch. Fiinftes Stiick. 203 und doch gab ich sie dir nicht, weil mein Fu8 vor dir nicht sicher stand und nicht auf meiner Sohle’) stand.“ Ferner sprich zu ihm: ,Wenn das Mai der Welt voll ist, fallt die Erde in...... *), und der Himmel wickelt sich zusammen wie Matten. Die Sonne zieht ihren Glanz, der Mond zieht seine Helligkeit aus, die Sterne und Himmelsbilder fallen ab wie diirres Laub. Das Feuer geht in seine Hiille hinein, das Wasser in seine Hiillen’). Die vier Winde des Hauses fassen sich an den Fliigeln und wehen nicht').‘ Da fragte er ihn: ,,Wohin gehen Ruha, Christus, die Planeten und die Seelen der Bésen, die sich zu ihnen bekannt haben? Wohin gehen sie, wohin kommen sie und wo erhalten sie ihre Wohnung?" Darauf erwiderte er ihm: ,,Ruha, Christus, die Planeten und die Seelen der Bésen, die sich zu ihnen bekannt haben, rufen nacheinander, fassen einander an der Hand, werden gefesselt, gehen hin und stiirzen wie ein Granatapfel aus Blei’) in Ur, den Herrn der Finsternis, in seinen eigenen grofen Leib. Es raucht*), das Feuer wird angefacht und verzehrt Ur, den Herrn der Finsternis, Ewath, die liignerische Ruha, die Planeten und die Seelen der Bésen, die sich zu ihnen bekannt haben.‘ Alsdann erhob sich Silmai, der Herr des Hauses, ging vor Jathrin, den vollkommenen Mann, und sprach zu ihm: ,,Mein Vater! Die Auskunft, die du von mir wiinschtest, [204] will ich dir geben. Wenn das MaB der Welt. voll ist, fallt die. Erde in..,... , und der Himmel wickelt sich zu- sammen wie Matten. Die Sonne zieht ihren Glanz, der Mond zieht seine Helligkeit aus, die Sterne und Himmelsbilder fallen ab wie diirres Laub. Das Feuer geht in seine Hiille hinein, das Wasser in seine Hiillen. Die vier Winde des Hauses fassen sich an den Fliigeln und wehen nicht. Ritha, Christus, die Planeten und die Seelen der Bésen, die sich zu ihnen bekannt haben, rufen nacheinander, gehen zueinander, fassen einander an der Hand, werden gefesselt, gehen hin und stiirzen wie ein Granatapfel aus Blei in Ur, den Herrn der Finsternis, in seinen eigenen grofien Leib. Rauch steigt in seinem Magen auf, das Feuer wird angefacht und verzehrt Ur, den Herrn der Finsternis, Ewath, die liignerische Ruha, die Planeten und die Seelen der Boésen, die sich zu ihnen bekannt haben.“ Da sprach sein Vater zu Silmai, dem Herrn des Hauses: » Kanntest du diese Auskunft in deinem Sinne und gabest sie mir nicht, oder hat einer von den Uthras, den Stéhnen des Lichtes, es dir gesagt ?“ 1) SNYINDY ist persisch wstuwar ,,fest, Festigkeit“. Es hat im Mandiischen konkrete Bedeutung angenommen und steht in Verbindung mit Fuf oder Ferse; auf ihrem (N\NDY stehen sie fest (R 264, 8; 266, 8, 11; 272, 19; 294, 10). Vielleicht bedeutet es geradezu Fufisohle. 2) WINDOW steht auver hier auch L 17,12. Die Bedeutung ist unsicher, siehe Nold., p. 123, 11. Es scheint ,,Triimmer“ od. ahnl. zu bedeuten. 8) Lies JPN. 4) Auch Joh. 79, 8. 5) Man hat wohl zu lesen: ADDN) PON NINDNT RINDI 7D). 6) Siehe Z. 29f. 15 i) Ww 1eS) ° 35) 204: Rechter Teil. 204, 14—19 Darauf erwiderte er ihm: »Diese Auskunft hat Hibil-Ziwa mir ge- wahrt.“ Da sprach er zu ihm: ,Gehe, gehe, du, der des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten ist, den das Leben von sich abgeschnitten hat und 5 die Uthras hinter sich zurtickgelassen haben °).‘« Das Leben ist siegreich tiber alle Werke, und siegreich ist Jawar- Ziwa und seine Helfer. 1) Siehe oben, p. 194, 24. We! Sechstes Buch. Noch eigenartiger als das Buch des Silmai ist das Buch des Dinanukht.‘‘ Dinanukht, nach ANDREAS iranisch Denaniyt ,,derjenige, der der Religion gemi6 redet“ (mit Hinweis auf Yt. 5, 18 und Y. 8, 7, sowie BARTHOLOMAE, Altiran. Worterb., col. 127 s. y. anuy- tayae), ist ein Mittelding zwischen Mensch und Buch. Er ist ,,das Tintenbuch der Gotter“, 5 ein mit Tinte geschriebenes Buch, hier wohl noch im Gegensatz zu beschrifteten Tontafeln. Er sitzt andauernd tiber seinen alten und neuen Biichern und sucht aus ihnen die Geheim- nisse der Welt zu ergriinden. Vor ihm erscheint der kleine Disai, auch er halb Mensch halb Buch. Der Name %XxY1q zeigt dieselbe Form qitlai, nach der sonst bei den Mandaiern Namen aus der religidsen Welt umgeformt werden, vgl. Joh. p. XX. Der Stamm ist unsicher. YT 10 findet sich als Bezeichnung fiir die althebraische Schrift, siche meine Nordsem. Epigr., p. 190 Anm., doch ist es fraglich, ob der Name damit zusammenhingt. Disai, klein aber grofsprecherisch, kommt mit grofien Worten, die Dinanakht keine Aufklarung geben. Dina- nukht wirft ihn ins Feuer, dann ins Wasser, schlieflich laft er ihn vom Morgen bis zum Abend vor sich liegen. Es scheint, daf Dinanukht einschlaft und dafi im Traume Ewath- 1; Ruha ihm erscheint, die sich mit den hdheren und niederen Dingen der Welt identitiziert, Da kommt ein Uthra Din-Mlikh zu ihm, holt seine Seele aus dem Kérper und fiihrt sie an den Wachthausern vorbei. Hs sollen acht sein (p. 210, 16), die aber nicht alle aufgezaihlt werden. In ibnen sieht Dinanukht nur die Bésen und Frevler, aber zuletzt, im Wachthause des Aba- thur, schaut er die ob ihrer guten Werke belohnten Frommen. Der Uthra verheifit auch ihm 20 Belohnung und Seligkeit, doch soll er erst zur unteren Welt zuriickkehren, seine Biicher ins Feuer und ins Wasser werfen und sechzig Jahre und sechzig Monate den wahren Glauben verkiinden. Dinanukht kehrt in die Welt zuriick, findet die Leute, die ihn fiir tot hielten, um ihn klagen, und veranlaft sie davon abzustehen. Er befolgt den Rat des Uthra, wirft seine Biicher ings Feuer und ins Wasser, predigt den wahren Glauben und steigt nach der 25 angesetzten Zeit zum Hause des Lebens empor. Die Erzihlung weist altertiimliche Ziige auf. Der weise Schriftgelehrte Dinantkht erinnert an NDYDM NID ID), .,den weisen Schriftgelehrten Nba‘ in der aramiischen In- schrift aus Kappadocien Kphemeris I, p. 825, wo man den Anfang so zu lesen hat, und hier L 29, 6. Bei dem zwischen den Wassern sitzenden Weisen denkt man an den an der 1Ss) Miindung der Stréme sitzenden hochweisen babylonischen Sintfluthelden Ut-Napistim, um so mehr als Dinanukht’s Gattin Naraita denselben Namen fiihrt wie die Gattin Noahs, siehe oben, p. 46, 4. Auch die Sprache weist alte Wendungen auf, siche p. 206* zu NINTVIVI 3NDDN und p. 208* zu 727 by. wm — ut ta wut 206 Rechter Teil. 204, 20—205, 18 Die Schrift wird von Bar Khoni bei der Beschreibung der Religion der Dostaer zitiert, sieche Theodorus BAR KONI, Liber Scholiorum ed. Addai SCHER II (Corpus Scriptorum Christianorum Orientalium, Scriptores Syri, Textus, Ser. II, tom. 66), p. 347, 6 und POGNON, Inscr. Mandaites, p. 227. Statt noon 7pD daselbst ist NMYI NDD zu lesen. SIOUFFI erzihlt p. 31 ff. eine Legende von Dananoukh, die mit dieser Geschichte nur wenig Beriih- rungen hat. Dananoukh erhilt dort Briefe von den bésen Geistern, die er im Feuer ver- brennt, und seine Seele wird vom Todesengel durch die Matarotho und dann durch die Olmi-Danhouro gefiihrt und ihr die Strafen der Frevler und der Lohn der Frommen gezeigt. Im Namen des groBen Lebens werde ein Siindenerlasser zuteil mir NN und meiner Gattin NN. Zwischen den Wassern sitze ich. Ich bin Dinantkht, der weise Schrift- gelehrte, das Tintenbuch der Gitter, der Machtvolle, Stolze, Hochmiitige, in dessen Haus es keinen Hausherrn, [205] in dessen Bau, im dessen oberen Palisten und unteren Hiusern es keinen Alteren gibt. Diese meine Biicher liegen auf meinen Hinden und mein Gedenkbuch *) auf meinen beiden Armen. Ich studiere in meinen neuen Biichern und suche Belehrung in den alten. Ich sinne, erkenne und belehre mich tiber Vergangenes, Gegenwartiges und Zukiinftiges’). Da kam der kleine Disai und fiel vor mich hin. Ich Offnete ihn und studierte in ihm. Er ist klein, doch seine Reden gro’), und _ heftig brechen ihm die Worte hervor*). Er suchte in den oberen Abaddons°) und sprach: ,,Es gibt ein Leben, das von jeher war, und es gibt eine Kusta, die schon friiher am Anfang war. Es gibt Glanz, es gibt Licht. Es gibt Tod, es gibt Leben; es gibt Finsternis, es gibt Licht®). Es gibt Irrtum, es gibt Wahrheit. Es gibt Zerstérung, es gibt Aufbau. Es gibt Schlag, es gibt Heilung. Es gibt einen erhabenen Mann, der ilter ist und friiher da war als der Erbauer des Himmels und der Erde.‘ Dinantkht spricht: ,,[ch suchte vom kleinen Disai Belehrung und sprach: ,,Wo ist das Leben, das von jeher war, wo ist die Ku&ta, die schon friiher am Anfang war? Wo ist der Glanz, wo ist das Licht? Wo ist der Irrtum, wo ist die Wahrheit? Wo ist. die Zerstérung, wo ist der Aufbau? Wo ist der Schlag, wo ist die Heilung? Wo ist dieser erhabene Mann, der alter ist und friiher da war als der Erbauer des Himmels und der Erde? *) Ein alter Ausdruck, vgl. Maleachi 3, 16; Esther 6, 1; Ezra 4, 15. *) Siehe auch oben, p. 197, 18. %) Siehe oben, p. 192, 15. *) FT findet sich aufer in diesem Zusammenhange noch L 59, 8 bei Feuer. Im Syri- schen kennen wir FT im Sinne von ,,heftig“, besonders vom Regen. Im Arabischen wird erf von allzureicher Wortfiille gebraucht, *) Die Abaddons (bibl. }}72N) gehéren eigentlich zur Unterwelt, siehe p. 208, 7 und Lit. p. 67, 4; 117, 1. ; : *) Dieser Satz fehlt in A. Die Auslassung muf alt sein, denn die entsprechenden Worte im folgenden Absatze fehlen in allen Handschriften. 205, 18—207, 23 Sechstes Buch. 207 Dann ergriff ich den kleinen Digai und verbrannte ihn im Feuer. Zwischen den Wassern sitze ich. Ich bin Dimanukht, der weise Schrift- gelehrte, das Tintenbuch der Gotter, der Machtvolle, Stolze, Hochmiitige, in dessen Haus es keinen Hausherrn, in dessen Bau, in dessen oberen Paliisten und unteren Hausern es keinen Alteren gibt. Diese meine Biicher legen auf meinen Hiinden und mein Gedenkbuch auf meinen beiden Armen. Ich studiere in meinen neuen Biichern und suche Belehrung in den alten. Ich sinne, erkenne und belehre mich tiber [206] Vergangenes, Gegenwirtiges und Zukiinftiges. Da kam der kleine Digai und fiel vor mich hin. Ich 6ffnete ihn und studierte in ihm. Er ist klein, doch seine Reden gro®, und heftig brechen ihm die Worte hervor. Er suchte in den oberen Abaddons und ‘sprach: His gibt ein eben, das von jeher war, es gibt eine Kusta, die schon friiher am Anfang war. Es gibt Glanz, es gibt Licht. Es gibt Tod, es gibt Leben. Es gibt Finsternis, es gibt Licht. Es gibt Irrtum, es gibt Wahrheit. Es gibt Zerstérung, es gibt Aufbau. Es gibt einen erhabenen Mann, der ilter ist und friiher da war als der Erbauer des Himmels und der Erde.‘ Dinantkht spricht: ,,I[ch suchte vom kleinen Digai Belehrung und sprach: ,,Wo ist das Leben, das von jeher war, wo ist die Ku&ta, die schon friiher am Anfang war? Wo ist der Glanz, wo ist das Licht? Wo ist der Tod, wo ist das Leben? Wo ist die Finsternis, wo ist das Licht? Wo ist der Irrtum, wo ist die Wahrheit? Wo ist die Zerstérung, wo ist der Auf- bau? Wo ist der Schlag, wo ist die Heilung? Wo ist dieser erhabene Mann, der ilter ist und friiher da war als der Erbauer des Himmels und der Erde?“ Dann ergriff ich den klemen Disai und versenkte ihn ins Wasser. Zwischen den Wassern sitze ich ... (Wiederholung) in den oberen Abaddons [207] und sprach: ......... als der Erbauer des Himmels und der Erde?“ Dann ergriff ich den kleinmen Disai und lieS ihn vor mir liegen von den Schatten des Morgens bis zur grofien Dammerung’) des Abends. Da kam Ewath, der heilige Geist, trat zu mir in meiner Skina heran und sprach zu mir: ,,;Warum liegest du da, Dinantkht? Warum gefiel dir der Schlaf? Ich bin das Leben, das von jeher war, ich bin die Kuita, die schon friiher am Anfang war. Ich bin der Glanz, ich bin das Licht. Ich bin der Tod, ich bin das Leben. Ich bin die Finsternis, ich bin das Licht. Ich bin der Irrtum, ich bin die Wahrheit. Ich bin die Zerstérung, ich bin der Aufbau. Ich bin der Schlag, ich bin die Heilung. Ich bin der erhabene Mann, der iilter ist und frither da war als der Erbauer des Himmels und der Erde. Ich habe keinen Genossen unter Kénigen, und es gibt sonst keine Krone in meinem Reiche. Es gibt keinen einzigen Menschen, der mir in den Nebelwolken der Finsternis einen Bescheid geben kénnte.“ 1) Siehe Néld., p. 127, 22. ur a 10) tN Oo Go [e} 40 wm 15 20 208 Rechter Teil. 207, 23—208, 21 Da kam Din-Mlikh-Uthra, warf StéBe') gegen den Kérper des Dina- nukht und brachte ihn aus dem Korper heraus. [208] Winde, Winde nehmen Dinanukht hin, Stiirme, Stiirme*) treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Hohe und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn in das Wachthaus des Nbaz-Haila, des Herrn der Finsternis, des groBen Ambosses der Erde. Sein Thron ist auf den Spalt’) der Tibil gesetzt, seine FiiBe ruhen auf den unteren Abaddons, und iiber alle Meere wird der Saum seines Gewandes geschleift. Tausend mal tausend [stehen vor ihm], und zehntausend mal zehntausend Giétzen bedienen ihn. Da sprach er: ,,Als ich ihn erblickte, sagte ich mir, ich wiirde mich vor ihm verneigen und verbeugen, meinen Kérper hinstrecken und ihn preisen.“ Doch Dm-Mhkh-Uthra, der mich begleitete, lieB mich nicht und sprach zu mir: ,,Vor wem willst du dich, Dimanukht, verneigen und vor wem willst du deinen Kérper hinstrecken und ihn preisen, wo das grofe Leben und das Haus des grofen, ersten Vaters vor dir sind?“ Winde, Winde nehmen Dinanikht hin, Stiirme, Stiirme treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Héhe und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn im das Wacht- haus des Zan-Hazazban, des hurtigen, tapferen, des Kénigs des Zornes, der Starke und des Verderbens. Sein Thron ist am Tor des Himmels hinge- setzt. Zum Diebe sagt er: stiehl, und zum Hausherrn sagt er: bleib fest stehen. Zum Diebe wegen‘) der Tétung und zum Hausherrn wegen des Schadens’). Tausend mal tausend stehen vor ihm, und zehntausend mal zehntausend Giétzen bedienen ihn. Als ich ihn erblickte, wollte ich mich vor ihm verneigen und verbeugen, meinen Kérper hinstrecken und ihn preisen. Doch Din-Mlikh-Uthra, der mich begleitete, lie8 mich nicht und sprach zu mir: ,,Vor wem willst du dich, Dinanukht, verneigen und vor *) Zu DH, eigentlich , mit den FiiBen treten“ siehe Joh. II, p. 694. SDD bedeutet hier wohl ,,Fuftritte, Stéfe“, und der Satz hat den in der Ubersetzung angegebenen Sinn. Daf XDD hier wie an anderen Stellen ,Augenblick* bedeute und der Satz etwa den Sinn habe: er warf Dinanikht auf einige Augenblicke in den Kérper, ist nicht wahrscheinlich, da Dinanukht sich im Kérper befindet. Auch PoG@NON’s Annahme, dai NODDY ,,Zauberblick“ bedeute (,II jeta des sortiléges dans le corps de Dinanoukht‘, Inscriptions mandaites, p. 240), ist nicht wahrscheinlich. *) Der Sinn des Wortes NONTY, das sich in demselben Zusammenhange auch L (ia 8, 7 findet, ist nur erraten. *) Das Wort findet sich nur an dieser Stelle. Den Sinn nehme ich nach der Grund- bedeutung von 55- an. xnon Korb, Bienenkorb“ (LEVY, Newhebr. Wéorterb. II, p. 54b) paSt nicht, eher paht syrisch helitha ,,Scheide.“ Wir haben hier die verbreitete Vorstellung von dem Erdspalt, der die Oberfliche der Erde mit dem Urgrundwasser verbindet. Sonst findet sich mandiaisch dafiir der Ausdruck NPA, siehe Joh. II, p. 74; Lit. 215, 1. *) Hier steht das kanaaniiische 27 bY, das in die aramiiische Amtssprache der Achi- menidenzeit eingedrungen ist, siehe SACHAU, Aramdische Papyrus und Ostraka, p. 282 SB aah ») Damit der Dieb dem Tode verfalle und der Hausherr Schaden erleide, 208, 21—210, 4 Sechstes Buch. 209 wem willst du deinen Kérper hinstrecken und ihn preisen, wo das grofe, erste Leben und das Haus des grofen, ersten Vaters vor dir sind ?*« Winde, Winde nehmen Dinanukht hin, Stiirme, Stiirme treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Hihe [209] und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn in das Wacht- haus der Ewath-Ruha, der Mutter der Ehelosen, Qananit, der Mutter der »Heiligen“, des inneren Skorpionengiftes der Finsternis. Sieben Edelfrauen stehen da, die keine Edelfrauen sind, und sieben Jungfrauen, die nicht Jungfrauen genannt werden diirfen. Ihre Brust’) ist ihnen entbléSt und ihre Seite ihnen geschlitzt. Der Kranz der Unzucht und Hurerei liegt ihnen auf dem Haupte. Sie nehmen die Herzen der Gétter, sie nehmen das Gemiit der Menschenkinder gefangen. Sie nehmen die Manner durch die stolzen Blicke’), die Frauen durch das ltisterne Herz gefangen. Tausend mal tausend stehen vor ihr, und zehntausend mal zehntausend Gdtzen bedienen sie. Er sprach: »Als ich sie erblickte, sagte ich mir, ich wiirde mich vor ihr verneigen und verbeugen, meinen Kérper hinstrecken und sie preisen. Doch Din-Mlikh- Uthra, der mich begleitete, lieS mich nicht und sprach: ,Vor wem willst du dich, Dinanikht, verneigen und vor wem willst du deinen Kérper hin- strecken und ihn preisen, wo das grofe, erste Leben und das Haus des groBen, ersten Vaters vor dir sind?“ Winde, Winde nehmen Dinanikht hin, Stiirme, Stiirme treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Hiéhe und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn in das Wacht- haus des Mannes Himtn’). Tausend mal tausend stehen vor ihm, und zehn- tausend mal zehntausend Gétzen bedienen ihn. Als ich ihn erblickte, sagte ich mir, ich wtirde mich vor ihm verneigen und verbeugen, meinen Korper hinstrecken und ihn preisen. Doch Din-Mlikh-Uthra, der mich begleitete, lie} mich nicht und sprach: ,, Vor wem willst du dich, Dinantkht, verneigen und vor wem willst du deinen Kérper hinstrecken und ihn preisen, wo das groBe, erste Leben und das Haus des ersten, grofen Vaters vor dir sind?“ Winde, Winde nehmen Dinanukht hin, Stiirme, Stiirme treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Héhe und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn in das Wacht- haus des Ptahil, der des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten ist, den das Leben hinter sich abgeschnitten hat, [210] dessen Haupt weifer ist als der Schaum des Wassers, dessen Bart als Flocken weifer Wolle. Er spricht: »Durch meine Starke habe ich das Haus gebaut, durch meine Wundertaten habe ich den Palast gegriindet. Ich gab den Mond hin fiir die Rechnung der Welten, ich gab die Sonne hin, um den Menschenkindern zu dienen *).“ 1) Siehe p. 184, 16. 2) Der Ausdruck steht auch R 215, 19. Vielleicht ist trotzdem HyIN1 zu lesen, siehe Targim zu Prov. 21, 4. 3) Siehe p. 179, 30. 4) Hin Wortspiel zwischen WyoNw und NWYDNRY. Lidzbarski, Ginza. 14 Pat a Oo 20 30 35 ww I wm tN ° iS) wi 210 Rechter Teil. 210, 4—211, 14 Der Hochmiitige, der nichts mit seinen Hinden vollbracht, aber mit seinem Munde sich hochpreist. Winde, Winde nehmen Dinantkht hin, Stiirme, Stiirme treiben ihn fort, Leitern, Leitern tragen ihn in die Héhe und lassen ihn auf Sprossen emporsteigen. Sie brachten ihn in die Héhe und stellten ihn in das Wacht- haus des alten, hohen, verborgenen, bewahrten Abathur. Ich schaute hin und sah, wie tausend mal tausend dastanden und zehntausend mal zehn- tausend dasafBen. Alle waren mit Glanz bekleidet und mit Licht bedeckt. Ein Kranz von Siegen war ihnen um das Haupt gelegt. Sie safen auf Thronen der Ruhe und rezitierten geheime Gebetsordnungen, Messen und Gebete*). Ich schaute hin und sah, wie tausend mal tausend Throne aut- gerichtet waren. Uber sie waren doppelt gelegt und ausgestreckt Gewander des Glanzes und reine Turbane des Lichtes. Es sprach Dmantkht: ,In jenem Wachthause hatte ich Angst und Furcht und angstigte mich.“ Da sprach Din-Mhikh-Uthra zu Dmanukht: 0 Dinanakht! Ich habe dich an den sieben Wachthiusern des Todes vorbeigebracht, und vor den acht des Verderbens hattest du keine Angst und Furcht. Was hast du hier gesehen, das du in Angst und Furcht gerietest?“ Da sprach Dmanwkht zu Din-Mlikh-Uthra: ,,Ich sah tausend mal tausend dastehn und zehntausend mal zehntausend dasitzen. Alle waren mit Glanz bekleidet und mit Licht bedeckt. Kranze von Siegen waren ihnen um das Haupt gelegt. Sie sagen auf Thronen der Ruhe und rezitierten geheime Gebetsordnungen, Messen und Gebete. Ich sah tauvsend mal tausend Throne, tiber welche Gewinder des Glanzes und grofe Turbane des Lichtes doppelt gelegt und ausgestreckt waren.“ Er sprach ferner: ,,[ch sah [211] das Leben, das von jeher war, ich sah die Ku&ta, die schon friiher am Anfang war.“ Ferner sprach er zu ihm: ,Ich sah den Tod, ich sah das Leben. Ich sah die Finsternis, ich sah das Licht. Ich sah den Irrtum, ich sah die Wahrheit. Ich sah die Zerstérung, ich sah den Aufbau. Ich sah den Schlag, ich sah die Heilung. Ich sah diesen erhabenen Mann, der dlter ist und friiher da war als der Erbauer des Himmels und der Erde.“ Darauf sprach Din-Mlikh-Uthra zu Dmanukht: ,,Diese Throne bewahrt man fiir die Seelen, deren Mutter und Vater noch nicht da sind. Nach tausend Jahren fallen sie in das Geschlecht von Vater und Mutter. Alsdann kommen sie hinaus in die Welt und ziehen die Farbe des Fleisches an. Wenn ihr Mafs voll ist, verlassen sie die Welt, bekleiden sich mit Gewindern des Glanzes und bedecken sich mit groBen Turbanen des Lichtes. Sie sitzen auf Thronen der Ruhe und rezitieren geheime Gebetsordnungen, Messen und Gebete.“ 40 Da fragte Dinantkht den Dm-Mlikh-Uthra: ,,Welches ist mein Thron?“ Darauf erwiderte Din-Mlikh-Uthra dem Dinanukht: ,Dein Kleid ist ein Gewand des Glanzes, und dein Turban ist ein grofer des Lichtes. Dein 1) Vgl. Lit. 92,5. 211, 14—212, 18 Sechstes Buch. 244 Kranz ist vom Weinstock Rwaz, der nicht verwelkt und nicht vergeht, und dessen Blatter nicht von ihm abfallen*).“ Ferner sprach Din-Mlikh-Uthra zu Dinanukht: »Geh in die Welt der Bésen, an den Ort, der ganz aus Kinigreichen besteht. Geh, verbrenne deine Biicher im Feuer und versenke dein Gedenkbuch ins Wasser. Zieh in die Welt hinaus, rufe den Ruf des Lebens und unterweise Jiinger sechzig Jahre und sechzig Monate. Wenn dein Maf voll ist, wirst du kommen, dich mit deinem*) Gewande des Glanzes bekleiden und mit deinem erofen Turban des Lichtes bedecken, und man wird dir deinen prangenden Kranz umlegen. Du wirst auf deinem Throne der Ruhe sitzen und geheime Gebetsordnungen, Messen und Gebete zwischen deinen Briidern, den Uthras, den Scéhnen des Lichtes, rezitieren.“ Daraut sprach Dmanukht zu Din-Mlikh-Uthra: ,Ich will lieber an der Schwelle des Hauses des Lebens Staub essen und nicht in die Welt der Bésen, an den grofen Ort, der ganz aus Konigreichen besteht, zuriick- kebren.“ Da sprach Din-Mlikh-Uthra zu Dmantkht: ,O Dinantkht, du Tor, der nicht weise ist, [212] du Mangelhafter, der nicht vollkommen ist. An der Schwelle des Hauses des Lebens iBt man keinen Staub. Nur Gutes ibt man und sucht da Behagen. Kehre in die Welt der Bésen und an den Ort, der ganz aus Konigreichen besteht, zuriick. Verbrenne deine Biicher im Feuer und versenke dein Gedenkbuch ins Wasser. Ziehe in die Welt hinaus, rufe den Ruf des Lebens und unterweise Jiinger sechzig Jahre und sechzig Monate. Wenn dein Ma8 voll ist, komme, bekleide dich mit deinem Gewande des Glanzes, bedecke dich mit deinem grofien Turban des Lichtes und lege dir deinen prangenden Kranz um das Haupt.“ Dmanukht sprach: ,Ich dffnete meine Augen und hob meine Brauen hoch. Ich schaute hin und sah tausend mal tausend Edelleute, die in der Sonne standen und tiber mich weinten, und zehntausend mal zehntausend Edelfrauen, die in der Hitze*) des Tages standen und tiber mich klagten . Da sprach ich zu ihnen: ,Gehet, ihr Edelminner, die ihr iiber mich iiber euch selber. Ihr habt nicht geschaut, was meine Augen ge- schauet*), ihr habt nicht gehért, was mein Ohr gehdéret”’). Dann stand Dinanikht auf, rief seine Gattin Nuraita und sprach zu ihr: ,Bringe mir diese meine Biicher und verbrenne sie im Feuer und mein Gedenkbuch versenke ins Wasser.“ Da schrie seine Gattin Nuraita, winselte*), kreischte und sprach: ,Dinantkht ist irrsinnig geworden, Dinanukht ist irrsinnig’), dieser Kénigs- sohn spricht ohne Verstand.“ 1) Siehe zu dieser Stelle Joh. I, p. 2141, auch Lit. 108, 1; 243, 10. x *) Leid. hat syooxyy. 8) Siehe Néld., p. 63, 3. 4) Leid. hat DN. 5) Leid. hat RD Ww. *) Leid. hat MDI ,weinte*. 7) Lies NOW und NONY. 14* oa) ie) = 5 iS) ° 35 I Lea ° wn 212 Rechter Teil. 212, 18—2138, 6 Da stand Dinanikht auf, verbrannte diese seine Biicher im Feuer und versenkte sein Gedenkbuch ins Wasser. Er zog hinaus zu dieser Welt, rief den Ruf des Lebens und unterwies Jiinger sechzig Jahre, sechzig Monate und sechzig Tage. Als das Maf des Dinanukht voll war und er seinen Kérper verlieS, fiihrten sie ihn zum Tore des Hauses des Lebens empor. Da sprach Dmanukht: ,,Offnet mir das Tor des Hauses des Lebens.“ Da offneten sie ihm das Tor des Hauses des Lebens und zogen vor ihm den groBen Vorhang der Sicherheit in die Héhe. Sie sprangen auf, bekleideten ihn mit einem Gewande des Glanzes, bedeckten ihn mit einem grofen Turban des Lichtes, brachten ihm einen Kranz vom Weinstock Rwaz und legten ihn ihm ums Haupt. Dinanikht stand nun am Orte des Lebens, am Orte, der ganz Glanz, am Orte, der ganz Licht ist. Er stand da in grofer Kraft’), pries das gewaltige Leben und den (Mann), dessen Benennung teuer und aufgerichtet ist [213] wie er selber*). Und Dinanukht sprach: ,Ent- sprechend diesem Aufstiege, mit dem ich aufgestiegen bin, sollen alle wahr- haften, gliubigen und trefflichen Nagorier emporsteigen und hingelangen. Sie sollen am grofen, ersten Lichtorte aufgerichtet und gefestigt werden °*).“ Das Leben steht fest im Lichte, Manda dHaije wird aufgerichtet in Siegen, das Leben ist siegreich iiber alle Werke. 1) Wohl NON NINOD zu lesen. NyYo) Now Lit. 267,2 steht in anderem Zu- sammenhange. ‘ *) Das ist Manda dHaijé. Sein Name wird ihm selber gleichgestellt. 3) Siehe oben, p. 196,17. Siebentes Buch. Kine Sammlung von Weisheitsspriichen, die Johannes dem Taufer in den Mund gelegt sind. Fiir Johannes ist hier die arabische Form Jahja gebraucht (siehe Joh. II, p. 73), im Ginza nur an dieser Stelle. Danach ist der Traktat erst in islamischer Zeit niedergeschrieben, doch ist es freilich nicht ganz ausgeschlossen, dai die arabische nachher gelaiufig gewordene 5 Form erst spiter fiir die altere Johana eingesetzt wurde. Die gehiufte Zusammenstellung verwandter Begriffe (Z. 24; p. 216,17) und die scharfe Gegeniiberstellung von Gegensitzen er- innert an dieselbe Art in der Schilderung der lichten und der finsteren Welt in den beiden p. 3f. besprochenen Traktaten. Doch geniigen diese Momente nicht, um das Stiick demselben Ver- fasser zuzuschreiben, auch nicht die Nennung des Lichtkénigs (p. 214, 3). 10 Im Namen des grofen Lebens leuchte ihnen’) ihr Sinn, ihr Wissen und ihre Kenntnis, sowie mir NN und meiner Gattin NN. Dies ist die Weisheit und die Belehrungen, die Jahja, der Sohn des Zakhria, den wahrhaften und glaubigen Nagoraiern kundtat, offenbarte und mitteilte. Er sprach; ,Wenn du die Kraft dazu hast, sei ein Mann von 15 erprobter Gerechtigkeit, der in allen seinen Werken erprobt ist, gleich einem Koénige, dem die Krone auf dem Haupte aufgerichtet, der Krieg in der Welt der Bésen und Liigner fiihrt und die Finsternis und ihre Helfer niederwirft. Hast du keine Kraft zum Manne von erprobter Gerechtigkeit, so sel ein wahrhafter Nasorder, gleich dem geordneten Landmanne, der die 20 Erde bearbeitet und die Saaten in ihr herausbringt, der den Vollkommenen ein Helfer wird, den Mannern von erprobter Gerechtigkeit Kraft gewahrt und an ihren Verdiensten teilnimmt. Die Waffe der Minner von erprobter Gerechtigkeit ist Wahrhaftigkeit, Glaube, Gradheit, Wissen, Verstand, Weisheit, Kunde, Lehre, Wahrheit, Gebet, 25 Lobpreis, Lohn(gewihrung), Almosen, Sanftmut, Gtite, Demut, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Beliebtheit*), Vorsicht, Richtigkeit, Reinheit, Schuldlosigkeit, Bescheidenheit *), Barmherzigkeit, Mitgefiihl, Nachdenken und Nachsinnen iiber das Leben und wahrhafte Liebe. 1) Den Glaubigen. 2) Wohl so, nicht ,Freundlichkeit*, das p. 214, 27 nicht pat. 8) Siehe Nold., p. XXVIII unt. Io 20 25 30 35 214 Rechter Teil. 213, 23214, 14 Das Erste an deiner Wahrhaftigkeit sei: verfilsche nicht dein Wort und liebe nicht Lug und Trug. Das Erste an deinem Glauben sei: glaube an den Lichtkinig, daf er da ist und in allen Tugenden dasteht. Das Erste an deiner Gradheit sei: richte dich selber. Das Erste an deinem Wissen sei: sei nicht gemischt’). Das Erste an deiner Einsicht*) sei: wirf dich nicht in Schmutz. Das Erste an deiner Weisheit sei: treibe keinen Scherz und lache nicht [214] tiber die Vollkommenen. Das Erste an deiner Belehrung sei: lehre und erklire die Worte deines Herrn. Das Erste an deiner Lehre sei: schneide nicht die auf Tugenden hin- zielenden Befehle von Seiten der guten Lehrer ab’). Das Erste an deiner Wahrheit sei: vertausche nicht dein Wort um eines, das nicht dein ist. Das Erste an deinem Gebete und Lobpreise sei: liebe keinen Schlaf. Das Erste an deiner Frémmigkeit und Gitite sei: gewiihre Almosen und Wasser an die Hungernden und Durstenden. Das Erste an deiner Milde sei: nimm keinen Hochmut an, ziirne nicht und lehne dich nicht auf. Das Erste an deiner Demut sei: der Name deines Herrn weiche nicht aus deinem Munde. Das Erste an deiner Gerechtigkeit sei: halte dich gerecht*) und nimm die Worte der Weisen an. Das Erste an deiner Wahrhaftigkeit sei: sage nichts, was du nicht weit. Das Erste an deiner Beliebtheit sei: sei geehrt bei jedermann. Das Erste an deiner Vorsicht sei: kenne deine Rechnung und dann sprich. Das Erste an deiner ,Richtigkeit sei: begehre und nimm nichts, das nicht dir gehort. Das Erste an deiner Reinheit sei: wirf dich nicht in Schmutz. Das Erste an deiner Schuldlosigkeit sei: halte dich schuldlos und liebe nichts Hassenswertes. Das Erste an deiner Bescheidenheit sei: tiberhebe dich nicht tiber einen, der gréfer ist als du. 1) Strebe nach Lauterkeit. *) Siebe oben, p. 64. *) D. h. mache sie nicht unwirksam. Der erste der beiden Satze enthialt offenbar eine Mahnung an den Lehrenden, der zweite an den Lernenden. Aber SMYID°D heift nicht die Belehrung, sondern das Wissen, die Kenntnis, die Hinsicht, wie es denn zusammen mit NDI (B 128, 5), NNAIN (R 305, 9) steht. Hingegen gehdrt NOPNBSND zu NINDon und bezeichnet die Stellung und Tatigkeit des Lehrers. Man kénnte annehmen, dah die beiden Worter irrtiimlich vertauscht seien, wenn nicht x j ii i ; HAYADD eine Stiit: nmoxpdap eine Stiitze in ~orpdyy hitte. he oa ee *) Man erwartet Poe. 214, 14—215, 6 Siebentes Buch. M15 Das Erste an deiner Barmherzigkeit sei: sei barmherzig gegen die Seelen der Armen und Verfolgten. Das Erste an deinem Lobpreise sei: preise den Ort, aus dem du ge- kommen bist. Das Erste an deinem Nachsinnen sei: der Tag, an dem du deinen Korper verlissest. Das Erste an deiner Liebe sei: fasse treue Liebe zu den guten Briidern, die in der Liebe zu deinem Herrn wandeln. Der Wahrhaftige gleicht einer Wage, die grade gerichtet und an der keine Schiefheit ist. Der Grade gleicht dem wahrhaften Richter, in dessen Rede keine Liige ist. Der Glaubige gleicht dem Landmanne, der siet und gute, schiéne Friichte hervorkommen lift. Der Wissende gleicht dem tiichtigen Baumeister, der den Bau in aller Schénheit baut und einteilt. Der Ausgezeichnete*) gleicht dem Maler, der Bilder in aller Schénheit malt. Der Weise gleicht dem tiichtigen Werkmeister, der jegliches Ding versteht. Der Tiichtiges schaffende, tiichtige Ausgezeichnete’*) gleicht der leuchtenden Lampe, die von links nach rechts leuchtet. Der Wahrhaftige gleicht einem hohen Berge, den die Stiirme nicht von der Stelle riicken kénnen. Der in Gebet und Lobpreis Erprobte gleicht einem Kaufmanne, der sich um Tausende des Gewinnes doppelt und verdoppelt. Der Gute, der Almosen darreicht, [215] gleicht dem satten Tische, der vor Hungrigen aufgestellt wird. Der Sanfte gleicht der siiSen, schmackhaften Frucht. _ Der Demiitige gleicht dem Wasser, das herunterfallt und sich tiber jeden Ort zerstreut. Der Ordentliche*) gleicht dem gepriesenen ........ *), der arbeitet, gekrént und wohlgeordnet ist*). Der Freundliche gleicht emem Berge mit lieblichen Blumen, Baiumen und Duftpflanzen. Der Vorsichtige gleicht dem getreuen Turmhiiter, der durch alle Be- stechung nicht bestochen wird. 1) Hier steht NNW, das identisch mit dapicaios ist, siche dazu Joh., p. XXII. ) Die vorhergehenden Worte ,der den Willen seines Herrn nicht abindert“ sind viel- leicht urspriinglich eine Glosse zu N77D, die in den Text hineingeraten ist. 3) Das dastehende NIMW kann nur ,Preis* bedeuten, was nicht pabt. Nach Text 216, 12f. scheint hier ein Baum genannt zu sein, etwa NTYW, NMWN die weibliche Zeder, siehe zu R 265, 12, doch paBt dazu INF, ININF nicht. 4) Unsicher, siehe auch Zeitschrift fur Semitistik I (1922), p. 2. wt 20 Loe) ° 35 16 Rechter Teil. 215, 6—216, 7 Der Rechte gleicht der rechten Speise, deren Geschmack durch aller- hand Friichte recht gemacht ist. Der Reine gleicht der hellen, reinen Quelle, die keinerlei Mischung annimmt. 5 Der Schuldlose gleicht dem polierten Spiegel, in dem alle Gesichter klar zu erkennen sind. Der Mitleidige, der Mitleid empfindet, gleicht der Sonne, die tber Gute und Bése leuchtet. Der Barmherzige gleicht dem angenehmen Winde, der in alle Tiiren 1o.und Fenster weht. Der Nachdenkliche, der iiber das, was ihm bevorsteht, simnt und nach- denkt, gleicht dem Ritter, der im Gefiingnisse gefesselt sitzt, aber smnt und nachdenkt: wann werde ich aus meiner Fessel befreit werden? Ein jeder, der von wahrhafter Liebe erfiillt ist’), gleicht dem guten 15 Vater, der fiir seine Kinder und Sprossen seinen Besitz vermehrt. Auserwihlte und Vollkommene! Seid auf eurer Hut und haltet euch fern von List, Unrecht, Trug, Lug, Falschheit, Betriigerei, Schiefheit, Bos- heit, Verkehrtheit, Irrtum, Verwirrung, Verdunkelung, Unglauben, Bestech- lichkeit, Torheit, Gesang, Schmutz, Hurerei, Verderbtheit, Hochfahrenheit’*), 20 Hochmut, stolzem Blick, Trunkenheit, Tanz, Gefangennehmung, Wollust, Glut, durch die die Menschenkinder gefangen werden, Neid, Eifersucht, Engigkeit, HaB, Frechheit, Zorn, Erbitterung, Auflehnung, Hurerei, Réuberei, mit der rauben, Bedriickungen, mit denen bedriicken, rauben und pliindern die Bésen, von Schmutz, Befleckung der Kérper, Widerspenstigkeit und Ver- 25 achtung, mit der die Bésen sich widerspenstig und verachtend gegen die Vollkommenen zeigen. Erfasset die Befehle eures Herrn. [216] Der Listige gleicht einer Grube, die in List verdeckt ist. Der Ungerechte gleicht einem Granatapfel, der von aufen ein prangen- 30 des Gesicht zeigt, doch im Innern voll Schimmel ist’). Der Falscher gleicht dem Vogel, dem Vogeltier, der seine Genossen in das Garn bringt, alle seine Freunde in den Tod wirft’). Der Liigner gleicht dem Feinde, der sich als Freund ausgibt, * der jegliches Recht kennt”’) und der seine Stimme senkt. 35 Der Betriiger gleicht dem riiuberischen Meere, das die Schiffe, die auf ihm sind, raubt. Der Boise gleicht dem bitteren Baume, der Friichte mit totlichem Gift hervorbringt, an dem keine guten Friichte sind. 1) Lies pS. *) Vel. Zeitschrift fiir Semitistik IL (1924), p. 180. 5) Vel. auch Lit. 218, 2f.. *) Lies NMYOD Flom pny xyes wdadypa Fray asp 5. 5*) Diese Worte sind vielleicht zu streichen. 216, 7—217, 6 Der Siinder Siebentes Buch. 917 _ gleicht einem Brunnen, der stinkendes Wasser hervor- sprudein laBt, der Gift und Bitteres hervorsprudeln laBt. Der Verworrene gleicht dem Kotziegel, der in Wasser geworfen ist. Je mehr du nach ihm suchst, desto stirker wird die Triibung. Der Harte weich wird. gleicht dem Kiesel, der durch alle Feuchtigkeit nicht Der Narr gleicht dem Felsstiicke. Mag es auf dich, mag es unter dich fallen, es stindigt an dir. Der Hochmiitige gleicht der priachtigen Platane, die mit ihrem Laube prangt, jedoch ihrem Herrn keine Friichte bringt und schenkt. Der Empérer gleicht dem geheizten Ofen, der weder hat’). GNM ee eins Der Bittere*) gleicht der Aloé, die in Honig fallt und ihn verdirbt. Der Wiiterich gleicht dem lodernden Feuer, das der Wind dahintrigt. Der Weise, Der Weise, Der Weise, elittet ist. Der Weise, Der Weise, Der Weise, Der Weise, schmiickt ist. Der Weise, Der Weise, Der Weise, versehen wird. Der Weise, der unordentlich ist, ist wie ein Haus ohne Dach. der ohne Ordnung ist, ist wie eine Edeldame ohne Kleid. der unbescheiden ist, ist wie ein Spiegel, der nicht ge- der unordentlich ist, ist wie ein Pferd ohne Sattel. der unfreundlich ist, ist wie eine Speise ohne Geschmack. der nicht schweigen kann, ist wie ein Heer ohne Konig. der unvollkommen ist, ist wie eine Tafel, die nicht ge- dessen Worte unrichtig sind, ist wie ein Haus ohne Tiir. der nicht recht ist, ist wie ein FluB ohne Miindung. der sich nicht fiirchtet, ist wie ein Landstiick, das nicht der nicht vorsichtig ist, ist wie em Schiff ohne Schiffer. Wenn der Weise es tibermibig ist’), ist seme Stimme niedergehalten, [217] seine Worte heiter, sein Gang ruhig, und sein Gru kommt zuvor. Wenn der Tor es tibermifig ist, ist seine Stimme itiberlaut, seine Worte aufgeregt, wenn er geht, geht er auflehnerisch einher, und beim Grugbe griift er mit den Fingerspitzen. ; Wenn der Weise es iibermafig ist, ist seine Rede richtig, und er ist ein Helfer in allen schénen Dingen. Wenn der Tor es iibermifig ist, ist seine Rede verlogen, und er ist ein Helfer in allen bésen Dingen. Wenn der Weise es vollkommen ist, ist seine Rede gerade in allen 1) Siehe zu dieser Stelle Joh. II, p. 162°. 2) Der Text hat NV ND. NOLDEKE liest Gram. p. 374, 6 NWN, vielleicht aus Versehen. %) Dies ist wohl hier und in den folgenden Siatzen der Sinn der Worte 7." “TD, nicht etwa ,wenn er in Uberfluf lebt‘, siche auch Néld., p. 463m. uw 30 218 é Rechter Teil. 217, 6—218, 2 Abmachungen, die er trifft, und sein Siegelring ist gegenwirtig ’). Beim Weisen ist fiir alle Vollkommenen die Wohnung hergerichtet und die Tafel bereitet. Wenn der Tor es tibermiBig ist, rechnet er mit dem Munde eine 5 Rechnung des Frevels vor und reicht mit den Hianden Obolen und Halb- drachmen dar’). Wenn du mit dem Weisen einen Rechtsstreit hast, so laBt er von selbst das Recht gewihren und la®t deine Werke in Ruhe und Frieden hingehen. 10 Wenn du mit dem Toren einen Rechtsstreit hast, so ist seine Rede durchbohrend, seine Stimme hart, und er li®t seinen Hals ans Schwert kommen. Der Weise kommt nicht zur Freude, weil er an Eigenes und Fremdes denkt. Der Tor hat die Schlinge um den Hals und tanzt dabei. 15 Wenn du mit einem guten Weisen sprichst, sat er in dich gute, tugend- hafte Werke. Wenn du dich an einen Toren wendest, wirst du hirter als Stein. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie ein Stein, der durch Ol nicht weich wird. 20 Die Worte des Weisen an den Toren sind wie ein Spiegel fiir den Blinden. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Regen auf schlechtem Boden. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie weife Kleider fiir den 25 Glasbliser°). Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Schuhe fiir den Walker. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Balsamil fiir den Fischer‘). Die Worte des Weisen an den Toren sind wie ein Prachtgewand fiir den Gerber. 30 Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Perlen fiir eine Sau. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie eine Jungfrau fiir den Verschnittenen. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Feuerkohlen in Wasser. Die Worte des Weisen an den Toren sind wie Freudenboten fiir den 35 [218] Stocktauben. Lat du den Toren hungrig, so beschimpft er dich mit allen Tor- heiten. Sittigst du den Toren, so nimm und empfange von ihm unrechtes Gemurre. : *) Er ist bereit, seine Abmachungen durch den Siegelaufdruck zu bekraftigen. 2) Gibt minderwertiges Geld. *) Der sie doch gleich beschmutzt. *) Die Fischer haben einen tiblen Geruch, siehe Joh. II, p. 146. FRAENKEL’s Auf- fassung der Worte Zeitschrift fiir Assyriologie XX (1906—1907), p. 448 ob. scheint mir nicht richtig. 218, 2—219, 2 Siebentes Buch. 919 fod Der Weise, der sagt: ich brauche mich von den Toren nicht fernzu- halten, ist der Erste unter allen Toren und ganz unweise. Der Tor, der schweigt, wird zu den Weisen gezihlt. Wer nicht dein Freund ist, den weihe nicht in deine Handlungen ein. Wessen Herz nicht sanft und nicht demiitig ist’), den siehe nicht als Edlen an. Wer anderen nicht Unrecht tut, braucht nicht zum ProzeB zu gehen. Wer ausruft*) und selbst nicht handelt, gleicht dem Schlauch und dem Eimer, der einem anderen Wasser fiillt und zu trinken gibt. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht einem Manne, der von haBlicher Gestalt ist und Gemilde malt, wihrend er sich selber nicht schén machen kann. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Walker, der das Kleid des Kénigs gebleicht hat und dem man es dann wegnimmt. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Tauben, der alle Gesinge und Lieder nicht hdrt. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Baumeister, der fiir sich selber keinen Bau auffiihrt. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Schlifer, der schlift und im Traume seinen Feind titet. Wenn er vom Schlafe aufwacht, hat er nichts getan. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Girtner, der sich selber keinen Kranz windet. Wer ausruft und selbst nicht handelt, gleicht dem Richter, der nicht sich selber, sondern nur anderen Recht spricht. Wehe denen, die ausrufen und selbst nicht handeln, die anders reden und anders handeln. Von aufen zeigen sie die Abzeichen des Glaubens, und in ihrem Innern sind sie ginzlich verdorben. Denn sie wissen nicht, was sie tun. Wer den Willen seines Herrn nicht tut, dem ist der Tod niher als das Leben. Die Vollkommenen sind diejenigen, die ausriefen, hérten und handelten, die nicht Ltigen strafen, was ihr Mund spricht. Dies ist die Rede iiber die Weisen, die Jahja, der Sohn des Zakhria, in Jerusalem, der Stadt der Juden, lehrte und offenbarte. Jawar-Ziwa, er [219] und alle seine Helfer, machten ihn siegreich. Das Leben ist siegreich iiber alle Werke. 1) Leid. hat PINOND) TINY. 2) Wer mahnend ruft, predigt, nicht ,liest*, wie Nold., p. 368 ob. NINP iibersetzt. [eat i ie) 20 Nv aw 30 35 — Achtes Buch. Versuche der Raha, die Glaubigen zu verfiihren; Warnungen und Ermahnungen Manda dHaijé’s. Im Namen des grofen, fremden Lebens werde ein Siindenerlasser zu- teil mir NN, meiner Gattin NN, meinem Vater NN, meiner Mutter NN’). ur Im Namen des grofen, fremden Lebens. Erhére mich, mein Vater, erhére mich, erhebe mich, Grofer, Sohn des gewaltigen (Lebens), unser Vater, Sohn des Lebens’). 10 Dies ist das Mysterium, die Schrift und die Belehrung, womit Manda dHaije die Mianner von erprobter Gerechtigkeit und alle Staimme Adams belehrte. Als Adam und sein Weib Hawwa da waren, stieg Ruha dQudsa zur unteren Erde Sufath*) und zu den unteren Abaddons der Finsternis hinab. 15 Ruha brachte vom Dew Zamur Schmutz und Menstrualblut und band es Hawwa an die Hiiften. Sie sprach: ,Tage, Monate, Stunden, Augenblicke und Zeiten sollen kommen, in denen die Manner von erprobter Gerechtig- keit getétet und (hier) gehemmt werden, so daf keiner von ihnen zum Licht emporsteigt. Nur Hibil-Ziwa wird emporsteigen, um Erleuchtung und 20 Lobpreisung vom Lichte herzubringen.“ Dieses Mysterium rief aus*) und ersann Ruha. Doch da kam Hibil- Ziwa, erhob den weifien Olivenstab, schlug auf das Wasser und sprach: Hine Zeit, aber auch eine Unterbrechung sei fiir das, was Rtha ausgerufen und ersonnen hat. Am zehnten Tage, am fiinfzehnten Tage, am zwanzigsten Tage, am (vollen) Monat, im halben Monat*) sollen die Manner von er- probter Gerechtigkeit nicht getétet und gehemmt werden.“ i) uw *) In AC stehen hier noch die Worte: der diese gute Tat vollbracht hat. NBN ist wohl Singular und bezieht sich auf den Mann, der die Schrift hat abschreiben lassen. *) Anfang des Gedichtes Lit., p. 147, LXXX. Siehe auch den Anfang des zweiten Stiickes des folgenden Buches. eyoiche Joh ll pma4 3s 4) Siehe p. 324; >) Es scheint mir, daf die Zihlungen so aufzufassen sind. Uber diese Art der Zahlung bei Monatstagen, besonders aus dem Phinizischen bekannt, siche COOKE, A Text-Book of 219, 22—221, 3 Achtes Buch. 294 “<= Alsdann sprach Jorabba zu Ruha: ,Fir alles, was du geschaffen hast, setzt Manda dHaijée*) eine Unterbrechung an.“ Da sprach Raha zu Jorabba: »lis gibt etwas, das ich schaffen will, wodurch alle Welten gefangen ge- nommen und die Jiinger abtriinnig werden sollen.“ Darauf ging Ruha und schuf die Pauke, Gesang, Gastmihler und Ab- fall, sie schuf [220] Hérner und Biltre, wodurch alle Welten gefangen werden. Dann ging sie hin, trat vor Manda dHaije und sprach zu ihm: »lch will sieben Teile essen und du if einen Teil, und an dem Teile, den du ift, will ich auch einen Anteil haben.“ Da erwiderte ihr Manda dHaije: ,O du Blinde, blind im Herzen, Mangel- hafte, deren Augen das Licht nicht schauen. Wie willst du sieben Teile essen und ich einen Teil, und warum sollst du einen Anteil an dem Teile haben, den ich esse?“ Darauf erwiderte sie ihm: ,,Mir gehiren*) die Nagorier, die im Besitze von Geld und Gut Hochmut annehmen, die bei Gesang, Harfenspiel und Fléte Wein trinken, die bei Gastmihlern sitzen, wihrend der Boden vor ihnen erschiittert wird*), die in meine Gefangenschaft geraten, deinen Namen, Manda dHaije, nicht nennen, kein Almosen geben und keine Wohltat tiben. Sie bringe ich schon in dieser Welt zu Falle und stiirze sie in die Marter dieser Welt.“ Da sprach Manda dHaije zu ihr: ,Die so handeln, mégen in deiner Skina untergebracht werden. Wenn ich Uthras schaffen will, schaffe ich sie aus dem grofien, weifen Jordan des Lebens.“ Manda dHaije ruft den Jiingern zu und spricht zu ihnen: ,Euch rufe ich zu, ihr Séhne, die ich groB gezogen habe. Huch rufe ich zu, ihr Pflanzen, die ich aus der Mitte der Volker, Grenzen und Zungen geschaffen habe. Meine Séhne! Lasset euch durch meine Rede anspornen, damit ihr nicht in der heulenden Finsternis zuriickgehalten werdet. Denn ich sporne euch an und mache euch standhaft in dieser Welt. Denn ich wei in meinem Sinne, da6B, je mehr das Zeitalter ab- nimmt, desto mehr die Bosheit euch bedriickt*). Ihr jedoch verharret in Gradheit vor mir, damit ich euch aus der Verfolgung der sieben Planeten erlise. Gebet Almosen, rufet den Ruf des Lebens, bekleidet mit Kleidern und umbhiillet mit Hiillen. Wenn es einen Nagorder gibt, der nicht das ganze Almosen geben kann, so gebe er das halbe Almosen. Er strecke seine Hinde [221] in Ku&ta vor mich hin, und ich werde es ihm auf der Lichterde voll anrechnen.“ Ferner belehre ich euch, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit, tiber alles, was bei Jorabba ist, und iiber die Uthras, die bei ihm sind: Z’hir und North-Semitic Inscriptions, p. 55. Bei der Auffassung ,in zehn Tagen, in vierzehn Tagen“ usw. ergibt sich kein passender Sinn. 1) Manda dHaijé ist hier mit Hibil-Ziwa identifiziert wie auch sonst. 2) Lies sony. 3) Beim Tanze; wir wiirden sagen ,unter ihnen*. 4) Siehe auch R 229, 18; 284, 19. No as was ut bo Wa 922 Rechter Teil. | 221, 3222, 8 Zihrin, B’hir und Bihrin, Tar und Tarwan, Sar und Sarwan, Nsab und © Anan-Nsab, tiber den jugendlichen Knaben, der vor ihm in seinem Wagen sitzt’), und tiber die zwei Lichtbinden, die ihm um das Haupt gelegt sind; der Name der einen ist Zihan, der Name der anderen Z’ha-Zihan. Jorabba spricht zu ihnen: ,,Wer vermag den Ruf des Lebens, der von jeher erténte, zu iiberwinden?“ Und zur Ruha spricht Jorabba: ,,Noch ertént der Ruf des Lebens in der Tibil. Noch dringt mir der Ruf des Lebens ins Ohr. So lange der Ruf des Lebens in der Tibil ertént, hore ich das Gemurre des Hibil-Ziwa.“ Doch ich sage: ,Noch ist Hibil-Ziwa aus seem Zeitalter nicht geschieden. “ Ferner erklire ich euch, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit: ,Jedesmal, da ein Kampf auf der Lichterde stattfindet und die Luft*) in der Welt aufleuchtet, verstehet es wohl in eurem Sinne: euretwegen kimpfen Finsternis und Licht miteinander und zeigt er*) Merkmale und Zeichen am Firmament. Fiirchtet euch nicht vor ihm.“ Ferner erklire ich euch, ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit: ,Sichert euch selber, eure Sdhne, eure Frauen, eure Nachkommen, euer Brot und euer Wasser, und ihr brauchet ihn nicht zu fiirchten. Denn noch sind der groBe Jordan des Lebens und Silmai und Nidbai hier. -Denn wiren diese Hiiter nicht hier, ........ *) die Erde Tibil, so geliinge es Jorabba, sie und das Firmament iibereinander zu stiirzen, wie ein Schiff, das auf dem Wasser fibrt’). Ja, dreimal am Tage richtet er einen Ruf an die Sonne aus dem Hause des Abathur. Einmal beim Gebete des Morgen- erauens, einmal beim Gebete der siebenten Stunde, einmal beim Gebete des Abends*). [222] Lasset euch belehren und fiirchtet ihn nicht. Wenn ihr vom Schlafe aufstehet und das Gebet verrichten wollet, so tuet es, wenn ein Schimmer des Glanzes sichtbar wird. Dann betet in der siebenten Stunde. Dann, wenn ihr das Abendgebet verrichten wollet, ver- richtet es, so lange die Strahlen noch dastehn. Der Mann, der die Strahlen zudeckt, nimmt auch eure Gebete in Empfang und bewahrt sie im Schatz- hause des gewaltigen Lebens. Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, elton den Minnern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich. *) Siehe die Vorbemerkung zum zweiten Stiick des neunten Buches. *) Siehe oben, p. 15’. 5) D. h. Jorabba. *) Statt NONT ONION (siehe Text 180,15) muf etwas anderes dagestanden haben. °) Lies wp dy5. *) Ohne damit Erfolg zu haben. Neuntes Buch. Im Namen des grofen Lebens werde ein Siindenerlasser zuteil mir NN und meiner Gattin NN. Erstes Sttick. Die Schrift wird ,Der Umsturz der sieben Sterne‘ genannt. Sie enthalt eine scharfe Polemik gegen die fremden Religionen, die in den triibsten Farben geschildert werden. Man findet darin alle die Scheuflichkeiten und Schmutzereien aufgezahlt, die von alters her dic verschiedenen Religionen sich gegenseitig vorwerfen. Die falschen Religionen werden von den sieben Planeten hergeleitet (vgl. auch p. 134ff.), daher die Benennung der Schrift. Mit besonderer Gehassigkeit wird der christlichen Sekten gedacht. Auf Nerig, den blutigen Mars, wird Abdallah, wie hier Mohammed, Abdallahs Sohn, genannt wird, und die kriegerischen Muslims zuriickgefiihrt, siehe Joh. Il, p. 50*. Die Angaben iiber diese bieten keine sicheren Anhaltspunkte fiir eine genauere Bestimmung der Abfassungszeit, doch weisen sie auf eine Zeit reger Kimpfe im ‘Iraq, vielleicht auch auf anhaltende Kimpfe zwischen den Byzantinern und Muslims hin (vgl. p. 231,14). Dies paft fiir die Omaijadenzeit und die altere Abbassiden- zeit. Die Schrift mag dem achten Jahrhundert angehéren. Dies ist das Mysterium und die Schrift und der Umsturz’) der sieben Sterne“, die Manda dHaije auf der Erde Tibil offenbarte und lehrte. Er gab sie Hibil, Sitil und Ano’, und Hibil, Sitil und Ano’ gaben sie denen, die ihren Namen lieben. Er’) offenbarte ihnen iiber die Mysterien und Vergehen der sieben Planeten und den ersten Anhang, den Kewan vor allen Sternen des Zornes unter den Sthnen des groBen Stammes des Lebens gewonnen hat*). Er schuf eine Hiille*) und verkehrte das Zeichen. Er 1) Lies NOON INP »vom Umsturz‘? NOD xqws NOON IND bezeichnet eben den Inhalt bezw. den Titel der Schrift. 2) Es bezieht sich auf Manda dHaijé oder auf Hibil, Sitil und Ands, die 6fter als Hin- heit angesehen werden. 8) Kéwan-Saturn wird sonst vielfach als Gott der Juden angeschen; hier wird das asketische Christentum auf ihn zuriickgefiihrt, sieche auch p. 29, 10; 47, 11. 4) Damit ist wohl der rauhe Mantel der Ménche und Anachoreten gemeint. _ oO 5 20 uw Io — ul 20 25 25 224 Rechter Teil. 222, 17—2238, 22 sandte Liigenpropheten aus, er legte ihnen das Kreuz der Finsternis auf die linke Schulter und nahm sie aus ihren Hausern gefangen. Er erschien ihnen in der Gestalt des Gesandten und nannte sich den Herrn der Herren, den Gott, der am Himmel und auf der Erde Wunderwerke zeigt. Er lies sich auf den Fastern und Fasterinnen nieder, er macht die Manner zu Ménchen und die Frauen zu Nonnen und 1a6t sich auf ihnen nieder. Damonen, Dews und Liliths legen sich zu ihnen, aus den Weibern kommen miannliche Dews, aus den Minnern kommen weibliche Liliths. Sie packen die Kérper, téten sie und holen so die Seelen aus dem Korper [223] zur Unzeit. Sie lehren sie eine Weisheit der Liige, sie nehmen eine Lichtgestalt an, eignen sich die Rede des fremden Mannes an, halten liignerische Reden und errichten ein Mysterienhaus, in dem sie ihre Kulte feiern. Sie legen sich zueinander, nehmen den Samen, mischen Wasser vom Jordan mit [Wasser aus?] dem Ozean, frisches und altes’), nehmen...... *) von allen Menschenkindern, machen es gleich dem Pihta des fremden Mannes und hemmen so ihre Seelen. Einem jeden von ihnen, der stirbt, tun sie Blut, Schmutz und..... *) von schwarzem Wasser und Ol in den Mund. Gleich meinen Jiingern veranstalten sie fiir sich eine Totenmesse und Gedenkfeier. Sie nennen sich Propheten der Liige. Sie erlegen ihnen ein Fasten von vier Tagen, acht Tagen, zwanzig Tagen mit Schweigen auf. Er (Kewan) erlegt ihnen ein Fasten von fiinfzig und ein- undsechzig Tagen auf. Die Manner von erprobter Gerechtigkeit seien davor bewahrt, da die Hand des Kéwan, der Ruha, des Christus und der sieben Planeten die Ge- walt tiber sie erhalte. Auch ihr, meine Jiinger, enthietet den ,,Propheten“ keinen GruB und reichet ihnen nicht die Hand. Denn wihrend sie noch in ihrem Koérper weilen, vertrocknet ihre Seele, und ihr Same wird vom Hause des Lebens abgeschnitten. Uber jeden Jiinger, der ihnen einen Gru entbietet, kommt der Zorn vom Leben. Wohlan, ich sprach zu euch von Kewan und dem Anhange, den er unter den Sihnen des groBen Stammes des Lebens gewonnen hat‘). Sie leiden Hunger mehr als eine Schlange und diirsten nach Wasser mehr als eine Ameise. Wenn ihr Geist stirbt, erlischt er wie Asche, und ihre Seele stirbt wie Feuerkohlen. Wohlan, ich sprach zu euch von Kewan und dem Anhange, den er *) Es ist zweifelhaft, ob die hier gegebene Ergiinzung und Auffassung der Worte richtig ist. Sie setzt voraus, daf NP MANA NOMINT pl. m. mit Beziehung auf Ny sind. Die meisten Handschriften haben jedoch S*MP MNT) (auch Leid.). Dieses ist fem. sing., und danach wire auch N° NN als fem. sing. aufzufassen, wie es auch Néld., p. 154,11 tut. Die beiden Worte miiSten dann Attribute zu RMD sein. Dies wire dann die Substanz, mit der sie das Jordanwasser mischen, wobei es sich aber nicht erkliren lieBe. In SMD ein Gefifi zu sehen, in dem sie die Mischung vornehmen, verbietet die Bezeichnung ,neu und alt‘. 2) Statt NPNONTNP? hat ein Wort dagestanden, das eine Substanz nannte, aus der sie das Pihta bereiten. 5) Siehe oben, p. 120°. *) Der Satz steht nachher noch einmal; an dieser Stelle ist er wohl zu streichen. 223, 22—224, 18 Neuntes Buch. Erstes Stiick. 995 gewonnen hat. Er und der Anhang, den er gewonnen, nehmen ein Ende am Tage des Endes. Nun will ich euch von Sami sprechen und dem An- hange, den er gewonnen. Von ihm sind die Jazuqiier’) ausgegangen. Sie machen sich mir, dem fremden Manne, gleich. Sie binden sich ihre Bursums’) wie Kreuze auf die Schultern. Sie nennen den Namen [224] Jesu. Gleich meinem, des fremden Mannes, Pihta und Mambuga nehmen sie das Wasqa; gleich der Totenmesse richten sie das Drona her*). Wasser und Feuer verehren sie gar sehr. Sie essen vom Toten und sagen, dai Gott ihn getétet habe. Sie schlafen bei ihren Miittern und Téchtern. Sie erlegen sich Schweigen auf. Sie nehmen Kleider menstruierender Frauen, bekleiden sich und bedecken sich damit und sagen: wir verunreinigen uns nicht. Sie kennen ihre eigenen Tollheiten nicht. Wenn ihre Weiber ihre Embryonen aus dem Leibe abtreiben, ziehen sie ihnen die Haut ab, stellen sie an sieben Brunnen auf, sprengen Tier- harn tiber sie und waschen sie mit einem Flederwisch ab‘). Von der Pforte der Jazuqier geht die Pforte der Juden aus. Sie steigen iibereinander, beschneiden sich und bestreichen sich mit den Hinden das Gesicht’). Sie nehmen das Blut der Beschneidung und Wasser und spritzen es sich ins Gesicht. Das Zugerichtete, wovon sie essen, besprengen sie mit jenem Blute. Sie nennen sich Juden, weil sie gestindigt haben, und Gescheite, weil sie gescheitert sind°). Wenn ihr Geist dahinstirbt’), ver- brennt man sie im lodernden Feuer. Von den beschnittenen, nichtswiirdigen Juden gehen alle Vélker und Pforten der Finsternis hervor. Sie beschmutzen und beflecken sich mit ihrem eigenen Schmutz und Menstrualblut. Wer ihre Werke iibt, ist fiir das Haus des Lebens ungeeignet. Wer von ihrer Speise ift, dessen Augen 2) siehe oben, p. 135%. 2) Es sind die baresma, die heiligen Stibe der Parsen. 3) Wasgé als kultische Speise der Parsen wird auch in der Vita des heiligen Giwargis bei HOFFMANN, Ausztige aus syrischen Akten persischer Martyrer, p.96 genannt. Die Stelle ist zu tibersetzen: ,,er gab ihm Wasqa zur Zeit des Mahles.“ Das Wort ist sicher . persisch, doch konnte mir ANDREAS keine Erklarung dafiir geben; HOFFMANN’s Erklarung sei unméglich. Beim Syrer wird auSerdem S55 genannt, d.h. draona, drén, das geweihte Brot der Parsen (siche HAUG, Essays on the Parsis*, p. 407, auch BRANDT, Rel., p. 203), und hier ist sicher NIW73Y zu NII abzuaindern. Freilich entspricht dieses mehr dem Pihta. 4) Siehe zu dieser Stelle NOLDEKE, Archiv ftir Religionswissenschaft VII (1904), p. 341f. NOLDEKE halt die Lesung N72. statt ~~ fir bedenklich, hat aber tibersehen, dah Codd. AD tatsichlich diese Lesung bieten. Auch Leid. hat sie. NOLDEKE erinnert an den Rinderharn (Gaomaeza) im zoroastrischen Ritual. RDN) ist wohl NDI »Eliigel“, obwohl das Mandaische sonst dafiir ND7N3 hat, siche Néld., p. 77+. 5) Siehe oben, p. 25, 12. o) Nu oNDDOND gibt oy awn wieder, doch bedeutet S:DDN im Mandiischen ,,tiricht, siindhaft handeln“. Von den o> wn ist schon im AT. die Rede, vgl. besonders Dan. 11, 33, 35, doch ist das Wort namentlich in neuerer Zeit als Bezeichnung fiir die Aufgeklarten unter den Juden gebrauchlich. 2) Lies NPN TD. Lidzbarski, Ginza. 15 Io 15 20 25 wt TO 15 N wt 226 Rechter Teil. 994 18225, 19 schauen nicht das Licht. Wer ihnen Freundschaft bezeigt, stirbt emes zweiten Todes. Ich spreche zu euch, meine Jiinger, und belehre euch tiber jegliches Ding. Alles, was ihr von den Markten und Strafen heimbringet, waschet mit Wasser und esset es dann. Wer es nicht abwischt und ift, wird auf Hisgeriten gepeinigt werden. Wohlan, ich habe euch iiber die Pforte der Juden belehrt; nun will ich euch von der Pforte des Sternes Libat (Venus) sagen, der andersartig als alle iibrigen Sterne ist. Von ihr ging Ehebruch, Unzucht und Hurerei hervor. Von ihr gingen dreihundertundsechzig Gesinge und Schindlichkeiten *) her- vor, [225] entstehen bose Geister. Sie veranstalten Gastmahler und Gesinge und werfen Gefangenschaft tiber jeden Ort. Sie verfertigen Pauken und Harfen und geben Wollust, Gefangenschaft und Gesang den ,,Erwihlten“’) der Ruha. Diese hingen Pauken um ihre Schultern, nehmen Gesang und Fléten in den Mund und sprechen damit in schwerem Zorn. Weiber und Manner, GroBe und Kleine geraten dadurch in Glut und Hitze und reiben sich auf. Wollust umkleidet sie, und sie stiirzen sich in Tanz. Die Hmurthas des Nerig setzen sich in der Gestalt von Affen auf ihre Schultern, lassen sie in Tanz hiipfen und werfen sie in Feuerspalten’). Sie umhiillen sie mit Zauberei und Wollust, sie werden vom Mysterium der Trunkenheit gefangen und wissen nicht, was sie tun. Dann kam eine andere Pforte heraus, die Mnunier*) genannt wird. Sie bekleiden sich mit Rosen, bedecken sich mit Rosen und legen sich Krinze der Unzucht und Hurerei ums Haupt. Ihre Brust ist ihnen entbloKt fiir Verfehlungen, ihre Seite ihnen aufgeschlitzt zur Schande. Sie nehmen die Menschenkinder gefangen und bringen sie zu Falle. Sie werden der Block der heldenhaften Manner und der verschlammte Klumpen’) genannt. Die Wesen werden durch sie getiétet und gehemmt. Sie treiben Zauber mit dem ganzen Stamme der Seelen. Durch Zauberei und hifliche Werke nehmen sie die Minner aus ihren Hiusern gefangen, holen sie von ihren Frauen weg und werfen sie in schwere Pein. Sie werden ,,die Erwihlten“ 1) wxdp ist hier wohl in diesem Sinne aufzufassen, nicht im Sinne ,,Schlingen“, was es auch bedeuten kann, siehe Joh. II, p. 50°. *) Mit N23, einer kultischen Speise der Heiden (siehe oben, p. 211), kann dieses NYD°} nichts zu tun haben. Es ist vielleicht aus syrisch N°} ,,die Erwihlten“ entstellt. Siehe auch Z. 31. Pa *) Der Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle; es ist nicht klar, was damit ge- meint ist. *) Oder Minuniier (NYNIID, RVNIIND). Es kénnte aus RNPMINY Manichier entstellt sein, doch ist von diesen spater die Rede. An die jiidischen O°) darf man wohl auch nicht >) NIDNWID findet sich. nur an dieser Stelle. Es gehért wohl zu SID w ,Schlamm“, siehe Joh. II, p. 524, Der Ausdruck SJDNWY NOD mag von den Mandiern’so verstanden worden sein, doch ist damit wohl eine fremde kultische Bezeichnung persifliert. 225, 19—226, 20 Neuntes Buch. Erstes Stiick. 997 der Raha und Christi genannt. Sie fiihren Gefangene weg, schleppen Beute fort und sprechen den Namen des Todes aus’). Sie bringen heim und ver- kaufen, und sie erwerben viel Geld und Gut. Wenn ihr Geist stirbt, kommen sie aus den Schlingen, Banden*) und Ketten nicht heraus, und sie sterben eines zweiten Todes. Sie werfen Wollust und Gesang der Liige aus, und die Welten und Generationen werden bei ihnen gefangen. Sie sinken in den Schlund des Hengstes hinab’). Wohlan, ich erziéhlte euch von der Pforte der Libat, von den Taten, die sie in der Welt vollbracht, und von den Sakramenten, den sieben [226] ersten Sakramenten*). Sie téten einen Judenknaben, nehmen von seem Blut, backen es in Brot und reichen es ihnen als Speise. Sie triu- feln Menstrualblut einer hurenden Nonne in Wein und geben ihn ihnen aus einem Becher zu trinken. Der Blick der Menschenkinder darf nicht auf sie fallen, und sie lassen sie nicht zuschauen. Sie verdrehen die Werke des fremden Mannes. Sie graben ein Becken in die Erde ein, stehlen Wasser aus dem Jordan, kochen es mit Feuer, giefen es in das Becken und lassen Manner und Frauen splitternackt hinabsteigen. Sie taufen sie im Wasser und geben ihnen von jenem Wasser zu trinken. Sie sprechen iiber sie den Namen des Todes, den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. Sie taufen sie und sprechen dabei den Namen Christi - tiber sie. Dann kommt ein anderes Mysterium, welches das Sakrament der Eselin mit vier Beinen genannt wird. Am Orte, an dem es ausgesandt wird, sehen sie es mit ihren Augen’). Es wird das schmutzige Sakrament senannt, durch das der ganze Stamm der Seelen gehemmt wird. Zu ihnen gehéren Ehelose und ,Heilige“, denen der Same itiber die Beine hinab- lauft und die ihre Kinder im Leibe téten. Sie werden Ehelose und »Heilige“ genannt, die gefesselt in den Wachthausern dastehn miissen. Aus ihnen gehen die Ménche und Nonnen hervor, die in das grofe Suf-Meer versinken. Sie nennen sich selige Manner und selige Frauen, weil ihre Seele in die heulende Finsternis versinkt °). Dann gibt es eine andere Pforte, die sich den Kopf abschaben, aus einem Klotze einen Gott bilden und ihn anbeten. Sie malen die Gotter in ihren Hausern, und sie, ihre Sdhne und Téchter beten sie an. Sie schlagen 1) An Stelle des ,,Lebens“ der Mander, siehe auch Z.19. Kaum 195 ,,des Toten“ (a. h. Christus) trotz p. 229, 8. *) Siehe oben, p. 104°. 8) Nach Joh. 180,10 (II, 178) ,néhern sich die unwiirdigen Frauen dem Schlunde des Hengstes. Weiterhin heift es, daf der Name dieses Hengstes Ur, Herr der Finsternis, sei. Von demselben Hengst ist vielleicht auch in einem unklaren Zusammenhange R 338,17 die Rede. 4) Hier stehen noch die Worte NN NONTINDN, die sinnlos sind. Vielleicht ist WONITNDN aus PONIN verderbs und die Worte NAM PSN DN filschlich aus Text Z. 24 hierher geraten. 5) Es wird nicht im Verborgenen geiibt? Siehe oben, Z. 13. ®) Im Mandiaischen ein Wortspiel. Lom 30 wm Io 15 20 25 35 228 Rechter Teil. 226, 21—227, 22 die Klapper und treiben Werke der Zauberei, (After)weisheit und Verachtlich- keit. Sie liegen bei der Frau wahrend der Menstruation und nennen es die Hoffnung des Hauses der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus. Ruha spricht zu ihnen: ,Haltet sie nicht fiir unrein, denn es besteht (tiber sie) kein Verbot fiir euch.“ Ferner spricht Ruha zu ihnen: ,,Ein jeder, dem Vater und Mutter oder der erstgeborene Sohn, der ihm teuer ist, stirbt: setzet sie in eurem Hause bei und [227] schaffet ihn nicht von euch weg.“ Sie sagt ihnen ferner ein anderes Mysterium: ,Einen jeden Philo- sophen, Katholikos, Metropoliten, Bischof, Presbyter und Diakon, der unter euch stirbt, setzet in der Kirche bei, verehret sie und betet fiir sie’) und bringet sie aus eurem Bethause nicht heraus. Auch jeden Visitator, Scho- laren(?), Vigilienpriester, der von euch scheidet, der in den Wundertaten Christi unterrichtet ist, setzet im Altarraume bei und haltet ihn nicht fiir unrein.“ Ich will euch von einer anderen Pforte erzihlen, von dem Sakrament des Tempels’), das im Herzen der Menschen brennt und in ihrem Sinne eliiht: Sieben ,,Selige“ kommen zusammen, schlafen bei emem Weibe, werfen Samen in sie, und sie wird von ihnen schwanger. Alsdann nach sieben Monaten schlagen sie auf sie ein und lassen sie abortieren*). Dann nehmen sie den Fétus mit der Nachgeburt, dem Blut, dem Kot und der Menstruation und bereiten aus dem Mark das Ol der Benediktion. Jenes Mysterium kochen sie in Wasser und von den Knochen stellen sie ...... “*) des Sakra- mentes her. Jenes [Sakrament] backen sie mit Mehl und Butter’), tun Zauberei und Geilheit hinein, und es wird das Sakrament der Hostie ge- nannt, das in den Herzen und Sinnen brennt‘). Ein jeder, der davon iBt, kann sein Antlitz zum Hause des Lebens nicht emporrichten und bleibt vor den Welten und Generationen verborgen. Ich will euch von einer anderen Pforte erziihlen, die unter dem Stamme der Seelen ihr Unwesen treibt. Aus ihr sind die Ménche und Nonnen hervorgegangen. Auf den Bergen, Héhen und Feldern irren sie umher, und mit ihrer Gestalt gleichen sie den Dimonen. Splitternackt gehen sie um- her, und mit ihrem Haar gleichen sie den stinkenden Ziegenbicken. Ihre Gestalt ist hiBlicher als die Nacht und fiirchterlicher als die heulende Dunkelheit. Man nennt sie Anachoreten. Sie weiden Griinkraut ab’), und von den 1) Das steht da, nicht ,,betet sie an“. *) Hier steht der Ausdruck S"WINPD MOD, der fiir den Tempel in Jerusalem ge- braucht wird. 8) Siehe zu pp3 Joh. Il, p. 136° ‘) Das Wort N°1)1d steht nur an dieser Stelle. Es scheint zu 44 »triiben’’ zu gehéren. 5) So ist hier vielleicht nom), arab. hulasa, nach dessen Hauptsinn im Arabischen aufzufassen. ®) Hier wird auf den Doppelsinn des syrischen gmurta, das »Kohle“ und ,,Hostie“ be- deutet, angespielt. *) Auch einen jeden, der zu den Kindern des grofen Stammes des Lebens gehért und aus ihrer Lehre und ihrem Buche lernt, stiirzt er in jenen grofen Ort der Finsternis hinab. Ferner: Die auf die Jagd gehen und Fleisch der Jagd und Tétung essen, deren Seele wird durch Schwert und Sibel hingerafft werden. Alle Frauen, [231] die sich mit Schleppkleidern*) und Brokatstoffen aus Gold und Silber kleiden’), werden unter Kesseln gefangen gehalten werden. Sie o soapdw) NM INW ist an dieser Stelle zu streichen. Hs ist aus Text Z. 13 oder 231,25 hierhergeraten. Siehe auch p. 282, 11. 2) Das soll wohl heifen: sie bestimmen selber ihr Geschick und verwerfen die Planeten als Lenker des Geschickes, vel. p. 13, 28. 8) Der Text ist nicht in Ordnung, siehe die Parallelstelle 233, 1, wo der Text auch ent- stellt ist. Mit den ,,Seelen“ kénnen nur Mandier gemeint sein. 4) Bezeichnet wohl das christliche Byzanz. 5) Das eingeklammerte Stiick ist nachher wiederholt und steht dort an der richtigen Stelle. 6) Der Sinn des nur an dieser Stelle yorkommenden Wortes ist nur nach der Bedeu- tung von yhw ,,ziehen, herausziehen, hinziehen“ erraten. Das fiir einige seiner Bedeutungen wohl aus dem Aramiiischen entlehnte arabische sémmzt bedeutet unter anderem: der untere tiber den Mantel herausragende und sichtbare Teil des Rockes; der auf Schulter und Brust herab- hangende Teil des Turbans; ein iiber den Hinterteil des Pferdes herabhingender Schutzpanzer, dann auch ein ungefiittertes Gewand und ein Gewand aus Baumwolle. 2) Leid. hat “wand. wn = fe) a) 5 30 un to wn 932 Rechter Teil. 231, 2232, 1 werden eines zweiten Todes sterben und zum Hause des Lebens nicht emporsteigen. Wohlan, ich habe euch iiber die Pforte des Bel belehrt und iiber die Werke, die er in der Welt geiibet. Nun will ich euch tiber Sin (den Mond) und iiber den Ruf, den er ausgerufen, belehren. Von ihm gehen die Juden, die Abortis und Abgiinge aus, die aussitzigen Manner und Frauen. Er ver- iibt Biéses in der ganzen Tibil samt und sonders. Er nimmt zu und nimmt ab, er erhdht und erniedrigt, er bringt in die Hohe und stiirzt in die Tiefe ’). Er schneidet Ma® und Zahl ab’). Er verdirbt die Jahre und veritibt Béses an den Tagen, Monaten und Jahren. Er verfiihrt den ganzen Stamm der Seelen. Hurerische, stinkende Hmurthas kommen heraus und lassen sich auf Frauen und Miannern nieder. Sie werden Baiwazigh*) genannt und waschen sich mit Wasser‘). Sie stellen einen Priester*) an ihre Spitze, schlafen bei ihm, tun Samen in ihn, nehmen jenes Mysterium, backen es in einem Kuchen, nehmen es an einer Grenzstelle°), schworen einander und offenbaren es einander nicht. Sie werden auch Abortts und Abginge ge- nannt. Wie sie handeln, handelt man an ihnen. Méanner und Frauen, die von jenem Mysterium essen, finden keine Linderung und Heilung, und ihre Augen schauen nicht das Licht. Wohlan, ich habe euch iiber die Pforte belehrt, die Sin geschaffen, tiber die Werke, die er in der Welt veriibt, und itiber die Verfehlungen, zu denen er den Stamm der Seelen verfiihrt hat’). Sie verfiihrten diesen und teilten ihn in verschiedene Parteien. Uber diese Pforte habe ich euch belehrt, meine Jiinger, sowie tiber die Verfehlungen, die er (Sin) in der Welt veriibt hat. Nun will ich euch iiber die Pforte belehren, die Nerig gegriindet hat, der Abdallah der Araber genannt wird, von dem die sieben Gestalten des Zornes hervorgegangen sind. Der Stamm der Seelen wird durch ihn getitet, und die ganze Tibil wird unter seinen Thron gebeugt. Von ihm kam die Geifel, sie fressen Herrschermacht und tiben das Kénigtum aus. Sie ziehen Schwert und Sibel [232] und vergiefien das Blut der Sdhne Adams. Sie bringen Beute heim 1) Er wirkt entsprechend seiner eigenen Zu- und Abnahme. *) Er verkiirzt das festgesetzte Lebensalter. *) Zu JINVNI schreibt mir ANDREAS: ,,Das Wort ist iranisch namentlich wegen der Schlufsilbe, die das mitteliranische Adjektivsuffix zy, alter éy ist, doch lat sich die Bedeu- tung des Wortes nicht mit Sicherheit bestimmen. Die beiden Anfangssilben sind ein Kom- positum, dessen Vorderglied baz, dz die siidwestiranische jiingere Form des alteren day ,,Gott“ ist. Das Hinterglied eoaz lift verschiedene Deutungen zu. Es kann edz ,, Wort“ sein, dann ware baiwaziy einer, der zum. Gotteswort in Beziehung steht, oder waz wird als das iranische aN EH NL eae vaija Krag < genommen, dann ist baiwaziy einer, dem Gottes- genschaft zugeschrieben wird. Méglich wire aber auch, dai daéwaz ein Personen- name ist, dann wire ein daiwdzty der Anhinger eines Mannes Namens Baiwaz.“ *) Es ist unsicher, ob mit CD }»ND) zu lesen ist. FMND) AB paft nicht. >) Auch oben, p. 224, 8 ist von unnatiirlich gebirenden Mannern die Rede. °) Die fiir Zauberhandlungen besonders geeignet ist. *) Leid. hat SMNwW>; siehe auch oben, p. 24, 28. 232, 2—233, 11 Neuntes Buch. Erstes Stiick. 933 und schleppen Gefangene fort, [sie verkaufen,]*) was sie mit ihrem Golde nicht gekauft, mit ihrem Silber nicht erhandelt und mit ihrem Gut nicht erworben haben. Sie rauben den Sohn von der Mutter, den Mann von der Gatti, den Vater vom Sohne und nehmen ihnen Starke und Stahl *) ae Ldie Menschen sind nicht imstande sich von ihnen zu retten, sie weinen, heulen und zerflieBen in Trénen. Tagtiglich fiihren sie Krieg und vergieBen Blut, und Verfolgung trifft den ganzen Stamm der Seelen und das groke Ge- schlecht des Lebens. Unaufhérlich bedriicken sie sie und sagen: wir wollen sie von dieser Welt vertilgen. Brot essen sie mit dem Schwert. Je mehr das Zeitalter abnimmt, desto mehr bedriickt sie die Bosheit. Alle Volker, Grenzen und Zungen beten sie an. Auch Seelen vom grofen Stamme des Lebens schlieBen sich ihnen an. Sie fallen vom Namen des Lebens ab und verehren sie. Sie sagen sich von Manda dHaijée los und bekennen sich zu Abdallah dem Araber und dem heiligen Geiste, der ihnen das Mysterium des Todes offenbart hat. Sie gehen hin und fluchen dem Namen des Lebens. Aller Schimpf und Schmutz ist von ihnen ausgegangen, und sie beschimpfen den Namen des Lebens, Hin jeder, der vom grofien Stamme des Lebens ist und hingeht, den Araber anbetet, wird keme Linderung finden. Weil sie das Zeichen verdreht haben, sollen sie auf einem Eisgeriite getétet werden. Auch alle Hmurthas, die von ihm hervorgegangen sind, lassen sich auf den Sklaven und Sklavinnen des Abdallah nieder. Diese erheben einen Ruf, beten ein falsches Gebet und lassen es zum Firmament emporsteigen. Sie lerten emnander und schmihen die sieben Planeten. Nerig spricht zu ihnen: »Es gibt keinen Gott, der vornehmer und gréfer als ich wire.“ Er bringt ununterbrochen Schwert, Sabel, Krieg, Mord, Hunger, Pein, Kampf und Verfolgung gegen seine Briider. In der ganzen Tibil bringt er tiglich Kriegsgetiimmel unter sie. Alle [233] Seelen, die dem Araber Abdallah ent- gegentreten(?)*), bekimpfen sie mit Schwert, Feuer und Flamme. Tag- taglich zieht Ruha zum Kampf aus und fiihrt Krieg mit Nerig. Sie spricht zu ihm: ,Ieh habe dir das Buch und die Rede gegeben und das Mysterium 3 des Todes dir offenbart. Ich habe dir Geifel und Herrschermacht, Rede und Erhérung verliehen. Ich sagte dir, dafi alles Licht fiir dich aufgehen werde. Du erklirst deinen Anbetern: ,Wohlan, ich werde euch zum Para- diese emporheben, zum Orte, zu dem eure Augen voller Hoffnung empor- schauen‘, dabei stiirzest du sie in die untere Seol. Du betérst sie durch GeiBel und Herrschermacht, Gold und Silber, dann stiirzest du sie in die untere Seol und bedriickest sie mit Gerait, FuSblock, Folter, Qual, Fesse- lung und Marter. Ich sprach zu dir: Sagtest du nicht: ,Ich bin der kraft- volle Gott. Ich werde euch das Licht zeigen, werde euch Ol und Honig zu essen geben, werde euch mit prachtvollen Gewindern bekleiden, werde 1) Siehe R 256, 4. *) Auch im Mandaischen eine Alliteration. nnd 7 ist wohl syrisch helltha ,,Scheide“, siehe auch R 256, 9 und Lit., p. 182. 8) Siehe oben, p. 231, 13. ul loa! e) Nd ° 10 2 2 3 wt ie) wut. {e} Q34 Rechter Teil. 233, 12—234, 13 euch jegliche Annehmlichkeit gewihren, und ihr werdet Gutes finden. Es gibt keinen Gott, der stirker wire als ich. Ich will euch schéne Frauen geben‘? Warum bedriickest du sie jetzt mit Gert, FuBblock, Folter, Qual, Fesselung und Marter und richtest sie nach einem rechtlosen Rechte? Die Diener des fremden Mannes, gegen die wir das Schwert geztickt haben, sind jetzt zu den oberen Lichtwelten emporgestiegen, wahrend wir hier in der Finsternis und dem schwarzen Wasser abgeschnitten sind und weder Linderung noch Seligkeit finden.“ Der Araber Abdallah spricht zu seinen Dienern und allen Pforten, die sich zu ihm bekannt haben: ,,Als ich euch mit dem grofen Raubzug be- tért, die ganze Tibil euch unterworfen, GeiSel und Herrschermacht euch ver- lichen, die ganze Gottheit unter euch gebeugt und alle Vélker, Grenzen und Zungen ausgepliindert habe, da habe ich und meine Mutter Ruha euch ge- meinsam betiért. Ich sagte mir: ,So wird am letzten Tage mir, dem grofien Qados*), meinem Vater, von dem ich gezeugt wurde, und meinem Vater Leviathan eine Mahlzeit bereit stehen*). [234] Wohlan, sehet, wie alle Pla- neten keine Macht gleich euch hatten und die Diener der Planeten, meiner Briider, euch nicht gewachsen waren und keine Herrschermacht gleich euch besafen. Jetzt, am grofen Gerichtstage, findet ihr bei mir keine Aus- knit?) Weel sich euch mith gis *) und Honig gespeiset, ihr euch mit wohlriechenden Krinzen, Blumen und Gewiirzen verzirteltet, ich euch in kostbaren Gewindern einhergehen, zwischen Himmel und Erde im Zornes- wagen umherfahren lie}, euch zu fetten Widdern machte, soll euch niemand jetzt aus meinen Hinden befreien und erlésen und zum Lichte empor- bringen.“ Ich habe euch tiber alle Pforten der. Planeten und alle Torheiten be- lehrt. GenieBet nicht ihre Speise. Eure Hinde sollen sich nicht mit Blut beflecken. Ktisset kemen ungetauften Mund. Gelobt sei das Leben und Manda dHaije. Das Leben ist siegreich tiber alle Werke, und siegreich ist die Gemeinde der Nasorier. Und das Leben ist siegreich. Zweites Stiick. Auf Befehl des grofen, gewaltigen Mana wird yon den Sédhnen des ersten Lebens®) aus dem Piriawis-Jordan ein jugendliches Wesen geschaffen, das ,,der jugendliche Knabe“, *) Dem Gotte der Juden, siehe oben, p. 25, 8. *) Der Verfasser des Stiickes hat wohl einmal davon gehért, dafi am jiingsten Tage der Leviathan zu einer Mahlzeit verwandt werden soll, und hat es auf diese Weise verdreht. 5) Kann ich euch nicht helfen. *) Das Wort nopdy findet sich nur an dieser Stelle. Oben steht »Ol und Honig“. a sonst findet sich NWEYT) NWD: Cod. Sab. Paris. 15, f. 45b,19; Oxf. Rolle F, Z. 1238, ®) Oder vom Leben selber, siehe p. 2364. 234, 14—235, 1 Neuntes Buch. Zweites Stiick. 935 »der gerechte, grofe Hinzige genannt wird. — Als gittliches Kind genof im ausgehenden Altertum Harpokrates besondere Beliebtheit und wurde weit tiber seine agyptische Heimat hinaus verehrt. Semitisch ist die Vorstellumg vom Morgenstern, dem vor der Sonne einher- gehenden kleineren Gestirn, als Knaben, dem puwer Phosphorus, siche ZDMG XXXII (1878), p. 565; ROSCHER’s Lexikon I, 1, col. 743 und Ditlef NIELSEN, Der dreieinige Gott I, p. 122f., 232f. Beachtet man nun, wie oben p. 222,2 der jugendliche Knabe vor Jorabba, der mit Samif, der Sonne, identifiziert wird, auf dessen Wagen sitzt, so michte man in der Tat diesen Knaben auf den pwer Phosphorus zuriickfiihren. Der ,,jugendliche Knabe“ fiihrt Lit., p. 229, 2; 264, 4 den Namen JROD AN, der sich nicht erkliren lift. Andererseits wird R 242,10f. Hibil so genannt, siehe auch Lit. 248,9. Daf Manda dHaijé, als er die Taufe empfangen wollte, dem Johannes als kleiner Knabe Noy Nd erschien, sahen wir oben. Lit. 24, 2 fmden wir einen RvYoy ytdby mit dem merkwiirdigen Namen pyopanpy und R 374, 18 eine ,,Wolke Spy dap. Die Benennung des Knaben und seines Vaters ,,der Hinzige ist wohl soviel wie der Eingeborene. Die Bezeichnung eines Gottes als Hinzig oder Hingeboren findet sich auch bei den Phoniziern: *leov$ bei Philo Byblius, siche BAUDISSIN, Adonis und Hsmun, p. 89. Der Ocods provoyevyis spielt besonders bei den Orphikern eine Rolle und ist von ihnen zu den Gno- stikern und in die johanneische Christologie gedrungen, siche WOBBERMIN, Religionsgeschicht- liche Studien, p. 114ff. Den groSen, gerechten Hinzigen und seinen ebenso benannten Sohn finden wir auch am Anfange des elften Buches. SIOUFFI nennt unter den héheren Wesen p. 40, 46 einen Lahdoyo-Rabbo-Zadiko. — Siehe zu dem Stiicke auch Brandt, Rel., p. 29f. Im Namen des groBen Lebens. Erhére mich, mein Vater, erhére mich, erhebe mich, Grofer, Sohn des gewaltigen (Lebens), unser Vater, Sohn des Lebens’). Dies ist das Mysterium und das Buch vom Glanze, der im Mana lo- dert, aus dem die Strahlen des Glanzes hervorgingen, aus dem die inneren Jordane kamen. Von ihnen, jenen’) Jordanen, kam der Jordan, der Grobite unter allen Jordanen. Von jenem Jordan sonderte sich ab und ging her- vor die grofe, verborgene, erste Nitubta*), (aus der der Herr der Grobe, der GréBte unter allen Uthras, der Vater aller Kundigen,>*) aus, der der eroBe, gerechte Einzige, entstand, aus dem die hervorragenden’) Sohne des ersten Lebens entstanden, die dastehen und in Lobpreis jenen grofien, ge- waltigen Mana verehren und preisen. Er sprach zu ihnen: ,,Auf, ziehet hinaus zum Piriawis-Jordan und zu den Wogen des Wassers, ersinnet [235] und rufet hervor einen Sohn, dessen Gestalt nicht vergeht, in dem 1) Siehe auch p, 220. *) Lies }13 statt 71D). 3) Hine andere Form fiir Nitufta, siehe oben, p. 155+. 4) Dieser, im iibrigen unvollstindige Satz ist wohl eingeschoben, Vom Herrn der GréBe ist in diesem Stiicke sonst nicht die Rede. Der grofe, gerechte Hinzige ist identisch mit dem grofen, gewaltigen Mana. 5) RVRWMD, siehe oben, p. 215%. HH 5 >) wn 2) at No ut 236 Rechter Teil. 235, 1—23 kein (bises) Sinnen ist, der vielmehr sanft, bescheiden ), schweigsam und gefillig ist, der den Uthras, den Séhnen des Lichtes, gleicht.“ Sobald ich das Wort zu ihnen gesprochen’), erhoben sie sich in Lob- preis, verneigten sich, priesen, verherrlichten, segneten ihn und sprachen zu ihm: ,Was du sprichst, tritt in Kraft.“ Sie erhoben sich, zogen zum Piriawis-Jordan und zu den Wogen des Wassers hinaus, sie ersannen und riefen hervor den einzigen Sohn, dessen Gestalt nicht vergeht, in dem kein (béses) Sinnen ist, den grofien, gerechten Einzigen, der aus dem grofen, gerechten Einzigen hervorging, den das Leben durch sein Wort schuf. Jetzt stand fest, weswegen es schuf”). Das erste Leben‘) erhob sich dann, verneigte sich und pries jenen eroBen, gewaltigen Mana und sprach zu ihm’): ,Ich habe emen einzigen, groBen, gerechten Sohn ersonnen und hervorgerufen, der aus dem grofien, gerechten Einzigen hervorging.“ Dann sprach er zu ihm (zum Leben): ,Geh, bekleide ihn mit einem Gewande°) des Glanzes und bedecke ihn mit guten, reinen Turbanen des Lichtes. “ Da kam es, bekleidete ihn mit Gewindern des Glanzes, bedeckte ihn mit guten, reinen Turbanen des Lichtes und sprach zu ihm: ,,Auf, steig empor und schaue deinen Vater, der an seinem Orte thront.“ Darauf sprach er zu ihm: ,Es gibt emen, der gréfer ist als du und zu dessen Rechten und Linken zahlreiche Lichtwesen stehen.“ — ,Auf“, sprach es zu ihm, »schaue die Skina in der Skina*. — Da ist die Skina,“ erwiderte er ihm, »von der du mir gesprochen hast‘. Alsdann kam heraus ein Bote, dessen Name Adakas-Malala ist, vom grofen, gewaltigen Mana her und sprach zu ihm: ,,Was ist dein Name?“ Doch er wahrte Schweigen. Zum zweiten Male fragte er ihn und sprach zu ihm: »Was ist dem Name?“ Doch er wahrte Schweigen. Zum dritten Male fragte er ihn und sprach zu ihm: ,,Was ist dein Name?“ Darauf erwiderte er ihm: ,I[ch bin der jugendliche Knabe, der gerechte, grofe Einzige.“ Da nahm er ihn, liebkoste ihn, fiihrte ihn ein, zeigte ihm die Skina in der Skina und zeigte ihm die gewaltigen Hier’) der Verborgenheit. Er schaute die Helligkeit, deren Glanz wundersam, deren Licht kostbar und 1) Higentlich ,,bediirftig“, siehe auch Noéld., p. 150°. *) Siehe Nold., p. 454, 8, auch hier, p. 144. *) Hier ist wohl eine Liicke. Vielleicht gehért ON NpPHY) noch zum vorhergehenden Satze: ,und er wurde gefestigt.‘ *) Im Folgenden ist nur vom Leben, nicht von den Sthnen des Lebens die Rede. Es ist moglich, daf auch vorher nur das Leben genannt war und die Séhne des Lebens erst von einem Manne eingefiihrt wurden, der an der Rolle, die hier dem Leben dem Mana gegentiber zugewiesen wird, Anstof nahm. BD) porwr Z. 9 und Aan) in Z. 11 sind zu vertauschen. *) Urspriinglich hat wohl hier wie weiterhin ,,Gewiinder‘ gestanden. ?) Die Schreibung yyyyn5°N findet sich auch L 26, 1; 27, 8, trotzdem ist wohl s»syad5 zu lesen, siche oben, p. 1512. 3 235, 23—287, 5 Neuntes Buch. Zweites Stiick. 937 = deren Gestalt glinzend und erhaben ist. Als er dies schaute, aingstigte er sich, erbebte und erschauerte, fiel auf sein Antlitz, betete an und pries. Darauf sprach zu ihm der Bote, dessen Name Adakas-Ziwa, ist: » Hin jeder, [236] der diese Gestalt den Menschen offenbart, die unwiirdig sind, — es gibt nichts, das endlos wire,’) — wird das Licht nicht schauen. Wer jedoch diese Gestalt im Verborgenen la8t und wahrt, wird Tag um Tag emporsteigen, den Lichtort schauen, und von meinem Glanze wird ein Teil auf ihm ruhen.“ Da sprach der jugendliche Knabe zum Boten, dessen Name Adakas- Malala ist: ,[{Ich schaute]*) den Glanz, der tiber allem Glanze, das Licht, das tiber allem Lichte steht. Wer hat mir die Blendung’) von den Augen und das Fleischstiick vom Herzen genommen? Wenn du mit dem Leben, deinem Vater, sprichst, so sage ihm nicht, was ich sage‘).“ Darauf sprach er (Adakas) zu ihm: ,Sage dem Leben, deinem Vater, daB es im eigenen Sinne sich freue und leuchte um das, was du geschaut hast.“ Alsdann stieg er (der Knabe) hinab, begab sich hin und fand das erste Leben, wie es in der eigenen Skina saB. Da sprach er zu ihm: ,Freue dich und leuchte in deinem eigenen Sinne um das, was ich geschaut.“ Das erste Leben fragte den jugendlichen Knaben: ,Was hast du geschaut?“ Da sprach er zu ihm: ,Jch schaute den Glanz, der tiber allem Glanze, und das Licht, das iiber allem Lichte steht. Ich schaute die Helligkeit, deren Glanz wundersam, deren Licht kostbar und deren Gestalt erhaben ist. In grofer Zahl stehen ihr tausend mal tausend Lichtwesen zur Rechten und zehntausend mal zehntausend Lichtwesen zur Linken.“ Da stand das erste Leben samt seiner eigenen Skina’) auf und richtete Gebet und Lobpreis an ihn‘). Die Stimme und der Ruf stieg zum grofen, gewaltigen Mana empor. Als der grofe, gewaltige Mana jene Stimme und 5 eal oO Q ie) to wn jenen Ruf vernahm, stand er auf und schuf tausend mal tausend Licht- ~ wesen zu seiner Rechten und zehntausend mal zehntausend Lichtwesen zu seiner Linken. Der grofe, gewaltige Mana sprach dann zu jenem Boten, der vor ihm steht: ,,.Wo ist der jugendliche Knabe? Man hole ihn vor mich.“ Da erwiderte er ihm: ,,Wenn du sprichst, tritt es in Kraft.“ Er ging dann vom Lichtkonig’) fort, trat vor das erste Leben [237] und sprach zu ihm: ,,Wo ist der jugendliche Knabe? Wohin ist der gerechte, groBe Hinzige gegangen?“ Da erwiderte ihm das erste Leben: ,Er ging zu den anderen, Lichtwelten, die hervorgerufen, aber nicht gut hergerichtet sind. Sie schickten ihn hin und verpflichteten ihn iiber sie, dafi er sie gut herrichte.“ Da sprach er zum Leben: ,Man hole ihn eiligst.“ Da brachte es ihn, nahm ihn und fiihrte ihn vor ihn hinein. Dabei verbeugte ich 1) Siehe p. 75°. 2) Siehe weiterhin. 3) Vgl. Néld., p. 147, 6. 4) Lies RIINONG. 5) Vel Litexp. 4%. 6) An den grofen, gewaltigen Mana. 7) Ein jiingerer Einsatz an Stelle des grofen, gewaltigen Mana, siehe auch p. 235, 30. Uo ° unt I fe) 15 238 Rechter Teil. 237, 5—18 “ae mich’), pries ihn und sprach zu ihm: ,,Gesegnet sei der Ort, von dem du kamest. Gepriesen, verherrlicht und gefestigt sei der Mann, der dich ge- schickt und gesandt hat.“ Er (der Bote) faBte ihn bei der Flache seiner rechten Hand, hob ihn empor und brachte ihn vor den grofen, gewaltigen Mana. Als dieser ihn erblickte, liebkoste und kii®te er ihn und sprach zu ihm: ,,Geh und sprich zu den Nasoriiern, die in der Welt der Finsternis und im schwarzen Wasser zuriickgelassen sind: Ein jeder Nasoraer, der sich selber das Ku&ta reicht gleich dem grofen, gewaltigen Mana, der bei seiner eigenen Taufe die Hand hinstreckte, als er keinen Genossen hatte, wird keinerlei Anteil*) am Hause des Lebens haben*). Uber einen jeden Nasoraer, der sitzend das Pihta be- reitet, wird Verdammnis, Schlag und Plage aus dem Hause des Lebens kommen‘). Vielmehr stehe er lange, lange da und bereite es, und dann sitze er reichlich, reichlich und ruhe aus.“ Das Leben wird gepriesen im Lichte, das endlos ist, das Leben ist siegreich, und siegreich ist Jawar-Ziwa und seine Freunde. 1) Der jugendliche Knabe spricht. vein PID) steckt jedenfalls ND. Aber PID) ist wohl keine Verschreibung, sondern persia) pron eine Redensart, in der N33) an PRIN angepaht wurde. 3) Man soll vielmehr einen Priester hinzuziehen. 