238 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophiso. höhere Sinn in dem Philebus und Parmenides enthalten (bei Tennemann gar nicht davon die Rede). Es" iſt das Cſoteriſche der platoniſchen Philoſophie, das Andere iſt das Exoteriſche ; aber das iſt ſchlechter Unterſchied. Man muß nicht etwa den Unterſchied machen, als ob Plato zwei ſolt iſt, und doch ein Verborgenes bleibt fär die, die nicht das Intereſſe haben, fich anzuſtrengen. Cin Geheimniß iſt es nicht, und doc< verborgen. Zu dieſem gehören alſo jene beiden Dialogen. Im Philebus unterſucht Plato die Natur des Vergnü- gens. *) Den erſten Gegenſtand, das ſinnliche Vergnügen, be- ſtimmt er als das Unendliche. **) Für die Reflexion iſt das Unendliche das Vornehme, Höchfte; aber das Unendliche iſt eben das Unbeſtimmte an fich überhaupt. Es kann beſtimmt ſeyn zwar auf mannigfaltige Weiſe; dieß Beſtimmte iſt aber dann als einzeln, iſt das Beſondere. Unter Vergnügen ſtellen wir uns nun vor das unmittelbar Einzelne, Sinnliche; aber es iſt das Unbeſtimmte in der Rückſicht, daß es das bloß Elementariſche, wie Feuer, Waſſer, nicht das Sichſelbſtbeftimmende iſt. Nur die Idee iſt das Sichſelbftbeſtimmen, die Jdentität mit ſich. Dem Vergnügen, als dem Unbeſtimmten, ſiellt Plato gegenüber das Begrenzende, die Grenze. Im Philebus handelt es ſich dann beſonders um dieſen Gegenſatz des Unendlihen und Endlichen, Unbegrenzten und Begrenzenden (7r&gag, &retpo»). ***) Stel- len wir uns dieß vor, ſo denken wir nicht daran, daß durch die Erkenntniß der Natur des Unendlichen, Unbeſtimmten, zugleich auch entſchieden wird über das Vergnügen; dieß erſcheint als einzeln, finnlich, endlich, während jenes das Metaphyſiſche iſi. FX) Philebus p. 12 (p. 433 -- 134). %X) eod. p. 27 -- 28 (p. 466 -- 167). X3e8) eod. p. 46-17 (p. 142-143); p. B (p. 457).