240 Erſter Theil, Griechiſche Philoſophie. inſofern dazu die Gegenſäte verwandt find; es erſcheint ſo als ein Vermiſchtes von dieſen. Statt der Individualität gebrau- e. Alſo die Ge- ſundheit, Glückſeligkeit, Schönheit u. ſ. f. erſcheint als ein Ent- ſtandenes durch die Verbindung ſolcher Gegenſätze. Aber Plato ſagt: Das , was ſo erzeugt wird, ſett voraus ein Solches, wo- durch das Dritte gemacht wird, die Urſache; dieß iſt vortreff- licher, als die, durch deren Wirkſamkeit ein Solches entſteht. So haben wir vier Beſtimmungen: erſtens das Unbegrenzte , Unbe- ſtimmte ; zweitens das Begrenzte, Maaß, Beſtimmung, Grenze, wozu die Weigheit gehört; das Dritte iſt das Gemiſchte aus Beiden, das nur Entſtandene; das Vierte iſt die Urſache, *) und dieſe iſt an ihr eben die Einheit der Unterſchiedenen, die Subjektivität, Macht, Gewalt über die Gegenſäte, das die Kraft hat, die Gegenſäte in ſich zu ertragen. Das Mädtige, Kräf- tige, Geiſtige iſt das , was den Gegenſaß in ſich ertragen kann; der Geiſt kann den höchſten Widerſpruch ertragen, == das ſchwache Körperliche nicht, es vergeht, ſabald ein Anderes an daſſelbe kommt. Dieſe Urſache iſt nun der voög, der der Welt vorſicht; die Schönheit der Welt in Luft, Feuer, Waſſer und allgemein in den Lebendigen iſt durch ihn hervorgekommen. **) Das Abſolute iſt alſo das, was in Einer Einheit endlich und unendlich iſt. | Die ausgeführte eigentliche Dialektik aber iſt im Parme- nides enthalten, dem berühmteſten Meiſterſtü&> der platoniſchen Dialektik. Parmenides und Zeno werden da vorgeſtellt, als mit Sokrates zuſammenkommend in Athen; die Hauptſache aber iſt die Dialektik, die dem Parmenides und Zeno in den Mund ' gelegt wird. Gleich Anfangs iſt die Natur dieſer Dialektik auf X) Philebus p. 26 -- 27 (p. 463 -- 1465). 3) eod. p. 29 --30 (p. 169 -- 172).