4) Siehe auch Lit., p. 70, 8f. GE, Zehntes Buch. Diese Schrift fiihrt den Titel ,,Das Buch vom Glanze, der im Pihta lodert‘:. Ihr In- halt ist wieder die Urschépfung. Am Anfange wohnte der erste Mana im Pihta. Das erste Leben, iiber dessen Beziehungen zum Mana nichts gesagt ist, war aus sich selber entstanden. Wie im dritten Buche schafft es einen Sohn, den Zweiten, der seinerseits Sdhne hervorruft. Diese wollen Welten schaffen. Das Leben beauftragt Jozataq Manda dHaijé, jenem Plane zuvorzukommen. Der weitere Verlauf ist durch eine Liicke (p. 242) unterbrochen. Nach Wiederaufnahme des Textes erfahren wir, dai Ptahil eine Welt gebildet habe und nun daran gehe, Adam und Hawwa zu schaffen. Er wirft in sie eine Art Geist (Af)9), die Planeten etwas von ihrem Mysterium, doch vermégen sie nicht, sie auf die Beine zu bringen. Das Folgende ist aus zwei verschiedenen Darstellungen zusammengesetzt, in die noch andere Stiicke eingefiigt sind, und seine Teile widersprechen sich stellenweise. Nach der einen Quelle war Hibil herabgesandt, um Adam und Hawwa zu beleben und fiir sie zu sorgen. Nach der anderen war Adakas, der verborgene Adam, hier dessen Seele, in Adam und Hawwa gedrungen und hatte ihnen erst das rechte Leben gegeben. Der Kompilator sucht an einigen Stellen die beiden Versionen zu kombinieren. Die Abweichungen in den beiden Quellen zeigen sich besonders bei der Schilderung der Herstellung des ersten Gewandes fiir Adam und Hawwa. Die Planeten treten Hibil bzw. Adakas entgegen, doch ohne Erfolg. In dem Stiicke wird Ptahil und sein Werk verworfen, doch schlieit es am Ende mit einer Recht- fertigung Ptahils. Im Namen des grofen Lebens werde Heilung, Sieghaftigkeit und ein Siindenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN,- meinem Vater NN, meiner Mutter NN und meinen Kindern NN, NN. Ferner werde ein Siindenerlasser allen Priestern und Mandiern zuteil, die in diesen Biichern Belehrung suchen. Im Namen des grofen, fremden Lebens aus [238] den Lichtwelten, des erhabenen, das iiber allen Werken steht. Dies ist das Mysterium und das Buch vom Glanze, der im Pihta lo- dert*), das in seinem eigenen Glanze’) leuchtete und in seinem Lichte grofs war. Jener erste Mana weilte, schuf und wohnte darin. Es glaubte an den 1) Siehe auch p. 235, 26. - *) Leid. hat NWN AyD ,,in seinem reichen Glanze.* ol 5 N ° wa ife) 15 20 25 30 35 240 . Rechter Teil. — 238, 4—239, 10 Mana, der darin weilte, es glaubte an den Glanz und das Licht, das darin war, es glaubte an den Mana, der darin weilte, dessen Name Sarhabel ist. Glanz kam aus dem Pihta heraus, Licht legte sich tiber das Pihta und kam aus ihm heraus. Er’) nannte sich Spro8, Glanz und Licht, dessen Glanz, dessen Licht von sich aus lodert. Das Tanna ergliihte, das Tanna schmolz, in dem er war’). Als er tiber dem Tanna loderte, entstanden die Mambu- gas*), entstand die Gemeinschaftlichkeit*), die ohne Unterbrechung ist. Es entstand die Gemeinschaft mit dem Leben, das Leben nahm seinen Wohn- sitz, das Leben stellte sich in den Quellen des Wassers auf, die sich daraus ergossen. Mit seinem Gebete betete es zu sich selber*), in denen*) es war, in denen es wuchs. Durch sie wurde erhellt und gefestigt, in ihrem Glanze nahm Platz der Name der lebendigen Lehre, mit dem er sich bekleidete und durch den er gefestigt wurde, sowie der Name des Glanzes und des Lichtes, das darin lodert. Es (das Leben) nahm von sich selber Kusta an, eine Kusta, die von jeher war, die am Uranfange geschaffen war. Das Leben glaubte daran, es war in seiner eigenen Taufe, es glaubte an die eigene Kusta, es nahm sie aus der eigenen Hand, es kiifite die (eigene) Rechte und sprach zu sich: ,.Ich bin der erste Taufer, der an die Kusta und diese Taufe glaubte. Ein jeder, der zu mir hilt, an meine Kuta und diese meine Taufe glaubt, wird in die Gemeinschaft mit mir eingehen und in meiner Skina Platz finden.“ Es ward die Skina des Lebens, die iiber dem Wasser und dem lebenden Feuer ist. Es sprach: ,Ich bin das Leben, das aus sich selber wurde, aus seinem eigenen Glanze wurde. Es bildete sich aus seiner Ge- stalt und stand dort bei sich [239] im Verborgenen’).“ Sein Glanz leuchtete daraus heraus, sein Licht war grofi, das es tiber seinem Glanze und Lichte reichlich schuf. Sein eigenes Licht wurde trefflich hergerichtet. Das Leben ersann in seinem Innern, im eigenen Gebilde*), das Leben stellte sich im Verborgenen hin, um einen Sohn zu schaffen und ihn zum Genossen fiir sich zu machen. Das Leben wufte, dafi der Sohn, den es zu schaffen im Sinne hatte, Sdhne schaffen werde, daB die Séhne, die er schiife, ihm raten wiirden, andere Welten zu schaffen, ihm, den das Leben aus seinem eigenen Herzen sich als Stiitze geschaffen, als sein Abbild hingestellt und in der Skina hat wohnen lassen, daf er in Zukunft an andere Welten schreiten werde. Alsdann schuf es*) einen Sohn, machte ihn sich zum Genossen, stellte ihn im Jordan lebenden Wassers auf, das vom Leben kam, reichte ihm 1) Oder Hs; es bezieht sich auf ,,Glanz‘‘ wie auf ,,Licht*“. *) Siehe p. 151°. 5) Siehe p. 197. *) Unter den Glaubigen, siehe Lit., p. 13°. 5) Siehe p. 664. S) Bezieht sich wohl auf die Quellen. *) PROD ist hier intransitiv, vgl. Joh. I, p. 66%. Freilich paBt dann ON? nicht, wofiir wohl ON? oder })WONP zu lesen ist, ebenso Text 239, 3. Im lbrigen ist es nicht ganz sicher, wo die Rede aufhort. 8) Siehe Joh. II, p. 66%, hier p. 146°. *) Hier steht, wie auch sonst Ofter, irrtiimlich der Singular mit Beziehung auf NYT. 239, 10—240, 14 Zehntes Buch. O41 KuSta, bekleidete ihn mit einem Teile seines Glanzes, bedeckte ihn mit einem Teile seines Lichtes und lief ihn bei sich in seiner Skina jenseits des lebenden Feuers Platz nehmen. Der Sohn, den es geschaffen, plante, fiir sich Sdéhne zu schaffen. Ep schuf Sohne, bekleidete sie mit einigen von seinen Gewiindern, bedeckte sie mit einigen von seinen Hiillen, lie® sie in seiner Skina zu seiner Rechten und Linken Platz nehmen und reichte ihnen Kuita. Die Sthne, die er schuf, planten, andere Welten zu schaffen, und sprachen: ,Wir wollen uns Welten’) schaffen gleich denen dieses Hauses des Lebens.“ Sie traten dann vor ihren hohen Vater, den Zweiten®), und sprachen zu ihm: ,Gewihre uns, daB wir hingehen und andere Welten schaffen, dir eine Pflanzung gleich der dieses Hauses des Lebens pflanzen, eine Pflanzung pflanzen und Welten bauen*) und schaffen, gleich wie die Sthne des Heils geschaffen und gebildet wurden.“ Ihr Vater gewihrte ihnen aus dem Verborgenen, und sein Erst- geborener, der Zweite, und seine Briider gaben es einem der Sdhne des Heils, dem altesten Bruder unter ihnen, die*) nach dem Bilde der Sihne des Heils geschaffen waren®). Er gab ihm®*) Wasser und lebendes Feuer und sprach zu ihm: ,,Geh, schaffe Welten gleich den Séhnen des Heils, wie du es [240] im Hause des Lebens gesehen hast.“ Das Leben sann bei sich nach und sprach so zu Manda dHaije, der Jozataq Manda dHaije genannt wird. Es sprach zu ihm: ,Gewihre der Formung das Abbild der Herrlichkeit’) «++» ....“ Da erwiderte ihm Manda dHaije: ,Du hast mich geschaffen und gefestigt, und ich bin gesonnen, jener Welt zuvorzukommen, bevor sie iiber jene Welt Pline fassen *und jene Welt ordnen. Sie nannten mich den Vorderen, Ersten*), dafi ich [vorher?] in ihr den Samen sie, in ihr Stéhne schaffe, die die Séhne des grofen Stammes des Lebens genannt werden sollen. Ich will vorher von meinen Stammen hinsenden, die das Leben mir gewéhret. Es rief mich, es spornte mich iiber sie an und schuf mir [Stimme]*), daB sie den Ruf des Lebens rufen, der wundersamer als die Welt ist, und sich von der Welt der Finsternis fern halten.“ Manda dHaije sprach: ,Ich will hier friiher, als jene Welt entsteht, sie in die Gemeinschaft mit dem Leben aufnehmen; ihre *°) Skina sei im Hause des Lebens.“ 1) Lies pdx. *) Siehe oben, p. 97. 8) Leid. hat 7293). #) Lies 7195. 5) Die Stelle ist ganz unklar, wohl auch liickenhaft. Ihr Vater ist eben der Zweite. *) Lies ROINTY. 7) DaB sie gleich dem Abbild der Herrlichkeit sei? Nach p. 242,6 ist Manda dHaije selber aus dem Abbild der Herrlichkeit entstanden. Dahinter ist eine Liicke. Es stehen dann noch die Worte ,,die in die Welt der Finsternis geworfen sind, der bereit ist zu bilden hierher.“* Hier war von den Bewohnern der finsteren Welt die Rede, siehe weiterhin: 8*) Aus Z. 10. %) Erginze NONDWW, siehe Text Z. 24. 1) Lies POIIW. Lidzbarski, Ginza. 16 ww 20 unt 20 25 30 35 242 Rechter Teil. 240, 14—241, 18 Als Manda dHaije dies sagte, ktiSte es*) ihn, reichte ihm Kusta und sprach zu ihm: ,,Kusta erhalte dich heil, Guter, und erhalte heil das Wort, in dem du dich geiufert hast’). Ja, ich will von meinen Stdmmen bringen, WS ae da sie in der Welt der Finsternis nicht verurteilt werden, dai sie keine Verfehlungen begehen.“ Das Leben rief Jozataq Manda dHaije, der aus dem Abbild der Herr- lichkeit im Verborgenen entstanden war. Es rief Manda dHaije ........ aye Er wihlt, pflanzt und fiihrt zum lichten Wohnsitz empor. Diese Worte sprach er‘) zu Jozataq Manda dHaije, dann ging er hin und schuf eine Welt fiir die Séhne des Heils’). Die Formung, die der Zweite geformt hatte, gab er einem der Sthne des Heils. Er nahm sie und gab sie seinem Sohne Ptahil. Dieser kam dann und warf sie in die Welt der Finsternis. Er schuf Schépfungen und bildete Stimme auferhalb des Lebens, die des Lebens unwiirdig sind. [241] Er wurde ,des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten“*) genannt, er, der die Stémme in der Welt der Finsternis abgeschnitten hat, so daB sie abgeschnitten sind. Nachdem Ptahil jene Welt geschaffen und Stimme in ihr gebildet hatte, richtete und stellte er die Engel des Hauses‘) auf, dai sie den korper- lichen Adam und sein Weib Hawwa in jener Welt der Finsternis verehren sollen. Er schuf in ihr Berge, Meere, Vogel, wildes Getier, Fische in den Meeren, sowie Friichte, Trauben und Baume, damit er und sein Weib Hawwa essen und sich freuen sollen, damit ihn keine Betriibnis befalle. Von den Tieren, sowie den Friichten, Trauben und Baéumen werde Adam und seinem Weibe Hawwa zuteil, damit er den schénen Kérper beruhige. Nachdem Ptahil jene Welt geschaffen, baute er seinen Sohn Adam nach seiner Gestalt, und nach der Gestalt Adams wurde sein Weib Hawwa gebaut. Ptahil warf in ihn (Adam) eine Art Geist von seinem eigenen Geiste, und von den Planeten warf ein jeder in ihn etwas von seinem eigenen Mysterium. Ptahil und die Planeten, die mit ihm waren, konnten jedoch Adam und sein Weib Hawwa nicht aufrichten. Alsdann ging Ptahil zu seinem Vater Abathur, nahm einen verborgenen Mana, den man ihnen ‘*) aus dem Hause des Lebens gab, brachte ihn und warf ihn in Adam und sein Weib Hawwa. Da flog und kam ein stammbildender Uthra heran, den das Leben zu ihm gesandt hatte. Adam erhob seine Augen, Hibil warf auf ihn Glanz’), 1) Die Verba stehen wieder im Singular trotz der Beziehung auf Xv. 2) Siehe oben, p. 95, 4. *) Vier Worte ohne Sinn in diesem Zusammenhange: ,,bei Jawar sollen sie schworen (? Leid. hat 7yO3) ....“ Hier scheint auch eine grofere Liicke zu sein. *) Nach dem Folgenden ist es Abathur, von dem vorher die Rede gewesen sein mub. 5) So, siehe dagegen p. 241,13f. *) Siehe oben, p. 194, 24; 209, 34. *) Siehe oben, p. 15% 8) Abathur und Ptahil, siehe p. 109f. ; ®) So. NYY ist nicht mit Hibil zu verbinden. Auch sonst steht hier Son ohne sy. 241, 18—242. 2 Zehntes Buch. 943 Adam nieste und fragte nach dem Leben’). Ptahil und die Planeten, die mit ihm waren, sprachen zu ihm: ,Lebe, Adam!“*) Da antwortete ihnen Adam: Im Vertrauen auf den stammbildenden Uthra, der aus dem Hause des Lebens zu mir gekommen ist.“ Adam sprach ferner: ,Ich bin aus dem Hause des Lebens’) gekommen, und das Leben war [mit mir?]. Ich bin Adakas-Ziwa, der aus dem verborgenen Orte gekommen ist‘). «xx» fiel in mich und brachte mich her. Dann kommt der gute Bote mir entgegen, um mich dorthin hinauszuftihren, nach dem Orte, aus dem ich gekommen bin.“ - Alsdann offenbarte sich Hibil dem Ptahil, als dessen Gedanken sich verwirrt hatten und alle seme Werke verdorben waren. [242] Da sprach Ptahil: ,Wehe, wehe iiber meine Werke, tiber die du die Macht erhalten hast.“ Ptahil verliei dann die Welt, die er geschaffen, und ging zu seinem Vater Abathur. Abathur ziirnte auf ihn und setzte ihn in den Fufblock bis zum Ende der Welten. Dann werden Abathur und Ptahil sich gegen- seitig vergeben’). Dann erhob sich Adam, verneigte sich und pries den Mann, der ihm die Augen gedffnet und ihn auf die Fiife gestellt hatte. Adam schaute hin und sah alles, was er sah. Adam sah sein Weib Hawwa nackt, und sein Sinn schimte sich vor ihr. Dies erfuhr Hibil, da kam er zu Adam, wihrend 2 er sich vor seinem Weibe Hawwa schimte. Dann‘) schuf er Adam und seinem Weibe Hawwa ein Gewand, womit sie ihre BléBe’) bedeckten. Ein jugendlicher Knabe*) lief sich bei Hawwa nieder, waihrend Adam keusch bei ihr lebte’). Da sprach Hawwa: .,,Woher kam der jugendliche Knabe, der nicht durch eines Mannes Samen gesit wurde? Der Leib eines 2 Weibes ist nicht gewachsen, und keine Fiille war ihr? Seine Rede ist an- genehm, seme Stimme hell. Hibil bar Adam nennt man ihn, den Sohn Adams von Hawwa.“ 7 Hibil bekam einen Sohn, und sein Name war Sitil, und Sitil bekam einen Sohn, und sein Name war Andi. Alsdann gab sich Adam dem Nachsinnen hin, er sann iiber seinen Vater Ptahil nach, dartiber, was dessen Vater Abathur jenem anbefohlen hatte, und dariiber, was Hibil in den Sinn Adams und seines Weibes Hawwa gelect hatte. Adam und sein Weib Hawwa erhoben sich dann und legten das Gewand ab, womit Hibil Adam und sein Weib Hawwa bekleidet hatte, 3 die nach ihrem eigenen Bilde dem Schatze des Lebens glichen. 1) Siehe Lit., p. 551. 2) Vielleicht ist dieses ,,Lebe!‘ allgemein ein Zuruf an den Niesenden, prosit, und hier soll die Entstehung des Brauches erklirt werden. 8) Leid. hat NYT MD yd. 4) Siehe p. 109ff. 5) Kaum 7 statt NNW zu lesen: dann wird ihnen vom Leben vergeben werden. 6) Lies FXPNT) statt TNON. ?) Siehe p. 132°. 8) Leid. hat SONY NON. ®) Verschiedene Berichte iiber die Geburt Hibils sind im Folgenden nebeneinander gestellt. 16* _ oO ~) ur wn 15 20 N wi Q4A. Rechter Teil. 242, 21244 6 Als die neun Monate fiir Hawwa vollzihlig waren, kamen ihr die Wehen der Geburt. Da sagten die Welten: ,Woher kam Hibil, woher hatte Hawwa einen Sohn, der nicht aus dem Samen Adams entstanden ist? Ja, das ist ein Wunder zu nennen, das in alle Welten hinausgeht. Es ist ein Spro8, [243] der in die Tibil hinausging, sich offenbarte und in die Welt der Menschenkinder kam, Gutes fiir die Einrichtungen der Menschenkinder ’) zu schaffen und die Menschen dorthin zuriickzufiihren’), an den Ort, aus dem sie gekommmen sind.“ Dann legte sich Adam hin, gesellte sich seinem Weibe Hawwa, und. sie empfing von ihm eine doppelte Leibesfrucht, einen Mann und ein Weib. Sie war in ihrem Leibe neun Monate, nach dem, was Ptahil iiber sie ge- plant, wie sein Vater Abathur es ihm befohlen hatte. Hawwa gebar dann ein Zwillingspaar, einen Mann und ein Weib. Alsdann sprach Adakas-Mana, der aus dem verborgenen Orte ge- kommen, in Adam und sein Weib Hawwa gefallen war, Adam und sein Weib Hawwa auf die FiiBe gestellt, ihre Augen erleuchtet, dai sie sahen, ihre FiiBe «xx, da sie gingen, ihren Mund gedffnet, dafi sie aben, Adam die Macht iiber die Tiere, tiber die Friichte, Trauben und Baume, iiber die Végel und die Fische im Meer verliehen hatte, die sein Vater Ptahil ihm als Nahrung geschaffen, die er Adam zugedacht hatte, — Hibil*) sprach zu Adam: ,,Wohlan, nimm die Wolle dieser Tiere und gib sie deinem Weibe Hawwa, damit sie dir ein Gewand mache als Schmuck fiir deinen Korper und den deines Weibes Hawwa, die dein Vater Ptahil dir geschaffen.“ Da ging Adam daran, schor die Wolle von den Seiten der Tiere, gab sie seinem Weibe Hawwa, und sie machte ihm ein Gewand, wie Hibil*) es in den Sinn Adams und seines Weibes Hawwa gelegt hatte. Sie machte ein Gewand als Ehrung fiir ihren Kérper. Und er’) bereitete ihnen ein Lager und stellte ihnen eine Tafel zum Essen auf. Da gingen jene sieben Planeten umher, stellten sich hin und ersannen Geheimnis, Gewinke, Ha, Eifersucht und Zwietracht tiber ihn. Ein Ge- heimnis legte sich in ihren eigenen geheimen Sinn, das sie dann in Adam und sein Weib Hawwa warfen. Sie sprachen: ,Sie sollen nicht die Rede des fremden Mannes héren, [244] der hierher gegangen ist, und sollen seine Lehre nicht annehmen. Da wir Adam geschaffen haben, trete er hin und gehorche uns und unserem Vater Ptahil. Die Stimme Adams sollen hin- treten und uns und unseren Vater Ptahil anbeten. Er faBte Liebe zum fremden Manne, dessen Rede fremd, der Welt entfremdet ist. Manda dHaije nahm Platz in der Schatzkammer des Herzens*) Adams und in Adakas- Mana, der kam und in ihn gedrungen ist.“ ') Siehe weiter unten, p. 248°. ®) Lies S7yINM). Leid. hat NINA). *) by=75 ist hier vom Kompilator eingeschoben, siehe oben, p. 243,20. 4) Steht fiir Adakas. 5) D. h. Hibil bezw. Adakas. Hinter WOyNA) ist ein Wort wie NON ausgefallen. 6) Siehe oben, p. 162, 17. 244, 6—245, 13 Zebntes Buch. 245 Da sprach Adakas-Mana zu den Planeten und allen Welten: »Als sie mich noch nicht gebracht und in Adam und sein Weib Hawwa geworfen hatten, haben eure Mysterien Adam und sein Weib Hawwa nicht aufge- stellt, hat er durch den Geist, den Ptahil in ihn geworfen, den sein Vater ihm gegeben, dem sein Vater Abathur befohlen hatte, die Augen nicht ge- dffnet, auf den Fii®en nicht gestanden, den Mund nicht gedffnet und sprach nicht. Er hatte keine Macht iiber die Werke, die sein Vater Ptahil ihm zur Nahrung geschaffen hatte. Er lag nicht bei seinem Weibe Hawwa, und die Menschenkinder erwachten nicht in der Welt: bis ich, Adakas- Mana, aus dem verborgenen Orte kam. Von mir aus verbreiteten sich die Stimme in der Tibil. Ich war es, der den Samen in den Uterus der Weiber site. Von meinem Samen bildete sich der Fétus im Leibe der Mutter. Von mir bildeten sich die Augen, von den Augen bildete sich das Mark, vom Mark bildete sich der Kopf, vom Kopfe aus entstand das Nasenbein’). Von mir aus entstand der Mund, vom Munde aus entstand die Zunge, von der Zunge aus entstehen die ....*), von mir aus entstehen die Herzen, und von den Herzen aus entstehen die Triebe. Diese sind in den Herzen teils gute, teils schlechte. Alle Formen, die das Kind im Mutterleibe erhilt, kommen dem Kinde im Mutterleibe von mir <,vom Mysterium, das die Pla- neten, und vom Geist, den Ptahil hinemnwarf>. Ich ward das Haupt fiir 2 alle Mysterien, ich baute den Korperbau der Menschenkinder, und ich ver- breitete den Stamm der Menschenkinder in dieser Welt. [245] Sttinde ich nicht an der Spitze der Mysterien, wire ich nicht beim Kinde, so kime das Kind nicht aus dem Mutterleib heraus. Denn es lige nicht in der Macht der Mysterien und des Geistes, so ich nicht das Kind baute, ihm den Weg zeigte und es aus dem Mutterleibe herausbrichte.“ Alsdann’®) lag Adam zum zweiten Male bei seinem Weibe Hawwa, und sie gebar einen Mann und ein Weib. Bei drei Geburten, die sie von Adam hatte, waren es drei Minner und drei Weiber, von denen aus die Welt sich belebte. Ihr Name ist im Buch der Biicher niedergeschrieben und ausge- sprochen. ,Wohlan, am Anfange bin ich gekommen, dann bin ich wieder als Haupt zu den Miannern von erprobter Gerechtigkeit gekommen*). Die Planeten stehen da’) und tuscheln. Dann schmieden sie einen geheimen Plan gegen den Sohn der Glanzwesen, der hierher gegangen ist, dessen Glanz nicht von hier, dessen Licht nicht von dieser Welt war’). Die Pla- neten konnten gegen meinen Namen nichts ausrichten, da gingen sie hin und schmiedeten gegen einen anderen einen geheimen Plan.“ 1) Unsicher, siehe Néld., p. 128, 7. 2) NADY heift sonst ,,Fliigel, Arm“; das pafit hier nicht. Leid. hat NDDY. Siche auch oben, p. 133%. ) Die Rede des Adakas wird durch diesen Absatz unterbrochen. 4) Die Stelle ist verderbt; NOW ist wohl falschlich aus Z, 7 in Z. 9 wiederholt. 5) Lies NID NP. 6) Dieser Satz ist vielleicht ganz eingeschoben oder abgedndert. ut HH oO to utr Go wn ie) 15 20 946 Rechter Teil. 245, 13246, 12 »Mein Name ist: das Haupt Adakas, der verborgene Mana, der aus seinem Orte gekommen ist. Nibta (Sprof) ist unser Name’), die Welt des Gesetzes*) nennt man mich, Seele nennt man mich, den Beinamen Mana gibt man mir, Einléser der Einlésungen*) nennt man mich, Licht nennt man mich, das Stéhnen des Lebens*) ist unser Name, Tanna ist unser Name, Lebendes Feuer ist unser Name. Ich bin mein verborgener Name aus dem Hause des Lebens, ich bin Adakas-Ziwa, der aus dem verborgenen Orte gekommen ist. Mich brachten meine Briider, die Uthras, her, die Sdhne des Lichtes, meine guten Freunde, die sich von dort aufgemacht hatten. Sie wurden zu mir gesandt und brachten mich hin. Sie verhingten tiber mich den Tod aus der kérperlichen Wohnung, in der ich aufgewachsen hin. Sie bekleideten mich mit Glanz und bedeckten mich mit Licht, das mir von dort her, aus dem Hause des Lebens, gesandt war. Sie drehten mir die Stirnlocken auf dem Haupte, legten mir meine Verdienste tiber die Schul- tern’) und fiihrten mich zum Hause des Lebens hinaus.“ Dann wurde den Geistern und Seelen der Manner von erprobter Ge- rechtigkeit die Gemeinschaft (mit dem Leben) zuteil, denen, die selber ein- sichtig waren [246] und bei denen Einsicht schufen, die in dieser Welt, die voller Taéuschung und Blendwerk ist, wohnen. Adam, den Hibil belehrt und ermahnt hatte, sprach: ,Heil dem, der bei dieser Ermahnung des Hibil, Sitil und Ano’ feststeht. Die angespornten Minner, die aus dem reinen 25 30 Orte kamen und zum reinen Orte hingehen*), an denen keine Mischung mit den Siinden und Verfehlungen der Tibil ist, wurden bei ihrer eigenen Reisezehrung, die aus ihrem eigenen Wohnsitz zu ihnen gelangt ist, die ihr Vater ihnen gewihrte, aufgerichtet. Sie hatten Gewinn, keinen Verlust. Sie afen nicht vom verzehrenden Feuer dieser Welt, gaben sich damit nicht ab, taten nichts von den Werken des Ptahil in der Welt, aBen nicht von der Reisezehrung der Menschenkinder, sondern sie waren bei ihrer eigenen Reisezehrung, die aus ihrem Wohnsitz zu ihnen gelangt ist, die ihr Vater ihnen gewihrte, aufgerichtet. Die Tauschung und Schlechtigkeit der Tibil war nicht bei ihnen, niemand [von der Tibil?] begiinstigte sie’), und sie hatten mit der Tibil nichts gemein. Nein, mégen die Planeten auch gegen *) Das Suffix schwankt in dieser Aufzihlung zwischen der 1. sing. und pl., wohl schon in der urspriinglichen Fassung. 2) Unsicher, siche weiter unten, p. 248%. *) Der Ausdruck findet sich nur an dieser Stelle. Die angegebene Bedeutung (Ablei- tung von y7)) ist nicht sicher. 4) “DTI ,,Stéhnen* ist in den mandiischen Schriften hiufig (R 87,23; 88, 3; 91,1 und sonst), und NYT MNS kann kaum anders iibersetzt werden. Daf es etwa aus NT MND oder RX MND verderbt sei, glaube ich nicht. Freilich ist es unklar. was hier damit gemeint ist. ») Aus dem ,,Kranze der Siege“ oder ,,Verdienste“, siehe Joh. If, p. 2. 6) Siehe auch Lit., p. 13, 8. *) Zu der hier angenommenen Bedeutung von SOND YN vel. syrisch NONI 50] und hebr. OD Nw. 246, 12—247, 16 Zehntes Buch. 247 sie sein und die Verfolger sie mit Schwert, Feuer und Wasser’) verfolgen, so bleiben sie doch kraft ihrer Wegzehrung, ihres Gewandes und des Lichtes, das ihr Vater ihnen verliehen, siegreich, wihrend die Planeten unterliegen. [So] ihr euch an diese Worte haltet, fest bleibet, Almosen spendet und euer Herz im Glauben [verharrt], wird euch die Gemeinschaft mit dem Hause des Lebens zuteil werden; kraft der Ermahnung der drei Manner werdet ihr emporsteigen und von der Gemeinschaft mit ihnen nicht abgeschnitten werden.“ Hibil sprach zum kiérperlichen Adam: ,O du korperlicher Adam, der du dastehst und deine Séhne und Stémme ermahnest, (indem du ihnen sagest), dafi diese Welt nicht nach dem Wunsche des Lebens geschaffen wurde, mégen sie sich fest an deine Worte halten. Denn vom Leben war ihnen kein x*«x*«x«'). Diese Welt wurde durch die Verfehlungen [der Planeten] geschaffen, und die Planeten stehen da, legen sich auf den Schatz ihres Gemiites*) und verleiten die Menschenkinder zur Siinde. Wenn wir diese Welt verlassen, wenn uns die Stirnlocken gedreht werden und unsere Verdienste vor uns einhergehen, werden mit uns auch die wahrhaften und gléiubigen Manner hinausziehen, auch die Manner von erprobter Gerechtigkeit, gebildet von Fleisch und Blut, die auf unseren Ruf hérten, [247] an unserem Namen festhielten, Almosen spendeten und gliubig im Vertrauen auf uns aufrecht standen: auch sie werden emporsteigen. Da wir ihnen den Pfad ausgetreten, den Grenzstein aufgerichtet und den Weg geebnet haben, auf dem es weder Furcht noch Triibsal gibt, werden sie emporsteigen und den grofen Lichtort und den lichten Wohnsitz schauen, zu dem unsere Augen emporblicken.“ Als die Planeten und Ruha dQudsa hérten, da Hibil diese Worte an Adam und seinen Stamm richtete, als Ruha dQudsa es hérte, zerbrach sie den Schatz*) an ihrem Halse, raufte sich die Locken vom Haupte aus und sprach: ,,Lasset mich diese Welt tibernehmen.“ Da sprachen zu ihr die Planeten und die Sdéhne der Planeten’): ,..... die Menschen werden gar sehr groB, die Menschen werden gewaltig. Soweit es in unserer*) Macht steht, wollen wir handeln, denn wir sind Herren des Willens.“ Als sie so sprachen, wihrend Hibil und seine Briider die Lippen tiber sie spitzten, faBte Raha und die Planeten den Plan, den liignerischen Christus zu schaffen, damit er alle Welten zur Siinde verleite, die Welt unter den Menschen in verschiedene Gebiete und Zungen spalte und die Rede im Munde der Menschen verdrehe. 1) Hine Anspielung auf die drei Weltkatastrophen, siehe p. 27f., 45f. *) Befehl gegeben oder ahnl. 3) Ist hier gebraucht wie der ,,Schatz des Herzens‘, siehe oben, p. 162,17. 4) D. h. den wertvollen Schmuck. = nndyd yor NTN DW NID) ist eine irrtiimliche Wiederholung des vorhergehenden nodoyd. Auch NTN DW NID) ist wohl zu streichen. Das folgende npodxd steht vielleicht auch irrtiimlich da, oder es ist aus xoooy verderbt: ,,Da nicht etwa die Menschen gar sehr... . ®) Lies }NONWNDS. ba ce) iS) (2) i) wm Oo wm ut 248 Rechter Teil. 247, 16—248, 15 Als die Planeten diese Worte sprachen, befand sich Manda dHaije dort bei ihnen im Verborgenen, bei ihnen, den Planeten’). In einem Augen- blick kam er heran, richtete das Herz seiner Séhne auf und lieB es auf seiner Sttitze ruhen. Manda dHaije kam, nahm den Planeten ihren Glanz und verdeckte ihn®), nahm ihnen ihr Herz, [entfernte sie aus?] dem lebenden Feuer, mit dem sie bekleidet waren, und lie sie im verzehrenden Feuer, um Rede und Erhirung darin zu haben und Gutes darin zu ersmnen. Dann wurde es ihnen genommen. Dann wurde Christus, der Sohn der Ruha, ge- schaffen. Diese Worte des Nimisa, als er in Adam fiel’®), [248] rief ich ermah- nend und gab sie den Miannern von erprobter Gerechtigkeit: ,,Ihr Manner von erprobter Gerechtigkeit! Esset von allen Friichten und Werken, die Ptahil fiir seinen Sohn Adam geschaffen hat, sowie von der Frucht, der Traube und dem Baume, den Végeln, dem Viehgetier und den Fischen des Meeres und spendet die milde Gabe. Bevor Nimusa in Adam fiel, af Adam nichts. Nachdem jedoch Nimisa in Adam gefallen war, stand er und die Stimme, die mit ihm waren, auf und afien. Auch iiber alle Gewiirze und Friichte, die die Erde hervorbringt, sowie die wohlriechenden Blumen und Gewiirze, deren Duft dem Nimisa, der in Adam fiel, angenehm ist, sprach Ptahil, daB er an ihnen rieche und es dem Nimtsa, den er in Adam gelegt, angenehm sei. Es solle ihm und allen seinen Stémmen in dieser Welt nicht um die Friichte, Trauben und Baume, die Vigel, die Fische im Meere und das Viehgetier, Minnlein und Weiblein, die Ptahil ihm geschaffen, leid sein. Er nahm die Frucht, die Traube und den Baum, er nahm Minnlein und Weiblein von ihnen, sie lassen [Samen?] fallen und tragen Friichte. Von den Végeln, den Fischen im Meere und dem Viehgetier steigt das Mannlein auf das Weiblein, dann tragen sie und gebiren. ") Vielleicht ist das zweite NID und das folgende }1) im Sinne ,,von“ aufzufassen und zum Folgenden zu ziechen: Von ihnen den Planeten kam er. Vielleicht ist auch das zweite }\7NIND nach D zu streichen. *) Siehe auch Lit., p. 127, 8. 5) Hier ist kein Anschlufi an das Vorhergehende vorhanden. NDY355 wird R 46.6 die Thora Mosis genannt, es ist also vopos. Auch R 243,2; 245,15 kann es im Sinne VGeastas stehen, aber hier kann es diesen Sinn nicht haben, sondern hier kann hichstens die ant das Gesetz und das Leben nach dem Gesetze achtende Seele gemeint sein. Danach ist hier VvOpL0S vielleicht mit vods zusammengeworfen. Auch in der Oxforder Rolle G ist DY .S in ver- kehrtem Sinne gebraucht. Z. 173 heift es, daf die Dimonen des Nba den Kérper und ND des NN verlassen sollen, und Z. 1004 steht ND am Ende ciner Aufzihlung von Dimonen. — Die muslimischen Gelehrten fabeln von einem Namis, der mit dem Engel Ga- briel identisch sein soll, Die Auferungen gehen auf einen angeblichen Ausspruch des Waraqa b. Naufal, des Vetters der Chadiga, zurtick. Als diese zu ihm kam und ihm beunruhigt von den Anfallen und Halluzinationen Mohammeds erzihlte, erkannte er darin Au®erungen der Prophetie und sagte, auf ihn sei der Namis gekommen, der auf Moses zu ‘ornmnion neste (vgl SPRENGER, ZDMG XIII, 1859, p. 690ff.). Auch dieses Namiis hiingt zweifellos mit voLos zusammen, und auch da ist das Wort mifverstanden, aber ein Zusammenhang mit der An- wendung yon XDD) in den mandiiischen Schriften liegt kaum vor. 248, 15—24 Zehntes Buch. 949 Heil dieser Welt! Dem Ptahil-Uthra ist in ihr ein Thron errichtet, und er ist der Leiter dieser Welt, die er gebaut und geschaffen hat. Er brachte sie nicht in die Gewalt der Raha und der Planeten und lief sie nicht bei ihnen. Ruha und die Planeten verfolgten diese Welt nicht, und in ihr war keine Triibsal. Ja, Ptahil-Uthra ist fiir die Lichterde bestimmt, wihrend Ruha und die Planeten hier in dieser Welt der Finsternis abge- schnitten werden und ihre Augen das Licht nicht schauen, sie und alle ihre Geschopfe. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich ther alle Werke. Deren Vater’) sieghaft ist, sind selber sieghaft, und sieghaft sind Hibil, Sitil und Anos. Und gepriesen sei das Leben. 1) Nach WHaS CD vermute ich }\T)IN4. wal IO ut Io 15 25 30 Elites Buch. Das Buch nennt sich ,,Das Mysterium und das Buch des grofen Anos‘, was ebenso wie die ganze Hinfiihrung besser zum folgenden Stiicke paft. Im zweiten Teile des Buches ist zwar yon Anos (Ends) die Rede, aber hier wird er gerade der kleine Enos (Anos) ge- nannt. Stellenweise sieht es so aus, als ob es eine weitere Ausfiihrung zum folgenden Stiicke wire. Sein Inhalt zeigt einen solchen Mangel an Disposition und Klarheit, wie er selbst in mandiischen Schriften selten ist. Ich hatte daher die Absicht, dieses Stiick untibersetzt zu lassen. Ich entschied mich schlieflich dennoch fiir eine Wiedergabe, da es besondere sprach- liche Higentiimlichkeiten aufweist, die zeigen, dafi es in einem anderen Kreise als die son- stigen mandiischen Schriften entstanden ist. Es sind poy als Plural des Demonstrativs in dem hiufigen Ausdrucke noon roy NDI ,,diese drei Manner‘ (nur noch R 286, 22), die Priposition Oy ,,mit‘, die Wendung ) NYAPI oder ) NTI mit folgendem Partizip, INDY NOW) statt NOMWY) ANDY (doch auch R 296, 5), die zweite bezw. dritte Person Pl. Impertf. mit ausgehendem ) statt }}, so IPMN 257, 14, WAyd 251, 5, YONPN3 251, 12, das archaische MAP WINN 262, 7. Bei der Erzihlung von den Weltkatastrophen kannte der Verfasser eine Darstellung, die uns sonst unbekannt ist. Am Anfange des Buches ist wie oben, p. 235f., vom Eingeborenen die Rede, der aus sich selber entstanden ist (povoyevys und abdtodurs), der einen gleichen Sohn schafft. In un- klarer Darstellung wird von. der Geburt weiterer drei Séhne erzihlt. Der Einzige wird auf- gefordert, fiir die drei Uthras, seine Briider, zu sorgen. Die drei Uthras sind im Folgenden bald Hibil, Sitil und Ands, bald wird Hibil von ihnen getrennt. An die Stelle des einzigen Sohnes wird dann Manda dHaijé eingefiihrt. Daran kniipfen sich Ermahnungen Manda dHaijés an die Gliubigen, der die drei Uthras als Vorbilder hinstellt. P. 256, 24 kniipft wieder an 253 ob. an. Der Vordere, Erste spricht zu den drei Uthras und schickt sie in diese Welt, um den Seelen der Gliubigen beizustehen. Die Planeten treten ihnen entgegen, und sie versuchen besonders Hibil zu umgarnen. Ihre Versuche bleiben ohne Erfolg. Sie fassen nun den Plan, den ganzen Stamm zu vernichten. Sie versuchen es erst mit dem Schwert, und ihr Angriff richtet sich besonders gegen die drei Minner, denen jedoch Manda dHaijé beisteht. Es scheint, dafi von den drei Versuchen mit Schwert, Feuer und Wasser (siehe p. 27f., 45f.) der erste gegen Hibil, der zweite gegen Sitil, der dritte gegen Anos gerichtet war, doch ist es jetzt verwischt. Beim Feuer sehen wir p. 261, wie And$ an die Stelle Sitils tritt. Anos stellt Betrachtungen iiber seine Lage und iiberhaupt iiber die Vorgiinge in der Welt an. Von p. 263 an wird er ,der kleine Ends‘ genannt. Die Bésen wollen dann die Welt durch Wasser ver- nichten. Dabei ist p. 263 das Bruchstiick eines Sintflutberichtes in die Erzihlung einge- 249, 1—250, 6 Elftes Buch. 251 fiigt. Manda dHaijé kommt Ends zu Hilfe und gibt ihm Aufklirung iiber die Geheimnisse dieser Welt und die Werke Ptahils. Von Ptahil sind der Himmel und die Sterne, Feuer, Wind und Wasser geschaffen, die Erde mit ihrem Inhalt, dann nach seinem Bilde Adam, und nach Ruhas Bild Hawwa. Manda dHaijé verheift ihm Schutz und Erloésung aus dieser Welt und steigt zum Leben empor. [249] Im Namen des grofen, fremden Lebens aus den Lichtwelten, des erhabenen, das iiber allen Werken steht, werde Heilung, Sieghaftigkeit und ein Siindenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN, meinen Kindern NN, meinen Briidern NN, meinem Vater NN und meiner Mutter NN. Das Leben schuf eine Skina, und Glanz ging im hehren Ather auf. Dies ist das Mysterium und das Buch des groBen Anos, des Sohnes des groBen Sitil, des Sohnes des groBen Adam, des Sohnes der gewaltigen Uthras der Herrlichkeit ’). Ein Sohn des Lichtortes bin ich’), ein Sohn des lichten Wohnsitzes bin ich, der ganz von Uthras bevélkert ist, ein Sohn der Stadt bin ich, die ganz Gitite ist. — Nach dem Plane der beiden Uthras’*), nach dem Ge- danken*), den sie in ihrem Innern hegen, schufen sie den grofen, ersten, einzigen°) Uthra, der [aus] sich selber entstand. Er namnnte sich selbst: »lch bin der Einzige, Grofe, Gerechte, der aus sich selber entstand.“ Er 5 rief ins Leben und schuf einen geliebten Uthra, damit er ein Unterscheider °) sei fiir ¢sich und> seinen Vater, den Gerechten, der aus sich selber ent- standen war, damit er iiber alle Werke unterrichte, die entstehen sollten, und Unterweisung vor seinem Vater veranstalte. Er nannte diesen geliebten Uthra, den Einzigen, Grofien, Gerechten, ,Ein Uthra’) schuf mich“ und , einen anderen Uthra, seinen Sohn, der ,,der Unterscheider“ genannt wurde’), »Hiner schuf mich und Hiner rief mich ins Leben“. Von den beiden Uthras, meinen Briidern, die meine Eltern sind®), fiihrt einer [250] den Namen Sarhabel-Ziwa, Sihlun, das gute Licht, der treffliche Ratschlaige er- teilt seinen Briidern, die dlter sind als er, und auch seinen Briidern, die ; jiinger sind als er, die zusammen geschaffen wurden. Alle drei wurden in einem Gewande geschaffen und wurden ein gutes Vorzeichen fir die anderen Seelen, die sehen werden, da® er*’) wahrhaftig, zuverlissig, sanft 1) Bezieht sich wohl auf Anos, nicht auf Adam, siehe den Anfang des folgenden Stiickes. ®) Sprecher ist, wie in der Hinfiihrung des folgenden Stiickes, Anos. 8) Hibil und Sitil. 4) NOVINN, sonst ,,Nachsicht, Erbarmen* wird hier vom Verfasser offenbar mit NYNINY zusammengebracht. 5) Siehe oben, p. 235. 6) D. h. NWYIND, eigentlich ,.klug“, siehe auch oben, p. 5, 21; 31, 1%, soll hier wohl ,.Unterweiser“ sein, siehe weiterhin. 7) SIM y ist vielleicht zu streichen, siehe weiterhin. 8) Man beachte den Widerspruch zum Vorhergehenden. %) Siehe p. 145°. 10) Kaum ein anderer als Sarhabél trotz des Widersinnes. Io 2 [o) y ° unt _ ut No wt 30 252 Rechter Teil. 250, 6—251, 12 und trefflich ist. Ein anderer fiihrt den Namen Rahziel, der Riistige, der Kleinste unter seinen Briidern. Zwei Gewinder liegen fiir ihn bereit, daft _ er in ihnen bewahrt’) und in ihnen gedeckt sei vor den Bésen und den Verderbern, die ihre Eltern, die sie fiir mich schufen, zu ihnen senden °). Es befahl, ermahnte seinen Sohn und sprach der Vater, jener erste Glanz, der sich selber nannte ,Ich bin der handelte und Erfolg hatte, der recht tat und fest hielt an dem Neste, aus dem er hervorgegangen war’). Er rief seinen Sohn Z’hir-Smir-Ziwa, der von Sam....... *) ei bewahrter Mana war. Er sprach zu ihm: ,,Auf, versorge deine Uthras, deine Briider, die deine Séhne sind. Versorge sie mit der Zehrung, die ich dir gewiahrt habe. Bekleide sie mit Glanz, bedecke sie mit Licht und lasse sie im Ge- wande lebenden Feuers weilen, die drei Uthras, die von aufen dorthin gehen, um den Ruf des Lebens vernehmen zu lassen. Man wird sie zu- sammen aufstellen’), ihr Glanz, ihre Rede und ihr Wort sollen zusammen- passen’). Sie sollen gefestigt werden, «xx» ihre Gestalt; sie sollen zu- sammen leuchten. Schwert, Feuer und Wasser jener Welt sollen sich ihnen nicht nahen. Schlechtigkeit, Geheimnis und Winken, die Herren der Not), driicken auf sie und auf das Gewand lebenden Feuers, in dem sie stehen und bewahrt sind‘), doch haben sie keine Unruhe. Auch wegen des Ge- wandes, gegen das sie Geheimpline schmieden und sagen , Wir wollen es ihnen wegnehmen“ haben sie keine Macht, es ihnen wegzunehmen, und sie hindern sie nicht [251] es anzuziehen. Der Grofe, Erste, der aus sich selber wurde, sprach: ,,Diesen drei Uthras steht es bevor, dai sie hingehen, Stiimme griinden und den Namen des Lebens und den Glanz des Lebens iiber jene Welt breiten, in der man Finsternis und Tod bei ihnen geschaffen hat. Nicht kennen, nicht kannten alle Wesen, die dort sein werden, die beiden Uthras, die auBer mir, Manda dHaijé, eime Welt zu schaffen planen. Ich klirte mich und die Uthras, meine Briider, die meine Séhne sind, auf, die drei Uthras, die fiir dort be- stimmt und dorthin gerufen sind, die dort Licht in der Finsternis schufen, so dafi Leben im Tode ersteht und sie die Seelen der Erwihlten hinaus- holen, die fiir das Haus des Lebens bestimmt’) und begehrt sind, diese drei Uthras, die von hier dorthin, in jene Welt, gingen; sie werden in ihr festen *) Lies DANYNIN. *) Das steht da. 5) Siehe oben, p. 151, 16; 162, 38. *) ANDNINY, das nur heifien kénnte ,,wurde zersigt, pabt nicht. Es ist auch kaum ein Beiname des OND. Abinderungen zu ANYNINY oder ANONNDY helfen nicht viel. ») Wohl PHIVDNP I) zu lesen, doch vielleicht auch WNP) wie weiterhin. 5) In dem sinnlosen Sj says steckt vielleicht eine Form von ‘Ww, etwa syanwyd oder PROWY?. ; *) Es ist unwahrscheinlich, dah NPR RAND Apposition zu den drei vorhergehenden Nomina sei; vielleicht ist SANDS zu lesen. *) Im Texte steht fiilschlich ,,in dem ich stehe und bewahrt bin“, *) D hat “x pnys ,,die gerufen sind“, was auch pat. 251, 12—252, 23 Elftes Buch. 253 Sitz erhalten’) und der Gemeinschaft mit dem Hause des Lebens teilhaftig werden, sie werden in der Skina des Lebens festen Sitz erhalten, Manda dHaijé ruft auch, spricht und belehrt? ") alle seine Freunde. Er spricht: ,Wohlan, ich belehrte alle Wesen, die sein werden, und alle Seelen der Menschenkinder, die dort sein werden: Tod ist dort bei euch in jener Welt, in der ihr wohnet. Wohlan, ob des Lebens und‘) dieser drei Uthras, die von aufen dorthin gekommen sind, den Ruf des Lebens vernehmen zu lassen und Licht zu schaffen, damit den Seelen Linderung zuteil werde, sollen sie*) durch den Ruf des Lebens gefestigt werden, sie sollen bezeugen und preisen; in jener Welt*) der Finsternis sollen sie Linderung finden, wenn sie das Gewand der Finsternis verlassen, in dem sie weilten und wohnten.“ Ferner sprach Manda dHaije: ,Ich belehrte euch tiber das Leben: Das Leben sandte zu euch Tod und Finsternis, die sitzen und weilen [252] dort bei euch in der Welt; bei euch wohnen sie. Tod und Finsternis haben kein Licht. Die dortigen Seelen finden, wenn sie den Rumpf der Finsternis, in dem sie weilen, verlassen, keine Linderung und schauen nicht das Licht. Sie verlassen die Finsternis und werden in der Finsternis, die unter ihnen ist, untergebracht.“ Manda dHaijée sprach so zu allen Wesen, die sein werden. Er sprach: »All ihr Seelen, die ihr dort in Finsternis und Tod geworfen seid, warum wollet ihr, wenn jener letzte Tag bei euch ist*), das Behagen der Seelen der Manner von erprobter Gerechtigkeit ansehen, die auf den Ruf des Le- bens hérten, denen Manda dHaije zurief und sie dann an ihn glaubten und durch ihn gefestigt wurden und an die Rede der drei Manner glaubten? Manda dHaije brachte ihnen Glanz entgegen, bekleidete sie mit Glanz und bedeckte sie mit Licht. Behagen in Fiille und Seligkeit in Fiille finden sie, und ihr Herz freut sich des Behagens, das sie fanden. Ihr werdet da- stehen’), wihrend die Manner von erprobter Gerechtigkeit, mit Glanz be- kleidet und mit Licht bedeckt, an euch voriibergehen und zum grofien Licht- ort emporsteigen. Ihr werdet es ansehen miissen, wihrend ihr in der Finsternis dieser Welt untergebracht seid und mit euch selber Mitleid habt. Thr werdet sagen: Warum hirten wir nicht auf die Rede, die man uns zu- rief, und zogen nicht auf diesem schénen Wege hinaus, auf dem diese Ge- rechten hinausziehen?“ Sie sagen: ,,Wir miissen dulden, weil man uns ins Ohr gerufen und wir nicht héren-wollten.“ Ferner sprechen sie: , Wer will hingehen und unsere Kinder ermahnen, dafi sie nicht (diesseits) zurtickge- halten werden sollen: Gehet nicht auf diesem unserem Wege, iibet nicht die Werke, die wir getibet? Denn wir sind hier in der grofen Finsternis 1) Lies ADV NPN. 2) Lies YPN). 8) ¥ NNT ist wohl zu streichen oder dafiir N13 zu lesen. 4) Bezieht sich auf die Seelen. 5) Lies o>N2. S) Man erwartet NINN FADRINT WWAAND NIM". ?) Lies NY NP). wn 10 15 iS) ° 25 bo ° oD Ww 1O N wal QQ ut 254 Rechter Teil. 252, 23254, 5 untergebracht. Héret ihr vielmehr auf die Rede dieser drei wahrhaften und gliubigen Minner, bekennet das Leben [253] und bezeuget Manda dHaije. Diese drei Minner, die Sdhne des groBen Stammes des Lebens, liefien den Ruf des Lebens vernehmen und bekannten [das Leben]. Auf jenem Wege, den die wahrhaften und gliubigen Manner gehen’), wandelt auch ihr. Man la®t uns nicht hingehen und unseren Kindern sagen: Wir sind in die bése Finsternis geworfen, und unsere Augen schauen nicht das Licht. Sie verschliefen die Tore der Finsternis vor uns und lassen uns nicht [hin- ausgehen?]. ‘Tiglich, alltiglich lassen sie Pein und Verhingnis gegen uns los’). Jeden einzelnen von uns fragen sie entsprechend den Werken und Lohn(zahlungen) aus, die wir in dieser Welt, die sie nicht geschaffen, getibt haben. Zahlreich sind auch die anderen Seelen der Menschenkinder, die hier wie Lampen dahinsterben, als ob sie nie dagewesen waren, und die niemand ausfragt. Dann findet auch, weil sie schlechte und hafliche Werke getibet, dort in der Welt keine Ausfragung bei ihnen statt. Dort sterben diese, ohne ausgefragt zu werden, und werden dort gefesselt. Was sind eure Werke, dai ihr nicht wie diese hinsterben sollet, die sterben und zu- grunde gehen?“ Manda dHaije belehrt und spricht iiber diejenigen, die sterben und zu- grunde gehen, tiber diejenigen, die gefesselt sind und ausgefragt werden: »lag um Tag «xxx diese [Seelen], die gefesselt sind und ausgefragt werden, die der Kaufleute, die Teilhaber von einander sind und unredlich handeln’), die Briider von einander sind und doch Rauber*) und nicht in Frieden mit- einander sprechen: auch ihnen wird es so ergehen. Ein jeder Nasorier, der die Rede des Lebens verlift und eine andere Rede der Verfehlungen redet, der den Weg des Lebens verlifit und den Weg der Finsternis wandelt: auch ihnen wird es so ergehen. Die in der Finsternis dastehen und deren Seele seufzt, sprechen so zueinander: Bis wann soll ihnen sein Ree Manda dHaije spricht: ,Jeden einzelnen fragt man entsprechend seinen eigenen Werken aus. Die Nagoriier richtet man ihrem Rechte [254] und die Vornehmen ihren Werken entsprechend. Dann treten die Nasorier hin und unterwerfen sich dem Leben, preisen Manda dHaije und sprechen zu ihm: , Wir haben gestindigt und gefehlt infolge der Schlechtigkeit der Engel dieser Welt, die bei uns wirkte. Jetzt vergib uns unsere Siinden. Du, Manda dHaije, erlése uns aus der Finsternis dieser Welt, in die wir ge- worfen sind.“ 1) Lies pore oder Faw. *) Lies PParw vel. R 312, 16. porw ist durch das wiederholte Sy»yy im Folgenden veranlafit. al 93, 14 steht 2 ANPNTY neben anderen Lesungen parallel OW. Dort kénnte es allenfalls, wie NOLDEKE Gram., p. 46,8 annimmt, ,,sich freuen“ heiBen, aber hier pabt dieser Sinn nicht. Vielleicht’ hat man PINON zu lesen, siehe die Var. ©. *) FAM fir ym auch R 215, 22. 254, 5—255, 15 Elftes Buch. 255 ol Dann spricht Manda dHaije zu allen Seelen der Nasorier: »Die*) dort in die Finsternis geworfen sind und nach mir rufen, die mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet wurden, aber den Weg des Lebens verlieBen und im Namen der Ruha und des Christus zum Jordan hinabstiegen — wer soll ihnen ihre Siinden erlassen? Jedoch die anderen Seelen, die in den Ver- fehlungen der Ruha und des Christus wandelten [und mit dem Zeichen der Ruha und des Christus] nicht gezeichnet wurden, weil sie Almosenspende und Wohltat in dieser Welt iibten, dulden ihren Werken entsprechend, die sie in der Welt iibten, weil sie mit dem Zeichen der Ruha und des Christus nicht gezeichnet wurden. Diese Seelen dieser Vornehmen und Nasorier und aller Pforten, die mit dem Zeichen der Ruha und des Christus gezeichnet sind und die Gétter dieser Welt bekennen — Ruha und Christus sprechen zu allen Pforten: ,Ja, ich lasse euch zum Paradiese emporsteigen. Wenn ihr aus eurem Korper scheidet, werdet ihr dort hingehen und Gnade finden.“ Doch Manda dHaije spricht zu ihnen: ,,Da ist die Finsternis, in die ihr ge- worfen seid*) und nun nach mir rufet. Da ist das Paradies, auf das ihr hofftet. Jetzt sind da eure Hauser: die Finsternis, in die ihr geworfen seid, ohne dafs jemand euch aus ihr in die Héhe bringen kann. Tag um Tag, Jahre um Jahre und Monate um Monate siechen eure Seelen dahin und werden in jener Finsternis, in der ihr stehet, festgehalten, bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung. Ferner, an jenem Tage, da Himmel und Erde enden, wo Erde und Himmel eure Hauser waren, in denen die Planeten [255] wandeln: sie ver- fallen alle. Rutha und Christus, Sonne, Mond und die Planeten nehmen alle ein Ende. Auch die Menschenkinder, die Ruha, Christus und den Gott’) bekannten*), nehmen mit Ruha ein Ende. Sie nehmen ein Ende am grofen Tage des Endes «««««* und mit Ruha, die euch das Geheimnis des Todes offenbarte. Nach dem Tode gehet ihr dahin und fallet in die Finsternis. Ich rief euch zum Leben, an dem der Name des Todes nicht ist. Ich rief euch zum Lichte, an dem keine Finsternis ist. Ich rief euch zu: ,,Bekleidet euch mit Glanz und bedecket euch mit Licht und ziehet hinaus auf dem Wege des Lebens. Ich will euch auf dem Pfade hinausfiihren, an dem der Name des Todes nicht ist, der Name der Finsternis nicht ist.“ Doch ihr hértet nicht auf mich, und die Rede der Uthras gefiel euch nicht. Auch die Menschenkinder, die vom Stamme der kérperlichen Adam und Hawwa sind, die auf den Ruf des Lebens horchten, an ihn glaubten und sich durch ihn belehren lieBen, die auf den Ruf dieser drei Manner horchten und bei ihrer Rede ...... >), die den Tod hafiten und das Leben liebten, die Finsternis 1) Vorher ist wahrscheinlich etwas ausgefallen, wohl ,,die Seelen™. 2) Leid. hat ADM, doch siehe weiterhin. 8) Var. ,,die Gotter‘. 4) Leid. hat })2)7)N5. 5) SANW’ ,,verbreiten paSt nicht; vielleicht hat FDINWN) ,,und fest blieben“’ dage- standen. wn el @) 15 tN Ww 1S>) [e) Lent 20 25 30 35 256 Rechter Teil. 255, 15—257, 4 haBten und das Licht liebten, sich mit Glanz bekleideten und mit Licht be- deckten, steigen auf dem grofen Wege des Lebens empor; sie kamen und fanden das Leben’). Auch sie riefen euch den Ruf des Lebens ins Ohr, doch ihr hértet nicht darauf. Ihr nun, ihr Séhne Adams und Hawwas, warum hortet ihr nicht auf ihre Worte und gehet nicht den Weg des Le- bens, den die Gerechten gehen? Jetzt kommet ihr auf dem Wege, den ihr liebtet, zu eurem Gotte, der euch in die Irre fiihrte. Worauf setztet ihr euer Vertrauen? Diese anderen Seelen (die) sterben, nehmen ein Ende, ver- gehen und verléschen gleich einer Lampe, die in jener Welt [256] der Finsternis wohnten, und eine Ausfragung findet bei ihnen nicht statt.“ Manda dHaije spricht und erklart den Mannern von erprobter Ge- rechtigkeit: ,,Diese Seelen, die einen Mord begehen und das Blut eines Adamssohnes auf die Erde vergossen haben, diejenigen, die Gefangene machen®), die verkaufen, was sie nicht mit ihrem Golde gekauft, nicht mit ihrem Besitze erworben und nicht mit ihrem Handel erhandelt haben, die hingehen, die Hauser der Freien zerstéren und diese zu Sklaven und die freien Frauen zu Magden machen, die Seelen der ehebrecherischen Manner und der ehebrecherischen Frauen, die von Herrschermacht zehren und keine Wohltat tiben, die den Vater ziichtigen und den Sohn freisprechen, die ihnen Stahl und Stirke nehmen, ohne daf sie ihnen entgegentreten kénnen, so daf ihre Seele iiber sie betriibt ist — alle Seelen, die die hia lichen Werke der Engel geiibt, nehmen alle ein Ende, alle Gétter und ihre Schaaren nehmen ein Ende.“ Auch festigte der Vordere, Erste, der aus sich selber entstanden war, die drei Uthras, segnete sie und festigte sie und festigte den geliebten Sohn, den Unterscheider, den Ersten, der aus ihm entstanden war, und sprach zu diesen drei Uthras: ,Ich segnete euch mit einem Segen, wie die Eltern (mit ihm) ihre Kinder segneten. Gehet in jene Welt, fiihret dort ihren ProzeB und sprechet rein die Seelen, die von hier dorthin geholt wurden. Man brachte sie in jene Welt der Finsternis, in der der Tod herrscht. Sprechet rein und holet hinaus*) diejenigen Seelen von ihnen, die gerufen und begehrt sind, die auf die Rede des Lebens héren, durch Manda dHaije gefestigt werden, auf eure Rede héren, mit dem Glanze und Lichte des Manda dHaije hinausziehen und im Hause des Lebens gefestigt werden. Kuch, drei Uthras, wird Hibil, euer altester Bruder, Recht sprechen und ur- teilen [257] in jener Welt. Denn der alteste Bruder ist (wie) der Vater. Er wird das Haupt, er wird der Richter iiber die Richter dieser Welt sein. Sie rufen ihm zu: ,Woher ist dieser Kiesel tiber uns gekommen*‘), die da- stehen und uns in dieser unserer eigenen Welt erziirnen?‘ [Er ist] das *) Wohl DWN) zu lesen. NM ist schwerlich Subjekt. PANW) ist zu streichen, siehe hierzu und zum Folgenden Text 232 ob. ®) Lies PXDIN(A)). *) Der Kiesel ist ein Bild besonderer Hiirte, siehe oben, p. 217, 5. Damit sind hier die Dimonen gemeint. ) 7 257, 4—258, 8 Elftes Buch. 257 Haupt unseres Stammes in dieser Welt, dessen Rede, Laut und Wort er- hért werden.“ ; Der Erste spricht zu den drei Uthras: ,Gehet und kehret zuriick zur Skina, aus der ihr hervorgegangen seid, zu dem, was das Leben euch gre- schaffen, dem Palaste des Glanzes und der Kammer des Lichtes. Ihr werdet siegreich hinausgehen, wenn eure Werke vollendet sind. Euer Antlitz wird in Freude leuchten, ihr werdet in der Skina des Obersten der Glanzwesen sitzen, dessen Licht mehr als die ganze Welt leuchtet, der die Kénige ’) tiberragt, die iiber jene Welt eingesetzt wurden*). Gehet jetzt dahin, mit Glanz bekleidet und mit Licht bedeckt, eure Stirnlocken seien euch auf dem Haupte gedreht, und ihr werdet das Haupt des Stammes des Lebens genannt werden, aus dessen Skina ihr die Seelen holet, die mit dem Rufe des Lebens zu dem Gemache emporsteigen werden, das ich euch gebaut habe. Alle Seelen, die an es (das Leben) glaubten, werden als solche von erprobter Gerechtigkeit bei euch in dieser groBen Skina des Lebens und in dem Gemache des groSen Lebens’*), das ich euch geschaffen, aufgestellt werden. Manda dHaije wird euch in dieser Skina aufstellen*) und euch zum Hause des Lebens emporfiihren. Auch alle Seelen der von Fleisch und Blut Gebildeten, die auf die Stimme des Lebens horchen und glaubig sind, werden der Gemeinschaft mit dem Hause des Lebens teilhaftig werden.“ Die Planeten stehen da und sinnen auf Béses gegen sie in dieser Welt. [Sie sagen:] ,,Sie sollen uns erblicken und sich vor uns fiirchten und sich uns unterwerfen.“ Ferner sagen sie: ,,Wir wollen ihnen unser Kleid wegnehmen, und es gehére uns.“ Sie erhoben ihre Stimme gegen sie, doch sie bebten nicht und erbebten nicht, und Beben und Furcht war nicht bei ihnen. Ferner sagen sie: ,Dann wollen wir sie durch Schlauheit, Schmeichelei und Liebtuerei umschmeicheln; sie stehen aber doch nicht zu uns und lassen sich von uns nicht umschmeicheln.“ Ferner sprechen sie: »Wir wollen [258] an sie mit Sanftheit und Giite herantreten; vielleicht kommen sie zu uns und halten es mit uns.“ Hibil der Gerechte sprach zu seinen Briidern und Séhnen’): ,,Gehet hin, tretet unter sie. Jetzt wollen sie mich zu ihrem Herrn machen, jetzt wollen sie mich anbeten. Sie sprechen zu mir: Wir wollen dir einen Opfer- kuchen bereiten. Wohlan, ich werde weder durch ihre Anbetung noch durch ihren Opferkuchen von ihnen eingenommen. Ich will sie hinstiirzen und liegen lassen und Gier und Glut iiber sie alle werfen. Wenn ich aus ihrer Mitte scheide, werden alle Welten dann durch ihre eigene Gier er- hitzen und werden ergliihen.“ So sprach ich zu meinen Briidern, erklirte 1) B hat ,,Uthras und Konige“, aber NIMY ist wohl zu streichen. Zu ~rDdy siche Ors 4 *) Dahinter steht noch ,und machten ihn zur Festigkeit‘‘ oder ,,zum Leuchten“, doch gehéren die Worte nicht hierher. 5) Lies NDONNWT NDT NIT NINA. *) Lies 33% °NP"3. 5) Zu seinen jiingeren Briidern, die seine Sdhne sind, siehe oben, p. 145°. Lid, barski, Ginza. 1? _ 5 Oo wn uw 15 20 2 wn 30 35 258 Rechter Teil 258, 8—259, 13 auch so meinen Sthnen. Ich ging hin und trat unter sie (die Planeten), wihrend sie mir entgegengehen und sprechen: ,Komm, Herr. der Gotter, Herr der ganzen Welt.“ Die Planeten freuen sich, Ruha, die mit ihnen war, freut sich. Sie sprechen zu mir: ,Komm, sei unser Haupt, sei das Haupt der ganzen Welt.“ Ruha, sie und das grofe Wesen’*) nahmen die Krone von ihrem Haupte herunter. Die Planeten verneigen sich vor mir und sprechen zu mir: ,Nimm von uns die Anbetung, nimm von uns den Opferkuchen an.“ Doch ich erwiderte so der Ruha und allen Planeten: Ich bin kein Mann, der Bestechung annimmt oder die Rede, mit der seine Eltern ihm befohlen, und die Worte, mit denen seine Eltern ihn ermahnt haben, in den Wind schlagt.“ Als Ruha dies hirte, sprach sie zu den Planeten: ,,Der Mann gehort nicht zu uns, und seine Rede ist nicht von eurer Rede. Er hat keine Ver- bindung (Mischung) mit euch, und er ist nicht ein Kind eurer Rede. Seine Rede kommt von aufBen her. Ich habe ihn, den Fremden”), jetzt zu be- téren gesucht, doch er lieB sich nicht betéren. Nun wollen wir einen Ge- heimplan gegen ihn schmieden, vielleicht werden wir ihn durch den Ge- heimplan einfangen.“ Sie reden mit mir in Falschheit, doch ich bin falscher als sie. Sie reden in Verschlagenheit, doch ich bin verschlagener als sie alle. Sie alle setzten sich wieder hin und wissen, daf ich ihnen entweichen werde. Sie sprechen: ,.Rede zu uns mit deiner reinen Rede und singe uns von deinem wunderbaren Gesange vor’).“ Da sprach ich mit meiner reinen Stimme und sang von [259] meinem wunderbaren Gesange vor. Ich singe wunder- barer als alle Welt. Ich spreche mit meiner lieblichen Rede, die lieblicher als alle Welt ist, an der keine Mischung mit Liige ist. Ich sang und stiirzte sie hin und warf Schmach iiber sie alle. Ich sprach und beschimte sie; nicht glich mein Gesang ihrem Gesange, nicht glich meine Rede ihrer Rede. Ich erhob mich aus ihrer Mitte und warf Schmach iiber sie alle. Sie schlossen ihre Augen‘), und sie alle angstigten sich und waren betriibt®). Ich lachte sie aus und beschimte sie *) und lie ein Gelichter iiber sie alle los. Ich erhob mich, verlieS sie und wich aus ihrer Mitte, aus dem Gewande, an dem Fraf} ist und aus dem iibler Duft dringt. Ich ging hin, zog das reine Gewand an‘), das meine Eltern mir verliehen, das reine Gewand, in dem wir weilen, an dem weder FrafB, noch iibler Duft ist. Sein Duft ist wundersam, und der Glanz meiner Briider ist lieblich an mir‘). 1) Wie oben, p. 187, 16; 188, 1 steht hier Py, eigentlich ,,Sein“. Es ist der Gott der Juden, also so viel wie Jorabba, der grofe Jo. 2) Wohl sox py Fond zu lesen. 8) Vgh. Joh. II, p. 165. *) ann bei Augen auch R 294, 13 (CD, Leid.); es ist wohl yn ,umkreisen, umschliefen‘: ») Statt NPTNW PNTW ist STMNW IND zu lesen. ARW ist hiufig neben 15, siehe R 146, 5; 158, 10; 353, 19; L 21, 17. pak hud 6) Var. ,,lieB sie weinen“. 7) Wohl pry. zu lesen. *) Wohl so aufzufassen, nicht: und die Gesellschaft meiner Briider ist mir angenehm, 259, 13—260, 16 Elftes Buch. 259 Sie stehen da und schmieden einen Geheimplan gegen mein Gewand, sie fassen ein ..... ’) gegen mich und sprechen: ,,Womit kénnen wir diesen Stamm fassen und ihn aus der Welt verschwinden lassen?“ — ,Mit dem Schwert?“ sagen sie zueinander, ,das Schwert reicht an sie nicht heran. Vielmehr mit Feuer wollen wir sie fassen und diesen Stamm beseitigen. Wenn das Feuer an sie nicht heranreicht, wollen wir sie mit Wasser fassen und diesen Stamm beseitigen.“ Ruha spricht: ,Wohlan, wir wollen ein wenig warten.“ Da sprechen die Engel, und die Planeten beraten sich: ..Wenn Schwert, Feuer und Wasser die Welt hinrafft*) [und?] das Haupt dieses Stammes, so wird die Welt gleich ihm sein.“ Alsdann sprechen sie: ,Wir wollen von diesem Sauerteig nehmen, der in unserem Schatzhaus aufbewahrt ist’).“ Alsdann nahmen sie von dem Sauerteig der Welt, der in ihrem Schatzhaus‘*) auf- bewahrt ist, damit eine Welt aus ihm [260] entstehe. Sie lieBen das Schwert los und nahmen gegen uns xxx« «x. Das Leben wufte dort, was hier vorgeht, dafi sie gegen uns Plaine schmieden. In einem Augenblick kam Manda dHaije, brachte Glanz, brachte lebendes, urerstes Feuer und Licht aus dem Hause des Lebens. Er be- kleidete Hibil mit Glanz, bedeckte ihn mit Licht und bestimmte das Ver- hiingnis vor dem Schwert’). Diejenigen Seelen, die den Ruf der drei Manner bezeugten und an Manda dHaije glaubten, [schieden] vor dem Schwert. Hibil ging hinaus, ohne dai die Planeten wufiten, daf§ er von hier fortgegangen war. Er legte einen Weg an und richtete einen Wegstein auf fiir seine Briider, die er hier im Gewande des Lebens zuriickgelassen hatte, unter denen er geweilt hatte. Den Geistern und Seelen der treff- lichen Minner wurde Behagen in dieser Welt zuteil, und sie wurden der Gemeinschaft mit dem Hause des Lebens teilhaftig. Manda dHaije schuf Gutes fiir diejenigen, die am Namen und an den Worten dieser drei Manner festhielten. Alsdann fiel das Schwert in die Welt. Da befahl Manda dHaije dem Sitil: ,Richte deine Augen auf deinen Sohn Anos, der dein jiingerer Bruder ist, und auf das Gewand lebenden Feuers, in dem ihr stehet. Ich will hin- 1) Die Bedeutung von N77) hier, wo es parallel NIN steht, und Text 269, 23 ist unsicher. Die sonstigen Bedeutungen in den mandaischen Texten ,,Feier“‘ und ,,Matte“ passen nicht. Auf den Zauberschalen kommt es anscheinend im Sinne von ,,Beschwérung“ vor, siehe MONTGOMERY, Aramaic Incantation Texts, p. 162 (nicht ,,Schale“, wie M. annimmt); vielleicht liegt derselbe Sinn auch hier vor. 2) Vielleicht ist RIVA zu lesen: wenn wir mit Schwert usw. hinraffen. 8) Lies "1035, siche weiterhin; ANI, WNVI) ist durch Text Z. 19 beeinflubt. Die folgenden Worte nrbswnond royon gehéren nicht hierher, siehe Text, Z. 18. Vom Sauerteig der Welt, aus dem Dinge geschaffen werden sollen, ist nur in diesem Stiicke die Rede. 4) Lies NID. 5) DaB sie vor der Vernichtung der Menschen durch das Schwert abscheiden sollen, siehe L 20, 23 ff. Wha Ww 15 30 wm Io 15 20 25 35 260 Rechter Teil. 260, 16—262, 2 gehen, Hibil in dem neuen Gemach einen Platz anweisen und komme dann rasch zu euch. Fiirchtet euch nicht vor dem Schwert der Planeten, und Furcht und Angst sei nicht bei euch. Hernach, wohlan, komme ich zu euch’). Das Auge des Lebens ist auf euch gerichtet. Ich bedeckte euch mit dem Gewande des Lebens, das es euch verliehen hat. Fiirwahr, ich bin bei euch. Jedes Mal, da ihr mich suchet, werdet ihr mich finden, jedes Mal, da ihr mich rufet, [261] werde ich euch antworten. Ich bn nicht fern von euch.“ : Diese Worte richtete Manda dHaije an Sitil. Auch Sitil reichte ihnen’) Ku&ta. Da sprach Hibil zu Sitil: ,Komm bald nach mir hin, und Anos komme nach dir. Auch alle Seelen der Manner von erprobter Gerechtig- keit, die das Leben bekannten und hinausziehen, sollen vor dir hinkommen und nach dir hinkommen auf dem Wege, auf dem wir hinausgezogen sind, den Manda dHaijeé fiir uns errichtet hat.“ Raha und die Planeten wuften es nicht. Sie zogen hinaus und warfen das Schwert in die Welt. Doch diese Manner erreichte das Schwert nicht, weil Manda dHaije bei ihnen war. Nachdem Ruhe in dieser Welt einge- treten war, sahen die Engel, die tiber den Zorn eingesetzt sind, dafi diese Manner in ihrem Glanze aufleuchteten und in dieser Welt dastehen, da gingen sie hin und sprachen zum grofen El und zu Ruha: ,,Fiirwahr diese Minner stehen in ihrem eigenen Glanze da, und das Schwert reichte an sie nicht heran.“ Alsdann nahmen die Planeten vom Sauerteig der Welt, der sich in ihrem Schatzhause befand und bei ihnen bewahrt war, «««*««x« Ram und Rud, von den Kindern Adams’), von denen aus die Menschen- kinder erweckt werden sollten. Diese Manner stehen in ihrem Glanze in der Welt da, und sie*) vermégen nichts gegen sie. Dann nahmen sie von je zweien aus der Welt xx xx««x. Ruha und der grofe El gerieten in Zorn und sprachen zu den Engeln, die tiber den Zorn eingesetzt sind. Sie sprachen zum Engel Daniel, der tiber das Feuer eingesetzt ist’): ,,Wirf Brand in die ganze Welt, vielleicht werden wir ihnen mit Feuer beikommen‘).“ Da warfen sie Feuer in die Welt. Da kam Manda dHaije, trat zu diesen Minnern, und das Feuer reichte an sie nicht heran.. Nachdem Ruhe in dieser Welt eingetreten war, [sehen die Engel, «++«++], da diese drei Manner [262] in dieser Welt da- stehen und sie nichts gegen sie vermégen. Da gingen diese Engel, die tiber den Zorn eingesetzt sind, und sprachen zu ihren Géttern’): ,,Diese 1) Die folgenden Worte bis poxnayd in Z, 22 sind eine irrtiimliche Wiederholung. 2) Den Frommen seines Geschlechtes. *) Lies ONINT 733 YO TW) (oder ON) ONG. Vielleicht hat NAW) vor ON ge- standen, vgl. Text 262, 5. Vorher fehlt noch mehr. *) Die Planeten bezw. die Engel. °) Er wird nur an dieser Stelle genannt. Aus dem Daniel des Feuerofens wurde ein Engel des Feuers. Die Form des Namens wird mit dazu beigetragen haben. ®) Hinter D3 ist etwa nmawdy zu erginzen. 7) Raha und El. 262, 2—263, 5 Elftes Buch. 961 Ménner stehen in ihrem Glanze in dieser Welt da, und wir vermicen nichts gegen sie’),“ i Da nahmen sie vom Sauerteig dieser Welt, der bei ihnen in ihrem Schatzhause aufbewahrt war, «+**«* und ihr Name war Surbai und Sar- habel aus dem Stamme Adams, von denen aus die Welt erweckt wurde. Dann kam Manda dHaije, holte den trefflichen Sitil heraus, der gute Rat- schlage erteilt, bekleidete ihn mit einem trefflichen Kleide des Glanzes und bedeckte ihn mit einem Gewande des Lichtes, so da® sein Glanz sich in der ganzen Welt zeigte. Er fiihrte ihn hinaus auf dem Wege, auf dem Hibil gegangen war, und lie8 ihn in dem Gemache’) wohnen, in dem Hibil gewohnt hatte und wo fiir die Seelen die Gemeinschaft mit dem Hause des Lebens hergerichtet ist, ftir die es keine Trennung gibt. Er lie Ano’ in diesem groBen Gewande, in dem seine Briider eewohnt hatten, das seine Briider dem Ano’ anvertraut und seine Eltern ihn damit geriistet hatten’). Manda dHaije sprach zu Ano’: ,Fiirchte und angstige dich nicht und sage nicht: sie haben mich allein in dieser Welt der Bésen zuriickgelassen. Denn bald komme ich zu dir.“ Ich*) stehe da und reibe mich in meinem Ge- wande ab, doch mein Herz ist mir nicht bedriickt’), und mein Gewissen ist mir nicht bedriickt. In meinem Innern stelle ich Betrachtungen an, allein stehe ich [in] dieser [Welt] und spreche: ,,Wer wird die Schlechtig- 2 keit dieser Welt wegnehmen? Alle meine Briider waren hier bei mir, und ich wuchs bei ihnen auf, gleich einem Sohne, den seine Eltern grofi zogen und seine dlteren Briider ...... *). Ich wuchs unter ihnen auf, wahrend sie in dieser Welt der Bésen und Verderber sprechen und hoéren. Was soll ich nun allein in dieser Welt der Bésen anfangen?“ Ich _ bildete Gleichnisworte, ich bildete ein Gleichnis iiber mich und sprach: [263] Wer hat euch, meine FiiBe, hierher gebracht, wer brachte mich zur Wohnung der Bésen empor?*)“ Ich stehe im Gewande meiner Briider da, das das Leben ihnen ver- lichen, Alsdann spreche ich: ,,Wohin geht diese Welt, worauf wandelt sie?“ Da meine Briider hier waren, rief ich meine Briider tiber die Welt heran, doch fragte ich sie nicht tiber sie*). Ich hob meine Augen empor und be- 1) Lies SAPNINOY INN TI. 2) So nach B. Die anderen Handschrr. haben ,,an dem Orte“. 5) Bei der jetzigen Form des Textes muf man diese Worte auf nw 25D beziehen, aber es ist mir zweifelhaft, daf® es so urspriinglich sei. Vielleicht ist vor NYTPND) eine Liicke, vgl. Text 258,17, 4) Von hier an spricht Anos. ’) Zu 37M siehe Néld., p. 40, 14. DM findet sich nur an dieser Stelle. Es gehort wohl zu hebr, und jiid-aram, DOM. S) SS apn, das dasteht, gibt keinen Sinn. Hin Pael von 2D) findet sich auch sonst nicht. Schwerlich 5°DDNI ,,sie betriiben ihn‘ zu lesen. ?) Siehe p. 154, 20. ; 8) Der Widerspruch wiirde behoben werden, wenn man NDMSM NW lise, doch ist im Folgenden yon einer Frage an die Briider nicht die Rede. Dahinter kann man auch NOY ,vielmehr“ lesen. wn ) 5 N ut un Io I ui 25 30 262 Rechter Teil. 268, 5—264, 13 trachtete die ganze Welt: den Himmel, die Sterne, die an ihm aufgegangen sind, die Sonne und den Mond, die Engel, die tiber den Himmel eingesetzt sind, die auch tiber die Erde eingesetzt sind, die zwilf Tierbilder, durch die Sonne und Mond wandeln’), tiber diese Engel, die iiber Wasser, Wind und Feuer eingesetzt sind, tiber die Erde, worauf sie gestiitzt ist, iber die Berge und die Meere, tiber die Friichte, Trauben und Baume. Wer wird mir tiber sie sagen, woher sie kamen, worauf sie gestiitzt sind und worauf sie stehen? Uber diese Ablésung (der Sterne)*), die beim Morgengrauen aufgeht, und iiber die vier Engel, die sie hinziehen. Uber die andere Ablésung, die bei Nacht aufgeht; Engel ziehen sie dahin; sie gleichen einander nicht’). Uber diese Ablésung, die bei Tage aufgeht, und den Menschenkindern leuchtet und Licht bringt. Diese bringt ihr Licht iiberhaupt nicht zum Hause des Lebens empor’), sondern ist nur fiir das von den Menschenkindern Ge- machte und Geschaffene. Es gibt manche, die sich dartiber freuen, manche, die dariiber betriibt sind und sprechen: ,Warum ging der Tag auf und warum kam der Morgen?“ Und diese andere Ablisung, die bei Nacht auf- geht: es gibt manche, die sich dariiber freuen, manche, die dariiber betriibt sind und weinen und sprechen: ,Warum kam die Nacht und warum ging der Mond auf?“ Diese Sterne, die am Himmel stehen, wandeln bei Tag und Nacht, gehen umher und drehen sich am Himmel und haben keinen Stand an einer Stelle. [264] Sie schaffen nichts Gutes den Menschenkindern. Den einen verarmen sie, den andern bereichern sie; Schaden bereiten sie jedem Menschenkinde. Den Sklaven machen sie zum Freien, den Freien machen sie zum Sklaven. Sie hintergehen hier die Seelen der Menschen- kinder und verfiihren sie zur Verfehlung. Sie iiberlisten sie und halten manche Seelen von ihnen bis zum letzten Tage bei sich zuriick®). Als ich sah, daB die Welt so beschaffen ist, bebte und erbebte ich, und mein Korper, der gestreckt war, knickte zusammen. In mein Herz drang Stéhnen, in meine Fersen drang Zittern, und sie blieben nicht auf ihrem Gestelle fest stehen. Ich stellte so Betrachtungen an und sprach: »Meine iilteren Briider lieBen mich in dieser Welt der Bésen zuriick, und sie kommen nicht und erlésen mich nicht von hier. Dabei sagte mir Manda dHaije: Ich will selber zu dir kommen.“ Ich stelle Betrachtungen an und empfinde Mitleid mit meinen Briidern®), die nicht kommen und mich yon *) Entweder ist IND oder }yI YON zu streichen. Dahinter etwa ~DNoOND dSyy ponn, siehe vorher. Hier ist kaum gesagt, daB auch die Engel durch sie wandeln und mit ihnen die Planeten gemeint, siehe auch p. 265 ob. *) Vgl. Joh. II, p. 2091. *) Bezieht sich wohl auf die Ablésungen, nicht auf die Engel. *) Gemeint ist wohl nur die Ablésung des Tages, danach ist S793 zu lesen. Die Aut- fassung der folgenden Worte ist unsicher. ») Ich lese mit By} NIT mit Bezug auf die Menschenkinder, nicht PONV mit Bezug auf die Sterne: manche von ihnen halten die Seelen zuriick. *) NIONTN IND, das dasteht, pabt nicht; vielleicht NIONONTANW ,,ich ziirne“. 264, 13—265, 20 Elftes Buch 263 hier nicht erlésen, der ich allein in meinem Gewande dastehe, das meine Briider auf mir in dieser Welt zuriickgelassen haben. Die Bésen lieBen sich nieder und sinnen auf Buses gegen mich. Ich hire, wie sie die Engel, die tiber den Zorn eingesetzt sind, rufen, (indem sie sagen): ,Das Leben erwachte in Fiille, und die Menschenkinder waren in Fille da. Sie sprechen in der Rede des fremden Lebens, sprechen in der Rede dieser drei Manner. Sie schlieBen sich dem Leben an und unter. werfen sich diesen drei Minnern. Sie erheben sich gegen uns und _ver- achten uns in dieser unserer eigenen Welt’).“ Sie beraten sich miteinander gegen mich und .:..:.. *) in ihrem Innern, da sie mir nichts anhaben kénnen. Wie sie den geheimen Plan gegen mich schmieden und gegen das Gewand, in dem ich dastehe: zu wem blicken da meine Augen empor und zu wem habe ich Vertrauen? Ich hoffe auf Manda dHaijée, daB er komme und mir eine Stiitze sei [265] in dieser Welt, daB er mich von den Boésen errette, wie er meine Briider von dem Schwerte und dem Feuer der Bésen dieser Welt errettet hat. Ich, der kleine Eno’, war Jahre iiber Jahre «+++, Wo meine Briider waren. Ich tiberrage sie hier, wo ich doch nach ihnen in diese Welt kam Wace nichty. D finden sich im Mandiischen wie sonst im Aramiischen nur Bildungen vom Aphel. Vielleicht ist NNID ,ware verfault* zu lesen. Lea 20 wat I al nN al Go ut 268 Rechter Teil, 270, 16—271, 23 Siehe, ich fiigte dir Kraft zu deiner Kraft hinzu, ich mehrte dir Weisheit zu deiner Weisheit, und Erleuchtung und Erkenntnis, siehe, gewihrte ich dir, da® du mit ihnen sagest und erhért werdest '). Siehe, ich gehe nun zum Hause des Lebens, dann will ich kommen und dich von den Bésen und Siindern dieser Welt befreien. Das Auge des Lebens wird auf dich gerichtet sein, sowie auf die wahrhaften, gliu- bigen und trefflichen Minner, die auf deine Rede hoéren. Ich will dich von Schwert, Feuer und Wasserfluten erlésen und auf dem Wege empor- fiihren, auf dem Hibil der Gerechte und Sitil und Manda dHaije aus dieser Welt der Bésen emporsteigen. “ Diese Worte richtete Manda dHaijé an seinen Sohn, den kleinen Andi, [271] und reichte ihm Ku3ta. Dann zog er hinaus und ging nach dem Hause des Lebens. Er setze sich in die Skina seines Vaters, und sein (des Lebens) Auge war auf ihn’) gerichtet. Dann erhob sich Anos voller Freude ob des Glanzes und des Lichtes, das das Leben ihm verliehen, und ob der Kraft, die sein Vater ihm anvertraut, und leuchtete auf in Glanz und Licht. «xxx, die in dieser Welt sind’), schauen auf die Herren des Hauses, die auf Béses gegen diese drei Minner sinnen und gegen das Gewand, in dem ich stehe, die in dieser Welt aufgeleuchtet sind. Die Planeten sprechen so zueinander: ,Diese Manner haben sich uns nicht gezeigt, denn sie fiirch- teten sich vor uns. Sei es dafi sie vor uns davongelaufen sind, sei es da sie sich vor uns versteckt haben, sie zeigten sich uns nicht. Jetzt zeigten sie sich uns in ihrem reichen Glanze und ihrem grofen Lichte. Jetzt, wohlan, sind sie aufgeleuchtet und stehen da in reichem und grofem (?) Glanz EAS. ENC be eee *). Bei seinen Briidern wurde Feuer und Schwert weg- genommen, und sie konnten an sie nicht heranreichen, jetzt ....,. *), daB sie fiir sich dastehen.“ Die Planeten sprechen: ,,Wir kénnen gegen die Kraft dieser Manner nichts ausrichten, da sie zahlreicher sind als wir. Man lieB gegen sie Wasserfluten los, doch die Wasserfluten reichten an sie nicht heran. Sie sprechen: ,Wir wollen sie durch Schwert und Brand beseitigen‘, doch gelingt es ihnen nicht, sie zu beseitigen.“ Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich tiber alle Werke. Siegreich sind Hibil, Sitil und Ano’, und siegreich ist das Volk der Nasoraer, sowie die Priester und Mandir, die an ihrem. Namen und Zeichen festhielten, auf den Namen des ersten Lebens gezeichnet wurden und am Namen und an der Rede des Jawar-Ziwa festhielten. Und das Leben ist siegreich. *) Vielleicht hat hier wie sonst in diesem Stiicke ,und hdrest“ gestanden, *) Lies F509 dy, *) Vorher hat wohl ,die drei Manner“ gestanden, doch fehlt wahrscheinlich noch mehr. *) Vielleicht ist N°IND) zu lesen, doch ist freilich damit die Stelle noch nicht hergestellt, 5) ,Sind sie gefestigt* von }2>, oder es ist }ODMY ,verbargen sie sich‘ zu lesen, \ os Y, DS Zwolites Buch. Im Namen des grofen Lebens sei der Name des NN und meiner Gatt NN [272] bei den gewaltigen Uthras, den Sthnen des Lichtes, aufgerichtet. Erstes Stiick. 5 Anos, der auch hier, wie in der Einfiihrung des elften Buches, als Sohn Sitils bezeichnet wird, stellt Betrachtungen iiber die Naturerscheinungen an und erhilt Aufklarungen, freilich sehr dunkle, von einem Glanzwesen iiber Himmel, Sterne, Erde, Tag und Nacht. Ich bin der grofe Anos, der Sohn des grofen Sitil, des Sohnes des groBen Adam, der Sohn der gewaltigen Kénige der Herrlichkeit, der Sohn des Lichtortes, der Sohn der Blatter’) alles Wissens. Meine FiiSe fiihrten mich hier hinauf. Am Orte reichen Glanzes sitze ich. Ich stelle Betrach- tungen an und spreche, ich schaue und sehe diese Welt, den Himmel und die Erde, die Sonne, den Mond und die Sterne des Hochstehens und des Niederganges des Himmels, das Licht, in dem ich stehe, und die Kraft, in der sie stehen. Mit wessen Kraft stehen sie da, mit wessen Licht leuchten sie? Ich éffnete meine Augen und erhob meine Brauen, da schaute ich und sah ein grofes Kohlenbecken des Glanzes, das fest in der Hand von Engeln liegt. Zwélf Engel ziehen es auf dem Finsterberge unter der grofen Briicke des Glanzes hin. Sie tragen es in die Hohe und bringen es an das Tor des Jasana, an den Ort, wo dem Erbauer des Himmels und der Erde”) ein Thron errichtet ist. Wiederum dffnete ich meine Augen und erhob meine Brauen, da schaute ich und sah ein grofes Tor, das darin (im Himmel)*) gedffnet war. 1) Siehe Néld., p. 48%. Diese Bedeutung von NONINW scheint mir nicht sicher. Es kénnte auch zu MDW gehiren: ,der Lobpreisung, die ganz Wissen ist.* *) Wohl auch hier Ptahil gemeint. Sis hm bezieht sich wohl auf NYDyw, doch wiirde man freilich eher FAD mit Suffix fem. sing. erwarten. 20 I 20 2 in 5 5 30 3 uw 270 Rechter Teil. 272,15— 278, 21 Tausend mal tausend Glanzwesen standen an seiner rechten und zehntausend mal zehntausend an seiner linken Seite. Ein Glanzwesen trat aus dem Hause des Lebens hervor, dessen Glanz zweiundvierzig mal so grofi war als der des Jorabba. Als ich jenes Glanzwesen erblickte, erbebte und erzitterte mein Korper, und meine FiiBe standen auf meinem Gestelle nicht fest. Ich stiirzte und fiel vor ihm hin. Da stand ein Engel des Glanzes vor ihm auf, faBte mich bei der Flache meiner Rechten, richtete mich gerade vor ihm auf und sprach zu mir: ,Komm, grofer Anos, Sohn des grofien Sitil, des Sohnes des grofen Adam, Sohn der gewaltigen Kénige des Hauses der Herrlichkeit, Sohn des Lichtortes, Sohn der Blatter’) alles [273] Wissens, komm, ich will dir tiber das groBe Leben offenbaren. Es ist hier nieder- geschrieben*) und niedergelegt auf dem grofien Berge ........... ye Komm, ich will dir tiber diesen Himmel offenbaren, den die Menschen- kinder Himmel nannten, wihrend er kein Himmel ist. Nebelwolken sind es, die Abathur durch die Kraft und den Namen des Erbauers des Himmels und der Erde gegriindet hat. Komm, ich will dir tiber die Sterne offenbaren, die an ihm leuchten. Zwolf Engel sind es. Einige von ihnen sind iiber den Osten des Himmels und der Erde eingesetzt, einige von ihnen sind tiber die Seol und die Finsternis eingesetzt. Wie sie hier sind, so sind sie auch dort. Komm, ich will dir iiber diese Erde offenbaren, die die Menschenkinder [Erde] nannten, wihrend es keine Erde ist. Vielmehr Wasser aus Hus, dem srobensMeere) ist esiy- 26... *). Jahr um Jahr und Monat um Monat liuft es und flieBt dahin und schafft eine Bahn fiir die Menschenkinder. Komm, ich will dir iiber diese Ablésung*) offenbaren, die beim Morgen- grauen aufgeht. Mancher freut sich, mancher betriibt sich dariiber. Sein Haupt ist reines Licht, (er ist) ein eheloser Mann, ein Handler, gewaltsam, tapfer, riistig und steht in der grofen Zeit*). Ein groBer Mast des Glanzes ist darin aufgerichtet, Taue des Lichtes sind darin hingelegt. Zwilf Engel ziehen sie und fiihren sie auf dem Finsterberge unter der groBen Briicke des Glanzes hin. Sie tragen sie in die Héhe und bringen sie an das groBe Tor des Jasana, an den Ort, wo dem Erbauer des Himmels und der Erde ein Thron errichtet ist. ; Komm, ich will dir iiber die Ablésung offenbaren, die in der Nacht aufgeht. Sein Haupt ist remes Wasser, (er ist) ein eheloser Mann, ein Handler, 1) Siehe oben, p. 2691. *) Zweifelhaft, schon an sich, dann wegen der Varianten NYDNID, NDNID). *) Die beiden Worte N*IONT RIINGWF (NIAN7WD5) sind dunkel. Vielleicht ist KIDWNHF ,der Steppe‘ zu lesen. *) Im Texte steht ,das hingibt“ (“7a5N°), das schlecht pat. Wegen der folgenden Worte ist kaum SWAIN ,das austrocknet* dafiir zu lesen. Doch beachte man, daB Lit. 218.4 NDAN? von Weinbelinivern’ steht. >) In der Nacht- und Tageszeit, siehe p. 262 *) Der Satz: kann sich schwer auf ,die Ablésung* beziehen. Nach dem Folgenden erwartet man, daf hier yon einem Schiffe die Rede sei. 2738, 21274, 18 Zwolttes Buch. Zweites Stiick. 971 gewaltsam, tapfer, riistig und steht in der groBen Zeit. Ein groBer Mast des Glanzes ist darin aufgerichtet, Taue des Lichtes sind darin hingelegt. Zwolf Engel ziehen sie und fiihren sie auf dem Finsterberge hin. Sie bringen sie an das grofe Tor des Jasana, den Ort, wo dem Erbauer des Himmels und der Erde ein Thron errichtet ist. Komm, ich will dir offenbaren, mein Bruder: [274] Diese Manner von erprobter Gerechtigkeit, die hier in der Tibil sind, gehen, wenn ihr Maf voll ist, von dieser Welt dorthin. Sie suchen und finden. Vom Gebete und vom Schatze des Lebens, von ihrem Gebete und ihrer Lobpreisung bekleiden sie sich mit Glanz und bedecken sich mit Licht. Gewand iiber 10 Gewand legen sie an, mit Licht tiber Licht bedecken sie sich. Sie lachen, freuen sich, htipfen, prangen und vergntigen sich. Und wir sagen: ,,Das Leben steht fest und aufgerichtet in seiner Skina; das Leben ist siegreich tiber alle Werke.“ Zweites Sttick. 15 Erster alphabetischer Psalm. Er steht auch an der Spitze der Gebetsammlung in den Pariser Handschritten Codes Sabéens 25 und 15 (hier E und F). Im Namen des grofen Lebens sel verherrlicht das hehre Licht. — Komm in Giite, Kusta, 20 Licht, das du zum Hause deiner Freunde gehest. Du bist die Auserwihlte, Sieghafte, die du deinen ganzen Stamm in Sieghaftigkeit festigst. Du bist ein vollkommenes Gimrz’), Auserwihlte, ohne Fehl. 25 Du bist der Weg der Vollkommenen, der Pfad, der zum Lichtort emporsteigt. Du bist das Leben von Ewigkeit, die du hingingest und in (jeglichem) wahrhaftem Herzen Platz Wehe dem, der auf dich nicht hort”), meme Herrin, [nahmest. 3° und dessen Pfad durch die Wohnungen der Schwelgerei in Du bist die Waffe der Vollkommenen, [Musik geht. die Wahrheit ohne Irrtum. . Du bist weise und angenehm’*), lehrest Weisheit und Lobpreis alle, die deinen Namen lieben. 1) Siehe oben, p:°158. — °) EF noch ,und horcht*; das ist iiberschiissig. *) EF hier noch ,meine Herrin‘. 35 to ut 2 2 Rechter Teil. 274, 18—275, 9 Heil dem, der auf dich hért, meine Herrin, und auf den Wegen hinter dir hergeht. Du bist der Tag der Freude, an dem es Trauer und Klage nicht gibt. Du bist ein Kranz von Siegen, um das Haupt der Erleuchteten gelegt. Du bist die Zunge des Lobpreises, die du tiéglich das Leben preisest. Du bist das erste Gerit, das das Leben geschaffen hat. Du bist das Licht der GrofSen, die du hingingest und in die Welt kamest. Du bist das Heilmittel, das alle, die deinen Namen lieben, heilet’). Du bist das Auge [275] der Manner von erprobter Gerechtigkeit, das tiglich zum Leben emporschaut. Du bist eine siiBe Frucht, von einem Geschmacke, der keinen Tod bringt”). Du bist die erste Genossin, die Pflanzung, die aus dem Hause des Lebens kam”). Du bist der erste Laut, den das Leben aus seiner Natur schuf. Du bist der Oberste der Ganzibras, dem das Leben iiber jegliches Ding die Herrschaft verlieh’*). Die Toten hérten dich und lebten auf, die Kranken hérten dich und genasen. Du vergibst den Auserwihlten und Vollkommenen, in deren Herz Kusta Platz genommen hat. — Das Leben ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Drittes Stiick. Zweiter alphabetischer Psalm. epee ae *) nach der Wohnung, in der die Sanften wohnten, und mein Herz ist unter den Auserwihlten erwihlt. *) EF: Du bist das Heilmittel, das die Schmerzen heilet, der Arzt, der alle, die seinen Namen lieben, heilet. *) BDEF: an dem kein Fehl ist. 5) EF: die von jeher war. *) EF: auf denen dein Glanz ruhet. 5) "NN ,Ather* pabt nicht. Hier ist wohl eine Form NY anzunehmen, etwa JNVSN ner weckte mich‘. 275, 10—276, 5 Zwolftes Buch. Drittes Stiick. 273 Kin Auserwihlter bin ich, ich schreite im Geruche des Lebens, der mich umfingt. Ich bin ein fremder Mann; sie haben mich mit Sehnsucht nach den guten Nasoriern erfiillt. ) [@) UL Io I wn 20 2 al Go unr 284: Rechter Teil. 285, 23287, 10 sich an die schéne Ordnung halten, die Verbeugungen verrichten, hinter den Priestern dastehn, das Pihta nehmen, KuSta reichen, die Gemein- schaft miteinander [286] herstellen, ihre Sdhne und Téchter taufen, sie das Zeichen des Lebens annehmen lassen, in deren Herzen der Glaube an das gewaltige, erste Leben ruht, die mit den Notleidenden Mitgeftihl und Erbarmen empfinden, ihre Frauen, Sdhne und Téchter am Vorabend des Tages in den Tempel senden, den Gottesdienst verrichten, in deren Haus das Almosen nicht iibernachtet’), sie es vielmehr nach dem Tempel bringen. Das gewaltige, erste Leben, das erhabene, das tiber allen Werken steht, JoSamin der Reine, Abathur, der Alte, Hohe, Verborgene, Bewahrte, der in dieser Welt Ra&na uRast ist’), Silmai und Nidbai, die tiber den grofen Jordan des Lebens und die groBe Taufe des Lichtes eingesetzt sind, die in dieser Welt Zeugen iiber die Seelen anrufen, Ptahil der Bote, dessen Name Gabriel ist*), der mit der Kraft*) des Lebens und dem Worte seines Vaters den Himmel ohne Pfeiler ausgespannt und die Erde ohne Verdichtung gedichtet hat, [durch den] am Himmel Sterne gebildet wurden, der‘auf der Erde Friichte, Trauben und Baume schenkte, Glanz der Sonne und Helligkeit dem Monde brachte, der mit der Kraft des Lebens Adam schuf, ihm Hawwa als Weib pflanzte und den Segen iiber sie sprach, so dafi bis zum Ende der Welten ihre Wurzel und ihre Stimme von dieser Welt nicht verschwinden, sie sollen allen Gliubigen und allen im Wasser getauften Mandiern beistehen, die alle diese guten Werke iiben, diese Wohltaten verrichten, das Leben bezeugen, Manda dHaije bekennen und den Lobpreis dieser drei Minner’), der Sdhne des lebendigen, glinzenden, prangenden, hellen, leuchtenden Stammes bezeugen und an ihn glauben. Dieses Gebet verrichten wir und diese Bitte sprechen wir aus, wir Priester. Manda dHaije erlése uns von der Schlechtigkeit dieser Welt. [287] Er sei uns ein Helfer, Beistand, Erléser und Erretter von den Wacht- hdusern der Planeten, vor denen die Seelen sich ingstigen, von dem Schwerte, dem Ungliick und der Seuche dieser Welt, von den biésen Plinen der Biésen, von der dritten Zunge, die weicher als Fett und schneidender als das Schwert ist, von dem bésen Geschrei, vom verderbten Kranze, vom zweiten Tode und den Augen des Schadens'‘). Der Segen, der tiber die Erde mit ihrer Verdichtung, tiber den Himmel mit seiner Zeltdachspannung, tiber die leuchtende Sonne, den Mond, der des Nachts scheint, die Sterne, die am Firmament glinzen und leuchten, 1) "yp ~and wiirde heifen ,,es gliinzt nicht“, was keinen Sinn gibt. Ich vermute AY NIN. *) D. i. der persische Rasnu razista ,,Rainu der Gerechteste“, der die goldenen Wagschalen hilt, in denen die Seelen der Abgestorbenen beim Genoht gewogen werden, siche Grundrifp der tran. Philologie Il, p. 643. *) Siehe oben, p. 3,10; 64,2 und Brandt, Rel., p. 55 unt. 4) Lies NaNoNTS, vorher steht noch im Text: und mit der Kraft des Lebens, sowie des Hibil, ah und Anos, die Muhur, Ru’ und Rast sind, (d. i. Mithra, Srao’a und Rue siche Grundrif ebda., p. 642) und mit der Kraft des Boten Ptahil‘. 