234 Erſter Theil. Griechiſe Philoſophiv, - und Vieles, Seyn und Nichtſcyn, und die Einheit von dieſen; und daß er dieſem ſpekulativen Erkennen das gemeine poſitive ſowohl als negative Denken entgegenſeßt, = jenes das dieſe Gedanken nicht zuſammenbringt, eins, auch das Andere getrennt gelten läßt, oder negativ zwar der Einheit ſich bewußt iſt, aber einer oberflächlichen, auseinandergehenden Einheit, worin die bei- den Momente in der verſchiedenen Rüäſicht ſich trennen. Das- Zweite, wogegen Plato ſich richtet, iſt die Dialektik der Eleaten und ihr Sat, der in ſeiner Art auch Satz der So- phiſten iſt; nämlich der: „Es iſt nur das Seyn, und das Nichtſeyn iſt gar nicht.“ Dieß heißt nun bei den Sophiſten, wie dieß Plato angiebt: Da das Negative gar nicht iſt, ſondern nur das Seyende, ſo giebt es nichts Falſches ; Alles iſt; was nicht iſt, wiſſen, empfin- den wir nicht; alles Seyende iſt wahr. Damit hängt ſophiſtiſch zuſammen: Was wir empfinden, uns vorſtellen, die Zwede, die wir uns geben, find affirmativer Inhalt; es iſt Alles Wahres, was für uns iſt, Nichts ein Falſches. Plato wirft den So- phiſten vor, daß ſie den Unterſchied von wahr und falſch aufge- hoben haben, indem ſie ſagen, es giebt nichts Falſches; und den Sophiſten iſt ſo Alles richtig. (Plato hat alſo das Intereſſe, das Nichtſeyn als weſentliche Beſtimmung des Seyenden aufzu- zeigen: „Alles iſt, ſowohl das Allgemeine als Einzelne iſt auf vielfache Weiſe, und iſt nicht auf vielfache Weiſe.“) Die hö- here Ausgbildung (denn. es iſt nur der Unterſchied der verſchiede- uen Stufen des Bewußtfeyns geblieben) giebt ſo das, was die - Sophiſten zu geben verſprechen: Daß nämlich Alles, was das Individuum fich nach ſeinen Zween vorſest, nach ſeinem Glauben, ſeiner Meinung fich zum Zwe&X macht, affirmativ wahr, richtig ſey. Man kann hiernach nicht ſagen: Dieß iſt Unrecht, laſterhaft, ein Verbrechen; denn dieß drüFt aus, daß die Maxime, die Handlung falſch ſey. Man kann nicht ſagen: Dieſe Meinung iſt täuſchend ; denn nach dem Sinne der So- phifien euthält der Saß dieß, daß jeder Zwe, jedes Intereſſe,