Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 297 geſchichte überhaupt, ift die nähere Beſtimmung der Idee, =- eine Erkenntniß, welche denn einige Jahrhunderte ſpäter über- haupt das Grundelement in der Gährung der Weltgeſchichte und der neuen Geſtaltung des menſchlichen Geiſtes ausmacht. Dieſe nähere Beſtimmung kann aus dem Vorhergehenden ſo gefaßt werden, daß Plato a) das Abſolute gefaßt hat als das Seyn des Parmenides, aber als das Allgemeine identiſch mit dem Nichts, wie Heraklit ſagt, das Seyn iſt fo wenig, als das Nichts, = dieß Werden in Einem: 9) die pythagoräiſche Drei- heit (in Zahlbeſtimmungen) in Gedanken ausgedrü>t hat; =- überhaupt das Abſolute als Einheit des Seyns und Nichtſeyns, Einen und Vielen gefaßt hat. -Plato iſt Vereinigung der vor- hergehenden Principien: a) Seyn, aber als Allgemeines, Gutes, Wahres, Schönes, beſtimmt als Gattung, Zwe, d. h. über das Beſondere, Mannigfaltige herrſchend, es durchdringend , produci- rend, =“ dieſe ſelbſtproducirende Thätigkeit iſt noch nicht ent- wikelt, Plato verfällt oft in äußerliche Zwe&>mäßigkeit; 2) Be- ftimmtheit , Unterſchied, pythagoräiſche Zahlen; 7) Heraklit's Veränderung und eleatiſche Dialektik: leßtere äußerliches Thun des Subjekts, den Widerſpruch zu zeigen, =- jett objektive Dia- lektik (Heraklit), Veränderung, Uebergehen der Dinge an ihnen ſelbſt, d. i. der Jdeen, d. i. hier ihrer Kategorien, nicht die äu- ßerliche Veränderlichkeit, ſondern inneres Uebergehen aus und durch ſich ſelbſt; .5) Sokrates? Denken, das Sokrates nur zum Behuf der moraliſchen Reflexion in fich des Subjekts aufgege- ben, als objektiv, =- die Jdee iſt Allgemeines, Gedanke, und iſt. Die vorhergehenden Philoſophien verſchwinden, nicht weil ſie wi- derlegt ſind, ſondern in ihm. Platon's Unterſuchung verſirt ganz im reinen Gedanken; und die reinen Gedanken an und für fich betrachten, heißt Dia- lektik. *) Viele ſeiner Dialoge find ſo dialektiſc<. Solche reine *) De Republic. VII, p. 538 -- 539 (p. 370 -- 374): „Durd