5) Siehe oben, ff 250. *) D. h. dem bésen Blick, siehe auch Torin, qo, GRY) 287, 10—288, 24 Dreizehntes Buch. 285 tiber die Luft, das lebende Wasser, die Frucht der Erde, tiber Adam, den ersten Mann, sein Weib Hawwa, seine Kinder und Stimme, iiber die Gesandten und Propheten, tiber die Auserwiihlten und Vollkommenen, tiber die Glaubigen und Vollkommenen des Lichtes gesprochen wurde, werde ihnen zuteil, sowie ihren Frauen, Sdhnen und Tochtern, ihrem Kauf und Verkauf, ihrem Lande und Wasser, ihren Tieren und ihrem Gut, ihrem Samen und ihrer Saat auf dem Felde und im Dorfe. Manda dHaije sei ihnen ein Helfer und eine Stiitze in dieser Welt der Bésen. Was sie suchen, sollen sie finden, was sie erbitten, soll ihnen gewahrt werden, [sowie] ihren Freunden und den Freunden ihrer Freunde. Ferner: die Mandier, die nur mit ihrem Munde beim Namen des Manda dHaijé stehen, im Herzen aber ohne Glauben sind, die den bésen Biumen gleichen, die lebendes Wasser trinken, aber keine Friichte hervorbringen, die dem rauberischen Wolfe und dem niederstiirzenden Liwen gleichen, die nicht in den Tempel kommen, kein Gebet verrichten, nicht hinter den Priestern dastehn, das Pihta nicht nehmen, Kusta nicht reichen, [288] die Gemeinschaft miteinander nicht herstellen, kein Almosen nach dem Tempel bringen, ihre Frauen und Kinder nicht nach dem Tempel mitbringen, ihre Frauen und Kinder nicht hinschicken, am Vorabend des Tages und am Sonntag ihre Séhne nicht taufen und ihre Téchter nicht das Zeichen des Lebens annehmen lassen, die Manner, die Frauen aus den zwolf Pforten nehmen, die Jiingerimnen’), die in die zwélf Pforten eintreten, die man nicht belehren, nicht unterrichten und nicht aufkliren kann, dai das Leben ilter ist als der Tod, das Licht dlter als die Finsternis, die Guten trefflicher sind als die Bésen, das Siife angenehmer ist als das Bittere, der Tag ilter ist als die Nacht, der Sonntag ilter ist als der Sabbat, das Nasaraéertum dlter ist als das Judentum, die oberen Wesen Alter sind als die unteren, der Jordan lebenden Wassers ilter ist als das triibe Wasser des Ortes der Finsternis, zu denen ihr Priester belehrend spricht, ohne dafi sie auf ihn héren, deren Herz nicht erleuchtet ist, das sie auf den Mann, der sie belehren und erleuchten will, héren, die den Ruf des Lebens verlassen und den Ruf der Finsternis lieben, die Genossenschaft des Lebens hassen und die Genossenschaft der Finsternis lieben, den Glanz und das Licht hassen und die Wohnung der Finsternis lieben, den Jordan lebenden Wassers verlassen und das triibe Wasser lieben, gegen sie rufen wir diese als Zeugen an: Das gewaltige, erste Leben rufen wir als Zeugen gegen sie an. Josamin, den Reinen, der an den Schiitzen des Wassers und an den gewaltigen, oberen, reinen Sprudeln des Lichtes ruht, rufen wir als Zeugen gegen sie an. Abathur, den Alten, Hohen, Verborgenen, Bewahrten, der in der Hohe thront und in der Tiefe verborgen ist, der die Welten und Generationen durchschaut und versteht, der sieht, was sie tun, der tiber die Seelen ein- 1) SMNTINN kann nicht Priesterinnen bedeuten, da es solche bei den Mandiern nicht gibt. eal =] [e) _ 5 nN wm OD ° a) vi i) uw 20 N ut 30 39 286 Rechter Teil. 288, 24—290, 7 gesetzt ist, um alle Werke, die sie tun, zu wigen, rufen wir’) als Zeugen [289] gegen sie an. Hibil, Sitil und Ano’ rufen wir als Zeugen gegen sie an. Die Sonne und ihren Glanz, den Mond und seine Helligkeit rufen wir als Zeugen gegen sie an. Den Sonntag und das Almosenwesen *) rufen wir als Zeugen gegen sie an. Den Ruf des Lebens, das Wort, den Befehl und die Warnung, die aus dem Hause Abathurs und aus dem Hause des grofen, ersten Lebens kam, rufen wir als Zeugen gegen sie an. Die Priester mit ihrem Zeichen, ihre Gebete, Bitten, Hymnen, Gebets- ordnungen, Reden, die Kreuze*) des Glanzes und die Olivenstibe des Glanzes sind als Zeugen gegen sie angerufen. Diese Rede, dieser Befehl und diese Warnung wurden uns aus der Lichterde verlichen. Ano’-Uthra, der Gesandte, brachte sie und gab sie den Priestern wieder*), um den Welten und Generationen davon zu sprechen und sie héren zu lassen, damit man ihnen glaube, auf dafi sie sprechen, erhért werden und Glauben finden und man sich nicht davon abwende. Wenn jemand sich von dieser Rede, diesem Befehle und dieser Warnung abwendet, die Ano’-Uthra, der Gesandte, nach dieser Welt der Bésen und dem grofen Orte, der reich an Bésen ist, brachte, so soll das Kénigtum sich gegen ihn wenden’). Die Sonne und ihr Glanz, der Mond und seine Helligkeit, das Wasser und seine Kraft, der Wind und seine Annehmlichkeit, das Feuer und sein Schimmer, die Erde und ihre Friichte, der Himmel und sein Tau, die Welt und die Gliubigen in ihr, der Tempel, die Priester, der Sonntag, das Almosenwesen, das Pihta, Kusta und Mambtha, der Jordan, in den sie hinabstiegen, in dem sie die Taufe empfingen und aus dem sie das Zeichen empfingen, sollen Zeugen gegen sie sein. Ferner rufen wir diese wahrhaften Zeugen gegen alle an, Mann und Weib, Knaben und Madchen, die sich zum Namen des Manda dHaijé be- kennen, sich aber im Jordan nicht taufen lassen und sich mit dem Namen und Zeichen des Lebens nicht gezeichnet haben. [290] Sie stehen aufer- halb der Ku&ta und tun Dienste auSerhalb der Gnade‘). Wir Priester belehren sie und wecken sie, doch sie wollen nicht héren und nicht glauben, so werden sie denn wegen ihrer eigenen Stinden zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn sie sich jedoch belehren lassen, von Manda dHaije, der der erste Gesandte ist, zeugen, nach dem Willen ihres Herrn und dem, was die Priester ihnen sagen, handeln, so wird ihnen ein Siindenerlasser zuteil werden. Wenn sie nicht handeln und nicht héren, diese Belehrung nicht 1) Lies prward, so auch im Folgenden. *) Siehe Joh. I, p. 5. *) Das Banner der Mandier, siehe Joh. II, p. 1854. *) Unsicher, ob DAN) statt DAN zu lesen ist. 5) Die Worte Fby aM NMYDOND sind vielleicht eingeschoben, so dafi das Folgende der Nachsatz ist. *) Zitiert aus p. 276, 29f. 290, 7—22 Dreizehntes Buch. 287 bezeugen und auf sie nicht héren, wenn sie nicht fest (im Glauben) stehen und ihren Priestern nicht glauben, so wird ihnen kein Stindenerlasser zu- teil werden. Wenn sie nicht tun, was man ihnen sagt, sich nicht an die Ordnung halten, die Lehre, die der erste Gesandte ihnen anempfohlen, nicht bezeugen, so werden sie einen Siindenbinder haben und wegen ihrer Hinde Werke zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn sie wach und wachsam sind und der Mana, der in ihnen wohnt, erweckt ist, so werden sie in den Wachthiusern der Planeten, dem Gerichtshofe, nicht zur Rechenschaft ge- zogen werden, und die Hand der Planeten wird keime Macht iiber sie haben. Auch ihren Frauen, ihren Séhnen und Téchtern, die gekommen sind und kommen werden, wird ein Siindenerlasser zuteil werden. Auch den Priestern und Gliubigen, die diese Belehrung den Mandiern zukommen lassen, wird ein Siindenerlasser zuteil werden. Das Leben ist siegreich tiber alle Werke; das Leben ist siegreich. Doch Ruha, ihre Kinder und ihre Geschépfe unterliegen insgesamt fiir alle Ewigkeit. wn ut Io 15 25 q oP (Y ° \ 0) A Vierzehntes Buch. Der Traktat nennt sich ,Das Buch vom grofen Nbat*. Nbat wird an die Spitze der Schépfung gestellt, von dem der vorausbestimmte Jawar und dann in einer zweiten Schépfung Jos’amin ,der Zweite“ ausgehen. Daran schlie{t sich ein anderes Stiick an, in dem der Schépfer das Leben und der erste Geschaffene der Mana Jawar ist. Das Leben beunruhigt sich iiber die Absichten JoSamins, auf dessen Schépfungspline hier wie sonst mit unklaren Worten hingewiesen wird. Jawar bemiiht sich, das Leben zu beruhigen. JoSamin sucht eine Schépfung zu vollziehen, wird aber von den tiber ihn eingesetzten Wachtern daran gehindert. Er schafft jedoch Séhne, die ihn dazu dringen, eine eigene Welt zu bilden. Er gibt ihnen den Auftrag, und sie schaffen eine untere Welt; an der Arbeit beteiligt sich besonders B’haq- Abathur. Von dessen Sohne Ptahil werden die Planeten geschaffen. Das Stiick zeigt Beriihrungen mit dem dritten Buche, siehe p. 63f. In sprachlicher Hinsicht teilt es einige Higentiimlichkeiten mit dem elften Buche, so im Gebrauche von Dy mit" (Text 292,19; 293,20) und von NDW) ANDY, siehe p. 250. [291] Im Namen des grofen Lebens. Dies ist das Mysterium und das Buch vom grofen Nbat, der hervorkam, aufleuchtete, aufbliihte und gewaltig wurde. Vor ihm kamen Uthras hervor. Bei der ersten Hervorrufung sprach und rief er hervor achthundert Uthras mit einer Hervorrufung. Es kamen und stiegen empor zwei Uthras. Hervor- gerufen wurde Jawar, der Vorausbestimmte, von dem ««««x. Bei der zweiten Hervorrufung kamen und stiegen empor Jo’amin und Sar-Ziwa. Bei der dritten Hervorrufung kamen und stiegen empor geliebte, erwihlte, sanfte, ruhige Uthras, deren Namen Sar’) und Smir sind. Ihre Namen wurden zu zweien in einer Skina gegriindet. Alsdann verbreitete er sich aufbliihend, erleuchtete und belehrte. Sie?) kamen zu seiner Rechten und Linken hervor, er breitete Lobpreis iiber sie*), und sie erglinzten in ihren Gewiindern. Ihr Glanz vermischte sich miteinander, sie strahlen, leuchten und gliinzen, denn an ihrem Gewande war weder Blut noch Fleisch, nicht war daran Eis und Verderben. *) Lond. AC haben OND. Es findet sich dfter YD OND oder NVMD RIND OND (siehe p. 67, 21 und Lit., p. 282 unt.), nicht aber OND und 7D als zwei verschiedene Wesen. Danach ist IND hier wohl urspriinglich. Auch Leid. hat ND. 2) Die Uthras. 8) Siehe oben, p. 552. 291, 43—293, 7 Vierzehntes Buch. 289 Bei der ersten Hervorrufung, die geschah, wurde der Mana Jawar-Smir i) hervorgerufen. Jawar, der wohlbewahrte Mana, erhob sich und sprach zum Leben, seinem Vater: [292] ,Du, Leben, mein Vater, du bist groB, nicht germg. Du hist gewaltig, nicht klein. Weit ist der Glanz an deiner Rechten, weit der Glanz an deiner Linken und grof das Licht tiber dir. Dieser Jordan lebenden Wassers ist vor dir kein Wasser. Die Tannas schmolzen und verbreiteten sich aus dem ersten Behilter iiber die Erde des Athers.“ Als das Leben, sein Vater, diese Worte von Jawar-Ziwa horte, gefiel es ihm so sehr, daB es die Rechte auf ihn legte, ihm einen Kranz von Siegen um das Haupt legte, ihn von seinem Wissen lehrte und ihn ,,Unser Gewand* und ,,Unser Wort“ nannte. Er wurde das Wort des Lebens genannt. Darauf erhob sich das erste Leben von seiner eigenen Skina, das Grofe betete und pries seinen Vater’). Das Wort kam ihm vor seinem Vater heraus, da sprach er zu ihm’): ,,Du darfst in deiner eigenen Welt alles, was du in Giite erdenkest, tun, und es ist mir lieb. Doch ist es mir unlieb, wenn du HaSliches ersinnest. Fern liege es, daf HafBliches bei dir sei. Vielmehr komme der Segen, mit dem ich dich gesegnet, tiber dich, und die Lichtwesen sollen sich auf der Erde des Athers vermehren. Denn ich bin der Sohn des Jawar. Mit dem Worte meines Vaters habe ich dich hervorgerufen, und durch seinen Befehl kam alles zustande, was er ersonnen. Auch du tue nichts ohne Befehl, sondern handle nach meinem Befehle. Dann werden deme Werke gelingen und deine Gestalt in hohem Glanz mit den Uthras leuchten, die du geschaffen. Diese werden erwdhlt, sanft und ruhig sein. Du wirst leuchten, und leuchten werden deine Geschdpfe. Was sie sagen, tritt in Erfiillung. Die Grofen, ihre Séhne und die Geschiépfe, die sie geschaffen, erhalten Bestand.“ Alsdann erhob sich das erste Leben von seiner eigenen Skina, es bliihte auf, brachte zum Aufbliihen und schuf vor sich‘) 360 Jordane. Uber jeden Jordan setzte es zwei Hiiter ein. Die Uthras, die tiber den ersten Jordan eingesetzt wurden, hatten den Namen [293] Adatan und Jadatan. Im Namen jener Uthras wurden 800000 Myriaden Uthras geschaffen. An jenem Tage wurden Uthras ohne Zahl geschaffen und wurden in jenem Jordan des Wassers getauft. Dort wurden 800000 Myriaden Uthras getauft und empfingen das Zeichen. Tausend mal tausend Uthras wurden getauft und durch den Glanz des Lebens gefestigt. Darauf bliihte das Leben auf und lief 360 Lichtwelten aufbliihen. Es schuf den sanften, ersten’) Uthra, das Haupt der Schépfung, und machte 2) Lond. ABCD und Oxf. haben 73% ,,wurde von ihr Jawar-Smir hervorgerufen“. 2) Es ist nicht klar, wen der Verfasser sich als Vater des ersten Lebens denkt. Der Vater bezeichnet sich weiterhin als Sohn des Jawar, wihrend dieser eine Schépfung des Lebens ist. ®) Der Vater zum Leben. 4) Leid. hat }PNONTIP. 5) Steht hier im Sinne von ,,hervorragend. Lidzbarski, Ginza. 19 al al re) iS) Leal 35 wai Io 15 20 2 Ul 30 290 Rechter Teil. 293, 7—294, 9 ihn zum Haupte seiner eigenen Welt — es gibt nichts, das endlos wire, \— +xx«* Myriaden Uthras in jener Welt des Lebens, im Jordan, in dem die Uthras gebildet wurden, in jener Skina, in der sie das Zeichen empfingen. An jenem Jordan war nicht Hag, Eifersucht und Zwietracht, an ihm war keine Unruhe, an ihm war keine Wirrung, an ihm war kein Zorn. Nbat- Ziwa schwang sich auf das Wasser, das Wasser brach hervor und stieg seinem Glanze entgegen. Darauf vermischten sich beide miteinander. Sie bliihen auf, werden gewaltig und glinzen in ihrer Gestalt wie ein einziger Glanz. Das Wasser gleicht dem Glanze, und der Glanz gleicht dem Wasser. Die Erde jenes Jordans’) gleicht einem gliinzenden Zeltdache und einer unerforschlichen Héhe. Alle*) wohnen im Anteil des Lebens, sie leuchten, strahlen und glinzen. Sie bliihten auf und lieBen aufbliihen, und ihre Gestalt bliihte auf. Dort war keine Verwiistung, noch zeigte sich der Plan des Vaters der Uthras*). Der Glanz des JoSamin hiiufte sich dort nicht, und dieser iiberhob sich nicht zusammen mit den Uthras. Dort gab es keine Groimichtigen, sondern einer war bescheidener als der andere, und ihr Herz war ruhig und demiitig. Der Herr der Gréfe*) frohlockte tiber seine Stéhne, die Uthras, und sie freuten sich ihres Vaters, des Herrn der GréBe. Ihr Glanz leuchtete aneinander, und sie preisen den Glanz ihres Vaters, der ihnen diesen Glanz verlichen und diese Welt ihnen geschaffen hat. Alsdann rief das Leben [294] den Jawar-Ziwa, in dessen Namen es 900000 Myriaden Uthras hervorbrachte. Es schuf ein Abbild*), gab es ihm mit und sprach zu ihm: ,Geh, tritt vor den Zweiten’) mit diesem Abbild, wir wollen sehen, was er sagt und worauf er sinnt.“ Da trat er vor ihn hin und sprach zu ihm: ,O JoSamin, Sohn der Dmuth-Haije*)! Mein Vater hat mich hierher gesandt. Ja, das Leben, dein*) Vater, hat mir dies befohlen. Es sprach: JoSamin weif nicht, wer du bist.“ Ob des Glanzes des Abbildes, das das Leben Jawar mitgegeben, erbebte und erzitterte die ganze Skina des Jo’amin. Der Thron des JoSamin erlag, so das er zusammenknickte*’). Die Frauen*’), die vor ihm standen, er- schraken. JoSamin erhob sich und wankte’*’), er erhob sich und wankte, SD) SEIS) 1s TY, 2) An den Ufetn? 5) D. h. die Uthras. *) Der Vater der Uthras ist Abathur, siehe p. 97 unt., und zum Plane Abathurs siehe p. 174,20ff. Freilich ist sonst hiufiger vom ,,Plane‘‘ JoSamins die Rede, siehe p. 147,28; 167, 28, und dies wiirde auch zum Folgenden besser passen. >) Dieser erscheint hier unerwartet, siehe oben, p. 4. °) Oder ,,sein (des Jawar) Abbild“. In Leid. ist der Endbuchstabe zwar lang gezogen, steht aber am Ende der Zeile. Das ,,Abbild“ ist wohl auch hier als Gattin gedacht, siehe p. 1445, *) D. h. Josamin, das zweite Leben. ‘) Vgl. Joh., p. XXIII unt. und hier, p. 118,13. ®) D hat ,mein Vater“. *) NDIINN ist Inf. zu powny, siehe R 173,8; 362,10. “) Higentlich ,,Wolken“, siehe Uthra, p. 539 unt. ™) Dies scheint der Sinn von NIMDY zu sein, das nur an dieser Stelle vorkommt. Eg kann nicht zu \JDN gehéren: ,,versuchte zu gehen“ od. ahnlich. 294, 9—295, 12 Vierzehntes Buch. 291 denn er hatte keine Kraft, vor dem Glanze des Abbildes zu stehen. Die FiiBe standen ihm nicht auf dem Gestelle, und sem Herz wurde vor dem Abbilde unruhig hin und her geworfen. Jawar nahm wahr, wie sehr das Herz des JoSamin erschrocken war, da milderte er seinen Glanz und dimpfte*) sein Licht und hemmte?) die Augen des Zweiten, in das Licht zu schauen. Jawar milderte seinen Glanz, faBte ihn bei der Flache seiner Rechten, richtete ihn hoch vor sich auf und sprach zu ihm: ,Halte dich fest, halte dich fest, mein Sohn. Siehe, der Glanz deines Vaters ist gréBer als dein Glanz. Das Leben, mein Vater, gedachte in Giite deiner. Ich bin das Leben, der Sohn des Lebens, mich, seinen Sohn, hat es zu dir gesandt.“ Das Herz des JoSamm nahm sofort Hochmut an, und er sprach: ,,Was hat es zu bedeuten, daf§ das Leben meiner gedacht hat? Ich bin ein Grofer!* JoSamin sagte sich aber: ,Das Leben kennt mich nicht, warum sollte das Leben meiner gedenken? Es bringt mich nicht zu sich empor, denn mein Herz ist des Glanzes bar, vom Lichte abgeschnitten.“ Alsdann lief Jawar eme Lobpreisung von JoSamin zum Leben empor- steigen, und das Leben empfand Mitgefiihl mit Josamm. Es legte die Rechte auf ihn, reichte ihm Kusta, und er reichte KuSta seinen Sdhnen, den Uthras, die vor ihm saBen. Denn noch war, was kommen sollte, nicht eingetreten. Darauf — es gibt nichts, das endlos wire, — [kam] der Gedanke dem Herzen des JoSamin. Denn als er diesen Gedanken hegte, lef ihn das Leben [295] nicht an sich herankommen. Doch weil er sein Sohn war, ziirnte es ihm nicht; als einer aus seiner Wurzel war er geschaffen worden. Als dieser Plan aufkam, wurde er noch nicht ausgefiihrt, — es gibt nichts, das endlos wire, — sowohl iiber das, was gemacht wird, als iiber das, was geschaffen wird, als iiber das, was gewesen ist. Ja, das Leben wufte, was von Jo’amin geschehen wiirde, doch wahrte es Schweigen und fragte aus(!). Es sprach: ,Wann wird denn der Zweite fiir sich Sdhne zeugen, wie er es im Sinne vorhat?“ Da sprach Jawar, das Wort’), die geliebte erste Schépfung, an dem das Leben Gefallen hatte und dem es Bestand verliehen hatte, zu ihm: .Wihrend du, mein Vater, dasitzest, hin und her fragest und redest, ist dieses Wort*) in Erfiillung gegangen.“ Das Herz des Lebens beruhigte sich dartiber nicht, sondern es sprach zu ihm: ,Du bist zu allem befugt, was du sagest.“ Das Leben verlieh ihm Gewand iiber Gewand und sprach zu Taurél, der Jawar genannt wird, dessen Name Sam-Smir-Ziwa, ist, folgendermafien: 1) Lies FMDONM, eigentlich ,er unterdriickte‘, vgl. hebr. yom und babyl. sukmusu. Leid. hat Syp wn) Ay Amox. Siehe auch p. 261°. 2) Siche p. 258%. 8) Dies ist Epitheton Jawars, nicht Objekt zu WOANDN. 4) Wohl } NM statt ninmd zu lesen. Gemeint ist das soeben ausgesprochene Wort des Lebens. 19* ut — oO NO wt 30 35 I Ww 20 25 30 35 292 Rechter Teil. 295, 12—296, 18 ,Geh, wirf wundersames, lebendes Feuer von Glanz und Licht mitten unter unsere Welten. [Unsere] des groBen (Lebens) [Welten] sollen oben, und die Welten des Zweiten sollen unten sein. An der Grenze jenes Ortes’) sollen die Wasserbiiche flieBen; da sei die Grenze und das Endma6 fiir alle Welten*. Es hiufte dem Jawar Gewand tiber Gewand, es setzte tiber ihn zwei Hiiter ein, Ogar-Hai und Pta-Hai, und gewihrte ihm Glanz tiber Glanz, reichlicher als er hatte. Darauf liste Jawar das Herz des grofen Lebens in grofen Pforten’). Alle Uthras iiben trefflich aus, wozu das Leben, mein Vater, ihnen rat”). Jawar sprach zu den Uthras und wurde erhért, er, dessen Name Sam-Ziwa ist. Alle Uthras dankten Jawar und dankten dem Leben, wie sie es von ihm horten. Dann sann (JoSamin) nach, sein Gedanke wurde schwanger, und der Gedanke war nahe daran, im Zweiten geboren zu werden‘). [296] Er erhob sich und wollte aus dem ersten Jordan des Lebens eine Schiépfung voll- ziehen. Doch die beiden Uthras lieBen ihn nicht, die Wachter, die iiber ihn eingesetzt waren, deren Name Adatan und Jadatan ist, die die Taufe vollziehen, deren Zeichen das Leben angenommen und deren Taufe es bestiétigt hat. ,Du bist nicht befugt“, sprachen sie zu ihm, ,aus diesem grofen Jordan eine Schépfung zu vollziehen, auf dem das Leben das Zeichen aufgerichtet, iiber den es Rede und Gehir hat, aus dem es schafft, was es will.“ Da sprach er zu ihnen: ,,Wo soll ich hinziehen, um Geschépfe hervor- zurufen und Stéhne zu schaffen, wie das Leben mich geschaffen und zu seinem Sohne gemacht hat?“ Darauf erwiderten sie ihm: ,Wir sind Séhne, nicht Viter, wir sind zu nichts befugt. Wir haben nur den Jordan lebenden Wassers zu bewachen, zu bewachen, was in ihm ist. Du, du hast die Macht zu allem, was du erdenkest.“ Da ging er hin, stellte sich an die Spitze des unteren Jordans, unter den oberen Jordan. Er sprach und rief aus ihm drei Erstgeborene hervor. Sie waren eins, doch ihr Abbild zwei und dieses von einem Zorn. Alsdann — es gibt nichts, das endlos wire. — Die Sdhne des Zweiten riefen ihm in der Skina ihres Vaters‘) zu; wihrend das Leben Schweigen wahrte und sein eigenes Wort bei ihm bewahrt blieb. Darauf wurden die Sthne des Zweiten (eines Gedankens) schwanger, ein Gedanke kam ihnen, und sie sprachen zu ihrem Vater: ,Diese Welt, die aus- gedehnt ist, und dessen Glanz sehr ausgedehnt ist, ist deine und unsere Welt. Woher kommt es, da wir in ihr nicht wohnen?* Da erwiderte er ihnen: ,, Wir ") Zwischen der Welt des Lebens und der Welt des Zweiten. *) Der Satz ist verstiimmelt. *) Auch dieser Satz ist wahrscheinlich nicht in Ordnung. *) Siehe oben, p. 78°. >) Vielleicht so, d. h. des Lebens. Leid. hat INN N87 WP), doch ist der Text hier iiberhaupt nicht in Ordnung. 296, 18—297, 21 Vierzehntes Buch. 293 wollen heber in der Welt des Lebens nicht wohnen, einem Insassen gleich, der kem eigenes Heim hat, den der Hausherr zum Zorne reizt und ihm (bése) Worte ins Ohr wirft. Wenn ich in der Welt des Lebens wohnen sollte“, sagte er zu ihnen, ,,so wiirde ich (freilich) dort sitzen bleiben.“ Doch sie sprachen zu ihm: ,,In einer Welt, die nicht dein ist, wollen wir nicht sitzen.“ Da schalt sie ihr Vater heftig*), doch kiimmerten sie sich nicht um das Schelten ihres Vaters und wollten ihm einen hiSlichen Rat erteilen. Manchmal nahm ihr Vater ihren Rat an, manchmal wiederum nahm er ihn nicht an. Darauf sprach Jo’amm: ,,ich will mich erheben und zum [297] Leben emporsteigen, auf daf} es mich ausfiihren lasse, was ich wiinsche, was aus mir hervorkommen soll.“ Das Leben wufite, worauf der Zweite sann, und es sprach: ,,Einmal handle er, und es gelinge, dann handle er wieder, und es gelinge nicht.“ JoSamin wufte nicht, dai das Leben diesen Fluch iiber ihn gesprochen. Kr erhob sich und hérte auf das, was seine Séhne gesprochen hatten. Er verlieh seinen Sdhnen von seiner Kraft, seinem Glanze, seiner Macht, seinem Kénnen, seiner Rede und Erhérung und schickte sie hin, indem er zu ihnen sprach: ,Gehet hin, tuet, was ihr wiinschet und mir angeraten habet; machet es gut, nicht schlecht.“ Da zogen sie hin an das Ende aller Welten, an das Ende aller Skinas, sie lieBen sich nieder, riefen hervor und dichteten die Dichtung’) der weifen Erde, doch gelang es ihnen nicht, eine Glanzerde zu schaffen gleich der Erde des Athers. Sie schufen und griindeten jegliches Ding auf den Welten, sie schufen die vier riistigen Manner, schufen die Sdhne des Heils. «««*«** B’haq-Uthra rief hervor und schuf fiir sich’) eine Welt, als seine beiden Briider nicht bei ihm waren. Denn ihr Sinn war ihm abhold, sie standen nicht auf seiner Seite, sie redeten nicht nach semer Rede und hérten nicht nach seinem Gehor. Als B’haq hervorrief und schuf, trat er hin und schaute auf diese Welt: sie war nicht weit, noch gro, gleich den Welten des grofen Lebens. Als er auf seine eigene Welt schaute, nannte er sich ,Vater der Uthras‘“’*). (Gleich dem grofen Leben benannte er sich Adam der Grofe; darob zurnte es ihm aus dem Lichtorte.»> Dann entstand der Sohn des Vaters der Uthras, der sich selber Vater der Uthras nannte. Er nannte seinen Sohn Ptahil: Die Offnung, der ich die Augen gedffnet, doch wurde sie nicht sehend’). Da erhob sich Ptahil, 1) Es ist nicht einzusehen, warum er sie schilt, da ihre Worte der von ihm geduferten Ansicht entsprechen. Oder ist won statt No zu lesen: ,in einer Welt, die nicht uns gehirt, wollen wir nicht sitzen‘; sie wollen sich eine eigene Welt bauen? 2) Vgl. Joh. I, p. 67 Anm. 8) Leid. hat hier noch Swansd. 4) B’haq wird mit Abathur identifiziert, siehe oben, p. 97 unt. 5) Der Verfasser will eine Erklarung des Namens Ptahil (omNMD — ASN) geben. Bei NONOD dachte er nur an die Bedeutung ,éffnen‘ nicht auch an .,Schaffen“, was es auch bedeuten kann, siehe Lit., p. XXIf. ue iS) 5° N eas 30 35 Lea 294. Rechter Teil. 297, 21—298, 15 der Sohn des Vaters der Uthras, der sich selber Vater der Uthras nannte, ging hin, stellte sich an das gemischte Wasser und an das gemischte Feuer, in dem lebendes Feuer und verzehrendes Feuer ist, und das Wasser der Erde, in dem triibes Wasser und lebendes Wasser ist, er gedachte, eine Schipfung zustande zu bringen [298] und sprach: ,,Ich will Uthras schaffen und vor mir aufstellen, wie mein Vater mich geschaffen.“ Mit dem ersten Worte sprach er und rief hervor, und es kamen empor und stiegen vor ihm die sieben Planeten auf, die Verderber und Verdorbenen, an deren Gewand Blut und Rote ist. Ihr Gewand gleicht der roten Farbe, es leuchtet nicht und ist nicht weiB. Sie alle taugen nichts, denn sie gleichen dem Blute, und ihr Name ist im Munde von schlechtem Geschmack. Die Seelen, [die] von hier scheiden, steigen wieder zu ihrem Ort empor. Die von hier weggenommen wurden, kehren wieder heim.; Doch alle Seelen, die sich zu Bildwerken bekannten, steigen nicht zu uns empor, sind fiir uns ungeeignet und werden die Welt des Zweiten nicht schauen. Der Stamm der Seelen der Nasorier danke nicht den Planeten, sondern dem Leben und Jawar «sxx. Sie steigen empor, denn als das Leben den Jawar zu Ptahil und allen biésen Engeln sandte, «xxx xxx’). Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den Verstehenden und der Wohnung”’) der Verstehenden. Leben den Minnern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich. 1) Dieser Satz gehért vielleicht an die mit + bezeichnete Stelle. ?) Leid. hat yy) ,und den Helfern“. GE, NWA \} SSS Fiintzehntes Buch. Ich fasse die folgenden zwanzig Stiicke als ein Buch zusammen. Am Anfange steht zwar nicht die tibliche EHinfiihrungsformel, doch haben sie einen gemeinsamen Kolophon. Die meisten Stiicke sind verwandten Inhaltes: ein héheres Wesen wird ausgesandt, um die Glaubigen oder andere Genien zu ermahnen und zu belehren. Es spricht teils von sich in 5 der ersten Person, teils wird von ihm in der dritten Person erzihlt. Die Stiicke zeigen auch einige stilistische Bertihrungen, so die éftere Verwendung der Verba TNT) TPND) NW, des Wortes Rwayw, der Zahl 61. Hinige mégen auch von demselben Verfasser herriihren, doch ist es schwer die Grenze zu ziehen. Erstes Stiick. Anos, das ,,Wort*, begibt sich im Auftrage des Lebens in die Welt, um die Glaubigen aufzuriitteln, sie zu belehren und zu warnen. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich bin ein Wort, ein Sohn von Worten, der ich im Namen des Jawar hierher gekommen bin. Das groBe (Leben) rief, beauftragte und riistete mich’), mich Anos, den grofen Uthra, den Sohn Gewaltiger. Es rief, beauftragte und riistete mich, es schuf mir Helfer. Die Helfer, die es mir schuf, waren sanfte, feste Uthras. Es sandte mich aus, das Zeitalter zu behiiten’°), die Schlummernden aus ihrem Schlafe aufzuriitteln und aufzu- Es sprach zu mir: [richten. 1) ANT kann hier in Verbindung mit TPND auch ,,ermahnen* bedeuten. 2) Jedes Zeitalter hat seinen Hiiter; der Ausdruck NNT NON »Behiiter des Zeit- alters ist haufig, siehe Joh. II, p. 93°. wt 296 EXO) 25 40 Rechter Teil. 299, 12—300, 1 ,Geh, bilde dir einen Anhang aus der Tibil gleich dem Anhange, den wir uns gebildet haben. Erwihle und hole Erwihlte aus der Welt. Erwihle wahrhafte Manner und Frauen, die gut und gliubig sind. Erwiihle und hole die Seelen, die des Lichtortes wiirdig und wert sind. Gewahre ihnen Belehrungen, durch die sie belehrt werden sollen. Gewihre ihnen geheime Spriiche, damit sie ihre Wunderkrifte den Unholden hier zeigen kénnen. Sie sollen zu ihnen mit ihrer reinen Stimme sprechen und Namrus von ihrem Throne heruntersttirzen. Angst befalle die Planeten, die Herren dieser Welt. Belehre die Nasorier, Manda&er und die Erwihlten, die du aus der Welt erwihlt hast, die im Namen des Lebens in der Tibil verfolgt werden.“ Es spricht zu ihm: »Hrwihle Erwihlte der Kusta und fiihre sie zum lichten Wohnsitz empor. Erwihle sie und festige sie, damit sie ohne Mangel und Fehl seien. Unterrichte sie tiber die Gebete, Hymnen und Gebetsordnungen, damit sie den Gehalt*) des Lichtes schauen und sich belehren Belehre die Seelen, damit sie nicht sterben und untergehen, [lassen. nicht in der finstern Finsternis gehemmt werden. Nicht soll Namrus sie verderben, nicht in den Wohnungen der Schwelgerei in Musik gefangen Es spricht: [halten. “ , Wenn du dich auf die Erde Tibil begibst, ; sollen die Bésen nicht von dir wissen”), und der Glanz deines Gewandes soll sich nicht verdunkeln. Sie sollen dich nicht aus dem oberen Firmament herunterstiirzen, dich nicht in den Ort der Finsternis werfen. Angstige und fiirchte dich nicht und sage nicht: ich stehe allein da. Wenn Angst dich befiillt, werden wir alle [800] bei dir sein. Wir alle werden zu dir gehen und werden dir Helfer sein. 1) Eigentlich ,,Geschmack“. *) Hier liegt kaum N7y im Sinne sich stiirzen auf wie im Syrischen vor. 300, 2—20 Fiinfzehntes Buch. Erstes Stiick. 997 Helfer werden wir dir sein und dich von allem Hiflichen befreien. Belehre die Nasorier, Mandier und die Erwihlten, die du aus der Welt erwihlt hast. Sprich zu ihnen von Gebet und Lobpreis, 5 da sie es in grofer Zahl verrichten und es ohne Mangel und Fehl sei. Sie sollen das Gebet nicht bei Nacht und Dunkelheit verrichten, zu einer Zeit, in der das Gebet verborgen bleibt’). Die nicht das Gebet zu seiner Zeit verrichten, 10 werden am Tore des Hauses des Lebens gefesselt werden. Sie werden gefesselt werden am Tore des Hauses des Lebens, bis das Tor des Hauses des Abathur gedffnet wird. Wenn das grofie Tor des Hauses des Abathur geiffnet wird, werden Gebet und Lobpreis an ihren Ort emporsteigen. 15 Emporsteigen werden Gebet und Lobpreis an ihren Ort und am Orte verborgen werden, aus dem sie gekommen sind. Wer Gebet und Verbeugung nicht zu ihrer Zeit verrichtet, wird im Hause des Abathur einer Priifung unterzogen werden. Er wird im Hause des Abathur einer Priifung unterzogen werden, 20 wegen der unniitzen Dinge, die er in dieser Welt geiibt hat. Meine Auserwiahlten! Ich will zu euch von den einzelnen Mysterien die Namrus itiber diese Welt ausgeteilt hat. [sprechen, Ich will zu euch von dem biésen Gifte sprechen, das Namrus unter den grofien Stamm des Lebens geworfen hat. 25 Sie warf unter meine Jiinger HaB, Eifersucht und Zwietracht. Meine Auserwihlten! Euch rufe ich zu und sage ich, da ihr die Verfehlungen der Namrus, des ..... ‘) und der sieben Planeten nicht begehen sollet. 30 Wer ihre Verfehlungen begeht, wird in der Fessel schwarzen Wassers sterben. Wer ihre Werke iibt, wird durch das Schwert und den Sibel der Planeten hingerafft [werden. 35 Hingerafft wird er werden durch das Schwert und den Sibel der und im verzehrenden Feuer verbrannt werden. [Planeten Sein Name wird aus dem Hause des grofen Lebens ausgerissen werden, und er wird keinen Anteil am Lichte finden. Wer im Glauben der Ekurs wandelt, 40 wird in brodelnden Kesseln sieden. 1) Siehe p, 222 unt. 2) Vel. Joh. I, p. 108°. 15 25 3) 298 Rechter Teil. 300, 20—301, 15 Wer Wein in der Schenke trinkt’), den wird man mit Sigen von ..... *) zersagen. Eine Frau, die Gold und Silber anlegt”), wird eines doppelten Todes sterben. Wer bei seiner Frau liegt und sich nicht mit Wasser wascht, wird im Leibe des Leviathan seinen Platz finden. Jede Frau, die sich nicht mit Wasser wischt, wird Schlag auf Schlag erhalten. Der Hiiter des Lichtes wird sie schlagen, [301] und sie wird vom Lichtort abgeschnitten werden. Verfluchen wird sie der reine Name und die Ader (lebenden Wassers), die endlos ist. Wenn irgend jemand, wenn seine Frau sich nach der Unreinheit und [Menstruation wischt, schon an jenem ersten Tage bei ihr liegt, so wird sein Name vom Hause des groBen Lebens abgeschnitten werden; in Nebelwolken der Finsternis wird man ihn stehen lassen. Man wird ihn stehen lassen in Nebelwolken der Finsternis, und seime Augen werden das Licht nicht schauen. Wer von der Speise der zwolf Pforten ift, wird aus der Welt verschwinden. — Fern liegt es dem Lichte, Anteil zu wiinschen an Triibungen’*). Ja, am Ende des letzten Zeitalters wird es unter den Priestern solche geben, die ohne Eifer und Wiirde, ohne Vernunft und Ordnung sind und bei denen die Reinheit des Jordans keinen Platz gefunden hat. Bis zum fiinfzehnten Lebensjahre wird der Vater wegen der Siinden seiner Kinder zur Rechenschaft gezogen, so er ihnen nicht mit warnender Stimme zugerufen, sie nicht aus dem Schlafe aufgeriittelt, sie nicht Gebet und Lobpreis gelehrt, sie nicht die Pfade der Ku&ta und des Glaubens zum Lichtort hat gehen lassen. Wenn das fiinfzehnte Lebensjahr herankommt, werden die Kinder wegen ihrer eigenen Siinden zur Rechenschaft gezogen. Wer seine Tochter an die zwolf Pforten ausliefert, den wird man in Trauer und Klage sitzen lassen. Man wird ihn sitzen lassen in Trauer und Klage, und der Kranz der Finsternis wird ihm auf das Haupt gelegt [werden. SNe, Moin, Wh yo), SR) *) Siehe Joh. II, p. 99% und oben, p. 1945. 8) Siehe Joh. II, p. 191. *) Der Verfasser bewahrt das Licht davor, mit den genannten Scheuflichkeiten etwas zu tun zu haben. Siehe Joh. HW, p. 98°. Die folgenden Stiicke in Prosa sind eingeschoben. 301, 15—302, 8 Finfzehntes Buch. Erstes Stiick. 299 Auf das Haupt wird ihm der Kranz der Finsternis geleot werden, und er wird mit FeuergeiBeln gepeitscht werden. Er wird zur Rechenschaft gezogen werden im lodernden Feuer, in Glut, Eis und Brand, worin die Seelen der ..... zur Rechenschaft gezogen werden. Denn sie (die Tochter) hat sich von Lohnzahlung') und Almosenspende [des Jawar losgesagt und sich von meinem Nasgardertum getrennt. Sie trennte sich von meinem Nasarijertum, und er (ihr Vater) ging hin und pflanzte sie in das triibe Wasser. Wenn sie den Ekurs Opfergaben bereitet, wird tiber ihren Vater das Urteil gesprochen werden. Wenn sie zu den Wahrsagern und Chaldiern geht, wird er am Throne des wiitenden Nerig zur Rechenschaft gezogen [werden °). Ich spreche zu euch von der Festigkeit und Achtsamkeit, sowie von der KuSta, die vom groBen (eben) kam. Kin jeder, der den Duft [des Lebens] riecht®), und den Namen des Lebens nicht dariiber ausspricht, wird im Hause des Abathur zur Rechenschaft gezogen werden. Einen jeden, der den Geruch der Wahrsager und Chaldier riecht, wird man [302] den Geruch der Verwesung riechen lassen. Kinen jeden, der fiir die Ekurs und Gétzen Opfergaben bereitet, wird man den finsteren Berg hinaufsteigen lassen. Wer die Speise der Gastmihler und der Schmauserei der Planeten wird auf dem Throne des Nerig gepeinigt werden. [geniefit, Ein jeder, der die Speise der Opfergaben der Tempel genielit, wird sterben, wie die Hmurthas des Hauses sterben’*). Wer sich von allen diesen Handlungen frei hilt, wird emporsteigen und den Lichtort schauen. Die Seelen der «x «x «x werden in den Wachthdusern der Planeten gefesselt werden’). Sie werden in den Wachthiausern der Planeten gefesselt werden und am Durst weg von der Welt sterben. Man wird ihnen eine Handvoll Wasser am Tage zu trinken geben und sie wegen der haflichen Werke peinigen, die sie in der [Welt begangen haben. — *) Lies S738 ]2. ®) Vielleicht hat man hier wie weiterhin ANIININI ,,er wird gepeinigt werden“ zu lesen. 8) Lies NYT NOW) NNT NAM NTN. 4) Man sollte annehmen, dafi sie als Geister nicht sterben. Mit ,,Haus‘* ist wohl auch hier die irdische Welt gemeint. 5) Lies NYDN IND NTNWDWA NONINONDD «x ee xe NONI. 5 1o 2 25 35 UL se) ~ ur 300 Rechter Teil. 302, 8—303, 8 Fern sei es’), daB die Minner von erprobter Gerechtigkeit, die Wahr- haften und Glaubigen, fern sei es, daB die guten und gliubigen Frauen, die Almosen gespendet und den Ruf des Lebens gerufen, die zum Jordan hinabstiegen, die Taufe empfangen und das reine Zeichen angenommen haben, die Peinigung jenes Ortes kennen lernen. Ich beachtete die Gebote, die meine Briider mir aufgetragen, ich nahm sie an und fiihrte sie in voll- kommenster Weise durch. Von den Wasserfluten bis zur Erbauung Jerusalems stiegen die Seelen zum Licht empor’). Von der Erbauung Jerusalems bis zum Zeitalter des Arabers Mahammat weilte ich unter meinen Jiingern®*). Ich wiahlte unter ihnen und lieB® sie zum Lichtort emporsteigen. Vom Zeitalter des Arabers Mahammat bis zum LHintritt der Zerstérung*) schied ich aus der Mitte meiner Jiinger. Ich ging fort und stieg zu MSunneé-Kusta empor. Ich sprach: ,,Heil und abermals Heil dem, der auf sich selber achtgibt.“ Weil die Schlechtigkeit, die Unreinheit und Menstruation’) mir zu sehr iiberhand nahm‘), ging ich fort und stieg zu Mgunne-Kusta empor. Ich sprach: ,,Wie weh ist mir um meine Jiinger, die am Ende jenes Zeitalters weilen. Denn sie achten gering die Perlen’) und halten sie in den Wohnungen der Schwelgerei in Musik gefangen; darum sinken sie in das grofie Suf-Meer. Wehe meinen Jiingern, die den Lichtort nicht schauen.“ Vom Tage der Zerstérung bis zum Untergange der Tibil [803] werden viele Seelen zum Licht emporsteigen. Als die Schlechtigkeit und Unreinheit mir zu sehr iiberhand nahm, konnte ich nicht mehr in dieser Welt weilen. Ich stieg vor das Leben, meinen Vater, empor, und es lief mich in seiner eigenen Skina wohnen. Ich sprach: ,Heil dem, der auf sich selber achtgibt. Ein Mann, der auf sich selber achtgibt, hat nicht seinesgleichen in der Welt. Er wird Konig im Lichte sein und wird gleich den GroBen ein GroBer im Lichtort sein.“ Das Licht ist siegreich im Hause der Vollendung, das Leben ist siegreich. 1) Auch die folgenden Stiicke in Prosa gehéren urspriinglich mit dem Hauptstiicke nicht zusammen. Dieses kann noch aus vorislamischer Zeit stammen. Daf etwa mit dem ,;Thron des Nerig‘‘ auf die Araber angespielt werde, ist mir nicht wahrscheinlich. *) Vgl. p. 28 ob., 46 ob. 53) Siehe Joh. Il, p. 193f. *) Hier wird auf irgendeine politische Katastrophe hingewiesen, vielleicht das Ende der Omaijaden-Herrschaft, siehe auch L 40,10f. Das Weltende ist es nicht, da hiervon erst spater die Rede ist. *) Hier bildlich fiir die sittliche Unreinheit. Es fehlt tibrigens weiterhin. 8) Lies oy INDD wie Text 303,1. *) Die reinen, lauteren Seelen, siehe Lit., p. 102,8. 303, 9—22 Fiinfzehntes Buch. Zweites Stiick. 301 Zweites Stiick. Hibil, der sanfte Rebstock, wird vom Leben ausgeriistet und mit Wissen ausgestattet und nach Tarwan gesandt, um die dortigen yom Leben geschaffenen Uthras zu belehren. Er fiihrt den Befehl aus und besucht dann noch Taurél-JéSamin und Ptahil. Das Stiick ist tiberarbeitet und nicht cinheitlich. An die Stelle des Lebens tritt nachher Manda dHaijé und dann ,,das grofe Antlitz der Herrlichkeit. Auch der Herr der Griéfe wird genannt, sogar Kénige des Lichtes. Im Namen des groBen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich bin ein sanfter Rebstock, der ich aus dem Orte herrlicher Pracht’*) gepflanzt [geschaffen] Ich wurde gepflanzt aus dem Orte herrlicher Pracht, [wurde. und das grofe (Leben) war mir der Pflanzer (Schépfer). Das GroBe war mir der Pflanzer und mehrte mir Glanz zu dem, den ich bereits hatte. Glanz zu dem, den ich bereits hatte, legte es iiber mich, eine wohlbewahrte Gestalt, die mir im Verborgenen bewahit war. Es schuf mich, festigte mich und gab mir Befehle, es riistete mich durch sein Wort und schuf mir Helfer. Es gewahrte mir Rede und Erhérung, gro und unbegrenzt. Hs belehrte mich iiber den groBen Glanz und iiber das Licht, das am verborgenen Orte lohet. Ks riistete mich durch sein Wort und schuf mir Helfer. Die Helfer, die es mir schuf, sind wundersam und ohne Zahl. Das GroBe rief mich’) und gab mir Befehle und festigte mich am verborgenen Orte. Es verlieh mir geheime Reden und belehrte mich iiber jegliches Ding. Es belehrte mich iiber die Ersten und iiber den GroBen*), der von jeher war. Es belehrte mich mit Erleuchtung und festigte mich durch seinen wundersamen Ruf. Mein Vater segnete mich mit seinem Segen und legte etwas von seiner Pflanzung tiber mich. 1) Siehe Lit., p. 38°. Zu dem dort Gesagten sei noch bemerkt, daf man den Ausdruck NPI ANPY kaum von NANPY ONY trennen kann, worin NANPY nur ,,Herrlichkeit“, nicht ,,Wurzel bedeuten kann. 2) Von hier an stehen die Verba im Singular. Dies geschicht auch sonst mit Beziehung auf N17, siehe oben, p. 240°. Aber vielleicht schwebte schon hier Manda dHaije als Auftrag- geber vor. 3) Den grofen, ersten Mana. 5 Io O35 20 30 35 40 Rechter Teil. 303, 22—304, 17 Er verlieh mir Lobpreis, ausgedehnt und unbegrenzt. Er verlieh mir Erleuchtung, die ohne Mangel und Fehl ist. Er kti®te mich mit seinem reinen Munde und bedeckte mich mit [304] inneren’) Gewindern. Er setzte mich in eine Wolke, eine Glanzwolke, und sandte mich nach dem reinen Tarwan. Er sprach: ,Geh nach dem reinen Tarwan und belehre die Uthras, die sich dort niedergelassen haben. Gewihre ihnen Glanz und Licht, damit sie in gegenseitiger Erleuchtung dasitzen. Gewithre ihnen von deiner Lobpreisung, damit sie im Hause des Lebens ihren Stand erhalten. Nimm sie in die groBe Gemeinschaft auf, damit sie zu deiner Zahl gezihlt werden. Sie sollen gezihlt werden zu deiner Zahl, und an ihnen sei weder Mangel noch Fehl. Belehre sie iiber die Uthras des reinen Tarwan’) und iiber alle Lichtwesen. Belehre sie tiber das groBbe Licht des Lebens und tiber die Uthras und Skinas, die dari geschaffen wurden. Belehre sie tiber die verborgenen Weinsticke und die reinen Baume, die iiber die Jordane leuchten. Belehre sie tiber die Welten des Herrn der GréBe und iiber den Glanz und das Licht, das dort weilet. Sprich zu ihnen vom reinen Hauraran, in dem diese wundersame Stimme gerufen wurde. Sprich zu ihnen von der Ather-Erde, die [Jawar] in so vortrefflicher Weise gebauet und gegrtindet. So baute und griindete sie Jawar, und so war er ihr Baumeister. Ihr Baumeister war er so, dann rief er in ihr einen wundersamen Ruf. So griindete er in ihr Skinas und breitete Glanz iiber sie in hohem Mage. Alsdann machten sie ihn zum Konig tiber das Licht und setzten ihm Uthras zur Rechten und Linken, damit sie ihm Gesellschaft leisten. *) Aus dem Verborgenen, jenseits der Welt herstammend, siehe Lit. p. 2627, *) Trotz Vers 11 und obwohl NyIM\y by fiir sanmyd stehen kann, sind die Worte so aufzufassen, siehe auch den folgenden Vers. Die Uthras sollen iiber ack und die anderen Uthras belehrt werden. 304, 17—305, 11 Fiinfzehntes Buch. Zweites Stiick. 803 Gesellschaft sollen sie ihm leisten und ihn in seiner Skina aufrichten. Belehre sie tiber die groBe, obere Frucht und die Skinas, die sie am verborgenen Orte gegriindet haben. Belehre sie tiber den grofen, ersten Mana und den grofen Jordan, in dem er getauft wurde.“ Ich, Hibil, ging von meinem Vater Jawar Manda dHaije fort und begab mich nach dem reinen Tarwan. Ich kam hin, schuf sieben Lichtwelten und stellte in ihnen sieben Kiénige vollkommener Art auf. Ich schuf ihnen sieben Gemiicher aus Wasser und neue Paliiste, die nicht vergehen. Mit meinem Glanze, meinem Lichte und meiner Lobpreisung, die [805] mein Vater (das Leben) mir in vollendeter Form geschaffen, mit meiner Erleuchtung, die das groBe (Leben) mir gewiihret, mit den gewaltigen Reden, die ich mit mir brachte, mit den verborgenen, gewaltigen, erhabenen, gefestigten und verwahrten [die] ich aus dem grofen, ersten Vaterhause’) brachte, [Spriichen, mit glinzenden Kreuzen”), die es mir geschaffen, und Gebeten, die mein Vater, der Herr der Griéfe, verrichtete, die bei mir bewahrt wurden’). Das grofe Antlitz der Herrlichkeit rief mich und gab mir Befehle, dieses und sein Abbild, das bei ihm sitzt. Es sprach: , Wenn du dich nach dem reinen Tarwan begibst, richte deine Rede nicht an die biésen Uthras. Trage sie nicht der Schépfung des zweiten Lebens vor, aus dem alles Bése hervorgegangen ist. Fehler und Mangel entstand durch dasselbe und wurde die Liige in der Welt ausgesit. Teile nicht mit die Erleuchtung, das Wissen, die Kenntnis und die [Lobpreisung, sowie die verborgene Rede, die von jenseits hergekommen ist. Nimm nicht die gewaltige Rede und wirf sie in das triibe Wasser. 1) Die Wendung findet sich auch im Buche des Dinanukht, p. 208ff. Es ist mir jetat wahrscheinlicher, dafi die Epitheta Q°N7NP X24 sich auf den ganzen Ausdruck )D8 MD beziehen. In )DN sehe ich gegen Néld., p. 182° cin Abstraktum, doch geht der ganze Ausdruck vielleicht auf babyl. d% abaté zuriick. ; 2) Zwischen ,,Reden, Spriichen“ und ,,Gebeten“ kann NYWANT trotz NMVDNY) hier, wie sonst oft, fiir NWN ,,Hymnen“ stehen, siche Brandt, Schr., p. 49%. 3) Ein Anakoluth, das Verbum fehlt. Ich glaube nicht, daf es in DS hinter S°NDINP enthalten sei und daf man dafiir MINN ,,kam ich“ zu lesen habe, auch nicht, dafi das Ganze zum Folgenden zu ziehen sei. Io iS) wr 20 3 304 Rechter Teil. 305, 11—306, 6 Trage sie nicht den bisen Uthras vor, den Uthras, die JoSamin geschaffen. Trage sie nicht den Uthras vor, denen Verborgenheit, Ruhe und Schweigen nicht eigen sind. Gewihre sie nur den Uthras des reinen Tarwan, die aus der Schipfung des Lebens hervorgegangen sind. Gewihre sie einem von tausend, gewiihre sie zweien von zehntausend. Gewiihre sie einem von tausend, damit sie sich gegenseitig unterweisen. Unterweisen sollen sie sich gegenseitig und einander Eide der Treue abnehmen. Eide der Treue sollen sie emander abnehmen und deine Rede nicht verleugnen.“ Wie das Leben, mein Vater, mir befahl, begab ich mich nach dem reinen Tarwan und lie dort einen Ruf Im reinen Tarwan lie ich een Ruf erténen, [erténen. und das reine Tarwan leuchtete und glinzte iiber die Mafen. Ich gewithrte meine Erleuchtung und Lobpreisung den Uthras, die meinen Namen lieben. © Ich belehrte die verborgenen Uthras und die Lichtkénige, die ich geschaffen. Ich belehrte den Kénig des reinen Tarwan tiber den Glanz und das Licht, die dort lagern. Ich belehrte ihn itiber die Welt des Herrn der GréBe, deren Name ,Ather, groBes Licht des Lebens“ ist. Ich belehrte ihn tiber das grofe Antlitz der Herrlichkeit und tiber die Nitufta, die bei ihm sitzt. Ich belehrte ihn iiber die Uthras, iiber die reinen Reben und Biume, [306] die iiber die Jordane leuchten. Ich belehrte ihn iiber das Wissen und errichtete ihm unvergiingliche Erleuchtung. Ich erleuchtete seine Gestalt gleich der meinigen und verlieh ihm die Herrschaft tiber alle Lichtwesen, die auf der Erde des reinen Tarwan wohnen. Alsdann erhob er’) sich von seinem Throne und verneigte und verbeugte sich vor mir. Er verneigte und verbeugte sich vor mir und segnete mich mit groBem, endlosem Segen. Er sprach: 1) Der Konig von Tarwan. 306, 6—23 Finfzehntes Buch. Zweites Stiick. 305 »An dir sei kein Mangel, und deine Schépfungen sollen nicht verfinstern. Deine Werke sollen nicht vergehen, denn du bist ein Grofer, ein Sohn Gewaltiger. Du bist der Meister der Uthras, der Vater aller Vollkommenen. Kraft deines reinen Namens werden wir auf den Pfaden der Ku&ta hinter dir emporsteigen, auf den Pfaden des grofen Lebens, das dich aus dem Verborgenen hervorgerufen hat. Aus dem Verborgenen hat es dich hervorgerufen und zum grofen Auserwihlten gemacht. Ks hat dich zum grofen Auserwihlten gemacht und als Herrscher tiber uns eingesetzt. Es hat dich als Herrscher iiber uns eingesetzt, damit an uns weder Mangel noch Fehl sei.“ Ich brach dann von ihm auf und kam zur Welt des Taurel’). Ich erleuchtete die Uthras und Skinas die in der Welt des Taurel waren. Ich sprach in meiner Erleuchtung, und mein Glanz ging iiber JoSamin auf. — Die Uthras leuchteten, die Grofen frohlockten, alle Leuchten waren aufgerichtet. JoSamin freute sich seines Glanzes und erleuchtete alle Uthras. Er erleuchtete den bésen Abathur, der schuf, aber nichts vollkommen herstellte. Nichts leuchtete und wurde recht unter seiner Hand, weil er seinem Vater nicht die Rechte reichte. Unter dem Rufe, der Erleuchtung und dem Lobpreise der Uthras ging mein Glanz tiber dem Vorhange’) des Ptahil auf. Uber dem Vorhange Ptahils ging mein Glanz auf, und Ptahils Herz wurde voll Weinens. Voll Weinens wurde sein Herz, und eine Trine prefte sich ihm im Auge zusammen. ‘Er sprach: »lst der geliebte Sohn des gewaltigen, ersten Lebens gekommen, der in hohem Mafse alle Uthras erleuchtete? 1) Wird hier mit Josamin indentifiziert, doch siehe p. 291, 37f. 2) Der ihn von seinem Vater Abathur trennte, siehe R 340, 8f. und oben, p. 194°. Lidzbarski, Ginza. 20 Io 15 20 25 30 35 806 Rechter Teil. 306, 23—307, 13 Was ist mein Tag unter den Tagen? ’) Der Tag, an dem alle Uthras mit ihrer Lobpreisung dastanden. Die Uthras standen mit ihrer Lobpreisung da, und die Skinas freuten sich und prangten iiber die Mafien.“ Alsdann sprachen zu ihm die Uthras, die bei ihm safien: »Mein Tag unter allen Tagen ist [der Tag, an dem] der Glanz des Hibil-Ziwa aufging, Der Glanz des Hibil-Ziwa ging auf [307] und erleuchtete uns in unseren Skinas. Er wird uns in seiner Giite segnen, und wir werden zum Lichtort emporsteigen. Wir werden zum Licht emporsteigen; unsere Stinde und Schuld wird uns erlassen werden. Dein Name ist im Hause des grofen (Lebens) aufgerichtet, und dein Vater wird uns nicht in der Finsternis verdammen.“ Als Ptahil dies hérte, erhob er sich von seinem Throne und verneigte sich vor mir in Er sprach: [tiefer Verneigung. , Wenn es meinem Vater Manda dHaije beliebt, vernichte er bald das Haus’). Das Haus vernichte er bald, und alle ihre*) Werke sollen vernichtet und zerstért werden. Der rechte Teil der Manner von erprobter Gerechtigkeit steige empor, der in dem Orte der Wahrhaften*) wohnt. Von der ganzen Tibil steige jener Teil zum Licht empor. Die hebriische Rede steige empor’), die in die zusammenstiirzende Ruine‘) geworfen ist. Dann werde die ganze Tibil zerstirt, und die Werke in ihr sollen verderben. Von tausend steige einer empor, von zehntausend zwei. Emporsteigen sollen die Seelen der Nasoriier, die die Speise der Kinder der Tibil nicht genossen. a) Vile Bitae ps 186,eX Va *) Die von ihm geschaffene Welt. *) Derer, die an der Schipfung beteiligt waren. Besser wire FNNXVAY mit Bezichung auf NON. *) Oder ,,Getreuen“. Der Ort ist identisch mit dem Orte MSunné Kusta, dem Aufenthalt der Seligen im Jenseits, siche Joh. II, p. 111°, 5) Diese Reis in ware im Mande Ptahils immerhin méglich, doch heift pop auch »verschwinden“, siehe Joh. II, p. 595; 87,12 und R 61, 8. *) D. h. in die irdische Welt, stelié p. 1038, 807, 13—308, 2 Fiinfzehntes Buch, Drittes Stiick. 307 Sie wurden nicht durch Schmutz verunreinigt und nahmen Verkehrtheit und Schmutz nicht an. Sie nahmen nicht an Verkehrtheit und Schmutz und wurden nicht in der Triibung der Tibil zurtickgehalten, wurden nicht zuriickgehalten durch die Werke der Tibil’). ; Hingegen werden die Werke der Tibil und ihre Stiémme und Seelen, sowie Ruha, Christus und die zwolf Pforten in das lodernde Feuer wandern. Doch die wahrhaften und gliubigen Manner werden emporsteigen 10 und den lichten Wohnsitz schauen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Drittes Stiick. Das lebende Wasser wird zur irdischen Welt hingezogen, und Silmai und Nidbai werden als Hiiter dariiber bestellt. Vor diesen klagt das lebende Wasser, dafi es nach der bésen, unteren Welt gebracht wurde. Die Hiiter trésten es damit, dai es zur Taufe der Mandier dienen soll. Das lebende Wasser spricht dann die Befiirchtung aus, dai es wegen seiner und der Nasoriier Siinden zur Rechenschaft gezogen werde, Silmai und Nidbai weisen darauf hin, dafi die irdische Welt einmal ein Ende nehmen werde; dabei werden selbst ihre Schépfer 20 Gnade finden. al 5 Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Am Anfange der Schépfung’) des lebenden Wassers und am Ende aller Jordane, 25 am Anfange des Hinziehens des lebenden Wassers, das aus seinem Orte hergezogen wurde und herkam, als der Plan*) entstand und das Wasser aus seinem Orte gebildet wurde, als [308] das Firmament ausgespannt | | 30 und die Erde gedichtet wurde, als der kérperliche Adam entstand und bei ihm Hiiter bestellt wurden, 1) Statt NON TWAY) nehme ich NOANTPIYD) an, doch ist vielleicht vorher eine Liicke, oder es ist eine irrttimliche Wiederholung aus dem Folgenden. 2) Siehe Joh. II, p. 67, Anm. 8) Diese Welt zu schaffen. 20* 10 15 20 25 30 35 308 Rechter Teil. 308, 2—18 als der Mana aus seinem Urbehilter gebildet wurde ’), hinkam und in den Kérper fiel, da gedachten sie, lebendes Wasser hinzuziehen und in das triibe Wasser zu werfen, Liufe lebenden Wassers hinzuziehen und Hiiter daran zu bestellen. Die Hiiter, die dariiber bestellt wiirden, sollten Glanz dartiber breiten, sollten mit der Stimme des. Lebens sprechen und die Wurzel hierher emporziehen. Sie schufen den Zug lebenden Wassers und verliehen ihn den zwei Erstgeborenen. Den zwei Erstgeborenen verliehen sie ihn, der ersten Schépfung, die aus dem ersten Leben gekommen war. Sie schufen Silmai und Nidbai und stellten sie als Helfer hin. Sie verliehen ihnen Erleuchtung und segneten sie mit guter Segnung. Sie verliehen ihnen Wissen, das wundersamer als alle Welt ist. Sie verliehen ihnen einen hehren Ruf, die Schlafenden aufzuriitteln und zum Aufstehen zu bringen. Sie sellten die Seelen wecken, die vom Lichte weggestrauchelt sind. Sie sollten sie wecken und aufriitteln, damit sie ihr Anitlitz zum Lichtort erheben. Sie zogen das lebende Wasser hin, und es gelangte auf der Welt an. Als das lebende Wasser aus dem Hause des Lebens ankam, befand es sich in Leid und Stéhnen. In Leid war es und in Stéhnen, und seine Kraft verringerte sich. Ks verringerte sich seine Kraft, und es sprach zu Silmai und Nidbai: »Durch wessen Kraft wurde ich hingezogen ’*) und von meinem Orte abgeschnitten? Wer hat mich vom Wissen abgeschnitten, das wundersamer als alle Welt ist*)? 1) Der Mana ist hier die Einzelseele. *) YD, das Wasser, spricht von sich im Plural als grammatischer Plural, wie 317. *) Fir ,,Wissen“ steht hier ROMMND, nicht NTIND, siehe Joh, p. XVIL Aus dem Satze spricht aber eine Vorstellung vom ,,Wissen“, die auch die Entstehung der Figur des Manda dHaijé erklirlich macht. 308, 19—309, 15 Fiinfzehntes Bueh, Drittes Stiick. 309 Wer hat mich von der Ku&ta und dem Urbehiilter abgeschnitten und von der Gemeinschaftlichkeit, die mit ihrem Orte verkniipft ist und dorthin emporsteigt? Wer hat mich von der Gestalt abgeschnitten, die die Uthras am Lichtorte tragen? Wer hat mich von der verborgenen Rede abgeschnitten, in der die beiden Berge’) sich unterhalten? Wer hat mich von der verborgenen Rede abgeschnitten, in der die Grofen sich unterhalten? Wann werde ich die Gestalt der beiden Gesichter’) schauen, die einander verehren? Denn der Ort, an den ich gehe, ist von finsterer Gestalt, die nicht leuchtet. Weggenommen [309] wird meine Kraft, und ich werde im triiben Wasser abgeschnitten. In mir bildet sich Schlechtigkeit, von mir geht Mangel und Fehl aus. Verkehrtes tun mir die Planeten an, und mein Verstand und meine Wurzel wird fortgenommen. Gewalt erhalten iiber mich die Geschipfe | der nichtigen Unholde. Die Kérper werden in mir hingemordet, und Blut wird itiber mich ausgegossen. Die Schlechtigkeit nimmt in der Tibil iiberhand, und zahlreich werden meine Anstife. 25 Die Planeten bedriicken mich durch Wasserfluten, und so gehen die Seelen in mir zu Grunde.“ Als diese Rede hielt das lebende Wasser an Silmai und Nidbai, erwiderten Silmai und Nidbai und trugen vor von ihrer Statte aus. Sie sprachen mit ihrer gewaltigen Rede zum lebenden Wasser folgendermafien: ,Sei ruhig, lebendes Wasser, und beruhige dich, denn wir wollen tiber dies und das zu dir sprechen. Wir wollen zu dir tiber den Mangel, das Leid und die Schlechtigkeit die vom zweiten Leben ausgegangen sind, [sprechen, iiber die Schlechtigkeit, die von Ptahil-Uthra ausgegangen ist, der aus dem schwarzen Wasser emporgestiegen ist. Ptahil stieg aus dem schwarzen Wasser empor, und alle haGlichen, verderblichen Werke stiegen mit ihm empor. 1) Siehe oben, p.. 116,22. *) Diese werden sonst nicht genannt. Es sind vielleicht dieselben wie die beiden Berge. 30 40 310 Rechter Teil. 309, 15—310, 10 Mit ihm stieg der Mangel empor, mit ihm war das Seufzen. Doch weil Abathur seine reine Rechte [erhob?], -daB seine Werke nicht zu Grunde gehen, weil er die Seelen ........ : daB sie nicht im triiben Wasser sterben, sollen sie nicht im triiben Wasser sterben, und die Sieben sollen keine Gewalt iiber sie haben’). Du, lebendes Wasser, geh zur niederstiirzenden Ruine, rufe den Ruf des Lebens und breite Glanz tiber das Haus. Sei ein Beistand den Seelen, die um Jawars willen verfolgt werden. In dir sollen sie die lebende Taufe empfangen und in dir mit dem reinen Zeichen gezeichnet werden. Durch dich sollen die Schmerzen und Gebrechen geheilt werden, die von den Planeten ausgehen.“ ; Darauf sprach das lebende Wasser zu Silmai und Nidbai folgendermafen: » Wenn ich [310] in das brennende Wasser’) falle, werde ich vor Jawar nicht obsiegen. Mir wird der Prozef gemacht werden, und die Manner von erprobter Gerechtigkeit werden mich am Wenn meine Wurzel weggenommen wird [finstern Orte tadeln. und meine Helligkeit an ihren Ort emporsteigt, steige auch ich von der Tibil empor und werde vor dem teuren Lichte zur Rechenschaft gezogen wegen meiner Siinden und wegen meiner Verfehlungen, mit denen ich am finstern Orte gestindigt habe. Wenn ich, das lebende Wasser, si wegen dieses Stammes der Nasoriier zur Rechenschaft gezogen was werdet ihr dazu sagen?“ [werde, Darauf erwiderten Silmai und Nidbai dem lebenden Wasser folgendermafen: Einer steigt von tausend empor, zwei von zehntausend. Zur *) Skina des gewaltigen, ersten Lebens steigen die Seelen der Mischung und der Liige nicht empor. *) Diese Verse sind stark verderbt, und es ist unsicher, ob meine Auffassung richtig ist. Leid. hat in Text Z. 16 ONIN SIN und in Z. 17 NANDwNd- *) Siehe p. 155. 8) Wohl ARN DW zu lesen. 310, 10—311, 7 Fiinfzehntes Buch. Drittes Stiick. 311 Kin jeder, dem ein Fehler anhaftet, wird beim gewaltigen, ersten Leben nicht als tauglich angesehen. Du befreie dich und hebe dich empor von den Schmerzen und Gebrechen, die die Sieben hervorrufen. Gleiche nicht Ptahil-Uthra, der aus dem schwarzen Wasser emporgestiegen ist. Kr empfing nicht das Zeichen vom Jordan und wurde nicht im lebenden Wasser getauft. Nicht wurde er im lebenden Wasser getauft, nicht nahm er die teure Ku&sta an. Fiir immer wird die Tibil untergehen, und die Werke des Hauses werden dem Verderben anheimfallen. In Verwirrung geraten werden die (Himmels)rider, gesprengt die Ketten der triiben, lichtlosen Erde’). Weil ihre Eltern*) keinen Rat annahmen, sie annahmen keinen Rat, sie sie nicht belehrten und zu ihnen weil sie Hochmut annahmen, {nicht hiervon und davon sprachen; sitzen sie in ihrer eigenen Fessel da. Wenn das Haus zerstért wird und der Geist der Sieben endet, wird die Gestalt der zwélf Sterne verderben, _ die diesen Stamm des Lebens verfolgten. Die Werke der ganzen Tibil werden in Verwirrung geraten, und das ganze Firmament wird erschiittert werden. Alsdann kommen JoSamin, Abathur und Ptahil und schauen diese Welt. Da kommt eine Erschiitterung in ihr Herz, und sie schlagen auf die Vorhdfe ihrer Brust’). [311] Sie sehen, wie der Stamm der Seelen insgesamt in die Triibung hinabsinkt’*). An jenem grofjen Gerichtstage wird iiber JoSamin, Abathur und Ptahil das Urteil gesprochen Hernach kommt Hibil-Ziwa [ werden. und hebt sie aus dieser Welt empor. Josamin und Abathur werden im Jordan des gewaltigen, ersten Lebens getauft. Alsdann holen sie Ptahil-Uthra aus den Nebelwolken mit der Faulnis, in der er sitzt. Er wird im Jordan des gewaltigen, ersten Lebens getauft; in jenem Jordan wird die Faulnis von ihm abgekratzt. 1) Mit welchen sie an das Firmament befestigt ist? 2) Die Schépfer der Sieben und der Zwilft. 5) Siehe p. 106, 4. 4) Besser Sw ,,hinabgesunken ist“. 40 Io 20 25 30 35 312 Rechter Teil. 311, 7—22 Er wird das erste Leben umarmen und vom Fufblock und der Fessel erzahlen, die er in der Welt Er wird von dem Leid erzihlen, ferdulden muBite. das ihm von seinem Vater widerfahren ist. Er wird Kénig der Uthras genannt werden und die Herrschaft tiber den ganzen Stamm der Seelen erhalten. Er wird Konig der Nagorier genannt werden, und Gebet und Lobpreis werden zu ihm emporsteigen.“ — Und das Leben ist siegreich. Viertes Stiick. Uber Sin, den Mond, seine Schicksale und seine Wirkung auf die Welt und die Menschen. Das Stitick steht mit geringen Abweichungen auch Joh. 192ff., dort zusammen mit einem Stiicke tiber die Sonne. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Als die Helligkeit*) aus ihrem Orte geschaffen war, ging [der Mann] hin und kam zur Welt. Er kam zur Welt des Fehls, und sie wurde Sin in Fiille verliehen. Der Mann, der ihm die Helligkeit verlieh, rief ihn, riistete ihn und gab ihm eindringliche Befehle. Er sprach zu ihm: »Vas Gewand der Helligkeit gebe ich dir, damit du damit die Dunkelheit des hinfilligen *) Hauses erhellest Ay Wenn der Glanz der Sonne sich verdeckt, wird deine Helligkeit aufsteigen. Wenn der Mann bei seinem Weibe liegt unter deinem Horoskop, wird die Saat unter deinem Zeugnis zustande kommen in der glinzenden Wurzel. ie Du beleuchtetest ihr Antlitz und befreitest sie von Schmerzen und Gebrechen und von allen den. Gestalten, die zu nichts niitzen. ~ Du befreitest sie von der Schlechtigkeit und dem Leid*) des hinfilligen Hauses, *) Zum Gebrauche von NIP mit Beziehung auf den Mond vgl. Joh. th es *) So nach dem Toieeebuch, 2) ) Lies FIANAINNG. 311, 22—312,13 Fiinfzehntes Buch. Viertes Stiick. 213 Denn die Wurzel der lebenden Saat wurde deinen Hinden anvertraut. Beleuchte du und erhelle und festige ihren Stamm in hohem Mage.‘ Da sprach Sin zu dem Manne, der ihn mit Helligkeit bekleidet hatte: [312] ,Einen Tag im Monat bleibe ich verborgen, und meine Strahlen sind verhiillt. Verhiillt sind meine Strahlen, und die beiden Hiiter geben darauf acht’). Wenn ich nicht da bin und die Manner dann bei ihren Weibern liegen, so das Weib an jenem Tage empfingt, werden Stumme und Taube und hifiliche Gestalten aus ihnen Wenn sie an jenem Tage empfingt, [hervorgehen. werden Taube und Aussitzige, Hand- und Fufilose aus ihnen hervorgehen ’). Die Planeten verwirren den Samen und tun ihm alles Bése an.“ Darauf sprach der Mann zu ihn, der ihn mit Helligkeit bekleidet hatte: »Die an jenen Tagen zustande kommen, sind ftir unsere Sttimme untauglich *). Nicht werden sie uns zugeziahlt und nicht zu unserer Wurzel gerechnet fiir alle Zeiten. Ein Sohn der Wurzel der Finsternis ist er, f er wird zum Neste zuriickkehren, aus dem er gekommen ist.“ Darauf rief er ihm zu, befahl ihm, warnte und ermahnte ihn und lieB auf ihn Festigkeit*) und Achtsamkeit. Er sprach zu ihm: »Gib acht, auf den Stamm der Seelen, den du in der Welt zuriickgelassen hast.“ Er verbeugte sich und entfernte sich von ihm und ging zum Hause des Abathur. Er machte sich auf und ging zum Hause des Abathur und stieg zu den Wachthausern hinab. 1) Vgl. L 56, 3ff., auch Brandt, Rel., p. 62 und Anm. 2. *) Nach dem Johannesbuch. 8) Im Text steht dies und die Fortsetzung im Singular. 4) Wegen des folgenden Wortes fasse ich hier NID} in diesem Sinne, nicht im Sinne ,Helligkeit* auf, siehe auch p. 299,15 und Joh. 191, 3. Wnt 20 30 3) 314 Rechter Teil. 312, 13—318, 4 Er machte sich auf und stieg zu den Wachthiusern hinab, um die Rechnung in jeder Hinsicht vollstindig zu machen Am Tage, an dem er’) der Tibil entzogen ist, in den Stunden, in denen er von der Welt verborgen ist, laBt er*) wegen der AnstiéBe, die er gegen die Jiinger schleudert, Pein, Marter und Bedriickung gegen ihn los. Angst, Furcht und Schrecken zeigt er ihm, bis er stirbt, vergeht und sich verfinstert und seine Gestalt aussieht, wie sie nie gewesen’*). Wenn er aus den Wachthiausern herauskommt, wird ihm seine Farbe weggenommen. Seine Farbe wird ihm weggenommen, und seine Gestalt sieht aus, wie sie nie gewesen. Hernach setzt er sich in seinen Wagen und zieht helle Strahlen an. Sie spannen die starke Helligkeit tiber ihn, und er tritt seine Wanderung durch die Welt an. Am ersten Tage, an dem er erscheint, dffnet sich die Spitze des Firmaments. Er tritt aus dem oberen Firmament heraus und geht am unteren Himmel zur Ruhe. Bis zum zweiten Tage leuchtet nicht seine Helligkeit tiber alle Welten. Bis zum siebenten Tage im Monat redet Sin in der Stimme des Lebens. In der Stimme des Lebens redet er, weil er die Furcht und die Angst vor dem Leben im Sinne hatte). Wenn er iiber den siebenten Tag hinaus ist, hat er schon die Furcht und Angst [813] vergessen. Vergessen hat er Furcht und Angst und schleudert Béses in die ganze Welt*). Euch sage und erklire ich, ihr Manner, die ihr das Leben bezeuget: Seid fest und ertraget die Verfolgung im hinfilligen Hause‘). Denn gar bald wird die Tibil untergehen und die beiden Berge’) zusammensinken. *) Diese drei Verse beziehen sich nach den letzten Worten auf Sin; sie scheinen eingeschoben zu sein. *) Der Mond. 5) Der Mann. *) Vgl. Joh. I, p. 1802. 5) Nach dem Johannesbuch, ®) Im Ginza vorher noch: in dieser Welt. *) Siehe oben, p. 116+. 313, 5—21 Fiinfzehntes Buch. Fiinftes Stiick. 315 e Zusammensinken werden die beiden Berge, und die Kraft des Lichtes wird von ihnen genommen werden. Weggenommen wird die ganze Festigkeit, die sie in hohem Mafe hatten. Thre Gestalt wird dunkel und verichtlich, und ihre Gestalt sieht aus, wie sie noch nie vorher ausgesehen hat. Die Seelen, die sich zu ihnen bekannt haben, heulen und schreien und weinen von ihrem Orte aus. Sie sagen zu ihnen: »Als wir in jener Welt waren, leuchtete euer Glanz tiber alle Welten. Wir zeugten fiir euch und verehrten euch und priesen euch itiber die Mafien. Warum wurde jetzt eure Gestalt verichtlich und wurde dunkel und finster, wie sie es nie gewesen?“ 15 Die Planeten hatten keine Aufklirung, die sie ihren Verehrern dariiber geben konnten, wie es zugegangen Die Planeten und ihre Seelen und ihre Verehrer [war. Be orators. *) und alle ihre Schépfungen, aber auch die Seelen der Kinder des grofien Stammes des Lebens, die 20 werden in die untere Seol hinabsinken. [an sie glaubten, Sie werden in die grofe Schlange fallen, deren Name Ur, Herr der Finsternis, ist. Doch von jenem Tage an ; werden eure Seelen erlist und errettet werden, 25 die Seelen unserer trefflichen Briider und unserer gliubigen Schwestern, Die Seelen der wahrhaften und gliubigen Manner werden emporsteigen und den grofen Lichtort schauen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 30 und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 5 Fiinftes Stiick. Das Leben riistet Sam-Ziwa aus. sichert ihn und bestellt ihn als Schiitzer der Glaubigen; Warnungen an die Unglaubigen. Im Namen des grofien Lebens 35 ~ sei verherrlicht das hehre Licht. — 1) Statt pawn) hat Joh. MINWN? PNW. Beide Lesungen passen nicht in den Zusammenhang, und es ist schwer, die Stelle herzustellen. 20 40 316 Rechter Teil. 318, 21—814, 18 Der Ruf des reinen Sam-Ziwa ist es, den das groBe (Leben) aus seinem Munde hervorgerufen hat. Das Grofe rief ihn aus semem Munde hervor und schuf ihm Helfer. Es schuf ihm reine Vollkommene, daB sie ihm in seiner Skina Gesellschaft leisten. Es bekleidete ihn mit sieben Gewidndern von Glanz, Licht und Herrlichkeit und [814] verlieh ihm die Herrschaft tiber sein Schatzhaus. Es verlieh ihm die Herrschaft iiber die Uthras und die Leuchten, sowie tiber die Jordane und Skinas jeglichen Ortes. Es verlieh ihm die Herrschaft iiber die eifrigen Manas und den Glanz, der an seinem Orte lohet. Es belehrte ihn iiber Shag, den grofen Glanz des Lebens, und tiber den Ort, den es sich zum vollkommenen Sitz erwihlt Es sprach zu ihm von jener Welt, [hat. die vor allen Lichtwelten verborgen ist. Es schuf Hamgai-Ziwa, den Sohn des Hamgagai-Ziwa, . und gab ihm (sonstige) Helfer bei’). Es gewihrte ihm die sieben verborgenen, reinen, bewahrten Mysterien, durch die er in vollkommener Weise bewahrt werde. Es verlieh ihm die Macht iiber die Partei des Jorabba und sprach zu ihm: ,Geh, behiite das Zeitalter’). Gib auf den Stamm der Seelen acht; halte ihn in Ordnung und fithre ihn an seine Stitte ee Doe Wenn Jorabba ziirnt, wird er durch deine Rede niedergehalten werden. Sei ohne Bangen, Furcht und Angst, und der Mana in dir beunruhige sich nicht. Angstige nicht die Wolke, in der du in vollkommener Weise verborgen bist. Sei ohne Bangen und Furcht und sage nicht: Ich stehe allein da. Ich gab dir getreue Helfer bei, auf daf sie dich behiiten. Sie sollen dich behiiten und von allem Hiaf lichen erlisen. Erlésen sollen sie dich von der Hexerei der Ruha, des Christus und sowie dem Verderben der zwélf Sterne. [der sieben Planeten, Erlésen sollen sie dich vom Schwerte und dem Eise, sowie dem Feuer und dem Brande der fiinf Wiiteriche, — die Briinde gegen die Tibil loslassen. 1) Siehe Z. 34, *) Siehe p. 2952. 314, 18—315, 13 Fiinfzehntes Buch. Fiinftes Stiick. 317 Wenn die Bosheit dich bedriicket, wird unsere Stimme an dich gelangen. Wenn die Bésen gegen den Stamm der Seelen Plaine schmieden und in ihnen Angst und Furcht erregen, so bebe und zittere nicht an deiner Stitte, und die Sieben sollen nichts von deinem Gewande wissen’), noch von der Wolke, in der du geborgen bist. Wenn sie in grofen Zorn geraten, komme ein Brief der Ku&ta von dir zu uns. Dann wollen wir dir einen Boten senden, und wir wollen dir ein Hiiter sein. Wir werden dir ausgedehnte Kraft*) senden, ausgedehnt [315] und endlos. Wir werden dir ausgedehnte Kraft senden und grofes, gewaltiges Vertrauen von seiner Stitte her. Wir werden dir Hilfe senden, vor der die Sieben erbeben sollen. Wir werden dir verborgene Gebete gewihren und Nitubtas, die nicht vergehen. Wir werden dir verborgene Gebete gewihren, durch die die EmpGérer niedergehalten werden. Deine Jiinger sollen Festigkeit finden, die in der nichtigen Wohnung wohnen. Sie sollen kraft deines Vertrauens Vertrauen hegen und von den Sieben erlist werden. Von den Sieben sollen sie erlést werden und dafiir uns und dir Dank wissen. Den Nasoraern, die eifrig sind, sei du ein Zeuge. Sei du ihr Zeuge, und durch deine Kraft sollen sie zum Lichtort epg eset Sie sollen in die Nordluft emgehiillt werden °), den Weinstock, der aus dem Wohnsitze des gewaltigen, ersten [Lebens emporgerichtet wurde. Sie sollen mit den Gewindern des grofien (Lebens) bekleidet und im lichten Wohnsitz aufgerichtet werden. Sie sollen im lichten Wohnsitz aufgerichtet und zur Stadt der Uthras hinzugefiigt werden. Die Nasorier, die nicht eifrig sind, werden iiber Hochmut und Zorn sitzen‘). 1) Siehe p. 296, 2. 2) So, nicht etwa ,Heer*. 8) Siehe p. 281 ob. 4) Besser die: 22. sitzen*, (Sy5), siehe auch weiterhin. wa 35 40 318 Rechter Teil. 315, 13—316, 4 Den Nasgoriern, die nicht eifrig sind, wird Kraft, Festigkeit und Rede genommen werden. Ihnen wird Kraft, Festigkeit und Rede genommen werden, und sie werden mit einem Schlage geschlagen werden, fiir den [es keine Heilung gibt. Sie werden geschlagen werden, ohne Heilung zu finden, weil sie Erste und Vornehme’) waren. Erste waren sie und Vornehme’) und schauten Angst, Furcht und Schrecken °*). 10 Jeglicher Schlag der Finsternis fand durch das Wort bei ihnen statt. Jeglicher Schlag des Lichtes fand durch das Wort bei ihnen statt. Sie hielten nicht stand, lieBen sich nicht warnen 15 und kannten keine Furcht und Angst. Furcht und Angst kannten sie nicht und sahen nicht ein, dafi sie von der Welt scheiden werden. Da sie nicht nachsannen und nicht einsahen, sollen sie aus deinem Namen’®) ausgeléscht werden. 20 Sie sollen in den Branden der Sieben verbrennen und ein Anteil der Sieben werden. — Und das Leben ist siegreich. uit Sechstes Sttick. Jokabar-Kusta begibt sich aus dem Hause des Lebens zu den frommen Glaubigen, um 25 Sie zum Kampfe gegen die Bésen auszuriisten. Er bringt ihmnen Belehrungen und Ermahnungen, sowie Offenbarungen tiber Vergangenheit und Zukunft. [316] Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich bin Jokabar-Kusta, 30 der ich vom Hause meines Vaters fortging und herkam. Ich kam mit verborgenem Glanze und mit Licht ohne Ende. Ich kam zu den Minnern von erprobter Gerechtigkeit, an denen weder Mangel noch Liige ist. 1) NNW, siehe p. 2151. *) Man erwartet ,,liefien schauen“ (77x) oder ,,schauten nicht“ qyraxd), siehe weiterhin. *) Lies SNMONW jd ,,aus deinem Blatte‘', vgl. p. 129, 8. 316, 4—22 Fiinfzehntes Buch. Sechstes Stiick. 319 Ich brachte ihnen Rede und Erhirung, wie das grofe (Leben) es mir befohlen. Ich brachte ihnen geheime Reden, damit sie ihre Wunderkrifte an den Unholden zeigen. Als Hibil der Hiiter des Zeitalters war, war ich der Bote vor ihm. Ich errichtete ihm den Thron in seiner Wolke, und ich erleuchtete ihn in seinem Gewande. Alsdann setzte mich Hibil in seiner Majestit tiber diejenigen ein, die seinen Namen lieben. Ich brachte ihnen’*) grofmiichtige Rede, die wundersam und unbegrenzt ist. Ich schuf ihnen Wagen’”), ich gewahrte ihnen Zeugen (jeglicher) Gestalt*). Ich gewahrte ihnen verborgene Gebete, durch die die Planeten und ihre Stémme gefesselt werden. Ich gewihrte ihnen StahlspieSe lebenden Wassers, durch die die Hmurthas des Hauses geknickt werden. Ich gewahrte ihnen Schwerter (lebenden) Wassers, vor denen die Riesen der Finsternis erschrecken. Ich gewahrte ihnen gewaltige Pressen, durch welche die ganze Wurzel der Finsternis und des schwarzen [Wassers zusammengepreft wird. Gut steht es den Minnern von erprobter Gerechtigkeit an, wie sie in ihren Wagen sitzen. Wie sie sitzen in ihren Wagen und die Unholde dieser Welt hinstiirzen. Als Hibil der Hiiter des Zeitalters war, berief er mich Jokabar-Kusta. Er berief mich und machte mich zum Boten und setzte mich als Herrscher iiber die Manner von erprobter [Gerechtigkeit ein. Als Herrscher iiber die Manner von erprobter Gerechtigkeit setzte er und ich wurde ihr Hiiter. [mich ein, Ich zeigte mich*) den Planeten und den zwolf Sternen, da stiirzten sie von ihren Wagen herunter. 1) Man hat wohl non zu lesen mit Beziehung auf FD Ww NYMR wie bei den folgenden Verben. 2) Kampfwagen zum Kampfe gegen die Bésen, vergl. Vers 23, namentlich gegen die in Wagen sitzenden Sieben und Zwilf. ’) Kaum in Ordnung. Vielleicht ist hinter 27 etwas ausgefallen: nach Art von . 4) Vielleicht ist nonnny ce HOPMAN) zu lesen und das y vom vorhergehenden nonny hierher zu ziehen. 5 IO 20 25 30 35 320 Rechter Teil. 816, 22—317, 18 Ich wurde ihr Helfer, und durch meine, des Jokabar-Kusta, Kraft wurde das Gift der Verderber wirkungslos. Ihre Gestalt wurde finster, [317] und die Kraft ihrer Wagen wurde gelahmt. Sie standen vor den Mannern von erprobter Gerechtigkeit, und diese erlangten von ihnen alles, was sie suchten, in voll- [kommener Weise. Als Sitil der Hiiter des Zeitalters war, kam das Nagardertum’) in die Welt. Alles Gemachte und Geschaffene entstand damals. Es entstanden die abgesonderten Manner’), die sich von der Welt absonderten. Es entstanden die abgesonderten Manner, die nichts aBen, worin die Planeten sich verbargen. Sie taten nichts von deren Werken und wurden nicht in der Welt des Siqlan eee is Ihre Gestalt wurde nicht finster und ihr Name nicht vom Lichtort abgeschnitten. Alsdann belehrte ich, Jokabar-Kusta, euch, die Sprosse, die aus ihnen hervorgegangen sind. Ich sprach zu euch*): .Verrichtet nicht ungiltiges Gebet und Lobpreis. Wenn das Pihta fiir euch nicht bereitet ist, spendet nicht [das Almosen]. Wer das Almosen spendet und kein Pihta bereitet, wird mit sechzig Stécken von Eis geschlagen werden. Mit einer Feuergeifel [wird er geschlagen] und im schwarzen Wasser gepeinigt werden. Wenn die Verfolgung euch bedringt und die hinfilligen Mysterien*) euch beunruhigen, wenn die Verfolgung euch bedringt, redet und rufet mit der Stimme des Lebens. Wenn ihr das Gebet verrichtet und kein Pihta bereitet und kérperliche Speise geniefet, wenn ihr dieses. Mysterium verstehet ++ %««**« +, alsdann stehet auf euren FiiBen. Auf euren Fiifen alsdann stehet und verrichtet einundsechzig mal das Gebet. *) Auch Leid. hat NOWNSN3. *) Siehe p. 2802. 5) Lies POSANDN, doch ist ein. Wechsel in der Person nicht ausgeschlossen. *) Damit sind die falschen Religionen gemeint. 317, 18—318, 10 Fiinfzehntes Buch. Sechstes Stiick. 321 Wenn ihr dieses Gebet verrichtet, wird man eure Siinden und Vergehen euch erlassen. Thr werdet von den einundsechzig Schligen geheilt werden und werdet nicht in die Feuergeriite hinabsinken. Nicht werdet ihr in die Feuergerite hinabsinken und nicht in den eimundsechzig siedenden Kesseln gepeinigt [werden.“ Als die Manner von erprobter Gerechtigkeit ihren Kérper verlieBen, stieg das Licht von hier in die Hohe’). In die Hohe stieg von hier das Licht, in die Hohe stieg die glinzende, wundersame Wurzel. In die Hohe stieg die Giite, die Gradheit und das Wissen, und der Glanz des Lichtes wurde aus dem hinfalligen Hause ge- [Er wurde] von einem [318] Strich der Tibil [genommen], [nommen. ging hin und lief§ sich am Orte der Wahrhaften’) nieder. Die Hiiter, die hier waren, gingen hin und lieSen sich am Jordan des Ortes der Wahrhaften nieder. Immer mehr und mehr, immer stirker und stirker nahm (dort) die Stimme des Lebens zu’). Die Mischung der Helligkeit, die in der Tibil blieb, blieb jeglichen Ortes bei den dumpfen Leuten*) verborgen. Der Glanz stieg von ihr in die Hohe, und das helle Gemurre’) blieb. Von jenem Tage an werden die Jiinger aus jenem Landstrich nicht zum Licht empor- Sie werden gepriift und gequilt, [steigen. bis sie den Schmutz von sich abstreifen. Ein jeder, der den Schmutz von sich abstreift, steigt zum Hause des Abathur empor und wird da aufgerichtet. Wer den Schmutz nicht von sich abstreift, erlischt und geht zu Grunde, als ob er nie dagewesen wire. 1) Siehe auch p. 306%. 2) Siehe p. 306+. 3) Die Bedeutung von NDY NHVN ist gesichert; es steht immer im Gegensatz zu YI: R 324,11; L 50,18; 90,23. Daher kann sich der Vers nur auf das Jenseits beziehen. 4) NOMNN eigentlich: starr vor Staunen (719M), dann tiberhaupt: benommenen, dumpfen Sinnes, vgl. auch R 279,10; 282,8,13; L 57,12. Was vom Licht noch hienieden zuriickblieb, blieb bei den Leuten gestérten Sinnes. Dies entspricht der im Orient verbreiteten Anschauung, daB der Geist der Irren und Halbirren dem Jenseits naher stehe als der Sinn der gewohn- lichen Menschen. 5) Zur Bedeutung von NIM siehe Joh. Il, p. 41°. Vielleicht ist die unklare Rede der ,dumpfen Leute* gemeint. Das Beiwort NIPRN paht zum vorhergehenden NIPIN, es ist trotzdem bei NO nicht am Platze. Lidzbarski, Ginza. Pal 5 20 Io 15 20 25 30 35 322 Rechter Teil. 318, 10—319, 1 Euch rufe ich zu und erklire ich, ihr wahrhaften, gliubigen Manner. Sprosse, Sprosse werden aus der letzten Generation durch mein Wort und meinen Segen emporsteigen. Sie werden emporsteigen durch meinen Segen und in vortrefflicher Weise gefestigt werden. Ich erleuchtete sie und klirte sie auf, damit sie nicht in der Welt straucheln. Wer strauchelt, wird sterben und verderben. Wiederum’) habe ich euch erleuchtet und aufgeklart. Wer leuchtet und klar ist, dem werde ich ein Helfer sein, ein Helfer und eine Stiitze aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. — Und das Leben ist siegreich. Siebentes Stiick. Hin Offenbarungswesen, Manda dHaijé oder Jawar, wird vom Leben in diese Welt gesandt, um die Nasoraer zu belehren und zu ermahnen. Er verkiindet den Lohn der frommen Gliubigen und die Strafe der Unwiirdigen. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Aus der Skina des gewaltigen (Lebens) berief das GroBe mich, es rief mich, gab mir Befehle und festigte mich. Das Grofe rief mich und gab mir Befehle, es riistete mich und sandte mich in die Zeitalter hinaus: den Ruf des Lebens zu rufen und Glanz tiber das Haus zu legen. Den Ruf des Lebens zu rufen, und die Pflanzung des Grofen zu pflanzen, die Pflanzung des Groen zu pflanzen und Jordane in vollkommener Weise hinzuziehen, rechte Pflanzen zu pflanzen und sie mit lebendem, prangendem Wasser zu trinken, sie Weisheit, Wissen und Lobpreis zu lehren, ausgedehnt und unbegrenzt, ihnen [319] den reinen Ruf zu gewiihren, durch den sie in dieser Welt gefestigt werden sollen. 1) Vgl. Nold., p. 204. 319, 1—21 Fiinfzehntes Buch. Siebentes Stiick. 323 Sie sollen in der Erleuchtung des Lebens sprechen und die Schlafenden aufriitteln und zum Aufstehen bringen. Sie sollen einen Weg wihlen und aufwerfen und einen Grenzstein aufrichten. Sie sollen mit dem Wissen aufsteigen, 5 das aus dem Hause des grofen Bihram, (des Sohnes) des Lebens, Sie sollen iiber die Seelen unterrichtet werden, [gekommen ist. die des lichten Wohnsitzes wiirdig sind. Sie sollen aufriitteln, sie sollen belehrt werden’), und ihnen sollen Leuchten wundersamer Art geschaffen werden. 10 Sie sollen ihnen die grofBe Wurzel des Segens zeigen, aus der das gewaltige, erste Leben hervorgegangen ist. Die wahrhaften und gliubigen Nasorier werden emporsteigen und den Lichtort schauen, Die wahrhaften und glaiubigen Nagorier und Ausgezeichneten ’) 15 werden in dieser Welt nicht zuriickgehalten werden. Nicht werden sie zurtickgehalten werden [in dieser Welt] und im grofen Gerichte nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Uber sie wird nicht das Urteil gesprochen werden, das tiber alle Wesen gesprochen wird. 20 Sie werden im Gerichtshofe nicht schuldig befunden werden und nicht in das grofe Suf-Meer fallen, in dem Ruha und Christus enden, die zwélf Sterne enden. Da enden die sieben Planeten, 25 und ihnen wird das Urteil gesprochen. Da enden die sieben Planeten, die Scéhne des Mangels”), die Herren der nichtigen Wohnung, die Herren des hinfélligen Hauses. 30 Die Nagoriier, die des Hauses des Lebens nicht wiirdig sind, haben schwere Siinde begangen. Ihr Koérper stand in Verfehlung, und an ihnen war Mangel und Fehl. Wenn sie auch in hohem Mafe den Schatz (das Ginza) von der Tibil 35 bringt es ihnen doch keinen Nutzen‘*). [her verstehen, Wenn sie am groBen Tore des Hauses des Abathur anlangen, werden sie vom Tore des Hauses des Abathur zuriickgejagt werden. 1) An sich besser JWNDN) ,,sie sollen belehren“, doch siehe p. 345, 9ff. 2) NYNWMD, siche p. 2151, 280%. 8) Lies NO)MVONM ,,der Mangelhaften“, d. h. der Raha, siehe p. 81,14? 4) ypu scheint hier schon Sammlung religiéser Schriften zu bedeuten, im Ubrigen ist die Ubersetzung des Satzes unsicher, siehe auch weiterhin. 21% 15 20 25 30 35 324 Rechter Teil. 319, 21—320, 16 Vom Tore des Hauses des Abathur werden sie zuriickgejagt werden und den Lichtort nicht schauen. Sie werden das Wissen nicht schauen, das aus der Skina des ersten, gewaltigen Lebens geschaffen wurde. Es wird ihnen abgenommen werden, und sie werden zur Natur des Ortes der Finsternis hinabsinken. Ihnen werden die verborgenen Gebete abgenommen werden, [320] die sie von der Welt her verstehen. Ihnen werden die verborgenen Gebetsordnungen abgenommen werden, abgenommen die wohlgeriisteten Schiffe ’). Ihnen wird die Totenmesse und die Taufe abgenommen werden, und diese werden zu dem Orte emporsteigen, aus dem sie gekom- Ihnen wird der verborgene Schatz abgenommen werden, [men waren. und er wird beim grofen Jura’), dem Schatzhalter, aufgestellt Er*) wird aus dem Lichte ausgerissen werden [werden. und in der untersten Gehenna lodern. Er wird in die siedenden Kessel fallen und im Feuer verbrennen, wihrend es brennt. Er wird das Leid der Planeten schauen und eines doppelten Todes sterben. Ein jeder, der in vollkommener Weise erwiahlt, fromm, wahrhaftig und wird von seinem Orte nicht abgeschnitten werden. [glaubensfest ist, Nicht wird er von seinem Orte abgeschnitten werden, sondern in die teure Gemeinschaft eingeschlossen werden. Man wird ihn die Helligkeit der Wurzel schauen lassen und im verborgenen Lichte in vortrefflicher Weise aufstellen ‘). Man wird ihn mit einem Gewande des Glanzes bekleiden, das wundersam und unbegrenzt ist. Man wird ihn mit einem Turban des Lichtes bedecken, der tiber die MaBen leuchtet und glanzt. Man wird ihm einen Giirtel, einen Giirtel (lebenden) Wassers um- in dem es keine Schmerzen und Leiden gibt’). {binden, Man wird ihm einen Atherkranz aufsetzen, der aus dem Weinstock Rwaz hergenommen wurde. Wenn er aus seinem Kérper scheidet, wird ein Geleiter ihm entgegengehen, ihn zur Skina des groBen (Lebens) emporfiihren, die wundersam und unbegrenzt ist, *) Die sie zum Jenseits hinfahren sollen. Im Grunde erwartet man hier ein anderes Wort. *) Bedeutet ,Glanz‘, siehe p. 66,15, doch erscheint es in diesen Stiicken als Eigenname. *) Der echlechte Mandion *) Lies ArAPNN (so auch Leid.) NwIw> NIpPINd Amy. >) Siehe Joh. II, p. 206, 21. 320, 16—321, 7 Fiinfzehntes Buch. Achtes Stiick, 325 an den Ort, an dem das grofe (Leben) thronet; nicht kam fort wer aus der Héhe heruntersank’). — Und das Leben ist siegreich. Achtes Stiick. Am Anfange heift es, daf Jawar von hdheren Wesen — es steht nicht da von wem; vielleicht bezieht sich der Plural auf RY7 ,,Leben“ — ausgeriistet und iiber die geheimen Dinge belehrt wird. Weiterhin ist es Hibil-Ziwa, der vom grofen Mana belehrt und zu den Nasoraern gesandt wird, um sie zu unterweisen. Er soll ihnen besonders die Wichtigkeit des Oles dartun, das zur .,Siegelung“ verwandt wird. Wer damit gesiegelt ist, wird alle yerborgene Dinge schauen. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Mit der Kraft des Glanzes und des Sandarakbaumes’) | schufen sie*) den Jawar und setzten ihn uber jegliches Ding ein. Sie belehrten ihn iiber das Wissen, das wundersam und unbegrenzt ist. Sie setzten ihn tiber den grofen Berg ein, dessen Glanz wundersam ist und dessen Licht strahlet und tiber die Mafien lohet. Sie schufen ihm Erleuchtung, durch die er aufgeklart wird. Sie verliehen ihm verborgene Reden, die wundersam [$21] und der Welt fremd sind. Sie belehrten ihn iiber den grofen Jura und iiber sein Abbild, das Wundersame, das bei ihm ist. Sie belehrten ihn iiber den groBben Ngab und die Skinas, die er sich am Lichtort gegriindet hat. Sie belehrten ihn tiber Zarzel-Ziwa, den sanften, festen Mana. Sie belehrten ihn iiber Josmir-Uthra und die Skinas, die er gegriindet hat ...... a Hibil-Ziwa sprach zu seinem Schipfer folgendermafen. Er pries den grofen, gewaltigen Mana, der ihm Wissen*) in vollkommener Weise gegriindet hatte. 1) Der Sinn und die Auffassung des Satzes ist ganz unsicher, siehe Joh. II, p. 47%. ®) Siehe Lit., p. XXI. 8) Hier wohl so, nicht ,rufen, berufen“, siehe p. 32°. 4) Statt NIMY FD hat wohl etwas anderes dagestanden, vgl. Vers 26. Zum Folgenden ist NUIMY FD kaum zu ziehen. Hier ist vielleicht eine gréfere Liicke. 5) Ich vermute ROAMND statt KNIT. bo Ww Er Er Er Er Rechter Teil. 321, 7—322, 3 hatte ihn unterrichtet, belehrt und erleuchtet tiber die verborgenen Dinge. hatte ihn tiber die lebendige Taufe belehrt und das reine Ol dieser Welt. hatte ihn tiber die Nasorier belehrt, wenn sie aus ihrem Kérper scheiden. sprach zu ihm: »Geh zu den Nasoriern, die in der Welt zuriickgelassen sind. Sage ihnen: Wenn ihr aus eurem Koérper scheidet, werdet ihr mit dem reinen Ol emporsteigen. Denn wichtig und teuer ist das reine Ol’), das aus dem Hause des grofen Lebens gekommen ist. Wer nicht mit dem reinen Ol emporsteigt, wird an den Wachthidusern (so!) des Ptahil warten miissen, bis er mit emundsechzig Briefen emporsteigt; Er Er Er alsdann wird er in den Lichtwelten aufgerichtet werden. wird den Weinstock Taurel schauen, der im Jordan des reinen Tarwan ruht. wird den Baum Tatagmur schauen, der am Jordan des Herrn der Gréfe ruht. wird den Weinstock Rwaz schauen, aus dem der Segen des Lebens hervorgeht. Aus ihm geht der Segen hervor, Er Er Er Er Er Er und alle Uthras duften durch seinen Duit. wird den Weinstock Josmir schauen, der auf der Erde des Sam-Ziwa ruht. wird den Weinstock Sarhabel schauen, der auf der Erde des Hibil-Ziwa ruht. wird die sieben Zeltdicher schauen des Glanzes, des Lichtes und der Herrlichkeit, die tiber die wundersamen Weinstécke gespannt sind. wird die zwei reinen Berge schauen, die ruhig an ihrer Stelle sitzen. wird Jawar, den groBen Glanz des Lebens, schauen, den ersten Weinstock, [322] der auf der Erde des gewaltigen, wird den Weinstock Sar schauen, [ersten Lebens ruht. der auf der Erde des ersten Lebens aufgerichtet ist. wird den Weinstock Pirtn schauen, der auf der Erde der Sie war fest, machte und vollbrachte“ *) ruht. 1) Lies NWYD statt NUD. *) Ein weibliches Gegenstiick zu Jawar, siehe p. 151, 175 162538) 322, 4—19 Fiinfzehnstes Buch. Neuntes Stiick. 397 Er wird den groBen Weinstock schauen, der tiber den Friichten des vorausbestimmten Jawar rubt. Er wird den groBen Weinstock schauen, den Erzieher der Seelen der Siuglinge, die durch ihn grobgezogen Sie trinken aus seinen Knospen und frohlocken, und ihre Seelen bliihen empor. Empor bliihen ihre Seelen und erhalten Bestand in der Lichtwelt. Er wird den grofSen Jura schauen, wird die Verborgenheit schauen, die er sich geschaffen hat. Er wird Adatan und Jadatan schauen, die am Tore des Hauses des Lebens sitzen. Er wird Silmai und Nidbai schauen, die in der groBen, verborgenen, ersten Wolke wohnen. Sie wohnen in jener Wolke und sind tiber alle Jordane eingesetzt. Er wird JoSamin, den Reinen, schauen, der unter den Wasserbichen ruht. Er wird die vier Manner, die Séhne des Heils, schauen, die den Nasordern ein Beistand sind, ein Beistand und eine Stiitze vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. — Und das Leben ist siegreich. [werden ’). 5 IO 20 Neuntes Stiick. Die Seele — sie ist es, obwohl sie in dem Stiicke als Uthra bezeichnet wird — kommt > als Wohlduft zur Welt herunter und nimmt im Herzen des Kérpers Platz (siehe auch Lit., p. 102,10). Wehmiitig stellt sie Betrachtungen dariiber an, warum sie in die Welt gesandt sei. Das Leben hort die Klage und sendet ihr einen Helfer, der sie belehrt und tréstet. Im Namen des grofien Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich bin der Wohlduft der Uthras, der ich hinging und in jedem getreuen Herzen Platz nahm. Das Herz, in dem ich Platz nahm, erleuchtete und erhellte ich iiber die Mafen. Uber die Mafen erleuchtete und erhellte ich es, brachte Wohlergehen und lief es darin wohnen. 30 Oo ut 1) Es ist unsicher, ob das zweite N27 so aufzufassen ist. Hs ist eher mit CD zu streichen, so dafi der Satz einfach heift ,in dem die Seelen der Sauglinge groigezogen werden". T5 25 30 40 328 Rechter Teil. $22, 19323 12 Ich nahm daraus das Seufzen, das die Sieben den Kérpern brachten. Die Sieben brachten es den Korpern und lieBen es in den finsteren Herzen wohnen. Wer sich durch die Erleuchtung erleuchten 1aBt, wird am Lichtort aufgestellt werden. Wer sich nicht durch die Erleuchtung erleuchten abt, wird vom Lichtort abgeschnitten werden. Ich stelle in meinem Sinne Betrachtungen dartiber an, wie es zugegangen ist. Wer hat mich aus meiner Statte und meinem Orte weg gefangen ge- aus dem Kreise meiner Eltern, die mich groBgezogen? [nommen, Wer brachte mich zu den Schuldigen, [323] den Sdhnen der nichtigen Wohnung? Wer brachte mich zu den Rebellen, die tagtiglich Krieg fiihren? Wer zeigte mir die Bitterkeit, an der keine Siibigkeit ist? Wer zeigte mir die Finsternis, an der kein Lichtstrahl ist? Wer zeigte mir das stinkende Wasser, das sich auf Riidern dreht’). Es dreht. sich auf Ridern, und sein Gestank steigt empor und erreicht das Firmament. Als ich an meinem Orte stand, iingstigte ich mich und dngstigte meine Seele. Ich sagte mir, daf ich keinen hohen Helfer habe, keinen Mann als Pfleger. Wie ich noch an meinem Orte dastehe, erhérte mich das grofe (Leben) und verurteilte mich nicht. Ks sandte mir einen hohen Helfer, sandte mir einen Mann als Pfleger. Ks sandte mir einen sanften Beistand, der kam und mich von jeglichem Ding erliste. Kr sprach mit mir in lebendiger Rede und erléste mich aus der Welt. Er rief mit sanfter Stimme und lieB mein Herz auf seiner Stiitze ruhen. Er belehrte mich iiber die Lobpreisung, das ich die Verfolgung der Tibil verga&. ) Das heift wohl auf den Schépfriidern der kiinstlichen Bewasserung im Gegensatz zu dem freifliefenden lebenden Wasser. 328, 12—324,5 Fiinfzehntes Buch. Neuntes Stiick. 329 Er sprach: »O du sanfter Uthra! Nicht nach dem Willen des groSen (Lebens) bist du hergekommen. Bist nicht hergekommen nach dem Willen des GroBen, nicht nach dem Willen der Uthras, die dort sind. Vielmehr nach dem Willen der beiden Uthras*) geschah es, da} sie dich aussandten und hierher schickten. Sie sandten dich aus, schickten dich hierher und hefen dich in der Welt zuriick. Du weiltest so lange in ihr und wurdest in ihr gro8, 10 als es deinem Vater gefiel. Wenn es deinem Vater gefillt, wird er dir sagen, wie es zugegangen ist.“ ur Ich sprach dann zu meinem Vater, zum Manne, der iiber mich eingesetzt war: 5 » Wer sind die beiden Uthras, die iiber mich eigesetzt wurden? © Wer sind die beiden Uthras, die mich aussandten und hierher schickten? Sie sandten mich aus, schickten mich hierher 20 und lieBen mich in der Welt zuriick.“ Jener Helfer sprach dann zu mir, der Mann, der iiber mich eingesetzt war: »Wo gibt es einen Sohn, der seinen Vater verachtete”), daf er dich hierher sandte und schickte? Er sandte und schickte dich hierher und lieS dich in [324] der Welt zuriick. Du bliebst so lange in ihr, als es deinem Vater gefiel, als es gefiel deinem Vater 30 und er dir Helfer sandte. Helfer sandte er dir, und sie sprachen mit dir [in lebendiger Rede «+««*+«x. Nun o sanfter Uthra, steh auf, steige zum Hause deiner Familie empor 35 und verfluche den Ort des Hauses deines Pflegers. So lange du in ihm weiltest und wohntest, waren die Sieben deine Gegner. iS) wn 1) Siehe weiter unten. . 