Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 229 jebt darauf verzichten, und ſich von den Dornen und Diſteln der Metaphyſik ftechen laſſen. Es werden ſo ſehr heterogene Stimmungen erfordert, um die Dialogen Plato's durchzugehen, und eine Gleichgültigkeit gegen die verſchiedenen Intereſſen. Lieſt man mit dem Intereſſe der Spekulation, ſo überſchlägt man das, was als das Schönſte gilt; hat man das Intereſſe der Er- hebung, Erbauung u. |. f., ſo übergeht man das Spekulative, findet es ſeinem Intereſſe unangemeſſen. Es geht einem, wie dem Jünglinge in der Bibel, der dieß und das gethan, und Chriſtus fragte, was er thun ſolle, ihm zu folgen. Aber als der Herr ihm gebot: Verkauf Deine Sachen und gieb ſie den Armen, ſo ging der Jüngling traurig fort; ſo war es nicht ge- meint. So haben es Manche gut gemeint mit der Philoſophie. Vom Wahren, Guten und Schönen iſt ihnen die Bruſt voll, mödten's erkennen und ſchauen, und was wir thun ſollen; ha- , ben Fries und Gott weiß wen ſtudirt, ihre Bruſt ſchwillt vom ' guten Willen. Die dialektiſche Bewegung im Gedanken hat nun Verhält- niß zum Allgemeinen. Das iſt die Beſtimmung der Jdeez fie iſt das Allgemeine, aber als das ſich ſelbſt Beſtimmende, das konkret in ſich iſt. Dieſes kommt nur durch Bewegung in ſol- elung aufgezeigt. Durch die dialektiſche Bewegung und Reduktion zum Reſultate würde man die beſtimmte Jdee erhalten. Es iſt nun Mangel bei Plato, daß Beides auseinander fällt. Er ſpricht von Gerechtigkeit, Gutem, Wahren. Es iſt dabei nicht ihre Entſichung aufgezeigt; ſie erſcheinen nicht als Reſultat, ſondern als unmittelbar aufgenommene Vorausſezung. Das Bewußt- ſeyn hat die unmittelbare Ueberzeugung, daß fie der höchſte Zwe>