2) ND bezw. FADD gibt keinen Sinn. Vielleicht ist auch hier eine Form von XDD entstellt, siehe p. 247. 20 30 330 Lechter Teil. 324, 5—21 Die Sieben waren deine Gegner, die Zwélf deine Verfolger ’). Die Zwolf waren deine Verfolger und sprachen: ,,Wir wollen seine Werke verichtlich machen, vielleicht schneiden wir ihn bei uns ab. Vielleicht schneiden wir ihn bei uns ab und er nimmt Anteil an [unserer] Welt.“ Ich sprach zu mir, forschte in meinem Sinne und erwiderte meinem Vater, dem sanften Helfer, dem Manne, der iiber mich eingesetzt war: »Wenn du weift, da Mangel an mir ist, schneide mich im Wohnsitze der Siinder ab.“ Darauf sprach er: »O sanfter Uthra! An dir war Uberschu8, kein Mangel.“ [Darauf erwiderte ich]: »Mein Vater! Wenn du weifit, daB an mir kein Marigel ist, warum hast du mir solches Leid angetan?“ Als er dies von ihm héorte, holte er ihn aus semem Ko6rper heraus. Er bekleidete ihn mit einem Gewande des Glanzes und setzte ihm einen kostbaren Kranz auf. Er zerbrach ihre Wachthiuser und fiihrte ihn mit Geprange aus der Welt. Mit Gepringe fiihrte er ihn aus der Welt und stiitzte ihn auf die Erde des grofen (Lebens). Er stiitzte ihn auf die Erde, auf der das Grofe thronet. Empor stieg der Uthra, dann errichteten sie ihm einen Thron, und er nahm auf ihm Platz. Ich will euch sagen, ihr Grofen, ich will euch sagen, ihr Gewaltigen, wie es zugegangen ist: . Wenn ihr solches mir antuet, soll da an eurer Weinlese in der untergehenden Tibil kein Mangel Das Zeitalter nahm ab, [eintreten *)? und die Verfolgung bedriickte sie gar sehr.“ »oitze da, Uthra, geordneter, wohlgeordneter Uthra. 1) Siehe Lit., p. 160. *) Der Sinn ist wohl: Sollen die Seelen, die euren Anteil bilden, nicht darunter leiden? 324, 22—825, 10 Fiinfzehntes Buch. Zehntes Stiick. 394 Wir wissen gar wohl, daf} an unserer Weinlese in der untergehenden Tibil ein Mangel Das Zeitalter nahm ab, [eintritt’). und Verfolgung wurde gar sehr gegen sie losgelassen. Du wurdest erlést und stiegest empor, Uthra, und wer es vermag, soll nach dir emporsteigen.“ — [825] Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Zehntes Sttick. Der Mana unterhalt sich mit seinem Abbilde, d. h. mit dem ihm beigesellten weiblichen Wesen, siehe p. 144°. Er aufiert den Wunsch, Uthras zu schaffen, die ihm zur Seite stehen sollen. Sein Abbild rat ihm ab. Er folgt ihrem Rate, aber wahrscheinlich war in einem jetzt weggefallenen Stiicke davon die Rede, daf er dennoch eine Gefihrtschaft schafft, denn das Folgende setzt dies voraus. Er begriindet die Schépfung damit, dai das geschaffene Wesen, den Frommen als Helfer dienen soll. Er schickt einen Boten, um die Frommen in die Héhe emporzubringen Weiterhin tritt an die Stelle des Mana das Leben und der Bote ist Manda dHaijé. Er steigt in die Tiefe und bekimpft die Bésen. Im Namen des grofien Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich unterhalte mich mit meinem Abbilde: »Komm, ich und du wollen bauen (schaffen). Wir wollen mit verborgenem Rufe bauen, bauen in der wundersamen Frucht. Bis daB wir Friichte schaffen, bis da wir Helfer schaffen, preise du mich, und ich werde dich preisen. Wir wollen in reichem Glanze verwahrt bleiben und einander in vortrefflicher Weise in Ordnung halten. Vielleicht werden Uthras von uns geschaffen und preisen uns dann Gewaltige.“ Als er dies sagte, sann er auf eine Gefihrtschaft. Auf eine Gefihrtschaft sann er in der wundersamen Frucht. Er sprach und sann: ) Der Text ist hier falschlich mit p. 330, 34 in Einklane gesetzt. Man erwartet hier SRB NTS DN. WNN|w 15. _ oO iS) un Go un 332 Rechter Teil. 325, 10—326, 2 Ich will eine Gefihrtschaft zu meiner Rechten schaffen, will Leuchten zu meiner Linken schaffen. Ich will Gesandte des Lebens schaffen, die fiir mich in der Verborgenheit verwahrt seien. Darauf erwiderte und sprach das Abbild zum teuren Mana: Wenn du Gesandte schaffest, wird die Schlechtigkeit des Stammes deiner Pflanzung sich aus- Deiner Pflanzung Schlechtigkeit wird sich ausdehnen [dehnen *). wegen des Mangels der Welt. In ihr wird Liige sein, Erschiitterung in der Welt sein.“ Da erwiderte ich und sprach zu meinem iiber die MafBen wundersamen Abbilde: » Wir haben nachgedacht, und nun wollen wir keine Pflanzung pflanzen, aus ihr kommt Mangel und Fehl. Mangel und Fehl kommt aus ihr, und Erschtitterung entsteht in der Welt.“ Ich beugte mich, verneigte mich vor meiner Gefihrtschaft und nahm von ihr teure Kusta an. Wir traten in Geriite ein und verbargen uns’), und sie willigte ein, meine Gefihrtschaft zu sein. Als die Ersten da waren, sinnen sie auf Zweite. Als die Zweiten da waren, sinnen sie auf Dritte. Als die Dritten da waren, sinnen sie auf Vierte. Von den Vierten kam Mangel und Fehl. Mangel und Fehl kam von ihnen, und [326] Erschiitterung entstand in der Welt. Darauf erwiderte und sprach das Abbild zum teuren Mana: »Habe ich dir nicht gesagt, daB wir keine Pflanzung pflanzen wollen? *) RW , Haupt* pabt nicht; ich vermute NnywD. Vielleicht ist auch NOD Nw 7 zu streichen. *) SIND konnte an sich auch ,,Gewander“ bedeuten, aber dann paBt schlecht 5 dazu. Ks sind hier wohl Gerite, als Behilter der numina gedacht, wie denn auch NON im Sinne Geist auf diese Bedeutung zuriickgeht, siehe oben, p. 651. 326, 2—17 Fiinfzehntes Buch. Zehntes Sttick. 333 Wir wollen keine Pflanzung pflanzen, denn aus ihr kommt Mangel und Fehl. Mangel und Fehl kommt aus ihr, und Erschiitterung entsteht in der Welt.“ Da erwiderte er und sprach zu seinem tiber die Maen wundersamen Abbilde: . Wie sollen wir die Welt, die entstehen soll, der Vernichtung iiberlassen? In ihr werden sich Manner von erprobter Gerechtigkeit ausbreiten und den Ruf des Lebens hierher*) emporsteigen lassen. Manche von ihnen werden mit der Wurzel emporsteigen, manche von ihnen in der Welt zuriickgehalten werden’). Wer die Kraft dazu hat und sich frei macht, wird emporsteigen und den Lichtort schauen. Wer die Kraft dazu hat und sich (dennoch) nicht frei macht, wird in der Welt zuriickbleiben. In der Welt wird er zuriickbleiben, und sein Wohnort wird von der Welt sein. Wir wollen den Boten rufen, den Boten, die Pflanzung des gewaltigen (Lebens). Wir wollen ihn beauftragen und dorthin senden: was dort ist, soll er hierher emporbringen. Er erlése die sanften Manas, erlése den teuren Mana’). Den teuren Mana erlose er, und dieser sei ein Guter im Hause der Vollendung. Mich berief und beauftragte das GroBe*) und legte von seiner Weisheit tiber mich. [Es legte tiber mich] die wohlverwahrte Gestalt, die fiir mich im Verborgenen verwahrt ist. Es legte iiber mich Liebe, die meinen Freunden zukommen soll. Es legte iiber mich sanfte Rede’), in der ich mit meinen Freunden sprechen soll. 1) Wohl xD5 statt NDF zu lesen. *) Vielleicht ist auch hier NIMNINYD zu lesen. Zum Schwanken zwischen SNONINY und (NMNDNMyY siehe R 307, 14f. mit Varr.’ 8) Die Stelle ist unverstindlich. Mit den sanften Manas sind die Hinzelseelen der Frommen gemeint. Der ,,teure Mana“ miifte hier aber das héchste Wesen sein. Wie soll er dieses erlésen? Etwa durch seine Hilfe fiir die Frommen? Es scheint, dah statt FAP AND: ein anderes Verb dagestanden hat. 4) An die Stelle des Mana tritt hier das grofe Leben. 5) Lies NOW, vgl. Text 327, 12. 25 30 40 334 Rechter Teil. 326, 17—327, 13 Ich soll mit meinen Freunden sprechen und sie vom Verganglichen erlésen. Ich soll sie vom Fehlerhaften erlésen, das sie von selbst geschaffen haben. Es warnt mich und befiehlt mir, wie ein Vater, der seinen Séhnen befiehlt. Es kost mich und kit mich, wie ein Vater, der seinen Sohn kiisset. Es warnt mich und behiitet mich, und es bleibt fest bei seiner Rede’). Es spricht: » Wir senden dir Schatzmeister, komme rasch mit den Boten. Rasch mit den Boten komme und bring uns die Pflanzung des Gewaltigen. Warum willst du in der Tibil weilen, warum [8327] dich im Verginglichen hin und herschlagen? Warum verlissest du das reine Gewand und kleidest dich in das rebellische Gewand? Warum verldssest du die sanften Geheimnisse und trittst in die vergiinglichen Geheimnisse ein? VerlaB nicht die geliebte Genossenschaft und liebe die Genossenschaft des Verginglichen. VerlaB nicht die lebendige Rede und liebe die Rede des Vergiinglichen.“ Als das GroBe [so] zu mir sprach, beugte ich mich und verneigte mich in vollkommener Weise: » Warum sprichst du so zu mir, wo mein Herz in Zwiespalt geraten ist? In Zwiespalt ist mein Herz geraten, und meine Augen prefiten sich mit einer Trine zusammen. Mit emer Trine preBten meine Augen sich zusammen, bis ich an meiner Stelle jammerte und weinte. Gibt es jemand, der im Hause des grofen (Lebens) weilte und dann die Rede des Vergiinglichen liebte? Gibt es jemand, der das reine Gewand verlieBe und sich mit dem rebellischen Gewande bekleidete? Gibt es jemand, der die geliebte Genossenschaft verlieBe und die Genossenschaft des Vergiinglichen liebte? Gibt es jemand, der die Rede der Sanftheit verlieBe und die Rede des Verginglichen liebte?“ *) Vielleicht jy NP) ,,und es festigte mich mit seiner Rede.“ 327, 13—328, 4 Fiinfzehntes Buch. Zehntes Stiick. Da sprach es zu mir: , Wir sagten und erklirten dir: Schleppe dich nicht im Verginglichen hin und her’). Denn aus dem Zweiten, der der Alteste war’), bildete sich Mangel und Fehl. Mangel und Fehl bildete sich aus ihm, und Erschiitterung kam durch ihn in die Welt.“ Alsdann rief es (das Leben) Manda dHaije und sprach zu ihm: »Komme rasch und behiite deine Séhne. Komm, behiite deine Séhne und segne sie mit deinem Segen. [Mit] jenem [deinem Segen] segne sie, mit dem du deine Sthne, die Uthras, gesegnet hast.“ Es segnete*) mich mit seinem Segen und breitete tiber mich von seinem Glanze, breitete tiber mich von seiner Pflanzung. Ich beugte mich und verneigte mich vor dem Leben und kam in die Welt’). Ich beugte mich und verneigte mich vor dem Leben und sprach mit meiner wundersamen Stimme. Ich ging zu den Skinas und den guten Uthras, [die] sie geschaffen haben. Als die Uthras mich erblickten, verneigten sie sich und priesen mich’) tiber die Mafen. Sie priesen den Uthra der Herrlichkeit, von dem alle Wahrheit gekommen ist. [328] Sie sprachen zu ihm: ,Wohin gehst du, Sohn der Glanzwesen, wohin hat das Leben dich bei NING, und dies wird durch die Parallelstelle Text 102, 3 gesttitzt, daher ist wohl auch hier x5 zu streichen. *) Siehe auch p. 109 unt. 5) Nach dem Folgenden muf dies eine Ansprache des Lebens an Josamin sein. Hier ist also nicht ANON als Imperativ aufzufassen. 6) Das entstellte und gelegendlich mifiverstandene N7)j 72 (siehe Lit., p. 136”) liegt hier nicht vor. NT) scheint mir einen Imperativ mit Suffix zu enthalten, also A7\3, aber weder 393 noch 443, baw. Wj oder 773 bieten einen passenden Sinn. 30 366 ut IO 20 No ut bo in Rechter Teil. 349, 21—350, 14 ,Wir glaubten an dich’), Guter; wir schauten deinen Glanz und werden dich nicht vergessen. Alle Tage und auch nur eine Stunde werden wir dich nicht aus unserem Herzen lassen. Denn unser Herz soll nicht erblinden und unsere Seele’) nicht in diese Welt eingeschlossen werden.“ Als Ptahil dies hérte, wurde sein Herz [850] auf seine Stiitze gestiitzt. Er erwiderte mit reiner Stimme und sprach zu JoSamin: ,Wo Manda dHaije Angst losgelassen hat in diese Welt, was wolltest du von mir, daf du um mich die Fessel liefest *)?“ Als Ptahil so sprach, wubte Manda dHaije, daB sich Mangelhaftes zwischen Ptahil und Josamin ge- Er rief Hibil-Ziwa, [bildet hat. wappnete ihn und sandte ihn in die Zeitalter hinaus. Er sprach -zu ihm: »Geh, predige JoSamin und laf ihn héren und stiitze das Herz des Ptahil auf seine Stiitze.~ Ich gehe und begebe mich hin, bis ich zum Hause des JoSamin komme. Als ich im Hause des JoSamin anlangte, sprach ich zu Josamin: , Warum hast du dich nicht durch die Weisheit des grofen (Lebens) warum hast du um Ptahil die Fessel gelassen?“ [belehren lassen; Als JoSamin dies horte, ; merkte er, das ich das Geheimnis, das er in sich barg, aufgedeckt [habe *). Ich gehe und begebe mich hin,, bis ich zum Hause des Ptahil komme. Als Ptahil mich erblickte, sprang er von seinem Throne auf. Kr sprang auf von seinem Throne und redete mich Hibil-Ziwa an. *) In der folgenden Anrede schwankt der Text zwischen der 1. sing. und 1. pl. Man hat wohl iiberall die 1. pl. herzustellen. Die Verse sind ein Zitat, siehe p. 60. - ®) Leid. hat JWONDW 2) NIIND, siehe auch p. 60°. 5) Leid. hat OpPNaIW wie weiterhin. 4) Adare enthilt schwerlich die 3. pers.: dafi er aufgedeckt hat. 350, 14—351, 6 FRiinfzehntes Buch. Sechzehntes Stiick. 367 Er sprach: »Gekommen, gekommen ist der Glanz und ging im Hause auf. Im Hause ging er auf’), und das ganze Haus wurde erleuchtet. Das Haus erleuchtete, es erleuchtete in seinen Winkeln. Die Nagoraer, die die Stimme des Lebens vernahmen, freuten sich und sprachen: Wie lieblich ist diese Stimme des Lebens, die hergekommen ist, indem sie uns aus dem Lichtort zugerufen [wurde. “ Als ich dies von ihm hérte, segnete ich ihn mit dem grofen Segen, mit dem die teuren Manas segneten. Ich sprach zu ihm: . Verhalte dich ruhig und still, Ptahil, mit deinem Aisin innerhalb dieser Welt. Behiite jetzt deinen Namen in deiner Skina und rufe ihn ausgesprochen nur den glainzenden Schiitzen zu’). Ich will sie tiber jegliches Ding belehren’). Ich will die Manner von erprobter Gerechtigkeit belehren, die Ménner, die aus Fleisch und Blut gebildet sind. Ich will sie tiber jegliches Ding belehren. Ich will die Jiinger belehren, die der Rede des Lebens gedenken: » Wenn [851] die Bosheit euch bedriicket und Zorn (gegen euch) losgelassen wird, so hiitet euch zu fluchen und zu Falle zu bringen und den Mana von seinem Throne herunterzustiirzen. Hiitet euch Ptahil-Uthra zu fluchen, weil, als er einen Anteil vom Leben verlangte, es ihm keimen Es gewihrte ihm keinen Anteil am Hause, [gewahrte. gewihrte ihm nicht die Herrschaft tiber jegliches Ding. Uber einen jeden, der Ptahil-Uthra flucht, wird groBer Zorn kommen. Uber einen jeden, der ihn von seinem Throne herunter zu Falle bringt, wird das Urteil gefillt werden.“ *) FANIT NVNRID nach Leid. 2) Die Wiedergabe des Halbverses ist unsicher. Sie setzt die Lesung wnp statt pomp voraus; die Worte sind vielleicht auch sonst entstellt. Mit den ,,Schitzen“ sind hohere Wesen gemeint, vel. NTN). 8) Der Vers ist wohl irrtiimlich aus dem Folgenden hierher gesetzt. Kr bezieht sich kaum auf die ,,Schaitze“. ut ie) re) ° Ny ut 368 ut 3S Rechter Teil. 351, 6—24 Ich umband und behiitete seine Werke und tibte an ihnen weder Mangel noch Fehl. Ich setzte das Herz des Ptahil auf seine Stiitze, damit an seinem Sinne weder Mangel noch Fehl sei. Ich gehe und begebe mich hin, bis ich zum Hause des Abathur komme. Als Abathur meinen Glanz erblickte, sprang er von seinem Throne auf. Er sprang auf von seinem Throne und redete mich Hibil-Ziwa an. Er sprach: » Woher hat das Leben diese Stimme, die so stiB, die so lieblich ist? Die Uthras des Lichtes sprechen mit ihr.“ Ich gehe und begebe mich hin, bis ich zum Hause des Josamin komme. Als JoSamin meinen Glanz erblickte, sprang er von seinem Throne auf. Er sprang auf von seinem Throne, suchte Belehrung in der Weisheit des grofen (Lebens) und in der Erleuchtung, die das Leben ihm verliehen. Er nahm"‘) wohlriechende Blumen, tauchte sie in Wasser vom Jordan und ging mir entgegen. Er nahm die wohlriechenden Blumen, setzte mir einen Kranz vollkommenster Art auf und redete mich, Hibil-Ziwa, an. Er sprach: »O du Sprof, der du im Ather emporgesprossen bist, wer hat dich geschaffen, wer dich gefestigt *)?“ Da spreche ich zu ihm: »Mich hat das grofe Leben geschaffen, das Auserwihlte mich hier gefestigt. Zur Rechten des Manda dHaije hat es dem JoSamin einen Thron errichtet an der Miindung des Frai-Ziwa‘*). Manda dHaije hat diese Welt aufgerichtet, er hat in ihr lebendes Wasser aufgerichtet, das ausgedehnt und unbegrenzt ist. 1) Auch hier ist, wie weiterhin, PDANDI zu lesen, ebenso PXWNAN. *) Siehe oben, p. 358, 21. *) Des Euphrats, siehe Joh. II, p. 452; 245. 351, 24—352, 17 Fiinfzehntes Buch. Sechzehntes Stiick. 369 Ks ist nicht mangel- noch fehlerhaft, an ihm ist weder [852] Mangel noch Fehl.* Ich hielt eine Ansprache in vollkommener Weise und sprach: »lch richte eine Bitte an das groBe Leben, ich bitte dich, gewaltiges Leben, ich richte eine Bitte an das grofe Leben: richte deine Lobpreisung auf mir auf). Belehre mich tiber die GroBen, damit ich das Herz des JoSamin auf seine Stiitze stiitze. Josamin sage nicht: Hibil-Ziwa hat sich iiber mich tiberhoben.“ Als das grofe Leben dies hirte, sandte es mir Kraft in Fiille. Es sprach: »Gehe, predige Jo’amin und laf ihn héren ° und stiitze sein Herz auf seine Stiitze. Josamin sage nicht: Hibil-Ziwa hat sich tiber mich iiberhoben.“ Als ich dies vom Leben, meinem Vater, hiorte, holte ich mir daraus die Befugnis zu sagen, wie es war. Ich redete mit meiner reinen Stimme und sprach JoSamin an. Ich sprach zu ihm: »Die Berge des Glanzes segneten dich, und die Héhen des Lichtes festigten dich. Dich segnete die Erde des Lichtes, dich festigte der lichte Wohnsitz: den Geschicktesten unter den Uthras, seinen Briidern, den Ordner aller Lichtwelten.“ So sprach ich Josamin an, dann brach ich auf und begab mich zu meinem Vater ). Als Manda dHaijé meinen Glanz sah, rief er den Uthras zu. Er redete mich in vortrefflicher Weise an und sprach: »Vas Kommen Hibil-Uthras ist wie das Sitils, der zum Hause seiner Freunde geht. 1) Siehe Lit., p. 189, XIX. 2) D. h. zum Leben, siehe weiterhin, p. 370,14. Vielleicht ist aber ORONTMNAN: hier im Sinne ,meine Vater“ zu fassen, d. h.: ich begab mich in meine Heimat zuriick. Lidzbarski, Ginza. 24 30 1S) unr 370 Rechter Teil. 352, 18—353, 6 Als die Jiinger die Stimme horten des Anos, des groBen Uthra, verneigten sie sich vor dem gewaltigen Leben und priesen das grofe Leben tiber die Mafen’).“ Die Uthras standen von ihrem Throne auf, tauften mich mit ihrer Taufe und festigten mich mit ihrer wunder- Sitil-Uthra ging heran [samen Stimme. und redete mich, Hibil-Ziwa, an. Er sprach: Dein Gewand leuchte und deine Gestalt sei hochgeehrt bei deinem Vater, dem Herrn der Grofe.“ Er wand mir einen reinen Kranz, der mich vor allem Haflichen bewahrt. Es (das Leben) lieS mich in seiner Skina Platz nehmen, [353] wo es schon vorher selber war. Er (Sitil) erleuchtete mich durch die Stimme des Lebens und sprach meinen Namen am Lichtort aus. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Siebzehntes Stiick. Das Leben sendet Manda dHaijé zur Welt hinunter, um ,die Sdhne des Heils“, nach p. 375, 10 die zur Erde hinabgestiegenen Engel, vom Mangel zu befreien, der sich an sie ge- heftet hat. Ruha und ihr Kreis suchen vergeblich ihn fernzuhalten. Um ihre Séhne vor ihm zu schiitzen, versucht sie es, sie in der Erde, dann im Meere, dann im Berge zu verstecken; schlieBlich verbirgt sie sie in den Zisternen des Firmamentes. Manda dHaijé holt sie auch von dort herunter. Er macht ihnen Vorhaltungen wegen der Verfihrung, die sie in der Welt tiben, und fordert von ihnen sein Gewand zuriick. Er verwiinscht sie, daB sie ihrem Vater Ur gleichen sollen. Das Stiick lauft in eine Polemik gegen die Askese aus. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ich wurde gepflanzt und kam in diese Welt. Das Leben wiinschte mich und pflanzte mich (zum Gange) in diese Welt’). *) Siehe Lit., p. 205, XXXVII. *) Siehe auch p. 273, 14. 353, 6—21 Fiinfzehntes Buch. Siebzehntes Stiick. 371 Es sprach: »Auf, auf, Guter, steige zur (jetzigen) Generation hinab, gehe zu deinen Briidern, den Sdhnen des Heils, an die sich Mangel heftete’). An sie heftete sich Mangel, an sie heftete sich Mangel und Fehl. Mangel und Fehl heftete sich an sie, und Erschiitterung entstand in der Welt.“ Manda dHaije spricht dann zu ihm: ,»Hrwiahltes (Leben), das sich selber erwihlt hat! Gib mir eine Keule des Glanzes, damit ich das Haus zerstére und seine Erbauer; dai ich den Mangel niederschlage und ihn’) siegreich zum Lichtort emporfiihre.“ Als Manda dHaije so sprach, stieg seine Stimme zu allen Welten hinab. Die Engel, die das Haus erbauet, weinen, und die Bewohner, die in ihm sind®*), erschrecken. Die Bewohner schlagen sich und heulen und weinen wie Weiber. Ruha dQudsa steht auf, sie geht und begibt sich hin, einer Gebirenden gleich. Die Séhne der Engel schlagen in die Hand und stimmen Klage an*) um ihren Vater. Sie weinen um das Haupt der Zeitalter’), der ihnen gleicht. Die Séhne sprechen zum Bosen, zum Verderber, der das Leben nicht geschauet: , Wehe, du dngstigst und bangest dich vor ihm, den sie hierher gesandt haben. Wie willst du uns, die du uns geschaffen hast, vor ihm schiitzen °)?“ Sie sprachen ferner: 9) OK oR OK KK OK der Fremde, den das Leben in seinem Zorne gesandt hat. 1) 0 hat hier wohl die Bedeutung ,mit“, und der Sinn ist nicht ,aus denen Mangel entstand®. ®) Schwerlich den Mangel; man hat sich als Objekt etwa .,den Stamm der Seelen“ zu denken. ‘) Hier hat man vielleicht F254 zu lesen. *) Ich vermute NTDDNID), bzw. NTIDPOND), statt NUDDND'. >) Das ist hier soviel wie der Herr dieser Welt, d. h. der Bése, siche auch weiterhin, p.375, 5. 6) Lies JNOMNINNDD? siehe p. 372, 351. 24* 20 30 35 20 25 30 35 372 Rechter Teil. 358, 21 —354, 13 Jetzt wird das Haus zerstért, und seine Sthne’) werden aufgelist und stiirzen hin. Das Schatzhaus wird ausgeteilt, und du verdammest uns, in dieser Welt zu bleiben.‘ Da sprach der Bése*) zu seinen Sohnen, den Schatzhaltern des nichtigen Hauses: »Machet euch fort und verschwindet vor mir, ihr Toten, die ihr das Leben nicht geschauet’*). [354] Wenn ihr Dimonen seid, wohnet in den Hinéden. Wenn ihr Dews seid, verberget euch und lasset euch nicht blicken. Wenn ihr Engel von wunderbaren Kraften seid, nehmet die Waffe und gehet ihm entgegen. Lasset nicht den Fremden in diese Welt gehen.“ Darauf erwiderten die Séhne dem Bosen, dem Verderber, der das Leben nicht geschauet: ,,Du, den sie mit ihrem Glanze bekleidet haben, bist der Kraft des fremden Mannes nicht gewachsen; wie sollen wir, die wir keine Kraft besitzen, mit ihm Streit anfangen?“ Wie die Bésen dasitzen und iiberlegen, hérte er die Stimme der Verzehrer des Glanzes‘). Er schlug gegen ihr Firmament und spaltete darin eimen Spalt. Einen Spalt spaltete er und driickte in ihr Firmament einen Pfad ein. Die Zisternen des Firmamentes zerschmolzen und fielen als Regen vom Firmament herunter. Ruha nahm ihre Séhne in den Busen und geht umher von einem Ort zum anderen: »lch will euch hier verbergen und den Moérdern entrinnen lassen. In der Erde will ich euch verbergen, doch der Glanz des Manda dHaije ruhet dort.“ 1) Wohl ,,deine Séhne“. *) Lies NW°D. *) Siehe Joh. II, p. 166°. *) o52N5 ist kaum in Ordnung; nicht besser ist DN NNDMNN Leid. Die Lesung ist durch das sonst hiufige R45 NODN, worin NODN ..Keule“ bedeutet (siehe Joh. II, p. 166%), beeinflubt. 304, 13—3d5, 7 Fiinfzehntes Buch. Siebzehntes Stiick. 373 Er schlug dort einen Spalt in die Erde der Bosen, und sie trieb alles heraus, was in ihrem Innern war. Ruha nahm ihre Séhne in den Busen und geht umher von einem Ort zum anderen: »Meine Sohne, ich will euch hier verbergen und den Mérdern entrinnen lassen. Im Meere will ich euch verbergen, doch das Licht des Manda dHaije ruhet dort. Dort wird Manda dHaijée euch hinmorden und in das grofe Suf-Meer versenken.“ Ruha nahm sie in den Busen und geht umher von einem Ort zum anderen: »Meine Séhne, ich will euch hier verbergen und den Mérdern entrinnen lassen. Im Berge will ich euch verbergen, doch die Kraft des Manda dHaije ruhet dort.“ Da nahm Ruha ihre Séhne und verbarg sie in den Zisternen des Firmamentes. Wie die Bésen dasitzen und tiberlegen, kam der fremde Mann herangeflogen. Herangeflogen kam der fremde Mann, der Bote, den das Leben gesandt. Er schlug einen Spalt in die Erde der Bosen, und alles, [855] was in ihrem Innern war, trieb und warf sie Die Zisternen des Firmamentes wandten sich um’), [heraus. und die Sdhne der Ruha fielen wie ein Blitz herunter. Wie ein Blitz fielen die Séhne der Ruha herunter und gerieten in die Hinde ihres Morders. Ruha schwort und liigt, daB sie seine Séhne (des Manda dHaije) nicht zu Sklaven ge- Manda dHaije wubte, {macht habe’). da Ruha schwor uud log. Manda dHaije sprach zu den Bésen und Liignern, die in der Welt wohnen: » Woher kamet ihr, daZ ihr in dieser Welt wohnet? Durch wessen Herrschergewalt wurdet thr geschaffen, die ihr Generationen und Welten abtriinnig machet?“ ) Ich vermute TPaNwyY ,ergossen sich*. Leid. hat XD) ANY. °) Leid. hat $932 NX DNI maound5, worin N7DND keinen Sinn gibt, wenn man nicht NDYD liest: ,da6h ich nicht die Séhne des Manda dHaijé am Arme fafite.“ 25 35 Io 15 20 30 35 374 nannt Rechter Teil. 355, 7—356, 1 Darauf erwiderten die Bésen Manda dHaije, dem Boten aller Leuchten. »Bei deinem Leben, Manda dHaije, wir wissen nicht, woher wir sind’). Unser Ort ist der Ort der Finsternis, an dem kein Licht ist. Unser Ort ist der Ort des Aufruhrs, an dem keine Ruhe ist. Unser Ort ist der Ort des Wirrsals, an dem keine Ordnung ist. Unser Ort ist der Ort der Bésen, an dem es keine Guten gibt.“ Da sprach Manda dHaije zu den Bésen und Liignern, die in der Welt wohnen: »lhr Bésen und Liigner! Alle (Dinge) will ich loslassen, nur mein Gewand werde ich nicht loslassen. Nicht werde ich mein Gewand loslassen, das man brachte und unter euch warf.“ Da zogen sie ihr Gewand aus und liefen es los, stiirzten hin und fielen auf ihr Antlitz. Nun gleichen sie ..... 2 die von der Finsternis nicht zum Licht herauskommen. Sie gleichen den Ménchen, deren Haar ihnen auf die Kniee herabfillt. Auf die Kniee fallt ihnen ihr Haar herab, und sie kommen aus dem Felde nicht zur Stadt empor. Sie gleichen den Ketzern des Truges, die auf Saulen des Truges sitzen*). Sie sitzen auf Siulen des Truges und schneiden ihren Samen von der Welt ab. Sie gleichen den Fastern, deren Munde Fasten auferlegt ist. Manda dHaije sprach zu den Bisen und Liignern, die in der Welt wohnen: »Gehet hin, gleichet eurem Urvater, der getétet in der Finsternis daliegt *). Getétet liegt er in der Finsternis da, [356] und die Dunkelheit kommt und driickt auf ihn. *) Leid. hat YM NINT JO prwtyNds. *) Siche Nold., p. 1394, wo sraxm>w I, 355,16 zu lesen ist. Leid. hat ssymyowo. *) Hier sind doch wohl christliche Siulenheilige gemeint, die schwerlich NIP MAINT ge- sein kénnen, vgl. p. 229. Ich wiirde dafiir eher NYYMDN »Anachoreten* yermuten. *) Das ist Ur, siehe oben, p. 176, 5. 356, 1—21 Fiinfzehntes Buch. Siebzehntes Stiick. 375 Gehet hin, gleichet dem Kénig der Finsternis, der die Waffe gegen Manda dHaije erhoben hat. Die Waffe hat er gegen Manda dHaije erhoben, doch Manda dHaije tiberwand ihn und warf ihn in die Finsternis. Gehet hin, gleichet dem Haupte der Zeitalter, 5 auf den xx«*« das Haupt stiitzte’) und dem Ambofi der Erde gleich auf seine Seite driickte. Gehet hin, gleichet dem Herrn, dem Riesen, der von der Erde bis zum Himmel reicht. Gegen ihn stellten sich die Séhne des Heils in Reih und Glied auf, 10 die Engel, die keine Bestechung annehmen. Sie téteten ihn mit Schwert und Eisen, weil er alle seine Verehrer zum Abfall brachte. Alle seine Verehrer brachte er zum Abfall und erlegte ihrem Munde Fasten auf. 15 Ihrem Munde erlegte er Fasten auf, . damit sein Name nicht aus ihrer Mitte verschwinde’). Er erlegte ihnen das Fasten des Siebenten im Monat auf, als er am Anfange der Kimpfe getitet wurde. Er erlegte ihnen das Fasten des Vierzehnten auf, 20 als Manda dHaije sich beriet und gegen ihn kam. Er erlegte ihnen das Fasten des Achtundzwanzigsten auf, als ihr Held getétet hinfiel. Er erlegte ihnen das Fasten des Schweigens auf, als sein Geist aus seinem Korper schied. 25 Er erlegte ihnen das Fasten des Fiinfzehnten auf, wann sie das Brot der Schande essen.“ Manda dHaijée ruft mit hehrer Stimme und lat seinen wundersamen Ruf vernehmen: »Mancher hoérte und wurde glaubig 30 und hielt fest am Schatze*) und an der Rede. Am Schatze und an der Rede hielt er fest, daher stieg er empor und schaute den Lichtort. Die Bésen, die sich einhiillten und hinlegten, sitzen noch fastend da 35 und schauen nicht den Lichtort. Die Faster und Fasterinnen werden in die Feuerbrinde hinabstiirzen.“ — Und das Leben ist siegreich. 1) Die letzten Worte sind entstellt. Auch die Lesung Leid. Aby SUNT pap Pw ist nicht richtig. 2) Hine mythische Gestalt. Man denkt an Ur, doch ist von ihm schon vorher die Rede. Siehe auch p. 229, 7f., wo Christus gemeint ist. 3) Wohl auch hier das heilige Buch, siehe oben, p. 323¢. ie) 15 20 25 30 35 40 376 Rechter Teil. 356, 22 —357, 14 Achtzehntes Sttick. Ermahnungen. Das Stiick steht auch Joh. 170. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Eine hehre Stimme des Lebens ruft, eine hehre Stimme des gewaltigen Lebens. Eine hehre Stimme des Lebens ruft: Jederman gebe auf sich selber acht. Heil dem, der auf sich selber achtgibt, und sein Herz [857] ihm ein Baumeister ist. Heil den Wahrhaftigen; sie steigen empor und schauen den Lichtort. Wehe dem Ratgeber, der sich selber keinen Rat erteilt hat. Wehe dem Wegebauer, der sich selber keinen Weg geebnet hat. Er hat sich selber keinen Weg geebnet, wenn er darauf geht, soll er nicht ausgleiten')? Wehe dem Baumeister, der vor sich keinen Bau errichtet hat. Wehe dir, MiSgunst, dafi die Bésen von dieser Welt nicht satt werden. Wehe dem weiten Bauche, der, soviel er auch essen mag, nicht voll wird. Wehe der Doppelzunge, die tiber denselben Fall zwei verschiedene Urteile fiallt. Wehe den Lernenden, die man lehrt, ohne da sie lernen wollen. Wehe den einfiltigen Narren, die in ihrer Narrheit stecken bleiben. Wehe dem Weisen, der seine Weisheit nicht gelehrt hat. Wehe den Herrschern, die iiber Verlassene herrschen und keine schénen Werke tun; sie fallen in das lodernde Feuer. Mit ihren Hiinden schtiren sie die Kohlen, mit ihren Lippen fachen sie den Brand an’). Wehe dem biésen Herzen, das Schlechtigkeit beherrschet. *) Besser 5D Joh. als 435. Bei dieser Lesung wiirde es bedeuten damit er, wenn er darauf geht, nicht ausgleite“. *) Siehe p. 19%, 357, 14—358, 6 Fiinfzehntes Bueh. Neunzehntes Stiick. 377 Schlechtigkeit beherrscht es, daher wird es mit dem Ende der Welt enden. Es wird mit dem Ende der Welt enden und den Lichtort nicht schauen. Heil dem, der Gutes getan; 5 wehe dem, der Schlechtes getan. Heil dem, der Gutes tut, Wehe, Wehe ruft der, der Schlechtes tut. Wehe dem, der hatte und von seinem Gute nichts Gutes getan hat. 10 Siinden hat er fiir sich begangen und vor sich Anstife gehiuft. Heil dem Manne, der hatte und von seinem Gute Gutes getan hat’). Er hat Lohn fiir sich bereitet, 15 seine Werke gehen vor ihm einher. Seine Werke gehen einher vor ihm und bilden vor ihm eine Stiitze auf dem Wege. Kure Hinde mégen Rechtschaffenes iiben und euer Herz im Glauben fest bleiben. 20 Dies sei eure Wegzehrung, sei die Zehrung auf eurem Wege. Dies sei eure Wegzehrung, und steiget empor, schauet den Lichtort. Das Leben ist siegreich, und siegreich ist Manda dHaije und die seinen 2 Namen lieben. Leal Neunzehntes Stiick. Auch Joh. 173. Ein wundervolles Lied von der Herabkunft der Seele. [358] Im Namen des groBen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — 30 Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen, aus dir, lichter Wohnsitz. Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen, und ein Uthra aus dem Hause des Lebens gab mir das Geleite. Der Uthra, der mich aus dem Hause des grofien Lebens geleitete, 3; hielt einen Stab lebenden Wassers in der Hand. 1) Die letzten beiden Verse fehlen im Ginza. 20 3 8 Rechter Teil. Der Stab, den er in der Hand hielt, war voller Blatter vorziiglicher Art. Er reichte mir sein Laub, davon wurden Gebetsordnungen und Gebete voll. Wiederum reichte er mir davon, da fand mein krankendes Herz Genesung. Genesung fand mein krankendes Herz, und meine (welt)fremde Seele fand Erleichterung. Zum dritten Male reichte er mir davon, da richtete er mir die Augen im Kopf empor. Die Augen im Kopfe richtete er mir empor, daB ich meinen Vater erblickte und ihn erkannte. Ich erblickte meinen Vater und erkannte ihn und richtete drei Bitten an ihn. Ich bat ihn um Sanftmut, an der keine Auflehnung ist. Ich bat ihn um ein starkes Herz, womit groB und klein getragen werden kann. Ich bat ihn um ebne Wege, um emporzusteigen und den Lichtort zu schauen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Zwanzigstes Stiick. 358, 6—22 Kurze Ubersicht iiber die Schépfung. Dann eine Ermahnung an die Glaubigen, ihrer 25 jenseitigen Herkunft eingedenk zu sein. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Wer will kommen, wer mir sagen’), wer will mir kundtun, wer mich belehren, wer will kommen, wer mir sagen, wer auf der Lichterde war? Wer war auf der Lichterde, wer ist ilter als wer, und wer war vor wem? Das Leben wei es wohl’), das Leben weil} es und braucht [nicht] zu fragen, 1) Siehe Lit., p. 204. *) Siehe auch oben, p. 73, 1. 358, 22—359, 14 Fiinfzehntes Buch. Zwanzigstes Stiick. das Leben wei es wohl, das das Leben auf der Lichterde war. Auf der Lichterde war das Leben, und vom Leben entstand das Wasser. Vom Leben entstand das Wasser, und vom Wasser entstand der Glanz. Vom Glanz [859] entstand das Licht, und vom Licht entstanden die Uthras. Vom Licht entstanden die Uthras, die dastehn und das Leben preisen. Der Gute in seiner reichen Kraft, im Glanze, den das Leben ihm verliehen’), tragt vor und belehrt die Vollkommenen innerhalb dieser Welt’). Er spricht: »Der Mann, der mich hierher brachte, af wird mir sagen, wozu er mich hergebracht hat. Das Haus, in dem ich wohne, wird mir sagen, wer es erbaut hat. Die Sieben, die darin wohnen, werden mir sagen, woher sie gekommen sind.“ Dir sage ich und erklire ich, einem jeden, der in seinem Innern wahrhaft und gliubig ist: Du warest nicht von hier, und deine Wurzel war nicht von der Welt. Das Haus, in dem du wohntest, dieses Haus hat nicht das Leben gebauet. Die Sieben, die darin wohnen, steigen nicht zur Erde des Lichtes empor. Du, verehre und preise den Ort, aus dem du gekommen bist. Preise den Mann von erprobter Gerechtigkeit, der dir im Munde die Rede aufgerichtet hat. Du, tritt nieder*®) und stiirze die Sieben um und wirf Schande iiber die Welt*). — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 1) Lies ADANNY. ce : 2) Lies NDON PINT statt Aywiys. Dies ist durch Arya Text Z. 7 beeinflubt. *) Leid. hat wad. *) Leid. hat wie D jX°3\2). CVAD Sechzehntes Buch. Das erste Stiick dieses Buches steht inhaltlich den Stiicken des fiinfzehnten Buches, besonders dem zweiten Stiicke, nahe und sollte eigentlich in dieses Buch eingefiigt sein. Hs folgen kurze Hymnen und Gebete, wie sie auch im Johannesbuch und im Qolasta stehen, die zum Teil von ungewohnlicher Schénheit sind. eat Erstes Sttick. Der Sohn des grofen Nbat, der Hiiter des Landes Tarwan, wird gewappnet und belehrt und begibt sich zur Erde des Zweiten, wo er seinerseits ermahnend und belehrend wirkt. Ruha und die Sieben verschworen sich, die Glaubigen zu verfiihren und zum Abfall zu bringen. 10 Nbat, der Sohn Johana’s, — der Verfasser hat vergessen, dai er vorher von dessen Sohn sprach — begibt sich zum Wachthause der Ruha und tritt kraftvoll den Bésen entgegen. Ruha sucht eine Unterredung mit ihm anzukniipfen; gestirkt durch die Erscheinung eines Helfers — nach dem Folgenden Hibil-Ziwa — fertigt er sie kurz ab. Sie spricht dann, in ihrem Munde unpassend, Verwiinschungen gegen die unfrommen Mandier aus. Der Helfer 15 ziichtigt sie, Nbat wird unter die Himmlischen aufgenommen. Der Hiiter des reinen Tarwan bin ich, der Sohn des groBen Nbat. Ich bin der Sohn des groBen Nbat, aus den beiden reinen Bergen kam ich. 20 Man bekleidete mich mit reinen Gewiindern, die aus den 360 oberen Jordanen der Lichterde geschaffen wurden. Meine Gestalt ist die Gestalt des Jawar-Ziwa, die aus dem verborgenen Orte geschaffen wurde. Die Wolke’), die sie mir schufen, 25 kam nicht aus der Finsternis. Nicht kam sie aus der Finsternis, nicht war an ihr Mangel und Fehl. Nicht war an ihr Mangelhaftigkeit, die aus dem Hause des Zweiten kam. ') D. h. seine Gattin, siehe p. 2901". 360, 13—361, 6 Sechzehntes Buch, LHrstes Stiick. 381 Sie schufen mich, festigten mich und wappneten mich, sie gaben mir Weisungen und schufen mir Helfer. Sie schufen mir Boten’), Uthras, die voller Einsicht sind. Sie verliehen mir die Herrschaft iiber das reine Tarwan und die ganze geheime Rede, die darin ist. Sie sprachen zu mir und belehrten mich tiber das reine Tarwan, das aus der Erde des JoSamin entstanden ist. Sie belehrten mich iiber die Erde des Athers und iiber den teuren Konig des Athers, der aus ihm?) geschaffen Sie belehrten mich tiber die Erde des Athers, [wurde. die vor der Erde des reinen Tarwan bestand. Sie belehrten mich tiber die Erde des grofen Ngab und tiber den reinen Ort herrlicher Pracht*), der aus dem Jordan iiber die Skinas, in denen er (Nsab) sich niederlieB, [geschaffen wurde, und tiber die Uthras, die in lichtem Gewande dasitzen. Sie belehrten mich iiber die gewaltigen Mysterien des Lichtes, die unterhalb des Thrones des Kénigs der Erde des Athers ruhen. Sie wappneten mich mit einer Wappnung, damit die Rebellen nicht an mir siindigen. Ich kam zur Welt, die der Zweite geschaffen‘), von dem Mangel und Fell ausgegangen ist. Ich sandte den Ruf des Lebens aus, und pflanzte die Pflanzung des grofen (Lebens). Die Pflanzung des Groen pflanzte ich und wihlte Erwihlte aus. Jeden Hinzelnen wihlte ich aus, [861] hellte sie auf’) und klarte sie tiber das Gute auf. Ich machte ihre Augen licht tiber®) den Ort, an dem das Grofie thronet. Ich belehrte sie durch verborgene Hymnen und Gebetsordnungen tiber Gebet und Lobpreisung, die zu uns gekommen sind. Ich baute sie ein in den Bau des Lebens und schloB sie ein in die Gemeinschaft des Lebens. Ich erleuchtete sie mit einer Erleuchtung, einer Erleuchtung, wundersam und endlos. Ich erleuchtete sie mit einer Erleuchtung und zeigte ihnen ein Abbild, das aus dem verborgenen Orte kam. 1) Siehe Lit., p. 17°. 2) Oder: aus ihr, der Erde. Jedenfalls ist AIF zu lesen. 3) Siehe p. 3011. 4) Ich vermute NPT statt XPINT. [So hat auch Leid|]. : 5) HINIINI ist hier eine Mifbildung von }.2, vielleicht unter Hinwirkung yon Text Z. 3, siehe auch Text 367, 20. 6) Wohl RAD by zu lesen. Ww ° 30 35 382 Rechter Teil. 361, 6—20 Als die Auserwihlten es erblickten, genas ihr krankendes Herz. Ich rief mit hehrer Stimme und brachte die nichtigen Unholde zum Aufstehen. 5 Ich rief mit hehrer Stimme und gewann mir einen Anhang vortrefflichster Art. Ich rief mit hehrer Stimme, die die Schlafenden aufriittelte und zum Aufstehen brachte. ak ok ok ok ok OK ok OK OK OK OK ie «« Ges wahren Glaubens’) richtete sie auf. Sie richtete «++««« 1m Hause auf, ‘ und sie schlugen mit ihren Seiten gegeneinander ’). Mit ihren Seiten gegeneinander schlugen sie, riisteten sich und stellten sich in der Welt auf. 15 Mit ihren Seiten schlugen sie gegeneinander und taten nichts von den Werken der Sieben. Von den Werken der Sieben taten sie nichts, und ihre Gestalt wurde nicht erniedrigt. Als Raha sie erblickte, 20 schligt sie mit ihren Handen ans Haupt. Mit ihren Hinden schligt sie ans Haupt und rauft sich die Locken am Kopfe aus’). Ruha in Bosheit ruft nach ihren erstgeborenen Séhnen: 5 »Kommet, kommet, meine erstgeborenen Sthne, héret, was ich euch sage. Kinige von euch sollen Schlingen legen‘), einige von euch Stricke’) hinwerfen. Wir wollen Wollust und Feuer loslassen 30 in diese Welt. Wir wollen Schlechtigkeit unter ihnen erregen und) Brand und "5... *) loslassen. Wir wollen Waffen schaffen, und Christus soll die ganze Welt zum Straucheln bringen. *) Es ist unsicher, ob dies hier der Sinn von N7NW ist und ob man etwa ,,die Manner des wahren Glaubens“ zu erginzen hat. Der nachste Sinn von Ny) ist Mestigkeit. *) Der Sinn dieser Worte ist mir unklar. Stiefen sie sich beim Aufstehen? *) Siehe p. 87 ob.: 4) Lies mit BCD yoows. Das Wort »dy bei Schlingen findet sich nur an dieser Stelle, ist aber gut aramiiisch. 5) Siehe p. 104%: Die Handschriften schwanken hier zwischen NIV und Ny WH (auch Leid. hat SYD). NYY bedeutet ,,Leidenschaft, Unzucht“, wovon hier der Plural schlecht paft. 6) NOINYND ist hier nicht in Ordnung; etwa NIXYY ,» Quilerei? 361, 20—362, 13 Sechzehntes Buch. Erstes Stiick. 383 Wir wollen den Stamm der Seelen packen und ihn in einzelne Teile spalten. Wir wollen die Jiinger mit hehrer Stimme rufen und ihnen von unserer Lehre gewihren. Von unserer Lehre wollen wir ihnen gewiihren und von unseren Werken iiber sie breiten. Wir wollen Wollust und Ketten in die Welt werfen, den Ruf des Lebens hemmen und von der Welt verschwinden lassen. Wir wollen das Zeichen des Lebens ausrotten [362] und die Taufe, mit der sie im Jordan getauft wurden. Wir wollen die Taufe’) der Schmach aufrichten und die des nichtigen Christus. Wir wollen Pihta, Kusta und Mambtha wegtilgen und das Sakrament in der Welt aufrichten. Wir wollen die ganze Tibil packen und in das lodernde Feuer stiirzen. Wir wollen die Séhne des groBen Stammes des Lebens verfolgen, die sich iiber uns erheben. Alle Nagorier sollen zu unserem Anhange gemacht werden; wir wollen ihnen das Kanna des Almosens in trefflicher Weise Denjenigen, die uns tadeln, [aufstellen °). werden wir Verfolgung in der Welt bescheren.“ Wie die Sieben dastehn und Pline schmieden, verlie} Nbat, Sohn des Johana, seinen Kérper. Der Auserwihlte verliefi seinen Kérper und schritt eilig durch den Ather. Der Uthra schritt eilig dahin, bis daB er zum Wachthause der Ruha kam. Als Ruha ihn erblickte, neigte sich der Thron unter ihr. Als die Wachthidusler ihn erblickten, fiel ihnen die Geifel aus der Hand. Den Wachthiuslern fiel die GeiBel aus der Hand, den Glécknern’*) fiel die Glocke herunter. Die Zaubereien der Ruha wurden gebunden, und ihre Werke zerstreuten sich in verschiedene Teile. 1) Lies xmapND>. Dort steht das Wort fiir die mandaische, hier das fiir die christliche Taufe. *) Lies Woy; Leid. hat INONTUND. Der Satz pat im ganzen schlecht. 8) Siehe auch Lit., p. 164, 4. Die Vorstellung von den Glécknern ist wohl dem militérischen Wachtdienst entnommen. Sie mégen in den Mauertiirmen ihren Platz gehabt haben und sollten bei drohender Gefahr Alarm schlagen. ZIMMERN schreibt mir, daf sie sich im baby- lonischen Schrifttum nicht nachweisen lassen. 30 5 ie) Sa 40 384 Rechter Teil. Ruha dQudsa sprach und wandte sich an den Mann von erprobter Gerechtigkeit ’): »Wie bist du von der Tibil hergekommen, und wohin ist dein Gang gerichtet? Wer war dir ein Hiiter, wer holte dich aus der Welt? Zu wem hast du Vertrauen, und wer war dir ein Erléser? An welchem Ort wohntest du in dem Hause, und wo war deine Skina in der Welt gegriindet, daB du von unseren Werken nichts iibtest und dich uns nicht unterwarfest? Wie bist du unseren Schlingen entronnen, wie unserer Unzucht’) entsprungen? Wie bist du unserer Gier und Glut entsprungen, wie entsprungen unserem lodernden Feuer? Wer hat dich aus der Finsternis befreit und herausgeholt, die wir in die Welt gelassen haben? Wer war dir ein Herr, wer dir ein Beistand? Wo ist dein reiner Helfer, der Mann, der dir ein Pfleger war?“ Wie Ruha dasteht und so spricht, [363] kam der Helfer herangeflogen. Der reine Helfer kam, der mit lauter Stimme schrie und mich héren lief. Er schrie mit lauter Stimme und lieB mich héren und lieS8 mein Herz auf seiner Stiitze ruhen. Es wandte sich an ihn und sprach®) Namrus, die Mutter der Welt: » Wer war jetzt dein Schépfer, und wie willst du zum Licht emporsteigen?“ Darauf erwiderte ich ihr: ,lch wurde aus dem Lichte geschaffen, und nach den Welten des Lichtes ist mein Gang gerichtet.“ Da schrie sie mit lauter Stimme und kreischte, wobei ihr die Geifel aus der Hand fiel. Sie rief: »Auer dir, Uthra, soll niemand zum Licht emporsteigen. ) Lies Faas xp wid. *) Hier haben alle Handschriften }NY7D, siehe p. 382°. . §) Lies SaNnyn9. 363, 8—364, 4 Sechzehntes Buch. Erstes Stiick. Niemand soll aus dieser Welt zum Licht emporsteigen, nicht sollen sie emporsteigen und den Lichtort schauen. Nicht sollen die Nagoraer emporsteigen, die ein verkehrtes Gewand tragen. Nicht sollen die Nagorier emporsteigen, die um Geld und Gut ein Zeugnis ablegen. Um Geld und Gut legen sie ein Zeugnis ab und gedenken nicht des Namens Jawars. Nicht gedenken sie des Namens Jawars und gewihren weder Lohn noch Almosen. Weder Lohn noch Almosen gewihren sie und heilen nicht ihre (der Leidenden) Schlige. Nicht heilen sie ihre Schlige, sondern geben (ihre Habe) hin fiir Unzucht, Ehebruch, Verderbnis Sie geben sie fiir Verderbnis und Hurerei hin, [und Hurerei. so werden sie denn mit sieben Schligen geschlagen werden. Mit sieben Schligen werden sie geschlagen werden und in die Wachthiuser der sieben Sterne fallen. Alle Seelen, die Béses tun, werden diinn werden, wie ein Haar auf dem Kopfe. Wer den Namen des Lebens verleugnet, wird eines zweiten Todes sterben. Eines zweiten Todes wird er sterben, und seine Gestalt wird finster werden und nicht aufleuchten.“ Als Ruha so sprach, ging der Glanz des reinen Helfers auf. Des reinen Helfers Glanz ging auf, und Ruha fiel von ihrem Throne herunter. Von ihrem Throne fiel Ruha herunter, und er warf sie hin, schlug sie mit der Keule des Glanzes. Er warf sie hin, schlug sie mit der Keule des Glanzes, er warf Ruha in ihre eigenen Schlingen. Ruha [364] warf er in ihre eigenen Schlingen, und sie richtete ihr Antlitz nach dem grofien Suf-Meer. [Nach dem groBen Suf-Meer] richtete sie ihr Antlitz und war der Rede nicht miachtig. Er ergriff mich mit sieben geheimen Worten, hob mich in die Héhe und richtete mich vor meinem Vater auf. Er taufte mich mit seiner Taufe und festigte mich durch sein Wort. Durch sein Wort festigte er mich und zeichnete mich mit dem reinen Zeichen. Lidzbarski, Ginza. 25 I wn 40 20 25 30 386 Rechter Teil. 364, 5—21 Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes, wundersam und endlos. Er setzte mir einen reinen Kranz auf, dessen Blitter leuchten. Er bedeckte mich mit einem Turban, der aus der Erde des Athers geschaffen wurde. Aus der Erde des Athers wurde er geschaffen und leuchtet in hohem Make mehr als der Glanz der Sonne. Sie lieBen mich in ihren geheimen Skinas Platz nehmen, die von meinem Vater Johana’) gegriindet wurden, als er aus der Welt schied. Ich schaute die Gestalt des grofen (Lebens), die wundersam und hervorragend im Ather ist. Ich schaute das grofe Licht, schaute die teure Leuchte. Ich schaute Hibil-Ziwa, den Mann, der mich aus der Welt erlést hat, erlist hat aus dem HiaBlichen. Er erléste mich aus den Wachthidusern, die die Sieben in dieser Welt geschaffen haben. Er zeigte mir die Gestalt des grofien (Lebens) und belehrte mich tiber den wundersamen Weinstock. Er belehrte mich iiber Sar, den groBen Weinstock, __ den das Leben in der Skina des groBen Jura, des Schatzmeisters, Er schuf mir eine Lichtwelt ; [einsetzte. und griindete mir eine Skina der seinigen gleich. Er sprach: »Alle Seelen, die von hier scheiden und des Lichtortes wert und wiirdig sind, alle Seelen, die abscheiden, sollen in deiner Skina Platz finden.“ — Und das Leben ist siegreich. Zweites Stiick. Ermahnungen eines Uthra an Adam. Der erste Teil des Stiickes (bis p. 387, 36) steht 35 auch Joh. 245f. ~Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — *) Oder , fiir meinen Vater Johana‘? 364, 21—365, 16 Sechzehntes Buch. Zweites Stiick. 387 Kin Uthra ruft von auBen her und belehrt Adam, den Mann. Er spricht zu Adam: »schlummere’) nicht und schlafe nicht und vergif nicht, was dein Herr dir aufgetragen. Sei nicht ein Sohn des (irdischen) Hauses ° und werde nicht ein Frevler in der Tibil [865] genannt. Liebe nicht wohlriechende Krinze und finde kein Gefallen an einem lieblichen Weibe. Liebe nicht Wohlgeriiche und vernachlassige nicht das Gebet der Nacht. Liebe nicht tiuschende Schatten, nicht den Verkehr mit lieblichen Frauen. Liebe nicht die Lust, noch liignerische Schattenbilder. Trinke nicht und sei nicht unmifig und vergif nicht demen Herrn aus dem Sinne. Bei deinem Eintritt und deinem Austritt’) siehe zu, da du deinen Herrn nicht vergessest. Bei deinem Gehen und deinem Kommen siehe zu, dafs du deinen Herrn nicht vergessest. Bei deinem Sitzen und deinem Stehen siehe zu, dafs du deinen Herrn nicht vergessest. Bei deinem Ruhen und deinem Liegen siehe zu, dag du deinen Herrn nicht vergessest. Sage nicht, ich bin ein erstgeborener Sohn, der ich, was ich auch tun mag, ohne Torheit bleibe. Adam, siehe die Welt an, die ganz ein Ding ohne Wesen ist’). Ein Ding ohne Wesen ist sie, auf die du kein Vertrauen haben darfst. Aufgerichtet sitzt die Wage da, und von tausend wihlt sie einen aus. Einen wihlt sie von tausend aus, und zwei wihlt sie aus zehntausend. Die duftenden Krinze vergehen, und Frauenschénheit wird, als ob sie nie dagewesen. Die Wohlgeriiche vergehen, und die Lust der Nacht hért auf*). 1) Siehe Joh. II, p. 225 und NOLDEKE, Zettschr. fiir Assyriologie XXX (1916), p. 159. 2) Siehe auch oben, p. 19,19; 36,33; 182,20 und Deut. 6, eo aati). 8) Der Ausdruck auch R 300, 11; L 106, 23f.; Pariser Diwan, 869f., 1708. 4) Lies NDONW. 25 * 20 25 30 35 388 Rechter Teil. 365, 16—366, 7 Alle Werke vergehen, nehmen ein Ende und werden, als ob sie nie dagewesen.“ Als Adam dies hérte, jammerte er und weinte iiber sich selbst. 5 Er sprach zum Uthra des Lebens folgendermafien: 2 , Wenn ihr wisset, dafg dem so ist, warum habt ihr mich von meinem Orte weg in die Gefanseneelan und in den stinkenden Kérper geworfen? [gebracht 10 In den stinkenden Kérper habt ihr mich geworfen, in das verzehrende Feuer mich geschleudert. Ihr habt mich in das verzehrende Feuer geschleudert, da taglich der Gestank in die Hohe steigt.“ Darauf erwiderte er ihm: 15 »ochweig, schweig’), Adam, du Haupt des ganzen Geschlechtes. Die Welt, die werden soll, kénnen wir nicht unterdriicken °). Auf*), [366] auf, bete das Grofe an und unterwirf dich, 20 damit das Leben dir zum Erléser werde. Das Leben sei dir ein Erléser, und du steig empor und schaue den Lichtort.“ — Und das Leben ist siegreich. Drittes Stiick. 25 Ermahnungen Manda dHaijé’s an seine Freunde. Die Stimme des Manda dHaijé ist es, der ruft und alle seine Freunde belehrt. Er spricht zu ihnen: Meine Auserwihlten! Machet unterwiirfig euer Herz; 30 erleichtert, reiniget und waschet, beruhiget euren Sinn durch Ku&ta. Liebet nicht das Geld, das die Welten erblickten und lieb gewannen. 1) qNoxp kann inneres Objekt sein, ist aber vielleicht zu streichen. *) Die Wendung steht auch L 62,1 und entstellt Pariser Diwan, 1086f. 5) Zu OW vel. Nold., p. 204, doch ist wahrscheinlich auch hier Oy zu lesen. 366, 7—24 Sechzehntes Buch, Viertes Stiick. Die Welten erblickten es und gewannen es lieb, gingen dann und liefen in der Diirre’) dahin. Meine Auserwihlten! Liebet Ku&ta und Almosenspende, damit euch iiber das Meer ein Ubergang gelegt sei’). Uber das Meer sei euch ein Ubergang gelegt, an dessen Ufer tausend mal tausend stehen. An dessen Ufer stehen tausend mal tausend, und von hundert zahlt er einen und fihrt ihn hiniiber. Hinitibergefiihrt wird wer demiitigen Herzens ist, wahrhaft und gliubig. Wehe den Bésen und Liignern, die das Almosen vergessen und es nicht gegeben haben. Vergessen haben sie das Almosen und es nicht gegeben, nun tibernachten sie und ..... *) am Ubergange. Sie tibernachten am Ubergange und nicht steigen die Bésen zum Lichtort empor.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Viertes Stiick. Verkiindigung des Lichtboten an die Glaubigen. Aus dem Lichtort bin ich hervorgegangen, aus dir, lichter Wohnsitz. Ich komme, um die Herzen zu befiihlen, um alle Sinne zu messen und zu priifen, zu sehen, in wessen Herz ich weile, in wessen Sinn ich ruhe. Wer an mich denkt, an den denke ich, wer meinen Namen nennt, dessen Namen nenne ich. Wer mein Gebet von der Tibil her betet, dessen Gebet bete ich vom Lichtort her. Wer mein Gebet und meine Lobpreisung betet, fiir den bete ich (ein Gebet) reich und grof. 1) Die Lesung NIVW2 ist wohl richtig, siehe die Varr. und Néld., p. 107, U1. Leid. ist eine Verschlimmbesserung. 2) Wohl no zu lesen. 389 NpTwr 8) Der Sinn ,,wiederholen“ oder wieder tun’ paft nicht. Vielleicht ist INN) aus PINAND) ,,und sie seufzen“ (Zu NINNY, TRINNY) entstellt. wal 30 35 390 Rechter Teil. Ich kam und fand die wahrhaften und gliubigen Herzen. Als ich nicht unter ihnen weilte, lag doch mein Name auf [367] ihrem Munde. Ich nahm sie und fiihrte sie zu den Uthras empor, die Jokabar geschaffen. Ich sprach zu ihnen: »Vollkommene! Angenehm ist euer Duft, und Glanz ruht unter euch.“ — Gepriesen seiest du, mein Herr, der du die Vollkommenen nicht verdammest. — Und das Leben ist siegreich. Fiinttes Stiick. 366, 24867, 14 Seitdem der Gliubige das Leben lieb gewonnen, hat er zu nichts anderem Vertrauen. 15 Seitdem er seine Seele wiedergefunden, hat er nach nichts anderem Verlangen. Durch die Gaben der Kusta wird er erleuchtet und findet den Weg zum Lichtort. Vom Tage an, da ich das Leben lieb gewonnen, vom Tage an, da mein Herz die Ku&ta lieb gewonnen, vom Tage an, da ich das Leben lieb gewonnen, habe ich zu nichts mehr Vertrauen in der Welt. Zu Vater und Mutter habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu Briidern und Schwestern habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu Weib und Kind habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu Geigel und Herrschermacht habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu Burgen und Bauten habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu prichtigen Gewindern und schénen Hiillen habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zu Gemachtem und Geschaffenem habe ich kein Vertrauen in der Welt. Zur ganzen Welt und ihren Werken habe ich kein Vertrauen in der Welt. Nur nach meiner Seele gehe ich (suchend) umher, die mir Generationen und Welten wert ist. 367, 15—368, 5 Sechzehntes Buch. Sechstes Sttick. Ich ging hin und fand meine Seele; wozu sollen mir alle Welten? Ich stieg zu den hohen Bergen empor und stieg zu den tiefen') Talern hinab. Ich ging hin und fand Kuata, [da freute sich?] mein Herz. Ich ging hin und fand sie, wie sie am Aufienrande der Welten dasteht. Sie steht da und drei ....... 4 halt sie in der Hand. Eines: 52... nahm ich von ihr, da wurden meine Augen des Lichtes voll. Ich nahm das zweite, da machte ich meine Seele hell und klar. Ich nahm das dritte, da stieg ich empor und schaute den Lichtort. — Gepriesen seiest du, Kénig des Lichtes, der du voll Erbarmens mit uns wurdest. — Und gepriesen sei das Leben. Sechstes Stiick. Belehrung des Auserwihlten, des Gesandten des Lebens, an die Séhne Adams: fromme Werke, nicht irdische Giiter fiihren zum Heil. Der Auserwihlte predigt von jenseits her und klirt die Sdhne Adams auf. (368] Er klirt die Séhne Adams auf, diese Einfiltigen, die nichts erkannt haben. Er spricht zu ihnen: ,O ibr einfaltigen Leute, worauf bauet ihr euer Vertrauen? Wenn ihr am Suf-Meer ankommet, © womit wollet ihr das Suf-Meer tiberschreiten ? Wenn ihr am Finsterberge ankommet, womit wollet ihr den Finsterberg tiberschreiten? Wenn die Zeit eures Aufbruches da ist und das Scheiden aus dem Kérper kommt, 1) Im Texte steht falsch ,hohen; man hat dafiir etwa RONPVOR einzusetzen. ®) Hin Wort unsicherer Bedeutung, vielleicht eine Waffe, siehe Joh. II, p. 19°. hat NYDYIRW. 391 Nur Leid. Io 20 30 to Ww 30 Gd oat Rechter Teil. 368, 6—22 was wird eure Zehrung, was eure Wegzehrung sein?“ Darauf erwidern sie ihm: ,Wohlan, unser Gold und unser Silber ist unsere Wegzehrung. Wohlan, unser Gut und unser Geld ist uns eine Erlésung’). Wobhlan, unsere Geifel und unsere Herrschermacht ist uns ein Helfer. Wohlan, das Gemachte und das Geschaffene ist uns eine Stiitze auf unserem Wege.“ Der Auserwihlte predigt von jenseits her und klirt die Sdhne Adams auf. Er klirt die Sdhne Adams auf, diese Einfiltigen, die nichts erkannt haben. Er spricht zu ihnen: »Nicht euer Gold, nicht euer Silber ist euch eine Wegzehrung. Nicht euer Gut, nicht euer Geld ist euch eine Erlésung. Nicht eure Geifel, nicht eure Herrschermacht ist euch ein Helfer. Nicht das Gemachte, nicht das Geschaffene ist euch eine Stiitze.“ Die Welten und Generationen versammelten sich dann und begaben sich vor den Gesandten des Lebens. Sie sprechen zu ihm: »Bei deinem Leben, bei deinem Leben, Gesandter des Lebens, offenbare uns die Geheimnisse des Weges,“ Da spricht er zu ihnen: »Hure Hinde sollen Almosen geben und euer Herz im wahren Glauben stehn. Unterwerfet euch und verehret den Kénig des Lichtes, damit er des Erbarmens mit euch voll werde. Dies sei eure Zehrung, dies eure Wegzehrung.“ — Und gepriesen sei das Leben. *) WWNYF, das die meisten Handschriften hier noch haben, ist eine irrtiimliche Wieder- holung aus der vorhergehenden Zeile. 368, 23—369, 14 Sechzehntes Buch. Achtes Stiick, 393 Siebentes Sttick. Der Uthra bedauert, die Seele in den Kérper geworfen zu haben, und verheift, dab die Stunde der Erlésung fiir die auf der Erde Beengten kommen werde. Am Tore des Hauses des Lebens verneigte sich der Uthra, setzte sich hin und predigte. Er sprach: »Da ich der Oberste unter den Lehrern war, war ich den Schriftgelehrten ein rechter Leiter. [369] Da ich der Oberste unter den Weisen war, wer hat mich betért, so da ich ein Tor wurde? 10 Wer hat mich betoért, so daB ich ein Tor wurde und die Seele in den Kérper warf?“ Ferner sprach er: , Wann wird das Maf und die Zahl der Welt voll sein und es den Beengten, denen enge ist, weit werden? Es wird weit werden den Edlen, die friiher besaBen und nichts mehr haben. Es wird weit werden den Edlen, die Bedrangnis in der Tibil ertragen. Sie ertragen Bedrangnis in der Tibil, 20 dann sollen sie aus der Gewalt der Sieben erlést werden. Es wird weit werden den Beengten, denen enge ist, denn die Welt hat sie tiberlistet, tiberlistet die Gottheit in ihr.“ — Gepriesen seiest du, mein Herr, der du die Vollkommenen nicht verdammest. i) Ur Achtes Stiick. Die Bésen versuchen, den herabgekommenen Erléser zu verfiihren und abtriinnig zu machen, doch ohne Erfolg. Wer, wessen Sohn ist dieser, 30 dessen Art so schén ist? So schén ist seine Art, und er sieht sich in der Welt vor. Die Biésen sprechen von ihm: ,LaBt uns Begierde gegen ihn loslassen. Begierde wollen wir gegen ihn loslassen und ihn bei uns in der Welt zuriickhalten. 394 Rechter Teil. 369, 14—370, 4 Er werde abtriinnig, sein Herz ingstige sich, und er vergesse, was sein Herr ihm befohlen. Er vergesse die Ruhe, und Auflehnung liege auf ihm. 5 Er vergesse den sanften Pfad *) und komme mit den Siindern’) hinter uns her.“ Ich stehe mit der Kraft meines Herrn da, mit der Lobpreisung des Mannes, meines Schépfers”). Ich hielt fest, mein Herz dingstigte sich nicht, 10 und ich vergaB nicht, was mein Herr mir befohlen. Ich vergaB nicht die Ruhe, und Auflehnung Jag nicht auf mir. Ich vergaBi nicht die Hymnen und Gebetsordnungen und sang keinen nichtigen Gesang. 5 Ich vergaf nicht die sanften Pfade und ging nicht mit den Siindern hinter ihnen her. Nein, ich sang Hymnen und stiirzte die Bésen dieser Welt nieder. Ich sprach zu ihnen: 20 » Wisset ihr nicht, ihr Bésen, da ich in der Welt nicht verdammt werde? Ich verehrte und pries meinen Herrn, der mir ein Helfer sein wird.“ — [370] Und gepriesen sei das Leben. 25 Neuntes Stiick. Gebet an die Kusta um Beistand hienieden und auf dem Wege zum Jenseits. Hinweis auf die Verginglichkeit alles Irdischen. Steht auch Joh. 178. Kusta, dich bezeuge ich als ein Mann, der nach Erkenntnis sucht. 30 Zu dir schauen meine Augen empor'‘), Auserwihlte des Lebens, die hierher gegangen ist. Wohlan, sage meinem Herzen, daB es ausruhe, sage meinem Innern, dafs es genese. ) “mp3 nach Leid. *) Wie richtig weiterhin. 5) Siehe Joh. II, p. 824. *) Nach Joh.: Zu dir lasse ich meine Augen emporschauen. 370, 4—18 Sechzehntes Buch. Zehntes Stiick. 395 Sage meinen Gedanken, daf} sie an ihrem Platze fest bleiben. Sage dem, der Fliisse tiberbriicket, da er mir tiber die Fliisse eine Briicke baue. Sage dem Wichter der Meere, da er mir im Meere einen Ubergang bewahre. Sage dem, der Berge ebnet, da8 er mir auf den Bergen einen Weg ebne. Sage dem Bildner der Bilder und Bildwerke: auf dein eigenes Haupt schligt die Begierde. Sage dem koérperlichen Baumeister: fiihre eilends deinen Bau auf. Eilends fiihre deinen Bau auf, denn gar bald mut du ihn verlassen. Die Welt vergeht, und ihre Werke werden verlassen. Verloren geht das geliebte Gold, und das Silber wird gesucht und nicht gefunden. Die Herzen der Freude erblinden’), und ihr Gesang geht dahin und wird zu nichte. Der Kénig verlaBt seine Krone, und die Edelleute gehen in die Gefangenschaft. Die Vollkommenen steigen zum Licht empor, doch die Frevler werden hier zuriickgehalten. — Und das Leben ist siegreich. Zehntes Stiick. Lobpreis des Lebens. Bitte an das Leben um Gewahrung von Kraft, um auf Erden standzuhalten und zum Lichtort zu gelangen. Die Bitte wird gewahrt. Von allen Stimmen, die ich gehoret, antwortete mir’) deine Stimme, du Sohn des gewaltigen (Lebens) ’). Lieblich ist die Stimme seines*) Rufes, siB die Stimme seiner Rede. 1) Siehe p. 60, 24; 366,5. Joh. hat NPN ND ,werden ausgerissen *. *) Lies jy. 8) Siehe Lit., p. 147f. 4) D. h. des Lebens. Man sollte erwarten, daf auch die folgenden Verse sich auf den Sohn des Lebens beziehen, aber diese Bezichung ist nicht méglich. 20 530 396 Rechter Teil. 370, 19—371, 16 Wundersam ist der Ort, an dem es thronet, unbegrenzt sein Lobpreis’). Leuchtend und grof ist es in semen Ordnungen und tut alles, was es wiinschet. Wie ich an meinem Orte stehe, sprach ich eine grofie Bitte aus. Ich sprach: Wer mag mir von seiner hohen Kraft gewihren, daB sie mir in den Zeitaltern eine Stiitze sei? Wer mag mir von seiner sanften Herrschermacht gewahren und mir in allen Zeitaltern ) N ND scheint hier diesen Sinn zu haben, vel. Néld., p. 105, 9. Siehe auch oben, p. 259'. 376, 14—377, 8 : Siebzehntes Buch. Zweites Stiick. 405 Die Finsternis bedriickt sie, und sie straucheln weg vom Lichte. Vom Lichte weg straucheln sie, und Ruha ruht auf ihnen. Auf ihnen ruht Raha und halt sie in den Wohnsitzen der Schwelgerei in Musik gefangen. Uber diejenigen, die auf Zechgelagen zechen und singen, wird schwerer Zorn kommen. Sie werden eines zweiten Todes sterben, und ihre Augen werden das Licht nicht schauen. Nicht werden ihre Augen schauen das Licht, nicht werden ihre FiiSe Festigkeit finden. Uber denjenigen, der auf ein Lager von Polstern') tritt, wird schwerer Zorn *) kommen. Wehe den Nasoriern, die die Sieben in dieser Welt zum Straucheln gebracht haben. Sie verfielen in die Trunkenheit der Planeten, daher sollen sie in das verzehrende Meer fallen ’*). {In das verzehrende Meer] sollen sie fallen und mit einer Feuergeifel gepeitscht werden.“ Euch rufe ich zu und erklire ich, ihr Seelen, die ihr das Leben [377] bezeuget: Bleibet fest in dieser Welt, bis euer Maf*) voll ist. Euch sage und erklire ich, ihr Seelen, die ihr im hinfélligen Hause wohnet: Wenn ihr aus eurem Korper scheidet, welchen Bescheid werdet ihr dem grofen Leben geben? Was werdet ihr dem Boten sagen, der euch aus der Welt erléset? Was werdet ihr den Wachthauslern und dem Gefangenenaufseher’) sagen, die dort wohnen? Was werdet ihr Anos-Uthra sagen, wenn ihr vor ihm zur Rechenschaft gezogen werdet? Was werdet ihr Abathur-Uthra sagen iiber das Gewand der Finsternis, das ihr in dieser Welt traget, 1) Leid. hat wie D N™)55. *) Leid. hat Xvy). 8) Siehe p. 38, 4. 4) Lies PN D4. 5) Hin ea der Unterwelt, der auch in Palmyra verehrt wurde und dessen Tempel in der Hinleitung zu dem dort gefundenen Zolltarif:genannt wird, siehe Siteungsberichte der Berliner Akademie 1916, p. 1218. 5 20 25 30 406 Rechter Teil. 377, 8—378, 3 tiber die sieben ..... as die aus der Nase Urs, des Herrn der Finsternis, herausgekommen iiber die zwiélf farbigen Zeuge, [sind, die aus der unteren Finsternis herausgekommen sind? Meine Auserwiihlten! Ich sage euch tiber die weifien Gewéander. Wer in jenem gefiirbten Zeug getauft wird’). Ein jeder, der darin getauft wird und sich damit bekleidet, wird zur Natur des finsteren Ortes hinabstiirzen °). Wer sich darin einwickelt und darin schlaft, wird in der unteren Gehenna lodern. Wenn er aus dem Ko6rper scheidet, wird er in den Nebelwolken der Finsternis verdeckt werden. In den Nebelwolken der Finsternis wird er verdeckt werden und wird den Sieben als Anteil anheimfallen. Ein jeder, der sich von ihnen freimacht und vor ihnen allen auf der Hut ist, wird befreit werden von ihrem Schwerte, ihren Schlingen, ihren Banden *) [und ihren Ketten, sowie vom Schwerte und der Bosheit, die Christus in dieser Welt Ein jeder, der sich von ihnen freimacht, [ausgesat hat. wird emporsteigen und das gewaltige Leben in seiner Skina schauen. Er wird Sam, den reinen Weinstock, schauen und den Baum Astarwan’), aus dem er hervorgegangen ist. Er wird Sar, den Weinstock, schauen, er wird in seinen Zweigen, Sprossen und Blattern Platz finden. Er wird ein Gewand gleich dem Gewande des Bihram-Uthra tragen und emporsteigen und den Lichtort schauen. Den Lichtort wird er schauen, wird schauen [378] den lichten Wohnsitz. Er wird suchen und finden fiir die Seelen, die im hinfalligen Hause wohnen. — Du warst siegreich Manda dHaijé und fiihrtest alle deine Freunde zum Siege. 1) Siehe oben, p. 93°. *) Die Verse sind liickenhaft. *) Leid. hat NPDN3, lies NID) vgl. Text 80, 10. 4) Siehe oben, p. 104%, 3825, Leid. hat PIPAND), was die Lesung PIN) gegen }WVH) BD stiitzt. °) Kin mir sonst unbekannter Baum. Nach ANDREAS ist es wahrscheinlich persisch ,oternbaum ‘, Achtzehntes Buch. Eine Weltgeschichte, freilich eine mandiische. Ptahil schafft Himmel und Erde, alles auf der Erde, auch das erste Menschenpaar. Als Weltdauer werden 480000 Jahre bestimmt. Die Zeit wird unter die Planeten und die Tierkreisbilder verteilt. Zahlenangaben iiber die Dauer der Weltperioden bis zur Sintflut; Noah und die Sintflut. Nach dem Zeitalter Sems wird Jerusalem von Adonai-Jorabba gegriindet. Abraham zieht nach Agypten, spiiter verlassen die Juden unter Jorabbas Fiihrung Agypten, ziehen durch das Meer, dann durch die Wiiste und lassen sich in Jerusalem nieder. Vierhundert Jahre hernach wird Jesus geboren. Auf- zahlung der altiranischen und sasanidischen Konige. Die Ereignisse in der Welt vom Jahre 791 bis zum Jahre 803 der Fische und dann noch iiber das Jahr 850. Auf die Herrschaft der Perser folgt die biése Zeit der Araber. Daran schliefen sich noch apokalyptische Ent- hiillungen tiber die Endzeit. Dieser Traktat ist der einzige, dessen Abfassungszeit sich enger begrenzen lafit Seite 414 wird die Dauer der Araberherrschaft mit 71 Jahren angesetzt, was nach den ersten Jahren des 8. Jahrhunderts nicht gesagt sein kann. Die Annahme einer so kurzen Dauer des Araberreiches, fiir welche die neben den Zahlen 70 und 72 beliebte Zahl 71 angenommen wird, ist aber wahrscheinlicher fiir die ersten Jahre des Islams, so daf der Traktat etwa um die Mitte des 7. Jahrhunderts redigiert sein diirfte. Der Verfasser hat aber alteres Material verwertet. Die ,,Kénige der Araber“ werden vor dem Sturze der Sasaniden-Herrschaft an- gesetzt. Es sind wohl die arabischen Kénige von Hira, auf deren Gebiet ein Teil der Mandier wohnte. Neben den islamischen Herrschern haben ja auch Kénige von Babel, mit denen nur die Perserkénige gemeint sein kénnen, keinen Platz. Ja die Art, wie stellenweise von den Gottern und Tempeln gesprochen wird, zeigt, daf auch noch Material heidnischer Herkunft verarbeitet ist. Der Traktat bedarf fiir die Einzelheiten einer eingehenden Untersuchung’). Im Namen des grofen Lebens. Am ersten Tage, am ersten Orte, in der ersten Stunde, als (Abathur und) ?) Ptahil kam, den Himmel ausspannte, die Erde dichtete, das Firmament ausspannte, die Meere spaltete, die Berge ausschnitt, die Fische in den Meeren, die gefiederten Vogel und das Viehgetier jeglicher Art bildete, Frucht, 1) Ich habe das Manuskript des Traktates wegen der astrologischen und apokalyptischen Partien an Franz BoLL mit der Bitte gesandt, ihn daraufhin durchzusehen, ob er Bekanntes enthielte. Das Manuskript kam in Heidelberg am Todestage BOLL’s an. *) Dies ist eingeschoben; die Verba stehen auch hier und weiterhin im Singular. 5 al fe) | 5 20 25 wm 2 ° #4 wt 30 35 408 Rechter Teil. 378, 32380, 7 Traube und Baum als Speise fiir Adam und als Getrink fir Adam, Hawwa und seinen ganzen Stamm bildete, wohlriechende Pflanzen, Simereien, Blumen, Blitter und Heilkriiuter schuf, alsdann tiberlegte < 68571 + 10000, das sind 215713 Jahre. Fiir die zweite Periode bleiben dann noch von der Zeit des Mondes 58571 Jahre, dazu kommt die Zeit des Saturn mit 68571 Jahren und 29000 Jahre von der Zeit des Jupiter, das macht 156142 Jahre. Fiir die dritte Periode bleiben 39571 Jahre des Jupiter, dazu kommen 60571 Jahre des Mars, das macht 100142 Jahre. Die Zahlen sind also abgerundet. Die oben, p. 27f., 45f. nach Menschenzeitaltern gegebene Dauer der Perioden ist viel kiirzer. ®) Statt JNANT lese ich WONT. Die Kenntnis der Zedern des Amanus geht wohl, wenn auch indirekt, auf babylonische bzw. assyrische Quellen zuriick, in denen 6fter von ihnen die Rede ist. Ebenso hat weiterhin das Motiv, dai der von Noah ausgesandte Rabe eine Leiche fand, von ihr af und deshalb nicht zuriickkehrte, das sich im Alten Testament nicht findet, letzten Endes seine Quelle im Gilgames-Epos. Hier heift es Taf. XI, 155, daf der ausgesandte Rabe ,fraB .... nicht umkehrte*‘. Das Motiv lebte miindlich oder literarisch in Babylonien fort und wurde weiter ausgeschmiickt. So ist es denn auch in die vorliegende Erzihlung gelangt, wie auch in das syrische, jiidische und arabische Schrifttum (siehe M. GRUNBAUM, Neue Beitrtge zur semitischen Sagenkunde, p. 82f.). Nach dem arabischen Targam bei LAGARDE, Materialien zur Kritik und Geschichte des Pentateuchs Il, p. 79 findet sich der Zug bereits bei Ephrim. Im Bienenbuch des Salomon von Basra (ed. BUDGE, p. 32) wird in diesem Zusammenhange auf ein Sprichwort hingewiesen, in dem von Noahs Raben die Rede ist; um so leichter konnte sich das Motiv erhalten. 8) Siehe Joh. II, p. 157+. E é 4) Das Gebirge der Kordyaer (Gebel Gtdi) nach Berossus (JOSEPHUS, Arch. I, 93), dann von Juden, Christen und Muslims iibernommen (Onkelos und Psitta zu Gen. 8,4; TABARI, Annales I, p. 19%). wi = w 20 iva 15 20 2 Ww 30 A410 Rechter Teil. 381, 3—3882, 11 Da ging die Taube hin und fand den Raben, wie er tiber einem Leichnam saB und von ihm a®. Sie sah den Olbaum, der auf dem Berge Qardin stand und dessen Blatter aus dem Wasser herausragten. Die Taube pfliickte von ihm und brachte es Noah, damit er in seiner Seele erkenne, dai Ruhe eingetreten sei. Da verfluchte er den Raben und segnete die Taube’). Alsdann wurde das Zeitalter dem Sum (Sem), Sohn des Noah, und seiner Gattin Nhuraita’) bewahrt, von denen die Welt wieder erweckt wurde. Es vergingen dann 6000 Jahre, und 2000 Jahre blieben tibrig. Da iiber- legte Jorabba, den die Juden Adonai nennen, er, seine Genossin Raha und die sieben Planeten. Sie planten, eine Partei zu griinden. Auf Befehl des Adonai bauten sie eine Stadt, die man Ort Jerusalem nennt. Sechzig Meilen mit sie in der Breite. Tausend Jahre sollte sie in Bliite, tausend Jahre in Verwiistung dastehn, und die ganze Tibil sollte dann verwiistet werden. Alsdann wurde Abraham, der Vater der Juden, geschaffen. Er und sein ganzer Stamm zogen’) nach dem Lande der Agypter, deren Konig den Namen Kénig Pharao fiihrte. Die Juden muBten viel Béses von den Agyptern und Kénig Pharao erdulden*). Alsdann fiihrte sie Jorabba, Ruha und der Gott, den sie verehren, aus dem Lande der Agypter heraus. Die Juden beeilten sich, als ihr Gott sie herausfiihrte, und an einem Tage zogen sie durch das Meer’). Er spaltete ihnen [das Meer], und das Wasser des Meeres erhob sich zu zwei Willen, zwei Bergen gleich, so dafi alle Juden hindurch- zogen. [882] Sie wanderten dann durch die wiiste Eindde. Dann zogen sie in Jerusalem ein und liefien sich da nieder*). Dann kam Kénig Pharao hinter ihnen her, er und sein ganzes Heer. Siebzig Myriaden’), 770000 Agypter waren mit Kénig Pharao. Er sieht das Meer ohne Schiff, FloB und Furt. Dann sieht Pharao einen Weg auf dem Grunde des Meeres, wihrend das Wasser des Meeres sich zu zwei Bergen zusammengezogen hat. Dann stieg die ganze Phalanx des Kénigs Pharao hinter den Juden hinab, da legte sich das Meer *) um die Phalanx des Kinigs Pharao. Nur Konig Pharao mit seinen Freunden und Helfern in den Verfehlungen entkamen. Dann, bis dafs vierhundert Jahre in Jerusalem vergingen, wurde Jesus, Sohn der Mirjam, nicht in Jerusalem geboren. Alsdann wurde Jesus, das 1) Vgl. GRUNBAUM, a. a. O., p. 82. *) Die Worte sind, wie aus dem folgenden Relativsatz zu ersehen ist, so aufzufassen nicht ,,Sohn des Noah und dessen Gattin Nharaita“, obwohl oben, p. 46, 4 Niraita die Gatein Noahs ist, siehe auch Joh. II, p. 58. ) Statt wed mu ein Verb dieses oder ahnlichen Sinnes dagestanden haben. *) Statt NMwWIDA (auch Leid. so) ist mit CD NOYWD zu lesen und PIWN hat den gewohnlichen Sinn ,,sie fanden“. NOLDEKE’s Auffassung Gram., p. 104! ist mir unwahr- scheinlich, Ein Verb DW im Sinne ,,klagen“ findet sich im Mandiischen nicht. 5) Der Text ist hier stark verderbt. Schon A>dmgt4 xmndyy neben ND ist auf- fallig. Leid. hat FO 5mNTT NNO FANS yO NNN, was nicht besser ist. *) Die letzten beiden Siitze gehdren an das Ende dieses Absatzes. *) Ist wohl zu streichen, denn es deckt sich mit SHS No INyW im Folgenden. 5) Ich lese mit D NON. Londd. und Leid. haben NOR" ND, Oxf. ND) NON. 382, 11—384, 4 Achtzehntes Buch. 411 Haupt der Christen, geboren. Er schuf sich eine Kirche und wihlte sich eine Gemeinde. Nun sage ich, da fiir die Konige, die von den Wasserfluten bis jetzt und bis dafi die Jahre der Kinige vollendet werden, (leben), die Jahre, die em jeder Kénig regiert, ausgesprochen sind. Der Kénig*) Arudan Gaimurat war am Anfange aller Kénige. Er regierte (dauerte) 900 Jahre. Nach ihm war Konig Zardanaiata Tahmurat. Er regierte 600 Jahre. Nach ihm war Konig Lifriu’-Zisag. Er regierte 750 Jahre. Nach jenem Kiénig war hundert Jahre lang kein Kénig in der Welt. Hernach war Asdahag, Sohn des Asfag, den man Konig Bahran nennt. Er regierte 300 Jahre. Nach ihm war Konig Faridin, Sohn des Tibian. Er regierte 450 Jahre. Nach ihm war Paim Nariman, den man den Fesseler des Karkim nennt. Er regierte 500 Jahre. Nach ihm war Fraarase [383] von Turan. Er regierte 60 Jahre. Nach ihm war Konig Kaikobas. Er regierte 503 Jahre. Nach ihm war Kai-Kosrau, Sohn des Seiawisan. Er regierte 60 Jahre. Nach ihm war Konig Egab’), Sohn des Konigs Burzin. Er regierte 300 Jahre. Nach ihm war Konig Lohrasp. Er regierte 365 Jahre. Nach ihm war Kénig Gustasp, Sohn des Lohrasp. Er regierte 14 Jahre. Nach ihm war Ardsir, Sohn des Asfindiar. Er regierte 112 Jahre. Nach ihm war Nuraita’ Horizdan, den man Konig Samidai nennt. Er regierte 80 Jahre. Nach ihm war Kénig Aggan. Er regierte 470 Jahre. Nach ihm war Konig Dgamiid, den man Kénig Salomon, Sohn des David, nennt. Er regierte 1000 Jahre; 900 Jahre auf der Erde und 100 im Himmel’). Nach ihm war Konig Bruq..... , den man Sandar (Alexander) den Griechen nennt. Er regierte 14 Jahre. Nach ihm war ASgaqg, Sohn des Asqan. Er regierte 465 Jahre. Nach ihm war Alzur und Listar Kosrau und Abas (Waba3?) Jasdis Tibian, den man Konig Ardban nennt. Er regierte 14 Jahre. Nach ihm waren persische Kénige*). Sie regierten 382 Jahre. An der Spitze der persischen Kénige war Ardsir Pabugan. Er regierte 14 Jahre. Nach ihm war Kénig Sabur, Sohn des Kénigs Ardiir. Er regierte 62 Jahre. - Nach ihm war Konig Balas’ Churnig’), Sohn des Kénigs Sabur. Er regierte 50 Jahre. Nach ihm war Konig Bahran, [884] Sohn des Kénigs Sabur. Er regierte 12 Jahre. Nach ihm war Jazdigar, Sohn des Kénigs Bahran. Er regierte 12 Jahre. Nach ihm war Kénig Sabur, Sohn des Jazdigar. Er 1) SND ist wohl entstellt; es gehért kaum zum Namen. Auch NDND D gibt keinen Sinn, Zur folgenden Aufzihlung der altiranischen Kénige, der altesten, die vorliegt, siehe Louis H. GRAY, Zettschr. fiir Assyriologie X1X (1906), p. 2721f. ®) Leid. hat JXDy. 8) So nach BCD und Leid. (hier N7P72), wahrend A ,,auf dem Weltmeer“ hat. Vielleicht spiegelt. sich hier die Legende wieder, daf Salomo voriibergehend durch einen Damon yom Throne verdraingt war und wihrenddessen in armseligem Zustande in der Ferne umherziehen mute, siche GRUNBAUM, a. a. O., p. 221ff., auch hier p. 28, 21; 46,16. Der Damon soll OWN (Asmodaeus, Tobit) gewesen sein; der Name liegt vielleicht im vorhergehenden Samidai (NTYONY) vor. 4) Im Folgenden werden die sasanidischen Kénige aufgezihlt. 5) Leid. hat J¥D7\N. _ (e) _ 5 Wn 20 25 412 Rechter Teil. 384, 4385, 13° regierte 10 Jahre. Nach ihm war Kénig Peroz, Sohn des Jazdigar. Er regierte 40 Jahre. Nach ihm war Konig Bihdad. Er regierte 3 Jahre. Nach ihm war Kénig Kabad, Sohn des Kénigs Peroz, Er regierte 41 Jahre. Nach ihm war Kosrau, Sohn des Kabad. Er regierte 48 Jahre. Nach ihm war Kénig Hormis, Sohn des Kosrau. Er regierte 12 Jahre. Nach ihm war der Konig der Kénige Kosrau, Sohn des Kosrau, Sohnes des Hormis. Er regierte 38 Jahre. Im 38sten Jahre zeigte die Sonne Zeichen. Da ging Kosrau, und Seroe*) trat die Herrschaft an’). Also, von dem Tage, da Jerusalem zerstért wurde, bis daB Kénig Jazdigar, Sohn des Bahran, von den Persern die Herrschaft antrat, vergehen von diesem letzten Tausend 594 Jahre*). Von diesem letzten Tausend der Fische, wenn die Welt im 701. Jahre der Fische steht, teilt sie. 89 weitere Jahre wird sie im Gliicke und 210 Jahre im Ungliicke dasitzen*). Uber die(se) Jahre ist gesagt: Wenn die Welt im 790. Jahre steht, wird das Wasser von jetzt ab ausbleiben, die ganze Welt wird Trockenheit treffen. Die Gotter und Kénige’) werden in (allen) Jahren und Monaten unter der Menschheit allerhand Zeichen zeigen. Diesen Ort“) bis zur ganzen Welt wird Trockenheit treffen. Ferner ist angezeigt: Wenn die Fische im 791. Jahre stehen, [385] wird das Wasser ausbleiben, und Gott wird mit jedem und jeglichem Wind den Nord(wind) loslassen. Wenn die Fische im 792. Jahre stehen, ist dariiber angezeigt, daf die Araber sich aus jedem Landbezirk erheben werden, eine schwarze Wolke aufsteigen und kommen und dem Konig von Babel das Vieh entfliehen wird. Wenn die Fische im 793. Jahre stehen, ist dariiber angezeigt, da®B der Konig der Araber sterben wird, die Araber iibereinander herfallen und im Lande Babel unter Vieh und Menschen eine Verheerung stattfinden wird. Wenn die Fische im 794. Jahre stehen, ist dariiber angezeigt, daB die Erde dreimal am Tage beben, des Nachts einmal in der mittleren Schlafzeit in der ganzen Welt ein Licht erscheinen wird, der Stern Bel (Jupiter) mehr als die Sonne strahlen, am Himmel strahlen wird. Wenn die Welt im 795. Jahre steht, ist dariiber angezeigt; daB der Wolf vom Lande aufsteigen und kommen’) und Verheerung unter die Menschen 1) Londd. und Leid. haben yw. *) Die Regierungsdauer des Sérdé wird nicht angegeben, und seine Nachfolger werden nicht genannt. Die Liste scheint daher aus der Zeit des Sérdé zu stammen (628). *) Jezdegerd If trat 438 die Regierung an. Jerusalem soll am Anfange des letzten Jahrtausends zerstért worden sein (siehe auch p. 28,15), danach stimmt die Rechnung nicht. *) Unsicher. Vielleicht ist NOYWDD) NINN NMVANYA zu lesen. Es ist schwerlich aufazufassen: ,,89 weitere Jahre wird sie im Gliick und im Ungliick dasitzen. Uber die (bleibenden) 210 Jahre ist gesagt:‘ °) Damit sind natiirlich keine irdischen Kénige, sondern himmlische Wesen gemeint, siche p. 62 zu WDSND in diesem Sinne, doch hat wahrscheinlich urspriinglich swoxdyp ,Hngel dagestanden. °) Wohl so; im Texte steht ,,jenen“. *) Leid. hat schlecht SS NPA YD NNDWN. 385, 14—386, 20 Achtzehntes Buch. 413 loslassen wird, verschiedene Konige sterben, die Araber in den Jahren jenes Wolfes die Herren der ganzen Welt werden. Die Falschheit wird die Cradheit ys... ‘). Im Monat Februar, im Wassermann der Mesenier’), am Mittwoch wird die Falschheit die Sonne...... Ferner ist dartiber angezeigt, daB der Kénig von Babel nach Babel kommen und das Vieh von Babel nach Babel kommen werde und in Turan(?) die Barbaren zur Herrschaft gelangen werden. Wenn die Welt im 796. Jahre steht, ist dartiber angezeigt, dal jeglichen Ortes*) Wahrzeichen erscheinen, unter den Pferden und Miinnern der Welt und in den Stidten Mangel herrschen, das Getreide ziemlich fehlen, Frevel, Krtrinken(?) und Hagel kommen, unter den vierfiiBigen Tieren und unter “ae der Blitz Schaden*) anrichten wird. Wenn die Welt im 797. Jahre steht, [886] ist dariiber angezeigt, dab zwei Herrscher einander verhéhnen werden; mit Rossen und Mannern werden sie (einander) verhéhnen. Wenn die Welt im 798. Jahre steht, ist dariiber angezeigt, daB einer von den Herrschern sterben und nur einer in der ganzen Welt sein wird. Wenn die Welt im 799. Jahre steht, ist dariiber angezeigt, da eine Stimme an die Menschen gelangen wird, ..... *) wird an sie kommen. Wenn die Welt im 800. Jahre steht, ist dariiber angezeigt, daB Pferde und Manner in der ganzen Welt, von GroB bis Klein, auf das Feld und an einen Ort [kommen werden], das in der ganzen Welt ..... *). Alsdann sucht sie sie sehr, und weifer Kampf’) wird sem. Im Monat Juni, den Zwillingen der Mesenier, am ersten Tage des Monats, in der 2’/2. Stunde wird weiBer Kampf sein. Von je 1700 Mannern, die hinausziehen, werden drei tibrig bleiben. Wenn die Welt im 802. Jahre steht, ist dariiber angezeigt, dafs wenige Manner fiir die Frauen da sein werden «xxx eine Sache wird viel sein. Es ist dariiber angezeigt, da sieben Frauen am Gange’*) sitzen und sagen werden: Wir warten, bis dafs ein Mann in den Strafien vorbeigeht. Sie werden am Tore stehen, hinausgehen und einen Mann suchen, ohne ihn zu finden. Sie werden dem Manne um den Hals fallen und ihn tausendmal kiissen. Denn es werden in der Welt wenige Manner zu finden sein. Ferner ist dariiber angezeigt: Wenn jene Zeit kommt, wird es viel Streit geben, und nur wenige Manner werden davonkommen. Sieben, acht Frauen 1) 4YN) hat sonst die Bedeutung ,,erreichen“ od. ahnl., siehe Joh. I, p. 1484, doch pabt diese hier nicht. Man erwartet eher etwas wie ,,unterdriicken“. 2) Der Bewohner der Landschaft Mai8an, Mesene in Siidbabylonien, siehe zu dieser SCHAEDER, Jslam XIV (1924), p. 11ff. 5) Leid. hat ANN ANNND. 4) SYNT ist hier wie R 389,16 pers. z2¢jan. 5) NMNTIDN findet sich nur hier und ist unsicheren Sinnes, kaum ,,Staubgeborene™. ®) SMwWRY ist doch wohl ,,Schale“. Stand da, daf& eine Schale ..... so und so viel kosten werde? Dahinter ist eine Liicke, in der das Jahr 801 genannt war. ?) Es ist mir unklar, was der Ausdruck bedeuten soll. 8) Unsicher, doch kaum X7JONO2 ,,an der Moschee“. ww — oO 30 35 Ww 20 30 414 Rechter Teil. 386, 20—387, 20 werden einem Manne als Anteil zufallen, und der Mann wird sich wegen der Frauen ‘Béses anwiinschen. Es ist angezeigt: wenn die Welt vom 803. Jahre der Fische ausgeht, so frage gar nicht nach den Plagen der Welt, (die) von jener Zeit an (sein werden). Es ist dariiber gesagt, da$, wenn Kewan (Saturn) im Skorpion steht und er dann aus dem Skorpion heraustritt und in den Liwen eingeht, der groBe Euphrat sich tber den Tigris [387] ergieBen wird, das Land Babel fiinfzig Jahre vor (gegentiber) dem Lande Gaukai *) verwiistet daliegen werde und im Lande Gaukai ein Kafiz Samen um finf Statere gesucht und nicht gefunden werden wird. Es ist dartiber angezeigt, daf ein Liigen- messias kommen, Herr tiber die ganze Welt werden, auf einem grofen Throne sitzen und auf ihm richten werde, wihrend er die anderen Richter entfernt. Vom Osten nach Westen wird er an einem Tage kommen, bis dai der Ziegel aus der Wand fiir ihn zeugt”). Wenn die Welt im 850. Jahre der Fische ist, wird groBe Pest ein- treten *). Alsdann, nach den persischen Kénigen, werden arabische Kénige sein. Sie werden 71 Jahre regieren. In den Jahren jener arabischen Kénige wird die Welt liignerisch sein. Die Rosse der Erde, die Kameele, die Freien, die Diener und Migde, die klemen Knaben und Madchen, die Frauen und die Freien werden keine Festigkeit und Ruhe finden. In den Jahren jener K6nige wird der Vater tiber den Sohn, die Mutter iiber die Tochter keine Gewalt haben, der Herr wird iiber den Diener keine Gewalt haben. Jene Kénige ziehen den Menschen die Haut ab gleich Gazellen und Wildeseln. In den Jahren jener Kénige wird, wer viele Séhne hatte, sie bis auf einen Sohn [verlieren?]. Dann wiinschen sie: Heil dem, der einen Sohn hitte’). Gold und Silber, Pferde und Kameele, Stiere, Esel und Schafe werden in (beschraénkter) Zahl da sein. Die Fische werden vom Meere auffliegen. Die ’) Hin sehr fruchtbares Gebiet éstlich von Tigris in der Gegend von Seleukia. POGNON fabt richtig ONTNP in értlichem Sinne auf (Inscr. mandaites, p. 9). *) Bis dafi selbst die Steine fiir ihn schreien, siehe zu dieser Stelle POGNON, a. a. O., p. 10 und BRANDT, Die Mandder (1915), p. 12. *) Mit der Uberschwemmung ist wohl die folgenschwere Uberflutung des Euphrats und des Tigris gemeint, die kurz vor dem Zusammenbruch des Perserreiches im Winter 627—628 stattfand und durch die ein grofer Teil Babyloniens fiir die Dauer verwiistet und versumpft wurde, vgl. MAS'UDI, Les prairies d'or I, p. 225; JacuT I, p. 668f. Dazu pabt das gleich- zeitige Auftreten eines Liigenmessias, d. h. des Propheten Mohammed. Freilich paBt dazu die Angabe nicht, daf in diesem Jahre Saturn aus dem Krebs (so muf es statt Skorpion heifen) in den Léwen eingegangen sei. Wie Herr Geheimrat MEYERMANN von der Gottinger Sternwarte mir mitteilt, fand diese Konstellation im Laufe des 7. Jahrhunderts im Marz 622, dann in den Jahren 651 und 681 statt. Aber mit der Sternkunde des Verfassers war es an- scheinend, wie die Verwechslung zeigt, nicht weit her. Die anschliefend, freilich fiir ein spaiteres Jahr, genannte Pest ist vielleicht die ,,Pest des Serdé* vom janes 628, die jener Uberschwemmung folgte und nicht minder verhingnisvoll war, vgl. TABARI, Azxnales d; p. 1061, 9; Jacur II, p. 143, 144. <) Westie hat, soya, wohl fiir FOyynnd4: ,der tiberhaupt keinen Sohn hatte“. 387, 21—389, 4 Achtzehntes Buch AA Wildesel werden auf den Bergen ..... ’) zu ihm kommen. Alles Geschaffene, iiberhaupt jegliches Ding wird verkehrt sein. Der Reiche wird arm, der Arme wird reich sein. Die Hiuser werden zu ebenen Feldern, die ebenen Helder zu Hiusern werden. Die Hervorragenden’) werden zu Taubstummen, die Taubstummen zu Hervorragenden werden. Der Herr [888] wird zum Diener, der Diener zum Edlen werden. ..... *), Hinterlist und Tauschung werden unter den Menschen herrschen. Die Tempel werden zerstort, die Gotteshiuser zerstért werden. Der Himmel [wird sich verdunkeln Phe), die Gerechten werden zu Betriigern und gierig nach Besitz werden. Eine Téuschung wird von der Erde, eine vom Himmel ausgehen. Beide werden sich miteimander vermischen und sich tiber die Menschen legen. Vom Himmel wird kein Regen fallen, und die Erde wird keine Friichte zur rechten Zeit hervorbringen. Nichts wird zur rechten Zeit geschehen, und Frevel wird auf die Erde herabsteigen. Dann wird eine Zeit des Todes, des Siech- tums und der Krankheit sein. Feuer wird zu jeder Zeit ausbrechen, und Schnee wird in Ubermaf fallen. Von einer Stadt zur anderen, von einer Orischaft zur anderen kénnen nicht zwei oder drei zusammen gehen’). Der Sohn bekimpft seinen Vater und treibt ihn bei Lebzeiten aus dem Hause. Die Mutter treibt vor der Zeit ihre Tochter heraus und fordert von ihr tagliche Gebiihr. Die Magier und Schriftgelehrten verdrehen durch Eide das Nask*) und das Buch. Bei Nacht ziehen die Diebe aus, machen die Wege unsicher und holen den Besitz heraus. Die Fische gehen im Ozean und den (sonstigen) Meeren aus. Von Zeit zu Zeit kommt das Meer und das Wasser in Menge heran, richtet viel Unheil an und vernichtet Frucht, Traube und Baum. Die Ferne wird zur Nahe, die Nahe wird zur Ferne. Niemand halt es aufrichtig mit seinen eigenen Leuten, doch mit fremden verkehrt man nach Recht. Wohlbestellte Leute stellen sich zum Truge und zu triigerischem Zeugnis hin. Eide verlangt man den Leuten ab, wie ein Hund, der nach Brot verlangt. Der Freund halt es nicht schén mit seinem Freunde, sondern sie gehen in Hifersucht hinter einander her. Betrtigerische Manner geben leere Worte als Frauengabe, und die Jungfrau wird ihnen zur Genossin. [889] Die Frauen senden nach Mannern zum Ehebruch aus, die Frauen verlassen ihre Ehegatten und fordern sie vor das Gericht. Die Menschen werden betriigerisch und bése und bekampfen ihren Vater und ihre Mutter. Der Bruder verkehrt betriigerisch mit seinem Bruder, der Sohn 1) Das dunkle Wort RIIN7 findet sich nur an dieser Stelle. 2) D. h. die geistig Hervorragenden; hier steht wieder das Wort RYRW™D, siehe oben, p. 2151. . > ~P ; ; : 8) Das Wort xqy7D findet sich nur an dieser Stelle. Es scheint persisch zu sein und mus etwas wie ,,List“ bedeuten. 4) Vielleicht ist auch NYDW) mit D zu streichen; es kénnte unter Hinfluf der folgenden Zeile hierher geraten sein. 5) xb nownd wie Text 391, 23. 6) Londd. und Oxf. haben PDN. Dies kénnte nach ANDREAS das persische nask d. h Sammlung heiliger Schriften“ sein, siche BARTHOLOMAE, Altiran. Wrtd., col. 1060. watery 5 ~ oO rs) ° iss) ° LS») wm 416 Rechter Teil. 389, 4—390, 10 mit seinem Vater, der Knecht mit seinem Herrn, die Magd mit ihrer Herrin *), die Frau ermordet ihren Gatten und schlieBSt sich einem Andern an. So wird denn Lug und Schlechtigkeit unter den Menschen herrschen. Die Diimonen, Unholde, Ekurs und Altargeister machen die Menschen stumpf, - so daB die Menschen der Welt ohne Verstand sind und geschunden werden. 20 N in Die Gotter werden iiber die Menschen erbittert und berauben sie des ihnen zukommenden Anteiles*). Gar bald zeigt sich bei ihnen Altersschwiche *) und ein versagender Korper, und ihnen wird ein kurzes Mafi zuteil. Tauschung und Trug verbreiten sich. Ins Gesicht sagen sie sich schéne Worte, und hinter dem Riicken sagen sie sich hiBliche Worte. Wegen dieser Falsch- heit, die sie treiben, findet sich Gerste, Weinertrag und sonst alles in ge- ringer Menge. Sie siden reichlich und erreichen wenig. Sie erwerben reichen Besitz und werden nicht satt. Wenn sie essen, werden sie nicht satt. Zu jeder Zeit trifft sie Unheil und Ubel. An Grisern und Gerste bleibt die Erde ohne Wachstum. Frucht, Traube und Baum vertrocknen. Eine liig- nerische Unreinheit « «+ +x. Hernach erheben sich die Zungen und kiaimpfen miteinander. Die Menschen, die in den Wiisten leben, ziehen gegen die Menschen, die in den Hiiusern wohnen, und nehmen die Stidte em. Die Perser, Parther, Rho- mier, Sigistanier und die sonstigen Zungen kampfen miteinander. Dann siegen die Wiistenbewohner und bringen Elend tiber die, welche in Hiausern wohnen. In den 71 Jahren, die sie herrschen « «+ « «x « und bringen Gutes, und Gutes «*«««x«xx Die Séhne versammeln sich zusammen mit ihren Eltern, [390] die Frauen zusammen mit ihren Mannern, die Briider zusammen mit ihren Briidern nach einem Orte. Mit eigener Hand titet dann einer den anderen. Dann bleibt das Uferland von Gaukai fiinfzig Jahre in Bliite. Her- nach wird das Uferland von Babel, indem die Verwiistung dieses Uferlandes von Babel eintritt, sich veriindern*). Die arabischen Kénige von Kardus’°) emporen sich. Die vier Winde kommen heraus. Der burdiische Konig und der simraische Kénig *) kommen, empéren sich gegeneinander und pliin- dern dieses Uferland von Babel von Westen nach Osten. Von diesem Ufer- lande von Gaukai werden 12000 ausgepliindert ?). Dann bleiben 50 Jahre, 1) Die Herleitung der Worte NOANDWN und NODN ist unsicher, aber ihr Sinn ergibt sich aus dem Zusammenhang. NMANDWY konnte nach ANDREAS aus mittelpers. (h)asakert (neupers. sdagird) ,,Lehrling“’, dann ,,Diener‘‘ aramaisiert sein. NODN 3 ist vielleicht aus FRAN oder NMHN verderbt. 2) Siehe zu NPT Joh. I, p. 117% *) Lies NMWWNP? 4) woNw I wohl = NINHNw rd. Sollte es ,,Zeichen“ bedeuten, so miifte hier eine Liicke sein, wie R 391, 24. °) Hiermit sind schwerlich die Kurden, KapSodxo gemeint. *) Kin burdiischer Konig ist sonst unbekannt. Die Simriier werden L 17,5 zusammen mit den Turaniern genannt, siehe Brandt, Schr., p. 218; MARQUART, Eransahr, p. 26%. *) Nicht, woran man leicht denkt: werden geraubt, als Gefangene fortgefiihrt. Vel. R 225, 20, wo 3793 neben NdW steht. 390, L10O—391, 23 Achtzehntes Buch. A417 da das Uferland von Gaukai in Bliite steht. Wenn 25 Jahre von den 50 Jahren vergehen, erhebt sich ein Goldberg in Dast-Misag *), sieben Land- striche und sieben Kénige kommen auf ihm zusammen und halten eine Ver- sammlung ab. Die Kinige erheben sich und ernennen einen Konig der Kénige. Sie sprechen zum Konig der Kénige: Wir wollen die Verabredung treffen, daB der GroBe nicht mehr in Ehren stehen soll als der Sklave. Nachdem sie die Verabredung getroffen, kam ein Kénig vom Firmament herunter und fliisterte dem Konig der Kénige zu. Der Kiénig der Koénige sieht ihn nicht, wihrend alle Leute ihn sehen. Da sprechen sie zum Konig der Kénige: ,Was hat dieser Mann, der vom Firmament heruntergestiegen ist und dir ins Ohr gefliistert hat, dir gesagt?“ Da spricht er zu ihnen: »lhr liiget.“ Da sprechen die Kénige zum Kinig der Kénige: ,Dann ist die Verabredung, die wir getroffen, Lug.“ Dann sprechen die Kénige zum Kénig der Kénige: ,Auf, wir wollen uns ins Gesicht schauen“’). Sie springen dann auf und fallen iibereinander her. Da kommt jener Konig, laBt sein Pferd los, und dieses schreitet [891] tiber sie bis zum Sattel in Blut, und der Wirbel des Blutes gelangt bis an seine Nasenfltigel. Einer Sa ae den anderen, und jeder einzelne, der iibrig bleibt, lauft hinter emem her, den er tétet, dabei spricht er zu ihm: ,Ich téte, aber warum bleibe ich zuriick?“ Darauf fassen sich die Frauen beim Saum ihres Gewandes, suchen nach dem..... und Bilde eimes Mannes und finden keines. Da nehmen sie ihr Gold und Silber und werfen es auf die Misthaufen. Hernach kommt der Konig Mzarz’). Er herrscht 12 Jahre. Er schafft Vertrauen zu den Gottern, und Gott ist ihm ein Beistand. Die in den Wiisten sitzen, sté8t er ab, und die an ihrem Orte sitzen, kommen heran. Der Stadt wird Gutes zuteil, und die Menschen gehen in Gliick einher. Hernach steigt das Wasser aus dem Ozean empor und bringt viel Unheil. Hernach tritt etwas Schweres*) in der Welt ein. Die hervorragenden Manner sowie die Taubstummen®) ziehen in den Kampf, und von ihnen bleiben nur wenige Menschen vom Kampfe heil. Hernach erhebt sich ein anderer Konig, dessen Name Sarqid, Sohn des Warzigar, ist. Er regiert sieben Jahre. Dann erhebt sich ein anderer Konig, dessen Name Serasp ist. Er regiert sieben und zwanzig Jahre. In den Jahren jener Kiénige wird den Menschen keine Bosheit anhaften. Sie werden keinen Streit erregen, nicht nach Besitz suchen und nicht tiber- miBig essen. Jeder einzelne wird in seinem eigenen Hause sitzen, und Streit, Quiilerei und Kampf wird unter ihnen nicht sein. Niemand wird Tauschung und Betrug gegen seinen Nichsten austiben kinnen. Wenn er 1) Oder Emisag. Der Ort ist sonst unbekannt. FWRI gehort mit zum Namen; das Appellativ ,Ebene* ist Nw. 2) Vel. IL Kon. 14,8. *) Oder Mzaraz. Dies heift ,Geriistet*. 4) Im Texte steht dahinter NONTP ,Kampf*, das mir eine Glosse zu sein scheint, siehe das Folgende. 5) Siehe oben, p. 415, 4. Lidzbarski, Ginza. Nm 7 way ie) No le) 35 wm Io 15 20 30 35 418 Rechter Teil. 391, 23—393, 7 Tauschung ausiibt, wird er in Stiicke zerrissen. Wenn diese Rede.......-.... 2) und Zeichen «««««. [892] Ein leuchtender Stern leuchtet auf, er steigt bis zur Erde herunter und bleibt sieben Tage und sieben Nachte. Nach ihm erhebt sich der Kiénig Wazan. Er regiert fiinf Jahre. In den Jahren jenes Kinigs wird alles gut stehn. Die Gotter werden geehrt werden’), Alle Stidte und Gotteshiuser werden in Bliite stehn, die Grad- heit wird zur Geltung kommen, und die Menschen werden nicht gierig nach Geld sein. In jener Zeit wird in einem Mae Wein soviel Wein sein, dab dreiBig Menschen sich von ihm satttrinken, und in einem Ardeb von Gersten- kérnern wird soviel sein, da® fiinfzig Menschen sich davon sattigen. Jeg- liches Ding wird gut stehn, und fiir die Menschen wird es kein Mal geben *). Dann wird dieses Zeichen eintreten, daB vom Himmel ein Stern herunter- stiirzt und in den Ozean fillt. In den sieben Meeren*) wird rotes Wasser dahinflieBen. Eine Frau, die von jenem Wasser trinkt, wird unfruchtbar und verliert den Verstand. Sie schickt nach Mannern aus und spricht zu ihnen: ,,[hr da, leget euch zu mir.“ Dann treten andere Zeichen ein. Ein Sturmwind’) erhebt sich, mit ihm kommt Staub und iiberdeckt die Pforten der Menschen. Darauf ver- anstaltet der Kénig eine Versammlung, fragt die Leute und spricht zu ihnen: »Habt ihr je etwas, wie es jetzt eingetreten ist, gesehen oder gehort ?“ Doch die Leute wissen nichts, was sie ihm sagen sollen®). Nach ihnen be- fragt Konig Wazan die Geister der Toten, ob es niedergeschrieben sei, daB dieses Ereignis am Ende der Welt eintreten solle, das friiher niemals ein- getreten ist’). Darauf sprechen zu ihm die Geister der Toten: ,Du weift nicht, da, wenn ein leuchtender Stern vom Himmel herunterstiirzt, ein Sturmwind sich erhebt, Staub mit ihm kommt und die Hiiuser der Menschen iiberdeckt — du mut [393] wissen, dafi das Wort, das tiber das Ende der Welt niedergeschrieben ist *), zur Erftillung gelangt ist. Doch du, o Kénig, hast schén gegen Gott gehandelt, darum brauchst du dich um dieses Wort nicht zu ktiimmern. Ja, wenn du stirbst, werden deine Totengeister sich so gut nihren, gleichwie da du am Leben bist.“ Hernach erhebt sich der Kénig Paragai Sifa, Sohn des Kénigs Burzan (Burzin). Seine Herrschaft dauert bis an: das Ende der Welten. In den Jahren jenes Kénigs wird viel Wohlsein und Rechtlichkeit herrschen. Es wird keinen Winter geben. *) ,Wird gebildet*, wie Nold., p. 252,9 annimmt, paft schlecht. *) C hat gut NPN NN. *) Sie werden keines brauchen, der Uberfiille wegen. *) Die es nach verbreiteter Vorstellung gibt, vgl. ZDMG XLVIII (1894), p. 667 unt 5) NOND gibt keinen Sinn. Sollte AnD zu lesen sein und zu hebr. ayy gehéren? . 5) Lies ayy nach CD. av; *) Ich vermute, daf zu lesen sei: 15 SYD 5 = = maiand xoamd Ov siehe weiterhin. ee op BSE SS a 8) Man hat wohl wn NID zu erginzen. 393, 7—394, 14 Achtzehntes Buch. 419 Dann wird das lebende Wasser abgeschnitten werden, es wird nicht kommen und nicht aufsteigen. Griines Wasser wird aus dem Ozean kommen, und die Seelen, die den Duft jenes Wassers einatmen, scheiden aus ihrem K6rper. Dann holen sie den Stern Bel aus der Mitte seiner Briider, bekleiden ihn mit dem Gewande des Ptahil und bedecken ihn mit der Hiille des Ptahil, legen ihm den Kranz des Ptahil auf das Haupt und setzen ihn auf den Thron des Ptahil. Zweiundvierzig Jahre (sitzt er) in der wiisten Einédde. Alsdann sprechen sie zu ihm: ,Auf, lee ab dein Gewand, deine Hiille und deinen Kranz. Sie gehéren dem Ptahil, und wir wollen sie emporheben') zum Glanze der Sonne, zur Helligkeit des Mondes, zum Schimmer der Sterne, zur Kraft des Wassers, zur Kraft des Windes, zum Schein des Feuers und zur Dichtigkeit der Erde.“ Darauf spricht Bel zu ihnen: ,Erst gestern abend setzte ich mich auf diesen Thron, und (schon) jetzt saget ihr: ,Auf, lee ab!“ Dann heben sie das Gewand, die Hiille und den Kranz des Ptahil zu ihrem Ort empor. Alsdann wird der grofe, alte Leviathan von seinen Fesseln befreit. Die Dicke der Lippe seines Mundes betrigt 144000 Meilen. Er éffnet den Mund, verschlingt die Erde Tibil und verschlingt die sieben Planeten mit ihren zwolf Konigen und fiinf Lenkern °*), [394] sowie alle Hmurthas, Ekurs und Altargeister, die Damonen, Dews, Liliths und alle Seelen, die im Ge- richtshofe schuldig befunden wurden, die das erste Leben verleugneten; sie werden in der Finsternis abgeschnitten. Dann preBt er seinen Mund zu- sammen, worauf alle in seinem Leibe sterben und sein Gestank von der Tibil in die Héhe steigt ’). Alsdann kommen alle Uthras der Lichterde, stellen sich an den Rand dieser Welt und sprechen: ,,So steige auf der Gestank eines jeden*), der daran denkt, eine Welt zu schaffen gleich dieser Welt, die Ptahil schuf. Hin- gegen diese Welt*) soll tausend mal tausend Myriaden Jahre dauern. Diese Welt wird Glanz und Licht genannt. Alle Seelen der vortrefflichen Manner, die das erste Leben bekannt haben *), werden im Gerichtshof nicht schuldig befunden und sterben nicht eines zweiten Todes. Ihre Seelen wohnen hier im Leben.“ Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden ’), Leben den Miannern, die uns unterweisen. Das Leben ist siegreich tiber alle Werke in alle Ewigkeit. 1) So aufzufassen, siehe weiterhin, nicht ,,denn Ptahil wollen wir emporheben“. 2) Vel. p. 13, 27. 3) Siehe p. 189. “) Lies ND i155. 5) D. h. die Lichtwelt. j 6) Wohl })7N7 zu lesen, siehe Text Z. 2. *) Lies INT, JNIDND?, siehe p. 177, 6. au* Ww eal Oo 15 30 Le i\ i\ 5 Dab \ ANY Linker Teil. rf 4 sr | ‘ ¥ (Dena ont eA sine UMN, | ' =< + ei Cpa 7 = aT wh * ‘fe tod; ea | << o *y cP Wea ay Te fae Erstes Buch. Wahrend der rechte Teil des Ginza vorwiegend einen belehrenden Charakter trigt, sich mit kosmogonischen und kosmologischen Dingen befaft, das Verhiltnis der guten und der bésen Machte zur Welt und zum Menschen zeigen und den Glaubigen iiber seine Pflichten belehren will, handelt der linke Teil fast ausschlieflich vom Schicksal der Seele, besonders ihrem Abscheiden. Dieser Teil wurde mit Recht das Totenbuch der Mandaer genannt. Betrachtungen tiber den linken Teil bietet REITZENSTEIN, Das iranische Erlosungsmysterium, p. 43ff. — Das erste Buch ist, wie vorwiegend der rechte Teil, in Prosa gehalten; es erzihlt und ermahnt. Die ersten beiden Stiicke schildern Adams Verhalten beim Abscheiden, sein Hangen an der Welt und am Leben, das dritte Hawwas Klage um den abgeschiedenen Gatten. Dem Glaubigen soll die Nichtigkeit und Verwerflichkeit dieses Tuns dargelegt werden. Das vierte Stiick bietet eine neue Schilderung der Wachthauser. Gepriesen sei mein Herr lauteren Herzens. Im Namen des grofien, fremden Lebens, des erhabenen, das iiber allen Werken steht, leuchte dein Gewand und werde geehrt deine Gestalt bei deinem Vater dort, dem Herrn der Grofe’). Erstes Stiick. Preis des Lebens, der Frommen und der Briider Hibil, Sitil und Ano’. — Das Leben beschlieft, den Tod tiber Adam, der tausend Jahre alt ist, zu verhangen. Es schickt den Todesengel Saurél zu ihm, um seine Seele zu holen. Adam weint und jammert und bittet, daB statt seiner Sitils Seele geholt werde: erst werde das Griinkorn und dann die Ahren gegessen. Saurél teilt es dem ersten Leben mit, dieses ist damit einverstanden, daf Sitils Seele geholt werde, und sendet Saurél zu ihm. Sitil schickt den Todesengel erst zu Adam zuriick, 14®8t sich aber dann von ihm tiberreden und streift den Kéorper ab. Er schaut die Lichtwelt, und auf sein Gebet werden auch Adam die Augen und die anderen Sinne gedffnet. Nun will auch Adam nach jener Welt gehen, wird jedoch von Sitil abgewiesen. Sitil wird dann in die Héhe gehoben und yom Leben und den Uthras willkommen geheifen. 1) Sonst sind diese Benediktionen in der ersten Person gehalten. Hier spricht wohl der bezahlte Abschreiber zum Auftraggeber. | oO i) 5 424 Linker Teil 1,5—2,4 Wer sind die Berge, die nicht wanken, und die Wasserhthen’), die sich nicht veraindern, die nicht bebten, nicht erbebten, und deren Korper nicht in seinem Gewande erbebte? Das groBe Leben ist Berge, die nicht wanken, und Wasserhthen, die sich nicht veraindern, das nicht bebte, nicht erbebte, und dessen Kérper nicht in seinem Gewande erbebte. 1 Es sind unsere Briider, die reichlich Lohnspende und Almosen dar- 1o brachten, die den Bau*) erleuchteten, die auf der Erde Tibil, die reich an AnstéBen und durchweg Mangel ist, einhergingen, dabei nicht bebten, nicht erbebten und deren Koérper nicht in ihrem Gewande vor den Stiirmen, Blitzen und Wolken erbebte, die nicht vor den Bésen und Zornerregern der Tibil zitterten und erzitterten. 15 Es sind unsere Briider Hibil, Sitil und Ano’, die Nasorier, die Voll- kommenen, die von erprobter Gerechtigkeit, die Lohnspende und Almosen nicht vergafBen*), die den Bau erleuchteten, die auf der Erde Tibil, die reich an AnstéBen und durchweg Mangel ist, einhergingen, dabei nicht bebten, nicht erbebten und deren K6rper nicht in ihrem Gewande vor den Stiirmen, 20 Blitzen und Wolken erbebte, die nicht vor den Bésen und Zornerregern der Tibil zitterten und erzitterten‘*). Das Leben sann nach und klarte sich auf. Das Leben sai in seinem eigenen grofen Glanze da und sprach: ,Wohlan, wir wollen die Strafe des Todes tiber jene Welt der Bésen und jene Wohnung, die reich an Anstéen 25 und durchweg Mangel ist, verhingen. Denn Adam ist jetzt tausend Jahre alt°). Nun soll man ihn aus dem Kérper rufen und holen, bevor er greisen- haft, bevor er [2] altersschwach wird, bevor seine kleinen Kinder sich er- heben und viele Torheiten an ihm iiben.“ Darauf rief, beauftragte, riistete°) und sandte das grofe, erste Leben 30 den Liser Saurel—Qmamir-Ziwa*), der die Geister und Seelen aus dem Ww Mit Wasser“ ist lebendes Wie ¢ gemeint. \Wie es Olivenstaibe und andere Dinge lebenden Wassers gibt (siehe p. 79,9; Lit., p. 211), so gibt es auch Héhen dieser Art. ' 2) D. hi die Welt. 8) Rniweder yw syNdy oder NNW WHIT zu lesen: 4) Kiir Hibil, Sitil und Anos paft weder die Bezeichnung ,,unsere Briider“ noch Nasorier. Sie kénnen neben dem groben Leben genannt sein, aber in diesem Absatz ist wohl, wie im vorhergehenden, von den Frommen die Rede, obwohl es dann eine stérende Wiederholung ist. Hs scheint, dafi die Aufzihlung urspriinglich anders gruppiert war. ») Siehe oben, p. 27, 26. $) Siehe p. 295'. *) Saurél ist der Todesengel, der Liéser der Seele vom Korper, und somit der Erloser, siehe Joh, H, p. 119%. Wahrscheinlich sekundiir ist ihm hier noch Qmamir-Ziwa als zweites Wesen beigefiigt. Im Texte steht ,der Liser Saurél und Qmamir-Ziwa‘. Dieser wird auSer in einem schlecht passenden Zusammenhange Joh. II, p. 214,13 nur hier genannt. Die Pronomina und Verba, die sich auf Saurél beziehen, standen wohl alle urspriinglich im Singular, jetzt stehen sie teilweise im Plural. 2,4—3, 19 Erstes Buch. Erstes Stiick. 425 Korper lést und fortfiihrt. ,,Tod“ wird er in der Welt genannt, doch Kuata von den Wissenden, die um ihn wissen. Ein jeder, der den Anstof begeht, dem Tode zu ueher hauft vor sich sechsundsechzig AnstéBe. Denn er ist gerufen, er ist beauftragt, er ist ausgesandt. Er nimmt keine Bestechung an, empfingt kein Geschenk und tauscht niemand gegen einen andern ein. Da sprach das groBe Leben zum Loser Saurel—Qmamir-Ziwa: »oteiget hinab, gehet zu jener Welt der Bisen und jener Wohnung, die reich an An- stéBen und durchweg Mangel ist, rufet Adam einen Ruf zu und belehret ihn mit trefflichem Wissen. Sprechet zu ihm: ,O Adam, erster Mann, Stummer, Térichter, Tauber, Verhiillter*)!| Auf, verlasse die Tibil, die reich an AnstéSen und durchweg Mangel ist — denn du bist tausend Jahre alt —, bevor du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen Kinder sich erheben und viele Torheiten an dir tiben.“ Darauf stieg der Liser Saurel—Qmamir-Ziwa hinab und kam zu jener Welt der Bésen und jener Wohnung, die reich an AnstéSen und durchweg Mangel ist. Sie riefen Adam einen Ruf zu und belehrten ihn mit trefflichem Wissen. Sie sprachen zu ihm: ,O Adam, erster Mann, Stummer, Torichter, Tauber, Verhiillter! Auf, verlasse die Erde Tibil, die reich an AnstéRen und durchweg Mangel ist — denn du bist tausend Jahre alt —, bevor du greisenhaft, [3] bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen Kinder 2 sich erheben und viele Torheiten an dir tiben.“ Da ziirnte Adam, er kleidete sich in Zorn, bekleidete sich mit Zorn und hiillte sich in Zorn. ’*) bitteren Speichel spritzte und warf er auf die Erde. Er kriimmte sich zusammen und dehnte sich nicht’), und sein Herz fiillte sich mit Wehleid. In sein Auge fiel eine Trine, er schrie und jammerte, heulte und weinte. Er warf sich hin und streckte sich auf den Boden. Er ballte die Fiauste, schlug sie gegen die Vorhdfe seiner Brust*) und rief: ,O du Stimme, die du mir zurufest, o du treffliches Wissen, das mir gelehrt wurde! Ich bin nun tausend Jahre alt. In dieser Welt, in der ich lebe, werden erst die Bliitenrispen vor den Datteln gegessen, und dann werden die Datteln gegessen. Erst wird das Griinkorn vor den Ahren gegessen, und dann werden die Ahren gegessen. Ferner werden in dieser Welt, in der ich lebe, erst die zarten Gemiise vor den kriftigen ge- gessen, und dann werden die kriftigen gegessen.“ Dann sprach er zu ihnen: ,Labt uns zur Miindung des Fras-Ziwa, zum Ufer des grofien Jordans des Lebens und zum grofen Bau unserer Vater emporsteigen und in den Wohn- sitzen nachsehen, ob zarte Gemiise zum Essen da sind oder kriftige.* Darauf stieg der Liser Saurel—Qmamir-Ziwa empor, trat vor das grofe, erste Leben und sprach zum grofen, ersten Leben: ,Du weifit und dir ist 1) Dessen Verstand umschleiert und unklar ist. 2) Die Worte pel sodyn sind wohl zu streichen. Daf der Sinn sei ,,er schluckte den siifen Speichel herunter und spritzte bitteren aus“ (77ND), ist unwahrscheinlich. 8) payNyNd) ist zu streichen. 4) Siehe p. 106 ob. = Oo 25 30 ° 20 2 ul ° 8 3 uw 426 Linker Teil. 3, 19—6, 10 offenbar, mein Vater; die geheimen Dinge sind vor dir offenbart. Du be- darfst keiner Belehrung und brauchst nicht zu fragen. Was Adam betrifft, so haben wir mit ihm gesprochen, doch er liebt die Gesellschaft und Lust jener Welt und will sie nicht verlassen.“ Da rief und beauftragte das groBe, erste Leben den Léser Saurel— Qmamir-Ziwa und sprach zu ihm: ,Steiget hinab, gehet [4] zu jener Welt der Bésen und jener Wohnung, die reich an Ansté%en und durchweg Mangel ist. Rufet Adam einen Ruf zu und belehret ihn mit trefflichem Wissen. Sprechet zu ihm: ,O Adam! Sollte niemand da sein, der, weiser als du, dasitzt, dir gute Lehren beibringt und zu dir spricht: Nein! Steh auf, ver- lasse die Erde Tibil, die reich an Anstéfen und durchweg Mangel ist, bevor du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, bevor deine kleinen Kinder sich erheben und viele Torheiten an dir tiben?‘ Sprechet zu ihm: ,O Adam, auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie geschaffen wirest. Denn deine Seele wird fiir den Urbehilter (der Seelen), fiir das grofe, erste Vaterhaus’) und fiir die Statte, an der sie friiher weilte, verlangt.“ Darauf stiegen hinab und kamen der Léser Saurel—Qmamir-Ziwa zu dieser Welt der Biésen, dieser Wohnung, die reich an Anstéfen und durch- weg Mangel ist. Sie riefen Adam einen Ruf zu und belehrten ihn mit treff- lichem Wissen. Sie sprachen zu ihm: ,O Adam! Sollte niemand da sein, der, weiser als du, dasitzt, dir gute Lehren beibringt und zu dir spricht: Nein! Steh auf, verlasse die Erde Tibil, die reich an Anstéf$en und durch- weg Mangel ist, bevor du greisenhaft, bevor du altersschwach wirst, be- vor deine klemen Kinder sich erheben und viele Torheiten an dir iiben?“ Ferner sprachen sie zu ihm: ,O Adam, auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie geschaffen wirest. Denn deine Seele wird fiir den Urbehilter, fiir das grofe, erste Vaterhaus und fiir die Stiétte, an der sie friiher weilte, verlangt.“ Darauf sprach er zu ihnen: ,O du Rufer, der du mir zuriefest, 0 du treffliches Wissen, das mir gelehrt wurde’)! [5] Ich bin tausend Jahre alt und méchte noch weitere tausend Jahre leben. Doch gehet zu meinem Sohne Sitil und rufet ihn; er ist es, der fiir jene Welt gebraucht wird. Er ist jiinger als ich, zarter als ich. Er ist in dieser Welt achtzig Jahre alt’). Er hat noch nicht auf den Saum eines Weibes getreten*), und ihm wurden noch keine groSen Friichte zuteil. Er hat noch kein Schwert gezogen und in den Wohnsitzen noch kein Blut vergossen. Er ist es, der fiir jene Welt gebraucht wird.“ Da kam der Léser Saurel—Qmamir-Ziwa vor das groBe, erste Leben und sprach zu ihm: ,Leben, mein Vater! Du weift und dir ist offenbar; die offenbaren und die geheimen Dinge sind vor dir offenbart. Du bedarfst 1) Vel. p. 3031. 2) Ich lese nach Text 3,8 SWNTDND. *) Zur Lesung und Beziehung von }}N7 NoOoND siehe Text Z. 15 und p. 6, 12, 15. ) nypw bedeutet auch die weibliche Scham, und 717 _+,treten* hat auch sonst im Aramiischen den Sinn ,,begatten‘. 5, 10—7,:3 Erstes Buch. Erstes Stiick. 497 keiner Belehrung. Was Adam betrifft, so sprachen wir mit ihm, und er schickte uns zu seinem Sohne Sitil, indem er sprach: ,Ich bin tausend Jahre alt und méchte noch weitere tausend Jahre leben. Gehet‘, sagte er, ,zu meinem Sohne Sitil, der jiinger als ich, zarter als ich ist. Er ist in dieser Welt achtzig Jahre alt. Er hat noch nicht auf den Saum eines Weibes ge- treten, und ihm wurden noch keine grofen Friichte zuteil. Er hat noch kem Schwert gezogen und in der Tibil noch kein Blut vergossen. Er ist es, der fiir jene Welt gebraucht wird.“ Darauf rief, riistete und sandte das groBe, erste Leben den Liser aurel—Qmamir-Ziwa und sprach zu ihm: ,Steiget hinab, gehet zu jener Welt der Bésen und jener Wohnung, die reich an AnstéBen und durchweg Mangel ist. Rufet Sitil, dem Sohne Adams, zu und belehret ihn mit treff- lichem Wissen. Sprechet zu ihm: ,O Sitil, Sohn Adams, auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie geschaffen wirest. [6] Denn deine Seele wird fiir den Urbehiilter, [fiir das grofe, erste Vaterhaus] und fiir die Stitte, an der sie friiher weilte, verlangt.“ Da stiegen hinab und kamen der Liser Saurel—Qmamir-Ziwa nach dieser Welt der Bésen, dieser Wohnung, die reich an AnstéSen und durch- wee Mangel ist.. Sie riefen Sitil, dem Sohne Adams, einen Ruf zu und be- lehrten ihn mit trefflichem Wissen. Sie sprachen zu ihm: ,O Sitil, Sohn 2 Adams! Auf, stirb, als ob du nie gewesen, und vergehe, als ob du nie ge- schaffen wirest. Denn deine Seele wird fiir den Urbehilter, fiir das grofe, erste Vaterhaus und fiir die Statte, an der sie friiher weilte, verlangt.“ Darauf sprach Sitil, der Sohn Adams: ,O du Rufer, der du mir zu- rufest, o du treffliches Wissen, das mir offenbart wurde! Ich bin in dieser Welt achtzig Jahre alt. Ich habe noch nicht auf den Saum eines Weibes getreten, und mir wurden noch keine grofen Friichte zuteil. Ich habe noch kein Schwert gezogen und in der Tibil noch kein Blut vergossen. Gehet zu meinem Vater Adam. Er ist in dieser Welt tausend Jahre alt. (Er sterbe), bevor er greisenhaft, bevor er altersschwach wird und bevor seine ; kleinen Kinder sich erheben und viele Torheiten an ihm iiben.‘ Da sprachen sie zu ihm: ,O Sitil, Sohn Adams! Bevor wir diesen Ruf dir zugerufen haben, riefen wir ihn Adam zu und sprachen mit ihm, doch dein Vater Adam’) schickte uns zu dir.“ Da sagte sich Sitil, der Sohn Adams, in seinem Sinne: ,,Ich fiirchte mich ; za sagen, das ich meinen Korper nicht verlassen wolle, sonst ziirnt mir noch das groBe Leben am eigenen grofen Orte.“ Darauf erhob sich Sitil, der Sohn Adams, und verrichtete ein grofes, nicht kleines Gebet. Dann legte er den Rumpf von Fleisch und Blut ab und legte ein Gewand [7] von Glanz und einen vorziiglichen, reinen Turban von Licht an. 990000 Myriaden mal leuchtete sein Licht mehr als das Licht der Sonne, und 990000 Myriaden mal war seine Helligkeit heller als 1) Lies ONIN’. wr ie) = Sal S) le) i) uw op) (e) o>) Ww iS) Ww 428 Linker Teil. 7, 38, 5 die Helligkeit des Mondes. Tausend mal tausend und zehntausend mal zehn- tausend fiihrten ihn an der Rechten und an der Linken. Winde, Winde holten Sitil, den Sohn Adams, hin, Stiirme, Stiirme ftihrten ihn hin, hoben ihn empor und stellten ihn in eine groBe Lichtwolke’). Er verrichtete ein Gebet, das sehr gro, nicht klein war. Sitil, der Sohn Adams, sprach: ,,An euch richte ich eine Bitte, an das erste Leben, das zweite Leben, das dritte Leben, an Jofin-Jofafin, an Sam, den wohlbewahrten Mana, an den Wein- stock, der ganz Leben, und den grofen Baum, der ganz Heilungen ist’), daB man*) meinem Vater Adam die Blendung von den Augen, die Stdpsel aus den Ohren und das Fleischstiick vom Herzen nehme‘*), damit er diese Welt schaue, zu der ich gehe.“ Da stieg das Weinen, die Klage und die Unterwiirfigkeit des Sitil, des Sohnes Adams, vor das groBe, erste Leben auf, und es nahm (Adam) die Blendung von den Augen, die Stépsel aus den Ohren und das Fleischstiick vom Herzen. Er schaute jene Welt, die Sitil sah, und sprach zu ihm: »Mein Sohn! Komme, komme! Ich will nach jener Welt gehen, nach der ich verlangt werde.“ Darauf erwiderte er ihm: ,Gehe, Greis, der ohne Weisheit, und grofer Mariba®), der ohne Verstand ist. Gibt es jemand, der Speichel aus dem Munde gespien und ihn wieder verschluckt hitte? Gibt es jemand, der aus dem Mutterleib herausgetreten wire und den man wieder in den friiheren Ort eingefiihrt hatte*)? Nein! Wie ich aus dieser Welt vor den Jahren scheiden mute, komme der Fétus aus dem Mutterleibe hin, gleich einem Eidotter aussehend, kommen die kleinen’) Kindlein hin, wih- rend ihr Mund ihnen noch voll Milch ist, kommen die verschlossenen Briefe, die Jungfrauen, hin, kommen [8] die Briute hin, wihrend das Ol ihnen noch vom Kranze trieft, kommen die Kniblein durch ...... und die Miagdelein, TAGemine VND be eis. ee shee in dieser Welt‘). Der Hausherr’®) hingegen wird den Tod wiinschen, und dieser wird sich ihm nicht nihern, bis sie ihn verachten *°) und sich (seiner) schiimen. Ein jeder, der sagt, dieses Kniblein ') Siehe oben, p. 208 ff. ) Siehe p. 191 ob.; 196, 11. *) Oder ,,sie“. Ein Wechsel in der Person wie sonst nicht selten, siehe p. 144. “) Siehe p. 237, 11. ») Das Wort wird auch Joh. 120,12 veriichtlich von einem Greise gebraucht. Es ist anscheinend entstellt, siche Joh. II, p. 117°. 6) Vel. Joh. I, p. 122 f *) Dies mufi etwa der Sinn von NX>) sein, das sich nur noch L 17,19 findet. 8) Die Schwierigkeit liegt in dem zweimal vorkommenden NDP. Dieses bedeutet ,Z4ufall (der jemand trifft), Ungliicksfall, dann ,,Auflehnung, Streit und findet sich besonders in den Josamin-Stiicken des Johannesbuches (21,6; 26,11; 29,11; 34,6), siehe auch Nold., p. 195 unt. Ich weif mit diesen Bedeutungen hier nichts anzufangen. Vielleicht ist 4> JPND unter Hinwirkung von Text 7,23 hierher geraten. ®) Der begiiterte Grundbesitzer, 10) NOLDEKE nimmt, fiir 57, das sich nur in GL findet (hier; Text 44,4; 62,15; 63,9), die Bedeutung ,,hinwerfen an nach 55 (Gram., p. 55, 2). In 44,4 kénnte es dion Sinn haben, doch pabt er nicht an den anderen sentht Da scheint’ es ,,verachten“’ oder Pyerteb lich machen zu bedeuten. Dieser Sinn kénnte sich allerdings aus der Bedeutung »wegwerten entwickelt haben. 8, 5—9, 5 Erstes Buch. Zweites Stiick. 429 bleibe hier und dieser Alte gehe hin, wird am groBen Orte, im Hause der GroBen, zur Rechenschaft gezogen werden.“ Winde, Winde holten Sitil, den Sohn Adams, hin, Stiirme, Stiirme fihrten ihn hin, hoben ihn empor und stellten ihn an das Wachthaus Sil- mais, des Schatzmeisters, der die Pflécke des Glanzes in der Hand halt und ; die Schliissel der KuSta auf beiden Armen trigt. Sie dffneten ihm das Tor des Schatzhauses, hoben vor ihm den grofen Vorhang der Sicherheit in die Hohe, fiihrten ihn ein und zeigten ihm jenen Weinstock, dessen Inneres Glanz, dessen Seiten Licht, dessen Fersen Wasser, dessen Zweige Uthras, dessen Blitter Leuchten des Lichtes’), dessen Same der grofe Behilter der : Seelen ist. Sie essen, was nicht verwerflich, und trinken, was nicht Wein ist’). Ajar-Ziwa, der Sohn des grofien, ersten Lebens ++%%«%%%. Sie essen, und die Wonnigkeit des Lebens- kommt und legt sich iiber sie. Sie winden Krinze der Wonnigkeit und legen sie sich aufs Haupt. Sie lachen, htipfen, frohlocken und jubeln tiber die herrliche Pracht. Sie prangen in der Herr- lichkeit, die auf ihnen ruht. Sitil, der Sohn Adams, sprach: ,Auf diesem Wege, Pfad und Aufstieg, auf dem ich emporgestiegen bin, sollen auch die wahrhaften, glaiubigen, trefflichen und vollkommenen Minner emporsteigen und kommen, wenn sie aus ihrem Kérper scheiden.‘ Darauf reichte das Leben, die Uthras und Kénige der Lichterde und des lichten Wohnsitzes die Kusta, sie reichten [9] die Hand der Kuita Sitil, dem Sohne Adams. Das Leben stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, und meine Seele fand, was sie erhoffte *). Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den Mannern, die uns unterweisen. Saget: Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich. Zweites Stiick. Das grofe Leben schickt einen Boten, um Adam(s Seele) aus dem Kérper zu holen und von der irdischén Fessel zu befreien. Der Bote kommt zu Adam und fordert ihn auf, den Kérper abzustreifen. Adam weint und heult und weist in langer Rede auf seine Unent- behrlichkeit in dieser Welt hin. Der Bote hebt die Schlechtigkeit dieser Welt hervor und fordert Adam nochmals auf, diese Welt zu verlassen. Adam schmerzt es, seinen Kérper 1) Siehe Lit., p. 72 unt. 2) Siehe Joh. II, p. 130, 4. 3) Vgl. Lit., p. 114%. J 5 O) aN wt fe) il was 20 iS) eat 30 35 430 Linker Teil. 9, 6—10, 9 unbewacht und unversorgt zuriickzulassen, und er wiinscht ihn mitzunehmen. Wie dies abgelehnt wird, wiinscht er, dai Frau und Kind ihn auf dem Wege geleiten. Der Bote weist auf die Wertlosigkeit alles irdischen Besitzes und die Schwierigkeit des Weges hin. Adam klagt wieder, den Kérper verlassen zu miissen, der neben seinen Mangeln auch seine Vorziige habe. Eine von vier Uthras geleitete Wolke kommt ihm entgegen, und er wird von den Uthras aufgefordert, in sie einzusteigen. Noch immer straubt er sich und bittet wieder, Hawwa mitnehmen zu diirfen. Er wird belehrt, dafi Hawwa nach ihm aufsteigen werde, dann tiber- haupt sein ganzer Stamm. Die Leiden der Endzeit werden geschildert; danach sollte es ihm lieb sein, die Welt vorher zu verlassen. Adam bittet das Leben, die Welt vor Verwiistung zu bewahren. Das Leben verheift ihm und seinem Stamme ewiges Heil. Im Namen des Lebens. Als der Plan vom Hause des groBen Lebens ausging, schickte es den Boten zu Adam, ihn zu (er)lésen und herauszuholen aus dem Korper, aus dieser Welt, aus dem Fufblock, der Fessel, den Stricken und den Schlingen, ihn wegzuholen von der Erde, die Ptahil und die sieben Planeten gebaut, in die sie ihn dann einfiihrten und ihn darin haben wohnen und sitzen lassen, ihn zu erlésen und herauszuholen aus dem schmutzigen, stinkenden, verzehrenden, verderblichen Kérper, dem reifienden Lowen, dem lodernden, verderblichen Feuer, dem zerrinnenden, auseinanderflieSenden (Koérper), dem Meere, das nicht ergriindet, und dem Spalte’), der nicht verstopft werden kann, dem Drachen, der die Welt umkreist, dessen Kraft niemand gewachsen ist. Alsdann iiberlegte die Seele im Kérper Adams, sie tiberlegt und fiihlt sich zu kurz’), um einen Zoll fiihlt sie sich im Kérper zu kurz. Die Seele sitzt da und spricht mit dem Geist und dem stinkenden Kérper’): , Warum sitzen wir da, warum liegen wir da, wo wir uns nicht mit Reisezehrung fiir unseren Weg versehen haben? Gar bald mag der (Er)liser zu uns kommen und uns aus dieser Welt holen.“ EKinmal sprach die Seele mit dem Geist und dem stinkenden Korper, doch der Geist und der stinkende Kiérper gaben ihr keine Antwort. Wahrend die Seele dasteht und mit dem Geist und dem stinkenden Kérper spricht, kam der Erléser heran, Heran kam [10] der Erléser, es langte an der Bote. Er kam heran, trat an den Pfiihl Adams, an den Pfiihl Adams trat er und weckte ihn aus dem Schlafe. Er sprach zu ihm: ,Steh auf, steh auf, Adam, leg ab deinen stinkenden Kérper, den Lehmrock, in dem du weiltest. Leg ab den kérperlichen Rock, den verwesenden Kérper, in dem du weiltest. Leg ab das kérperliche Gewand, in dem du weiltest, und schlag es den Sieben und den Zwilf, den Minnern, die es geschaffen, um den Kopf. LafB den Kérper sogleich in der Welt zuriick, denn deine Zeit ist gekommen, dein Ma ist voll, aus dieser Welt zu scheiden’). Das Leben hat mich zu *) Der vom grofen Grundwasser zur Oberfliche der Erde fiihrt, siehe auch p. 208%. *) Sie fiihlt sich im Kérper beengt. *) Der Mensch besteht aus Seele, Geist und Kérper, siehe Lit., Dai *) Lies Fmd prannd ody qxdyoy. | 10, 9—11, 15 Erstes Buch. Zweites Stiick. 431 dir gesandt, denn es verlangt nach dir. Dein Gang sei nach dem Orte des Lebens, nach dem Orte, an dem du friiher weiltest, nach der Wohnung, in der dein Vater sitzet.“ Als Adam dies hirte, jammerte er iiber sich und weinte. Er jammerte und weinte, und in seinem Auge liste sich eine Trine. Adam Offnete den Mund und sprach zu dem Boten, der zu ihm gekommen war: ,, Vater! Wenn ich mit dir komme, wer wird in dieser so weiten Tibil Hiiter sein? Wer wird diesem meinem Weibe Hawwa Gesellschaft leisten? Wer wird diesen Pflanzen, die ich gepflanzet, in den Zeitaltern') eine Stiitze sein? Wer wird ihnen eine Stiitze sein? Wer wird in diesem Hause wohnen, in dem ich gewohnet; wer soll darin ..... *) sein? Wenn die Palme Friichte traet, wenn der Christdorn Bliiten trigt, wer wird ihr Htiter sein? Wenn der Euphrat und der Tigris herankommen, wer soll ..... *) mit der Hand er- greifen und das Wasser zu den Pflanzen leiten? Wenn die Gebiirerin ge- bieret, wer soll ihnen*) beistehen? Wer soll die Rinder vor den Pflug’) spannen und wer den Samen in die Erde leiten? Wer soll die Klapper in die Hand nehmen und den Schafen nach ihrer Hiirde und den Antilopen nach ihrer Herde zuklappern? Wer soll die Waisen zusammenhalten, wer die Taschen der Witwe [11] fiillen? Wer soll den Nackten kleiden und ihm ein Gewand um den Nacken legen? Wer soll den Gefangenen auslisen, wer im Dorfe den Streit schlichten?“ Darauf erwiderte der Bote des Lebens, der zu Adam gekommen war: ,O Adam! Steh auf, steig zu deimem Ort empor, zur guten Wohnung, in der du friiher weiltest, zum Orte, dessen Sonne nicht untergeht und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden. Nimm das Gewand des Glanzes und bekleide dich damit und hiille dich in teures Licht. Setze dir den Kranz, den Kranz der Siege, auf, durch den die Welten leuchten. Binde dir den Giirtel, den Giirtel (ebenden) Wassers*), um, in dem man ohne Schmerz und Leid bleibt. Setze dich auf deinen Thron des Glanzes, den das Leben dir in voll- kommener Art aufgestellt hat. Vergif das Haus deines Pflegers, in dem du taglich, alltéglich Verfolgung ertragen mufitest. Es tue dir nicht leid, Adam, um diesen Ort, in dem du weiltest, denn dieser Ort ist 6de, und die ganze Wohnung liegt in der Wiistenei. Die Werke werden ginzlich ver- lassen und kommen nicht wieder zusammen, Die Schlechtigkeit ist groB in ihr und der Zorn ausgedehnt in jeglicher Stadt. Die Séhne verleugnen ihren Vater, die Téchter verleugnen ihre Mutter. Die Briider téten einander, 1) Gerade im linken Teile ist es oft unsicher, ob NNT zu NNT ,Zeitalter“ oder zu NON , Wohnsitz* gehort. Ersterer Sinn pabt aber im allgemeinen besser. 2) PINT ist wohl verderbt, es steht aber kaum fiir SNF ,wer soll darauf sehen?“ 8) Offenbar ein Gerat zum Bewassern. Die Herkunft des Wortes ist unbekannt, siehe Joh. II, p. 48°. ; ‘" ; 4) Ihnen‘ wohl nur aus Fliichtigkeit statt ,ihr“ (Fyn), oder es bezieht sich auf Mutter und Kind. 5) Lies RINTINDI oder NNN ,,das Joch Rinder zusammenspannen“. 6) Siehe p. 4241. = 5 bo wt 30 nr 30 40 432 Linker Teil. 11, 16—13, 2 und die Schwestern essen einander das Fleisch ab. Jeder Mann verlafit sein Eheweib, und jedes Weib verlaiSt seinen Ehemann. Damit keine Schlechtig- keit komme und Zorn iiber die Zeitalter losgelassen werde, damit keine Waisen, Witwer und Witwen und Gefangene da seien, stehe du auf, Adam, und verlasse diese Welt und den stinkenden Korper.“ Da éffnete Adam seinen Mund und sprach zum Boten: ,,Vater! Wenn ihr wuftet, daB dem so ist, warum betértet ihr mich und brachtet mich in den stinkenden Kiérper hinein? Wenn ich jetzt meinen Kérper verlasse, wer wird ihm ein Hiiter sein? Wenn er schlift, wer wird ihn wecken, wer ihn aus dem Schlafe riitteln? Wer wird ihm zu essen, wer zu trinken geben, (12] und wer wird ihm in den Zeitaltern Gesellschaft leisten? Wenn Donner und Blitze iiber ihn losschlagen, wer wird ihm einen Palast und einen Bau auffiihren, wer ihm ein Dach herstellen? Kommen nicht Krampfe *), kommt nicht die Sonne und fallt auf ihn? Die Winde fassen Staub und werfen Erde auf ihn. Versammeln sich nicht die Végel und essen von meinem Koérper? Von meinem Kérper essen sie, nisten in meinem Haare und tragen von meinem Fleische zu ihrem Nest empor. Sie ziehen mein Gewand ab, zerreiBen es [und werfen es] auf die Misthaufen. Wer soll mir ein Anblick*) sein? Vater! Wenn du willst, da ich mit dir komme, komme mein Kérper mit mir als Geleite. Mein Kérper komme mit mir und leiste mir Gesellschaft auf meinem Wege. Ich habe nicht Vater und Mutter, die mit mir als Geleite kommen sollten. Gold und Silber wird von mir nicht getragen und geleitet mich nicht, das ich als Reisezehrung mit mir tragen, und das mit mir als Geleite kommen sollte.“ Darauf erwiderte der Bote, der zu Adam gekommen war, und sprach: Wie schmerzt es und packt es dich, Adam, um den stinkenden Kérper, in dem du weiltest! Gibt es einen Kérper [im Hause] des Lebens? Ein K6érper steigt zum Hause des Lebens nicht empor.“ Da erwiderte Adam dem Boten, der zu ihm gekommen war, und sprach: »Gesandter des Lebens! Wenn es dir beliebt und gefallt, komme mein Weib Hawwa mit mir als Geleite und leiste mir Gesellschaft auf dem Wege. Meine Sohne und Téchter mégen mit mir kommen und mir auf dem Wege Gesellschaft leisten.“ Als sein Weib Hawwa diese AuBerung von Adam horte, schrie sie laut 5 und rief. Sie schrie und rief laut, und in ihrem Auge liste sich eine Trine. Sie sprach zu ihm: ,[ch will mit dir als Geleite mitkommen, Adam, und dir auf deinem Wege Gesellschaft leisten.“ Darauf sprach zu ihm der Bote des Lebens, der zu Adam gekommen — war: ,lm Hause des Lebens gibt es keinen Kérper; ein Kérper steigt zum Hause des Lebens nicht empor. Auf Vater und [13] Mutter, auf Briider und Schwestern, auf Gold und Silber kannst du im Hause des Lebens nicht ver- ') Hier ist wohl der Sonnenstich gemeint, siehe p. 85°. 2) Auf den ich meine Blicke richte? Sehr unsicher. 13, 2—14, 10 Erstes Buch. Zweites Stiick. 4.33 trauen. Dort wird jeder einzelne nur nach seinen Handlungen, nach Lohn- zahlung und Almosenspende, dem Zeichen und der Taufe und den Werken, die er getibet, gepriift. Wenn sie den Kérper verlassen, werden sie an den Wachthiusern gepriift. Adam! Wozu sollen dir falsche Briider, die ein Ende nehmen, und falsche Schwestern, die zu nichts taugen? Deine Briider sind Uthras der Kuita, und deine Schwestern sind gliubige Skinas. Taglich, alltaglich stehen sie im Hause des Lebens da und verrichten tiber dich ein reiches, langes Gebet. Adam! Wozu soll dir in dieser Welt Gold, das ver- geht, wozu soll dir Silber, das sich verfinstert? Der Weg’), den wir zu gehen haben, ist weit und endlos. Auf ihm sind keine Meilen abgemessen, keine Meilensteine nach dem Maf aufgestellt. Végte sind an ihm zuriickgelassen, und Wachthiusler und Zéllner sitzen an ihm. Die Waffe ist geschmiedet und bereitgelegt, poliert und bereitgelegt ist das Eisen. Die Kessel brodeln, die die Seelen der Bisen bergen. Am Wege ist ein Meer, das ohne Uber- gang ist. Nein, jeden einzelnen bringen nur Lohnzahlung und Almosen- spende heran und bringen ihn hintiber. Nur seine Werke gehen als Fiihrer vor ihm einher. Der Weg, den wir zu gehen haben, ist voll Disteln und Dornen. Sieben Mauern umgeben ihn, Berge, in die keine Bresche ge- schlagen ist. Die Wage sitzt aufgerichtet da, und von tausend wihlt sie eine Seele aus, die gut und erleuchtet ist.“ Als Adam dies hérte, jammerte und weinte er iiber sich, und seine eranene 2.2... flossen herunter. Darauf verliefs Adam seinen Korper. Er wandte sich um und erblickte ihn, da erbebte er. Es dauerte ihn, den Ko6rper zu verlassen, und er konnte sich von ihm nicht trennen. Dann trat er seine Wanderung durch den Ather an. Adam wandert und zieht dahin wie ein Vogel, der noch kein Nest gebauet, nicht gebriitet und noch keine Jungen erhalten hat. [14] Adam wandert und zieht dahin wie ein Vogel, dem man (soeben) Fliigel gebildet hat’). Er fliegt und zieht durch die Welten und Aonen dahin und gleicht einem Tier, das von seiner Herde ab- geschnitten ist. Er gleicht den vier Winden, und die Stiirme trieben ihn fort*®). Er gleicht einem Liwen, der aus dem Kiafig entwichen ist. Er gleicht einem Wildschwein*), das aus dem ..... ») entwichen ist. Adam ging dahin und sprach: ,Wehe, wehe, dafs meine Briider mich betdrten, mich aus ihrer Mitte fortbrachten*) und gewaltsam in den stinkenden K6rper hineinwarfen, den verderblichen Léwen, den grimmen, grimmigen Lowen. Sie warfen mich in den Drachen hinein, der die ganze Welt umkreist. Sie brachten mich und warfen mich unter die bésen Planeten, die tiglich Un- 1) Siehe Joh. II, p. 180f. 2) Dies ist wohl der Sinn des Satzes. IN¥ steht mehrmals gerade bei Fliigeln: R 339, 1; L 88,4; 104,4; 111,26, doch siehe auch R 244, 15ff. 8) Sehr unsicher. Hier ist wohl eine Liicke, und NWDNYW ist vielleicht entstellt. *) Lies SNIND statt NPI. 5) Offenbar auch ein Wort fiir Kafig oder Behilter. Es ist vielleicht verderbt unter Einwirkung von N)DVINY ,Turban*. 8) Lies }\PPR. Lidzbarski, Ginza. 28 al 5 20 N wi ut 2 wn 35» 40 434. Linker Teil. 14, 11—15, 19 ruhe erregen. Tiglich schmieden sie Waffen gegen mich. Sie bauten fir mich Gétzenschreine aus Lehm, Trugbilder, und taglich, alltaglich schlachten sie vor ihnen und [spielen] auf Pauken und Fléten, um mich in ihrer Mitte zum Abfall zu bringen. Durch die Kraft des grofien Lebens trat ich zu ihnen und nahm in ihrer Mitte Platz, doch wurde ich nicht ihr Genosse und machte keine Gemeinschaft mit ihnen. Ich wuf8te, daB ich scheiden werde, da®B ich allein scheiden, allein meinen Streit schlichten werde. Als meine Briider, die Uthras, mich betérten, mich aus meinem Orte entfernten und in den stinkenden Kérper hineinbrachten, pfui! — da trat ich in ihn nicht ein und wohnte in ihm nicht eine Stunde, ohne da ich auf ihn mit den FiiBen trat und ihn den Sieben und Zwolf, den Mannern, die ihn geschaffen, ge- glaittet und hochgemacht haben, an den Kopf schleuderte. Doch wie schén war (immerhin) mein Kérper, (wie haSlich hingegen die Manner, die ihn geschaffen haben,> wie weise und schén waren die Bildner, die ihn gebildet, und die Goldschmiede, die ihn geschmiedet haben! *) [15] Gar schén haben sie ihm den Kopf gebildet, ihm das Haar gegliattet und geschaffen. Sie glatteten und schufen ihm das Haar, legten ihm in den Kopf Verstand und gossen Weisheit in das Herz. Sie schufen ihm zwei Augen, die bei Tag und Nacht leuchten. Sie schufen ihm eine grofe Pforte, die taglich das Leben preist. Sie schufen ihm zwei Hinde, die taglich arbeiten, ohne sich zu verzirteln’). Sie schufen ihm zwei FiiBe, die von Osten bis nach Westen wandern. Nun geht die Gestalt, die so schén war, dahin und wird zu Staub und Gewiirm auf dem Friedhofe. Seine Augen gingen als Stern- bilder umher, nun sind sie Finsternis. Verstopft sind die beiden Fenster, die tiglich die Rede des Lebens hérten*). Verstopft ist die grofe Pforte, die tiglich das Leben pries*). Wihrend die Hinde sonst Tag und Nacht arbeiteten’), ohne sich zu verzirteln, fiirchten sich jetzt die Végel nicht vor meinem Kérper. Wihrend die Fiife friiher Meilen weit hinschritten’, laufen jetzt die Végel nicht davon. Es dauert mich, ihn zu verlassen, und ich kann ihn doch nicht mittragen. Ich sagte mir, wir kinnten hingehen, wih- rend ich meinen Kérper trage, doch da barsten seine Winde, und er fiel auseinander. Darauf schlug ich meinen Kérper hin und warf ihn fort, da ging er hin und wurde zu Staub und Gewiirm. Er ging hin, wurde r zu Staub und Gewiirm, er teilte sich und fiel in jegliche Stadt. Am Tore des Friedhofes*) kaufen Briider einander. nicht los. ( Wenn Briider einander loskauften, kime kein Korper zum Friedhof. Kein Koérper kime zum Friedhof, nicht legte die Seele den Kérper ab. *) In FM ist vielleicht persisch zer ,Gold‘ enthalten. ®) Kann nur zu 5m ,siif, sanft sein“ gehéren. Arabisch fala ,,leer, miBig sein‘ wiirde passen, kommt aber ment in Betracht. ) Im Texte steht das Prisens. *) Ein eingeschobenes, Stiick in Versen. ° 15, 19—17,1 Erstes Buch. Zweites Stiick. 435 Wenn der Vater seinen Sohn loskaufte, giibe es keine Kinderlosen’) in der Tibil. Wenn die Séhne ihren Vater loskauften, gibe es keine Waisen in der Tibil. Wenn der Mann seine Gattin loskaufte, gibe es keine Witwer in der Tibil. Wenn die Frau ihren Gatten loskaufte, wiirde keine Witwe auf den Markten gerufen werden”). Darauf erwiderte und sprach zu ihm der Bote des Lebens, der zu Adam gekommen war: ,,O Adam! [16] Wie schmerzt und packt es dich um den stinkenden Kérper, in dem du weiltest! Hebe deine Augen empor und schaue die Lichtwolke, die dir, Adam, entgegenkommt, die vier Manner, Sohne des Lichtes, hinleiten. Tausend mal tausend Meilen zieht die Wolke dahin, die dir entgegengekommen ist. In ihr liegen zusammengewickelt Ge- winder des Glanzes und reine Turbane des Lichtes. In ihr liegen prangende Kriinze, die weit und endlos sind.“ Die vier Uthras, die Séhne des Lichtes, die zu ihm gekommen waren, redeten ihn an und sprachen zu ihm: ,,Warum weinest du, Adam, und fallt dir vom Auge eine Trane herunter?“ Darauf erwiderte er ihnen: ,Ich bin ein Diener ohne Herrn, auf den der Konig erbittert ist.“ Darauf sprachen sie zu ihm: ,Du, Adam, bist der Sohn des grofien Lebens, der Diener des gewaltigen Lebens. Du bist der Diener des grofen Lebens, so komm denn in Frieden, Erwihlter, Reiner, Siindenloser, den das Leben siindenlos gemacht hat. Komm, steig empor und nimm in der groBen Lichtwolke Platz. Deiner gedachte der lichte Wohnsitz, deiner gedachten deine Eltern, denn du warst ihr .....°), und sie hoben dich aus der Welt des Ptahil empor, der Welt, die ohne Wert ist.“ Da Gffnete Adam den Mund und sprach zu den Uthras, die zu ihm gekommen waren: ,Wenn es euch, Uthras, meine Briider, beliebt, wartet mir‘) eine Stunde, nur eine Stunde wartet mir, damit ich nach meinem Weibe Hawwa sende, da sie mit mir als Geleite komme.“ Darauf erwiderten die Uthras und sprachen zu Adam, dem Haupte des ganzen Stammes: ,Sei ruhig und schweig, Adam, und die Ruhe der Guten umfange dich. Du gehst und steigst zu deinem Ort empor, und dein Weib Hawwa wird nach dir emporsteigen. Dein ganzer Stamm wird empor- steigend dir nachfolgen. Dann nehmen alle Generationen ein Ende, und alle Geschépfe gehen zu Grunde. Alle Brunnen und Meere trocknen aus, und die Fliisse und Biche versiegen. [17] Die Berge und Anhtéhen werden 1) QINTANT, NUN INT mus diesen Sinn haben, doch ist mir die Herkunft des Wortes unbekannt. on 2) Von Mannern, die mit ihnen verkehren wollen? Wiederum die mibliche Zwei- deutigkeit von NT. 8) Schwerlich ,,bei ihnen“; auch ,,Blatter“ pat natiirlich nicht. 4) Vgl. Néld., p. 851. 28* oO _ 5 Nv wn 30 35 436 Linker Teil. 17, 1—18, 6 zerstért, fallen und sinken ein. Babel und Borsip werden veridet und ver- gehen und werden als ob sie nie existiert hitten. Das Land der Perser sh das Land der Rhomiier werden zerstirt und werden als ob sie nie exi- stiert hatten. Sind und das Inderland fallen iibereinander her, und das Ge- s biet des Simrierlandes, das Turterland’) und der Eisenberg téten eimander. Sie sprechen das Urteil iiber ihre Mérder, und die Erde spricht das Urteil iiber den, der auf ihr das Blut eines Adamssohnes vergossen und Bilder seinesgleichen vernichtet hat. Die Vogte, Hiascher, Ehebrecher, Diebe, Falscher, Denunzianten, Grenzverschieber, Grenzsteinverriicker, Zauberer, 1o Hexen, Pfaffen, Priester, Orakelmainner, Schmiher, Zeichner”), Wahrsager und Chaldier wandern in den Feuerbrand. Wenn die Erde in Triimmer zerfillt’), der Himmel ohne Sterne dasteht, Sonne und Mond an ihren Ort zurtickgehen, die Leuchten an ihren Ort zuriickgehen, die vier Winde des Hauses an ihren Ort zuriickgehen, alle Biésen in die Tiefen der Finsternis 1s sinken, dann Heil dir, Adam, daB du auserwa&hlt wurdest und aus der Welt der Engel’) und dem Leid dieser Welt emporstiegest. Es tue dir nicht leid, Adam, um diese Welt, die du verlassen hast. Nach dir verlassen sie die kleinen Kindlein, wenn sie noch nicht zu Verstand gekommen sind. Es verlassen sie die Jiinglinge und Madchen, die Kniblein und Magdelein, wenn 20 sie noch keine Verlobung gefeiert haben. Es verlassen sie die Briutigame und Briute, und Staub fallt auf ihren Pfiihl’). Die Nagel ihres Braut- gemaches springen heraus, und sie verlassen leer die Welt. Die verheirateten Manner und Frauen erwerben Hauser und verlassen sie dann, sie gehen dahin und enden im Gefilde der Seol. Die Greise und Hausherren verlangen 5 [18] nach dem Tode, und er kommt zu ihnen nicht, dann verlassen sie un- freiwillig*) die Welt. Der Kénig la®t seine Krone im Stich, die Edlen lassen ihre Pracht im Stich. Den Frauen geht ihre Schénheit, den Edelfrauen ihr Reiz verloren, und sie schreiten barfuB zum Friedhof. Du, Adam, steig empor und trage deine Rechtssache (dem Lichtkénig und) dem grofen, 30 ersten Leben vor, die Rechtssache betreffend die Welt, in der du weiltest. 1) Sind ist das Gebiet des Indus, zu den anderen Namen siehe p. 416 unt.- 2) Zu magischen Zwecken. 5) Siehe p. 203, 3. 4) Siehe p. 4, 20. 5) Dies diirfte ungefihr der Sinn von n2d1p sein. In einem Hochzeitsliede Cod. Paris. 25, f£.15b; Cod. 15, f.11b heifit es: ADI NTONT NNINY wy Ab> Dp ann NT NPN JNIND ~yTAT xadp oma NT NPI Nay NYT NIND ,,Polster sind fiir den Briutigam hingebreitet, Becken mit Wein fiir ihn gemischt. Der Pfihl des Briutigams war der Ambo der Erde. Das Kissen des Briiutigams waren die Zisternen des Himmels.‘ Das Lied kniipft an kosmologische Vorstellungen an (zu NTP I NAD vgl. R 354, 9, 21; 355, a doch kommt Unsinn heraus. Siehe auch Lit., p. XI. ®) Higentlich: ohne ihren Beschlub. 18, 6—19, 15 Erstes Buch. Zweites Stiick. 437 Sprich zum grofen Leben: ,Warum hast du diese Welt geschaffen, warum hast du die Stimme weg aus deiner Mitte hinbefohlen, warum hast du in die Tibil Streit geworfen?. Warum verlangest du nun nach mir und meinem ganzen Stamme? Warum hast du die ganze Welt in die Einéde gebracht, wihrend kein Hiiter fiir sie da war, wihrend die Sieben und Zwilf in ihrer eigenen Welt die Herrschaft tiber die Menschen ausiiben und meine Stiimme dauernd der Verfolgung ausgesetzt sind? Wohlan, wenn es dir, groBes (Leben), lieb ist und es dir gefiallt, werde jene Welt nicht verwiistet, » meine Stémme von ihr nicht abgeschnitten, und dein Name, gewaltiges, erstes Leben, weiche von dort nicht. Diese Skinas, die Hibil- Ziwa gegriindet hat, sollen nicht verwiistet, der Jordan von dort nicht weg- genommen werden und die Planeten, Raha und Christus nicht die Herr- schaft tiber sie ausiiben.“ Darauf sprach das groBe, erste Leben zu Adam, dem Haupte des ganzen Stammes: ,O Adam! Bleib ruhig in deiner Erleuchtung, und die Ruhe der Guten umfange dich. Hibil-Ziwa ist hier, deine Briider, die Uthras, sind hier, der ganze Jordan ist hier. Du, Adam, sollst hier wohnen, dein Weib Hawwa wird hierher kommen, und dein ganzer Stamm wird nach dir emporsteigen. Dies ist die Skina, die fiir dich, Adam, und dein Weib Hawwa vor dem [19] gewaltigen, ersten Leben gegriindet ist, bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung, bis zum grofen Tage der Auferstehung. Dann stehest du, Adam, und alle deine Stamme auf und gehest nach deiner eigenen Erde’). So beruhige denn deinen Sinn und laf dein Herz auf seiner Stiitze sitzen.“ Und das Leben ist siegreich. Dieses Buch ,Als das Maf Adams voll war und seine Rechnungen sich in den Zeitaltern vor ihm auflésten“ tragt Manda dHaije vor und erklirt”). Er spricht: ,Der Verdammung verfallt ein jeder, der, wenn er seinen Korper und die Welt verlaBt, in der er war, nach Gesellschaft verlangt, Gold und Silber liebt, sagt, was er nicht sieht, und erzahlt, was er nicht hort, Briider entzweit und Sdéhne von den Eltern trennt, leiht und Zinsen nimnt, kleines ..... *) verzehrt, Grenzen verschiebt, Grenzsteine verriickt und sonst haGBliche Handlungen veriibt, diesen wird Manda dHaije verfluchen, er wird den Weg, den Adam, das Haupt des Zeitalters, gegangen ist, nicht gehen, 1) Dieser Satz ist nach den vorhergehenden AuBerungen sinnlos; sie sollen in der oberen Skina ihren dauernden Sitz erhalten. 2) Es ist ein Nachwort zum zweiten Stiicke. Die einfiihrenden Worte entsprechen zwar dem Anfange des dritten Stiickes, aber das Zitat beruht auf einem Irrtum, oder der Vers hat urspriinglich auch an der Spitze des zweiten Stiickes gestanden, siehe auch p. 183,25. Die Bemerkung enthalt ja eine Warnung vor dem Hangen an der Welt und ihrem Besitz, was zum zweiten, nicht zum dritten Stiicke paft. Eine entsprechende auf das dritte Stiick be- ziigliche Bemerkung steht am Ende dieses Stiickes. 3) Weder RYWH noch NINH (siehe p. 104%, 382°) paft. al (e) = 5 20 N Ww 30 wi 20 wn 2 30 35 438 Linker Teil. 19, 15—20, 12 er wird:nicht emporsteigen und den Lichtort schauen, wenn die guten Seelen zum Hause des Lebens emporsteigen, soi er wird vom grofen Lichtort und vom lichten Wohnsitz umkehren miissen.‘ Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den Mannern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich tiber alle Werke. Drittes Stiick. Das Stiick wendet sich gegen die Totenklage und kniipft an Hawwas Verhalten nach Adams Tode an. Auf Rihas Uberredung erhebt Hawwa Klage um Adam. Hibil-Ziwa wird vom Leben gesandt, um sie zu trésten und zu yeranlassen, daf sie sich der Klage enthalte. Hawwa folgt seinem Zureden. Darauf verschwoéren sich Ruha und die Planeten, sie wieder mur Totenklage zuriickzufiihren. 'Hibil-Ziwa teilt dem Leben den Erfolg seines Schrittes mit und daf Hawwa sich nach dem Lichtorte, dem Sitze Manda dHaijé’s, sehne. Da die Planeten sie bedriicken, wendet sie sich an Manda dHaijé um Hilfe. Er kommt, um sie aus dem Korper zu holen. Raha sucht sie aut der Erde zuriickzuhalten. Da erscheint Hibil-Ziwa und holt sie aus dem Kérper. Wir haben hier einen Wechsel zwischen Hibil-Ziwa und Manda dHaije, wie sonst oft. Hibil ermahnt die Kinder Adams, wo ihre Hiiter von ihnen geschieden sind, selbst auf sich achtzugeben, und verheift auch ihnen die Erlésung. Er holt den kleinen Sitil in die Hthe. Das Stiick schlieft mit einer Mahnung Manda dHaijé’s gegen die Totenklage. Im Namen des grofen Lebens. Dies ist das Mysterium, das Buch, die Belehrungen, die Uberredung und die Aufklirung’), die Manda dHaije lehrte und den Minnern von er- probter Gerechtigkeit mitteilte. Als das Maf} Adams voll war und er seinen Kérper [20] verlie8, und sem Weib Hawwa sich der Klage, dem Jammern und dem Schmerze hin- gab, als sie sich dem lange, kostbare Tage hingab, kam Riha, setzte sich vor sie und sprach zu Hawwa: ,Warum erfassen dich die Schmerzen der Witwen?* Sie. bringt ihr die Totenklage*) um Adam mit (mannigfachen) Klageweisen*). Sie schliigt die Hinde gegeneinander, so daB sie eine Er- schiitterung in die Erde bringt, und spricht: ,Meine Gefihrtin! Wer hat dich verlassen, so da du ruhig dasitzest und nicht ziirnest?“ Alsdann be- gann Ruha und alle Liliths, die mit ihr waren, Klage zu erheben, und sie sprach zu Hawwa: ,,Wohlan, wir wollen uns eifrig der Klage widmen. Eine Kdle, die keine Klage um [ihren Gatten] erhebt, verachten ihre Genossinnen.“ Hawwa gehorchte der Ruha, und Hawwa nahm alles an, was Ruha ihr sagte. 1 NII sonst von }J2 = NII gebildet, gehdrt hier zu 2. *) Siehe Joh. I, p. 115'. *) Siehe Néld.,, p. 2661. Nicht etwa , mit Klageweibern“, siehe p. 441, 7. 20, 12—21, 21 Erstes Buch. Drittes Stiick. 439 Ich, Hibil-Ziwa, wuBte, daB Hawwa viele Siinden hatte. Sie stand:.da in Nachdenken und Wehleid, und ihr Herz war zwiespiltig. Sie stand in Verfehlung da und niherte sich Adam nicht’). Da rief, wappnete, beauftragte und sandte mich das Leben, mein Vater, und sprach zu mir: ,Du, Schdpfer der Stimme, der du die Stimme Adams - ausbreitest! Du fiihrtest Adam in das Hochzeitsgemach hinein, und du griindetest Hawwa ein Haus der Buhlerei. Gehe du, rede Hawwa zu und lafs ihr Herz auf seiner Stiitze ruhen. Sprich zu ihr: ,Der Seele, die von dir geschieden ist, leuchtet das Antlitz in Freude, sie findet reichlich Be- hagen und fiihrt die Seelen von dort zu sich empor. Fiir den Abgeschiedenen, der von dir geschieden ist, ist es eine Verhingung vor dem Schwerte?). Alle Menschen, [die] den Ruf des Lebens bezeugen und in der auBerweltlichen Rede sprechen, [21] scheiden ab laut der Verhingung vor dem Schwerte und gehen dahin auf dem Wege des Lebens und dem Pfade, auf dem die Manner, die Séhne des Heils, hinausgingen, die sich dann auf das Leben | und die Skinas der Wesen gewaltig an Herrlichkeit stiitzten und Rettung fanden. Auch du wirst, wenn du deine Augen von der Trine trocknest, deine Arme vom Haupte wegnimmst, Zorn und Wehleid aus deinem Sinne entfernest, Trauer und Klage aus deinem Herzen entfernest, ihm bald laut der Verhiingung vor dem Schwerte nachfolgen, auf dem Wege des Lebens dahingehen und auf dem Pfade der Minner, der Sdhne des Heils, hinaus- ziehen. “ Diese Worte richtete sein Vater an Hibil-Ziwa, dann ging dieser hin und kam vor Hawwa. Er legte um und glattete semen Turban"), setzte sich hin und sprach mit Hawwa in freundlicher Rede. Hawwa zeigte sich fremdartigen Sinnes und weinte vor ihm. Sie sprach zu ihm: ,,Hast*) du die Seele gesehen, die von mir geschieden ist?“ Darauf erwiderte er ihr: ,Die Seele, die von dir geschieden ist, ist in herrlicher Pracht aufgerichtet, ihr Antlitz leuchtet ihr in dem Behagen, das sie gefunden, sie ist in groBer Freude des Lichtes aufgerichtet.“ Ferner sprach er zu ihr: ,Du treibst die Torheiten der Planeten, widmest dich der Trauer und Klage, weinest, angstigst dich und betriibst dich und bringst dir Zorn und Wehleid in den Sinn «***«+*+**««°). Ihr entfremdeter Sinn wurde 1) Dessen Kérper noch dalag? 2) Der Tod ist tiber Adam verhingt, bevor das Zeitalter des Schwertes eintritt, siehe oben, p. 259, 19. 3) So wie die Worte dastehen, sc sie keinen Sinn. Ich vermute, dai FADNW AND) Anaw Ny> zu lesen sei. ) Lies NIM. 5) Die Rede Hibil-Ziwas ist Sr aiedi und in die Liicke sind Reste einer oder ver- schiedener Ansprachen Rihas und der Sieben an Hawwa und einer Erzihlung von Raha ein- gefiigt. Vielleicht gehéren die Worte NOM PIX ANINVYY) ,,und deine Augen preBten' sich mit einer Trane zusammen“ noch zur Rede Hibil-Ziwas. Die Worte ,,[sprach zu ihr} in freundlicher Rede und sprach zu ihr in hebraischer Rede“ beziehen sich auf Ruha, siehe’ weiterhin. Die Form >™Nnwy) statt SSpsanwy) stért nicht sehr. Im AON ist wieder von Hibil-Ziwa die Rede. 30 wt 15 20 2 ws 30 440 Linker Teil. 21, 21—22, 21 ihr zu den fremden’) Menschen zuriickgebracht. Er richtete ihr das Herz nach dem Hause des Lebens hin, nahm ihr Trauer und Klage vom Ge- sichte, nahm ihr die Trine aus den Augen und sprach zu Hawwa: ,,Siehe, du treibest ihre Torheiten, doch wird man dir deine Siinden erlassen. [22] Denn die Planeten haben dich verfiihrt. Jetzt sollen dir deine Augen leuchten, stehe in der Freude der herrlichen Pracht da, preise die Seele, die von dir geschieden ist, und sende zu ihr in Freude Gebet und Lobpreis.* Hawwa erhob sich dann, lie® von der Trauer, der Klage und dem Wehleid, von der grofen, schweren Klage, stand in Lobpreis*) da und sprach: ,Meine Sinden wird man mir erlassen, denn Ruha und die Planeten haben mich verleitet. Ich saB in Klage da, erhob groBe, schwere Klage.* Hawwa sprach dann zu Hibil-Ziwa: , Warum hast du mich nicht mitgenommen, sondern setztest dich zu mir? Meinen verbitterten Sinn hast du nicht be- ruhigt, nicht Trauer, Klage und Wehleid aus meinem Herzen *) entfernt. Du sprachst mit mir nicht in fremder Rede, unterhieltest dich nicht mit mir in angenehmer Unterhaltung und sprachest mit mir nicht mit angenehmer Stimme.“ Darauf erwiderte ich ihr: ,Dem Auserwihlten, der von dir geschieden ist, war ich ein Geleiter. Ich fiihrte ihn an den Wachthiausern vorbei, an der Erschiitterung und dem Zorn dieser Welt. Ich fiihrte ihn an Ptahil vorbei, der ihn geschaffen hatte. Ich zeigte ihm das Haus des Abathur, und Abathur reichte ihm die Hand. Ich brachte ihn zum Zweiten*), und dieser vermehrte seinen Glanz aus dem seinigen. Ich brachte ihn iiber die Wasser- biche und zeigte ihm die Glinzenden®), Wohlbewahrten in ihren Skinas. Ich lieSB ihn in den Gemichern der neuen Paliste wohnen, die nicht zer- fallen. Ich schuf ihm eine Ska des Glanzes, dann ging ich hin und kam zu dir.“ Da sprach sie zu ihm: ,. Warum war Anos nicht bei mir und schmiedete nicht mit mir geheime, aufriihrerische Anschlige°)?“ Darauf erwiderte er ihr: ,,Er he® sich nicht im Hause eines Gegners nieder, pafte nicht fiir das Haus eines Feindes.“ Da sprach sie zu ihm: , War ich seine Gegnerin, wenn Adam ihn hafite?“ — Nicht du warst seine Gegnerin“, sprach er zu ihr, 1) D. h. jenseits" befindlichen, siehe p. 52. *) Lies ROTMAW NA. 3) Lies and yO. Der Text hat ,,von meiner Pforte“. *) Siehe. p.. 78%. *) Wie es sonst éfter zweifelhaft ist, ob eine Form zu 7) ,,glanzen“ oder zu Wy wach sein gehért (siehe Néld., p. 62%), so bei diesem N™Y, ob es die Glinzenden“ oder »die Wachsamen“ bedeutet. Letzterer Sinn liegt R 341,19 vor (hier p. 355, 3), wahrscheinlich auch L 130, 9f. Bei der Bedeutung ,,wachsam“ kinnte NY mit den Pry Dan. 4, 10ff. zu- sammenhdngen, siehe auch oben, p. 180'. s~myy BCD ist erst fiir das seltene NMY eingesetzt. . *) Gegen Adam. Hier wird auf eine Feindschaft zwischen Anos und Adam angespielt ; vielleicht ist es der Vorgang, von dem p. 127 erzahlt wird. Dai aye WDD cohen Plane schmieden“, nicht etwa ,,niedertreten“ heift, ist sicher, siehe z. B. R 114,11; 258,22; 259, 14; L 24, 6, 8. en) at 22, 21—24, 3 Erstes Buch. Drittes Stiick. 4A1 yund nicht hafite ihn Adam. Die Sieben waren seine Gegner, und die Zwiélf und Ruha waren seine Verfolger’). Alle Planeten sannen in Zorn Boéses gegen ihn.“ Da erhob sich Rtha und die Planeten, sie drehte sich im Kreise, ging himaus und sprach zu ihnen: ,Hawwa zeigt sich untreu, sie ist durch die fremde Stimme zur Untreue verleitet. [23] Sie zeugt in der lieblichen Rede’), nimmt den Namen Adams nicht mit Klageweisen in den Mund und erhebt keine Klage und Trauer. Sie erblickte den fremden Mann und gewann ihn heb, wihrend sie unseren Namen nicht in den Mund nimmt. Was haben wir davon, dal wir bei ihr saBen und sie grofe, schwere Trauer und Klage erheben lieBen*), dafs Hawwa sich dann zu Lobpreis hinstellte, Trauer, Klage und Wehleid verlieS, daf sie sich hinstellte und durch den fremden Ruf aufleuchtete, in der lieblichen Rede sprach, angesichts des fremden Mannes aus dem Lichte aufleuchtete und zu ihm sprach: ,Erleuchte, erleuchte mich, mein Schépfer, du Mann, der du mich mehr als alle Uthras aufhelltest*), du Mann, der du mir die Arme vom Haupte wegnahmest, meine Augen von der Trine trocknetest, Trauer, Klage und Wehleid von mir entferntest, so- wie die Torheit und Lissigkeit, die die Planeten auf mich*) warfen‘. Sie neigte ihr Ohr nach der fremden Stimme hin und sprach in der lieblichen Rede.“ Da ging ich von Hawwa weg und begab mich zu meinem Vater. Ich erzihlte ihm, was die Planeten und was Raha an Hawwa, erwarten. *) NOW heift auch ,,Verfehlungen, Siinden begehen“. An dem einen Toren und Siinder werden im Allgemeinen die schlechten Gliubigen exemplifiziert. *) Lies PAAR). 25, 10—26, 11 Erstes Buch, Viertes Stiick. 443 weinen, und in ihren Augen pret sich eine Trine zusammen. Sie sprechen zu ihm: ,,Du steigest empor und gehest davon; was laBt du uns zuriick?“ Darauf erwidert er ihnen: ,Ich gehe hin, will eurer Mutter einen Platz anweisen, dann will ich aufbrechen und hierher kommen.“ Dann ging ich hin, wies Hawwa dort in ihrer Skina einen Platz an und sprach zum grofen Leben vom Stamme Adams. Da sprach das groBe Leben: ,,Du bist als Bote zu ihnen gesandt.“ Da kam ich, hierher in die Zeitalter und Welten gesandt. Ich erliste den kleinen Sitil und bewahrte ihn vor jeglichem Ding. Ich setzte ihm einen Kranz des Glanzes auf, erléste ihn aus der Welt und wies ihm einen Platz in seiner Skina an. Ich verlieh ihm reichen Glanz, erliste die Sdhne Adams und hob sie zum lichten Wohnsitz empor. Dieser lebende Stamm wurde gegriindet, und die Sieben, die sie verfolgten, «x#**x#«*. Dies ist die Uberredung und Aufklirung, die Manda dHaije lehrte und den Minnern von erprobter Gerechtigkeit, gebildet aus Fleisch und Blut, tibergab, die da sagen, dafi sie sich der Trauer und Klage der Planeten widmen wollen. Er sprach’): ,Einem jeden, der an dieser Uberredung fest- halt, wird eine Stitte in Freude errichtet werden, wie sie Adam errichtet wurde, [26] und sein Antlitz wird leuchten gleich Hawwa, dem Weibe Adams, deren Antlitz in den gewaltigen Eiern der Verborgenheit*) leuchtete.“ Dies ist die Uberredung, die Manda dHaije dem Adam und allen Stimmen Adams gewihrte. Er sprach: ,Ein jeder, von dem eine Seele scheidet*), gebe sich der Freude tiber sie hin. Er widme sich nicht grofer, schwerer Trauer und Klage iiber sie, sondern in wahrhafter Freude suche er, und er wird finden, gleich Adam, der im Hause des Lebens suchte und fand, sprach und erhért wurde.‘ Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich, und siegreich ist Manda dHaijé, sowie die seinen Namen lieben. Viertes Stiick. 5 Io 15 20 =5 Eine neue Schilderung der Wanderung der Seele durch die Wachthiuser, siehe p. 183. 30 Die Beherrscher der Wachthauser sind hier: Nbaz, Nbu, die sieben von Ptahil geschaffenen Gestalten, [Jorabba?], Christus, Ewath der heilige Geist, [Ptahil], Abathur. Im Namen des Lebens und im Namen des Manda dHaije, des erhabenen unter den Welten (Wesen). 1) Lies 4NON’. 2) Siehe oben, p. 151%, 2367. 3) Lies Py). 2 3 3 wt ° fe) utr te) ut 444 Linker Teil. 26, 11—27, 20 Dies ist der Glanz und das Licht des Lebens. Als der Geist und die Seele aus dem Kérper, aus dem Rock von Blut und Fleisch, aus dem siedenden Kessel, aus den geheizten Ofen, aus den Grilben ans: / und Gruben schied, da ging diese Seele hin und stief auf ein Wachthaus, in dem Geriit, FuBblock, Pein und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die schuldigen Seelen richtet. Mit einer FeuergeiSel peitscht man die [Zauberer und]*) Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Ofen. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofien, hehren Leben und spricht: ,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die Kusta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum Lichtort empor, warum rufest du nach dem grofen, hehren Leben? Gib deinen Namen und dein Zeichen her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus dem grofen, hehren Krater’), [27] aus dem grofen Jordan der Heilungen und aus den gewaltigen Quellen des Lichtes geholt hast.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, éffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen, ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was sie sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus dem grofien, hehren Krater, aus dem grofen Jordan der Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,Gehe, Seele, laufe und gelange hin, entrinne, steig empor, fiihre deine Rechtssache und siege ob, sprich und werde erhért, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ Darauf erwidert sie ihnen: ,,Wer soll euer vor dem grofen Leben ge- denken? Ihr seid Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gotter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: ,Wessen Wacht- haus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern mir die Uthras, meine Briider: Dieses Wachthaus ist das des Nbaz, der Kraft des Himmels, des grofien Ambosses der Erde. Am Tore der Welten ist ihm ein Thron hingestellt, und seine Schleppe [zieht sich] iiber alle Meere hin. Sein Kopf ist ihm auf die ...... ‘) geschlagen, und seine FiiRe ruhen auf den unteren Abaddons der Finsternis.“ Ferner sprachen sie: ,In diesem Wacht- hause sind die Pfaffen, Priester und Orakelmanner festgebunden, die Kichern, *) Schwerlich ,,Nagel‘, Nold., p. 612. *) Nach den folgenden Stiicken. %) Siehe p. 1833. *) Die Bedeutung von 13)25%N hier ist unsicher, DaB es wie anderwirts fir 7255 Hier“ stehe, siehe p. 2367, ist unwahrscheinlich, 27, 20—29, 5 Erstes Buch. Viertes Stiick. 4A Sep und ......’) hinwarfen, die Abgesonderten?) und Hervorragenden, die sich voneinander absondern, die Manner, die ihre Gattinnen, und die Frauen, die ihre Gatten verlassen, die die Grenzen verschieben und die Grenzsteine verrticken. Sie fesselt man in diesem Wachthause und _ briiht sie®) mit Schwert, Brand [28] und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur s Stunde, den Stunden der Erlisung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, da®B nun Angst, Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele ging dann hin und stiefi auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerit, FuBblock, Pein, Bedriickung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer FeuergeiBel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Kessel. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht: ,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die KuSta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem grofen, hehren Leben? Gib deinen Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schatzen des Glanzes, aus dem grofien, hehren Krater, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hast.‘ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was diese Seele sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus dem grofen, hehren Krater, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,O Seele, laufe und gelange hin, entrinne, steig empor, fiihre deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ Darauf erwidert sie ihnen: ,Wer soll euer vor dem grofen, hehren Leben gedenken? Ihr seid [29] Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gétter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: , Wessen Wacht- haus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Auf meine Frage erwidern 1) NOI und NON IND bezeichnen wohl auch Vegetabilia, sind aber unbekannt. Das Hinwerfen geschah wohl zu magischem Zwecke. 2) NYMNWID, siehe p. 2771, 280°. 5) Lies poporw) trotz ,,Schwert“. Ich habe auch an PJD gedacht, aber dieses findet sich im Sinne ,,peinigen“ nur im Paél. ° i) ur 55 3 3 4 ut ° wn [e) wi fe) 5 ° AAG Linker Teil. 29, 5—30, 14 sie mir: ,Dieses Wachthaus ist das des weisen Schriftkundigen Nbu ya VOL dem diese seine Bticher hingelegt sind und dessen Gedenkbuch auf seinen Hinden liegt”). An der Spitze seines Buches ist Wehe fiir ihn hingeworfen, am Ende seines Buches ruft er Wehe, Wehe!“ Ferner sprachen sie zu mir: ,{n diesem Wachthause befinden sich die hervorragenden und abgesonderten Schriftgelehrten, die mit ihren Augen sehen, mit ihren Ohren héren, mit ihrem Munde rufen, in ihrem Herzen wissen und doch nichts Gutes tun. Sie fesselt man in diesem Wachthause und briiht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daf nun Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele ging dann hin und stieS auf ein Wachthaus, in dem Gerat, Fufblock, Pein, Bedriickung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer Feuergeifel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Ofen. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht: ,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die Ku&ta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meimer Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem grofen, hehren Leben? [80] Gib deinen Namen und dein Zeichen her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes und aus dem groffen, hehren Krater geholt hast.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was sonst an ihr ist, die sie aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,O Seele, laufe und gelange hin, entrinne, steig empor, fihre deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ . Darauf erwidere ich ihnen: ,Wer soll euer vor dem grofen, hehren Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gétter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, die Sdhne des Lichtes, steigen vor mir auf. Ich spreche zu den Uthras, meinen Briidern: , Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern sie mir: ,,Dieses Wachthaus ist das der sieben Gestalten, die Ptahil hervor- 1) Siehe p. 205 unt. *) Siehe p. 206, 15. 30, 14—31, 23 Erstes Buch. Viertes Stiick. 447 gerufen hat. Sie sind mit Rosen bekleidet, mit Rosen bedeckt. Ein Kranz der Unzucht und Hurerei ist ihnen aufs Haupt gelegt. Unzucht und Schande ist ihnen in den Busen gelegt. Ihre Brust ist ihnen zur Schande entblost, ihre Seite ihnen zu Verfehlungen aufgeschlitzt. Streit ist fir sie hin- geworfen, Hader fiir sie breitgetreten, und ihr Haupt ist ihnen verhiillt.“ Ich frage ferner und spreche: ,Wer ist in diesem Wachthause, das Ptahil hervorgerufen, gefesselt?“ Darauf erwidern mir die Uthras, meine Briider: ,,In diesem Wachthause sind diejenigen gefesselt, die zum Hause des Tammiz gehen, dort 28 Tage sitzen, Schafe schlachten, Becken mischen, Kuchen hinwerfen und trauernd im Hause der Dilbat‘) dasitzen. Die Wahr- sager und Wahrsagerinnen, die Zauberer und Hexen, die Buhler und Buhle- rinnen, die Diebe und Diebinnen, diejenigen, die an den Pforten ihrer Genossinnen stehen und nach den Worten lauschen, die Pforten éffnen, [31] die ihre Hinde nicht geschlossen, die erbrechen, was ihre Hinde nicht versiegelt, die Fesseln lésen, die ihre Hinde nicht geschlossen, die etwas nehmen, was ihre Hinde nicht hingelegt, die ihre Milch verkaufen, ihre eigenen Kinder téten und die Kinder ihrer Genossinnen nihren, indem sie um Bissen und Becher betteln, die ihre eigenen Kinder téten und die Kinder ihrer Genossinnen nihren, sie fesselt man in diesem Wachthause und briiht sie mit Schwert, Brand und Feuer, bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dai nun Angst, Furcht und Schrecken vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele ging dann hin und stief auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerat, Fuf- block, Pein, Bedriickung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit einer Feuergeifel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Kessel. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht: , Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die Kusta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem groBen, hehren Leben? Gib deinen Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was sonst an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitz endes Glanzes, aus dem grofen, hehren Krater, aus dem grofen Jordan der Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hast.“ , Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft und zeigt an ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und 1) Oder Dlibat. Lies mND5 siehe p. 176, 16ff. _— ce) ol 5 20 85 wt 2 wn 30 35 40 448 Linker Tefl. 31, 23—33, 14 was sonst an ihr ist, die sie aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen [32] des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,Laufe, Seele, entrinne, gelange hin und steig empor, fiihre deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem groBen, hehren Leben.“ Darauf erwidere ich ihnen: ,Wer soll euer vor dem grofen, hehren Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gotter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken.“ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, die Sdhne des Lichtes, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: ,Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?* Darauf erwidern sie mir: ,In diesem Wachthause weilen die Groen, die mit grofen Scheffeln nehmen und mit kleinen Scheffeln geben, die Zins und Zinses- zing nehmen. Sie fesselt man in diesem Wachthause und briiht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dafs nun Angst, Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele ging dann hin und stief auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerit, Fuf- block, Pein und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit Feuergeifeln peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Kessel. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht (zu ihm): ,,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die Kusta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Al- mosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem gewaltigen, hehren Leben? Gib [33] deinen Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was sonst an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes, aus dem groBen, hehren Krater, aus dem grofen Jordan der Heilungen und vom grofen, hehren Leben geholt hast.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was diese Seele sonst aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,,Laufe, Seele, und entrinne, fiihre deine Rechtssache und siege ob, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ Darauf erwidere ich ihnen: ,Wer soll euer vor dem grofen, hehren Leben gedenken? Ihr seid Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gétter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken. “ oo, 14—34, 23 Erstes Buch. Viertes Sttick. AAY Ich steige empor, und die Uthras, die Sthne des Lichtes, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: » Wessen Wachthaus ist dieses, wer bewacht es, und wer ist darin gefesselt 2“ Auf meine Frage erwidern sie mir: ,Dieses Wachthaus ist das des Zauberers Christus, des Sohnes des Geistes der Liige, der sich als Gott der Nasoriéer aufgeworfen hat’).“ Ferner sprechen sie zu mir: ,In diesem Wachthause sind gefesselt die ,,heiligen“°*) Manner und Frauen, die jungfriulichen Manner und Frauen, die ehelosen Manner und Frauen, die Manner, die nach keinen Frauen, und die Frauen, die nach keinen Minnern begehren, die die Kinder téten, damit sie keine haben, die die Kinder in ihrem Leibe vernichten’), die ihren lebenden Samen abschneiden, der ihnen aus dem Hause des Lebens gekommen ist. Sie fesselt man in diesem Wachthause und briiht sie [84] mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.‘ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daB nun Angst, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Ich ging hin und stieB auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerat, FuBblock, Pein, Bedriickung, Fesselung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit FeuergeifSeln peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Ofen. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht: ,,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die Kuta, die in meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,O Seele! Du steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem grofien, hehren Leben? Gib deinen Namen und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schiitzen des Glanzes, aus dem grofen Jordan der Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hast.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was sonst an ihr ist, die sie aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus dem grofen Jordan der Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofien, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,O Seele, laufe und gelange hin, entrinne und steig empor, fiihre deine Rechtssache und siege ob, sprich und werde erhirt, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ 1) Siehe p. 25, 27. 2) Siehe p. 136°. 8) Ich lese PTINID) mit BD statt PND) AC. Lidzbarski, Ginza. 29 wt cal ce) Nv fe} 40 wat Ny ut Oo wn 40 450 Linker Teil. 34, 24—36, 10 Darauf erwidere ich ihnen: ,Wer soll euer vor dem grofen, hehren Leben gedenken? [35] Ihr seid Recken, wir sind Schwachlinge, ibr seid Giétter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken. “ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, die Sdhne des Lichtes, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: ,,Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?* Darauf erwidern die Uthras: ,,Dieses Wachthaus ist das der Ewath, des heiligen Geistes.“ Ferner sprechen sie zu mir: ,In diesem Wachthause sind gefesselt die Faster und Fasterinnen, die ein Fasten des Frevels fasten und ein Gebet der Liige beten, die nach Brot hungern und nicht essen, nach Wasser diirsten und nicht trinken, in Trauer und Jammer dasitzen, ihren Kopf gerade strecken’) und keinen GruB entbieten. Sie fesselt man in diesem Wachthause und briiht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, daf} nun Angst, Furcht, Schrecken und Beben vor mir nicht mehr da seien. Diese Seele ging dann hin und stiefi auf ein anderes Wachthaus, in dem Gerat, FuBblock, Pein, Bedriickung und Qual zusammengehalten sind, wo man mit rechtlosem Rechte die Seelen der schlechten Menschen richtet. Mit eimer FeuergeiBel peitscht man die Zauberer und Hexen, wie Wiirmer wirft man sie in die Offnung der Ofen. Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, zittert und bebet sie, und ihre ganze Gestalt zittert ihr in ihrem Gewande. Sie ruft nach dem grofen, hehren Leben und spricht: ,Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist die KuSsta, die im meinem Herzen Platz genommen, wo ist das Almosen, das ich in meiner Tasche trug?“ Darauf erwidert man ihr: ,Du Seele steigst zum grofen Lichtort empor, warum rufest du nach dem grofen, hehren Leben? Gib deinen Namen [36] und dein Zeichen, deinen Segen und deine Taufe her und was sonst an dir ist, die du aus den Wogen des Wassers, aus den Schiitzen des Glanzes, aus dem grofien, hehren Krater, aus dem grofen Jordan der Heilungen, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hast.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, dffnet sie (den Mund), ruft, zeigt an und gibt her ihren Namen und ihr Zeichen, ihren Segen und ihre Taufe und was sonst an ihr ist, die diese Seele aus den Wogen des Wassers, aus den Schitzen des Glanzes, aus den gewaltigen Quellen des Lichtes und vom grofen, hehren Leben geholt hat. Da fielen die Verfluchten auf ihr Antlitz und sprachen zu ihr: ,Du Seele, laufe und gelange hin, entrinne *) Die den Kopf steif halten, ohne ihn zum Grufe zu neigen. Immerhin unsicher. 73) findet sich gerade in diesem Stiicke im Sinne von ,,foltern, peinigen“, doch scheint mir dies weniger zu passen. 36, 1O—37, 19 Erstes Buch. Viertes Stiick. 451 und steig empor, fiihre deine Rechtssache und siege ob, sprich und werde erhdrt, gedenke unser vor dem grofen, hehren Leben.“ Darauf erwidere ich ihnen: ,Wer soll ever vor dem grofen, hehren Leben gedenken? Thr seid Recken, wir sind Schwichlinge, ihr seid Gutter, wir sind Menschen, eure eigenen Taten und Werke werden euer gedenken. “ Ich steige empor, und die Uthras, meine Briider, die Séhne des Lichtes, steigen vor mir auf. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: ,,Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern mir die Uthras, meine Briider: ,In diesem Wachthause sind die Bésen gefesselt, die Ptahil hervorgerufen. Darin sind die groBen Macht- haber’) und Herrscher gefesselt, die auf den Thronen der Auflehnung sitzen, ihre Handlungen mit der Geifel ausiiben und Blut in der Tibil vergieBen. Den Schuldigen sprechen sie frei und den Unschuldigen verurteilen sie. Sie nehmen Bestechung an und empfangen Geschenke. Sie verdrehen das Recht, beugen das Recht. Sie gehen hinaus auf die StraBen der Tibil und sagen, was sie nicht sehen, erziihlen, was sie nicht héren, schwoéren Schwiire [37] der Liige und zeugen ein Zeugnis des Frevels. Sie fesselt man in diesem Wacht- hause und briiht sie mit Schwert, Brand und Feuer bis zum Tage, dem Gerichtstage, bis zur Stunde, den Stunden der Erlésung.“ Ich ging an jenem Wachthause vorbei, da sagte ich mir, dai nun Angst, 2 Fureht und Schrecken vor mir nicht mehr da sein werden. Ich ging hin und gelangte zum Wachthause des alten, hohen, verborgenen und verwahrten Abathur. Ich frage die Uthras, meine Briider, und spreche zu ihnen: ,, Wessen Wachthaus ist dieses, und wer ist darin gefesselt?“ Darauf erwidern mir die Uthras, meine Briider: ,,Dies ist das Wachthaus des alten, hohen, ver- borgenen und verwahrten Abathur. Vor ihm ist die Wage aufgerichtet. Er wigt Werke und Lohn. Er wiagt und vereinigt den Geist mit der Seele. Wer sich beim Wagen als vollwichtig erweist, den hebt man empor und gewihrt ihm eine Stiitze im Leben. Wer sich beim Wiagen als nicht voll- wichtig erweist, dem erledigt man schon dort den Rechtsstreit.“ Ich frage und spreche: ,,Wer alles ist in diesem Wachthause des Abathur gefesselt?“ Darauf erwidern sie mir: ,Darin sind die Nasorier gefesselt, die keine Nasoraéer waren, die den Vorabend des Tages*) nicht kannten und am Sonntag nicht in den Tempel gingen, die ihr Haupt nicht neigten, nicht lehrten*) und keinen Dienst verrichteten*), die den Armen kein Almosen gaben und ihre Pforte den Armen nicht 6ffneten, die sich einen unrechten Namen beilegten, indem sie sich Nasordéer nannten.“ Wie diese Seele an ihrer Stelle steht, schaute sie hin und erblickte den Ajar-Gufna (Ather-Weinstock), den Sohn des Piriawis-Gufna, dessen ‘) Siehe p. 136°. 2) Siehe p. 283, 17. 3) Da syopN> sowohl NID ND wie INDON nd sein kann, ist es zweifelhaft, ob es nicht lernten‘ oder ,nicht lehrten“ bedeutet. 4) Nicht gerade Gottesdienst, sondern allgemein Betatigung im Dienste des Glaubens. BOs wn ~ (eo) iS} wal ies) ‘Sat as 452 Linker Teil. 37, 1988, 4 Fersen Wasser, dessen Wurzel der Stamm der Seelen, dessen Zweige Uthras, dessen Blitter Leuchten des Lichtes sind’). Ein Blatt nahm diese Seele von ihm und legte es sich auf die Augen. ‘Da wurde ihr die Blendung von den Augen genommen, und sie schaute den duferen Ather und den lichten Wohnsitz. Man hob fiir diese Seele die Kleiderfalte des Lebéns hoch und fiihrte sie ein, man stiitzte sie auf das Abbild des Lebens’). Das Leben stiitzte das Leben, [38] das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, und meine Seele fand, was sie erhoffte. Leben unseren Wissenden, Leben unseren Verstehenden, Leben den Mannern, die uns unterweisen. Das Leben steht fest in seiner Skina, das Leben ist siegreich tiber alle Werke’). 1) Siehe Lit., p. 72 unt. *) Siehe auch Lit., p. 84,4f, wo die Worte unrichtig wiedergegeben sind. NDIND heift neben ,,Arm, Seite, Schofi“ auch ,,Kleiderfalte, Tasche‘‘, und dieser Sinn liegt hier vor, siehe auch Text 131,16. Es ist unsicher, was mit dem Abbild des Lebens‘“ hier gemeint ist. ®) Cod. Leid. hat hier noch: snxnu NUTT NTN INON) WMDNT TPO IT pn NOCD PIT YINDDT To mind NDNT 2) O NUNTINDND. ,,Dieses ist das Buch, das Manda dHaijé den Seelen und den Wachthiuslern lehrte und yortrug; von hier nach unten hin sind die Biicher tiber die Manas.“ Zweites Buch. Das zweite Buch besteht aus 28 Stiicken mit einheitlichem Kingange, in dem die Seele sich als Mana des Lebens einfiihrt. Die meisten Stiicke stehen sich auch inhaltlich nahe. Der Mana klagt dariiber, dafi man ihn aus seiner Urheimat entfernt und auf die ver- gangliche Erde unter die Bésen in den Kérper geworfen habe. Auf seinen Ruf kommt ein Helfer, gewohnlich allein, doch auch mit anderen Beschiitzern, so in Sttick 8, siehe auch Sttick 27. Der Helfer klart ihn auf und tréstet ihn, er ermahnt ihn auszuharren und ver- spricht ihm den Lohn hierfiir und Erlésung aus dieser Welt. Der Helfer wird in diesen Stiicken gewodhnlich NOXN}5 genannt, das auch Schépfer bedeuten kann. Daf es ersteren Sinn hat, zeigt, dafi daneben N7NTIN gebraucht wird. Hinige Stiicke weichen von der Hauptform ab, und auch sonst zeigen sich Widerspriiche. Die Sammlung riihrt nicht von demselben Verfasser her, und einige Stiicke haben wohl erst vom Kompilator die tibereinstimmende Einfiihrung erhalten. Das Stiick oben, p. 327ff. hat ja auch bei verwandtem Inhalt eine andere Hinfiihrung. In Stiick 1 wird der NPIXND von Manda dHaije gesandt. In Stiick 10 wird erst der Urvater genannt, an den der Mana sich wendet. Er ist anscheinend nicht das Leben, siehe p. 470,17f. Der Vater schickt dann einen Helfer zu ihm. In Stiick 15 wird der Mana erst von den Grofen aufgefordert, in den Rumpf einzutreten und sich unter die Planeten zu begeben. Er tut es, die Planeten bemiihen sich, ihn in ihre Netze zu ziehen, doch er vereitelt ihre Versuche. Der Mana ruft dann nach seinem Helfer und bittet ihn, ihn wieder in die Héhe zu bringen. In Ubereinstimmung mit dem Leben tut es der Helfer. Auch in Stiick 16, 19 wird der Mana erst aufgefordert, in den Kérper einzutreten. In Stiick 14, 19, 21, 24, 25 wird der Mana Adam genannt, in Stiick 18 ,der verborgene Adam“ im Gegensatz zum kérperlichen Rumpfe, wiihrend in Stiick 8 gerade dieser Adam genannt wird. Die Sammlung ist im ganzen ein Trostbuch, zum Lesen fiir diejenigen, die der Schrift kundig sind, zum Vortrage vor denen, die sie nicht kennen. Die Zahl 28 brachte REITZENSTEIN mit den Mondstationen zusammen. Durch die Zahl der Mondstationen wurde die Zahl 28 populiir, und es mag sein, da®{ der Kompilator sie absichtlich gewahlt hat, aber an die Mond- stationen selber hat er schwerlich gedacht. Im Namen des grofen Lebens werde die Gemeinschaft und die Selig- keit des Lebens, sowie ein Siindenerlasser zuteil meiner, des NN Seele, der 30 Seele meiner Gattin NN, (den Seelen) meiner Kinder NN, NN, meines Vaters NN, meiner Mutter NN, sowie den Seelen unserer Vater, unserer ce 2) Ife) 15 20 25 ABA Linker Teil. 38, 12—39, 6 Meister, unserer Briider und unserer Schwestern, die aus ihrem Kdorper geschieden sind und die noch in ihrem Kérper weilen. 20 30 "35 O sanfter Mana, o geordneter, wohlgeordneter Mana, o sanfter Mana, mégen mit dir Helfer kommen, bis da die Wage waget Werke und Lohn. Erstes Sttick. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer hat mich in der Tibil wohnen lassen? In der Tibil hat wer mich wohnen lassen, wer mich in den k6rperlichen Rumpf geworfen? Wer hat in den kérperlichen Rumpf mich geworfen, der ohne Hande und Fiife ist? Er hat weder Hinde noch Fiibe und weifi nicht, wie er gehen soll, Er liegt da und kriecht und ist ohne Kraft. Warum riefen sie mich [39] von meinem Orte weg, brachten mich hin und warfen mich in den Rumpf? Meine Fiife sind FiiBe des Glanzes, nun miissen sie dem Rumpfe zum Gehen dienen. Mein Mund ist ein reiner Mund, nun wurde er ein Mund fiir den Rumpf. Meine Augen, die vom Lichtort her aufgetan wurden, gehéren nun dem Rumpfe. Mein Herz, das sich nach dem Leben sehnet, kam hin und wurde dem Rumpfe zuteil. Meinen Sinn, in dem das Leben wohnet, haben sie hier in (kérperliche) Hiillen gegossen. Meine Fiife haben auserwihlte Pflanzer gepflanzet, nun stehen sie auf dem Pfade des Rumpfes. 39, 7—24 Zweites Buch. Erstes Stiick. Der Pfad des Rumpfes ist es, nicht lassen mich die Sieben auf meinem’) Pfade. Wie mu ich gehorchen, wie dulden, wie mu ich meinen Sinn beruhigen! Wie muf ich von den sieben und zwilf Mysterien hiren, wie mu8 ich stéhnen’)! Wie mufi die Rede meines milden Vaters unter den finsteren Wesen weilen! Als der Mana dies sagte, stieg sein Ruf zum Lichtort empor. Manda dHaije horte meinen Ruf und sandte seinen Boten zu mir: ,Geh, mein reiner Bote, zeige dich dem Mana, da er leuchte. Wenn du dich nicht dem Mana zeigest, verachten ihn die Verginglichen.“ In verborgenem Glanze stand da der Bote, der zu ihm kam. Er stand in Glanz da 455 und zeigte sich dem Mana, dem Sohne des gewaltigen (Lebens). Er schrie und liefi ihn seine Stimme vernehmen und richtete ihm sein Herz auf seiner Stiitze auf: »Leuchte und erleuchte, Mana! Ich bin zu dir gekommen und werde dich nicht verlassen. Wenn man dich rufet, steig zum Lichtort empor. Mich haben sie geschaffen und zu dir gesandt. Auf, verlasse, Mana, den Rumpf, in den du hineingeworfen bist, den Rumpf, in dem du grof wurdest, der ohne Hinde und Fiife ist. — Auf, steig zu deiner Urheimat empor, zu deinem guten Sitze der Uthras. Wohne unter den Uthras, deinen Briidern, sitze da, wie du gewohnt bist. Suche deinen Heimatsort auf und verfluche die Welt der Téuschung, in der du weiltest’). Dein Glanz verbleibe an dir, sei aufgerichtet in deinem verborgenen Lichte. 1) Lies OW. 2) Lies ONMDY. 3) Siehe Lit., p. 160. fo) 25 30 35 40 Io 20 25 30 456 Linker Teil. 40, 1—18 [40] Dein Glanz komme vor dir her, und dein Licht sei hinter dir gefestigt. Dein Thron sei aufgerichtet, wie er aufgerichtet war, und die Sieben werden ohne Wohl sein.“ — Und das Leben ist siegreich. Zweites Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofien Lebens. Wer hat mich in Geheimnisse und Winke pemorien? In Geheimnisse und Winke hat wer mich geworfen, wer mich in Mangel und Fehl gegossen’*)? In Mangelhaftigkeit und Fehlerhaftigkeit hat wer mich gegossen, wer das, Bild-der@ eee. *) mir gezeigt? Wer hat mich auf der Erde der Zerstérung wohnen lassen °), auf der alle Berge bald zerstért werden? Alle hochstehenden Recken, die auf ihr sind, werden vernichtet werden, ihre Kraft unter ihnen abgeschnitten werden. Wie der Mana dasteht und nachdenkt, kommt der Mann, sein Helfer. Sein groBer Helfer kommt, der ihn versorgt, der ihn wohl versorgt hat: »Nach dem Hause, in dem du wohnest, warum fragest du? ‘Du wubtest nicht, Mana, dai es so geschieht, wie du sagtest*)? Wir fiigen uns’) im Verborgenen, dafi du sie rasch verlassest. Rasch wirst du sie verlassen und zu uns emporsteigen. 1) We ,gieben* wird durch Text 39,5 gestiitzt. Besser wiirde freilich JNIW hat mich gestiirzt“ passen, vgl. das vorhergehendé WND7 und D. *) Wiederum ist der Sinn von NX>) dunkel, siche p. 259". ,Matte“ oder ,,Feier® pabt auch hier nicht. 5) Hier ist wohl JNMWS zu lesen nach IWR Leid. *) Doch wohl als Frage aufzufassen. >) Higentlich ,,wir unterwerfen uns“, doch hat urspriinglich vyielleicht ein anderes Wort dagestanden. 40, 18—41, 10 Zweites Buch. Drittes Stiick. 457 Zu uns sollst du emporsteigen und in unserer Skina weilen.“ Als der Helfer so zum Mana sprach, schlo®8 er ab und beruhigte sich. Der Mana schlo6 ab und beruhigte sich und fragte nicht mehr nach den Verginglichen. Nicht fragte er mehr nach den Verginglichen, die das hinfillige Haus gebaut haben. Er geduldete sich eine kurze Weile und wohnte darin’), doch bald flog er empor und gelangte an seinen Ort. 10 Bald gelangte er an seinen Ort, die Statte, aus der er geschaffen worden war, die Stétte, aus der er geschaffen worden war und in der seme Gestalt aufgeleuchtet war. Der Mana freut sich in semem Herzen 15 [41] und klart sich in seinem Rumpfe auf: . Wie wundersam ist, was du mir sagtest, Vater’), wie wundersam, was das grofie (Leben) mir aufgegeben. Gehet, gehet, ihr Planeten, gehet, werdet ein Anteil eurer Hiuser. ne Gehet, werdet ein Anteil eurer Hiuser, und eure Hauser mégen ein Anteil von euch werden. Ich und die Wurzel*) meines Vaters steigen empor, das Haus wird um euch verlassen.“ — Und gepriesen sei das Leben. 25 vr Drittes Sttick. Ein Mana bin ich des grofien Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer hat mich in das Leid der Welt*) geworfen? 30 In das Leid der Welt‘) hat wer mich geworfen, wer mich in die bise Finsternis versetzt? 1) In diesem Buche stehen haufig Sy5pD und NG zusammen. Die urspringliche Ver- bindung ist y7) 550 ,ertragen und dulden“, und so steht sie auch L 79, 20 (Lit., p. 158, 1), aber daraus wurde miBverstandlich 77) 52D ,,ertragen und wohnen (in ....)‘ gemacht. 2) BCD (auch Leid.) peoreens. danach ,,was mein Vater mir sagte“. 3) Leid. hat RWW. Leid. hat ~p5x ,,der Welten“. 20 30 35 40 458 Linker Teil. 41, 10—42, 7 Wer versetzte mich in die bése Finsternis, wer zeigte mir das lodernde Feuer? Wer zeigte mir das Feuer, und wer warf mich in das triibe Wasser, aus dem die Verderber gebildet werden. Daraus werden die Verderber gebildet, und daher werden sie triibe. Vielleicht werde ich zuriickgehalten und triibt sich meine Gestalt gleich ihrer Gestalt. Vielleicht triibt sich meine Gestalt und verliert sich meine Rede weg von meinen Eltern. Wie der Mana dasteht und sich aufzuklaren sucht, kommt der Mann, sein Helfer. ,Nicht bist du ein Anteil des Leids, daB du dartiber griibelst, nicht bist du ein Anteil der Finsternis, die dir em Ende mache. Nicht bist du ein Anteil des Feuers, da du das lodernde Feuer schauest. Nicht bist du ein Anteil der Triibung, daBi deine Gestalt gleich ihnen triibe werde. Du bist em Anteil der Helligkeit, die ohne Triibung ist. Du bist ein Anteil der Lichterde, an der keine Finsternis ist, die dir em Ende mache. Du wirst gewinnen, Mana, und deine eigene Gestalt wird dich erleuchten. Dein Sinn wird dich fest sttitzen, und dein Herz wird dir ein Helfer und Baumeister sein, Halte aus in der Welt und wohne in ihr, bis wir nach dir verlangen- [42] Wenn wir nach dir verlangen, werden wir uns hierher begeben und zu dir kommen. Wir werden uns hierher begeben und zu dir kommen, dann werden wir dich herausholen*) und zu deinem Schatzhaus tO ees emporheben.“ Wie sein Vater den Mana stiitzte, et sprach er und sang wundersame Hymnen. Er sprach und sang wundersame Hymnen und suchte sich in seinem Sinne tiber die vergiinglichen Dinge , Warum trage ich nicht vor, [aufzuhellen. wo die Kraft meines Vaters mich in hohem Mage stiitzte? Gar lange hielt ich es aus und wohnte in der Welt, gar lange wohnte ich unter den Werken meiner Hinde. 1) Leid. hat PDN). 42, 7—43, | Zweites Buch. Viertes Stiick. 459 Gar lange wohnte ich in ihr, bis meine Zahl voll wurde. Wo meine Zahl voll ist, gedachte mein Sinn meines Heimatshauses. Ich dachte an das erste Tanna , aus dem alle Uthras geschaffen wurden. Mein grofer Helfer kam zu mir, der Mann, der mich in hohem MafBe stiitzte, der Mann, dessen Kraft mit mir weilte und [mein Herz?] in der Welt beruhigte. 10 Er faBte mich mit seiner Rechten, hob mich zu meinem Schatzhaus empor und verbarg mich da. Als ich mein Schatzhaus erblickte, vergaf} ich die nichtigen Wohnungen. Ich sprach mit der Rede [der Uthras?]*) und leuchtete auf, 15 und meine Stirnlocken wurden mir durch seinen Segen auf dem : [Haupte gedreht.“ — Gesegnet sei das grofe Leben, das Leben ist siegreich. Viertes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, 20 ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer holte mich aus meinem Schatzhaus heraus? Aus meinem Schatzhaus holte wer mich heraus, wer warf mich in das Haus des Vierten’)? 25 Wer warf mich in des Vierten Haus, dafi die Bésen auf mich ziirnen? Die Bésen ziirnen auf mich und sinnen tiglich auf Biéses gegen mich. Sie sinnen gegen mich in (bésem) Sinnen 30 und sprechen: , Wir wollen ihn bei uns abschneiden, wir wollen ihn bei uns zuriick- und von seinem Herkunftsorte absperren. {lassen Wir wollen ihn absperren [43] von seinem Herkunftsorte, und er werde ein Anteil von uns.“ 35 1) Siehe oben, p. 151°. : 2) Hinter NOW ist ein Wort ausgefallen; vielleicht ist N™MY7 zu erginzen, ygl. Text 43, 7f. ’) D. h. Ptahils. 15 20 25 460 Linker Teil. 43,1—17 Der Mana sinnt nach und spricht: ,Vielleicht schneiden sie mich vom Herkunftsorte meines Vaters Wie der Mana dasteht und nachdenkt, [ab. “ kommt der Mann, sein Helfer. Sein groBer Helfer kommt, der ihn hierher gebracht hat: Mana! Griible nicht und verzehre dich nicht und betriibe dich nicht um die Verginglichen. Die schandbaren Verginglichen vermégen nicht dich abzuschneiden und bei sich zuriickzulassen. Nicht vermégen sie dich bei sich zuriickzulassen und dich vom Herkunftsorte deines Vaters abzusperren. — Die Kraft deines Vaters ist mit dir, und die Rede der Uthras ruht auf dir.“ Als der Mana dies horte, griibelte er nicht mehr in Bésem und machte die Plaine der Verginglichen zu nichte. Er rief*) mit lauter Stimme und bezeugte den lichten Sprof. Er rief’) mit hehrem, auSerweltlichem Lobpreis, da kam zu ihm der groBe Helfer. [Der grofe Helfer kam zu ihm] und holte ihn aus der Welt: »oteh auf, Mana, komm mit muir, geh mit mir an deinen Ort. Ziehe dein verborgenes Gewand an, dem Verderben*) und Zorn nicht anhaften. Verderben und Zorn haften ihm nicht an; die Uthras ziehen es an und prangen.“ Den Schatz, den er ihm verlieh, nahm das Leben an =) der Bote, der zu ihm kam, war siegreich. Das Leben richtete den Mana auf, und die Boten stellten ihn an seinem Platze auf. — Und das Leben ist siegreich. *) Lies FAN. *) Dieser Sinn paSt hier besser als .,Vergehen, Fra“, siehe p. 9, 4. 8) Nicht ganz sicher. 43, 1S—44, 9 Zweites Buch. Fiinftes Stiick. 461 Fiinftes Stiick. Ein Mana bin ich des groSen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofBen Lebens, ein Sohn reichen Glanzes, ein Sohn lichter Herrlichkeit. Warum entbléiten sie mich meines Glanzes, brachten mich hin und warfen mich in das korperliche Gewand? In das kérperliche Gewand warfen sie mich, das er’) angezogen und abgelegt hat. Weh und leid ist mir im kérperlichen Gewande, in das sie mich gebracht und geworfen haben. Wie oft muB ich es ablegen, wie oft anziehen, soll immer wieder meinen Streit schlichten und das Leben in seiner Skina nicht schauen. Wie der Mana dasteht und sich aufzukliren sucht, [44] kommt der Mann, sein Helfer: »Uu sollst mit mir wohnen, und in demem Herzen werden wir Platz nehmen. Wir werden in deinem Herzen Platz nehmen und dich zu deiner hehren Skina emporheben. Rasch vergehend will ich machen und zusammenziehen die Monate, elerela hye sahtst. ee =f Dein Maf sei wie nichts, die ganze Welt will ich verichtlich machen’). Du gehértest mir hier’), nun will ich dich aus der Welt wegnehmen und emporheben. Ich will dich aus ihr wegnehmen und emporheben und will rasch alle verlassen. Verlassen will ich alle, sie sollen alle sterben und vergehen. Du bist mein Abbild, dich will ich emporheben und in meinem Gewande bewahren. In meinem Gewande, das das grofe (Leben) mir gewihret, in dem reinen Duft, den es mir anvertraut. Dieses Gewand, in dem du weiltest, will ich dem um den Kopf schlagen, der es geschaffen. 1) Ein Wechsel in der Person, siehe p. 14*. 2) wayNn bezeichnet hier anscheinend ein von Dyn gebildetes Konkretum. Kaum Scherben“. Dahinter wird etwas wie }\7°) gestanden haben. 8) Siehe oben, p. 4287°. 4) Leid. hat INony. Was dasteht, pat nicht zum Folgenden; vielleicht ist wdnyin oder woo zu lesen. 8 to Wr 30 5 30 462 Linker Teil. 44, 9—45, 3 Denn zu Falle kommen und vergehen die Minner, die es hergestellt. Es vergehen die Minner des Auftrages ’).“ Er wurde dem Mana ein Helfer. Er koste und liebkoste ihn und legte von seinem Segen auf ihn. Von seinem Segen legte er auf ihn und festigte ihn in der Skina seiner Vater. — Das Leben ist siegreich tiber alle Werke. Sechstes Sttick. Kin Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Ich bin durch die Gnade meines Vaters gefestigt. Gefestigt bin ich durch meines Vaters Gnade, ich leuchte im Glanze, tiber den sie mich aufgekliret. Noch konnte ich mich der Gnade meines Vaters nicht freuen, noch nicht den Glanz begreifen, tiber den sie mich aufgekliret. Hinterlistig*) versetzten sie mich in die Tibil, hinterlistig *) vertrieben sie mich aus meinem Ort und meiner Stitte. Sie vertrieben mich und holten mich aus meiner Stitte, verscheuchten mich aus meinem Vaterhause. Geschlagen und hingemordet soll der Bildner der Kérper werden, der mit seinen Planen die Welt geschaffen. Geschlagen und verflucht sollen die Planeten werden, die an der Spitze seiner Schépfung standen. Ich will (von) unter ihrer Hand entweichen, will hingehen und die Gnade meines Vaters annehmen, will annehmen [45] den Glanz, iiber den sie mich aufgekliret. Ich will mich seines ganzen Schatzes freuen, durch seine ganze Weisheit vollendet sein*). Wie der Mana dasteht und nachsinnt, kommt der Mann, sein Helfer, heran, kommt heran der grofe Helfer: ) Die mit der Herstellung beauftragt wurden? *) Unsicher. Leid. hat NOY und ONDy), was schlechter pabt. *) Vel. Joh. II, p. 1164. 45, 3—21 Zweites Buch. Siebentes Stiick. 463 Wenn’) du die Gnade deines Vaters annehmen willst, annehmen den Glanz, tiber den sie dich aufgekliret, wenn du deinen ganzen Schatz annehmen und dich seiner freuen, wenn du durch deine ganze Weisheit vollendet sein willst, wenn du dich recht einrichten willst, harre aus und wohne in der Welt. Harre aus und wohne in der Welt, bis dem Ma dir voll wird, bis dir voll wird dein Maf und ganz wird die Zahl, die sie dir verliehen. Dann will ich zu dir mit reichem Glanz kommen und mit Licht ohne Ende.“ Gar lange harrte ich aus und wohnte in der Welt, bis mein Ma voll war. Mein Mai war voll, und meine Zahl war ganz, da ging her und kam zu mir mein Helfer. Er holte mich weg aus ihrer Mitte, hob mich empor und richtete mich im Hause der Vollendung auf. Ich begriff die Gnade meines Vaters, begriff den Glanz, tiber den sie mich aufgekliret. Ich freute mich des Schatzes, den (mein Vater) geschaffen, und war vollendet durch seine Weisheit’). — Und das Leben ist siegreich. Siebentes Stiick. Kin Mana bin ich des grofien Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer warf mich in das Elend der Engel? Wer warf mich in das Elend der Engel, die ha®lich sind, deren Duft tibel riecht und deren Gestalt haSlich und unférmig ist? Gar hiflich ist ihre Gestalt; wer hat mich unter sie geworfen? Wie soll ich unter ihnen grof werden, wo ihre Wohnsitze fiir mich nicht taugen? 2) Lies MND YY. *) Wohl Fa und FADMAONANY) zu lesen. 20 30 35 40 464 Linker Teil. 45, 21—46, 14 Wie soll ich ihr Gewand anziehen und in ihrer Wohnung wohnen? Wie der Mana dasteht und sich aufzukléren sucht, kam sein Helfer zu ihm heran. Sein Helfer kam zu ihm und lie® ihn einen hellen Ruf vernehmen. [Einen hellen Ruf] lie8 er ihn vernehmen und sprach zu ihm in glinzender Rede: »Abscheulich ist der Geruch der Engel, doch [kiimmere dich nicht]*) um ihren Geruch, [46] da er an dir Wenn ihre Gestalt unfoérmig ist, [nicht haften bleibt. warum fragst du nach ihnen? Du hast unsere Stimme gehdrt, unsere unvergiingliche Rede wurde von dir vernommen. Wir sprachen zu dir mit unserer glanzenden Rede’), so harre aus und wohne im Hause des Elends. Abscheulich sind die Engel, ihre eigene Finsternis hat sie abscheulich gemacht. Siehe uns an und halte dich rein und richte deinen Blick nach deiner Stiitte hin. Nach deiner Stiatte richte deinen Blick hin, wir gehéren dir. Wir sind bei dir, und deine Gestalt leuchtet durch uns.“ Als er so zum Mana sprach, verrichtete dieser ein rechtes Gebet. Kin rechtes Gebet verrichtete er und betete in festen Worten: »lch habe meinen Helfer gehért’), nun will ich ausharren und in der Welt wohnen. Ausharren will ich in der Welt und in ihr wohnen, so lange als es meinem Helfer gefiaillt. Wenn es meinem Helfer gefillt, gehe er und komme zu mir. Er gehe und komme zu mir und hole mich aus dem Elend der Engel. Aus dem Elend der Engel hole er mich, deren Gestalt haSlich und unférmig ist.“ Bald kam mein Helfer, er hellte mich auf und klirte mich auf. ‘) Dies oder Abnliches ist zu ergiinzen. °) Lies woxdonn 8) Lies Mw. 46, 14—47, 4 Zweites Buch. Achtes Stiick. 465 Er holte mich aus meinem Korper und fiihrte mich unter seinem Geleite fort. Er brachte mich") nach dem Schatze, zu dem er sich begab, und festigte mich an der Statte, an der er gefestigt war. Er festigte mich und schlo& Gemeinschaft mit mir und rechnete mich zu seiner eigenen Rechnung. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Achtes Stiick. Ein Mana’) bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des groBen Lebens, der ich aufbrach, um in die Welt zu kommen. Um in die Welt zu kommen brach ich auf, nicht merken es ihre Bewohner insgesamt. Nicht bemerken mich ihre Bewohner insgesamt, nicht nehmen mich wahr alle Welten. Gar lange bemerkten mich nicht die Aonen, bis man mich in den Rumpf warf. Bis man mich warf in den Rumpf und Adam auf seinen Fiifien stand. Als Adam auf seinen FiiSen stand, verfluchte er den Mann, seinen Schiépfer’). Er verfluchte den Bildner der Kérper’), in dessen Hinden seine Werke nicht recht wurden. Wurden denn seine Werke in seinen Hinden recht’), bis er Adam schuf? Bis er schuf Adam, bis dieser seinem Bilde glich, 1) Lies NDS. 2) Siehe zu diesem Stiicke RHITZENSTEIN, Das manddische Buch des Herrn der GroéBe, p. 92. 3) Nach dem Folgenden ist RI¥N) hier in diesem Sinne aufzufassen. 4) Siehe Lit., p. 102 ob. 5) Lies PN Wy mit BC und Leid., dh. PN Nyy, siehe Néld., p. 434 unt. Lidzbarski, Ginza. 30 ) fe) 15 20 25 3° 466 ut 30 40 Linker Teil. 47, 4—23 bis er lebenden Feuers voll war, wie sein Vater ihn damit gefiillt hatte. Er schuf und machte es nicht recht, bis er den falschen Rumpf schuf. Er schuf den falschen Rumpf und die nichtige Herberge. Sie scheuchten mich von meiner Statte weg und vertrieben mich aus der Mitte meiner Brtider. Aus meiner guten Briider Mitte vertrieben sie mich, aus der Mitte der Rtistigen, Wohlgeriisteten. Wann werde ich den Rumpf verlassen, werde ihn der Vernichtung und Zerstérung anheimgeben, werde seine Werke verlassen, werde die rebellische Ruine schlieBen? Ich werde zu meinem Orte emporsteigen, die Planeten werden dann hinstiirzen, ohne aufzustehen. Wie der Mana dasteht und sich aufzukléren sucht, gelangte heran und kam zu ihm sein Helfer, sowie seine eigenen Beschiitzer und die grofen, guten ....... *), die ihn begleiteten: »Auf, Mana, verlasse diese Welt! Die Verkehrtheit, die dich schmerzte, werden ihre eigenen Herren Der Schlaf, aus dem du erwacht bist, [tibernehmen. wird sich wenden und auf sie driicken. Auf, bekleide dich mit dem reichen Glanze und bedecke dich mit dem teuren Lichte. Bide dir den Giirtel der offenen Augen um, der ganz Augen ist, ganz und gar.“ Der Mana stieg von ihnen empor, und die Planeten geben sich der Klage hin. Taglich geben sie sich der Klage hin, taglich essen sie um mich Sie legen auf Matten, die Bésen sitzen gleich Gefangenen da. Der Mana stieg zum Hause des Lebens empor und griibelte nicht in Trauer und Klage. In Trauer und Klage griibelte er nicht, von ihrer Verkehrtheit war nichts an ihm. Nichts war von ihrer Verkehrtheit an ihm, nichts nahm er von ihnen an. *) Im Texte steht NNW), was keinen Sinn gibt. yestehe sere lees 47, 23—48, 1d Zweites Buch. Neuntes Stiick. 467 Der Mana 4344404" xs x «**«x Im Verborgenen stellten sie mich auf und stiitzten mich auf das Abbild des groBen Lebens. — Und gepriesen sei das grofe Leben. Neuntes Sttick. wa [48] Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens, der sich in seinem Sinne aufzuklaren sucht: , Warum hat meine Gestalt sich veriindert? 10 Wohin wollen sie mich bringen? An welechen Ort noch wollen sie meine Skina fortschaffen? Sie wollen mich fortbringen von ihren glanzenden Reden. 5 Sie wollen mich von ihren Gebeten ...... =) die sie im Hause der Vollendung verrichten. Sie wollen mich [vom] reinen Lichtschimmer’) fortschaffen und im stinkenden Gewande wohnen lassen. | Wenn ich jenes Gewand sehe, 20 wer wird kommen und mich hiniiberfiihren *)? Wer wird mir ein Rufer, -wer mir ein hehrer Helfer sein? Wer wird sich zu mir setzen und mich liebkosen, da® ich nicht von hier, von meinem Orte aus, vergesse, was mir 2 [aufgetragen ist?“ wn Wie der Mana dasteht und nachsinnt, faBte ihn sein Helfer fest an. Sein Helfer faBte ihn fest an und ward ihm ein Rufer: ,Dein vom Leben herkommender Glanz ist ausgedehnt und grof, 30 warum nennst du ihn emen Lichtschimmer? Um den Glanz fortzunehmen *) und das Licht vom Gewande abzuschneiden! Die Guten fehlen, obwohl sie noch nicht gesehen haben, was hifilich ist. 35 1) Hier stand wohl auch eine Form von Say, 2) Leid. hat Nayiy, siehe auch weiterhin. %) Vielleicht INV ,und mich wecken* zu lesen. 4) Lies DNDID. 30%* Io 15 20 25 35 468 Linker Teil. 48, 16—49, 9 Wo sie noch nicht gesehen haben, was haBlich ist, warum fehlen sie und vergehen sich?“ Darauf der Mana mit seinem lauteren Munde erwiderte dem Helfer, der ihn gefestigt hatte: »ich war voll Mangels, jetzt hast du mich gestiitzt, und das Licht wurde tiberreich. Gestiitzt hast du mich jetzt, tiberreich wurde das Licht, und Kraft und Festigkeit kam in Fiille durch die Kraft meines grofien Helfers, durch die Kraft des Mannes, der mich gefestigt. Er faBte mich fest mit seiner Rechten an und tibertrug von seinem Wesen auf mich. Durch seine tiber mich [gelegten] Strahlen*) leuchtete ich auf, ich wohnte im stinkenden Koérper und griibelte nicht. Die Stunden zogen sich zusammen, die Sosse zogen sich zusammen. und der Lauf der Welt wurde eingeteilt. Die sieben Sterne wurden verteilt, und der Mangel driickte auf sie. Mein grofer Helfer kam und lie8 mich den Kérper [49] des Todes ausziehen. Den K6rper des Todes liefi er mich ausziehen und kleidete mich in den Glanz seiner Strahlen. Er belehrte mich iiber die Totenmesse, die sie jeglichen Ortes abhielten,‘ Er und sein grofer Helfer leuchten in einer Skina. In einer Skina leuchten sie und leben in einem Lobpreis. Kine Sieghaftigkeit hat man ihnen geschaffen, und sie nehmen zur Hilfte den Anteil an der Gnade. Sie suchen sich in einer Skina aufzuhellen, und wie sie sich aufzuhellen suchen, werden sie aufgeklart. — Und gepriesen sei das Leben. Zehntes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des groBen Lebens, der sich durch die Erleuchtung seines Vaters aufzukliren sucht: *) Dab KWAN hier diesen Sinn hat, nicht ,Reden“ ist aus Z. 22 zu ersehen. 49, 10—50, 3 Zweites Buch. Zehntes Stiick. A469 »Von dir, mein Vater, erhalte ich Belehrung, du wurdest mir ein Helfer. Ein Helfer wurdest du mir, sage mir, wohin du mich sendest.“ Darauf erwiderte der Urvater 5 und sprach zum Mana, dem Sohne Gewaltiger’): , Wir senden dich hierher an deinen Ort, den die Uthras, die Sdhne des Heils, geschaffen haben.“ — ,. Wenn du mich dahin sendest, sage mir, wer von den Uthras den Ort geschaffen hat. 10 Sage mir, wer ihn geschaffen hat von den Uthras, damit ich das Elend ertrage, das an ihm ist, wenn ich, mein Urvater, hineingeworfen bin, 6c 2 OK OK OK OK KOK ok OK OK OK ke Der Mana stieg zur Welt hinab. 15 Zur Welt stieg der Mana hinab, kam hin und geriet in das Elend. Er kam hin, geriet in das Elend, und Seufzen empfing ihn. Der Mana klagt*) und seufzt, 20 da} er von seiner Statte abgeschnitten wurde: »Mein sanfter Vater beschiitzte mich nicht, er belehrte mich nicht iiber jedes einzelne Ding und klirte mich nicht iiber die Welt auf. Jetzt, wo ich hmabgestiegen*) und zu ihr gelangt bin, 25 wurden alle voller Schlechtigkeit. Wieviel soll ich von ihr héren‘*), wieviel von ihrem Leid erdulden! Weh und leid ist mir, daB mein Vater mich nichts von seiner Rede vernehmen lief. 30 Nichts lie} mein Vater mich von seiner Rede vernehmen, nicht erteilte er mir emen Rat der Glaubigen. Wenn es meinem sanften Vater beliebt, sende er mir einen Mann, [50] einen Helfer. Einen Helfer sende er mir, einen ersten Helfer, 35 in dessen Skina alles, was er sagt, Gehor findet.“ »Du weit, Mana, wer die Welt geschaffen hat, 1) So nach Text 50, 16f. *) 533 ist wohl so aufzufassen (siehe auch Text 53,13), wie es sonst oft mit Wortern fiir ,.Klage‘ verbunden ist. 3) Lies SAMs. *) Lies NOWY. 20 25 30 35 470 Linker Teil. 50, 3—20 wer geschaffen hat die Welt, und dir wurde geraten, was recht ist.“ Als der Mana dies horte, sann er iiber die Welt nach: ich will nach dem Worte meines guten Vaters im nichtigen K6rper wohnen. Ich will so lange in ihm weilen und wohnen, als es meinem Vater beliebt. Wenn es meinem Vater beliebt, wird er kommen und mich aus eurer (der Bésen) Mitte holen. Denn mir ist weh und leid in eurem iiblen Dufte. Weh und leid ist mir bei dem falschen Gerede und Gehor, das euch eigen ist. Ihr sprechet und héret in Falschheit, veriibet nichtige Werke.“ Ich sprach [in der Rede] des Lebens; das war meinem Vater lieb und angenehm. Lieb war es und angenehm meinem Vater, und er sandte seinen Helfer zu mir. Er sandte seinen Helfer, der in seiner Skina spricht und erhért wird. Ich dffnete meine Augen, da wurden sie des Lichtes voll. Ich 6ffnete meinen Mund und pries ihn; nicht fand er an mir Mangel und Fehl: ,Wenn du weilit, dai ich gegen eure Rede gefehlt habe, lasset mich in meinem Kérper an meiner Stelle.“ Da erwiderte mein’) erster Helfer und sprach zum Mana, dem Sohne Gewaltiger: »schweig und sei ruhig, Mana, Sohn Gewaltiger, schweig und sei ruhig. Mana, du hast nicht gefehlt, nein, hast noch ein Ubriges getan.“ — ,Wenn ich noch ein Ubriges getan und nicht gefehlet, was ist es nun, was ihr mir angetan?* Als er dies von ihm hirte, holte er ihn aus seinem Kérper. *) Man erwartet NUNN ,,der erste Helfer“, doch ist ein solcher Wechsel in der Person, wie hier schon mehrfach hervorgehoben wurde, nicht selten. 50, 20—51, 12 Zweites Buch. Elftes Stiick. A471 Er holte ihn aus seinem Kérper und trug Hymnen vor, er beruhigte ihn, erléste ihn und richtete ihn auf. Er hob ihn empor und zeigte ihm den grofen Herrn der Vollendung und stellte ihn in teurem Glanze auf. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Elftes Stiick. Kin Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer hat mich im kérperlichen Gewande wohnen lassen? [51] So lange ich auch in ihm wohnte, nicht war an ihm’) Mangel und Fehl. Ich fehlte nicht und verging mich nicht und nahm keinen Fehler an. Keinen Fehler nahm ich an und schuf vor mir keine Ansté8e. Keine Mischung war an mir, nicht wandte ich meme Rede von der Rede meines Vaters ab. Ich leuchte durch die Kraft meines Vaters, durch den Mann, der mich im korperlichen Gewande hat wohnen Er lie mich im kérperlichen Gewande wohnen, [lassen. da harrte ich aus und weilte darin und bereitete kein Fehl meinem Vater. Nicht sage er: Der Mana hat vergessen, was man ihm aufgetragen, der Mana lie an dem fehlen, was er seiner Heimat schuldig war. Mit der Kraft und der Rede des Mana erbittet er und erreicht bei semem Vater”). Er erbittet und erreicht; er machte mich los und holte mich aus der Welt. Er holte mich heraus und lieS mich nicht da, und nicht war an mir Mangel und Febhl. Mein sanfter Vater wubte, da Mangel und Fehl nicht an mir’) war. (Ich sprach:) ,Wenn es dir beliebt, werde ich kommen und deine Gestalt schauen.“ 1) Am Koérper, doch ist wohl ~DaynNd nicht war an mir“ zu lesen. 2) Wiederum ein Wechsel in der Person. 8) Auch hier ist wohl NYAXANPF zu lesen. Io 15 30 35 35 Linker Teil. 51, 12—52, 5 Mein Vater sandte mir einen Boten und befreite mich aus der Welt. Er befreite mich von den Verbrechern und den Filschern allen. Von allen, die von Schwert(kampf) voll sind, die von Gewalttat und Trug reden. Er hob mich zum Hause des Lebens empor und stellte mich unter den Leuchten auf. Jeder einzelne preist und erhéht mich: ,Gesegnet und gepriesen seiest du, Mana, der du die Herrlichkeit deines Vaters hochgehalten und Du hast dich von ihnen befreit; [gewahrt hast. du kamest und richtetest dich bei uns auf. Zu uns kamest du und richtetest dich auf, kamest und sprachest mit unserer Rede, wie sie war.“ — Und gepriesen sei das grofie Leben im Lichte. ZwoOlites Sttick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, em Mana bin ich des grofien Lebens. Sie gingen hin und brachten mich in die Tibil. Sie gingen hin und brachten mich in die Tibil, das Haus, das die Liigner gebauet. Das Haus haben Liigner gebaut, Falscher wohnen darin. Kein Wissender war da, der mich kannte, kein [52] Kundiger, der von mir Kunde hitte. Kein Gerechter war da, dessen Rede der der Uthras gliche. Wie soll ich wohnen in dem Hause, das Liigner gebauet? Falscher wohnen darin, die insgesamt voller Gier sind. Wenn es dir, Kénig der Groen, beliebt, richte mir einen Wegstein auf. Kien Wegstein richte mir auf und vor dem Wegstein einen grofen Damm. Schaffe mir einen Rufer, einen Rufer schaffe mir. 52, 5— 22 Zweites Buch. Zwilftes Stiick. Wenn ich schlafe, wecke er mich, wenn ich strauchele, hebe er mich hoch’). Wenn die Sieben mich schlagen, heile er mich und hebe mich hoch. Wie der Mana dasteht und sich aufzukliren sucht, kam zu ihm sein Helfer heran. Sein grofer Helfer kam heran, er begab sich hin und richtete ihm einen Wegstein auf. Er ging hin, richtete ihm einen Wegstein auf und vor dem Wegstein einen Damm. Er war ihm ein Helfer, er war ihm ein Rufer. Wenn er schlief, weckte ihn sein Gebet, wenn er strauchelte, hob ihn sein Lobpreis empor’). Wenn die Sieben ihn schlugen, wurde ihm seine verborgene Kraft zum Heiler. Er ward ihm zum Heiler, er hob ihn empor und richtete ihn auf, er ebnete ihm einen ebenen Weg. Er zeigte ibm”) und richtete ihm einen Pfad auf und einen Steg, damit er an seinen Ort emporsteige: »Komm, komm, Mana, komm, steig auf deinem Pfad empor. Komm, steig auf deem Pfad empor, komm, tritt auf deinen Weg des Lebens. Komm, tritt auf deinen Weg des Lebens, denn ich wurde dir zum Helfer. Ich holte dich aus der Welt der Finsternis, richtete hoch deinen Thron auf. Deinen Thron richtete:ich hoch auf, weil du die Verfolgung in der Welt ertrugest. Weil du die Verfolgung ertrugest, werden wir dir alle Siinden erlassen.“ Sei gnidig, sei gniadig, Herr der hehren Seligkeit, Herr der hehren Seligkeit, der dasitzt und die Uthras recht halt*). — Und gepriesen sei das grofie Leben. 3) Wohl INORTI zu lesen, siehe weiterhin. °*) Siehe die vorhergehende Anmerkung. 5) Fir yy lies 17. Man ware auch geneigt, FNM bzw. NYNT zu NVYNW ,,er schuf abzuandern, doch siehe Text 71,17: 72, 14. 4) Die letzten beiden Verse sind wohl ein Schlubgebet, das an das héchste Wesen gerichtet ist. es) 15 5 30 474 Linker Teil. 52, 23—53, 14 Dreizehntes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens,. ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer hat mich hierher gebracht? Wer hat [53] hierher mich gebracht unter die finsteren Emporer? Wie soll mein Herz es ertragen’), wie soll ich die Verfolgung der Welt erdulden? Wie soll ich mit Lowen hausen, mit fressenden Drachen? Wie soll ich mit den Bésen*) hausen, die tiglich Béses loslassen? Taglich lassen sie Béses los, tiiglich lassen sie Schrecken los. Taglich lassen sie Schrecken los und sprechen: ,,Wir wollen den Mana ingstigen. Ja, ingstigen wollen wir ihn, so wird er bei uns erniedrigt werden. So wird er bei uns erniedrigt werden, und wir stehen dann iiber ihm. Ja, wir wollen ihn erschrecken, dann wird er unter den Werken unserer Hiinde wohnen kénnen.“ Der Mana mit seinem lauteren Munde sprach dann zu den Planeten: »Vurch die Kraft meines hohen®*) Vaters wird euer Schrecken nicht tiber mich kommen. Durch die Kraft der Spriiche meines Vaters trifft mich eure Beingstigung nicht. Durch die Kraft meines groBen Helfers *) werde ich tiber euch stehen. Ich bin besser als ihr, und meine Rede ist wundersamer als die eurige. Wundersam sind die Spriiche, die aus dem Schatze meines Vaters gekommen sind.“ Alle jammern und streuten Staub auf ihr Haupt. 1) Lies xD, baw. NID. *) Siehe Joh. TT, p. 106! 8) Leid. hat NON. *) Hier, in Parallele mit 3X, kann \ND¥Nd auch ,,mein Schépfer* bedeuten. 53, 14—54, 6 Zweites Buch. Dreizehntes Stiick. bs “J ot Staub streuten sie auf ihr Haupt und zerrissen die Gewander ihrer Wollust. Sie ergliihten in ihrer bisen') Glut und ziirnten gegen sich selber: , Wie konnten wir sagen, ut da wir den Mana unter uns vernichten wiirden?“ Als die Planeten so sprachen, kam eine Stimme aus dem Hause des groBen Lebens. Eine Stimme kam aus dem Hause des grofen Lebens, rief den Mana und weckte ihn. 10 Sie rief und weckte den Mana, er stand auf und erhob sich iiber sie. Er stand auf, erhob sich iiber sie und sprach einen Tadel gegen sie aus: »Machet euch fort und verschwindet vor mir, 15 ihr Bésen, Abgeschnittenen, Vergehenden. Das Licht wird nicht zur Finsternis gezihlt, nicht wird den Siindern Festigkeit gewialrt. Wiirde den Siindern Festigkeit gewihrt, so hatte die Verfoleung kein ...... Ne 20 Nicht hatte die Verfolgung ein ...... ; nicht wire sie hier verlassen worden.“ Sieaytyhe acu *) nicht und nahmen [54] von ihm nichts an, um es in verschiedenen Teilen auszuteilen. Der Mana in Sicherung seine Augen richtete und erhob nach seinem Orte hin. Da kam mein Helfer, er gelangte zu mir, er erreichte mich*) und bildete mir einen Beschiitzer, Er tadelte die Engel — wenn du nur nicht zu mir mit vergehenden Worten gelangest. 30 N ut Gar wohl wuBte das groBe (Leben), gar wohl wubte das Gewaltige, gar wohl wufte das Grofe, da der Mana vieles trefflich erduldete, daB vieles der Mana erduldete, daher gelangte und kam zu ihm sein Beschiitzer. Sein Helfer erliste ihn, er umarmte ihn®) und hob ihn empor’). o>) wae 1) Lies NNW. 3) Siehe Joh. I, p. 67n. ) NORD ist wohl nicht in Ordnung; ,,verachten“ paft nicht. 4) Unsicher, siehe Joh. I, p. 148*. 5) Leid. hat FDDNANINY) FAY. 6) Lies APON. +76 Linker Teil. 54, 7—23 Er hielt fest und harrte lange aus, wie jener’) hier ausgeharrt hatte: .Komm, komm, Mana, wir wollen dich in das Haus des grofen (Lebens) bringen. In des GroBen Haus wollen wir dich bringen; auf, erzihle dem Gewaltigen. — Auf, erziihle dem Grofen, was die Sieben dir angetan: da®B sie dich bei sich abschneiden wollten, um sich tiber dich zu stellen.“ Ja, der Mana brach mit seinem Uthra auf und begab sich vor das gewaltige (Leben). Er trat vor das Gewaltige und erzihlte ihm, was die Sieben ihm angetan: . WeiBt du nicht, Grofes, weift du nicht, Gewaltiges, weit du nicht, Grofes, daB ich Tadel gegen die Sieben richtete? Trotz ihrer Kraft tadelte ich sie, und die Sieben sanken unter mich hinunter. Unter mich hmunter sanken die Sieben, und ich stand iiber ihnen. Uber ihnen stand ich, da gelangte und kam zu mir mein Helfer. [Mein Helfer] kam zu mir und erreichte mich, es kam zu mir und erreichte mich mein Geleiter. Ks langte an und erschien mir mein Geleiter, mein Beschiitzer, Helfer und Geleiter. Er umarmte mich, und ich kam zu dir, erziihlte dir, was die Sieben mir angetan.“ Darauf segnet mich das GroBe und bewahrt mich das Gewaltige: , Wie hast du ausgehalten und ausgeharrt, bis der Auftrag an dich sich erfiillte! Bis dein Scheiden eintrat und du aus den Hinden der Zéllner befreit wurdest.“ Das Grofe sah ihn an und liebte ihn, die Uthras des Lichtes ehrten ihn. — Und gepriesen sei das Leben. 1) Der Erléser (Hibil)? 04, 24—55, 17 Zweites Buch. Vierzehntes Stiick. Vierzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, [55] em Mana bin ich des groBen Lebens. Sie trieben ihn fort aus dem Hause seiner Briider *) und sandten ihn in diese Welt. In diese Welt sandten sie ihn, zu kommen und in der dden Eindde zu wohnen, zu kommen und die Kinéde zu bewachen; die Planeten spihten aus und erblickten ihn. Es spahten aus und erblickten ihn die Planeten, die verkehrt und verdreht sind. Offen ist ihr Mund; er gleicht dem Suf-Meere. Ihre Lippen gleichen dem verzehrenden (Feuer?)’). Ihr Geruch ist hi®lich und widerlich. Wie bose und verworfen sind sie! Ich erblickte sie, da geriet ich in Angst, und Furcht kam iiber Ich geriet in Angst, und Furcht kam iiber mich, [mich. weil mein Helfer nicht bei mir ist. Nicht ist mein Helfer bei mir, nicht ist er da; wenn ich nur nicht abgeschnitten werde! Doch das grofe (Leben) wuBte, daf Angst tiber den Mana gekommen war. Da kam der Ruf des grofen Helfers, der dem Mana in der Welt zurief. Er sprach zu ihm: » Was schautest du, Adam, daf} du in Furcht gerietest, warum kam Angst und Bangen tiber dich? Wenn du die hiflichen Engel geschaut hast, so will ich dir ihre Niederwerfung gewihren. Wegen der hiBlichen Dews, die dich ingstigten, will ich dir sagen*), womit sie gefesselt werden. Uber ihren Mund, der dem (Meere) Suf gleicht, wird ihre eigene Finsternis kommen. Uber ihre Lippen, die dem verzehrenden (Feuer?) gleichen, wird groBe Bindung kommen.“ Die Stimme des sanften Mana ist es, der seinem Helfer zuruft. Er spricht zu ihm: 1) Leid. hat FANN. 2) Oder ,,einer Keule“? Siehe Joh. II, p. 1667. ®) Lies 7NONIINON. AO 40 478 Linker Teil. 55, 17—56, 12 Mein Vater! Wenn rechte Ordnung obwaltete, warum ist Ptahil aus seiner Statte hervorgegangen? Warum ist Ptahil aus seiner Statte hervorgegangen, warum site er bésen Samen aus und schuf nichtswiirdige Zungen ?“ Da kam die Stimme des grofen Helfers, der dem Mana in der Welt zurief: Sei ruhig und schweige, Adam, und die Ruhe der Guten umfange dich. Siehe zu, wenn es dir weh und bange ist, siehe zu, dafs du nicht Ptahil fluchest’). Fluche nicht Ptahil-Uthra, dem Uthra, der sich aus unserer Mitte ausgesondert hat, dem Uthra, der sich ausgesondert hat aus unserer Mitte und dann die nichtswiirdigen Zungen geschaffen hat. Er ist Abathurs Sohn, dessen Eltern [56] ihn nicht zur Finsternis verdammen. Wenn diese Welt vergeht und das Firmament der Engel zusammengerollt wird, wenn zusammengerollt wird der Engel Firmament und Sonne und Mond vergehen, wenn vergehen Sonne und Mond und [Glanz und] Helligkeit von ihnen genommen werden, wenn von ihnen genommen werden Glanz und Helligkeit, die Hiiter darauf achtgeben und den Sternen insgesamt kein Schimmer mehr ist, wenn diese Werke vergehen, wird Ptahils Gewand zurechtgelegt werden. Dem Ptahil wird sein Gewand zurechtgelegt werden, und man wird ihn hier im Jordan taufen. Hier im Jordan wird man ihn taufen, und er wird alle Verfolgung vergessen, die er erduldet hat. Dann wird Ptahil und du, Mana, in einer Skina lohen, dann wird er dein Kénig, o Mana, genannt werden.“ Also sprach der Helfer, und der Mana verlief} sich auf ihn. Wenn er Verfolgung und Bosheit erdulden mubBte. fluchte er doch Ptahil nicht, sondern er verzieh ihm seine Siinden und Vergehen. 1) Siehe auch p, 367 unt.; 311f. 56, 12—57, 2 Zweites Buch. Fiinfzehntes Stiick. bs | de) Er sprach: »Blick auf mich, Helfer, blick auf mich, erreiche mich, komme zu mir und erlise mich, zeige mir meinen Weg, den alle meine Briider gehen.“ Als der Helfer seinen Ruf hérte, erhérte er ihn’) aus den Friichten des Glanzes. Er faBte ihn bei der Fliche der Rechten und fiihrte ihn an den Wachthiiusern vorbei. An den Wachthiusern vorbei fiihrte er ihn und lieB ihn die Wage passieren. Die Wage lieB er ihn passieren und brachte ihn in die Nahe der Sdhne des Heils. In die Nahe der Séhne des Heils brachte er ihn’®) und fiihrte ihn tiber die Wasserbiche. Er fiihrte ihn iiber die Wasserbiche, und er stieg zusammen mit ihm zum Hause des Lebens empor. Als das Leben ihn erblickte, gewann es ihn lieb, hiillte ihn ein und setzte ihn auf seinen Thron. — Und gepriesen sei das Leben. Fiintzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofien Lebens. »Auf, geh zum Hause der Sieben! Auf, zum Hause der Sieben geh, der nichtigen Rebellen der Finsternis. Die nichtigen Rebellen der Finsternis*) sind finster, und kein Licht ist unter ihnen.“ Wenn ihr mich nach dem Hause [57] der Sieben sendet, unterrichtet mich tiber die Werke, die sie iiben. Sie iiben [nichtige] Werke, und der Ausflu8 des Lebens ist nicht bei ihnen. 1) Vielleicht ist NON zu lesen: kam er. : *) Leid. hat ONDw 3822 OND ADIN FDINP NNW NID ON #) Leid. hat NOW STAND NONI NOMND NDWFT NTND. 30 35 480 Linker Teil. 57, 2—18 Sind sie etwa schon, und ist der Ausflu8 des Lebens bei ihnen? Sind sie etwa schén, dann will ich euch unter sie senden.“ — ,Dazu senden wir dich hin, damit deine Werke schén werden. Geh, falle in den Rumpf, und sie werden ohne Vernunft sein.“ Der Mana inderte nichts an dem, was die Grofen’) ihm gesaget. Er schied aus ihrer Mitte, ging hin und kam zum Hause der Planeten. Er ging hin, kam zum Hause der Planeten und sah, daB ihre Werke zu nichts taugen. Zu nichts taugen ihre Werke, und der Ausflu®B des Lebens ist nicht bei ihnen. Er kam und fiel in den Rumpf und leuchtete mehr als alle. Sie 6ffneten ihren Mund, doch blieben sie alle auf ihrem Wege sitzen. Sie alle [blieben sitzen] auf ihrem Wege, und die Verfluchten wissen nicht, was sie ihm sagen sollen. Da offnete der Mana seinen Mund und sprach zu den dumpfen Verfluchten: »O ihr dumpfen Verfluchten, habt ihr einen Mana gleich mir? Habt ihr einen Mana, habt ihr eine Gestalt gleich meiner Gestalt? Seid ihr gut, ist eure Gestalt recht? War unter euch der Ausflu8 des Lebens, war unter euch ein Mana gleich mir’*)?“ Die Sieben neigten ihr Haupt und tuschelten miteinander: ,Lasset uns den Mana packen’‘), wir wollen ihn binden und in unser Netz werfen. *) Wiederum ist die Bedeutung von N135)9 unsicher. Obwohl weiterhin vom Leben die Rede ist, scheint mir doch nach der Art, wie im vorhergehenden Absatze die Auftrag- geber angeredet werden und vom Ausfluf des Lebens gesprochen wird, dafi hier die Grofen, die oberen Wesen gemeint sind. Der Ausdruck PRMD YD PNDI ist nicht mafhgebend, siehe Text 18,8; 58,18; 61, 19; 64,3; 91,8. . 2) Lies doc. 3) Leid. hat yds. 57, 18—58, 11 Zweites Buch, Fiinfzehntes Stiick. Wir wollen ihn in unser Wurfnetz’) einschlieSen, in unser Blei*) und unsere Finsternis legen ’®).“ Darauf offnete der Mana seinen Mund und sprach zu den Planeten: »lch werde euch, Planeten, dahin bringen, dafi eure Hand nicht auf mich fallt. In euer Netz werde ich nicht geraten, von eurem Wurfnetz nicht gefangen werden. Eure Finsternis wird mich nicht verschlingen und euer Blei mich nicht hinlegen. Thr alle, so viel ihr seid, 481 werdet in eure Maschen und Netze verwickelt werden. Ich richtete meinen Sinn nach dem Leben, und mein Gemiit stiitzte sich auf die Kraft und die Erleuchtung, die das groBe (Leben) aus meinem Orte mir beigegeben. Wihrend [58] eure Gestalt hiBlich ist, ist meine Gestalt wundersam. Ich war siegreich, da das grofe (Leben) mich beauftragt hat, und siegreich sind*) in hohem Mae die emporsteigen. Ihr seid veriichtlich und schandbar, woher habet ihr Wurzel und Sieg, dafi ihr damit siegreich seiet? Ich steige zu meinem Ort empor, ihr werdet. hinabsteigen ohne emporzukommen.* Der Mana kleidete sich in weif, stieg empor und setzte sich auf die Hohe. Auf der Hohe sitzt der Mana und ruft den Mann, den Helfer: »Komm, mein Helfer, hebe mich empor, sie konnten mich in ihrer Wohnung nicht zuriickhalten. Ich entkam ihrem Netze und ihrem Blei, in das sie mich legen wollten. Du sprachest zu mir, und ich hielt stand, nun komm rasch zu mir und hebe mich empor.“ Der Helfer beriet sich mit dem Leben, ihm lichten Glanz zu bringen: »Gewdhre mir Glanz, ich will hingehen und den Mana darin kleiden. Den Mana will ich emporheben, zu dir ihn bringen. 1) Vgl. Joh. II, p. 148°. 2) Leid. hat FDDIWNI JROWA7NI. Lidzbarski, Ginza. 8) Lies NNN. 31 i 35 To 30 482 Linker Teil. 58, 11—A9, 4 Ich will ihn zu dir bringen, und freue dich seiner, denn er ist ihrem Netze entronnen, denn ihrem Netze ist er entronnen und blieb in ihrem Blei nicht legen. Der Mana hiipft und freut sich, er sprang auf und kleidete sich in weil. Er sprang auf und kleidete sich in weil, er stieg empor und setzte sich auf die Hohe. Der Mana sitzt auf der Hohe, er spricht und ruft mich und spricht zu mir: »lch blieb fest und harrte aus, nun komm rasch zu mir und hebe mich empor.“ — »Auf, geh hin, bring den Mana her, bring ihn her, damit er bei uns aufgerichtet werde. Er weile bei unserer Lobpreisung, er werde unter uns aufgerichtet, wir wollen uns seiner freuen, und er liebe uns und segne uns {mit unserer Lobpreisung.“ — Fiir dich wurde das Leben des Lebens voll’), und der Mana fand, was er suchte. — Und gepriesen sei das Leben. Sechzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofien Lebens, der im leuchtenden Schatze sitzt. Im leuchtenden Schatze sitzt er und spricht mit der Rede der Uthras. Kr spricht [59] mit dem Lobpreis der Gewaltigen, und sie sprechen zu ihm mit Worten, deren eines wundersamer ist als das andere. Wie der Mana dasteht und sich aufzukliren sucht, verlangte nach ihm das gewaltige (Leben)*) und hob ihn empor Es sprach zu ihm: »Komm, ich will zu dir sprechen, Mana, begib dich zu mir, ich. will dich belehren.« — *) So nach D. Leid. hat NM adony, auch hier ohne NYAD NOWN. *) Von hier an wohl so aufzufassen. 89, 4—19 Zweites Buch. Sechzehntes Sttick. 483 »ich bin vor dir erschienen, Sage, was du wiinschest.“ Darauf sprach es zu ihm: »Die Welt ist durch Blendwerk geschaffen, auf, steige hinunter und gehe zu ihr. Wenn du nicht hinuntersteigest, wer soll ihr ein Beistand sein, wer soll Glanz iiber sie werfen? Wer soll iiber sie Glanz werfen und nicht zulassen, daB der Stamm abgeschnitten werde? Das verzehrende Feuer ward heftig’) und entfachte das Feuer’).“ — »tch will aufbrechen und zur Welt hinabsteigen; was fiir Werke tragest du mir auf?“ »Brich auf, steige zur Welt hinab, geh hin und wachse im Korper auf. Geh hin, wachse auf im Kérper, in jenem Gewande, das man dir anbefohlen. Geh hin und wachse unter den Mysterien auf, und die Mysterien sollen durch dich leuchten. Durch dich sollen die Mysterien leuchten, soll deinem Stamme Festigkeit zuteil werden. Dein Stamm soll an seinen Ort emporsteigen, und das Mai der Welt erfiille sich. Ks erfiille sich das Mai der Welt, und zwei Leuchten sollen sie bewachen. Bewachen sollen sie zwei Leuchten und Glanz in hohem Mafie entstehen. Durch deinen Glanz werde das Haus behiitet, und durch dich werde die Welt aufgerichtet. Dich sollen lautere Wachter behiiten, deine Wurzel winde sich empor und steige in die Hohe. Empor steige der Sieg, den ich an deinem Orte ausgeteilt habe.“ ) Siehe oben, p. 206+. 2) Der Sinn ist unklar. Mit dem Feuer scheint das Gesamtfeuer gemeint zu sein, schwerlich ist ,,lebendes“ zu erganzen. FMNDN sieht nach einem Aphel von NOD aus, das ge- wobnlich den Sinn ,,fliegen hat (M7), doch paft dies nicht. Da wir R 376,9 RINTPNY NNO haben, ist es méglich, dah ein Aphel vom Stamme 4)5 vorliegt, also etwa ,entfachen“, und so ist vielleicht auch das oben, p. 105% erérterte FTHN) zu erklaren: ,,wir wollen sie auf- riihren‘‘. Biles at ite) 20 25 484 Der Mana dnderte nichts an dem, was das grofe (Leben) ihm befohlen. Er trat in den Kérper ein, in jenes Gewand, das es ihm anbefohlen. Er wohnte im Rumpfe, und die Mysterien leuchteten durch ihn. Er verneigte sich vor dem Grofen und beugte sich vor dem Gewaltigen. Er verneigte sich vor dem Grofen, das sich dir und mir’) erkenntlich zeigen wird. Dir und mir wird es sich erkenntlich zeigen, denn [60] zwischen dir und mir war kein Lug. — Und gepriesen sei das Leben. Siebzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens, an dem Untreue’*) und Tiicke nicht ist. Nicht ist an mir Untreue und Tiicke, nicht Rede der Vergewaltigung. Ich winkte und zwinkerte nicht und weilte nicht als Schuldiger unter den Schuldigen. Worin habe ich gegen das Leben gesiindigt, gegen das Grofe, das dort thronet? Worin habe ich gegen das Verborgene gesiindigt, da es mich in die Gefangenschaft und Verbannung warf, in die Gefangenschaft, in die die Aonen mich gebracht, in den Raub, den die Welten an mir begangen? Wenn sie mich nur nicht hingesandt hitten, in eurem Gewande zu im Raube, den die Aonen begangen! [wohnen, » Wir haben nicht gesagt, da® du, Mana, in die Gefangenschaft der Aonen’) geraten sollest, daB du geraten sollest*) in die Gefangenschaft der Aonen»), nicht daf§ die Welten dich rauben sollen. *) In der ersten Person spricht wohl wieder der Mana, die zweite bezieht sich wohl auf den ,,Helfer“. *) Siehe Joh. II, p. 424. Linker Teil. 59, 19—60, 12 ®) Leid. hat S4N75. *) Leid. hat zweimal wwaAnwon. 60, 12—61, 4 Zweites Buch. Siebzehntes Stiick, 485 Vielmehr ist es uns lieh, daf} du fest bleibest und ertragest und nicht gefangen werdest. Hore auf den Ruf, den wir dir zurufen, zu ihm habe Vertrauen. Im Vertrauen auf uns') wirst du mit uns an deinen Ort emporsteigen. Du wirst hinter uns’) aufgerichtet werden, und wir werden dich segnen.“ »“ntsprechend dem, was du, grofes (Leben), mir sagtest, komme tiaglich eine Stimme zu mir. Taghch rufe mir eine Stimme zu, die mich wecket, damit ich nicht strauchle. Wenn du mir zurufest, fangen mich nicht die bésen Welten. Die bésen Welten fangen mich nicht, und ich gerate nicht in den Raub der Aonen.“ Dem grofen (Leben) gefiel, was ich zu ihm gesprochen. Taglich Stimme, Kraft und Rede schuf und sandte es mir. Es schuf und sandte mir Stimme, Kraft und Rede, und was das Grofe mir sandte, weckte mir das Herz, so dafi ich nicht strauchle. So lange er den Ruf des Lebens horte, verinderte er nicht, was das Gewaltige ihm aufgetragen. Ich ertrug so lange, ich harrte so lange aus, als das Grofe es wiinschte. Wenn das Grofe mich wiinscht, wird es mich in seinem Schatze bewahren. [61] Es wird zu mir sagen: ,.Komm, Mana, der du dich belehren lieBest und von der Welt her (vieles) er- Wir werden dich stiitzen [duldetest. und dir Siinde und Schuld erlassen. Siinde und Schuld werden wir dir erlassen, weil du auf uns hirtest und von der Welt her (vieles) er- Und das Leben ist siegreich. duldetest.“ — 1) Leid. hat won NORYVTYID. *) Lies JRIMNI ,,an unserem Orte“ ? 15 20 25 30 35 486 Linker Teil. 61, 5—23 Achtzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer brachte mich aus dem Hause des Lebens? Aus dem Hause des Lebens brachte mich wer, wer sandte mich in die Tibil und lie} mich in thr wohnen? Wer lie mich in der Tibil wohnen, wer mich im Hause meiner Feinde sitzen? Wer lief mich im Hause meiner Feinde sitzen, daB meine Schatzmeister’) nichts von mir wissen? Meine Schatzmeister wissen nicht von mir, daB man mich in das Haus meiner Feinde gesetzet. Der Uthra zog hin und kam, bis er zum koérperlichen Rumpfe gelangte. Er gelangte zum kérperlichen Rumpf, da sprach er zum verborgenen Adam”*): OQ verborgener Adam, wer hat dich aus dem Hause des Lebens hergebracht? Wer hat dich hergebracht aus dem Hause des Lebens, wer hat dich in die Tibil gesandt und dort wohnen lassen? Wer sandte dich hin und lief dich in der Tibil wohnen, wer dich im Hause deiner Feinde sitzen? Wer liefi dich im Hause deiner Feinde sitzen, daf} deine Schatzmeister nichts von dir wissen? Nicht wissen deine Schatzmeister von dir, dafi man dich in das Haus deiner Feinde gesetzet. Wenn das Grobe von dir wiifkte, wenn das Gewaltige von dir wiifte, wenn das Grofe von dir wiiBbte, hatte es dich nicht aus seiner Mitte weggeheiben. Nicht hatte es dich aus seiner Mitte weggeheifen, dich nicht in dieser Tibil wohnen lassen. Nicht hatte es dich im dieser Tibil wohnen lassen, dich nicht in das Haus deiner Feinde gesetzet.“ Darauf sprach der verborgene Adam und erwiderte dem Manne, der ihn gefraget: *) Seine Hiiter im Schatzhause, in dem er friiher aufbewahrt war, siehe den Schluh. *) Der im kérperlichen Adam (vgl. p. 242,18) verborgene innere Adam, die Seele. Aus NIDND ON AW ist DNINTN gekiirzt, siehe p. 239, 13. 61, 23—62, 15 Zweites Buch. Neunzehntes Stiick. »Mein Vater, das GroBe wei von mir, das Gewaltige weif von mir, das GroBe weiB von mir: die Welt, [62] die werden soll, kénnen wir nicht unterdriicken ‘).“ Als er dies von ihm hérte, freute er sich seiner tiber die Mafen. Er, ja er*) hatte ihn hierher gebracht, nun ward er ihm zum Geleiter ins Jenseits. Er zog ihm [sein Gewand] aus und bekleidete ihn mit seinem eigenen er fihrte ihn hin, hob ihn empor und richtete ihn im Hause des Er fate ihn bei der Rechten und tibergab ihn seinen eigenen Schatzmeistern. Seine Schatzmeister freuten sich seiner; sie wurden ihm zum Hiiter. Zum Hiiter wurden sie ihm, fiihrten ihn in ihr Schatzhaus ein und verbargen ihn darin. — Und das Leben ist siegreich. Neunzehntes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mans bin ich des -gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Vom Schatze des Lebens ruht etwas auf mir. Ich leuchte durch die Rede meines Vaters, durch die Lobpreisung des Mannes, meines Schdépfers. Wann auf mir etwas von seinem (des Lebens) Schatze ruhte, verlangte es nach mir [aus seinem Schatzel]. Wann es nach mir aus seinem Schatze verlangte, sandte es mich nach dieser Welt. Als ich aus seinem Schatzhause kam, schaute ich hin und erblickte die Welt. Ich schaute hin und erblickte die Welt; sie ist haBlich und ihre Gestalt unformig. Ich schalt und verwarf*), ich verachtete die Minner, die sie geschaffen. Ich spreche zu ihnen: 1) Siehe p. 388,17. Leid. hat FIYNDI4, siehe Nold., p. 216 unt. *) Leid. hat wie B FW. 8) Leid. hat Awad Awe. [Gewande’), [gewaltigen (Lebens) auf. +) Siehe p. 4281. Io 30 35 25 30 35 488 Linker Teil. 62, 16—63, 9 Wie soll ich die ruhigen Mysterien verlassen und in die aufrihrerischen Mysterien eintreten? Wie soll ich die Lobpreisung meiner Vater verlassen und in die Kiimmernisse des nichtigen Gewandes hineinfallen? Wie soll ich die Wahrheit der GroBen verlassen und im hinfalligen Rumpfe wohnen?“ rp) Wie Adam dasteht und sich aufzuklairen sucht, kam der Mann, sein Helfer. Der hohe Helfer kam zu ihm, der ihn in ein Sttick reichen Glanzes hineintrug. Er sprach zu ihm: »Ziehe dein Gewand an, damit du in deinem eigenen Glanze feststehest. Vergi® nicht, was das groBe (Leben) dir befohlen, und werde nicht ein Schuldiger bei ihm genannt. Tritt em und wohne’) in diesem Rumpfe, aus demeder Stamm hervorgehen soll. [Aus ihm] soll der Stamm [63] hervorgehen und Bestand erhalten.“ Darauf 6ffnete Adam den Mund und sprach zu seinem Helfer: » Welche Kraft verleiht ihr mir in Fiille, dafi ich dieses Gewand anziehe? Mit welcher Stiitze stiitzet ihr mich in der Tibil, dai ich im hinfalligen Hause wohnen soll?“ Da erwidern sie ihm”): »Deine. Kraft ist die Kraft des groBen (Lebens), deine Erleuchtung ist von ihrer Statte her geschaffen. Die Minner, die dem Gewand geschaffen, dienen dir, bis du abscheidest.“ Darauf kam ich hin und wohnte darin und wich nicht ab von dem, was meine Helfer mir befohlen. Ich wusch mir die Hinde und betete das Leben an, ich ging hin und kam in die Welt. Es machten halt und segneten mich die Bésen, Abgeschnittenen, Vergehenden. Doch ich schalt und verwarf sie, ich verachtete sie, jeden einzeln. *) Im Texte steht: ,,ich werde eintreten und in ihm wohnen.“ *) Der Plural bezieht sich allgemein auf die oberen Wesen. —64, 3 Zweites Buch. Neunzehntes Stiick. Ich spreche zu ihnen: Wer mit dem Segen der Groen gesegnet ist, bedarf nicht des Segens der Verginglichen.“ Als sie dies von mir horten, sahen sie sich als unterlegen an. Als unterlegen sahen sie sich an, und alle verfielen in Nachdenken. In bése Gedanken verfielen alle und schmieden bése Pline gegen mich, Adam. Sie sprechen: . Wohlan, wir wollen ihn bearbeiten, wir wollen ihn hemmen und ihn uns gleich machen. Wir wollen ihn gleich uns machen, denn jetzt steht er abseits von uns.“ Adam singt Hymnen und sucht sich in seinem Sinne aufzukliren. Er spricht: » Was wollet ihr Beschimenswerten mir antun, wo meine Augen zu meinem Orte emporschauen? Meine Augen schauen zu meinem Orte empor, und ich glanze durch die Lobpreisung meines Schépfers. So lange ich unter euch bin, was sprechet ihr iiber mich bei eueren Plinen? Bald kommt zu mir der grofe Uthra’), kommt der Mann, mein Helfer. Er spricht zu mir: »oteh auf, steh auf mit mir, Adam, daB sie dich nicht mit den vergehenden Mysterien abschneiden. Nicht sollen dich die Mysterien des lodernden Feuers gefangen seen *)3 das brennt und lohet. Steh auf, ziehe das Gewand des lebenden Feuers an, das der Herrlichkeit gleicht. Steh auf, steige zu deinem Schatzhaus empor, [64] komme nicht an ihren AnstéSen und Verschuldungen zu Falle.“ Adam stand dann auf und stieg zum Hause des Lebens empor, er verlieB die Mysterien dieser Welt. Adam sprach zum: grofen (Leben): »ich war auBerhalb von dir. 1) WUND RW, siche Lit., p. 279 s. WIN, hier p. 146%, 370,2 und L 94, 24. beeinflubt. 2) Lies SNDDWIN. Die Lesung ist durch PIpPRaw Text 64,2 489 25 30 35 20 25 Os [e) 490 Linker Teil. 64, 3—19 [AuBerhalb] von dir [war ich]*), dann wurde ich erlést und stieg empor; gesegnet sei der Mann, der mich erlést und emporgehohben hat. Gesegnet seiest du, groBbes Leben, da du mir diesen Helfer gesandt hast.“ — ,schin bist du emporgestiegen, und wer nach dir kommt, wird schén emporsteigen. Das Zeitalter wurde mangelhaft, und Verfolgung wird reichlich gegen sie”) losgelassen. Schén bist du, Adam, emporgestiegen, und wer vermag, wird nach dir emporsteigen.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist Manda dHaije und seine Helfer. Zwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des groBen Lebens. Ich weilte unter verborgenen Pflegern. Unter verborgenen Pflegern weilte ich, die wundersam, gesegnet und gefestigt sind. Wer mit ihrem Segen gesegnet wird, geht nicht zu Grunde, wer ihre Rede hért, kommt nicht zu Falle. Wer sich durch ihren Lobpreis aufklirt, kommt auf den Leitern der Aonen nicht zu Falle’). Dera Manic, ot. spricht zu den Sieben: »lch wohne nicht unter euch. [Unter euch] wohne ich nicht und strauchle nicht durch eure Anstife. Ich gerate nicht in eure Gefangenschaft und nehme von euch nichts an. Mich machte nichts klug von eurer Klugheit, und euer Blendwerk wird bei mir nicht bewahrt. 1) Fraglich, ob so zu erginzen ist. *) Gegen die Glaubigen. 8) Ich vermute sw5>°DD. Es sind wohl Leitern, auf denen die Seele emporsteigen soll, siehe auch oben, p. 208f. Leid. hat sSayp5. Vielleicht hat hier die Wendung »52N05 RMN (siehe p. 4571) eingewirkt. Weiterhin hat Leid. statt NN, das hier nicht pabt, das noch schlechter passende NYxyy. 64, 19—65, 12 Zweites Buch. Einundzwanzigstes Stiick. Ich lerne nichts von eurer hiBlichen Lehre und tibe nichts von euren Werken insgesamt: denn ich bin nicht von euch. Ich spitzte meine Lippen tiber euch und verachtete alle eure Werke’). Ich entspringe euch, den Fangstricken, die ihr in die Welt geworfen, allen euren Stricken und euren Reifen und allen euren Ketten. Ich begebe mich an meinen Ort und hore [65] die Rede meiner Pfleger. Die Rede meiner verborgenen Pfleger hire ich, die wundersam, gesegnet und gefestigt sind. Ich glinze durch ihr Gewand und bin weise durch ihre Weisheit. Ich lerne, was sie in ihrem Herzen haben, und tue alles, was sie tun.“ — Und das Leben ist siegreich. Einundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofien Lebens, der ich durch die Lobpreisung meines Schépfers glinze. Wenn sie mich in die Gefangenschaft brachten, mich in diese Welt sandten und brachten, da sandten sie mich in die Welt der Verbrecher, die alle abgeschnitten und dem Untergange geweiht sind, in die Welt, deren Gestalt hiGlich ist nd ederenias 20-0. oc.) *) nicht leuchtet. Ihre Diener haben keinen Gang, alle ihre Geschipfe haben keinen Glanz. Sie sind nicht sanft, nicht ruhig, und keine Gemeinsamkeit ist unter ihnen. Finster ist ihre Gestalt *), und ihr Aussehen ist dunkel. 1) Man hat wohl PD Wy und PINNTAY? zu lesen. 2) Der Text hat unpassend Np3YO ,,Pileger®. 8) Lies PNMINS. 491 was i} 35 492 Linker Teil. 65, 12—66, 2 Ihre Hauser sind niedergesunken, und sie sitzen alle in der Eindde. Sie wurden schwarz und nahmen Schwarze an, alle sind ha@lich und schwarz’). Fliisternd stehen sie alle da, bise Verbrecher, die voll «**«*** sind’). Was frommt es mir, fiir euch zu biirgen °) und zu euch gezahlt zu werden? Ich soll durch eure Bosheit abgeschnitten werden und unter euch hinabsinken? #9 Was frommt es mir, euren Dunst zu sehen, wo ein jeder, der ihn sieht, zu Falle kommt? Was frommt es mir, daB ich eure Werke sah, die keinen remen Namen tragen? Ich gehe nach dem Hause des Lebens, i warum soll ich eure Wohnung lieben? in Die Planeten stehen da, sind mit Fesseln gefesselt und sprechen: »Als Adam uns entfloh, 20 zerbrachen unsere Wachthauser. Als Adam von uns in die Hohe stieg, wurde unser Glanz uns rasch genommen. Rasch wurde unser Glanz uns genommen, und unser ..... “) wurde als ob er nie dagewesen.“ 25 Er erhob sich und stieg zum Hause des Lebens empor, sie wuschen ihn im Jordan und behiiteten ihn. Sie wuschen ihn und behiiteten ihn im Jordan, sie legten ihre Rechte auf ihn. Sie tauften ihn mit ihrer Taufe 30 und festigten ihn [66] durch ihre reinen Worte. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. =) poor essen paht nicht; es hat wohl eine Form von ODN schwarz sein’ dage- standen. *) Statt NW ist vielleicht NWF ,,Verbrecher, die voll Béses sind, zu lesen. *) Siehe Nold., p. 242,4, doch scheint mir die Erklarung nicht ganz sicher. *) Siehe Joh. IT, p. 662. 66, 3—20 Zweites Buch. Zweiundzwanzigstes Stiick. Zweiundzwanzigstes Stiick. Kin Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Ich war im verborgenen Schatzhause. Im verborgenen Schatzhause war ich unter den teuren Schatzmeistern. Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet, den mein Schiépfer éffnete und den er anstaunte. Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet, noch nicht in meiner Erleuchtung ausgerufen’). Noch hatte ich den Schatz nicht geschauet, da brachten sie mich hin und sandten mich in diese Welt. Wie schon ist, was ich geschauet, wie ha®lich, was ihr mir dann zeigtet! Ich hatte Erleuchtung in Fiille geschaut’), da brachten sie mich hin und zeigten mir die Finsternis. Wann soll ich entfliehen der Finsternis, die sie mir gezeigt? Wann soll ich ihr entfliehen, das ich hingehe und schaue, was ich jenseits geschauet? Also sprach der Mana, und seine Stimme stieg zum Hause des Lebens empor. Zum Hause des Lebens empor stieg seine Stimme, seine Ergebung stieg zum Hause des gewaltigen (Lebens) empor. Es sprach zu ihm: »Urtrage du vieles, dann wirst du bald deinen Schatz schauen. Bald wirst du deimen Schatz schauen, den dein Vater 6ffnete und anstaunte. Richte du deine Gedanken weg von der Tibil, und wir werden von hier unsere Gedanken auf dich richten. Bete du von der Tibil her, 493 und wir werden fiir dich beten (ein Gebet) reich und grof}’*). Du Mana, der du das Leben geschauet, siehe zu, daB du nicht den Tod liebest. Siehe zu, daB du nicht den Tod lebest und verkehrte Rede bezeugest. 1) Hinen Ruf der Uberraschung. ’) Siehe p. 389 unten. 2) Man beachte den Widerspruch. 30 35 494 ur ta wm 30 iS3) unr Linker Teil. 66, 20—67, 13 Liebe nicht Dinge der Lust und lasse nicht den lichten Glanz im Stich. VergifS nicht die GroBen, vergi® nicht «was du schauen wolltest und nicht schautest.* Als der Mana dies hdrte, spitzte er seine Lippen tiber die Welten. Er verachtete Jorabba und die sieben Gestalten, die bei ihm wohnen. Er verachtete die Planeten, wie sie in ihren Wagen [67] sitzen. Er verachtete die Buhlerin ’), von der alle hiflichen Dinge ausgehen. Er verlief sie voller Verachtung, er begab sich fort und ging an seinen Ort, wihrend alle seine Wichter verbliifft dasafen. Er sprach: ,Ich will hingehen und nach dem sehen, was das grofie (Leben) mir sehen den Schatz des gewaltigen (Lebens). [aufgetragen, Ich will hingehen und die Kostbarkeit*) schauen, die mein Vater 6ffnete und anstaunte.“ Bald kam der reine Bote, er nahm mich von hier weg, befreite mich von hier und hob mich zu seinem Schatzhaus empor. Ky sprach: »Kkomm, komm, Mana, komm, schaue die Kostbarkeit. Komm, schaue die Kostbarkeit, die du schauen wolltest und nicht schautest. Du hast gut ausgehalten, Mana, du hast dich gut befreit und bist emporgestiegen.“ Der Mana freut sich der Kostbarkeit und segnet das gewaltige (Leben). Er spricht zu ihm: , Wenn ich emporgestiegen bin*), werde ich dir sagen, was aus deinem lebenden Feuer wird. Wenn dein’ 4... im Gerichte der Welten zuriickgelassen wird, wird ein Teil deiner Weinlese *) in die Hand der Planeten geraten.“— 1) Raha, siehe p. 804. *) Dies scheint hier der Sinn von NAY zu sein. *) Eine Frage paft hier nicht, man erwartet 4D oder mpoo YY. *) Siehe p. 330, 34. 67, 13—68, 7 Zweites Buch. Dreiundzwanzigstes Stiick. 495 ,Du hast gesprochen und verwirklicht, Mana, geh, setze dich auf deinen Thron. Wir wissen wohl, daf} dies vom Zweiten ausgeht.“ — Und gepriesen sei das Leben. Dreiundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens, der ich in teurem Glanze leuchte. Wer hat mich gepflanzt, mich hingesandt und in die Taéuschung dieser Welt gebracht? Wer hat mich in den Rock, den kérperlichen Rock, geworfen, daf} ich aus den Schmerzen und Gebrechen nicht herauskomme’)? Wer hat mir ihre Téuschung gezeiet, wer mich in ihr Blendwerk versetzt? Wer hat mich aus dem Glauben entfernt, wer mich unter die verkehrten Zungen geworfen? Wer warf mich unter die verkehrten Zungen, an denen kein Schatten von Gradheit ist? Wer warf mich unter die Wiiteriche, die alle voll Wut, [68] Liige und Tauschung sind? Wenn ich nur nicht hingehe und dann nicht schaue meinen Ort, den Ort des Lichtes. Wenn ich nur nicht sie (die Oberen) vergesse und nichtige Werke veriibe. Wenn ich nur nicht die Sanftheit vergesse, die das Leben mir zugerufen und gelehrt hat. Die verderblichen Geheimnisse driickten auf mich, und die Geheimnisse des Lichtortes kénnen mich nicht sehen. Die Stimme meines lauteren Erlisers ist es, die Stimme des Mannes, meines Helfers, die Stimme meines lauteren Erlésers, der mit seiner Stimme lehrte und mich vernehmen lief. Er lud mir eine reine Last auf, bei dessen Anblick die Welten erbeben. 1) Wohl NIP PNIND zu lesen. Wm I ut a 20 25 30 496 Linker Teil. 68, 7—23 Er spricht: »lch habe dich versehen, wohl versehen, wenn du willst, steige hierher empor. Wenn sie dich erblicken, unterwirf du dich ihnen. Wenn sie ziirnen und erziirnen, sei du, Mana, voller Ruhe. Erhitze dich nicht, ziirne nicht und siindige nicht (Mana,) und nimm keinen Fehler auf dein Gewand. Ducke dich unter deiner reinen Last und suche Ruhe in der Erleuchtung, die man dir gewahret. Siehe nach deinem verborgenen Glanze und entrinne dem fehlerhaften Rocke. Bekenne die rechten Gli&ubigen, die alle vor dir aufhéren’). Wenn du so handelst, wird dein Gewand an seinem Orte aufgerichtet werden. An seinem Orte wird dein Gewand aufgerichtet werden, und du wirst bei uns gefestigt werden.“ Als der Mana dies horte, richtete ihm das Leben den Sinn auf. Es sprach zu ihm: »sel glaubig und standhaft, dann wirst du emporsteigen und die Gewaltigen schauen.* — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Vierundzwanzigstes Stiick. Kin Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens, den sie [aus dem Hause des groBen (Lebens)] brachten. Sie brachten mich aus dem Hause des Groen; ich bin gekommen, um den Stamm zu...... ay *) Man kann sich bei dem Verse nichts Rechtes denken. Vielleicht hat am Ende ein anderes Verb gestanden. ®) Etwas wie ,.griinden“ muB dagestanden haben. PRO ,,emporsteigen“ gibt keinen Sinn. 68, 23—69, 16 Zweites Buch. Vierundzwanzigstes Stiick. 497 Lidzbarski, Ginza. den Stamm zu...... kam ich und fernzuhalten’) das Fehlerhafte, das da war. Als Adam aus dem Hause des Lebens kam, [69] schauten die Planeten hin und erblickten ihn. Es schauten hin und erblickten ihn die Planeten, die verkehrt und verdreht sind. Als die Planeten ihn erblickten, wufite Adam nicht, was er ihnen sagen sollte’). Wie er an seiner Stelle steht, angstigte er sie, alsdann ging er vorbei (?) und sprach zu ihnen: »O ihr verdrehten Augen, warum erhebet ihr euch zu den reinen’*)? O du béser Mund, was willst du der rechten Zunge sagen‘)? O die ihr ein Ende nehmet, was wollet ihr von den wahrhaftigen Lippen lernen? O ihr Mangelhaften, Abgeschnittenen, was wollet ihr von der leuchtenden Gestalt lernen? Nicht euch zuliebe bin ich hierher gekommen, sondern das Leben hat mich hergesandt. Nicht euch zuliebe bin ich hierher gekommen, denen vom Leben kein Rat erteilt wurde. Des Zweiten wegen bin ich gekommen, damit seine Werke nicht zu Grunde gehen. Seine Werke sollen nicht zu Grunde gehen, weil seine Rechte rein ist.“ Als sie dies von ihm horten, wurden sie ihm zu Pflegern. Einer schuf Wasser, ein anderer schuf Wind. Einer schuf Wind und fiigte eine Krone zusammen fiir alle’). Jeder einzelne®) gewihrte ihm Glanz, und sie zogen ihn mit Speise grof. Er wiederum erleuchtete sie ohne Aufhdér’). 1) sod.p 1) ,,fiillen“ paBt schlecht; vielleicht NI(0)NYD) zu yID, siehe Joh. 46, 13 ff. 2) Wohl IND NT zu lesen. 3) Lies NMNDNTD; Leid. hat NONDNANY. 4) Lies IND. Der Gegensatz zu NIPNN NNW" sind die NI DY NRW Text 67,23. 5) Fiir alle Winde? ®) Leid. hat NIN NT. 7) Wahrscheinlich fehlt hinter 5~~2N5) etwas. ve lo Ic 30 498 Linker Teil. 69. 17—70 8 Sie waren ihm Pfleger, doch von Zeit zu Zeit lieBen sie Angst gegen ihn los. Da betet der Mana in Erleuchtung, und die Angst wird gegen ihn nicht losgelassen. Lobpreisend betete Adam zum grofen Leben: Sende mir diesen Helfer. Nur kurze Zeit weilte er unter ihnen, bald entwich er ihren Hianden. [Er entwich] dem Mangel, er stiez weg von den Anschliégen empor. Sie sehen seinen reichen Glanz, wie helles Licht ihn umgibt’). Er stieg empor und schaute die reine Vollkommenheit, die zu ihm herankam. Er sprach zu ihr: .Komm, komm, sanfter Helfer, denn dir zuliebe [70] wohnte ich*) in der Welt. Deines Glanzes und deiner Rede wegen wurde keine Angst gegen mich losgelassen.“ Sie faBte Adam bei der Rechten, stieg empor und richtete ihn in ihrer Skina auf, an der Statte, an der das grofe (Leben) wohnet und ihr Glanz und ihre Gestalt hell sind: . Jener Adam, den du mir iibergabest, ist wieder bei dir®) aufgerichtet*).“ Das Leben segnete ihn mit seinem reinen Munde und sprach freundlich zu ihm: »Gesegnet seiest du und dein Schépfer, der dich geschaffen hat, diesen, Mana’), brachte ich zu dir‘).“ — Und gepriesen sei das Leben. Fiinfundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens’), ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, 1) Lies FIDNANDIMND?. *) Lies mans Wound dyyrnn. Canned Diese Worte nach Leid.: 4NONONY (lies WO NANTYS) AMaNnyT ow wm l= “) Die Worte sind von der Adam geleitenden » Vollkommenheit“ gesprochen. *) Hier ist der Mana als Seele von Adam getrennt. ®) Leid. hat “~dopppe. *) Siehe auch den Anfang des vierten Stiickes. 70, 9—71, 2 Zweites Buch. Fiinfundzwanzigstes Stiick. 499 ein Mana bin ich des groBen Lebens. Wer brachte mich von meinem Orte weg? Von meinem Orte brachte wer mich weg, wer liefi mich im Hause der Planeten wohnen? Im Hause der Planeten lie®B wer mich wohnen, da die Bésen auf mich ziirnen? — Die Bésen ziirnen auf mich, und taglich sinnen sie auf Bises gegen mich. Sie sinnen in Bosheit gegen mich und sprechen: » Wir wollen ihn abschneiden und bei uns lassen. Wir wollen ihn abschneiden und bei uns lassen und von seinem Herkunftsorte absperren. Absperren wollen wir ihn von seinem Herkunftsorte, und er soll unser Anteil genannt werden.“ Adam sinnt nach und spricht: » Vielleicht verdammen sie mich. Vielleicht verdammen sie mich hier und schneiden mich vom Herkunftsorte meines Vaters ab.“ Wie Adam dasteht und nachdenkt, kommt sein Helfer zu ihm heran. Heran zu ihm kommt sein Helfer, der Uthra, der ihn hierher gebracht hat. Er spricht zu ihm: »Nach dem Hause, in dem du wohnest, warum fragest du? Du weit nicht, Adam, daB es so geschieht, wie du sagtest ’)? Wir im Verborgenen, wir wissen, da du bald daraus scheidest und zu uns emporsteigest. Du steigest zu uns empor und wohnest in unserer Skina.“ Als Adam dies hérte, fragte er nicht mehr nach den Verganglichen. Er fragte nicht mehr nach denen, die das hinfallige Haus gebauet; er harrte aus und wohnte darin. Doch bald [71] flog er empor und gelangte an seinen Ort, die Stitte, aus der er geschaffen worden war, die Statte, aus der er geschaffen und in der seine Gestalt aufgeleuchtet war. 1) Siehe oben, p. 456, 25f. a. 20 30 35 40 25 30 500 Linker Teil. 71, 3—20 Adam freut sich in seinem Sinne, klirt sich in seinem Sinne auf: ,Wie wundersam ist, was mein Vater mir gesaget, wie wundersam, was das grofe (Leben) mich gelehret. Gehet, gehet, ihr Planeten, seid ein Anteil eurer eigenen Hauser. Gehet, seid ein Anteil eurer Hauser, und eure Hiuser seien euer Anteil. Ich steige mit der Wurzel meines Vaters empor, wihrend das Haus euch gelassen wird.“ —- Gepriesen sei das Leben, siegreich ist das Leben, das die Freunde seines Namens nicht verdammt. Sechsundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des grofen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Hier unter den Aonen weilte ich. Hier weilte ich unter den Aonen, und Hibil war mir ein Pfleger. Kin Pfleger war mir Hibil, und er war mein lauterer Helfer. Der Sohn des reichen Glanzes, und seine Kraft*) war mir eine Stiitze. Er war mir eine Stiitze, er festigte mich, und er erliste mich von der Welt. Er erléste mich aus der Hand und den Werken der Sieben. Allzeit zeigte er mir den Weg und schuf mir einen Pfad zum Lichtort, Er hob mich mit sich empor und lief} mich nicht in der nichtigen Wohnung zuriick. Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes und holte mich mit Gepringe aus der Welt. — Und das Leben ist siegreich. 1) Leid. hat AD WM), diese Auffassung wird auch durch Text 72, 12,17 gestiitzt. 71, 21—72, 10 Zweites Buch. Siebenundzwanzigstes Stiick. Siebenundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer brachte mich von meinem Orte weg? Von meinem Orte brachte wer mich weg, wer stiirzte mich zwischen die Berge’)? Wer stiirzte mich zwischen die Berge, und wer warf mich in den Ort des Todes? In den Ort des Todes warf wer mich, vom Leben trennte wer mich? Wer trennte mich vom Leben, das tiberreich, ohne Mangel ist? [72] Wie der Mana nachsinnt, kam zu ihm sein Helfer heran. Sein Helfer kam zu ihm heran, zeigte ihm den Kranz, den man ihm anvertrauet, zeigte ihm den lauteren Schatz, der an seiner Statte*) gegriindet und geschaffen war: » Wenn du dich vom Leben lossagtest, hatte es dir diese Krinze nicht zuerteilt. Nicht hatte es dir zuerteilt diese Krinze, noch diesen Schatz dir geschaffen. Dir, Mana, ist es bestimmt, da du ausharrest und in der Welt wohnest. Zu nichte werden sollen die Werke, die dein Vater, der Zweite, geschaffen. Jedesmal, wo es dir schwer wird, wird unser Ruf zu dir gelangen. Er wird zu dir gelangen; andere nichts an dem, was wir dir sagten.“ Die drei Uthras stiitzten den Mana’), und er, der Mana, fand Ruhe in seiner Erleuchtung. Er, der Mana, fand in seiner Erleuchtung Ruhe, 501 ifs) 20 25 30 35 er erhielt fest und gesetzt seinen Sinn. 1) Mit ihren unebenen, schwierigen Wegen? *) Wohl RMD (AND) zu lesen. Das angehingte }» ist vielleicht durch das folgende 7 beeinflubt. ) Drei Uthras als Beschiitzer und Hiiter der Seele oben, p. 92,8f.; 96,23f. und sonst, siehe auch Brandt, Rel., p. 122. 10 15 25 30 502 Linker Teil. 92, 11—73/1 Seinen Sinn erhielt er fest, er harrte aus und wohnte in der Welt, der Welt, deren Widerwartigkeit kein Ende nimmt. Sie faBten den Mana mit all ihrer Kraft und hielten ihn mit beiden Hinden fest. Sie holten ihn aus dem Korper und richteten ihn an seinem Orte auf. Sie dffneten ihm das Tor des Lichtes und zeigten ihm die Wege der Sicherheit. Er geht dahin, wihrend seine Kraft immer wichst’), und preist die Manner, die ihn unterwiesen haben. Er preist den Turban, den sie ihm gezeiget, die Gewinder des Glanzes, die sie ihm angelegt. Er preist seinen Helfer, durch dessen Kraft er in der Welt hat wohnen kénnen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Achtundzwanzigstes Stiick. Ein Mana bin ich des groBen Lebens, ein Mana bin ich des gewaltigen Lebens, ein Mana bin ich des grofen Lebens. Wer brachte mich von meinem Orte weg? Von meinem Orte brachte wer mich weg, im Hause der Planeten lie} wer mich wohnen? Wer lieS mich im Hause der Planeten wohnen, wer hat mich in die Mangelhaftigkeit geworfen? Wer warf mich an den Ort, der voller Schiandlichkeiten ist, wo alle voller Téuschung und Trug sind? Wer schlofi mich in ihre Mysterien ein, wer fesselte mich mit ihren Ketten? Wer legte mich in ihren groBen FuBbblock, wer [73] zeigte sie mir’)? Wer warf mich in ihr Gemiiuer, wer schlof ihr Tor vor mir? ') Lies FONT NUIND) NUON? : 2) wn ist kaum urspriinglich. Sollte vielleicht das assyrische meédilu ,Riegel* daria stecken ? 73, 2—19 Zweites Buch. Achtundzwanzigstes Stiick. 503 Wer tat mich mit ihren Zéllnern zusammen und fiihrte mich an ihren Wachthiiusern vorbei? Als ich sie erblickte, erschrak ich, und Angst tiberkam mich. Ich erschrak, mich iiberkam Angst, und ich sagte mir, daB ich vergesse, was das gewaltige (Leben) [mir befohlen. Wie der Mana dasteht und nachsinnt, kam sein Helfer zu ihm heran: »ich bin zu dir gekommen, damit du unter den Werken deiner Hinde wohnest. Wenn du unter ihnen weilest, sieh dich vor, deine Seele zu verderben. Sieh dich vor, ihre (der Bésen) Siinden zu begehen, dai du mit zu ihrem Ende geziuhlt werdest. Wenn du dich abseits von ihnen hiltst, werden sie dir nichts anhaben kénnen. Sie werden dich mit ihren Verschliissen nicht festhalten, werden dir nicht auf dem Wege vorangehen. Ich werde dich rasch von ihnen erlisen und von den nichtigen Wachthauslern, sowie von den finsteren Mauern, die ein Anteil der Verginglichen sind. Mate ce das Leben deine Werke; in wahrhafter Liebe werde ich dich emporheben. Ich werde dir Sam, den verborgenen’), offenbaren, sowie seinen guten Namen, in dem du weiltest. Ich werde dir die drei reinen (Dinge) zeigen, die wundersam und auferweltlich sind. Dein Herz, das dich schmerzt, wird Ruhe finden, und du wirst die Verfolgung der Welt vergessen.“ Der Mana segnet und preist seinen grofen Helfer: ,Wenn du mir diese Dinge zeigest, warum soll ich mit den Verginglichen wohnen?“ Sein MaB wurde voll, und seine Zeit kam, da stieg der Mana an seinen Ort empor. Der Mana stieg an seinen Ort empor, und die sanften Uthras gingen ihm entgegen. 1) SOND OND findet sich nur an dieser Stelle, doch steht das Beiwort den haufigen Bezeichnungen 7°%D OND und NIWVID RIND OND nahe. 5 25 30 35 Io ‘504 Linker Teil. 73, 19—74, 2 Die Uthras gingen ihm entgegen, sie brachten ihm Glanz, Licht und Leuchten. Sie bekleideten ihn mit Glanz von dem, womit sie sich an ihrer Statte kleiden. Sie bedeckten ihn mit einem Turban von Licht, von der Art, wie sie an ihrem Orte bedeckt sind, {und offneten ihm] die Pforte mit ihrer Lobpreisung. Ja, so’) liebten und ehrten wir dich, weil du dich befreitest und von der Welt emporgestiegen bist! Du hast dich befreit, bist von ihnen emporgestiegen und wurdest unter uns [74] in Herrlichkeit aufgerichtet.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. ) PNIDN heift in der Regel ,wie*, dies pafit aber hier schlecht. Es hat wohl hier den Sinn ,,so“ wie oben, p. 62, 1. auch R 239, J. ult. mit Varr. DNDN NO konnte fiir NNN stehen, das B hat, siehe Drittes Buch. Das Buch enthalt eine bunte Sammlung von Gedichten, die sich alle mit dem Schicksal der Seele befassen. Einige finden sich auch im Qolasta. Die Seele wird vorwiegend NOW?) statt NNO Ww) genannt, siehe Lit., p. 121. Auf die langeren Gedichte folgen in der Regel kurze, die man sich als Responsionen der Gemeinde zu denken hat. Die liturgische Ver- wendung der Sammlung bei einem Todesfalle ergibt sich aus der Randglosse am Anfange des Buches in A: ,,.Wenn man das Buch lesen will nach dem (Tode eines) Abgeschiedenen, mag der Abgeschiedene ein Mann oder ein Weib oder ein Priester sein, so verrichte er (der Priester) erst ein Gebet fiir sich und die ganze Generation’). Vor Stiick 14 steht in C am Rande: ,,Wenn du anlangst bei ,,Als die Finsternis Plane schmiedete“, dann legt man den Abgeschiedenen ins Grab, wenn er ein Priester oder Ganzibra (siehe p. 150%) ist.“ Im Namen des groBen Lebens werde die Gemeinschaft und die Selig- keit des Lebens, sowie ein Sitindenerlasser zuteil mir NN, meiner Gattin NN und meinen Kindern NN, sowie den Seelen unserer Vater, unserer Meister, unserer Briider und unserer Schwestern, die aus ihrem Korper ge- schieden sind und die noch in ihrem Korper weilen. O sanfter Mana, o geordneter, wohlgeordneter Mana, o sanfter Mana, mégen mit dir Helfer kommen, bis dai die Wage waget Werke und Lohn. Erstes Stiick. Im Namen des grofen Lebens sei verherrlicht das hehre Licht. — Nachdem das Firmament ausgespannt, nachdem die Erde gedichtet, 1) Fiir ,,Gebet steht SON, das auch ,,Gebete“ bedeuten kann. Vielleicht ist nur das kurze Gebet gemeint, das an der Spitze des Buches steht. Ww 25 bo wn 40 506 Linker Teil. 74, 15-75, 12 nachdem die Sonne gekommen, nachdem der Mond sich offenbaret, nachdem die Sieben gekommen und diese Zwilf hierher gegangen waren, formten sie den Kérper Adams, doch legten sie keine Seele in ihn. Wegen des Kérpers Adams kam die Seele aus dem Hause des grofien Lebens. Aus dem Hause des grofen Lebens kam die Seele, und die drei Uthras kamen mit thr. Mit ihr kamen die drei Uthras und stellten sie aufSerhalb des Koérpers hin. AuSerhalb des Kérpers stellten sie sie hin; sie wollen sie in den Korper einfiihren, doch sie tritt nicht ein. Sie wollen sie in den Kérper einfithren, doch sie tritt nicht ein, sie weint, jammert und ergiefit sich (in Tranen): »4u euch spreche ich, ihr Uthras, meine Briider, lasset mich nur eine Stunde am Tage warten. Nur eine Stunde am Tage [75] lasset mich warten, damit ich meine Stimme zum Lichtort emporsteigen lasse. Ich will zu den Uthras, meinen Briidern, sprechen: ,Was habe ich unter euch gesiindigt? Was habe ich gesiindigt unter euch, da ihr mich betértet und aus eurer Mitte wegbrachtet? Ihr habt mich aus meinem Heime weg in die Gefangenschaft gebracht, mich betért und aus meinem Vaterhause weggeholt.‘ Ich will zu Manda dHaije sprechen: »sende rasch einen Guten zu mir. Rasch sende einen Guten zu mir, dafs er mich aus der Welt erlise. Er zerstére den Bau und tibergebe den Koérper seinem Herrn. Kr hebe mich zum Orte des Lebens empor, wo meine Wurzel vorher stand, damit die Bésen mich nicht blind, die Siinder mich nicht taub machen. Damit die Bésen mich nicht blind machen und nicht wissen, woher ich gekommen bin. Damit sie mich nicht durch ihre Ekurs taub machen und ich nicht hire, was sie von mir sagen. Jetzt bedriicken mich die Vélker, Grenzen und Zungen und werfen mich in das Meer der Galle. 75, 12—76, 5 Drittes Buch. Erstes Stiick. 507 Jetzt bedriickt mich das Gétzentum, und ich liefere mich jeglicher Stadt aus’). Jetzt kniipfen die Bésen Biltre zusammen, und verwiinschte Schalmeien sprechen durch meinen Mund. Sie lehren mich die Stimme des Abfalls, und ich vergesse meinen Herrn aus meinem Sinne. Sie werfen mich in einen tiefen Brunnen, in den die Bésen fallen, ohne emporzukommen. Die Drachen verschlingen mich, und sie nehmen mich in den Wohnsitzen der Schwelgerei in [Musik gefangen.“ Kin jeder spricht zu ihr: »Des Lebens schuldlose Seele!“ Ein jeder spricht zu ihr: »Botin aller Leuchten!“ Ein jeder spricht zu ihr, zu des Lebens schuldloser Seele: »O Seele, steh auf, geh hin, tritt in den Korper ein und lafi dich im Palaste gefangen halten. Der grimme Léwe wird durch dich gefangen genommen werden, der grimme, grimmige Liwe’). Der Drache wird durch dich gefangen genommen werden, der Bose wird an seinem Orte getitet werden. Durch dich wird der KGénig der Finsternis gefesselt werden, dessen Kraft niemand gewachsen ist.“ — (Ein jeder spricht zu ihr: »DVes Lebens schuldlose [76] Seele!“ Ein jeder spricht zu ihr, zur Botin aller Leuchten!> ,Guter, wenn du wiinschest, dafs ich hingehe, in den Korper eintrete und im Palaste gefangen sei, gib mir eine hohe Waffe, daB ich meine Verfolger von mir abwehre.“ Ein jeder spricht zu ihr: »Botin aller Leuchten!“ Ein jeder spricht zu ihr: »Des Lebens schuldlose Seele! 1) Ich mu hingehen, wohin man mir befiehlt? *) Siehe p. 433 unt. i fe) iS) ° 35 Io 15 20 25 30 40 508 Was fiir eine hohe Waffe wiinschest du, Seele, Dir zuliebe, Seele, Dir zuliebe, Seele, Linker Teil. 76, 5—77, 1 da® wir sie dir aus dem Schatze des Lebens gewihren? Deine Waffe ist das Nasardertum, die wahren Worte, die zu dir aus dem Lichtort gekommen sind.“ Ferner sprachen sie zu ihr: wurde dieses Firmament ausgespannt’), wurde ausgespannt dieses Firmament und wurden Sterne in ihm gebildet. ist dieses Festland entstanden, ist entstanden dieses Festland, bildete sich die Verdichtung und fiel ins Wasser. Dir zuliebe, Seele, kam die Sonne, dir zuliebe, Seele, offenbarte sich der Mond, dir zuliebe kamen die Sieben und gingen diese Zwolf hierher, wurden die vier Winde geschaffen und der Ather, der auf dich weht, go man dir Weisheit ins Herz, daB du deines Herrn gedenkest und ihn preisest. Jetzt kommt die Zeit und der Termin, kommt der Termin und die Zeit. Jahre schwinden hin wie Schatten, Auf den Namen meines Herrn Manda [77] dHaije hin, und Monate fliegen dahin wie das Morgengrauen. Jahre, Tage, Monate, Zeiten, Stunden und Sosse sinken hin und vergehen, als ob sie nie dagewesen ). Die Weinstécke der Freude werden ausgerissen, und ihr Gesang geht dahin und verliert sich. Das Gold geht verloren, und das Silber wird gesucht und nicht gefunden. Die Edlen und Herren scheiden in ihrem Herzenskummer von der Welt. Sie erwerben und lassen es ihren Kindern zuriick, sie gehen dahin und sieden im Feuer. Die Kinder der Elenden und Verfolgten verlassen in Wehleid die Welt. Die Tibil vergeht und nimmt ein Ende in den Tiefen des Gestankes der Finsternis. “ auf seme Kraft hin ging ich und trat in den Korper ein. 1) Siehe Lit., p. 225. *) Siehe Joh. II, p. 180. 77, 1—19 Drittes Buch. Zweites Stiick. 509 Ich ging hin und trat in den Korper ein und lief mich im Palaste gefangen halten. Von dem Tage an, da ich in den Korper eintrat, war ich seine Gemahlin in den Zeitaltern. Seine Gemahlin in den Zeitaltern war ich, 5 und die Bésen ziirnten aus den Tiefen auf mich. Aus den Tiefen ziirnten die Bésen auf mich, und sie wiinschen, dafi die Seele des Lebens unter sie gehe. Als ich sie erblickte, hielt ich sie abseits von der Welt fest. Ao Als Manda dHaijé mich erblickte, lieB er mir Kraft schaffen. Er lieB mich mit Glanz bekleiden und mit teurem Lichte bedecken. Er legte mir een Kranz von Siegen auf, 1 dessen Blatter leuchten. Er sprach: »O Seele, nimm dich mit deiner Rede in acht, daf} sie dich nicht im Hause der Zéllner fesseln.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, 2D und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Mein Sinn liebte das Leben, und meine Seele bekannte den Lichtort. Zweites Stiick '). Versehen, wohlversehen bin ich, 25 die Uthras des Lichtes haben mich versehen. Ich bin versehen, das Leben hat mich versehen, ich bin wohlversehen, die Uthras des Lichtes haben mich versehen. Sie versahen mich mit der Reisezehrung der Kusta, sie riisteten mich mit all ihrer Weisheit aus. . 30 Weswegen war Ptahil, weswegen hat er die Welt geschaffen? Weswegen entstand der Plan und haben sie mich aus meinem Orte weggebracht? 1) Steht auch Lit., p. 161. 25 35 40 5LO Linker Teil. 77, 19—%8, 14 Sie sandten mich in die Welt der Anstéfe, die ganz voller Knoten und Siegel ist. Sie ist ganz voll Feuer, mit Dornen und Disteln besiet. Sie ist ganz voll Blendwerk, ganz voll Trug und Lug. Die Planeten, die in ihr wohnen, sinnen tiglich auf Béses gegen mich. Sie sinnen [gegen mich] in Bosheit und sagen: wir wollen seinen Sinn zwiespiltig machen. Von meinem Herzen, das mit Ku&ta erfiillt ist, sagen sie: wir wollen es von uns her [78] straucheln lassen. Von meinen Augen, die zum Licht emporschauen, sagen sie: sie sollen (unkeusche) Winke geben. Von meinem Munde, der das Leben preist, sagen sie: er soll Liige sprechen. Von meinen Hinden, die Almosen spenden (und Kusta darreichen), sagen sie: sie sollen morden. Von meinen Knien, die sich vor dem Leben verneigen, sagen sie: sie sollen sich vor den Sieben verneigen. Von meinen Fiifen, die die Pfade der Kusta (und des Glaubens> wandeln, sagen sie: sie sollen barfuB gehen. Ich hob meine Augen zur Héhe empor, mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin’). Als das Leben meinen Ruf horte, sandte es mir einen Geleiter entgegen. Der Geleiter, der mir entgegen kam, brachte mir ein prichtiges Gewand. Er enthiillte Glanz und zeigte ihn mir, und ich legte den stinkenden Korper ab. Kr faite mich bei der Flaiche meiner Rechten und fiihrte mich iiber die Wasserbiche. Uber die Wasserbiche fiihrte er mich, er leitete mich hin und stiitzte mich auf das Abbild des Lebens’). Das Leben stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er- Das Leben ist siegreich, [hoffte. — und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. *) Var. MNDD ,,meine Seele schaute zum Hause des Lebens hin“. *) Siehe p. 4522. 78, 15—29, 4 Drittes Buch. Drittes Stiick. Die Seele spricht zu den Uthras: »Meine Briider, ihr Uthras, die ihr dort sitzet, bei eurem Leben, ihr Uthras, meine Briider, saget mir, woher’) Hibil-Ziwa’s Wohnsitz ist. Er betérte mich und fiihrte mich in den Kérper ein, dann lief} er mich zuriick und stieg an seinen Ort empor.“ Drittes Stitck *. Heil dir, Heil dir, Seele, da du die Welt verlassen hast. Du hast die Verwesung verlassen und den stinkenden Kérper, in dem du weiltest, die Wohnung, die Wohnung der Bésen, den Ort, der lauter Siinder ist, die Welt der Finsternis, des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht, die Wohnung, in der die Planeten hausen, die Schmerzen und Gebrechen bringen. Schmerzen bringen sie und Gebrechen, und taglich erregen sie Unruhe. Steh auf, steh auf, Seele, steig zu deiner Urheimat empor. Zu deiner Urheimat steig empor, *zu dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest, zu dem Orte, aus dem du wurdest gepflanzt’*), zu deiner guten Wohnung der Uthras. Rege dich, ziehe dein Gewand des Glanzes an und lege [79] deinen prangenden Kranz auf. Setze dich auf deinen Thron des Glanzes, den das Leben am Lichtort aufgerichtet hat. Steig empor‘), wohne in den Skinas zwischen den Uthras, deinen Briidern. Wie du gewohnt bist, segne deine Urheimat und verwiinsche diesen Ort des Hauses deiner Pfleger. 1) Man erwartet eher ,,wo“. **) Dies nur nach dem Qolasta. *) Steht auch Lit., p. 159. 4 Dies nach dem Qolasta. 25 20 25 30 512 35 Linker Teil. 79, 4—22 Denn die Jahre, die du in diesem weiltest, waren die Sieben deine Gegner. Deine Gegner waren die Sieben, und die Zwiélf waren deine Verfolger. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. —_ Sonntag, Kusta und Almosen, ihr seied Zeugen der Seele, ihr seied ihr Zeugen und bringet sie am Hause der Zollner vorbei. Viertes Sttick ’). Geh in Frieden, Auserwihlte, Reine, Siindenlose ohne Fehl. Du hast deinen Platz aus der Tibil heraus erwihlt, und dein Los ist aus den Zeitaltern herausgesprungen °). Herausgesprungen aus den Zeitaltern ist dein Los, tiber aller Welt stehest du. Du sagtest, Auserwihlte, Reine: ich bin eine Seherin, Unterscheiderin. Eine Seherin bin ich, eine Unterscheiderin, und die Welten versammeln sich zum Gericht. Zum Gericht versammeln sich die Welten, und ihnen wird Recht gesprochen. Recht wird ihnen gesprochen, die nicht die Werke eines wahrhaften Mannes geiibt haben. Du allein, Auserwihlte, Reine, du hellglinzender Mana, du wirst nicht zum Gerichtshofe gehen, dir wird nicht Recht gesprochen werden. Nicht wird dir Recht gesprochen werden, da du die Werke eines wahrhaften Mannes geiibt hast. Was sie (hier) ertragen und dulden, wirst du, Erwihlte, vor dir nicht finden. Entrinne der Gewalt der Planeten, der Machthaber dieser Welt. ’) Steht auch Lit., p. 157. *) Es ist nicht mehr an die Zeitliiufte dieser Welt gebunden, siehe auch Joh. II, p. 117%. 79, 22—80, 16 Drittes Buch. Fiinftes Stiick. 513 Nimm, ziehe dein Gewand des Glanzes an und setze dir deinen prangenden Kranz auf. Beuge deinen Kérper, verneige dich und strecke dich hin und preise das gewaltige Leben. Preise den Ort des Lebens, 5 zu dem deine Viter [80] hinziehen. Du, Erwihlte, kamest nicht von hier, und nicht von hier ist deine Pflanzung gepflanzet. Dein Ort ist der Ort des Lebens, dein Wohnsitz ist der lichte Wohnsitz. 10 Dir ist ein Thron der Ruhe aufgerichtet, an dem Glut und Wut nicht ist. Dir ist ein Giirtel bewahrt, AMM es See. 2 *) und Fehler nicht ist. Gute, steig zum Hause des Lebens empor, 15 geh zum lichten Wohnsitz. Zwischen den Lampen des Lichtes sollen deine Lampen emporgezogen werden und leuchten. Zu deiner Zeit und deinem Termin steig empor und schaue den Lichtort. — 20 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Meine Erleuchtung’*) und meine Lobpreisung fiihren mich hiniiber. Der du durch die Wache hindurchfihrest, fiihre mich hintiber, die Lichtwolke, und sie steige empor 25 siegreich zum Orte des Lichtes. Fiinftes Stiick °). Ruhe und Heil walte auf dem Wege, den Adam recht gebauet, Ruhe und Heil walte 30 auf dem Wege, den die Seele gehet. Gehe, Seele, siegreich nach dem Orte, aus dem du gepflanzt wurdest, nach dem Orte der Freude, - an dem das Antlitz pranget. 35 t) Das Wort NIDN ist anscheinend entstellt, siehe Lit., p. 158%. 2) Auch Lit., p. 156. 3) Steht mit Abweichungen auch Lit., p. 101. Lidzbarski, Ginza. 35 IO 25 30 514 Linker Teil. 80. 16—81, 9 Die Seele liste die Kette, sie sprengte die Bande. Sie legte den kérperlichen Rock ab, dann wandte sie sich um, sah ihn und erbebte. Die Stimme der Seele des Lebens ist es, die aus dem Kérper des Kehrichts ’) [scheidet] Ae Der Loser, der die Seele léset, weint, daB sie ihn nicht Jassen, daB er sie lése*). Die Seele fliegt und zieht hin, bis sie an das Tor des Hauses des Lebens kam. Als sie an das Tor des Hauses des Lebens kam, gehen Uthras ihr entgegen und segnen sie’): »Komm in Frieden, du Edelgeborene, die du in der Wohnung der Bésen eine Magd warest. Komm in Frieden, du Duftspendende, die du den stinkenden Kérper duftend machtest. Komm in Frieden, du reine Perle, die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’). Komm [81] in Frieden, Erwahlte, Reine, die du das finstere Haus erleuchtetest.“ Die Seele fliegt und zieht hin, bis sie an das Tor des Hauses des Lebens kam. Als sie an das Tor des Hauses des Lebens kam, kommt ihr der Geleiter entgegen. EKinen prangenden Kranz tragt er in der Hand, auf beiden Armen ein Gewand: »Rege dich, Seele, ziehe dein Gewand an und setze deinen prangenden Kranz auf. Steig empor, gehe zur Skina, der Staétte, an der die Uthras sitzen. Zur Stiatte, an der die Uthras sitzen und deine Briider in ihren Skinas untergebracht: sind.“ Das Leben reichte ihr die Hand, es schlof mit ihr Gemeinschaft, wie die Auserwihlten sie am Lichtort schlieBen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. *) Siehe Nold., p. 54%. Der Sinn ist nicht sicher, siehe oben, p. 843, *) So nach Text 132,18, oder N°DNI ist nach 97,9 zu wiederholen, dann ,,weinet“. 5) Fiir das erste NTNWF hat Leid. Aw. Der Satz paft hier schlecht. 4) Das dahinter stehende pom bzw. Sy) ist zu streichen. ») So besser nach einer Handschrift des Qolasta als MRIY Ny ae oe wurdest“. 81, 10—82, 4 Sechstes Stiick. Ruhe und Heil walte auf dem Wege, den Adam recht gehauet. Ruhe und Heil walte auf dem Wege, den die Seele gehet: »Gehe, Seele, siegreich Drittes Buch. Sechstes Stiick. (oi a OL nach der Wohnung, aus der du gepflanzt wurdest, nach dem Orte der Freude, an dem das Antlitz pranget. Das Antlitz pranget an ihm, die Gestalt wird leuchtend und verfinstert sich nicht.“ Die Seele liste die Kette, sie sprengte die Bande. Sie legte den kérperlichen Rock ab, dann wandte sie sich um, sah ihn und erbebte. Die Versorger rufen ihr zu, die Manner, die die Seele versorgen. Die Versorger rufen ihr zu, sie versorgen sie und segnen sie’): ,.Komm in Frieden, du Lichtspendende, die du das hinfillige Haus erleuchtetest. Komm in Frieden, du Duftspendende, die du den stinkenden Korper duftend machtest. Komm in Frieden, du Perle, die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest”). Komm in Frieden, du Edelgeborene, die man in der Wohnung der Boésen eine Magd genannt. Komm, rege dich, ziehe dein Gewand an und setze deinen prangenden Kranz auf. Binde deinen Giirtel um, in dem es keine Schmerzen und Gebrechen gibt. Komm, wohne in den Skinas unter den Uthras, deinen Briidern, wie sie dasitzen.“ ~ Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. [$2] Singet Hymnen und lasset diese Seele vernehmen, daB ihr Ma voll und ihr Gang nach dem Orte des Lebens gerichtet ist. 1) Vielleicht so; pom) paht auch hier nicht, siehe p. 514, 12. *) Siehe p. 514, 17. 3a* i) ut 30 To iS) wn 30 516 Linker Teil. Siebentes Sttick ’). Am Tage, da die Seele hinauszieht, am Tage, da die Vollendete emporsteigi, am Tage, da die Seele hinauszieht weg von unterhalb der Rider des Todes, Poa ee ist Streit geworfen in die Tibil der Verginglichkeit. Ruha sitzt in Trauer, die Sieben sitzen in Erstarrung da. Der Rock der Sterne ist zerfetzt, Staub ist auf das Haupt der Ruha geworfen. Die Glickner weinen, die Wachthiausler sind erschrocken. Der Mann, der mich hierher brachte, brachte mir ein priachtiges Gewand. Er bekleidete mich mit einem Gewande des Glanzes und bedeckte mich mit einem Turban des Lichites. Er setzte mir einen Kranz aus Ather auf und was sonst das grofe (Leben) den Uthras gewilhrte. Er hob mich zum Hause des Lebens empor, zur Wohnung, die ohne Grenze ist. Er richtete mich unter den Uthras auf, stellte mich unter den Vollendeten auf. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Du von erprobter Gerechtigkeit, ich komme mit dir und geleite dich, bis daB die Wage wiget Werke und Lohn. Achtes Stiick. Am Tage, da die Seele hinauszieht, am Tage, da die Vollendete emporsteigt, am Tage, da die Seele hinauszieht, it ist Streit in die Tibil geworfen. | *) Steht auch Lit., p. 163. 82, 5—22 82, 23—83, 13 Drittes Buch. Achtes Stiick. 517 In die Tibil ist Streit geworfen, Aufruhr ist in sie geworfen und Unruhe. Es versammelten sich und..... *) die Schatzmeister dieser Welt. Sie sprechen: : ,Wer hat die Perle hinausgebracht, die das hinfiillige Haus erleuchtete? [83] Im Hause, das sie verlassen hat, barsten die Wande und stiirzten ein. Seme Winde barsten und stiirzten ein, 10 und die Pfosten seines Tores fielen zur Erde. Seine Fenster wurden geschlossen, und seine Lampen erloschen und leuchten nicht. Meine Augen sehen nicht mehr, was man in den Zeitaltern treibt. 15 Meine Ohren hoéren nicht mehr, was man in den Zeitaltern spricht. Meine Fiife schreiten nicht mehr in den Zeitaltern und..... TG Diba Die Seele spricht und geht dahin, 20 mit ihr auch wer des lichten Wohnsitzes wiirdig: ist: »Nackt brachte man mich’) in die Welt, und leer holte man mich*) aus ihr. Leer holte man mich*) aus ihr, wie einen Vogel, den nichts begleitet”). 25 Meine Lohnzahlung geht mir voran, meine Almosenspende folgt mir. Die Wasserwogen*) halte ich in meiner Hand und richte mich im lichten Wohnsitz auf.“ Als die Sieben die Seele erblickten, 30 stellten sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der Sie zerstoBen sie, doch sie wird nicht sii’), [Zollner, auf. sie drangen sie und suchen sie hinzuwerfen, doch sie fallt nicht. Sie zerreiBen ihr das Gewand am Halse, doch sie ist mit dem Glanze des Lebens bekleidet. 35 1) Sepainy wurden hingemordet‘ paft nicht. Man erwartet hier am ehesten ANININY, doch liegt es graphisch von Sepriny zu weit ab. 2) ,Wiederholen“ pabt fiir g°28M ebensowenig wie fiir PINN R 366,14, siehe oben, p. 389°. *) Wohl whe zu lesen, obwohl auch Text 97, 9 SSamp hat. 4) Leid. hat )PPN. 5) Lies xy>xd. 6) Die des Jordans, in dem sie die Taufe empfing. 7) Schlecht angebrachtes Zitat aus p. 186, 2, 30. 30 518 Linker Teil. 88, 13—84,5 Sie fragen sie aus, die Toten, die das Leben nicht geschauet: »Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen, und wessen Name ist tiber dich ausgesprochen?* — ,lch bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen, und der Name des Obersten der Glanzwesen ist tiber mich aus- Die Wasserwogen halte ich in meiner Hand [gesprochen. und richte mich im lichten Wohnsitz auf.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. An den Wegen steht die Seele und spricht zu den Uthras: » Wisset ihr nicht, ihr Uthras, meine Briider, daf ich unter euch gewohnt habe?* Neuntes Stiick. -Zwischen dem Verborgenen und dem Glanze’), zwischen dem Geoffenbarten und dem verborgenen Orte stehen die Kundigen aus dem Vaterhause. Die Groen, die Weisheitskundigen, stehen da und fragen die Seele aus, die die Welt verlassen hat. Sie sprechen zu ihr: [84] ,Die Guten gehen dahin; wer soll den Glanz der Guten ertragen? Den Glanz der Guten soll wer ertragen, wer ihre Erschemung diimpfen *)?“ Darauf erwiderte die Seele und sprach zu den Grofen, den Weisheitskundigen: »Die Groen, die von erprobter Gerechtigkeit sind, werden durch die Tauschung dieser Welt nicht zuriickgehalten. Die Armen und die Jiinger werden durch die Tauschung dieser Welt nicht zuriickgehalten. 1) Siehe auch Stiick 20. *) Die Bedeutung von NN)N¥8 hier ist unsicher. ,,Gesellschaft‘ pat schlecht, siehe auch p. 529,15 84, 5—25 Drittes Buch. Neuntes Stiick. 519 Die Kinder der Armen und der Jiinger werden durch die Tauschung dieser Welt nicht zuriickgehalten. Doch die Végte und Hischer werden durch die Tiuschung dieser Welt zuriickgehalten. Die Edlen und die Herren verlassen in ihrem Herzenskummer die Welt. Sie erwerben und lassen es ihren Kindern zuriick, sie gehen dahin und sieden im Feuer.“ — yseele, wappne dich mit demer Lohnspende, deinen Werken und deinem Almosen. Denn der Weg, den du gehen muftt, ist weit und endlos. Auf ihm sind keine Meilen abgeinessen, keine Wegsteine auf ihm nach dem Maf aufgestellt. Auf ihm sind Wachthiusler zuriickgelassen, und Végte und Zdliner stehen an ihm.“ » Welchem Dinge glichest du gestern, Seele, welchem Dinge gleichest du heute?“ — »Gestern glich ich einem hohen’ Bau, den der Baumeister kunstvoll heute ist er zusammengefallen und eingestiirzt*).“ — [aufgefiihrt, » Welchem Dinge glichest du gestern, Seele, welchem Dinge gleichest du heute?“ — »Gestern afi und trank ich, heute sind mir meine Gedanken voll. Gestern fegte und begofi ich, heute stieg ich auf den Kehricht hinauf. Gestern wusch und kimmte ich mich, heute ist ...... mein Zusammengekiimmtes ”). Gestern glich ich einer Rose an ihrem Stengel, heute ist sie an ihrer Stelle vertrocknet.* » Wenn es dir leid tut, Seele, tritt wieder in deinen Rumpf ein. Tritt wieder ein in deinen Rumpf, in den kérperlichen Rumpf, in dem du weiltest.“ — Meine Briider, saget mir nicht: ,Tritt wieder in deinen Rumpf ei. Tritt wieder ein in deinen Rumpf, in den korperlichen Rumpf, in dem du weiltest.‘ 1) Der Text enthilt hier einige irrige Wiederholungen. 2) oRMpPMO und Nw ND sind wohl zu vertauschen. Zu letzterem vgl. SW7D ,,Un- rat“ Levy, Neuhebr. Wrtb. IV, p. 145a. Statt NtNI) hat Leid. ND). Es findet sich ein Nomen yr) (Lit., p. 76,7; 77,12) und ein Higenname No) (R 208, 3; L 27,15), aber ein Verb 733 nur hier. Der Sinn ist unsicher; vielleicht bedeutet es ,,zerstreuen. fe) IO 25 30 3) 520 Linker Teil. $4, 2585, 17 Mein Korper [85] ist ein raéuberisches Meer, das Limmer raubt und verschlingt. Ein biser Drache ist er’), der sieben Képfe hat. Sieben Képfe hat er, o er ist ohne Verstand und Sinn’).“ <,,Wenn es dir um ihn leid tut, Seele, tritt wieder in deinen Rumpf ein. Tritt wieder ein in deinen Rumpf, in den kérperlichen Rumpf, in dem du weiltest. Denn das Leben gedachte deiner in Giite. In Giite gedachte das Leben deiner, und die Uthras des Lichtes fragten nach dir.“> .Sie trieben mich heraus und verschlossen die Tiiren vor mir und versperrten die ...... 2Y Sie versperrten mir die beiden Fenster’), die die Rede des Lebens aufnehmen. Sie léschten mir die beiden Lampen’) aus, die Tag und Nacht leuchten. Das groBe Tor*) wurde versperrt, das tiglich das Leben preiset. Die beiden Wag(schal)en*) wurden zerbrochen, die Lohn und Almosen spenden. Sie spenden Lohn und Almosen und reichen Kusta in vollkommener Weise. Die beiden Siulen*) stiirzten*) und fielen hin, die Festigkeit des ganzen Palastes. Der K6rper hat seinen Herrn iiberlistet, und das ganze Haus ist mit Dunkelheit angefiillt.“ Die Seele fliegt und zieht hin allein durch den Ather, ohne sich zu fiirchten. Als die Bésen davon hiérten, stellten sie sie wieder am abgeschnittenen Orte, im Hause der Sie sprechen zu ihr: [ZolIner, hin. »Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele, und wessen Name ist iiber dich ausgesprochen?* ) NWNIN IAD ist wohl zu streichen. 2) Ich vermute nox NONVs. *) WWRWwWND (Var. NAWNW), das sich nur hier findet, muf auch etwas wie ,,Tiir bedeuten. Leid. hat wp w> aww, was hier keinen Sinn gibt. *) Die Ohren. 5) Die Augen. 6) Der Mund. *) Die Hande. *) Die Beine. ®*) NUNwy gehort zu yoy. 85, 17—86, 9 Drittes Buch. Neuntes Stiick. 521 Darauf erwidert sie ihnen: »lch bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen, und der Name des Manda dHaije ist iiber mich ausgesprochen. “ Da sprechen sie zu ihr: »O Seele, du steigest zum Hause des Lebens empor, 5 du stehst vor Gericht und siegest ob. Wenn du zum Hause des Lebens gehest, gedenke unser vor dem Leben.“ Darauf erwidert sie ihnen: »Wenn ich zum Hause des Lebens emporsteige 10 und zum lichten Wohnsitz hinziehe, wenn das groBe (Leben) mich fraget, wenn das gewaltige (Leben) mich fraget, wenn das grofie (Leben) mich fraget, werden Zeugen kommen und zeugen. 15 Wahrhafte Zeugen sind es, wahr ist alles, was sie sagen’). Ich werde euch antun, ihr Planeten, da eure Augen [86] kein Licht schauen werden. Eure Augen werden kein Licht schauen 20 und eure Fiige keine Festigkeit finden. Ich und die Uthras, meine Briider, werden emporsteigen und den Lichtort schauen, den Ort, dessen Sonne nicht untergeht und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden. An jenen Ort sind eure Seelen gerufen und geladen’®).“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. to tur O sanfter Mana, ve o geordneter, wohlgeordneter Mana, o sanfter Mana, mégen mit dir Helfer kommen, bis da die Wage wiaget Werke und Lohn. . 1) Siehe Lit., p. 34. 2) Siehe Lit., p. 101,227. Der letzte Vers ist an die Glaubigen gerichtet. 20 30 35 40 522 Linker Teil. 86, 10—87, 2 Zehntes Stiick. Das Haupt der Kundigen bin ich unter den Erwihlten, das Haupt der Glaubigen bin ich. Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet, und ich ging an das Ufer des Jordans. Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet. Die Diimonen stehen auf den Strafien. Sobald die Sieben mich erblickten, stellten die Sieben sich hin und bewaffneten sich. Sie sprechen: »DVu gehst hinaus, Mann, cib uns deinen Kopf und dann geh hinaus. Mann, gib uns deinen Kopf, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Meinen Kopf gebe ich euch nicht, auf meinem Kopfe ist mir das Zeichen aufgerichtet.“ »Du gehst hinaus, Mann, gib uns deme Augen und dann geh hinaus. Mann, gib uns deine Augen, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Meine Augen gebe ich euch nicht, meine Augen sind des Lichtes voll.“ Von Anfang an bin ich mit dem Zeichen gezeichnet, und ich ging an das Ufer des Jordans. Die Sieben erblickten mich und bewaffneten sich, alle meine Feinde nehmen die Strafen ein: »Du gehst hinaus, Mann, eib uns deine Ohren und dann geh hinaus. Mann, gib uns deine Ohren, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Meine Ohren gebe ich euch nicht, meine Ohren héren Hymnen.“ »Uu gehst hinaus, Mann, gib uns deinen Mund und dann geh hinaus. Mann, gib uns deinen Mund, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Meimen Mund [87] gebe ich euch nicht, mein Mund ist voll von Kuta.“ »Du gehst hinaus, Mann, gib uns deine Hinde und dann geh hinaus. 87, 2—21 Drittes Buch. Zehntes Stiick. Mann, gib uns deine Hinde, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“« — »Meine Hinde gebe ich euch nicht, meine Hinde geben Almosen. Almosen geben meine Hinde, und sie reichen Kusta. »Uu gehst hinaus, Mann, gib uns dein Herz und dann geh hinaus. Mann, gib uns dein Herz, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Mein Herz gebe ich euch nicht, in meinem Herzen wohnt das Wissen’).“ »Du gehst hinaus, Mann, gib uns deine Kniee und dann geh hinaus. Mann, gib uns deine Kniee, vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — Meme Kniee gebe ich euch nicht, meine Kniee beugen sich vor dem Leben.“ »Du gehst hinaus, Mann, eib uns deine FtiBe und dann geh hinaus. Mann, gib uns deine Fiife, \ vielleicht kommst du dann zu uns zuriick.“ — »Meine FiiBe gebe ich euch nicht, meine FiiBe gehen die Wege der Kusta. Die Wege der Kusta gehen meine Fiibe vom Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes.“ Auf den Wegen der Kusta und des Glaubens werdet ihr emporsteigen und den Lichtort schauen. — Siegreich warst du, Manda dHaije, und verhalfest allen deinen Freunden zum Siege. — Und das Leben ist siegreich. Der Mana’) freut sich der Schitze und der Erleuchtung des Lebens, die auf ihm ruhet. Ich bekannte dich, (Mann) von erprobter Gerechtigkeit, denn du befreitest meine Seele von den Siindern. 1) Hier NTIND. 2) Steht auch Lit., p. 159. bo i) ut 524 Linker Teil. 87, 22--88, 13 Elftes Sttick. In Giite werde gedacht des grofien (Lebens) ’), in Giite werde gedacht des gewaltigen (Lebens), in Giite werde gedacht des grofen (Lebens), das mich erléste und aus der Welt holte, aus der Welt des Mangels und aus den nichtigen Werken. Es schuf mich und bekleidete mich [88] mit Glanz, wie die erwihlten Manner sich damit kleiden. Damit kleiden sich die erwihlten Manner, die wahrhaften, gliubigen. Ich steckte meinen Kopf hinein, da wurde ich der Weltenfiille gleich. Ich dffnete meine Augen darin, da wurden meine Augen des Lichtes voll. Ich schwang meine Fliigel”) darin, da bildete man mir Fliigel des Glanzes. Fliigel des Glanzes bildete man mir und die sonstigen Gebilde gut und leuchtend. Ich smge Hymnen und gehe zu allen Seelen hin. Als sie mich erblickten, versammelten sie sich und gingen mir entgegen’). e versammelten sich und gingen mir entgegen, und alle begriiften mich. Sie sprechen: ,5ohn Guter! Sprich zu deinem Vater: Wann werden die Gefangenen erlést werden? Wann werden die Gefangenen erlést werden und wird es den Beengten, denen enge ist, weit werden?“ me S ,Bevor ich zu meinem Vater spreche, will ich es euch sagen: Alle, die haSliche Werke taten, bleiben hier in Fu blécken sitzen, bis der Euphrat an der Miindung austrocknet und der Tigris seinen Lauf verlegt (?), *) Hine alte Segensformel, siehe meine Nordsemitische Epigraphik, p. 167. *) D.h. meine Arme. *) Diese Stelle ist im Scholienbuche des Theodor bar Khoni zitiert, siehe POGNON, Inscr. Mandaites, p. 233 ff. 88, 13—89, 6 Drittes Buch. Zwélftes Stiick. Or bo Ou bis alle Meere austrocknen und alle Fliisse, Bache und Quellen sich ausgiefen. Dann wird derjenige, der in den Brunnen geworfen ist, emporkommen, und wer mit der Fessel gefesselt ist, wird frei werden. Es wird weit werden den Seelen, die hier im Hause des Leides wohnen. Ks wird weit werden den Edlen, die friiher besafen und jetzt nichts mehr haben’). Es wird weit werden den Witwen, die Bedréngnis in der Tibil ertragen. 10 Sie ertragen Bedringnis in der Tibil, dann sollen sie aus der Hand der Sieben erlist werden. Aus der Hand der Sieben sollen sie erlist werden; es wird weit werden den Beengten, denen enge ist.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. ,lch wiinsche mit den beiden Uthras zu gehen, die zu mir gekommen sind. Ich fiirchte, da ich mit den Wachthiuslern gehen muf, die am Wege lagern.“ — 20 » Warum firchtest du dich, Seele, wo Uthras dich begleiten?“ Zwolites Sttick. [89] Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, 25 wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fliege und ziehe hin, 30 bis ich zum Wachthause der Sonne komme. Ich rufe: »Wer wird mich am Wachthause der Sonne vorbeifithren?* — »Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat werden dich am Wachthause der Sonne vorbeifiihren. “ 35 1) Siehe p. 393. 25 40 526 Linker Teil. 89, 6—23 Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fliege und ziehe hin, bis ich zum Wachthause des Mondes komme. Ich rufe: Wer wird mich am Wachthause des Mondes vorbeifiihren?“ — ,Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat werden dich am Wachthause des Mondes vorbeifiihren.“ Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fliege und ziehe hin, bis ich zum Wachthause des Feuers komme. Ich rufe: » Wer wird mich am Wachthause des Feuers vorbeifiihren?“* — .Veine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat werden dich am Wachthause des Feuers vorbeifiihren.“ Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fliege und ziehe hin, bis ich zum Wachthause der Sieben komme. Ich rufe: Wer wird mich am Wachthause der Sieben vorbeifiihren?* — »Deine Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat werden dich am Wachthause der Sieben vorbeifiihren,“ Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, 89. 23—90, 17 Drittes Buch. Dreizehntes Stiick. 527 auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fliege und ziehe hin, [90] bis ich zum Wachthause der Ruha komme. Ich rufe: » Wer wird mich am Wachthause der Ruiha vorbeifiihren?* — ,Deme Lohnspende und deine Werke, dein Almosen und deine Wohltat werden dich am Wachthause der Ruha vorbeifiihren.“ Wie sehr freue ich mich, wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Ich fhege und ziehe hin, bis ich zu den Wasserbichen komme. Als ich bei den Wasserbichen ankam, kam der Ausflu8 des Glanzes mir entgegen. Er fate mich bei der Flache meiner Rechten und ftihrte mich tiber die Wasserbiche. Man brachte Glanz und bekleidete mich damit, brachte Licht und bedeckte mich damit. Das Leben stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie er- Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, (hoffte. — und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Sohn Guter, zeige mir den Weg, auf dem du kamest, und den Aufstieg, auf dem dein Vater emporstieg zum Orte des Lichtes. Dreizehntes Stiick. Die Hoffnung auf Gutes kam mir, denn sie sagen: Du sollst hinausgehen. 5 35 15 30 Sp) 4O 528 Linker Teil. 90, 17-—91, 9 Dann kam mir abermals die Hoffnung, denn sie sagen: Du sollst dahingehen. Sende zu meinen Briidern und sage ihnen, daB sie kommen und fiir mich beten. Wie gut sind meine Briider, daB sie von selber gekommen sind! »Meine Briider, bei eurem Leben, ihr Guten, bei euer aller Seele! Wenn ihr etwas Hifliches schauet, lasset von eurer Last nicht ab. Wenn ihr abermals etwas Hifliches schauet, lasset nicht nach, sondern tuet ein Ubriges. Denn wer beladen ist, steigt empor, wer leer ist, wird hier abgeschnitten. Ich bin beladen und steige empor, meine Werke und meine Lohnspende gehen mir voran, und ich stiitze mich auf mein Wobhltun.‘ Meine Seele, warum betriibt es dich, da du das Haus verlissest? [91] [Das Haus] fallt der Zerstérung anheim, und der Rechtsstreit der Gefangenen soll geschlichtet werden. Das Haus der Planeten [soll verfallen], und die Werke ihrer Hinde sollen vergehen. Ich fliege und ziehe hin, bis ich zu den Planeten komme’). Am Tore der Planeten stehen sie da und tuscheln. » Warum tuschelt ihr, ihr Sieben? Ich gehére nicht zu euch.“ Ich fliege und ziehe hin, bis ich zum Hause des Lebens komme. Wie ich zum Hause des Lebens komme, geht mir das Leben entgegen. Ks holte Glanz heraus und bekleidete mich damit, es brachte Licht und bedeckte mich damit. Es schlof8 mich in seine Rechnung ein, und das Gute stellte mich in seiner Mitte auf. -Mein Licht bereitete das Pihta, und mein Sinn stellte sich hin und pries das Leben. Findest du einen Guten, — so nihere dich ihm, 1) Vielleicht AD w md andy zu lesen, siehe weiterhin: 91, 9—92, 2 Drittes Buch. Vierzehntes Stiick. 529 findest du einen Bosen, so halte dich von ihm fern. Zwischen den Lampen des Lichtes werden deine Lampen emporgezogen werden und leuchten ’). thr wurdet aufgerichtet und gefestigt 5 durch das Wort der Wahrheit, das zu euch gekommen ist. Das Wort der Wahrheit ist zu den Guten gekommen, das wahrhafte Wort zu den Glaubigen. An den Ort, der ganz Leben ist, sind eure Seelen gerufen und geladen*), — 10 Und das Leben ist siegreich. Die Guten gehen dahin, der Rechtsstreit der Erwihlten wird geschlichtet. Die Guten gehen dahin; wer soll den Glanz der Guten ertragen’*)? 15 Vierzehntes Sttick. Als die Finsternis Plaine schmiedete, verlieB Adam seinen Kérper. Adam verlieS seinen Kérper, in Glanz und Licht wurde die Seele geborgen. 20 Die Seele wurde in Glanz und Licht geborgen, und das Herz der Ruha verfinsterte sich. Ruha spricht: »Die Seele ist zum Hause des Lebens aufgestiegen.“ So lange die Seele in der Welt der Bésen war, 25 saB die ganze Finsternis in Bedringnis. In Bedringnis sa die ganze Finsternis, und Ruha verhiillte ihr Haupt. [92] Sie sprach: ~Wehe mir, daB ich nichts wufite 30 von ihren Schitzen*), die ich begehrte. Ich will (der Seele) antun, dai ich sie in die Martern der Erde stiirze. 1) Siehe p. 513,17; Lit., p. 104, 7; 214, 3. *) Siehe Lit., p. 214. 8) Siehe oben, p. 518, 28. 4) Der oberen Wesen, siehe auch p. 530, 23. Lidzbarski, Ginza. 34 15 20 40 530 Linker Teil. In die Martern der Erde will ich sie stiirzen und an den Pforten der Finsternis zuriickhalten. Ich will sie zurtickhalten an den Pforten der Finsternis und in den Wachthiusern fesseln. Den ganzen Stamm wollen wir bei uns verichtlich machen, gur Finsternis «x*x#* 0.2.22. drang ihre Stimme zum Hause des grofen Lebens. Als das groBe (Leben) dies hérte, sandte es einen Boten des Lichtes. Das Grofe sprach zu Hibil-Ziwa’): »Quter Uthra lieblichen Namens! Erlése Adam aus der Finsternis 5 und hebe ihn hierher empor.“ | Ich bekleidete mich mit Glanz aus meinem Orte und kam aus meiner Stitte. Ich holte Adam aus der Welt der Bésen und fiihrte ihn an jedem haflichen Gebilde vorbei. Ich machte finster das Licht der Bésen und zerbrach alle ihre Wachthiuser. Ruha dQudsa kommt und findet den Korper Adams, wie er ohne Seele ist. Ruha klagt und schlagt sich und ruft die Astarten, die mit ihr waren. Sie spricht zu den Liliths und Astarten: »Kommet, wir wollen klagen und weinen, die Astarten sollen schreien”®), dafi dies der fremde Mann getan hat, wihrend ich von ihren Schitzen nichts wubte.“ Ich brachte Adam an jedem hif®lichen Dinge vorbei und gelangte vor die Skina des Ptahil. Als ich an der Skina des Ptahil anlangte, stand Ptahil von seinem Throne auf. Ptahil stand von seinem Throne auf und betete mit einer Verneigung vor dem Leben. Er betete mit emer Verneigung vor dem Leben und reichte KuSta der Seele. Der Seele reichte er Kudta und sprach zu ihr: »Vein Mah ist voll, Seele, und du hast die Welt der Bésen verlassen.“ 1) Das erste NIM YY fehlt auch in Leid. *) Leid. hat NIP NMANYNDY); der Text ist hier wohl nicht in Ordnung. 92, 2—21 92, 21-93, 16 Drittes Buch. Vierzehntes Stiick. Darauf sprach sie zu ihm: »Setze dich, einfaltiger Uthra, der nichts auf der Tibil versteht.¢ Ptahil setzte sich auf seinen Thron, und ich kam vor die Ska des Abathur. [93] Abathur erhob sich von seinem Throne und betete mit einer Verneigung vor dem Leben. Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben und reichte Ku&sta der Seele. Er reichte der Seele Kuita; dann fiihrte ich sie an JoSamin vorbei. Als JoSamin die Seele erblickte, erhob er sich von seinem Throne. JoSamin erhob sich von seinem Throne und betete mit einer Verneigung vor dem Leben. Er betete mit einer Verneigung vor dem Leben und reichte KuSta der Seele. Er reichte der Seele Kusta; [dann fiihrte ich sie an Enos-Uthra vorbeil. Als Enos-Uthra die Seele erblickte, betete er mit einer Verneigung vor dem Leben. Er betete mit emer Verneigung vor dem Leben und reichte Kusta der Seele. Er reichte der Seele Kusta; dann fiihrte ich sie an den Séhnen des Heils vorbei. Als die Séhne des Heils die Seele erblickten, beteten sie mit einer Verneigung vor dem Leben. Sie beteten mit einer Verneigung vor dem Leben und reichten Kusta der Seele. Sie reichten der Seele Kusta; [dann fiihrte ich sie vor das Leben]. Als das Leben mich erblickte, gewann es mich lieb. Die Uthras des Lichtes freuten sich meiner’), das Leben segnete mich, und Manda dHaije war mir dankbar. Sie sprechen zu ihr: ,Gesegnet seiest du, Seele, 531 und gesegnet sei der Mann, der dich erlést und emporgebracht Und zu ihm sprachen sie: sicher. 1) Diese yon NOLDEKE Gram., p. 46,5 angenommene Bedeutung scheint mir nicht Die Lesungen schwanken sehr. Leid. hat S*DONITNY, was sicher unrichtig ist. 20 25 30 35 [hat.“ 4o 5382 Linker Teil. ,Du hast die Seele hergetragen, du hast sie hergebracht, und du warst ihr ein Helfer.“ Er schuf ihr Glanz an seiner Stelle und bekleidete sie mit seinem eigenen Gewande. 5 Mit seinem eigenen Gewande bekleidete er sie und setzte sie auf den Thron, den er ihr errichtet. Er schuf ihr Glanz an seiner Stelle, und sie bekleidete sich mit seinem’) Gewande. Mit seinem Gewande bekleidete sie sich 10 und setzte sich auf den Thron, den er ihr errichtet. Als sie auf dem Throne saf, den er ihr errichtet, da htipfte sie in Glanz und Licht. Als sie in Glanz und Licht hiipfte, da sprang sie auf und erhob sich von ihrem Throne. 15 Sie sprang auf, erhob sich von ihrem Throne und betete mit einer Verneigung vor dem Leben. Sie betete mit einer Verneigung vor dem Leben und [94] pries das grofie Leben. Sie pries Manda dHaije, 20 der sie erlést und hierher emporgebracht hat’). 93, 16—94, 10 Die Seele preist und spricht: ,Auf diesem Aufstiege, auf dem ich auf- gestiegen bin, sollen die wahrhaften, gliubigen und trefflichen Nasorier, sowie die vollkommenen Frauen aufsteigen, wenn sie aus threm Koérper scheiden.“ — 25 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Ich erblickte mein Gewand und meinen Kranz, da fiihlte meine Seele sich geriistet fiir den Lichtort. Fiinfzehntes Stiick. 30 »Mein Mafs ist voll, und ich ziehe hinaus.4 — Der Geist spricht zur Seele: » Wenn du hinausziehest, warum tut es dir leid? Wenn es dir leid tut, warum ziehst du hinaus?“ — *) MWENIT ist hier widersinnig aus dem Vorhergehenden iibernommen. *) Das war Hibil-Ziwa! Vgl. p. 438, 16. 94, 11—95, 6 Drittes Buch. Fiinfzehntes Stiick, 533 »4iehe ich hinaus, so stehen die Dimonen da, kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist das Leben, das mich geliebet? Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit, auf dessen Namen ich Almosen gespendet? Wo ist Manda dHaije, auf dessen Namen ich zum Jordan gegangen bin? Wo gehst du, Herr der Kusta, hin, wo die Dimonen meinen Kérper umringen? Die D&amonen umringen meinen Korper, und die Sieben stehen da und sinnen auf Boses. Die Sieben sinnen gegen mich und schmieden geheime Plaine gegen mich. Sie sprechen: ,Wenn er von uns weggeht’), wollen wir ihn im Hause der Zillner fesseln. Wenn er ruft, wer wird ihm antworten, und wer wird ihm ein Erléser sein? Wer wird ihm ein Erléser sein, wenn er im Hause der Zéllner gefesselt ist?“ Auf der Stelle entstand ein Beben in dieser Welt. Zu mir wurde ein Uthra gesandt, ein Mann, der hervorragend in der Welt ist. Zu mir wurde ein groBer Uthra gesandt, ein Mann, der mir ein Helfer sein soll. [95] Ein Helfer soll er den Miannern sein, die den Stamm festigen. Er zerbrach ihre Wachthiauser und schlug eine Bresche in ihre Burg. In ihre Burg schlug er eine Bresche, und die Sieben flohen weg”) aus seinem Wege. Er brachte Glanz und bekleidete mich damit und holte mich mit Geprange aus der Welt. Die Sieben mit ihren Dimonen und Hmurthas sitzen trauernd da. Alle sitzen da und trauern um den Mann, der der Tibil entsprungen ist, *) Lies PoDN). *) Leid. hat y\77. Doch heift NT ,,wegstohen. Entweder ist }\Wy (Ethpeel) zu lesen oder }\T1 ,,sie eilten zitternd fort’, siehe Lit., p. 24, 6. 25 30 35 Io 20 25 534 Linker Teil. 95, 6—24 um den Mann, der entsprungen ist der Tubil und in ihre Burg eine Bresche schlug. Er schlug eine Bresche in ihre Burg, und man holte ihn mit Gepringe aus der Welt. Als die Sieben dies sahen, sahen sie sich als unterlegen an, sie kehrten um und setzten sich an ihrem Wege hin. Doch die Auserwihlten (und die Uthras)> stiegen mit ihrem Lobpreis und schauten den Ort des Lichtes. — [empor Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Die Seele erblickte den Glanz, sie steht an ihrem Herkunftsort und pranget. Sechzehntes Stiick. Die Seele in der Frucht des Lebens bliiht und erbliihet. Sie bliiht und erbliihet. . Die Uthras traten hin und fragten sie aus: »Als du in der Tibil warest, im hinfilligen Hause, als du unter den Sieben warest, den Séhnen der nichtigen Wohnung, was haben dir die Sieben angetran, als du unter ihnen warest?“ Darauf erwidert sie ihnen: »oie nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn hat, und tiglich holten sie mich zum Gericht. Sie verkehrten ') das Gericht gegen mich, sie spitzten ihre Lippen gegen mich. Sie nannten mich einen Sklaven, der keinen Herrn und keine Herrin ein jeder, der ihn erreicht’), schligt ihn, [hat: ein jeder, der ihn trifft, erbost ihn, und ein jeder, der zu ihm kommt, verachtet ihn. 1) SDDS gibt keinen Sinn; es ist wohl durch NH] beeinfilubt. Ich vermute ~Dpy. ®) Leid. hat NPNTF wo 51D; lies ANTS. 95, 24—96, 18 Drittes Buch. Sechzehntes Stiick. Sie nannten mich einen Flu® ohne Ubergang Ss der sich gehoben hat und an der Miindung verstopft ist. Er hat sich gehoben und ist an der Miindung verstopft, [96] und die Pflanzen an ihm verdursten und sterben vor Durst ab. Sie nannten mich einen Gefangenen ohne Heimatsort, der keinen Vater hat. Keinen Vater hat er und keinen Pfleger. Weh und leid war mir, dai ich so lange auf meinen Helfer hoffen muBte. Auf meinen Helfer muBte ich hoffen, den Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen, daf§ er komme und mich von den Bésen losmache, mich von den Siindern losmache, dai er mich von den Végten losmache, die Horcher loslassen, die tiber den Zorn in der Tibil eingesetzt sind, dai er mich von den Wachthiuslern losmache, mich von den Richtern die ein falsches Urteil fillen. [losmache, Ich sagte mir: Wann werde ich herauskommen aus der wiisten Einéde’)? Ich sagte mir: Wann werde ich aus ihr herauskommen und den Lichtort schauen?“ Wie ich an meinem Orte stehe, erblickte ich meinen Helfer. Ich erblickte den sanften Uthra, den Mann, der mich seine Stimme hat vernehmen lassen. Er schrie und lieB mich seine Stimme vernehmen und stiitzte mein Herz auf seine Stiitze. Als ich meinen Vater, den Uthra, erblickte, den Mann, der mir ein Helfer ist, als ich meinen Vater, den Uthra, erblickte, erstrahlte ich (in meiner Uberlegenheit) tiber die Welten. Er sprach und redete zu den Séhnen der nichtigen Wohnung: ,lch bin ein Sklave, dessen Herr Einer ist, keinen Edlen gibt es, der mir gliche. Ich habe zum Vater einen Uthra, ich habe einen Pfleger. Ich habe zum Vater einen Richter, der meine Rechtssache mit meinen Verfolgern versieht. 1) Siehe Nold., p. 430°. 2) Leid. hat NTNYD ND WAG. 1k) 15 20 25 30 35 40 536 Linker Teil. 96. 18—97, 12 Ich habe einen Herrn der Pflanzen, der seine Pflanzen mit Wasser versieht.“ Die Planeten stehen da, sie tuscheln und sprechen: 5 Mit wessen Kraft steht er da, daB sein Sinn ihm so fest gestiitzt ist? Wer ist sein Herr, wer sein Helfer, wer ist der Richter, der seine Rechtssache mit seinen Verfolgern versieht ?“ 10 Darauf erwiderte ich den Sieben, die sich selber verdammt haben’): »Der Sklave des Fremden bin ich, des Mannes, der seine Freunde festigt. [97] Der Sklave des Fremden bin ich, 15 des Mannes, der ein Helfer ist. [Ein Helfer] ist er den Ménnern « « % *% «x, und er festigt semen Stamm.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 20 Als ich unter euch weilte, kiimmertet ihr euch nicht um mich. Jetzt will ich dahingehen, was habe ich mit euch gemein? Siebzehntes Stiick. 25 Die Stimme der Seele des Lebens hire ich, die aus dem Kérper des Kehrichts weinet. Sie spricht: »Nackt brachte man mich’) in die Welt, und leer holte man mich aus ihr. 30 Leer holte man mich aus ihr, wie einen Vogel, den nichts begleitet.“ Die Stimme der Seele ist es, die an ihrem Orte jammert und weint. *) WING Leid. ist eine Verschlimmerung, vgl. R 54,2; 117, 23 2) Siehe oben, p. 517, 22. ; 97, 12—98, 7 Drittes Buch. Siebzehntes Stiick. 537 Sie spricht: »Was soll ich mit dir, mein Kérper, in jener’) Welt anfangen? Warest du, mein Kérper, ein Gewand von Glanz und Licht, so zdége ich dich an, und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor. Warest du ein Giirtel von Glanz und Licht, so wiarest du mir um die Hiiften gebunden, und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor. Warest du ein Kranz von Glanz und Licht, so wirest du mir aut das Haupt geleet, und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor. Wirest du ein Stab von Glanz und Licht, so hielte ich dich in der Hand, und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor. Wirest du Sandalen von Glanz und Licht, so wirest du mir an die Fii®e gelegt, und du stiegest mit mir zum Hause des Lebens empor.“ Also sprach und sprach die Seele, und der Kérper begleitete sie nicht. Die Stimme des Gesandten des Lebens hére ich, der der Seele des Lebens zuruft: »Komm, komm”), du Lichtspendende, die du das finstere Haus erleuchtetest. Komm, komm, du Duftspendende, die du den stinkenden Kirper duftend machtest. Komm, komm, du Edelgeborene, [98] die man in der Wohnung der Bésen eine Magd genannt.“ Die Seele wendet sich um und schaut nach dem Kérper und dem Palaste, aus dem man sie geholet. Sie spricht zum K6rper: . Warest du nicht ein Korper, aus einem Lehmklumpen geformt! Aus einem Lehmklumpen bist du geformt, und die Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen. Die Sieben, die dich verfolgten, blieben als Unterlegene stehen innerhalb dieser Welt.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 1) So, nicht ,in dieser“, wie dasteht, siehe auch p. 338° ®) Siehe oben, p. 514f. 15 25 > 30 15 20 30 Linker Teil. Die Seele steht auf dem Wege und geht den Wahrhaften entgegen. Sie spricht zu ihnen: »Kommet, esset und trinket, ihr Guten, ich werde bei euch sein’). Achtzehntes Stiick. Obwohl noch jung, wurde mein Maf voll, obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt; obwohl noch jung, wurde mein Mai voll weg von dieser Welt. Gehe ich hinaus, so stehen die Dimonen da, kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. Wie tiricht sind die Aonen, wie einfiiltig sind die Welten, wie téricht sind die Aonen, die um mich in Trauer dasitzen. In Trauer um mich sitzen sie da und essen ...... *) um mich. Um mich essen sie ...... : und um mich liegen sie auf Matten. Sie legen um mich auf Matten und zerreiBen ihren Schatz um mich’). Um mich zerreifen sie ihren Schatz, und um mich vergiefen sie Triinen. Tréinen vergiefien sie um mich und raufen sich um mich die Haare aus. Kin jeder, der um mich sein Kleid zerreift, wird den Fehler an seinem Gewande behalten. Kin jeder, der Triinen um mich vergieft, wird Meere und Fliisse vor sich finden‘). Einen jeden, der sich die Haare um mich ausrauft, wird man in den Finsterberg einschlieBen’°). Mein Mafi wurde voll, meine Zeit kommt, und ich ziehe zum Lichtort hin. — ‘) Die Worte klingen wie die Hinladung eines Gottes zum Kultmahl. *) Zu ND} und zum Folgenden siehe p, 21 ob.; 466 unt. *) Scheint hier so viel wie Gewand zu sein, siehe das Folgende. ‘) Auf seinem Wege zum Jenseits. 5) Leid. hat smo. 98, 8—23 98, 23—99, 16 Drittes Buch. Neunzehntes Stiick. 539 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. [99] Als ich im kérperlichen Gewande wohnte, wurde mir mein Gewand nicht genommen; jetzt, wo sie mich daraus weggeholt, ist mein Vertrauen auf das Leben gerichtet. Neunzehntes Sttick. Auf meiner Hohe stehe ich, und meine Augen schauen nach der Tibil. Ich schaue hin und sehe die Seele, wie sie weint, klagt und sich (in Trinen) ergiefbt und mit ihren Haaren die Strafen fegt. Mit ihren Haaren fegt sie die Strafen, mit ihren Nageln grabt sie Erde aus. Mit ihren Nageln gribt sie Erde aus, mit ihren Triinen befeuchtet sie den Erdklof. Den Erdklofi befeuchtet sie mit ihren Trinen, mit ihren Hinden fiigt sie Gewélbe zusammen. Gewilbe fiigt sie mit ihren Hinden zusammen, so steht sie da und fiihrt den Bau auf. Sie baute ihn und putzte ihn ab, dann stieg sie in die Héhe und setzte sich auf die Ringmauer’). Sie zog den Rosenrock aus und staunte ob seiner Schénheit. Sie spricht zu ihm: »Wehe dir, Kérperpracht, es ist recht, daB dich das Héllengewiirm frift. Wehe dir, Rosenrock, den die Vogel in der Luft zerfetzen.“ Die Seele sitzt da und wartet: vielleicht kommt ein Geleite. Vielleicht kommt ein Geleite und ich gehe mit ihnen zusammen. Die Seele blickt empor und sieht, wie das Geleite der Bésen herankommt. 1) Zweifelhaft, siehe Joh. I, p. 30°. Io 15 20 30 20 25 30 Linker Teil. 99, 16—100, 7 Finsternis geht vor ihnen einher, Dunkelheit folgt ihnen. Di&monen begleiten sie, Liliths sind ihre Geleitermnen. Kine Meile und eine halbe Meile*) hin dringt der Laut ihres Weinens. Eine Meile und eine halbe Meile hin dringt der Geruch ihres Gestankes. Als sie zur Seele kamen, sprach zu ihnen des Lebens schuldlose Seele: » Was sind eure Werke, ihr Bésen, da eure Reisezehrung so ausschaut?“ Darauf erwidern sie ihr: Unser Haupt drang in die Erde ein”) innerhalb dieser Welt. Unsere Augen gaben Winke innerhalb dieser Welt. Unsere Ohren lauschten an den Tiiren innerhalb dieser Welt. Unsere Hinde begingen Mord innerhalb dieser Welt. Unser Herz war [100] zwiespiltig innerhalb dieser Welt. Unser Ké6rper trieb Unzucht innerhalb dieser Welt. Unsere Kniee beugten sich vor den Sieben innerhalb dieser Welt. Unsere FiiBe gingen barfuB innerhalb dieser Welt.“ Darauf sprach zu ihnen des Lebens schuldlose Seele: ,Wenn dies eure Werke sind, ihr Bésen, so pabt vortrefflich eure Reisezehrung. Gehet, gehet, ihr Bésen, ich komme nicht mit euch in eurem Geleite.“ Die Seele sitzt da: vielleicht kommt ein Geleite. Vielleicht kommt ein Geleite, und ich gehe mit ihnen in ihrem Geleite. *) D. h. eine Meile und dariiber hinaus, &hnlich wie un corsaire et demi. *) Um zu lauschen oder um Erdmantik zu treiben? Siehe auch R 63, 16. 100, 8—101, 1 Drittes Buch. Neunzehntes Stiick. 5A Die Seele blickt empor und sieht, wie das Geleite der Guten herankommt. Glanz geht vor ihnen einher, Licht folgt ihnen. Uthras des Lebens begleiten sie, Engel des Glanzes sind ihre Geleiter. Eine Meile und eine halbe Meile hin dringt ihr Wohlduft. Da sprach zu ihnen ‘des Lebens schuldlose Seele: 10 » Wenn es euch, meine guten Briider, beliebt, fiihret mich mit euch in eurem Geleite. Ich will eine Gesellschaft den Guten, ein Geleite den Glaiubigen sein.“ Darauf sprechen sie zu ihr: 15 » Was sind deine Werke, Seele, dai wir dich mit uns in unserem Geleite auf dem Wege fiihren?“ Da spricht sie zu ihnen: »Mein Vater verteilte Brot, und meme Mutter spendete Almosen; =c meine Briider sangen Hymnen, und meine Schwestern reichten Ku&ta.“ Darauf sprechen sie zu ihr: »Dein Vater, der Brot verteilte, tat es fiir sich; 25 deine Mutter, die Almosen spendete, tat es fiir ihre Seele. Deine Briider, die Hymnen sangen, werden auf den Pfaden der Kusta emporsteigen; deinen Schwestern, die Kusta reichten, 30 wird Manda dHaije ein Helfer sein. Was sind deine Werke, die du fiir dich getan, daf wir dich mit uns in unserem Geleite hinfithren?* Da erwidert sie ihnen: ,lch will euch sagen, meine Briider, 35 ich will euch sagen, wahrhafte, gliubige Manner; ich will euch sagen, meine Briider, ich will euch sagen, wie es war. Meine Briider nach ihrem Willen, meine Schwestern [101] nach ihrem eigenen Willen, se meine Briider nach ihrem Willen machten mich zur Braut der Bésen. 25 30 Linker Teil. 101, 2—18 am bo Zur Braut der Bésen machten sie mich, die Lohnzahlung und Almosen nicht gewiahren. Lohnzahlung und Almosen gewihren sie nicht, daher werden sie in der Finsternis gefesselt. Doch bei mir, die ich das Leben geliebet, nahm Manda dHaije im Sinne Platz. Wenn der Samstag am Abend ausging, wenn der Sonntag zum Guten eintrat’), nahm ich Almosen in meine Tasche, nahm ein Sttick Brot in meine Hand. Ich nahm Almosen in meine Tasche und ging an das Tor des Tempels. Das Almosen tat ich unter die anderen Almosen’) und das Stiick Brot zur gemeinsamen Speisung (fiir die Armen) ”*). Fand ich eine Waise, so sittigte ich sie und fiillte die Tasche der Witwe. ‘Fand ich einen Nackten, so legte ich ihm um den Nacken ein Gewand. Fand ich einen Gefangenen, so liste ich ihn aus und schickte ihn in seinen Heimatsort zurtick. Ich léste ihn aus, schickte ihn zuriick in seinen Heimatsort und versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg.“ Da brachten sie Glanz und bekleideten sie damit, brachten Licht und bedeckten sie damit. Sie banden ihr ein groBes Diadem des Glanzes um und legten ihr einen prangenden Kranz auf. Sie banden ihr einen Giirtel um, der ganz in hohem Mae Glanz ist. Sie legten ihr einen Ubergang iiber die Meere, legten ihr emen Damm durch die Fliisse. Sie faBten sie an der Fliche der Rechten und fiihrten sie iiber die Wasserbiche. Das Leben stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, [erhoffte. — und meine Seele, die des NN dieses Aufstieges, fand, was sie *) Siehe auch Lit., p. 220, LIV. *) Wohl in die Sammelstelle fiir Almosen. pin poop vermute ich ovpBoAq, das auch im syrischen x20 und im talmudischen ndyap (LEVY, Neuhebr. Wid. III, p. 468b) vorliegt. Die milden Gaben wurden an einer Stelle zusammengebracht und die Armen dort gemeinschaftlich gespeist. Leid. hat noon, das vielleicht durch das arabische sediZ ,,milde Gabe“ beeinflukt ist. 101, 18—102,9 Drittes Buch. Zwanzigstes Stiick. - Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Am Wege steht die Seele’) und schaut aus nach ihrem Helfer: Nach dir lasse ich meine Augen ausschauen, Herr, der du ganz Gnade bist. Zwanzigstes Stick ’). Zwischen dem Verborgenen und dem Glanze, zwischen dem Lichte und den Uthras, zwischen dem Verborgenen und dem Glanze stehen sie da und fragen die Seele aus. Sie sprechen: »oage, sage, Seele, wer dich gebildet hat. Wer hat dich gebaut, wer dich gebildet’), wer war [102] der »Hiner hat mich gebaut, Mann, dein Schépfer?“ Einer mich gebildet, Einer war der Mann, mein Schipfer. Einer von den Séhnen des Heils nahm giitig einen Teil. Er wickelte mich in einen Wickel des Glanzes, nahm und iibergab mich Adam. Adam in seiner Hinfalt 543 schimte sich, da er nicht wufte, schimte sich, da er nicht ver- Adam in seiner Einfalt nahm und legte mich in den korperlichen Rumpf. Er nahm und legte mich in den kérperlichen Rumpf von Wermut, Bitterkraut und..... ay Die Seele sitzt da und behiitet die kérperliche Herberge’), die man ihr anvertrauet. Sie sitzt da und behiitet sie, bis ihr MaB und ihre Zahl erfiillt ist. 1) Leid. hat RMOW NON. 2) Steht auch Lit., p. 99. [stand. S)) inal gehért hier wohl nach dem ganzen Zusammenhange zu N)2, nicht zu }°2, obwohl man jNIND Text 46,14 (hier p. 464,41; Néld., p. 270, 23) zu pon zu ziehen hat. 4) Vgl. Lit., p. 100°. 5) Leid. hat wie Qol. RIDpW. Io 20 30 35 544 Linker Teil. 102, 9—108, 4 Als ihr MaB und ihre Zahl erfillt war, ging der Liser zu ihr. Der Liser ging zu ihr und liste sie, es fiihrte sie fort, der sie gebunden hatte. Der die Seele gelést hatte, ging ihr voran, der sie gebunden hatte, folgte ihr. Die Seele lief [und erreichte] den, der sie gelést hatte, der sie gebunden hatte, lief, doch er erreichte sie nicht. Die Seele allein und ihr Loser gehen zum Orte des Lebens hin. — Und das Leben ist siegreich. Was frommt es mir, daZ ich kam und wohnte im triigerischen, nichtigen Rumpfe? Was frommt es mir, daf ich kam und in ihm wohnte, wo er nicht mit mir zum Lichtort emporsteigt? Einundzwanzigstes Stiick. Die Seele geht hinaus, ihr Ma® ist voll, und ihre Zeit ist gekommen. Voll ist ihr MaB, gekommen ist ihre Zeit, und sie hat ihr Auge voll des Lisers’). Voll des Liésers hat sie ihr Auge, und ihr Herz ist voll Weinens. Voll Weinens ist ihr Herz, und der Liser nimmt keine Bestechung an. Kr nimmt keine Bestechung an und tauscht nicht den Kérper um die Seele ein. Man ldste die Seele und fiihrte sie hin, man stellte sie vor dem Richter auf. Der Richter fragt sie aus [103] nach ihren Siinden und Verfehlungen: , Was fiir Werke hast du, Seele, getan in der Welt der Tauschung, in der du weiltest?“ »Uu bist mein Zeuge, Richter, dai ich um meinetwillen keine Schlechtigkeit begangen habe. Ich habe keinen Ehebruch getrieben’) und nicht nach dem Willen der Bésen gehandelt. *) Siehe Joh. IT, p. 478, *) Siehe oben, p. 540. 103, 4—23 Drittes Buch. Hinundzwanzigstes Stiick. Ich habe keinen Mord begangen und keines Adamssohnes Blut vergossen. Mein Haupt drang nicht in die Erde ein, und meine Hinde begingen keinen Diebstahl. Ich habe keine Zauberei getrieben und nicht die Seele im Kérper gequiilt. Ich habe nicht den Knecht in die Hand seines Herrn ausgeliefert, nicht die Magd in die Hand ihrer Herrin, auch habe ich kein falsches Zeugnis abgelegt. Ich habe keine Grenzen verschoben, keine Grenzsteine verriickt. Meine Augen gaben keine Winke, und mein Mund brachte keine Liige hervor. Die Wahrsager sagten mir nicht wahr, und die betriigerischen Chaldier chaldierten mir nicht. Ich afi nicht ein doppeltes Almosen ’) und verehrte nicht zwei Herren. Den Armen gewihrte ich Almosen, und dem Blinden war ich ein Geleiter. Fand ich einen Hungrigen, so sittigte ich ihn, und fiillte die Tasche der Witwe. Fand ich einen Nackten, so legte ich ihm um den Nacken ein Gewand. Fand ich einen Gefangenen, 545 so léste ich ihn aus und sandte ihn in seinen Heimatsort zuriick. Ich léste ihn aus, sandte ihn in seinen Heimatsort zuriick und versah ihn mit Reisezehrung auf den Weg. Mit dem Kranken stieg ich zu seinem Lager hin, mit dem Verstorbenen ging ich zum Friedhofe.“ — » Wenn dies deine Werke sind, Seele, so mégen deine Zeugen kommen und zeugen.“ Als die Seele noch vor dem Richter stand, flogen ihre Zeugen heran und gelangten zu ihr. Der Jordan und seine beiden Ufer zeugten fiir die Seele’). Die Taufe, mit der sie getauft worden war, das Pihta, die Kuta und das Mambiga . zeugten fiir die Seele. Lohnzahlung und Almosenspende zeugten fiir die Seele. 1) Ich lief mir nicht von verschiedener Seite Almosen geben? 2) Siehe Lit., p. 33f. Lidzbarski, Ginza. 25 30 35 40 fe) 15 20 25 30 546 Linker Teil. 103, 23—104, 17 Sie faBten die Seele an der Flache der Rechten, hoben sie empor und richteten sie im Hause der Vollendung auf, am Orte, [104] dessen Sonne nicht untergeht und dessen Lichtlampen nicht dunkel werden. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Im Alter bildete man ihr’) Fligel, sie sprang hin und setzte sich in eine Wolke des Glanzes. Zweiundzwanzigstes Stiick. Ich werde erlist, mein Ma ist voll, ich werde erlést, meine Zahl ist voll, ich werde erlist, mein MaSB ist voll. — Wenn die Seele den Kérper abstreift, hilt der Rumpf den Mund (geschlossen), das Zimmer’) zeigt Erstarrung. Die sieben Planeten umringen meinen Kérper und sitzen da. Sie sprechen zu ihr (zur Seele): » Wenn du hinausgehst’), Seele, bringen wir dich hinein vor die Zéllner.“ — »Gehe ich hinaus*), so stehen die Dimonen da, kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. Wo ist der Lauf, den ich lief, wo ist der Grufi, den meine Hinde reichten? Wo sind die Sandalen meiner FiiBe, die ich mit meinen Freunden abtrat? Wo gehst du, Herr der Kusta, hin, wo die Dimonen meinen Kérper umringt haben? Die Dimonen haben meinen Kérper umringt, und meine Augen firben sich mir im Kopfe.“ Ich hob meine Augen zur Héhe empor, mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin‘). 1) Lies ASany, der Seele. *) D. h. der Kérper. *) Das vorangehende p\b ,,Geh hinaus“ ist hier und Text 116,12 nicht am Platze. Die Planeten wiinschen ja nicht, daB die Seele den Kérper verlasse. Ironisch ist es kaum gemeint, *) Lies pypy. >) Leid. hat MNDD, siehe p. 5102. 104, 17—105, 9 Drittes Buch. Dreiundzwanzigstes Stiick. 547 Ich hob meine Augen zur Héhe empor und erblickte den Mann, meinen Helfer. »Hilf mir, hilf mir“, ruft die Seele, »hilf mir vor ihnen und la8 mich nicht im Stich').4 Er half mir aus der Mitte der Sieben, 5 hob mich iiber die Ziéllner hinaus, brachte mich empor und richtete mich im Hause der Voll- Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, [endung auf. — und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Der Mana freut sich, empfindet Freude, 10 das Hibil-Ziwa kommet aus dem Hause des Lebens zu ihm. Dreiundzwanzigstes Stiick. Eine Stimme rief aus der Hohe und aus dem oberen Konigreiche. 15 [105] Emme Stimme rief aus der Hohe, die sprach: »Die Gefangenen sollen befreit werden.“ Sie sprach: ,Die Gefangenen sollen befreit werden, und den Beengten, denen enge ist, soll es weit werden de I Ich zog hin und kam, 20 bis ich zu ihrem Gefiingnis gelangte. , 910 Als ich bei ihrem Gefaingnis anlangte, 8 kam der Aufseher der Gefangenen*) mir entgegen. ,1q2 912. of Ich redete und sprach isd UW zum Aufseher aller Gefangenen: dsb 25 » Was ist die Speise, (6a ontoM,, und was ist das Getrink der Gefangenen?* —sin bay »Die Speise der Gefangenen ist Wermut, Bitterkravt pid .[001}, 2€ das Getrink der Gefangenen ist schwarzes Wassea wal Schmutz.“ J9 tt moded 912 Darauf redete ich und sprach Selapvaet ua ner? 30 zum Aufseher aller Gefangenen: »Nimm Pflécke und Schliissel und oéffne das Tor des Gefiingnisses. Jed £°e% Inow doob 19iH (! 1) Ich lese }WNIND statt FIN, siehe Text 116, 25. modiordoatiglop ®) Siehe p. 393, 22; 525 ob. 8) Siehe p. 405 unt, 90! .q (II dol ae @ ter modod ash baU Io 15 20 25 30 35 548 Linker Teil. — 105, 9—106,-4 Das Tor des Gefingnisses dffne und die Gefangenen, die eingeschlossen sind, lasse frei. Lasse die Gefangenen frei, die eingeschlossen sind; es soll weit werden den Beengten, denen enge ist.“ Darauf spricht er zu muir: »Wieviele soll ich dir herauslassen von tausend, wieviele soll ich dir herauslassen von zehntausend ?“ Er offnete mir das Tor und setzte das Zeichen auf das Dokument’). Er sucht die Ehebrecher und Diebe aus und fiihrt sie hinaus zur Pforte der Seol. Er sucht die Zauberer und Hexen aus und fiihrt sie hinaus zur Pforte der Seol. Er sucht die Wahrsager und Winker aus und fiihrt sie hinaus zur Pforte der Seol. Er sucht die, die Grenzen verschieben und Grenzsteine verriicken, aus und fihrt sie hinaus zur Pforte der Seol. Ich ging durch das Gefiangnis und fand (dort) keimen wahrhaften Mann. Darauf redete ich und sprach zum Aufseher aller Gefangenen: »ochlieBe die Bésen wegen ihrer Werke ein und achte auf die Seelen, bis dai das groBe (Leben) zu Gerichte sitzet; dann sollen die Bésen kommen und gepriift werden.“ Die Gefangenen singen Hymnen und freuen sich, denen die Fessel abgenommen ward. Die Gefangenen weinen und -heulen, auf denen die Fessel gelassen ward. Sie sprechen: » Wir haben von dir gehirt, Guter’), [dammest.“ — daB du nicht (die Leute) auf den abgeschnittenen Berg ver- »Meine Scéhne, einen abgeschnittenen Berg gibt es nicht, und niemanden gibt es, den sein Herr auf ihn verdammte. [106] Nein, eure Angehérigen haben euch verdammt, die in der Taéuschung der Welt leben. [anstaltet Sie haben fiir euch keine Totenmessen, nicht meine Gedenkfeier ver- und den Tisch *) des Almosens und der Messe nicht aufgestellt.« — Und das Leben ist siegreich. *) Hier doch wohl N01) babyl. gittw ,,Dokument“. Es ist das dem Erléser mitgegebene Geleitschreiben. *) Vgl. Joh. II, p. 106'. ®) Leid. hat syMNDd). 106, 5—i8 Drittes Buch. Vierundzwanzigstes Stiick. O sanfter Mana, o geordneter, wohlgeordneter Mana, o sanfter Mana, mégen mit dir Helfer kommen. Vierundzwanzigstes Stiick. Am Tore der Gefangenen bin ich vorbeigegangen, mein Glanz ging iiber ihrem Gefingnisse auf. Uber ihrem Gefiingnisse ging mein Glanz auf, und sie wurden durch meinen Duft wohlriechend. Durch meinen Duft wurden sie wohlriechend, und die Seol leuchtete durch meinen Glanz. Die Seelen nahmen es wahr, da weinen sie und heulen und ergiefen sich (in Tranen). Ich rufe dem Gefangenenaufseher zu: »Offne den Seelen das Tor.“ Darauf spricht er: » Wieviele soll ich dir herauslassen von tausend, wieviele soll ich dir herauslassen von zehntausend?“ Er 6ffnete mir das Tor und setzte das Zeichen auf das Dokument. Er 6ffnete mir das Tor und gab ihnen den Lohn fiir ihre Ketten’). Brot legte er fiir die Armen hin, Gastmihler teilte er an die Verfolgten aus’), er wies ihren Tischen den Lohn fiir ihre Ketten zu. Die Seelen wurden ausgesondert aus dem Orte der Finsternis zum Orte des Lichtes. — Und das Leben ist siegreich. 1) Er entschidigte sie fiir die in den Ketten erlittenen Leiden. 2) Lies 5p oder OND. 549 15 20 25 Io 15 20 25 30 35 550 Linker Teil. 106, 19—107, 10 Fiinfundzwanzigstes Stiick. Eine Seele habe ich in der Tibil, sie liegt eingehiillt in der Welt da. Eingehiillt liegt sie in der Welt da, ein Uthra trete an ihren Pfiihl’). An ihren Pfiihl trete ein Uthra und riittle sie aus dem Schlafe: »oteh auf, steh auf, Seele, steh auf, schaue zum Hause des Lebens hin. Steh auf, schaue zum Hause des Lebens hin und hebe dein Antlitz zum Lichtort empor. Siehe, die ganze Welt ist ein Ding ohne Wert. Ein Ding ohne Wert ist sie und verdient kein Vertrauen. [107] Siehe das grofe Meer, durch das es keinen Ubergang gibt. Siehe den Flu8 Hitptn’), durch den kein Damm gelegt ist. Siehe das Wachthaus, an dem Rebellen stehen. Siehe die Feuerbrinde, deren Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht. Siehe die Doppelgruben, die Ruha auf dem Wege gegraben hat. Siehe den hohen Berg, auf dem kein Weg geebnet ist. Siehe die Mauer, die Eisenmauer, die wie ein Kranz die Welt umgibt. Wie ein Kranz umgibt sie die Welt, und keine Bresche ist in sie geschlagen. Wenn du, Seele, hérest, was ich dir sage, und meiner Rede nicht zuwiderhandelst, so wird dir iiber dieses groBe Meer ein Ubergang gelegt werden. Durch diesen Flu8 Hitpun wird dir ein Damm gelegt werden’). 2) Vel. p. 430/32) *) Bedeutet ,,sie rissen mich fort“. Vielleicht hat man sich NY ,,Wasser“, das Plural ist, als Subjekt zu denken. ____ *) Vielleicht stehen sNo1n, qNdyyn (No MyD) fiir SNOWY, INDY ,,ich werde dir legen‘, siehe weiterhin qNoonp (qrdvyp). 107, 10—108, 1 Drittes Buch. Sechsundzwanzigstes Stiick. 551 Ich werde dich am Wachthause vorbeifiihren, an dem die Rebellen stehen. Ich werde dich an den Feuerbriinden vorbeifiihren, deren Qualm emporsteigt und das Firmament erreicht. Ich werde dich an den Doppelgruben vorbeifiihren, 5 die Raha auf dem Wege gegraben hat. Auf diesem hohen Berge werde ich dir einen Weg ebnen. In diese Mauer, die Eisenmauer, werde ich dir eine Bresche schlagen. Io Ich will mit meiner ganzen Kraft dich fassen und mit meinem ganzen Kérper dich strecken’). Mit meiner ganzen Kraft will ich dich fassen und mit mir zum Lichtort emporheben.“ — Und das Leben ist siegreich. 15 Kommen die Auserwihlten aus der Erde Tibil, so kommen sie und werden von meinem Weinstock umschlungen. Sie kommen, werden umschlungen von meinem Weinstock und steigen empor, schauen den Lichtort. Sechsundzwanzigstes Stiick, 20 Wessen Seele ist diese, die so gebaut, wohlgebaut ist *)? So gebaut, wohlgebaut ist sie, so wahrhaft und gliubig. So wahrhaft und glaubig ist sie, 25 so geriistet, wohlgeriistet. Sie angstigt und fiirchtet sich nicht, sie kennt keine Angst und Furcht. Nicht vor den Zéllnern fiirchtet sie sich, nicht vor den verkehrten Engeln. - 30 Man legte ihr einen Atherkranz auf das Haupt und holte sie aus der Welt. Diese Seele fliegt und zieht dahin, [108] bis sie zum Hause der Zillner kam. 1) Man erwartet eigentlich etwas anderes. ®) Hier, sowie in Stiick 34 ist es nicht ganz sicher, daf }}3 zu NID gehort (siehe Néld., p. 307,17 und oben, p. 543°); es kénnte auch zu }\2 gehéren, siehe oben p. 391, 14. Io 20 25 30 552 Linker Teil. 108, 1—20 Als der Oberzéllner die Seele erblickte, fragte er sie aus: ,Mit wessen Kraft bist du hinausgegangen, Seele, und wessen Name ist tiber dich ausgesprochen?“ — ,Ich bin mit der Kraft des Lebens hinausgegangen, und der Name des Manda dHaijé ist tiber mich ausgesprochen.“ ,{Womit] soll ich dich vergleichen, Seele, womit vergleichen in dieser Welt? Ich vergleiche dich mit der Sonne des Tages, ich vergleiche dich mit dem Monde der Nacht. Ich vergleiche dich mit der Nordluft’), wenn sie sich in der Welt reget’). Ich vergleiche dich mit den Wogen des Wassers, wenn die Nordluft tiber sie weht.“ Die Seele leuchtete mehr als die Sonne des Tages, sie war heller als der Mond der Nacht. Sie war stirker als die Nordluft, wenn sie sich in der Welt reget. Sie war angenehmer als die Wogen des Wassers, wenn der Nord iiber sie weht. Der Oberzillner neigte sein Haupt, und die Seele stieg auf ihn: »Geh, Seele, steig empor, geh, fliege und gelange hin. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Wie sehr freue ich mich’), wie sehr freut sich mein Herz, wie sehr freue ich mich auf den Tag, da mein Rechtsstreit geschlichtet wird, auf den Tag, da geschlichtet wird mein Rechtsstreit und mein Gang nach dem Orte des Lebens ist! Siebenundzwanzigstes Stiick ‘). Kin wohlversiegelter Brief ist es, der aus der Welt hinausgeht, 1) Siehe tiber diese p. 281 ob. * Lies FINN, siehe auch p. 4405. pee ‘ ) Siehe auch Stiick 12. * Steht mit einigen Abweichungen auch Lit., p. 111. 108, 20—109, 13 Drittes Buch. Siebenundzwanzigstes Stiick. 553 ein Brief, geschrieben mit Kusta, gesiegelt mit dem Siegelring GroBer. Vollkommene haben ihn geschrieben, gliubige Manner ihn gesichert. Sie hingten ihn um den Hals der Seele und sandten ihn an das Tor des Lebens. Woher kam es, dafi Daium sah, da die Seele den Brief trug? Woher kam es, dafs Daium sie sah, wihrend ihre sieben Séhne um sie versammelt waren? [109] Diese sprechen: » Wer schrieb den Brief, dessen Geheimnis wir nicht kannten? Der Brief ist mit Kuta geschrieben, mit dem Siegelring Grofer gesiegelt. Fromme, Vollkommene haben ihn geschrieben, glaubige Manner ihn gesichert. Sie hangten ihn um den Hals der Seele und sandten ihn an das Tor des Lebens.“ Die Seele in ihrer Weisheit breitete Glanz iiber ihn und verwahrte ihn, hiillte ihn in Licht und wickelte ihn ein. Die Sieben neigten ihr Haupt, und die Seele stieg auf sie. Man legte ihr einen Atherkranz auf das Jone und holte sie aus der Welt. Die Seele fliegt und zieht dahin, bis sie zu den Wasserbiichen kam. Als sie bei den Wasserbichen anlangte, ging der grofe Ausflu8 des Glanzes ihr entgegen. Er faBte sie bei der Flaiche der Rechten und fiihrte sie tiber die Wasserbiche ’). Sie richteten sie in ihrer Skina auf, an der Statte, an der die Uthras sitzen. Das Leben stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Das Seinige fand das Leben, und Bar-Haijé fiihrte das Seinige hin. — Und das Leben ist siegreich. 1) Leid. hat Fnax. Dahinter steht hier noch NPOXRD NAW PPR XV sywade DYDIN Sie holten Glanz heraus und bekleideten sie damit, sie brachten Licht und bedeckten sie damit. 554 Linker Teil. 109, 14—110, 2 Meine Erleuchtung und meine Lobpreisung fiihren mich hiniiber. Der du durch die Wache hindurchfiihrest, fiihre mich hintiber, die Lichtwolke, und sie steige empor siegreich zum Orte des Lichtes. Achtundzwanzigstes Stiick. Ich scheide von meinem Korper, meine Zeit ist gekommen, und mein Maf ist voll. Mein Mafi ist voll, meine Zeit ist gekommen, und das Scheiden aus dem Kérper ist nahe. Die Wache zieht eilig hinaus. Der Rumpf hielt den Mund (geschlossen), das Zimmer zeigte Erstarrung. Der k6érperliche Rumpf erbebte. Die Unholde durchbohren mein Herz’). Wer von den Bésen sagte ihm: »Riiste aus und stelle Engel auf dem Wege auf*)?“ Ziehe hinaus, du scheidest, Seele, man wird dich vor den Richter hineinbringen. Deine Werke und deine Taten werden dich vor den Richter hineinbringen. Steh auf, gehe mit ihm, mit dem Kénig’) des grofen (Lebens), der zu dir gekommen ist. Der Weg, den ich gehe, ist weit und endlos. Durch die Durechfahrt, durch die ich hindurchziehe, dringt kein Steuer. Die Sonne geht dariiber nicht unter, die Lampen [110] des Lichtes werden nicht dunkel. Die Manner, die dort sind, legen sich prangende Krinze auf. Mit einem Glanze sind sie bekleidet, ein Licht ist iiber alle gebreitet*). 1) Statt N°DWONOD lies wy Nwand. Ich ziehe QWDNRI der Lesung NWI (auch Leid. so) vor. Zu W274 = w35 siehe Néld., p. 41,6. Dann 3N35 statt 720. *) Die Worte sind wohl an ein unterirdisches Wesen gerichtet. Auch die , Engel sind hier schlimme Genien, siehe p. 4. *) Konig“ ist auch hier so viel wie himmlisches Wesen, siehe p. 62. 4) Lies) DMP. 110, 3—19 Drittes Buch. Neunundzwanzigstes Stiick. 555 Sie stehen in gleicher GriéfBe da und nehmen voneinander das Maf an. Wenn die Guten sprechen, ist ihre Rede eins. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Seele, steh auf, gehe mit dem Kénig des groBen (Lebens), der zu dir gekommen ist. Neunundzwanzigstes Stiick. Ich wurde erlést, mein MaB wurde voll, das groBe (Leben) sandte nach mir. Ich spreche zu meinen Sprossen und belehrte die Grofen’). Zu meinen Sprossen spreche ich, den GroBen gab ich Verordnungen: »Meine Sprosse, ich verlasse euch; was werdet ihr, meine Sprosse, tun?“ Ich setzte mich in den Schatten meiner Weinsticke’), und mein Glanz ging iiber meinen Weinsticken auf. Uber meinen Weinstiécken ging mein Glanz auf, und meine Weinstécke sprachen von ihrer Stitte aus. Sie tragen vor und sprechen: »Du scheidest von uns, Mann, was gibst du uns auf? Sprich uns von deinem Namen, eine lebendige Rede, ausgedehnt und endlos. Sprich uns von den verborgenen Reden und vom festen Mana, wenn er hinausgeht’). Sage uns, was das grofie (Leben) ihm aufgegeben’‘), wenn er aus der Welt scheidet.“ »lch will euch von den verborgenen Reden mitteilen und vom festen Mana. 1) Hier im Sinne ,,Vornehme, Hdle“. Grobe, Erwachsene“ heift 93597 nicht. 2) Das sind seine Sprosse. 5) Es ist die abscheidende Seele. #) 4ND7 PIPND ist nicht in Ordnung; vielleicht X°27 NYTPNE. 25 30 30 35 556 Linker Teil. 110, 19111, 10 Wenn er von hier scheidet, sind die Sieben seine Gegner. Bis zum Hause des Ptahil stehen die Sieben zur Gegnerschaft des Mana da. Wenn er aus dem Hause des Ptahil heraustritt, empfangt ihn Abathur mit seem Glanze und seinem Lichte unbegrenzt. Ob seines ausgedehnten Glanzes kommt Angst tiber den Zweiten. Der Zweite erhebt sich von seinem Throne und preist das gewaltige Leben: ,Gepriesen seiest du, gewaltiges Leben, da8 du mir diesen Helfer gesandt hast.“ Meine Sprosse neigten ihr Haupt, sie jammerten und weinten an ihrer Stiatte. [111] Sie sprechen: »Uu scheidest von uns, Mann; wann werden wir deine Statte schauen? Wann werden wir deine Gestalt schauen, die nun von der Welt verborgen ist?“ Darauf erwidert er ihnen: , Wenn das grofe (Leben) mich liefe, wiirde ich bei euch in der Welt grofi werden. Doch jetzt, wo das GroBe mich wiinschte, fiigten mich die verborgenen Vollkommenen sich zu. Ich wurde den verborgenen Manas hinzugefiigt, dem Glanze, der im Weinstock lohet.“« — Das groBe Leben spricht zu ihm und beauftragt ihn, das in Giite nach ihm gesandt hat. Ks spricht zu ihm: »Uu Mann, wem hast du deine Sprosse iiberlassen, und wer ist der Mann, der sie unterrichten soll? Darauf erwidert er ihm’): »Deine Kraft wird sie bewahren, und deine Erleuchtung wird ihnen eine Hilfe sein.“ — Und das Leben ist siegreich. 1) => trotz der Beziehung auf NW, siehe p. 2409; 3012; 3353. 111, 11—112, 2 Drittes Buch. Dreifigstes Stiick. 5b DreiBigstes Stiick. Am Tore des Gartens ging ich voriiber, ich hérte die Stimme des Giurtners. Die Stimme des Girtners hirte ich, der weinte und die Baume des Gartens zum Weinen brachte. Warum weinest du, Gartner, und bringst die Baume deines Gartens zum Weinen? Ging etwa das ...... *) in deinen Hinden fort, oder wurde das Wasser in deinen Kanilen gehemmt?“ NICHE STOO ACAS teats. = *) In meinen Hinden fort, noch wurde das Wasser in meinen Kanilen gehemmt. Doch gestern, doch am Abend wurde eine Zeder aus meinem Garten entwurzelt. [Eine Zeder wurde entwurzelt] aus meinem Garten, eine weibliche Zeder*) an der Wurzel herausgerissen. Ich weine um meine Gefahrten’) und um die Pflanzen, die er bei ihr*) gelassen hat’).“ »Die Zeder, die aus deinem Garten entwurzelt ist, sie hat der Mann entwurzelt, der sie gepflanzet. Die weibliche Zeder, die an der Wurzel herausgerissen ist, sie wird hier bei uns aufgerichtet. Die guten Pflanzen, die man bei dir gelassen hat, werden sich emporwinden und trefflich gedeihen.“ — Und das Leben ist siegreich. Ich bin ein groBer Mana, ich bin ein Mana, ein Sohn des gewaltigen (Lebens). Ich bin ein grofer Mana, der ich im Meere wohnte. Ich wohnte im Meere, bis man mir Fliigel bildete, bis man mir bildete Fltigel, [112] bis ich ein Gefliigelter wurde, bis ich wurde ein Gefliigelter und meine Fliigel gegen den Lichtort emporhob. 1) Siehe oben, p. 431%. 2) Siehe oben, p. 409, 4. 3) Event. ,,meine Gefahrtin“; Leid. hat 1XN)R¥. c 7 4) Hr, der Dieb, bei der Zeder? Nach dem Folgenden erwartet man NON bei mir. 5) Die Zedern sind die Seelen, die von hier weggeholt wurden. Sollte SAYWN wirklich die weibliche Zeder sein, so kénnte auf mannliche und weibliche Abgeschiedene angespielt sein. 5 Wm 30 558 Linker Teil. 112, 3—20 Einunddreifigstes Stiick. Am Tore des Gefangnisses ging der Glanz des Sonntags vortiber. Der Glanz des Sonntags ging voriiber, und am Tore der Gefangenen fiillte sich das Licht. Als die Seelen den Glanz und das Licht des Manda dHaije erblickten, empfanden sie‘) Freude in ihren Ketten. Da sprach zu ihnen der Gefangenenaufseher, der unter ihnen wohnte: ,Welcher ist mein (bester) Tag unter den Tagen’)? Der Tag, an dem ihr Freude in euren Ketten empfandet’).“ Darauf sprachen*) zu dem Gefangenenaufseher die Gefangenen’), unter denen er wohnte: »Unser®) (bester) Tag unter allen Tagen ist, da der Glanz des Sonntags voriiberging. Der Glanz des Sonntags ging voriiber, und am Tore der Gefangenen fiillte sich das Licht. Als wir den Glanz und das Licht des Manda dHaije erblickten, empfanden wir Freude in unseren Ketten,“ Darauf sprach ich zu dem Gefangenenaufseher, der unter ihnen wohnte: »Uu Aufseher aller Gefangenen, du Gefangenenaufseher! LaB deine Seelen los’) und gib sie mir. LaB los und gib mir die Seelen, die des Lichtortes wiirdig und wert sind, einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet und in den vier Jordanen *) getauft ist.“ Da sprach zu ihm der Gefangenenaufseher, der unter ihnen wohnte: »Guter, zahlreich sind deine Seelen, end- und zahllos. Forsche nach ihnen*) in deinem sanften Sinne und sprich mit deiner hehren Stimme. 1) Higentlich ,,suchen sie‘. *) Siehe Lit., p. 186. 5) Siehe Néld., p. 2554. 4) Leid. hat AD ND. >) Leid. hat "NT NY YDY. 6) Lies ND). ”) Siehe Joh. II, p. 245m. *) Die ,,vier Jordane“ finde ich nur noch an einer Stelle im Mand. Diwan (links gegen- iiber dem zweiten Hunde 37), die von diesem Stiicke abhingig ist: (1. DNF) NONI ND by> BONWIT NOTNND JD FID OMND NINWANT NTN NIWA ,Einen jeden, der in den vier Jordanen getauft ist, bringt Sonntag am Wachthause des Sami’ voriiber.“‘ *) Vielleicht ,,trage ihnen vor“, siehe den folgenden Halbvers. 112, 20—118, 14 Drittes Buch. Hinunddreifigstes Stiick. Mit deiner hehren Stimme sprich und suche deine Seelen aus und fiihre sie hin. Suche aus und fiihre deine Seelen hin, die des Lichtortes wiirdig und wert sind, emen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet und in den vier Jordanen getauft ist.“ Ich forschte in meinem sanften Sinne und sprach mit meiner hehren Stimme. Mit meiner hehren Stimme sprach ich, suchte meine Seelen aus [113] und fihrte sie hin. Ich suchte aus und fiihrte hin meine Seelen, die des Lichtortes wiirdig und wert sind, einen jeden, der mit dem Zeichen des Lebens gezeichnet und in den vier Jordanen getauft ist. Da sprach zu ihm der Gefangenenaufseher, der unter ihnen wohnte: »Guter, du suchtest deine Seelen aus und fiihrtest sie hin; wer wird ihnen Hrleichterung von ihren Ketten gewidhren?“ Darauf erwiderte ich und sprach zum Aufseher aller Gefangenen: »in der Welt, in der diese Seelen weilten, dort schafft man Linderung’). Linderung schafft man dort und gibt Brot den Armen. Auf den Tisch legt man die Erleichterung von ihren Ketten.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Ich gehe meinem Abbild entgegen, und mein Abbild geht mir entgegen. Es kost und umarmt mich, als kime ich aus der Gefangenschaft zuriick. 1) Durch Veranstaltung von Toténmessen und Ubung frommer Werke, siehe p. 548 559 unt. 560 Io 15 20 25 Linker Teil. 113, 15—114, 5 Zweiunddreifigstes Stiick. Wann wird mein Ma voll sein, wann wird mein Rechtsstreit geschlichtet werden? Wann werde ich das kirperliche Gewand ablegen und nach dem Orte des Lebens gehen, nach dem Orte des Hauses der Guten, nach der Welt, in der mein Haus’) steht? Ich will hinausziehen und zu meinem Vaterhause gehen, werde nicht zu meinem Hause hier’) zuriickkehren. Weh und leid war mir, daB ich in dieser Welt wohnen mubBte, wo das Leben mir aus den Friichten, der Glanz mir aus der Ferne antwortete. Aus einem Orte, der weit und fern ist, schaute und erkannte ich meinen Vater. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Dreiunddreifigstes Stiick Welchem Dinge gleichen die Guten, wenn sie aus ihrem Kérper scheiden? [114] Sie gleichen flinken (?) Pfeilen*), die man glittete*) und die so diese Welt verlieBen. Welchem Dinge gleichen die Bésen’), wenn sie aus ihrem Korper scheiden? Sie gleichen den Bienen, wenn sie ihren Stock verlassen. Sie haben ihren Honig abgegeben‘), dann gingen sie hin und legten sich auf den steinigen Berg. — *) Ich vermute [3X] M25 ,,in der mein Vaterhaus“, siehe den folgenden Vers. Npdsx PNA steht wohl auch hier irrtiimlich fiir atin Nap siehe p. 338°. *) Wohl NDNM zu lesen. ONT und ONNNM sind durch das vorhergehende ONDNN beeinfluit. An ,,das Haus meines Schwiegervaters“ ist nicht zu denken. )eoieher Joh llepanl ge: *) FINW (Fw) heift ,,bestreichen, glitten“. Eine dieser Bedeutungen kann hier wohl vorliegen. Doch erwartet man eine andere Form, etwa pws oder NH WF (Part. pass. pl.). >) Siehe Joh. II, p. 106%. ®) B und Leid. haben vorher noch 5yD8, womit ich nichts anzufangen wei. ,,Ab- messen“ paft hier nicht. 114, 5—21 Drittes Buch. Vierunddreibigstes Stiick. 561 Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Ich will emporsteigen und zum grofen (Leben) sprechen: , Taglich, alltaglich sende mir Stimme und Kraft. Die Stimme und die Kraft, die du mir sendest, werden mich wachhalten, daB ich nicht strauchle.“ Vierunddreifigstes Stiick. Wessen Seele ist diese, die so gebaut, wohlgebaut ist’)? So wohlgebaut, gebaut ist sie, so gertistet, wohlgeriistet. So wohlgeriistet, geriistet ist sie, so wahrhaft und gliubig. Sie sitzt in einer Glanzwolke, und Engel bereiten ihr eine Stiitze. Uthras gehen vor ihr einher, Kusta ebnet ihr den Weg. Die Seele zog durch das Gefingnis’), verliei eilig’) das Haus des Leides. Die Seele zieht hin und geht, bis sie zum Hause der Zéllner kommt. Die Zoéllner rufen nach den Dienern, nach den Minnern, die die Seol warten: »Nehmet das ganze Waffengerat mit und ziehet zur Halfte des Weges hin. Sehet nach, wessen Seele diese ist, die so gebaut, wohlgebaut ist. So wohlgebaut, gebaut ist sie, so gertistet, wohlgeriistet. So wohlgeriistet, geriistet ist sie, so wahrhaft und glaubig. 1) Siehe oben, p. 5d1?. 2) “aN kann heifien ,,durchgehen und (haufiger) ,,vorbeigehen“. Es ist unsicher, welcher Sinn hier vorliegt. Siehe einerseits den folgenden Halbvers, andererseits p. 445ff. 3) Lies PTTNW) wie weiterhin Text, Z. 23. Lidzbarski, Ginza. 36 15 20 25 30 562 Linker Teil 114, 21—115, 12 Sie sitzt in einer Glanzwolke, und Engel bereiten ihr eine Stiitze. Uthras gehen vor ihr einher, Ku&ta ebnet ihr den Weg. Sie zog durch das Gefingnis, verlieB eilig das Haus des Leides.“ Nahmen sie nicht das ganze Waffengerat und zogen zur Hilfte des Weges hin? Doch die Seele stieg zum Hause des Lebens empor, wiahrend die Sieben [115] beschimt umkehrten. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Fiinfunddreifigstes Stiick. Sie (die Seele) sprach: In das Leben ordneten sie mich ein; in seine Ordnung..... sie mich’). In Gtite werde gedacht des Lebens’), in Gitite werde gedacht des gewaltigen (Lebens), in Giite werde gedacht des Lebens, das mein Gewand auferweltlich machte. Es zog mir den Rock der Finsternis aus und zog mir ein Gewand des Glanzes an. Es zog mir ein Gewand an, das wundersam und endlos ist. Ich streckte meinen KGrper darin aus, er wurde der Weltenfiille gleich. Ich schwang meine Fliigel darin, ich zog hin und gelangte bis zum Firmament. Ich 6ffnete meine Augen darin, meine Augen wurden des Lichtes voll. Ich ziehe in meinem Gewande dahin, im Gewande, das das Leben mir angezogen. Ich ziehe im Gewande des Lebens dahin, bis ich zum Hause der Sieben komme. Wie ich am Hause der Sieben ankomme, stehen sie da und tuscheln. *) FM ,,verfolgen“ paht nicht; vielleicht stand auch hier Wyo. *) Siehe oben, p. 524!, 115, 12—116, 5 Drittes Buch. Fiinfunddreibigstes Stiick. 563 » Warum tuschelt ihr, ihr Sieben? Ich gehére nicht zu euch.« Ich ziehe in meinem Gewande dahin, bis ich zum Hause des Abathur komme: »Kusta iiber dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!* — »Gebet mir Kusta von der eurigen').“ Ich ziehe in meinem Gewande dahin, in dem Gewande, das das Leben mir angezogen. Ich ziehe in meinem’) Gewande dahin, bis ich zu den Sdhnen des Heils komme: »Kusta iiber dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit!“ — »Gebet mir Kusta von der eurigen.“ Ich ziehe in meinem Gewande dahin, in dem Gewande, das das Leben mir angezogen. Ich ziehe in meinem Gewande dahin, bis ich zu den Wasserbichen komme. Als ich bei den Wasserbichen anlangte, ging der Ausfluf8 des Glanzes mir entgegen. Er fate mich bei der Fl’che meiner Rechten und fiihrte mich durch die Wasserbiche: .Kusta tiber dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ — »Gebet mir KuSta von der eurigen.“ Ich ziehe in meinem Gewande dahin, in dem Gewande, das das Leben mir angezogen. Ich ziehe in meinem Gewande dahin, bis ich zum Hause des Lebens komme. Als ich am Hause des Lebens anlangte, gingen die Guten mir entgegen. [116] Sie holten,Glanz heraus und bekleideten mich damit, brachten Licht und bedeckten mich damit: ,Kusta tiber dich, Mann von erprobter Gerechtigkeit.“ — ,G@ebet mir Kusta von der eurigen.“ Die Guten zihlten mich’) zu den ihrigen und verrichten fiir uns das Gebet an das grofe (Leben). — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 1) Man hat die Worte wohl als BegriiBung des Ankommenden und dessen Gegengrufs aufzufassen. 2\e lores wo, siehe weiterhin. *) Lies })2". 36* 20 25 30 35 25 30 3D 564 Linker Teil. Dem groBen (Leben) gefiel es; was ich ihm sagte, erhdrte es: » laglich, alltaglich sende mir Stimme und Kraft. Die Stimme und die Kraft, die du mir sendest, werden mich wachhalten, daB ich nicht strauchle.“ Sechsunddreifigstes Sttick ’). »Mein Ma ist voll, und ich ziehe hinaus.“ — Wenn die Seele den Kérper abstreift, halt der Rumpf den Mund (geschlossen), das Zimmer zeigt Erstarrung. Die Sieben umringten den Korper, sitzen da (und sprechen): » Wenn du hinausgehst’), Seele, bringen sie dich hinein vor die Zéllner.“ — »Gehe ich hinaus, so stehen die Dimonen da, kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist das Leben, das mich geliebet? Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit, auf dessen Namen ich Almosen spendete? Wo ist Manda dHaije, auf dessen Namen ich zum Jordan ging? Wo ist der Jordan lebenden Wassers, aus dem ich Sieghaftigkeit holte? Aus ihm holte ich Sieghaftigkeit und empfing ich das reine Zeichen. Wo ist der Lauf, den ich lief, wo ist der GruB, den meine Hande reichten? Wo sind die Schuhe meiner FiiBe, die ich mit meinen Freunden abtrat? | Wo gehst du, Herr der Kuta, hin, wo die Dimonen meinen Kérper umringt halten? Di&monen halten meinen Kérper umringt, und meine Augen firben sich mir im Kopfe.* Ich hob meine Augen zur Hiéhe empor und erblickte den Mann, meinen Helfer. = ) ") Siehe auch Stiick 15. 22. *) Siehe p. 546%. 116, 6—23 116, 23—117, 6 Drittes Buch. Siebenunddreifigstes Stiick. 565 Er sprach zu mir: ,Geh hinaus’), Seele, deinetwegen bin ich hierher gekommen.“ -— »lrage, trage mich“, ruft die Seele, »trage, trage mich weg von ihnen und laB mich nicht zuriick.« 5 Er trug mich hinaus aus der Mitte der Sieben, er hob mich iiber die Zéllner hinaus. Er hob mich hinaus [tiber die Zéllner], [117] brachte mich in die Héhe und richtete mich im Hause der am Orte der ganz Glanz, [Vollendung auf, 10 in der Wohnung, die ganz Leuchten ist. An jenen Ort sind auch eure Seelen gerufen und geladen. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 15 Er stieg empor und hob mich mit sich empor und lief} mich nicht in der nichtigen Wohnung zuriick. Siebenunddreifigstes Stiick °). Obwohl noch jung, wurde mein Mafs voll, obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt; 20 obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt, weg aus dieser Welt. Wie téricht sind die Aonen, wie einfaltig sind die Welten, wie téricht sind die Aonen, 25 daB sie um mich in Trauer dasitzen. In Trauer um mich sitzen sie da, und um mich liegen sie auf Matten. Die wehklagen, sterben, die auf Matten liegen’), werden getotet. 30 Diem ee. essen, schauen nicht den Ort des Lichtes. 1) Hier wiederum stért F PEND. *) Siehe auch Stiick 18. 2) Lies by NYDDNW. Io 15 20 25 30 35 566 ) NTIN) NANA ist vielleicht doppelt zu lesen, doch fehlt es auch Text 128, 12. Linker Teil. Wenn ihr nicht wehklaget, wenn ihr nicht auf Matten lieget, so werde ich, wenn ihr mich rufet, euch rasch antworten. Ich werde vor euch sprechen, wenn ich euch das Glanzgewand bringe, das aus dir, groBer Jordan, kommt. Wenn ihr wehklaget, wenn ihr auf Matten lieget, so werde ich, wenn ihr mich rufet, euch nicht antworten. Ich werde nicht vor euch sprechen, werde euch kein Glanzgewand gewihren, keinen prangenden Kranz gewahren. Am Tage eures Scheidens werdet ihr im Hause der Zéllner gefesselt werden. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Achtunddreifigstes Stiick. Den Laut, den Laut eines Lautes zwelier Stimmen horie ich, den Laut zweier Stimmen (von zweien), die dasitzen und sich gegenseitig aufkliren. Die Stimme des Geistes und die Stimme der Seele, die dasitzen und sich gegenseitig unterweisen. Der Geist spricht zur Seele, _ [es spricht] der Geist zur Seele: »Bei deinem Leben, meine Schwester, fiihre mich mit dir, wenn du dahingehst.« — » Wie soll ich dich mit mir fiihren, wo du ein liignerischer Geist bist? Du bist ein liignerischer Geist, erliigest, was du nicht gesehen hast. Wie soll ich dich mit mir fihren, mein Bruder, wo der Mann der Wage aufgerichtet dasteht? Der Mann der Wage steht aufgerichtet da und wigt Werke und Lohn. Werke und Lohn’) wigt er und tut den Geist mit der Seele zusammen. 117, 16—118, 6 Drittes Buch. Neununddreifigstes Stiick. 567 Wenn er jemand wigt und er sich als vollwichtig erweist, so hebt man ihn empor und gewihrt ihm eine Stiitze im Leben. Wenn er jemand wigt und er sich nicht als vollwichtig erweist, so erledigt man ihm schon dort den Rechtsstreit*).“ »Fiihre mich mit dir 5 bis (dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist. Dann mégen sie mich auf die Wage bringen, Werke und Lohn hineinbringen. Wenn sie mich beim Wagen vollwichtig befinden, mégen sie den Geist mit der Seele zusammenbringen. 10 Wenn sie mich beim Wagen minderwertig befinden, moégen sie mich hinter dir abschneiden. — Wie gut bist du*), meine Schwester, Seele, da du mich mit dir fiihrtest, als du hingingest’), bis (dahin, wo) die Wage aufgerichtet ist, 15 die Werke und Lohn wiget. Sie fanden mich beim Wagen vollwichtig, da brachten sie den Geist mit der Seele zusammen.“ — Wie freut sich die Seele, da sie den Geist mit der Seele zusammenbrachten! — 20 Das Leben [118] stiitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. Und das Leben ist siegreich, Neununddreifigstes Stiick. Ob Kusta gut ist fiir den Guten 25 und Manda dHaije fiir die Séhne des Heils*)? — Wihrend sie noch in ihrem Kérper weilen und sich kraft des Namens des Lebens aufzuklaren suchen, ~ Wann soll es finster, wann hell werden’), [[sprechen sie]: wann soll das Ma®B der Welt voll werden? 30 Wann soll das Gute aus dem Boésen heraustreten, wann das Sii®e aus dem Bittern? 1) Siehe p. 451 unt. 2) Lies FRINY. 8) Die Seele ist dem Wunsche des Geistes nachgekommen. 4) Siehe auch p. 142, 13. 5) Wann soll die Helligkeit an die Stelle der Finsternis treten? 568 Linker Teil. 118, 7—24 Wann soll das Leben‘) aus dem Tode heraustreten; wann soll das Leben vor seinen Vater emporsteigen? Wann soll das Bitterkraut und ..... abgelegt werden °), das die Seele auf dieser Welt tragen mufite?“ 5 »Wenn es auch nicht finster, wenn es auch nicht hell wird, so wird doch bald das MaB des Kérpers voll. Wenn auch nicht die Ku&ta hierher zu den Guten kommt und Manda dHaije zu den Séhnen des Heils, das Licht aus der Finsternis heraustritt 10 und das Gute aus dem Bésen, das Ste aus dem Bittern heraustritt und das Leben aus dem Tode, das Leben vor seinen Vater emporsteigt und die Seele des Lebens zu den Séhnen des Heils, 15 das Bitterkraut und..... abgelegt wird, das die Seele auf dieser Welt tragen mufite, so werdet ihr doch aufgerichtet und gefestigt werden am Orte, an dem die Guten gefestigt werden.“ — Und gepriesen sei das Leben. 20 Vierzigstes Stiick. Die Stimme der Seele hore ich, die aus dem Ké6rper heraus weinet °*): , Wer wird mich aus meinem Koérper holen‘), wer mich aus meinem Leibe herausnehmen? 25 Es schmerzt und bedriickt mich 7 in dieser Welt, der Welt, die ganz Nacht, ganz voller Ranke ist, ganz mit Knoten geknotet, 30 ganz mit Siegeln gesiegelt ist, mit Knoten ohne Zahl, mit Siegeln ohne Ma.“ »Der Mann, der sich selber schaute und um die Korper zeugte, sie zu lésen’), *) Hier nicht das Leben als héchstes Wesen, sondern das Leben an sich. ) Lies YMNMU"D. ®) Lies SIND. *) Lies }RPDN. *) Was dasteht, laft sich nicht anders iibersetzen, doch verstehe ich den Sinn nicht. Auch im Folgenden ist manches dunkel. 118, 25—119, 15 Drittes Buch. Einundvierzigstes Stiick. 569 der die Sterne am Himmel zihlte s . das Weltmeer unter den Meeren maf, [119] der Sin (den Mond) am Himmel schaute, vor ihm schwach wurde und sich hier stiitzte der das grofe Tor schaute, aus dem er die Welten holte, er wird deine Knoten lésen, jener Mann wird deine Siegel aufbrechen. thr habt gesucht und gefunden, wiederum werdet ihr suchen und finden.“ — Und das Leben ist siegreich. o] Einundvierzigstes Stiick. Kin Mana (bin ich) aus dem Hause des grofen (Lebens), ein Mana aus dem Hause des gewaltigen (Lebens), ein Mana aus dem Hause des grofien (Lebens). Aus dem Hause des grofien (Lebens) brachte mich wer? Wer brachte mich aus dem Hause des grofien (Lebens), wer warf mich in die Tibil? Wer warf mich in die Tibil, in den Rumpf ohne Hinde und Fiife? Ich sitze da und bewache die Herberge, die man mir anvertrauet. Ich sitze da und bewache sie, bis mein Mafi voll ist. Ist mein Mai voll, dann kommt der Léser. Wenn der Léser kommt, lést er mich und fiihrt mich zum Lichtort. Der mich geliset, geht vor mir, der mich gebunden, liuft hinter mir her. Ich lief und hielt mich an den, der mich geldset; die mich gebunden, erreichten mich nicht. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 1) Lies NID4. 20 25 30 570 Linker Teil. 119, 16—120, 6 Zweiundvierzigstes Stiick. Die Seele, die Seele des Lebens spricht: »Wer sperrte mich in die Tibil? Von dem Tage an, da ich in Adam hineinfiel, schaute ich vier Mysterien ’). Ich ging zum Abbild des Wassers; das Wasser ist das Leben dieser Welt. Ich ging zum Abbild der Sonne, die Sonne ist das Licht dieser Welt. Ich ging zum Abbild des Mondes, der Mond ist die Zihlung dieser Welt.“ Die Seele, die Seele des Lebens spricht: » Wer warf mich in die Tibil? In die Tibil warf wer mich’), wer schlo® mich in die Mauer ein? Wer warf mich in den Fufblock, der der Weltenfiille gleicht? Wer legte eine Kette um mich’), die iiber die Magen ist? Wer [120] bekleidete mich mit einem Rock von allen Farben und Arten? Ja, Manda dHaije ist es, der aufbrach, um in die Welt zu kommen. Fiirwahr, er holte mich aus der Erde, Zoos AICS AUS iene peer as Er holte mich aus dem Fufblock, der der Weltenfiille gleicht. Er nahm die Kette von mir”), die iiber die Maen ist. Kr zog mir den Rock aus von allen Farben und Arten. Der mich gelést hatte, ging vor mir, der mich gebunden, lief hinter mir her. 1) Siehe Joh. I, p. 167. Hier werden nur drei aufgezihlt. » NPIS yj ist wohl zu streichen; vielleicht ist es als Glosse zu Sp ‘33 in den Text hineingeraten. An der enteprecheniden Stelle weiterhin steht zwar NPAN 1 1D, doch ist dort auch fiir N7)W ein anderes Wort gesetzt. ®) Lies }RINID%. *) Das Wort NYOIINT findet sich nur hier und Text 122,6,19. Es scheint etwas wie Fessel zu bedeuten. Hingt es vielleicht mit babyl. zérqitu ,,Band“ (MUSS-ARNOLT I, p. 297) zusammen ? 5) Lies (5%). 120, 6—22 Drittes Buch. Dreiundvierzigstes Stiick. 571 Ich lief und hielt mich an den, der mich geldset; ich lef, der mich gebunden hatte, erreichte mich nicht. Das Leben antwortete mir aus den Friichten, der Glanz antwortete mir aus der Ferne. Aus einem Orte, der weit und fern ist, schaute und erkannte ich meinen Vater.* — Und das Leben ist siegreich. Dreiundvierzigstes Stiick ’). Ich lege eingehiillt da in einem Gewande’), an dem kein Fehler ist, in einem Gewande, an dem ist kein Fehler, nicht ist an ihm Mangel und Febhl. Das Leben wufite um mich; Adam, der schlief, erwachte. Es faBte mich an der Flache meiner Rechten und gab miremicht +5... . in die Hand. Es warf Licht in die Finsternis, und die Finsternis fiillte sich mit Licht. Am Tage, da das Licht emporsteigt, wird die Finsternis an ihren Ort zuriickkehren. Er niherte sich der Wolke des Lichtes, sein Gang ist nach dem Orte des Lebens gerichtet. — Und das Leben ist siegreich. Vierundvierzigstes Sttick ’). »Mein Maf ist voll, und ich ziehe hinaus.“ — Der Geist spricht zur Seele: »Wenn du hinausziehest, warum tut es dir leid? Tut es dir leid, warum ziehst du hinaus?“ — »Ziehe ich hinaus, so stehen die Dimonen da, kehre ich um, meine Zahl ist ja voll. Wo ist das Leben, das ich geliebet, wo ist das Leben, das mich geliebet? 1) Steht auch Lit. p. 96. . 2) Lies novxy2. 3) Siehe auch Stiick 15. 15 30 25 30 Linker Teil. 120, 22121, 16 Wo ist Manda dHaije, auf dessen Namen ich zum Jordan ging? Auf seinen Namen gingen wir zum Jordan und empfingen das reine Zeichen. Wo ist [121] der Jordan lebenden Wassers, aus dem wir Sieghaftigkeit holten? Wo ist der Mann von erprobter Gerechtigkeit, auf dessen Namen wir Almosen spendeten? Wo ist der Lauf, den wir liefen, wo der GruB, den unsere Hinde reichten? Wo sind die Schuhe unserer Fiife, die wir mit unseren Freunden abtraten? Wo gehst du, Herr der Kusta, hin, wo die Daémonen meinen Kérper umringt halten? Manda dHaije ist fern, sei du mir nahe. An seiner Stitte pflanzte Manda dHaije Kusta, nun ist Kusta reichlich in der Welt’). Darauf sprach er zu muir: , Wie bist du in die Verwesung geraten? Hat das Leben dich gesandt, oder bist du von selbst gekommen? Das Leben sandte mich zu dir, Seele des Lebens. Es sendet dich aus der Welt, aus der Welt der Finsternis, des Hasses, der Eifersucht und der Zwietracht. Aus der Welt der Finsternis werde ich dich zum lichten Wohnsitz emporheben.“ — Du warst siegreich, Manda dHaije, und verhalfest allen demen Freunden zum Siege. Fiinfundvierzigstes Stiick. Obwohl noch jung, wurde mein MaB voll, obwohl noch jung, fand mein Ausgang statt. Wen soll ich rufen, und wer soll mir antworten, wer soll mir ein Helfer sein? *) Unsicher. Allenfalls auch: nun sitzt er in den Welten der Kusta. | 121, 16—122, 6 Drittes Buch. Sechsundvierzigstes Stiick. 573 Ich will nach der Stimme des Lebens rufen, ich will nach der Leuchte rufen, die ganz Licht ist, ich will nach dem Manne von erprobter Gerechtigkeit rufen, der gliubig Almosen spendete’). Er spendet gliubig [Almosen], und das Leben richtete ihn in vollkommener Weise auf. icine ae ah Kusta, und Manda dHaije hirte meinen Ruf. Ks kam, kam der Mann von erprobter Gerechtigkeit, der glaubig Almosen spendet. Kr spendete gliubig Almosen mit wahrhaftem, gliubigem Herzen. Es kam, kam der Sohn des Lebens (und sprach): »lch werde dir ein Helfer sein. Ich werde dich an den Planeten vorbeifiihren, den Minnern, die die Tibil bewachen. Ich werde dich an Jorabba und Rutha vorbeifiihren, die die Oberzéllner genannt werden. Ich werde dich emporfiihren und dir den Weinstock zeigen, der auBerhalb der Welten steht.“ Die Freunde des Auserwihlten sind aufgerichtet. KOK KOK KK Ke AufBerhalb der Welten steht er [122] und ruft nach den Vollkommenen. Die Stimme des Lebens ruft, wir sehen ihn’) am Orte des Lichtes. — Gepriesen sei das Leben, das Leben ist siegreich. Sechsundvierzigstes Stiick. Der Mana weint in den Zeitaltern; sein Name ist lieb den Welten. Die Erde wird durch seine Trinen bewegt, der Himmel durch seine Stimme erschiittert. Der Herr der Erde ist bewegt, und die Bedriickten des ..... *) antworten ihm‘). 1) Nach dem Folgenden ist damit Manda dHaijé gemeint, obwohl die Aussage des zweiten Halbverses von ihm auffillig ist, doch siehe auch p. 424, 16. *) Das steht da, aber man erwartet: wir folgen ihm (oder Ahnliches) bezw. ihr zum Orte des Lichtes. 3) Siehe oben, p. 570+. 4) Sie schlieBen sich ihm an. so) ist wohl durch 75 beeinflubt. 15 i} ut 20 25 30 35 Linker Teil. 122, 6—22 Das Gewand Adams weint, das aus dem Sandarakbaume’) herausgetreten ist. Frucht, Traube und Baum traten heraus und wahren Geheimnis und Schweigen. Die Auserwiihlten versammelten sich, und die Véglein nehmen die Berge in Besitz’). Der Mana spricht zu den Aonen und Ja6Bt alle Welten hoéren: ich bin eine Krone aus Beryll, die auf dem Haupte des grofen (Lebens) aufgerichtet wird. Wer hat mich hierher gebracht, ging hin und legte mich in die Hand der Ruha und der Planeten?* — Und das Leben ist siegreich. Siebenundvierzigstes Stiick. Der Mana spricht in den Zeitaltern: »ich bin eine Krone aus Beryll. Eine Krone aus Beryll bin ich, ein leuchtender Giirtel aus Gold. Eine Krone aus Beryll bin ich, die auf dem Haupte des grofien (Lebens) aufgerichtet wird.“ Der Mana weint in den Zeitaltern, sein Name ist lieb den Welten. Der Himmel ist durch seine Stimme beweet, die Erde wird durch seine Trinen erschiittert. Das Gewand Adams weint, das aus dem Sandarakbaume herausgetreten ist. Der Herr der Erde weint, und die Bedriickten des ..... antworten ihm. Die Auserwihlten versammeln sich, die Véglein nehmen die Berge in Besitz. Der Mana spricht in den Zeitaltern: »lch bin eine Krone aus Beryll. Ich bin eine Krone aus dem Hause des Lebens; wer brachte mich hin und warf mich in den Wohnsitz der Bisen? Sie warfen mich in den Wohnsitz der Bésen, den Wohnsitz, in dem die Stinder wohnen. +) Siehe p. 325, 13. *) Lies SIONM, siehe Text Z. 19. 122, 23—123, 12 Drittes Buch. Achtundvierzigstes Stiick. OU ~~] or Die Bésen nahmen mich gefangen, alle Welten suchen mich zu betéren’). Durch die Kraft meines Vaters, des Mana’), und die Erleuchtung, die aus dem Hause des Lebens kam, konnte Ruha mich nicht gefangen nehmen, alle Welten mich nicht betéren.“ — Und gepriesen sei das Leben. Achtundvierzigstes Stiick. [123] Ein Guter, ein Sohn Grofer, bin ich, der ich im Trainengewande wohnte, im Gewande verzehrenden Feuers, das finster ist und nicht leuchtet. Ich wohnte im Hause der sieben Planeten, die tiglich Waffen gegen mich schmieden. Ich wohnte im Gewande der Finsternis und machte mich ihnen gleich. Weh und leid war mir im nichtigen Gewande. Weh und leid war mir in meinem Gewande, wenn er’) es anzog und wenn er es ablegte. Bin ich nicht ein Sohn Grofer, wer sperrte mich mit den Sieben ein? Ich breite mein Licht iiber sie, doch sie sind finster und leuchten nicht. Sie sagen sich im Innern: » Wir wollen ihn abschneiden und bei uns zuriicklassen.“ Doch da begab sich der Fremde zu mir und zog mich aus ihrer Mitte. Er zog mich aus dem verzehrenden Feuer und bekleidete mich mit dem Gewande des gewaltigen (Lebens). Er ebnete mir einen Weg von hier zum lichten Wohnsitz. — Und gepriesen sei das Leben. ) z) 2) Lies SO WANWHD) wie weiterhin PWANWN. Hier hat vielleicht etwas anderes gestanden. Wohl der Kérper. Eine Beziehung wie p. 461,9 ist hier und L 135,9 kaum méglich. wn 30 76 Linker Teil. 123, 13—124, 2 ot Neunundvierzigstes Stiick, Ein groBes Glanzwesen bin ich, an dem weder Mangel noch Fehl war. Als ich im kérperlichen Gewande wohnte, 5 buhlte ich nicht und stahl nicht, nicht war an mir Mangel und Fehl. Ich trieb kein heimliches Wesen und winkte nicht, nicht war an mir Mangel und Fehl. Ich hielt mich heil von den Sieben 10 und trieb nichts von ihren Werken. Jetzt, wo mein Mafi voll ist, sitzen sie alle in Trauer da. Ich zog das Gewand des hohen Vaters an und schaute das Gewand des gewaltigen (Lebens). 15 Man’) richtete mich in der Wage auf, nicht war an mir Mangel und Fehl. Man bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers, an dem Glut und Wut nicht ist. Man setzte mir einen Kranz des Glanzes und des Sieges auf, 20 dessen Blatter leuchten. Man bekleidete mich mit einem Gewande lebenden Feuers, dann stieg ich empor und schaute den Lichtort. — Und das Leben ist siegreich. Fiinfzigstes Sttick. 25 Aus einem rechten Orte kam zu mir der Mann, der Helfer, kam zu mir die Rede und wappnete meine Seele*) auf der Stelle. Er rief mir den Ruf des Lebens zu 30 und schuf mir Helfer. Die Helfer, die er mir schuf, waren aus [124] dem Orte des Lichtes. Er rief laut mit seiner Stimme und lieS mich vernehmen, er weckte meine Seele aus dem Schlafe. ) Lies py. *) Lies naw PANN. 124, 2—20 Drittes Buch. Fiinfzigstes Stiick. Er weckte den Herrn der Mysterien, Adam, den er unter die Kérper ausgesiit hatte’). Er weckte mich aus dem Schlafe, den das Leben mir in den Sinn gelegt hatte. Er brachte die sieben Mysterien in Verwirrung’), die bei mir in meinem Gewande waren. Er entfernte sie aus ihrer Stelle, von ihrem Zorn (?) lie} er einen Teil auf sie los. Er brachte die Glickner in Verwirrung, die Manner, die die Erde bewachen. Er stiirzte und warf hin die Wachthausler und schlug eine Bresche in ihre Burg. Kine Bresche in ihre Burg schlug er und brachte Streit hinein. Ja, er trat unter sie, und sie wuften nicht, gegen wen sie kiimpfen. Sie sahen nicht den hohen Vater, sahen nicht meine Helfer. Sie sahen nicht meinen sanften Geleiter, der mich aus ihrer Mitte zog und wegfiihrte. Er zog mich aus ihrem Gewande von Wermut, Bitterkraut und ...... Er zog mich aus dem kérperlichen Gewande, aus dem nichtigen Gewande. Er bekleidete mich mit Glanz von sich, bedeckte mich mit teurem Licht von sich. Er band mir einen Giirtel um und machte meine Gestalt leuchtender als die Sieben. Als die Sieben mich erblickten, sahen sie sich als unterlegen an. Durch die Kraft meines hohen Vaters kam ich an ihnen allen vorbei. Ich schaute das grofe Vaterhaus, in dem meine Briider wohnen. Als meine Briider mich erblickten, bekleideten sie mich mit Glanz von sich. Die Guten schlossen mich in ihre Rechnung ein und bewahrten mich in ihrer Mitte. — Und das Leben ist siegreich. 1) Vielleicht ist RW zu lesen: der unter den Koérpern wohnte. 2) Gehért eher zu syrisch mba als zu NdD. Lidzbarski, Ginza. 37 577 io 15 20 25 30 35 40 se) 25 30 Linker Teil. 124, 21—125, 10 578 Einundfiinfzigstes Stiick. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben’), in meinem Innern bliihte mir das Wissen auf. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens war mein Gang. Ich flog und zog hin, é bis ich zum Ersten’) kam. Die Diener des Ersten kamen mir entgegen: ,Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen, ~ mag er kommen und uns ein Gesellschafter sein. Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen und ihn fragen, woher er gekommen ist: Genosse, [125] woher kamest du *) hierher, wohin gehst du denn?“ — [ch komme aus der Tibil, aus dem Hause, das die Planeten gebauet. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ — »Dies ist das Haus des Lebens. HMierher! Wohin gehst du denn? Wenn du dich unter sie begibst*), tun sie (dir) alles Erdenkliche an.“ — ,Vas ist es nicht, was ich wiinsche, das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“ Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, in meinem Innern bliihte mir das Wissen auf. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, . nach dem Orte des Lebens war mein Gang. Ich flog und zog hin, bis ich zum Zweiten kam. Die Diener des Zweiten kamen mir entgegen: »Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen, wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist: *) Das Gedicht schildert anschaulich den Aufstieg der Seele durch den Bereich der sieben Planeten, wie sie die Versuehe, sie dort festzuhalten, zuriickweist und schlieBlich zur Ogdoas, zum Hause des Lebens, gelangt. Das Gedicht riihrt vielleicht von demselben Manne her wie das Lit., p. 31. Beide zeigen einen gleichen Inhalt der Strophen bis auf das eine Stichwort — die wenigen Abweichungen sind wohl sekundir —, und der Vers ,,Das ist es nicht, was ich wiinsche“ usw. findet sich nur in ihnen. ‘i *) Zum ersten der Planeten. *) Siehe Text 125, 10; 126, 8. *) Der Plural bezieht sich wohl auf die oberen Wesen, doch kénnte auch das Leben gemeint sein. }\7NPD kann trotzdem stehen, siehe Text 128,2 und hier p. 480'. 125, 10—126, 6 Drittes Buch. Hinundfiinfzigstes Stiick. Genosse, woher kamest du hierher, wohin gehst du denn?“ — .lch komme aus der Tibil, aus dem Hause, das die Planeten gebauet. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, in meinem Innern bliihte mir das Wissen auf. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ — ,Dies ist das Haus des Lebens. Hierher! Wohin gehst du denn? Wenn du dich unter sie begibst, tun sie (dir) alles Erdenkliche an.“ — »Das ist es nicht, was ich wiinsche, das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“ Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, in meinem Innern bliihte mir das Wissen auf. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens war mein Gang. Ich flog und zog hin, bis ich zum Dritten kam. Die Diener des Dritten kamen mir entgegen: »Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen, wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist: Genosse, woher kamest du hierher, wohin gehst du denn?“ — »lch komme aus der Tibil, aus dem Hause, das die Planeten gebauet. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, in meinem Innern bliihte mir das Wissen auf. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte [126] des Lebens ist mein Gang.“ — »Dies ist das Haus des Lebens. Hierher! Wohin gehst du denn? Wenn du dich unter sie begibst, sprechen sie den Namen des Todes aus.“ — Das ist es nicht, was ich wiinsche, das ist es nicht, was meine Seele begehrt.“ Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens war mein Gang. Ich flog und zog hin, bis ich zum Vierten kam. Die Diener des Vierten kamen mir entgegen: 20 25 35 40 15 20 25 30 3) 40 580 Linker Teil. ,Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen, er komme und sei uns ein Gesellschafter. Auf, wir wollen den Mann gefangen nehmen, wir wollen ihn fragen, woher er gekommen ist: Genosse'), woher kamest du hierher, wohin gehst du denn?* — »lch komme aus der Tibil, aus dem Hause, das die Planeten gebauet. Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, nach dem Orte des Lebens ist mein Gang.“ — »Dies ist das Haus des Lebens. Hierher! Wohin gehst du denn? Wenn du dich unter sie begibst, sprechen sie den Namen des Todes aus, sie fesseln und peinigen (dich).“ — »Das ist es nicht, was ich wiinsche, das ist es nicht, was meine Seele begehrt.* Meine Seele verlangte in mir nach dem Leben, waNp, NOW DN) ist candela, siehe Néld., p. XXX unt. Nach dem Folgenden sieht es so aus, als ob die Friichte des Baumes so genannt wiirden, die aber nicht wie Kerzen aussehen. — Die Seelen sind als Vogel gedacht wie nach alter Vorstellung, siche oben, p. 574, auch Joh. Il, p. 129f. *) Lies NNO ? *) Siehe Joh. II, p. 169 ob. 129, 21 —130, 12 Drittes Buch. Sechsundfiinfzigstes Stiick. .O du tirichte Welt, o du verworrene, durcheinandergeratene Welt’), o du toérichte Welt, worauf ist dein Vertrauen gerichtet? Worauf ist dein Vertrauen gerichtet, an wen heftet sich dein Glaube? Ich werde dir wegheben und wegnehmen den Schimmer des Lichtes, [130] den man dir gegeben. Ich werde dir wegheben und wegnehmen die Welt, die hinfallt, ohne aufzustehen. O du Welt, du wildes Tier, das sich von links nach rechts nicht auskennt! Die Planeten sind Mastochsen, die auf den Markten zum Verkaufe ausstehen. Jetzt mégen sie dir dienen! Jetzt sollst du dich vom Schlaf aufriitteln *), jetzt die Fauste ballen, auf die Vorhéfe deiner Brust schlagen und sprechen: » Wehe mir, was habe ich getan, was habe ich reichlich getan innerhalb dieser Welt! Sie riefen mich auf den Weg des Lebens, doch ich blieb abseits vom Wegstein.* — Und das Leben ist siegreich. Sechsunditinizigstes Stiick. Mein MaB ist voll, und ich ziehe hinaus, ein Kundiger, der von den Wachsamen”*) gelernt hat. Von den Wachsamen habe ich gelernt und wohnte in der Welt. und ich vernahm die Rede [meines Vaters]*). Der Mann, der tiber mich eingesetzt war, lie® mich die Rede des groBen (Lebens) vernehmen und sonderte mich ab von der Welt’). 1) Siehe Joh. II, p. 93, 2. 4 Siehe p. 587, 10. 2) Wohl FNNW 71> zu lesen. 5) Siehe ebenda. 585 5) Siehe p. 440°. 25 20 25 30 40 586 Linker Teil. : 130, 12—131, 5 Er schenkte mir Lobpreis und entfremdete mich der Welt. Ich wurde entfremdet den Bésen und den Siindern. Ich widmete mich dem Lobpreise und pries den lichten Wohnsitz. Ich pries den weiten Ort und die Uthras ohne Zahl. Mein Ma war voll, und ich zog hinaus, die Sieben traten mir auf dem Wege entgegen. Sie verschlossen die Tore vor mir, um mich auf dem Wege festzuhalten. Die Bésen sprechen von mir: , Wir wollen ihn abschneiden und bei uns zuriicklassen.“ Da hob ich meine Augen zur Hohe empor, mit meiner Seele schaute ich zum Hause des Lebens hin’). Das Leben antwortete mir aus den Friichten, der Glanz antwortete mir aus der Ferne. Das groBe Leben zeigte sich geneigt und sandte den Sohn des Lebens zu mir. Es sandte zu mir den Mann, der mich seine Stimme vernehmen lief. Er 6ffmete die Tiiren und kam, spaltete das Firmament und offenbarte sich. Er éffnete die Tiiren und kam, er 6ffnete vor mir die Tore und entfernte die Sieben von meinem Wege. Er bekleidete mich mit Glanz von sich und bedeckte mich mit Licht von sich. Er verlieh mir einen Kranz des Glanzes, und meine Gestalt leuchtete [131] mehr als alle Welten. Die Planeten stehen da, tuscheln und sprechen: »Als er unter uns war, als er unter den Werken unserer Hinde wohnte, als er unter uns wohnte, hérte er nicht auf unsere Rede. Jetzt, wo sein Mafi voll ist, leuchtet seine Gestalt mehr als alle Welt.“ Darauf redete ich und sprach zu den Bésen, die sich selber verdammt haben: ") Leid. hat MNDD, siehe p. 5101; 5465, 131, 6—19 Drittes Buch. Sechsundfiinfzigstes Stiick. 587 . Was tuschelt ihr, ihr Sieben? Ich gehérte nicht zu euch. Ich trieb nicht eure Werke und wurde nicht zu euch gezihlt. [Ich nannte nicht] euren Namen’) und redete nicht eure Rede. Ich war kein Chaldier, kein Wahrsager und kein Prophete.“ Der Sohn des Lebens sprach, und ich vernahm die Rede meines Vaters. Der Mann, der tiber mich eingesetzt war, lhe mich die Rede des groBen (Lebens) vernehmen, und ich sonderte mich ab von der Welt. Er sandte mir einen Kranz des Glanzes; die Sieben unterlagen, und ich siegte. Im Glanze meines Vaters gehe ich dahin, [im Glanze?]*) des Mannes, der iiber mich eingesetzt war. Ich flog und zog hin, . bis ich zum Wagemann kam. Ich kam zum Wagemann, _ der Werke und Lohn wagt und den Geist mit der Seele zusammentut; er richtete mich in der Wage auf. Ein Mana, ein ««*xx°) léste fiir mich die Kleiderfalte des Lebens’*), und sie stiitzten mich auf das Abbild des Lebens. — Das Leben sttitzte das Leben, das Leben fand das Seinige. — Gepriesen sei das Leben, siegreich ist Manda dHaije und die semen Namen lieben. ') Vielleicht hat PINNW mit Verbum dagestanden. 2) Vielleicht ist hier eine gréfere Liicke, und es hat etwas anderes dagestanden. 3) Leid. hat hier noch einmal 4NM, doch hat wohl ein anderes Wort dagestanden. 4) Siehe oben, p. 452. 20 35 588 Linker Teil. 131, 20—132, 12 Siebenundftinfzigstes Sttick. Die Stimme einer Seele hore ich, die aus der Wohnung der Bésen und aus dem Innern der Finster- Sie spricht: Oy Raat eae ae ,Wehe mir, daB mein Gold und mein Silber mich nicht liefien, Werke vor mir zu schaffen. Mein Gold warf mich in die Gehenna, mein Silber brachte mich in die Tiefen der Finsternis. Meine Edelsteine und Perlen, meine Genossen, welche Schlechtigkeit haben sie mich gelehrt’)! Mein Geld und mein Gut, meine Genossen, «xxx und gehen verloren. [132] Mein Gesang und meine Lust, sie wurden mir Schlingen und Ketten. Schlingen wurden sie mir und Ketten, gefesselt ist meine Gestalt’) in jeder Hinsicht.“ Sie spricht: Die Bésen verleiteten mich, und ich liebte weltlichen Wunsch. Weltlichen Wunsch liebte ich, und mein*) Herz lie8 mich an alles Bése denken. Mein Herz lief mich an Bosheit denken, und meine Zunge brachte mich durch Liige zum Straucheln.“ Manda dHaije sprach zu muir, der Bote aller Leuchten: »O Seele! Als ich dich rief*), da antwortetest du nicht, jetzt, wo du rufest, wer soll dir antworten? Da du Gold und Silber liebtest, sollst du in das Innerste der Seol eingeschlossen werden. Da du Traum und Trug liebtest, sollst du in die Kessel fallen, wihrend sie brodeln. Oder aber, wenn deine Vergehen erledigt und alle deine Siinden beendet sind, steigest du auf dem Aufstiegz empor, auf dem die Vollkommenen emporsteigen. Wenn deine Siinden nicht erledigt und alle deine Vergehen nicht beendet sind, *) wm findet sich nur an dieser Stelle. Weder dieses noch eine Ableitung von Wwp oder babyl. pasahkw gibt einen passenden Sinn. Man hat jedenfalls NIDA) NWMNY zu lesen *) Lies }SDN. *) Lies M97 oder 9NnyO5. *) Lies 095) *) Lies Oup. 132, 12—133, 4 Drittes Buch. Achtundfiinfzigstes Stiick. wirst du, Seele, eines zweiten Todes sterben, und deine Augen werden das Licht nicht schauen.“ — Ich und die Uthras, meine Briider, werden emporsteigen und den Lichtort schauen. — Gesegnet sei das grofe Leben, und gesegnet sei sein Name am Lichtort. Achtundfiintzigstes Stiick ’. Die Stimme einer Seele hore ich, die aus dem Kérper des Kehrichts scheidet. Aus dem Kérper des Kehrichts scheidet sie, aus dieser Welt. Sie spricht: »Nackt brachte man mich in die Welt, und leer holte man mich aus ihr’). Leer holte man mich aus ihr, wie einen Vogel, den nichts begleitet.“ Die Seele wendet sich um und spricht zum Palaste, den sie verlassen hat: » Was soll ich mit dir anfangen, mein KGrper, was soll ich mit dir in jener Welt’) anfangen? Was soll ich mit dir anfangen, du schéne Kérperpracht, die das Hoéllengewtirm frifst*)? Was soll ich mit dir, Rosenrock, anfangen, den die Végel in der Tibil zerfetzen? [133] Wé#rest du em Gewand von Glanz und Licht, dai ich dich anziehen kénnte, mein Korper, so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor. Wiarest du ein Giirtel von Glanz und Licht, daB ich dich umbinden kénnte, {mein Korper,] so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor. Wirest du ein Turban von Glanz und Licht, daB& ich mich mit dir bedecken kénnte, mein Korper, so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor. 1) Siehe Sttick 17. *) Siehe p. 517, 22. 3) Siehe p. 537, 3. #) Hier vielleicht vom Verfasser so aufgefaht, siche p. 539, 26. &o co) ie) 20 590 “Linker Teil. 133, 5—22 Wirest du ein Kranz von Glanz und Licht, daB\ich dich mir auf das Haupt legen kénnte, [mein Korper,] so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor. Warest du ein Stab von Glanz und Licht, mei Korper, daB ich dich in die Hand nehmen kénnte, so stiegest'du mit mir zum Hause des Lebens empor. Warest du Schuhe von Glanz und Licht, daf ich dich an meine FiiBe legen kénnte, mein K6rper, so stiegest du mit mir zum Hause des Lebens empor. Was soll ich mit dir anfangen, mein Korper, der du aus einem Lehmklumpen gebildet wurdest? Aus einem Lehmklumpen wurdest du gebildet, und die Sieben und die Zwolf waren deine Verfolger.“ Wie die Seele dasteht und spricht zum Palaste, den sie verlassen hat, wie sie dasteht und zu ihm spricht, flogen und kamen heran zu ihr die Gesandten des Tehene: es kamen die Gesandten des Lebens, die Boten, die keine Bestechung annehmen. Sie sprachen zu ihr: »Komm, komm, du Perle, die du aus dem Schatze des Lebens geholt wurdest’). Komm, komm, du Duftspendende, die du den stinkenden Kérper duftend machtest. Komm, komm, du Lichtspendende, die du das finstere Haus erleuchtetest. Komm, komm, du Edelgeborene, die man in der Wohnung der Bisen eine Magd genannt. Komm, rege dich, ziehe dein Gewand an und setze deinen prangenden Kranz auf. Steig empor, wohne in den Skinas unter den Uthras, wihrend sie dort sitzen.“ Gesegnet sei das grofe Leben, und gesegnet der Name des Lebens am Orte des Lichtes. 1) Siehe oben, p. 514f. 133, 23—134, 16 Drittes Buch. Neunundfiinfzigstes Stiick. Neunundfiinizigstes Stiick. Eines von den Kindern der Kuata weint in der Wohnung der Finsternis: ich bin eine Tochter frommer Minner, eine Tochter [134] gliubiger Manner. Ich bin eine Tochter Frommer; wer hat mich in die Wohnung der Finsternis geworfen?“ »Vein mit Brot gefiillter Korb, den du dem Hungrigen vorenthieltest. Dein mit Rauschtrank gefillter Krug, den du dem Durstigen vorenthieltest. Deine mit Ol gefiillte Flasche (?), die du dem Schwerkranken’) vorenthieltest. Deine mit Gewidndern gefiillte Truhe, die du dem, der sich bekleiden wollte, vorenthieltest. Dein zurechtgemachtes*) Bette, das du dem, der sich hinlegen wollte, vorenthieltest. Der Weg, der breitgetreten ist und hingelangt, den du den Ankommenden absperrtest. Wie du absperrtest’), so sollst du abgesperrt werden innerhalb dieser Welt.“ , Wenn ich nur gewuft hatte, dai ich sterben wiirde, wenn ich nur gewut hiatte*), daB ich straucheln wiirde! Dann hitte ich meinen mit Brot gefiillten Korb nicht dem Hungrigen vorenthalten. Meinen mit Rauschtrank gefiillten Krug hatte ich nicht dem Durstigen vorenthalten. Meine mit Ol gefiillte Flasche hatte ich nicht dem Schwerkranken vorenthalten. Meine mit Gewindern gefiillte Truhe hatte ich nicht dem, der sich bekleiden wollte, vorenthalten. Mein zurechtgemachtes Bette hatte ich nicht dem, der sich hinlegen wollte, vorenthalten. Den Weg, der breitgetreten ist und hingelangt, hatte ich den Ankommenden nicht abgesperrt. Wie ich absperrte’), so wurde ich abgesperrt innerhalb dieser Welt. 1) NDINT hat hier vielleicht dieselbe Bedeutung wie an im Neuhebriiischen. *) Ich vermute NIPRINWD. 8) Lies px>D5, siehe weiterhin. *) Leid. hat dy. 5) Leid. hat my>D5. 591 20 25 30 35 592 Linker Teil. 134, 17—135, 8 Doch wir haben von dir gehért’), Guter, da® du niemand am abgeschnittenen Orte zurticklassest. Guter, ich habe gesiindigt und zur Siinde verleitet, doch du erlasse mir meine Sinden und Vergehen. «xxx meinen Vater’), der Brot verteilte, ‘und meine Mutter, die Almosen spendete.* Dein Vater, der Brot verteilte, tat es fiir sich; deine Mutter, die Almosen spendete, tat es fiir ihre Seele.“ — Ein Erlasser der Siinden und Vergehen wird euren Seelen gelassen werden wegen der Tugend der Frommen und der Kusta der Glaubigen *). Sechzigstes Stiick. Ein Glanzwesen, ein Sohn von Glanzwesen, bin ich, ein Glanzwesen, ein Sohn Gewaltiger bin ich, ein Glanzwesen, ein Sohn Grofer bin ich. [135] Wer brachte mich in die Tibil und lieB mich da wohnen *)? Wer lieS mich in der Tibil wohnen, in dem Hause, das die Liigner gebauet? Er lieS mich im verzehrenden Feuer wohnen, das finster ist und nicht leuchtet. Es ist finster und leuchtet nicht, kein Lichtschimmer ist daran. Ich breite Licht itiber sie, doch sie bleiben finster. Ich bin der erste Glanz; wer lief mich im Hause der Sieben wohnen? Wer liefi mich wohnen im Hause der Sieben, und wer breitete ihr Gewand iiber mich‘)? Wer warf mich in den Rumpf von Wermut, Bitterkraut und ...... ? Weh und leid war mir, da ich in der Welt wohnen muBte. 1) Lies jworDw. *) Etwa ,,denke an meinen Vater“ oder ,,wegen meines Vaters*, *) Hin angehingter Trostschluf, der zum Vorhergehenden nicht paft. *) Lies hier und im Folgenden JNTW2. >) Lies })3N9). 135, 9— 24 Drittes Buch. Hinundsechzigstes Stiick. 593 Weh und leid war mir in meinem Gewande, wenn er (der Kérper) es anzog und wenn Wann’) wird der hohe Mann kommen, [er es ablegte. der mich seine Stimme hat horen lassen? Er lieB mich seine sanfte Stimme hiren, liebkoste und festigte mich. Er offenbarte und zeigte mir leuchtende und feststehende Mysterien. Wie er dasteht und sich aufzukliren sucht, kommt der Mann, der Helfer, heran. Der hohe Helfer kommt, er und mit ihm’) grofer Glanz. Er zog ihm das kérperliche Gewand aus von Wermut, Bitterkraut und...... Er befreite ihn von’) ihrem Begehren und wusch ihm die Angst vor ihnen ab‘). Er zog ihm das Gewand des grofen (Lebens) an und fiihrte ihn an dem Manne vorbei, der ihn geschaffen. Er fiihrte ihn an den Skinas vorbei, in denen er gewohnt hatte. Er fiihrte ihn an den Séhnen des Heils vorbei, den Mannern, die Kusta reichen. Er hob ihn empor und zeigte ihm Hauraran’), in dem die Seelen vollkommen werden. Die Seelen werden darin vollkommen, und es wird ihnen zum Zeugen. Er zog ihm®) eilig das Gewand lebenden Feuers an, hob ihn empor und richtete ihn im Hause der Vollendung auf. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. Einundsechzigstes Stiick. Wem und wem hast du gedienet, o Seele, in der Welt! 1) Lies MNDY. 2) Wohl richtig Samaxd); Leid. hat gay2 Ad». 8) Erganze }!. *) Oder lies }ONM ,,ihre Glut‘? 5) Hier wie oben, p. 302,28 ein Land, das etwa Tarwan entspricht. 6) Lies TWIN. Lidzbarski, Ginza. 38 Io 15 25 20 25 594 Linker Teil. [136] Die Manner, denen du gedienet, waren nicht von der Welt. Mehr als du, Sonne, sind sie ausgedehnt’), mehr als du, Licht, leuchten sie. Lampen des Lichtes sind sie”), die in der Welt leuchten. Als du nachforschtest, dientest du dem Ersten, dem Leben, das von jeher war. Du dientest dem Zweiten, dem Leben, das aus dem Leben ward. Du dientest dem Dritten, deme eae *) lieblichen Namens. Du gingst zum Vierten, woher Mangel und Fehl war. Mangel und Fehl ist dort*), dort sind Geheimnisse und Winke. Geheimnisse und Winke sind da, da ist der Zorn (?) der Welt. Warum #*«*«*** wickelst du dich in die Kleiderfalte des Mana ein? Als ich es sah, ging ich fort, verachtete und verlie sie alle. [Sie alle] verlie ich und ging Manda dHaije nach. Er sondere euch ab vom Bésen zum Guten, von der Bosheit und Not dieser Welt. — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. 136, 1—14 1) Wohl so nach WwANS in CD. Leid. hat 7 »wpxs Ay wow. Man erwartet freilich ,glanzen sie“. *) Leid. hat }\2.7. *) Nicht blofi beim Ersten, sondern auch beim Zweiten und den Folgenden steht der Plural, weil auch bei ihnen an X17 gedacht ist. Die Bezeichnung des Dritten, d.h. Abathurs, als NIN WMYNIND (Leid. NIN WY AND) ist mir unverstiindlich. Xpiotiavds, wonach es aussieht, kann es natiirlich nicht sein. 4) Lies NNT DNN 8D) ONT 8D) (PONT NYT DN 705. 136, 15—187, 4 Drittes Buch. Zweiundsechzigstes Stiick. Zweiundsechzigstes Stiick. Am Tore des Hauses der Abaddons ist ein Thron fiir den Geist’) hingestellt. Fir den Geist ist ein Thron hingestellt, vor ihm ist ein Gefi®8 hingestellt. Er ruft den Dieben zu: »Kommet, fallet in das Gefiaf. Kommet, fallet in das GefaB, kommet, werdet euch klar. Kommet, werdet euch klar tiber das, was ihr in der Welt getibet.“ — Er ruft den Mérdern zu: »Kommet, fallet in das Gefas. Kommet, fallet in das Gefaf, kommet, werdet euch klar. Kommet, werdet euch klar tiber das, was ihr in der Welt geiibet.“ Am Tore des Hauses der Abaddons ist ein Thron fiir den Geist hingestellt. Fiir den Geist ist ein Thron hingestellt, vor ihm ist ein Gefa8 hingestellt. Er ruft den Ehebrechern zu: »Kommet, fallet in das Gefaf. Kommet, fallet in das Gefaf, kommet, werdet euch klar. Kommet, werdet euch klar, tiber das, was ihr in der Welt geiibet.“ — Er ruft den Winkern zu: »Kommet, fallet in das Getab. Kommet, fallet in das Gefaf, kommet, werdet euch klar. [137] Kommet, werdet euch klar tiber das, was ihr in der Welt geiibet.“ Am Tore des Hauses der Abaddons ist ein Thron fir den Geist hingestellt. Fiir den Geist ist ein Thron hingestellt, vor ihm ist ein Gefa® hingestellt. Er ruft den Zauberern zu: ,Kommet, fallet in das Gefif. 1) nonydy, sonst Totengeist, siche Néld., p. 136,14 und oben, p. 418, 22ff., scheint hier ein herrschender Geist in der Unterwelt zu sein. 38* 20 25 Bo 35 Io 596 Linker Teil. : 187, 4—12 Kommet, fallet in das Gefif, kommet, werdet euch klar. Kommet, werdet euch klar iiber das, was ihr in der Welt geiibet.“ ,Guter, wir haben gesiindigt und gefehlt, mag er’) uns alle unsere Siinden vergeben. Er vergebe uns unsere Stinden und Vergehen, die wir in der Welt begangen haben.“ Darauf rief eine Stimme des Lebens: »Hin Ohr, das wachsam ist’), hort. Mancher horte und lebte auf, mancher hiillte sich ein und legte sich (zum Schlafen) hin.“ — Das Leben wird hochgehalten und ist siegreich, und siegreich ist der Mann, der hierher gegangen ist. ) Siehe oben, p. 14%. 2) NYT ist besser als NTADI oder NAIF. Leid. hat NWYF, was schon grammatisch unmédglich ist. Die oberen und unteren Wesen. Abathur (ynN2N), der Mann mit der Wage, das dritte Leben (vel. Joh., Pax Xt.),) 89524. 173531, 37, 174, 141. 195. 196, 5, 199, 5. 210, 6. 230, 16. 242f. 266, 23. 283, 8. 284,10. 285, 40. 286,8. 290%. 297, 13f., 19f. 299, 19. B00. 21. O10, da a1, 20if— 313, 341. 321; 29. 323, 3871, 324, 1. 849ff. 357 ff. d63ff. 403, 5. 407, 26. 408, 3. 440, 21f. 451. 478,16. 531, 5f. 556, 6. 563, 4. Abathur-Uthra 358, 9. 359, 5. 405, 35. Adakas (DxDN7x), der verborgene Adam (OND ONT, siehe 64,21. 486°), 246,1. Adakas-Malala 236,25. 237,9. Adakas-Mana 109,29. 143,30. 146,30. 244, 14,38. 245,1,9. Adakas-Ziwa 110,26. 112,36. 113,1,26. 117,33f. 237,83. 243, 6. 246, 7. _ Adam (on), der erste Mann, 15,7ff. 16,1ff. 27. 33, 16ff. 34, 10ff. 45,25. 51,4. 53,33. 1071, 126ff. 141. 176 unt. 220. 242ff. 261,5. 266, 21,23. 284, 18. M8hed. 301,04.6303, 1, 3.) 3871; 400, 13, 15. 404. 408: 424 ff. 465, 477, 28, 478, 8. 488 ff. 497ff. 506,5,7. 518, 29. 515,3. 529,18f. 530. 5438, 22ff. 570, 4. 571,14. 574. 577,2. GroBer Adam 251,13. 269,10. 270,9. 293,32. Kérper- licher Adam 242,19. 247,9. 255,35. 307,32. 349,1. Verborgener Adam 486. Adamssohn 256, 13. 436,7. 545,2. Sdhne (Kinder) Adams 13,34. 26, 16. 28, 25. 39,10. 40,8. 44,3,13. 45,14. 48,24. 201,17. 232,31. 256,4. 260, 24. 391, 24f. 392, 13f. 442, 6, 36. 443, 11. Adatan und Jadatan (NNN) INMNTW), ein Genienpaar (siehe Lit., p. 278), 143, 27. 289, 30. 292, 17. 327, 11. Agzeél (yn), Beiname des Sin, 135, 27’). Ajar (1x), der Ather. Ajar-Gufna 451,39. Ajar-Ziwa 429, 12. Amamit (nDNDN), eine Damonin, 154,6. Beimame der Rutha 28, 27. | 46, 32. Anan (838), wahrscheinlich nicht ,Wolke“, da diese weibliche Wesen bezeichnet, vielleicht ,er erhdrte mich“ zu sy; siehe auch Joh. Il, p. 15%, 1) Ich gebe die Endung Ssy in diesen Namen durch él, nicht durch iél (iél) wieder, ob- wohl SIOUFFI iel schreibt. Das i miifte in der Schreibung dargestellt sein, aufierdem beachte man, wie neben Azazél und Nurél besonders Namen mit ié] angenommen werden. 598 Die oberen und unteren Wesen. 402, 33. Gewthnlich mit axy> verbunden: 118, 5f. 144,26, 222, 2. 402, 15. Anan-Ngab-Ziwa-Sitil 118, 8. Anana (xoxox) bei Namen bedeutet Wolke“ und bezeichnet weibliche Wesen, siehe p. 118n. Anath-Haijé (nn), weibliches Wesen, darin hat sich wohl die Gottheit my erhalten, vgl. nay, Sxmmansy in den Papyri, 118, 3. Anatan (NnNiN), ein Dimon der Unterwelt, 155, 9, 14, 18. 158, 15th Angel (yx), Beiname des Bel, 136, 20. Anhar-Ziwa (xy1 INT3N), weibliches Wesen, 118, 5ff. AndS (wx), der biblische Eno’, 48, 1. 50,35. 109, 16. 118,20. 127, 19. 141,35. 148,29. 146, 11ff. 148, 14. 166, 31. 223,19. 243,30. 246,21. 249, 11. 259, 32. 260,10. 261, 12ff. 268,34. 283,18. 284%. 286,3. 295,18. 370, 2. 424,15. 440,28. Enos (wnsy) 48% Die Schreibung schwankt vielfach in den Handschriften. GroBer Anos 251,12. 269,9. 270,8. Guter Enos 184, 12. 191,12. Kleiner Enos 263ff. Anos-Uthra 48, 6. 52,3. 146, 25. 286, 14, 19. 337ff. 405,33. Enos-Uthra 29,32. 30,2,10. 47,36,41. 531,19f. Bar-Anos- Adam 118, 14. Arhum (oy), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8. Atarpan (jNDINDN), ein Dimon, 104, 7. Azazel (>ytix), von ny ,stark sein“ gebildet, 144,26. 173, 21. Azaziel (5yy xm), gleichfalls, 173, 21. Barath (Ox n>), eine ,, Wolke“, 402, 16. Barbag (aziN2), ein Uthra, 144, 25. Bar-Haijé (vm), Sohn des Lebens“, 118, 13. 553,38. Siehe auch Register unter Sohn. Bar-Sfag (xpd 72), Bemmame des Ur, 148, 6. B’haq (pxna), ei demiurgisches Wesen. Bvhaq-Uthra 293. Bvhaq- Ziwa 76, 30. 97, 21. B’hir Cn), ,Erwihit“, ein Uthra, 222, 1. Bihram (ON773, siehe Lit., p. 279), 323,6. 403,6. Bihram-Uthra 406, 26. Bibrun (772), ,es (das Leben) erwihlte mich“, ein Uthra, 222, 1. Dajum (oyN7), Beiname der Riha, 553, 7, 9. Dinanukht (n2y3N7) 205 ff. Din-Mlikh (> }), ein Uthra, 208ff. Disai Oxy) 205 ff. Dmuth-Haijé (symm), ,Abbild des Lebens“, weibliches Wesen, 118, 13, 15. 290,25. Siehe auch Register unter Abbild. etl (oy) der GrofBe, neben Ruha, 260, 20,28. Siehe auch Register unter E]-E]. El-Siddai Oxtw dy), der biblische El-Saddai, 179, 32. Ethrauribath ("N2ywrny), eine , Wolke“, 402, 16. Ewath (ny), Beiname der Ruha (siehe 71"), 197, 24,34. 203, 16, 31. 207, 32. 450,8. Ewath-Raha 209, 6. Gaf (7x2), Vater des Ur, 143, 1. 159ff. 164, 39. 165, 44. — Gaf und Gafan (jNDN)), ein Diimonenpaar, 154f. 159, 9. 162, 27. Die oberen und unteren Wesen. 599 Gew (93), ein Dimon, 156. 158, 3. Guban (x23) und Gubran (j~72)3), ein Genienpaar, 173, 25. Gufna (x25) bei Namen bedeutet , Weinstock“. Hag (3nn), ein Dimon, 154, 16ff. Hailel (>y myn), von 57 ,,Kraft* gebildet, 173, 27. Halsél (>yx5xn), ein geheimer Name (zu yn _,riistig sein“ oder zu mand. yon ,,bedriicken“) 168, 9. Ham-Ziwa (x7 ONT), ein geheimer Name (zu opm ,hei® sein“) 159, 3. Hamamel (>ypxonn), ein geheimer Name (desgleichen) 168, 8. Hamgai-Ziwa (yr onyonn), Sohn des Hamgagai-Ziwa (xy °NINIDNT), 316, 18. Hananel (>yoxinn), ein geheimer Name (zu jn ,gniidig sein“) 162, 29. Hannél (>y2Nn), ein geheimer Name (desgleichen) 162,29. Ein Hiiter 173,23: Hathmel (oymnxn), ein geheimer Name (zu onn »siegeln“) 168, 8. Hawwa (ayn), Eva, 15,10,24. 16,6,14. 33,17. 34, 10ff. 45,27. 107, 25 ff. iio met td5et Oli SO. co booed 2/ ian 176, 5718 220; 19) 16.0242 fe 55, Sb, 256, 4. 266, 22,24. 284, 18. 285, 2. 353, 1. 408, 1,5. 431 ff. Hewath (nxvm), eine Damonin, 71,9. 72,35. 76,25. 81,3. 147, 21, 25. Hibil (2.7), der biblische Abel, 109,16. 118, 3, 16. 127,16. 141, 35. 146,23. 148,14. 152,2. 166,31. 173,35. 175,1. 177,5. 223,19. 242ff. 256,35. 257,31. 259f. 261,10. 264,30. 268,9, 34. 274,33. 275,3. 283, 13. 2844. 286,3. 303, 7. 319, 5, 9, 28. 404, 22. 424,15. 500,19f. Hibil-Jawar 152,21. 166, 26. 167,10. Huibil-Mana 163,25. Hibil-Mana-Jawar 153,8. Hibil-Uthra 126, 9. 127, 24. 142,19. 174,18. 369,37. Hibil-Zrwa 14, 26. 29, 30ff. 32, 39. 47, 33. {42,18 143,18. 144, 35ff) 152Tf. 204, 1. 220; 19ff. 222, 9. 306, 8f. 311, 33. 325, 31. 326, 30. 350, 35. 352, 37. 356,21. 357ff. 362,42. 363, 20. 365, 10. 366, 19,37. 368ff. 386,16. 401,24. 402,2. 403,4. 404,17, 21. 437, 10, 16. AZ9Tf. 511, 4. 530, 10. 547, 11. Himutn (yon), ein Dimon, 179, 30. 209, 24. In-Hai oxn py), ,Lebensquell“, 195, 29. Jadatan (NNW), nur hier ohne Adatan, 143, 25. Jahtir (7), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8. Jasana (SINDN), ein Uthra, 269, 21. 270, 32. 271, 4. Jasmus (Dy20N"), eine ,, Wolke“, 402, 6. Jathriin Qyine), Vater des Silmai, 196ff. Jattir-Jathrin (ne wns), eine ,.lieuchte“, 146, 18. Jawar (ww, siche p. 1517) 159,28. 170,7. 171,6,9. 172, 15,34. 176,31. 190, 14. 230, 12. 289, 2,19. 290, 28. 291f. 294, 17f. 295, 16. 299, 7. 302, 32. 310, 14, 22. 325, 14. 326, 36. 385,8f. Verborgener Jawar 230,20. Voraus- bestimmter Jawar 288,20. 327,2. Jawar, Sohn Jawars, 173,11. Jawar- Hibil 153, 25. 168,22. 171,7. 174,14. 175,36. Jawar-Kbar 151,24. Jawar- Manda dHaije 303,7. 400,35. 401,22. Jawar-Smir 289,1. Jawar-Ziwa 31,7. 141,36. 142,11. 172,27. 173,6. 177,8. 204,6. 219, 34. 238,16. 268,37. 289, 8. 290, 21. 380, 22. 402, 34f. 600 Die oberen und unteren Wesen. Jofin (poy), ein Uthra, 143, 30. Siehe zu diesem und den folgenden Namen Joh., p. XXIVff. Jofin-Jofafin (pHX|yY poy) 67, 20. 191, 3. 196, 12. 428, 7 Jokabar (NzNDy) 390, 6. Jokabar-KuSta 318ff. Jokabar-Ziwa 401, 10. JokaSar-Kanna (SIND ANWNRDY) 145, 2. Jorabba (xzw) 132, 14. 188, 25. 189, 4,7. 221, 1f., 39. 222. 270, 4. 316, 22, 26.4410, 9, 17. 494, 7, 573,17. c JoSamin (MONwy) 147,28. 148, 7. 167, 29. 173,36. 283,8. 284,10. 285, 37. 288, 21. 290, 14, 25ff. 291f. 304, 2. 305, 22, 95, 311,25; 82,35. 327, 17061, 359. 361. 363ff. 381, 8. 402, 12. 531, 11 ff. Josmir (Woy), ein Weinstock, 326,27. Josmir-Kanna 143,24. Josmir- Uthra 325, 29. Jozatag (pNoxy), Beiname des Manda dHaije, 62, 26. 241, 22. 242, 6,9. Jur cy), Inhaber eines Wachthauses, 185, 32. 186, 4, 8. Jura (NW) 324, 14. 325, 23. 327, 9. 386, 24. 402, 10. Kafan (NpN2) und Kanfan (jNpsx2), ein Genienpaar, 173, 25. Kanna (six>) bei Namen bedeutet ,,Behilter“. . Karafiun (yexrnx3), em Damon, 189. Karktim (o)25N>), ein Damon, 143, 5. 156, 38. 411, 13. Eine Sdule in Jerusalem 348, 21. Kbar (xn5), eine ,, Wolke“, 402, 19,22. Kbar-Ziwa 67, 19, 20. 75, 1, 3. Kimsath (nxym >), eme ,, Wolke“, 401, 38. Krtn (72), ein Damon, 142, 20, 23. 143, 20,22. 157, 1 ff. Lufan (x51), ein Damon, 104, 7. Lufafan xox), ,das grofe Licht“, 159, 3. Mag (xd), eine Dimonin, 154, 16ff. Malala (x>5x5x) bei Namen bedeutet , Wort“. Manda dHaije (xyn5 Nt) 5, 5. 30, 23. 54, 18. 61,3. 67, 25ff. 69, 3dff. 96,19. 141,34. 142, 14ff. 144,29. 145, 1ff. 148,6,14. 150,31 ff. 164,20. 177. 179ff. 190ff. 212,18. 220ff. 228, 18. 229, 11. 233, 18. 284, 29. 941f. 248 ob. 252 ff. 283,10. 284, 23,27. 285, 8,11. 286, 29,35. 306,20. 335, 8. 348, 11. 349, 24, 360, 30. 361 ff. 371 ff. 388, 26. 397, 16. 406, 32. 437, 27, 33. 438, 22. 441 ff. 452°. 455,11. 490,12. 506,27. 508,40. 509, 11. 621, 3.528, 29) 531,36. 532,19. 533, 7, 541,31. 542,6. 552,6. 558,6, 18. 564, 22. 567, 26. 568, 8. 570, 22. 572. 573, 8. 583, 26, 30. 588, 24. 594, 24. Margazel yim), von PN »erzlirnen* gebildet, 173, 21. Marpel (syp-yd), von hebr. NED ,Heilung“ gebildet, 104,9. 173, 23. Masqlel (sy>pwan), eine , Wolke“, 402, 26. : Namrus (0)72s2), die Mutter der Welt“ (siehe Joh. II, p. 62%), 82543: 3,7. 86, 14, 22. 101, 6. 127,9. 296f. 388, 17. 340, . 342, . Bd see 338, 17. 340, 11, 18. 342, 28, 34. 354f, Natrel (yx), ein geheimer Name (zu 7) »ititen“) 168, 8. Nbat (ox23, siehe Lit., p. XX), 288ff. 380, 17f. 383,25. Nbat-Jawar 67,20. Nbat-Ziwa 290, 5. : Die oberen und unteren Wesen. 601 Nbaz (N23) 444,34. Nbaz-Haila 208, 5. Inhaber eines Wachthauses. Nhar (N73), eine ,, Wolke“, 402, 19. Nhur-Hai (xn 37), ,,.Lebenslicht“, 195, 30. Nhur-Haijé (sm 72, dasselbe, eine Wolke“, 401, 36. Nhur-Ziwa (xy 373), ein geheimer Name, 159, 3. Nidbai (273) siehe Silmai. Nifqath-men-gau-maija (1) yD MND D, eine , Wolke“, 402, 14. Nsab (axy3, vgl. Uthra, p. 544), 222, 1. 325, 25. 381,13. 402, 15. Nurel (>y 3) und Nuriel Oya), von 43 pleuer™ gebildety 173, 27. Osar-Hai (xn ~xyiy), ,.Lebensschatz“, 191,4. 196,14. 292,6. Siehe auch Register unter Schatz. Pasrél (yr wx), ein geheimer Name (zu -we ,auflésen“) 168, 9. Pihtath-Unihrath (myenmy myn), eine Wolke“, 402, 13. Pilpin-Pipin (p> pod), Inhaber eines Wachthauses, 186, 12, 34, 37. Piriawis (D475), ein Jordan, 235,35. 236,6. Ein Weinstock 451,39. Pirtn (5, vgl. Joh. I, p. 7*) 326, 40. 401, 39. Pta-Hai Nn xno, vel. Lit., p. XXII’) 191, 5. 196, 14. 292, 6. Ptahil Gnxnp, vel. Joh., p. XXVIII; Lit., p. XXID, der Demiurg, das vierte Leben, 33, 31. 34,1. 99,33. 101,11f. 108,1,9. 104,23. 105ff. 143, 15. 174ff. 194. 199, 4, 20. 209, 34. 299, 1. 249ff. 265ff. 284,13. 284%. 293, B5f. 294, 18. 305, 32ff. 311, 25, 32. 326,16. 348ff. 358f. 364ff. 402, 27. 407, 27. 408, 4. 419. 430, 15. 435, 27. 440, 20. 446,41. 447, 7. 451,10. 478. 509, at. 530, 301f, 556,3,5. Ptahil-Uthra 97,18. 98. 107,31. 109,14. 111,21. 147,27. 249, 1,5. 309, 38. 311, 5, 37. 358, 26. 360, 38. 364, 7. 367, 31, 35. 478, 12. Qananit (ON NP), Bemame der Ruha, 209, 6. Qarbel (yaqNp), vielleicht von xaxip ,Kampf* gebildet, 173, 27. Qin (7p), eine Damonin, 155, 10, 18. 158, 15ff. Qmamir-Ziwa (xy WDNDpP), Beiname des Todesengels, 424ff. Rahziel yy), ein Uthra, 252, 1. Ram (on), das minnliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27, 23,27. 28, 1. 45, 28, 39. 260, 24. 408,29. Ein anderes Wesen ist Ram-Ziwa 402, 32. Raza (xn) bei Namen bedeutet ,,.Mysterium*“. R’ham-Raza (en on), gehdrt zu om lieben“, 146, 30. Rud (7), das weibliche Haupt des zweiten Zeitalters, 27, 23,27. 28, 2. 45, 28, 39. 260, 24. 408, 29. Ruha (any), siehe p. XI, 43, 22f. 46,10, 38. 47,1. 50, 87. 52,32. 76, 27, 31. SOff. 86, 6f. 87, 3ff. 89f. 98ff. 104ff. 153,31. 159, {GTi 1641 173; 16; 175f. 178, 15. 185, 5. 190, 4,6. 197, 24, 34. 203, 8ff. 220Tf. 224, 28. 226, 14: 997, 1. 228ff. 248, 8. 249. 255. Q58ff. 266, 2, 18ff. 267, 5. 287, 16. 307, 8. 316, 38. 323, 23. 337ff. 347, 2,10. 351, 31f. 352, 8. 372f. 382ff. 405, 4f. 410, 9,17. 437ff. 516,8,11. 527,4ff. 529f. 550,25. 551, 6. 513, UT DLs Len D LOD: Ruhas 125,18f. Ruha dQudsa (heiliger Geist) 49,4. 106,32. 147,17. 186, 12. 189, 11,27. 220,13. 247, 26f. 337ff. 371,22. 384, 1. 530,20. Siehe auch Register unter Geist. 602 Die oberen und unteren Wesen. Rwaz (ny) ,,er prangte“, ein Weinstock, 211,1. 212,10. 324,34. 326, 238. Sahrath-Ebdath-Ukisrath (mxwD) ANTay MNITNW) ,sie wachte, machte und vollbrachte‘, eine , Wolke“, 402, 3. Sam (ono, ,er schuf“, vgl. Uthra, p. 544), 67,21. 180,17. 191,3. 196, 12. 252, 8. 406, 22. 428,7. 503,26. Sam-Smir-Ziwa 291,38. Sam-Ziwa 199,35. 292, 10. 316, 1. 326, 28. Sar (ND), ein Uthra, 288,23, sonst zusammen mit Sarwan (NMND): 176, 25, 222, 1. 402, 18. Sar xw), ,er war fest“, siehe Joh. II, p. 6°, ein Weinstock, 326, 38. 386, 23. 406,24. Sar-Ziwa, Beiname Hibils, 163,28. Ein Uthra 288, 21. Sarrath (n91Nw), ,sie war fest“, ein Weinstock, 402, 7. Sarhabel (oyaxmNw), das weibliche Haupt des dritten Zeitalters, siehe p. VII, 27,31. 28,2ff. 45, 35ff. 261,4. 408,36. Eim Mana 240, 2. Ein Wein- stock 326,29. Sarhabel-Ziwa, ein Uthra, 251, 29. Saskel (nyowew), eine , Wolke“, 402, 25. Saurél (ry txy), Beiname des Mondes, 28,29. 46,34. Sonst Name des Todesengels 424ff. Siehe Joh. I, p. 119%. Sdum (oyw), ein Damon, 156. 158 ob. S’haq (pxnD), ,,er htipfte“, 316, 14. Sidar-Kasia (SOND ANT), eine , Wolke“, 402, 8. Sihliin (Norpw), ,es (das Leben) sandte mich“, ein Uthra, 251, 29. Silmai (xodw), allein nur 196ff. 429, 4. Sonst im Genienpaar Silmai und Nidbai, den beiden Taufengeln (siehe Joh. IJ, p XX), 141, 35. 143, 29. 146, 28. 148, 15. 222,19. 278, 40. 288, 10. 284, 11. 3808ff. 327, 13. 402, 21. Simath-Haije (ayn mxop), ,Schatz des Lebens“, weibliches Wesen (vel. Joh. II, p. 201), 31,8. Siehe auch Register unter Schatz. Sindiriawis (ONS YD), der Jordan des Lebens (vgl. Joh. Il, p. 12°), 145, 4, 146, 37. Siniawis (ONNrD), ein Gebiet der Unterwelt (vgl. Joh. Il, p. 12"), 71, 16. 8910.01054161.8150, 33. Siqltin (y>pw), ein Dimon, 320, 17. Sitil (mw), der biblische Seth, 109,16. 118,18. 127, 17f. 141,35. 143, 29. 146, 5, 11,24. 148, 14. 166, 31. 223,19. 243, 29, 246, 21. 249, 11. 259, 32. 260, 9f. 261,6. 264,30. 268, 9,34. 283, 13. 284+. 286,3. 320,9. 369,38. 424, 15. 426ff. GroBer Sitil 251,13. 269,9. 270,9. Kleiner Sitil 443,9. Sitil-Uthra 146535370, 07: Smir (10), , Verwahrt“, ein geheimer Name, 162,29. Ein Uthra 288, 23. Siehe auch Jawar. Sum-Hai (xn ow), ,Name des Lebens“, 195, 30. Sumgaq (pNP), Beiname der Qin, 158, 35. 159, 6. Surbai (NINw), minnliches Haupt des dritten Zeitalters, VIL, 27,31. 28, 2ff. 45, 34ff. 261, 4. 408, 36. Tagfel (>yppxn), von 7pm ,stark sein“ gebildet, 173, 21, 23. Tar (xn) und Tarwan (xyxn), ein Genienpaar, 222, 1. Die oberen und unteren Wesen. 603 Tatagmur (yD1xnNn), ein Baum, 326,21. Eine , Wolke“ 402, 11. Taurel (“yr xn), vielleicht ist darin yn Stier“ als verehrtes Wesen (siehe Ephemeris Ul, p. 153f.) erhalten, 291,37. 305, 18,20. Ein Weinstock 326,19. Taurel-Uthra 144, 27. 26701, Ur (ny), siehe D. v1, 83,37. 87,2, 12,33. 89; 30,34. 142.94, 143,29 12.18. 158, 36. 159,21. 163,12. 165,42. 166,5,9. 167f. 171ff. 203, 14ff. 315, 22. 406, 2. Urpel (syp-y), gewohnlich zusammen mit Marpel genannt (siehe Lit., p. 279), 104, 9. 173, 23. Zahrel (y77"s), eine Dimonin (siehe Joh. II, p. 11°), 160f. Zamur (72x), ein Dimon, 220, 15. Zan-Hazazban (jRamIwT WN), Inhaber eines Wachthauses, 185. 208, 19. Zartai-Zartanai OxXianmnt orm), ein Damon, 154. 162. Zarzel (yn), ein geheimer Name (zu 1 ,riisten“) 168,8. Zarzel- Ziwa, ein Mana, 325, 27. Z’hir (7), ,,Gesichert“, ein Uthra, 221,39. Z’hir-Smir-Ziwa 252, 8. Zihan (gn) und Z’ha-Zihan (“ny xm), zwei ,,Lichtbinden*, 222, 4. Zihrun (77%), ,es (das Leben) warnte mich“ (vgl. Joh. Il, p. 216%), 222,1. Zihrin-Uthra 1438, 24. Ziw-Hai Oxn y), ,,Glanz des Lebens“, 195, 30. Ziwa (xy) bei Namen bedeutet ,Glanz, Glanzwesen“. Register. Aar, weifer 342, 12. Abaddons 206ff. 220,14. 444, 38. 595. Abbassiden 223, 15. Abbild 91, 14. 106, 19, 22. 109, 3. 135, 24. 138, 33) 1445345 14 VO0Ts 173390 W483: 177, 32. 178, 5. 196,15. 240, 32. 241, 23. 242, 6. 290f. 303, 23. 325, 24. 331ff. 381, 38. 461, 31. 559, 29f. 570, 6ff. Abbild des Lebens 452, 6. 467, 3. 510, 34. 587, 25. Zwiolf Abbilder 138, 37. Siehe auch Dmuth- Haijé p. 598. Abdallah 232 ff. Abraham, 43,5, 23. 46,10. 410, 14. Nolo TA, WG, 721 8), sil ss, 2Byeh, ial. Finsternis 84, 8f. 163, 1. Adonai 25, 7, 10,13. 43, 2, 6, 24. 135, 10f. 410, 9,11. (Siule) 343, 15. Affen 226,18. 343, 31. ayvoa 58°. Agypter 410. Ahmat 30, 15. aiwy 464. Akkadisches 211. 244, 295. 804. 845 85!. ier MRIS, ale ples als mae ae yee aye), 205. 3031. 3471. 40912. 502%. 5704. 5881. Alexander 411, 24. Almosen 17, 26ff. 23,5. 35, 23 ff. 36, 10f. 37, 9. 39,1. 40,3. 44,16. 182,14. 187, 11,15. 188, 32. 213, 26. 214,17. 215, 27. 221, 18, 33, 35. 230, 12. 247, 4, 20. 255, 7. 284, 8. 285, 17. 286, 6,25. 299,6. 300, 3. 320, 26. 353, 6. 385, 10f. 389, 3ff. 392,31. 397, 31. 424, 9,16. 433,2,15. 444ff. 510,17. 512, 7. 517,27. 519,10. 520, 23f 523, 4f. 525 ff. 533, 6. 541, 20, 26. 542. 545, 16, 18, 39. 548, 38. 564, 21. 572, 8. 573, 10ff. 584, 20. 592, 6, 9. Altire 139, 18f. Altargeister (Kapelleng.) 277, 36.416, 4. 419,21. Altarraum 228, 13. Altes Testament 177f. Amanus 409, 4. Ambof 13, 26, 93, 2f. 125, 31. 198, 22, 24. 208, ete 7. 436°. 444,35. Ambosse 193, 22f. Amra 46,19. Amuné] 29,19. 47,18. Ader der Anachoreten 228, 35. Antlitz der Herrlichkeit 5, 23. 31, 18. 303, 22. BS 04 02m Aon 52,22. Aonen 125, 6. 158, 32. 163,13. 180, 2. 433,29. 465,18. 484, 27 ff. 485, 15. 490, 23. 500,17f. 538,13, 15. 565, 23, 25. 574, 7. Apostel 51+. 189°. Araber 54,16. 232 ff. 300. 407. 412 ff. Arche 28, 4. 46,10. 263, 26, 28. 409. Archonten 277, 36. Arzt (Heiler) 55, 33,35. 341, 22, 24. 473, 16f. 583, 24. Asmodaeus 411°. Astarten 12,37. 87,9. 105, 26. 106,13. 530, 23 ff. Astarwan 406, 23. Athena 184°. Ather 65, 29. 66,14. 129, 32 ff. 200,41. 251, 11. 304, 26. 345, 23. 358, 21. 361, 18. 368, 29. 383, 27. 386,13. 399, 24. 403, 6. 433, 25. 508,19. 520,31. Auferer Ather 177, 2. 190, 2. 452,4. Grofier Ather des Lebens 66,7. Glanzither 73,12f. Siehe auch . _ Behalter, Erde, Kénig, Weinstock. Atherkranz 324, 33. 345, 29. 516,18. 551, 31. 5538, 25. Auferstehung 437, 22. Auserwahlt (Erwahlt) 96, 15. 271, 22, 25. 273, 1. 305, 12f. 353, 28. 355, 25. 360, 23. 368, 33. 371, 11. 391, 23. 392, 12. 394; 31. 435, 23. 440,18. 512 ff. 573,21. Auserwihlte 17; 2b, c2N- 18:9, 220, 19,78 20, 100 tienes Ji 2buwes, 11%, 2l.2b, Li. 2osoeeonee 4,12. 30, 24. 38, 35. 40. 42, 35. 43,16. 52, 21, 55,28. 61, 9,16. 62,11, 19. 74,16. 185, 4. 216, 16. 226, 13, 31. 230, 9. 252, 31. 272, 27, 34. 273, 11. 274, 3, 20. 282, 11. 285, 3. 296f. 337, 6. 349, 2f. 353, 4f. 354, 34. 381, 26. 382, 1. 388, 29. 389, 3. 397, 19f. 401, 15, 26. 406, 5. 514, 33. 522,2. 529, 13. 534, 8. 551,16. 574, 5, 29. Ausfluf des Glanzes 527,18. 553, 30. 563, 18. Ausfluf des Lebens 479, 33. 480. Auslésung (Gefangener) 17,18 ff. 18,11. 36, 16ff. 431, 20. 542, 20. 545, 25. Aussatz 132, 23. abtopurs 250, 17. Register. Babel 412,27. 413,5§. 414, 8. 416, 28f., 32. 436, 1. Baiwazigh 232, 12. Bar-Khoni 206, 1. 5243. Baum der Lobpreisung DIO MOO Behalter 78, 4f. 79, 19f. 84, 14. 85, 6ff. 88, 2, 4. 197, ’29, 36. 280, Dt. 289, 7, 429, 10. Behilter des Athers 76, 26. Behaiter lodernden Feuers 90,33. Siehe auch Ur- behalter, Kanna. (Jupiter) 28, 30. 46, 34. 116,1. 124, 17. etsy Bh, MER Yk TST. Qf. 176, 16. 230, the 26. 232, By, 347, 9. 408, 15 ff. 412, 30. 419. By, A Pane Amin 341, 29f. Berg, abgeschnittener 548, 32f. Grofer Berg 325,17. Sinkender Berg 82, 14. Berge 501,7f. Zwei Berge 309, 7. 314,37. 315, if Zwei reine Berge 116, 22. 326, 34. 380, 19. Beryll 12, 30. 574. Beschneidung 25, 12. 43,11, 24. Bethaus 43, 8, 26. 228, 11. Bethlehem 338, 23. Bét-Mtallalé 339, 4. Bienen 560, 25. Bilder (Bildwerke) 16, 28. 17,10. 18, 39. 23, 15926, 1Ois 840! 12. 44.7%. 53, 24, 181) ay 230, 7, 19. S)a) 9. 434, 2. Bilar 347, 6. Bilare os At NES Bs), BRAL, GB. 507, 3. Bischof 228, $), Bitterkraut 437, 31. 543,28. 547,28. 568, 3, by QU 2, GERD Bik, GURY IEE Bizbat 30, 15. 54, 16. Blendwerk 29, 23. 38,7. 49,23. 71,14. 104, 1, 3. 182, 32. 246, 19. 483, 4. 490, 31. 495, UZ BOE & Blut 20, 4. Boot 176, 24f. Borsip 436, 1. Bose, der 16,3. 22,38. 34,16. 38, 25. 39, 12. A134. (9919) 25. 82)29. 85,15. 87 36. 88, 14. 92, 37. 99,15. 100, 21. 102,1. 216, 3a. 200,23, 20. 3011. 507,24. 529, 1. Die Bésen 16, 24. 17,9. 18,18. 20, 25, 28. 24, IS), BY BY, HY, 1a), GO, AOiie Tab Cee, Ler 34. 76,13 ff. 78,9. 79, 37. 90,12. 104, 25. 111, 10ff. 112, 10. 114, 17. 117, 31. 122, 33. 143, 12,17. 147,7. 153, 20. 181, 24. 203, 9, 12, 32. 211, 4, 15, 20. 213, 18. 216, 24f. 252, 3. 261. 262, 31. 263. 264, 31. 267, 26, 32. 268, 5, 10. 277, 28. 284, 30. 285, 9, 25. 286, 19f. 296, Dee ‘B17, By 336, th 14. 345, 20. 361, 26. 372 ff. 389, iilaee 393, 34. 394. 18 ff. 397, 31. 424, 13, ’20, 24. 425, Cy 426, 7,18. 427, {1 18. 433, 14. 436, 14. 451, 10. 459, Q7F. 466, 34. 474, 12. 475, as 488, 36. 499, 6f. 506, 345). 37. 507, 3,8 509, 6. 511, 12. 514, 13. 515, OA: 520, 32. 529; 25. 530, 16, 18, "40. 535, i 537, 28. 539, 35. 540. 541, 42. 542, 1. 544, 36. 548, 22, 25. 554, 15. 560, 23. 574, 34 f. bib) 1. 586, AS; 41. 588, Ps 18. 590, 28. Bote 166, 27, 171, Te 173, 6. 236, 25. 237, 3, 9, 30. 384, 11}. 9844, 317, 10. 319, 6, 30. 333, 19f. 373, 22. 374, 2. 405, 29, 430, 431, 6. 2] o1 605 432. 443, 7. 455. 460,31. 472, 1. 588, 25. Guter Bote 243,7. Reiner Bote Abay 13! 494, 21. Verborgener Bote 167, 11. Bote des Lebens 18, 12. 431, 22. 482, 38. 435,9: Bote des Lichtes 530, 9. Botin 507. Boten 8,20. 9, 26. 13, 7. 28,32. 46, 38. 70, 14. 173, 6. 334, 13f. 381, 3. 460, 33. 590, 19. Boten der Kusta 56, 31. Boten des Lebens 21,22. Siehe auch Gesandter. Brand 19, 13. 27,16. 36,11. 45; 32, 37. 76, 26. 260, 30. 316,41. 376,38. 382, 32. 445ff. Verzehrender Brand 39,7. Siehe auch Fever, Tor. Brief 317, 8. 339, 16. 342, 6f. 359. 552f. Briefe 428,24. Hinundsechzig Briefe 326, 17. Brunnen, sieben 225, 14. Buch 25, 16, 28. 233, 30. 347, 5, 415,21. 446 ob. Erstes Buch 65,27. Buch der Biicher 245, 30. Buch des Jordans 57,27. Buch der Raha 230, 2, 5. Buhlerin (Ruha) 80,31. 494, 11. Bursums 225,5. Burzan (Burzin) 418, 32. Byzanz 231+. Byzantiner 223,14. Siehe auch Rhomier. Caelestis 144°. Chaldaer 22,15. 37, 31f. 436, 11. 545, 15. Christen 411, 1. Christianer 49, 35. Christus 28, 22, 38. 29,17. 46, 32, 38. 47, 1, 10. 49° Sif. SOL 1G) bl, 270i, 1345372 135, 7, 24) 1874. 190, 4, 6. 208, 8,11. 224, 23. 227, 1, 20. 228f. 247, 33. 248, 8. 255. 307, 8. 316, 38. 323, 23. 382, 34. 383, 13. 406, 19. 437, 12. 449) 5, 278, 10. 299, 13, 20. 587, 7. Damon 280, 8,14. Damonen 21,16. 28, 18 ff. 29, 4. 46,14. 54,1. 67, 29. 81, 36. 83, Gif. 89, 26. 90, 6. 105, 28. "106, 1. 116, 6, es 125, 6. 139, 16f. 146, 8. 169, 43. 170, 2 178, 24. 224, 6. 228, Si 229, Be AIC 35. 281, 39. 358, 38. 359, 10, 12. 372, 9. 416, 4. ALO 2 e222 od, Lo 10d, 86.000) de 540, 3. 546, 21, 28f. 564, 16, 33f. 571, 29. 572, 14. Daniel 260, 29. Dast-Misaq 417, 2. David 27%. 28,17. 46,13. 411, 22. Delphine 140, 23. Déw 85,5. 144, 2. 150,33. 171,33. 220,15. Déws 21,17. 28f. 39,8, 31. 46, 15. 47, 1ff. 48,1. 50, 32. 53, 10ff. 54,1. 81, 36. 83, 16, 23. 89, 26. 105, 30. 106, 18. 116, 7. 156, 7. apt. 30, 33, 35. 224, 6f. 277, 30. 278, 30. 372, 11. 419, 21. 477, 32. Vierundawanzig Déews 143, 4, 366 Dews 142, 23. Diakon 228, 9, Diamantmauern 9, 25. Dilbat (Dlibat) 46, 31. 176, 16,22. 447, 10. Siehe auch Libat. Doppelgruben 550, 24. 551, 5. Doppelzunge 376, 25 Dostier 206, 1. Sofa 5d? 606 Drache 278, 19. 430, 21. 433, 36. 507, 23. 520, 3. GroBer Drache 104, alee Drachen ie 21, 23. 72,31. 80,1. 154, 33. 474, 11. 507, 9. Dritte, der 594, Li Die Dritten 76, 29. 332, 26 F. Drona 225, 8. Duft (Wohlduft) 8 . 9, 8f. 10, 38, 40. 11, 28. 112,16,.36. 15, ie 32, ee 33, 21. 58, 24 ff. BG, Gh (Ora, fol), alts). 92, 4f. 103, iss, 1a@, 20. 116, 29. 258, 35. 273, D. 299. iE ays, 26. 327, 31. 336, 17. 359, 39f. 362, 8. 390, 8. 461,34. 514, 14f. 515, 22 te bata 2ot. HAIG. O49) Ot 590, ole Ea-Oannes 1254. Ehelose (Unverehelichte) 136, 16. 26f. 270, 27, 35. 449, 8. Hi 151, 2. 152, 19. 160, 24. 165, 21. Hier 151, 22. 236, 32. 401, 32, 443, 20. 365 Hier des Lichtes 151, 10. Hinzige, der 230dff. 251. Hisenberg 436, 5. Hisenmauer 550, 28. 5a1, 9. Hisgerate 226, 6. 233, 19. Ekurs 116, 8. 277, 36. 297, 40. A16, 4. 419, 20. 506, 39. EJ-El] 25, 8. 43, 2. Emporer 55, 36. 70, 29,33. 217,11. 317, 21. 474, 7. Siehe auch Rebellen. Engel 4, 20. 12, 26, 34. 13, 7. 25, 5. 32,15. 42, 35. 80, 28. 86,32. 160, 28. 173, 28. 178, 23. 242, 18. 254, 34. 256, 22. 259, 9. 260. 262f. 265, 30. 266f. 269,18. 277,36. 294, 18. B41, db, 843522. 371, 18; 24,372) 13. 375, 11. 436,16. 463, 28f. 464. 475,29. 477, SOM ATS 101 OO, oUt os) 16> cool, LG: 562,2. Zwei Engel 16,13. 28, 12. 34, 30. 195, 22. 265,10. Drei Engel 15,12. 33, 19. Vier Engel 262, 9. Sieben Engel 46,29. Zwoilf Engel 269,19. 270,18, 29. 271, 3. Engel des Fehls (der Mangel- haftigkeit) 25, 23. 44, 5,23. 49,4,6. Engel des Feuers 15,10. 16,1. 33, 10,17. 34, 3, 14. 53,27. Engel des Glanzes 11, 4ff. 32, 18 ff. 42,28. 44,33. 270,6. 541,6. Engel des Lichtes 21, 23. 31, 25, 37, 23, 42, 24f. 44,37. 51, 24. 52, 4. Engel der Lob- preisung 31, 26. 34, 25, Enisbai 51, 8. Enkel der Finsternis 156, 6. Hpiphanie 229%. Erde 198, 21ff. 270, 21ff. Weife Erde 293, 21. Erde des Athers 66, 17. 182, 8. 289, 7,18. 298, 23. 302, 30. 381, ), Wal 18. 386, 6f. Weibe Erde des Athers 12) 23. 361, 12. Erde der Finsternis 72, 9. 150, 33, 277,17. Siehe auch Herr, Lichterde. Erdspalt 208%. 430, 20. Erloser 5,20, 31, 16. 49, 28. 284,28. 384, 8. 388, 20f. 430, 31. 442. ik. 495, 32 ff. 588, 19f. Siche auch Léser. Erste, der 20,6. 124, 36. 135, 4. 594,7. Die Ersten 76, 20. 301, 32. B42, 23. Erstgeborener 9, 29. 143, 9: 157, 7. 241, 15. Zwei Erstgeborene 308, 12f. Drei Erst- geborene 292, 30. Siehe auch Sohn. 209, 6. 227, 299, 11, 22. Register. Eselin mit vier Beinen 227, 25. Estra 28,27. 46, 31. 47,1. Euphrat 61, 24f. 414, 7, 431, 13. 524, 35. Siehe auch Fras-Ziwa. Fahnen 30, 20. Fahrzeug 176, 29. Fahrzeuge 71, 25, 28. 72 33. 140,30. Siehe auch Wagen. Fasten 18, 23ff. 39, 26ff. 50,6. 134, 30f. 136, 9f. 224, 19ff. 229, 8, 12. 374, 32. 375. 450, 10. Faster 136,12. 224,5. 374,31. 375, 37. 450, 10. Fehlgeburt IBF, Bis. Festigen 5, 17. Feuer 19, 12. 29, 7, 17 ff. 33, 22. 39,13. 40, 31. 46, 39. 47, 9, 16ff. 48, 29. 52: 17. 200, 4 ff. 260¢. 408, 31, 333) 37, 458, 3, 16. 508, 313). 519, 8. 526, 204. Feuerbrand 27, 30. 436, ute ’Feuerbrande NO), 2, Dol ak Lebendes Feuer 69, 22. 73, 14f. 76,10. 89, 5,17. OI, 117,25, 37, 9254. 98, 282.7325 103) out: 108, 14. 126, 23. 193, 24. 196, 7. 240, 22. 241, 3,18. 246, 6. 248, 6. 252, 12,18. 259, Ich etsy, ey! 39, 41. 265. 266, t.. AbG, it 292, 1. 294, 3. 466, 1. 489, 31. 494, ata). 576, ib, 21, 593, 27. Loderndes Feuer iM), 12. 16, 30, 37. 18, 3. 19,6. 22,36. 27, 14. 33, 18. 35, 11, 20. 36, 32. 37, 29, 39, 22. 40, 4. 42, 10. 45, 17, 19. 48, 12. Danas 54, 5. 69, Ze 2o8 84, Af JORSamtole 2) 225, 22. 299, as 307, 2), Bae), 20, 376, 36. 383, Se 384, 16. 430, il), 458, 2, 18. 489, 29, Ver- zehrendes Feuer 14, 32. 27, 16. 33, 5. 42, 12. 58,12. 67, 30. 69, 23f. 76,11. 78, 10. 80, 2. 89,22. 91, 38f. 92,6. 94,4. 98, 4. 108, 19. 132, 20. 246, 26. 248, 6. 264, 39f. 267, Wee 278, 8. 294, 3, 297, 37. 483,11. 575, rhe 29. 592, 20. Siehe auch Behiiter, Brand, ‘Engel, Kranz, Mysterium. Feuergeibel isi, By 2B} 2. 320, 28. 405, 20. 444 ff. Feuerwagen 47, 20. Finger, kleiner 143, 25. Finsterberg 21, 11. 37,6. 60, 37. 269, 19. 270, 30. 271, 3. 299, 23. So lerscuie 538, 32. Finsternis 72, 14 ff. 77, 8ff. Grobe Finsternis 157, 36. 253, 39. Siehe auch Ader, Enkel, Erde, Herr, Kinder, Konig, Mana, Mutter, Pforten, Stimme, Tor, Welt, Wurzel. Firmament ’201, 11 ff, Firmamente 199 ob. und sonst oft. Fische (Tierkreis) 412 ff. Fleischberg 142, 20, 23. 143, 20f. 156,38. 157. Fléten 53, D1. 124, 9. 125, 22, 180, 29. 221, 16. 226, 15. 434, 3. 507, 4. Fras-Ziwa 368, OR 396, 12, 28. 425, 35. Siehe auch Euphrat. Fremd 57. Der Fremde 101, 17f., 33. 120, 3. 121, 6f. 122. 181, 2. 258, ‘15. ai 31): 372, als), 536, 12, 14, 5, 27. Fremder Mann 81,18. 99, 10. IE 15. 224,11,15. 225, df. 227, 15. 234, De 244, BBR 37. 273, 3, 13, net 337, 14, 31. 372, 20, 373, 20f. 441, 8, 13. 530, 27. Siehe auch Leben. Freund Gottes 434, Frucht 65, 29ff. 331, 23 ff. Grofe Frucht 65, Register. 32. 67,18. 73, 8f.,18f. 193,22. Grofke Frucht’ der Herrlichkeit 68, 34. Grohe Frucht des Lichtes 193, 22. Weibe Frucht 180,17. Frucht des Lebens534, 15. Friichte 66, Bf. 193, 22. 560, 12. aml, 3: 586, 17. Friichte des Glanzes’ 479, 7. Fiinf, die 13,27. 106, 20. 143, yy, Fiirsten, zwei, der Welt 104, 8. FuBblock 92. 3D. 185, 20. 186, 8), BB) Bt 234.3. 243, 14, 312, », 430, 14. 444 ff. 502. “al. 524, 34. 570, 16, 26. Gabriel 14, 26. 284, 14. Gahs 4,17. Ganzibra 150%. Ganzibras 272, 23. 356, 29. Gaukai 414, 8f. 416, 27,33. 417, if Gaukelei 71, iB} Gebel-Gudi 4094, Gebet 16,16. 34,34. 240,10. 297. 320. 389 unt. ‘433, 8. 464, S70 473, 16. 563, 34. xebete 4, 13 ff. 222. 344,31. 362,31. 402¢. 404, 13. 467, 16. Verborgene Gebete 317, 18, 22. ail). 15. 324, 7 ff. Geburtsstunden 197, 22. Gedanke 13, 31. Gedenkbuch 206ff. 446, 2. Gefangene 17518. 18) 11) 1959)°36, 16th 40, 28. 49, 33. 227, 1. 233,1. 256,13. 431, 20. 432,4, 466,34: 535,5. 542,19. 545,24. In der Unterwelt: 524, 28f. 528,21(?). 547 ff. 5d58f. 583,11. Aufseher der Gefangenen 405, 32, 547ff. bd8f. Gefangnis 547 ff. 558. 561,19. 562, 5. 583, 14. Geheimnis 337, 39. 338,1, 8f. 574,4. Ge- heimnisse 334, 20f. 350, 4. 456, 10f. 495, 30f. 594,16f. Geheimnisse des Weges 392, 29. Siehe auch Mysterium. Gehenna 38,19. 62,15. 324,16. 406,10. 588, 7. Geist 430, 24ff. 444,2. 449.5. 451,27. 532, 31. 566f. 571,26. 583, 2. 587,22. 595. Heiliger Geist 28,26. 46,31. 50, 28. 51, Qe AST Lil. 188N25 207.32. 227,020. 238,14. 450,8. Siehe auch Ruha p. 601. Geister 50,10. 54,1. 259, 26. 277, 35. Gemeinschaft(lichkeit) 5,7. 11,17. 32, 29. 57, 35. 194, 26. 240, 7f., 20. 241, 33. 246, 17. 240, 0 208, Le "257, 20. 259, 28. 261, 1b, 283, 20, 284, 2. 285, We 302, 16. 309, 2. 324, Bik §319)5). 15. 381, 34. 400, 5, 18f. 453, 29. 465, 5. 491, 3B). 505, 12. 514, 32. yevéotos 1978, Gerechte 49, 35. 50,2. 251, 20. 253, 34. 256,6. 257, 31. 268, 9. 415, 9. 472, 28. Gesandter 14, 26. ilo. 21. 89, 6. "98, 11. 224, 3. 286, 14, 19. Erster Gesandte 26, 1. 29, 29, "a4, os, 47, 32. 286, 36. 287, 5. 'Erster, letater Gesandte 50, 27. Lauterer Ge- sandte 16,5. 26, 23. 32, 38. Wahrhaftiger Gesandte 58, 19. 59; 1. Gesandter des Lebens 28, 12. 59, 15. ’ 392, 26, 28. 432, 30. 537, 21. Gesandter des Lichtes 57, 33ff. Gesandte 25,27. 44,2. 285,3. 332,7. Drei Gesandte 44, 23, Gesandte des Fehls 43, 30. Gesandte des Lebens 332, 3. 590, 17f, Siehe auch Bote. 15, 21. 89,6. 98,11. 2482, 607 Gesang (Musik) 10,1. 22,21. 26,9. 28, 36. 38, 5. 44,8. 47.3, 52, 28, 30. 53, % 125, t. 180, 29, 216,19. 221, 5, 15. 226 ff. 258, 22 ff. 296, hl), ShOXO), sy "304, 14, 395, 20, 405, 6. 50%, ial 508, 29. 588, ae Geschick 118}, 28. Geschlecht, lebendes 27, 17. Gesichter, zwei 309, 10. Gestalten, fiinf 102,16. Sieben Gestalten 99, 18, 22. 114,15. 446,41. 494.8. Zwolf Gestalten 100, 33. Gestime siehe Stern. Gewander siehe Kleidung. Gilgames-Epos 409?, Gimra 158. 167,33. 170,24. 172,23 ff. 271,24. Glanz, erster 252, D. 274, 24, 592,26. Grofer Glanz 66, 15. 274, 30. 275,15. 316, 14. ahah 124, ’GroBer, erster Glanz 66, 10. 143. 32. Reiner Glanz 5 5,18. Siehe auch Ather, Ausfiub, Engel, Frucht, Olivenstab, Schatz, Turban, Wolke. Glanzsiule 156, 2. Glanzwesen 94, 23. 245, 35. 257, 7. 270 ob. 335, 33. 401, 4f. 518, 6. 576, 2. 592, 14 ff. Glasgefafe 279, 20. Glaube, erster 42, 34. Gloéekner 383, 35. 516,12. 577, 9. Tv@ots Cwijs 5%. Goldberg 417, 2. Gott 5,18. 6, 14,21. 17, 13. 19,19. 25,26. 26, 18. 29,28. 34,19. 44,14. 47, 30. 49, 28. 50, 26. 178, dff. 187,18. 188, 4. 224, 4. es 9) 227, 33. 229) 4f, 233, 24, 39, 234, 2, (255, 25). 256, 7. 281, por 338, 115), 340, 26, 36. 410, 18f. "412, 20, 417, 24. 418, 29, 449, 5. Gotter. 9). 10. iE. 27. 178, 18. 181, 12. 184, 18. 209, il. 207, Boe 255, 12, (25). 256, 22, 260, 36. 347, 11, 20. 412, 16. 416, 6. 417, 24, 418, 5. 444 ff. Gott der Gotter 187, 31. Gott der Lobpreisung 55, 10. Gott der Wahrheit 5,18. Siehe auch Herr, Sohn. Gottheit 228, 3. 234, 12. 354,21. 398,24. 583,17. Goétterschaft 23,15. 177, 24. 183, 14. Gottestiirchter 49, 34. 50, 1, 22. Gotteshiuser 415, 8. 418, 6. Gétzen 12, 37. 16, 28. 17,9. 35, 9. 39, 29. 53, 12. 54,1. 208, 9,24. 209, 14,25. 277, 36. 299, 22. Gétzentum 181, 29. 507, 1. Gotzenschreine 26, 11. 434, 2. Granatapfel 203, 14, 28. 216, 29. Grenzstelle 232, 15: Giirtel 26, 33. 44, 33f. 324,31. 431, 27f. 466, 27 alan. 515, 30. 537, 7. 542, 27. 574, 18. 577, 27. 589, 28. Gute, der 22, 37. 38,24. 60, 20. 77, 21ff. 79, 23. 87, 34. 88, 35. 95, 4. 142, 13. 197, 18. 198, 4, 18. 215, 57. 242, 2. 354, 2. 358, 12. 366, 1. 871, 2. 379,11. 506, Q8F. 507, 31. 528, 37, 40. 548, 31. 558, 30. 559, 17. 567, 25. 575, Os; SEP1 oy 596, 5. Die Guten 5, 21. 10, 21. 20, 27. 31, 16. 55, 12. 74, 29. 76, 34. 80, 12. 94, iG 1. By, 32f, 112, 35. 119, 13, 19, 122, 30f. 273, 15, 17,25. 274, 3. 285, 24. 354, ‘36. 374, 12, 396, 89, 435, 34. 437, 16. 467, 34. 478, 9. 518, 23 ff. 608 524,27, 527,29. 528, 8. 529, 7ff. 538, 4. pdt. 555, 3. 560, 6, 19. 563, 28, 32: 568, 7, 18. 577, 38. 582, 14, 19. Hand der Kusta 193, 11. Harfe siehe Zither. Harpokrates 235, 2. Hascher 436, 8. 519, 3. Siehe auch p. 619. Haupt des Zeitalters 44, 36. 400, 14f. 437, 34. Haupt der Zeitalter ByAl 26. 375, 5 Hauraran 302, 28. 593, 23. Haus = Welt. Gy, AIG), 92, 22, 100, 19. 102, 38. 105. 107, 2. 113, Tat, 1s, 28) 120, 2 ff. 121 ob. 122. 126, 11 ff. 143, 16. 177, 24. 203, 1 2, Ady, 37, 242, 18. 299, 27. 306, Qf. 310, 1, 311, 12) 19. 319,18. 322, 27. 352, 22 ff. 354, 4. 363, th. 364, 5. 367, ‘Bf. 371, Hise toe 372, 1, 6. 379, 18, 26. 382, TL. 384, g). 387, 6. 436, 14. 457, 24. 472. 483, 29. 500, 10. 528, 19. Hinfalliges Haus 25, 5. 92) 11. 312, 24, 385, 314535) 0321, 13: 323, 30. 359,27. 361,32. 405,26. 406,31. 457, 8. 488,25, 499,35. 515, 21. 517, 7. 534, 20. Haus der Grofen (Gewaltigen) 74, 22, 27. 95, 31. 99,36. Haus des Lebens 20, 21. 25,1. 65, 24. 68, 36. 69, 8. 70,32. 91, 31. 94, 30. 95,19. 106,10. 111,1. 134, 9. 141, 23. 149, Ss 173, 32. 196, 16. 198, 12 ff. 211,14, 19. 212, bf, 224,27, 225.26. 228, 26. 232, ik 238, 10 ff. 241 ff. 246, UAE. 247, Dy PAY, "39. 253, 1. 256, 34. 257, 18, 20. 259, 18, 28. 261,11. 262,12. 264, 29. 265, 21. 266,31. 267, 31, 35. 268, 4, 13. 270, 3. 272, 20. 273, 20. 274,31. 286, 8. 297, 11f., 38. 298,15. 302,15. 306,15. 308, 29. 323, 31. 326,14. 327,12. 334, 34. 347,19. 357, 32. 358, 27. 361, 9. 364,37, 377, 34f. 393, 4, 401, 3. 403, 18. 430,12. 432, 27 ff. 433, 7, 488, 2. 440, 2. 441,26. 442,30. 443, 25. 449,11. 466,35. 472,7. 475, 8f. 476, 4f. 479,17. 486. 489,35. 492,25. 493, 24f. 496, 32. 497,3. 506, 8f. 510, 24. 513, 15. 514. 516, 20, 5215 aff. 528, 31f. 529, 24. 580, 7. 537. 546, 32. 547, 12. 550, Of. 562 9: 563, 27. 569, 13 ff. 574, Sor 575, 4, 578 ff. 586, 16: 589, 27 ff. Haus der Vollendung ‘iy, 10. 69, 37, 275, 14, 283, 5. 300,34. 333, 26. 303, 8. 463, 18. 467, 17, B46, 2. 547, 7. 565, 9. 593, 28. Siehe auch Herr, Hiiter. Hebriische Rede 306, 28. Heer, hinfalliges 82, 22f. 280, 8. 359, ol, Heidentum 4, 35, Heiland siehe Jesus. Heilig 194,24. Heilige 50, 2. 136, 16. 209, 7. 227, 26, 28. 449, 7. Helden, ’sieben ies. 21. Zwolf 197, 21. Helfer 453 ff. und sonst oft. Hengst 227, 7. 350, 36. Herberge 466, 6. 543, 80. 569, 22. Herr der Erde 118, 16 573, 38. 574,27. Herr der Finsternis 142, 24. 148, 12. iA Ve 203, 14 ff. 208, 5. 315, 23, 406, 2. Herr der’ Gotter 258, 2 Herr der Grobe 4,7. (a), (5). (7h, WBE 14, 25, 30, 10. 31, 13f. 32, 36. 45, Th 5d, 20. Gi. ile 62, 27, 142, 19, 143, 358, 39f, Register. 26,33. 144, 6ff. 145, 5ff. 146,17. 173, 5. 197, italy 235, 30. 290,17f. 302,26. 303, 20, 304, 25. 326, 22. 370, date 401, 33 ff. 423, 16. Herr des Hauses 196ff. Herr der Herren 187, 31. 224,3. Herr der Kronen 9.1. Herr aller Kinige 6, i, Bubeek leksae der Kusta 533, 9. 546, 27. 564, 32. 572, 13. Herr der Vollendung 471, 3. Herr der Welt 101, 3. 123,8. Herr der ganzen Welt 86, 21. Herrin der ganzen Welt 118, 27. Herr aller Welten 31,12, 14. 34, 24, 35. 36, 1, 36. 39) 28: 40, 16. 45, 2. 48,14. 49,30. Herren des Hauses 106, 8, 30. 122, aWaygen Wisvar: Sma leis hereto 21e}sy 34. 264, 12. 268, 17. 323,30. Herren der Welt 108, 30. 113,10. Herrendieser Welt 177, 24. 296, 16. 354, Pio, Bis, Bh lekeraneri aller Welten 147, 19, 23. Herrscher, fiinf, des Hauses 105, 32. Hexen 436,10. 444 ff. 548, 12. Hexerei rae IPA Toy aly 81, 2. 102, 33. 104, 4. ipa. 14f. 136, t; 172, 37. 316, 38. 340, 24f. Himmel '270, 13ff. Himmel des Wassers 34, 1. Himmelshihe 10, 15. Himmelssphire 33,12. 34,4. 52,7. 53, 28. Hira 407, 20. Hirte, guter 181, 18ff. Hitpun 550, 18, 36. Hmurthas 53,15. 54,1. 81, 3, 6, 20. 82, 4. 83, 16, 24. 89,26. 90,7. 105,26. 106,12. 116, of tion 18. 226, 17. 232, sue 233, 20. 277, 36. 299, 27. 319, 18. 342,14. 419, 20. Ddanob- Hochzeit 62,8. 115. 117. 160. Horcher 535, 15. Horner 53, 21. 125, 11, 21. 221, 6. Horoskop 41%. 312, 28. Hostie 228, 24. Hus 198, 22, 25. 270, 22. Hiiter (Wachter) 86, 2f. 87,12, 20f. 92, 28 ff. 94,20. 109, 30. 145, 19f. 147, 35. 232. 20. 307f. Sale. ‘AL. 319, 34. 321,16. 380, 16. 384, 5. 395, 5. 400, 29. 431, 7, 12. 432, 9. 437, a 442, 28. 478, 25. 483, 31. 487, 14. 494,15. Zwei Hiiter 289, 29. 292, 6. 313,10. Vier Hiiter 173,18. Hiiter des Hauses 364,16. Hiiter des Lichtes 298, 8. Hiiter des Zeitalters 2957. 319, 5, 28. 320, 9. *leotS 235, 16. Inderland 436, 4. “Iraq 223, 14. Isis 189° Islam 407. Ismael (Satan) 200, 28. Israel, Haus 43,10. 135, 12f. 47, 40. Kinder Israel Jafeth 46, 5. Jagd 231, QT. Jahja 213, 13, 219,33. Siehe auch Johana. Jam 46, 5. Jaqif 341, 29f. (Siule) 343, 13. Jasmin 116, 13, 15. 361, 35. Jatur 263, 28. Register, Jazuqier 135, 21,25. 225, Jerusalem 25, , cd). P. 129°. Vor ,,hier“ fehlt ein Komma. P. 132%. Lies: Neuhebr. Worterbd. I. P. 142, 15f. Lies: die lebendige, erste Lehre. P. 152, 33. Ich fasse jetzt mit Brandt, Schr., p. 142? NDYy im Sinne von ,,Wartezeit, lange Zeit auf, wenn ich es auch etymologisch nicht erkliren kann. Danach ist diese Stelle zu tibersetzen: ,,eine lange Wartezeit steht dir bevor.‘’ P. 153,21f. gibt so einen Sinn: Wenn du mich umarmtest, verginge mir viel Zeit dariiber.‘ P. 166,6: ,,Dir steht noch eine (lange) Wartezeit bevor.‘ P. 208,7. Den kosmischen Omphaloi wurde vielfach die Form eines Bienenkorbes gegeben (siehe die Abbildungen bei ROSCRER, Omphalos 1913 und Neue Omphalosstudien 1915), trotzdem ist wohl bei NMdSNM an diesen Sinn nicht zu denken. P. 240,11. Vielleicht bezieht sich PPNINID PIRI) auch auf NONA NNw ow, danach: In ihnen wuchs, durch sie wurde erhellt. FADD Npny) Fawraxdnys bezieht sich wohl auf X17: mit dem es sich bekleidete und durch den es gefestigt wurde. P. 250,11. NIT Text 261, 13,17, 24; 262,3; 271,13 steht trotz der Var. YyS5 wohl fiir N37 ,,sind aufgeleuchtet, erschienen‘, siehe 261,11; 271,6 (Var.), 11. P. 264, 11f. und sonst. NMD.D MND ist richtiger die Lippe(n) verziehen“ als , die Lippen spitzen“ zu tibersetzen. P. 272,21f. Besser: Du bist der erste Ruf, den das Leben aus- seiner Natur rief. P. 278,16. NNT ist vielleicht urspriinglich eine falsche Schreibung fiir NDNXD (in der alteren Schrift sind die beiden Wérter einander sehr ahnlich), die dann neben NYDND in den Text hineingeraten ist. Danach: einige haben hundert Backen- und Schneidezihne im Munde. Berichtigungen und Nachtrage. 619 P. 323 ob. Der Sinn wiirde etwas glitter werden, wenn man fiir Z. 2 und 9 NTN (bezw. die Varr.) als WTWINN auffafite: ,die Schlafenden sollen aufgeriittelt werden und aufstehen“ — ,Sie sollen aufgeriittelt werden.“ Aber ein 5 (rr) fiir 4 ist unwahrscheinlich trotz PIINW AD Joh. 74,6, auch beachte }WNI zu 345,10, wo eine Umwandlung ins Passiv nicht méglich ist. P. 334, 16ff. Die Verba kénnten an sich auch 3, f. sing. statt 2. m. sein und sich auf RMD beziehen, doch zeigt das Folgende, dafi die Worte dem Mana gelten. Pp. 343,9: Im Text ist NNDINP zu streichen. P. 344, 23 lies: Ein Kranz gleich dem reinen Kranze. P. 358, 6f, und 369, 25ff. sind die Perfekta kaum als Wunschiuferungen aufzufassen. Das Perfektum ist in diesem Sinne im Aramiischen selten, im Syrischen fast nur auf Ny beschrankt. P, 416, Anm. 1, Z. 4 lies NMAN statt MN Nx. P. 424, 4 lies: in ihrem Gewande. P. 433, 11. 436, 8. 519, 3,16. 535,15. NTI, RMN ware besser mit ,,Biittel oder »Hascher, SMRIVI. RVNRVYNRIW (so etwa zu lesen) mit ,,Vogte“ zu tibersetzen. P. 444, 4 lies ,,schieden“ statt ,,schied“. P 471,24 lies: bereitete keinen Fehl. P. 508, 25 lies: fliegen dahin wie Minuten, siehe p. 106°. P. 522f. 3. ,,sitzest“ (zu Z. 14,20 usw.) pafit nicht. Wenn es nicht direkt zu oN abzuandern ist, dann ist vielleicht DRNXMM zu lesen nach der Var. INO. P. 578,21f.; 579, 11f. usw. Ich habe reiflich erwogen, ob die Worte m>qN pw NUTAN TNANS) DAY PTNNRDD nicht von der aufsteigenden Seele gesprochen werden: »,Wenn ich mich unter sie begebe, tun sie (mir) alles Erdenkliche an.“ Ich konnte jedoch zu keinem abschliefenden Urteile gelangen. Fiir diese Auffassung spricht, dai weiterhin mde fiir rd steht, das nur 1. pers. sein kann und vielleicht urspriinglich in allen Strophen gestanden hat, fiir die andere, daf in der sechsten und siebenten Strophe der vorhergehende yon den Dienern des Planeten gesprochene Vers fehlt und danach dieser Vers nicht eine Antwort darauf sein kann. Mit Riicksicht auf Ev. Mt. 23,35 hebe ich hervor, dafi Hibil p. 257,31; 268,9 ,,der Gerechte“ genannt wird. es Apep wets yep ns rs. ree ry Pr Aces % ve - - vt net SSG OR ee A eye % ae vine ae Uae Ye -teg ft. |e « ON Re Se. & eas Pre SENET AS ees, oe ~ Quellen der Religionsgefhichte herausgegeben im Auftrage der Religionsgefdhidtlidhen Kommiffion bei der Gejelljchaft der Wifjenjdaften in Gottingen. _Gemeinjamer Verlag der Sirmen: J. C. Hinvidjs'ihe Buchhandlung in Leipzig und Dandenhoed & Rupredht in Gottingen. Die angefiihrten Band3zahlen find die der Rethenfolge des Erjdjeinens. Die Sammlung ijt augerdem in folgende 12 Gruppen eingeteilt: 1. Europa. 2. Altjemitijdhes und Agyptijdes. 3. Judentum. 4. Gnojftizismus einfal. manddijde Religion. 5. Islam. 6. Iran. 7. Indien, auer 8. Buddhatum (joweit nidt in Gruppe 9). 9. China, Japan, Mongolen. 10. Afrita. - 11. Amerifa. 12. Die Primitiven der Siidjee und des fiidl. Afiens. (Bd. 1—3 erjchienen urjpriinglid) in der nicht weiter fortgefiihrten Sammlung ,,Religions-Urtunden der Délfer“.) 1s Die Religion der Batat, Ein Paradigma fiir animiftifde Religionen des indijdhen Ardipels. Don Lic. Johann Warned. Mit 4 Abb. VI, 136S. 4°. 1909. (Gruppe 12.) geh. 6, geb. 8,50 ME. 2. Amida Buddha unjere Suflucht. Urftunden 3um Derjtandnis . des japanijden Sufhavatt-Buddhismus. Don D. Hh. Haas. Mit 12 Ab- bildungen. VIII, 185 S$. 4°. 1910. (Gruppe 9.) — geh. 8,50 geb. 11 »Haas hat mit feinem griindliden, auf vielfeitigem Studium beruhenden Buch, durd) das er uns einen flaren €inblid in eigenartige Cehren im fernen Ojten verjdhafft hat, jowohl der Wifjenjdhaft, als auch der Mifjion, einen wert- vollen Dienjt erwiejen.” Beitidr. f. Miffionstumbde, 1911. 3. Die Religion der Eweer in Siid:Togo. Don D. 3. Spieth. XVII, $168. 4°. 1911. (Gruppe 10.) geh..14, geb. 17 4, Dighanitana. Das Bud) der angen Texte des Buddhift. Hanons in Auswahl iiberjegt von Prof. Dr. R. Otto Srante, LXXX, 3605S. 4°. 1913. (Gruppe 8.) geh. 19, geb. 22 lk besluit deze mijn aankondiging van F.’s werk met de verzekering dat ik ar niets dan lof voor heb.“ Prof. H. Kern im ,Museum* 1914, 10. 5. Lieder des Rgveda. iberfegt von Prof. Dr. A. Hillebrandt. XU, 152°S2 47.1913. (Gruppe Tens -: geh. 7, geb. 9,50 »Die widhtigiten und wertvolliten Stiide der grofen Sammlung findet man. hier vereinigt in forafaltiger Uberjegung, die als das Rejultat langjdhriger Sor- jahungen gelten darf. Die reidjhaltigen Anmertyngen erhdhen den Wert des Bucjes nidt nur fiir das weitere Publitum, fondern aud) fiir die engeren Sadgenojjen des Derfaffers. Siir den vorliegenden Band haben wir alle Urjade danfbar 3u jein und fénnen ihn jedermann wdarmitens empfehlen.” jes QR. vb. Schroder, im d. deutfeh. Literaturgztg. 1914, 3. 6. Prajfia Paramita. Die Dollfommenheit der Erfenntnis. Mach indijden, ~ tibetifden und chinefifden Quellen von Mar Wallejer. VII, 164 S. 4°, 1914. (Gruppe 8.) geh. 7,50 geb. 10 . 7. Die hijtorifden Quellen der Shinto-Religion. Aus dem Altjapan. und Chinefifhhen iiberjegt und erflart. Don Prof. Dr. K. Sloren3z. X, 470 S. 4°. 1919. (Gruppe 9.) geh. 20, geb. 23 »Hier wird mit einer trefflich orientierenden Einleitung in das altreligidje Sdrifttum Japans eine reidje Auswahl aus den widtiglten Religionsurtunden geboten. Eingehende, forgfaltige Anmertungen erleidhtern das Derjtandnis. Nad dem dies Wert von Sloren3 da ijt, wird es zur Pflidt jedes, der iiber japanijde Religion reden und forfden will, dieje Sundgrube eingehender Kenntnijfe 3u be- nugen fees: —-Beitfchr. fF. Miffionsfunde 1922, 10. 8. Das Srautajitra des Apajtamba. Aus dem Sanstrit iiberfegt von Prof. Dr. WM. Caland. 1.—7. Bud. Iv, 270 Sih 4D 192k (Gruppe 7.) geh. 12, geb. 14,50 © (Bud) 8—15 erfchien 1924 bet der Koning]. Akademie van Weten- schappen in Amsterdam.) eine erjte volftandige iberfejung einer widtigen Quelle fiir das Der- andni indi rfultes, von hohem religionsgejdhidtlidem Wert.” ols Agent at ae A ihe Neuefte Nacdhridjien v. 6. Sept. 1921. Sir den religionshiftorijd intereffierten Lefer ijt nicht nur der Inhalt im - ganzen von Bedeutung, fondern auch fo mandhe Einzelheit.” Theol. iteraturztg. 1921. 9. Die Kpelle. Ein Megerjtamm in Liberia. Dargejtellt auf der Grund- lage von Eingeborenenberidhten. — Mit 2 Nadtrdgen: Terte in der Golajpradhe und Kpelle-Beitrdge von H. Rohde. Nebjt einer Kartenjtizze. Don Prof. Dr. Diedricd) Weftermann. XVI, 552 S. 4°. 1921. (Gruppe 10.) ~ geh. 25, geb. 28 » - +» These few facts may serve to indicate the interesting ethnological matter collected by the author in this valuable book. It may be confidently recommended to the attention of all serious students of anthropology.“ ; Prof. Frazer in ,,The Times”, May 25, 1922. »Diejes Werk fann als flaffijd fiir die gefamte Ddlferfunde, nicht nur fiir Afrifa gelten, fowohl wegen des fdjlichten flaren Stiles und eindringenden piydo- logifchen Derftindnifjes, wie wegen der Genauigleit der Madhridten und der neus artigen, meifterhaften MWethode der Aufnahmen. Auf die Weltanjdauung ijt bee fonderes Gewicht gelegt worden. Dod findet man aud) iiber die Wirtfhaft und fiber Samilie und Gefelljdaft ausfithrlihe Madhridten und Terte. Ausgezeidnet und vorbildlid ijt die furze Darftellung der Sprade als Ausdrudsmittel des geiftigen Lebens.” K. Th. PreuR im Liter. Sentralblatt 1922, 20. ,€in Quellenwerf, dem bisfang in der Ajritanijtif nidts an die Seite geftellt werden fann.“ . Koloniale Rundjhau 1921, 3. 10. Religion und Mythologie der Uitoto. Tertaufnahmen und Beob- adtungen bei einem Jndianerftamm in Kolumbien. €infiihrung, Terte und Worterbudh. Mit 3 Tafeln. Don Prof. Dr. HK. Th. Preug. ‘VI, 760 S. 4°. 1921-1923. (Gruppe 11.) geh. 34, geb. 37 Exjchien in 2 Teilen. Eine Einbanddece fiir beide Geile 3ufammen 1,30. v€in Sorjdhherwert erften Ranges, von grofer allgem. Tragweite.“ Grengboten bont 26. Mug. 1922, — Religions: und Spradwiffenfdhaft find dem Derfaffer 3u gleid) grokem Dant verpflidtet.“ Ris Wie Deutfdhe Literaturgeitung 1922, 26. »Das religionsge|dhichtliche Material iibertrifft alle Erwartungen weit. Die Ainalnje der Wiythen gehdrt 3u dem Dantbarften, das der Derf. uns bietet. Eine — Dertiefung in dieje fo ausgezeidnete Studie bietet jedem Religionshijtorifer, wie aud) jedem, der es mit der Gejdhidte der Menjdhheit ernjt nimmt, die nugbringendjten und dantbarjten Studien, die wir der iibergrofen Arbeitsfraft des Derf. danfen.” iter. Bentralblatt 1922, 25. 12. Der Rigveda. Tberjekt und erldutert von Prof. Dr. K. $rd. Geldner. 1. Geil: 1,—4, Liedertreis. VI, 4425. 4°, 1923. geh. 28, geb. 31. »The publication of the first volume of Prof. G.’s annoted translation (and the notes are not the less importand part) is a most welcome event.“ Royal Asiatic Society, 1925. Hibert & Co. G.m.b.H. Gattingen. ae aie MAY 16.106: ae Lidzbarski, Mark. Ginzae