226 Erſter Theil, Griechiſche Philoſophie. Die weitere Dialektik hat dann die Veſtimmung, das All- gemeine, das durch die Verwirrung des Beſonderen hervorgeht, in ihm ſelbſt zu beſtimmen, und in ihm die Gegenſäte aufzulöo- ſen; ſo daß dieſe Aufloſung des Widerſpruchs das Affirmative iſt. So iſt das Allgemeine beſtimmt als- das, welches die Wi- derſprüche , die Gegenſätze in ſich auflöſt, in ſich aufgelöſt hat, mithin als das Konkrete, als das-»in ſich Konkrete. Die-Dia- lektik in dieſer höheren Beſtimmung iſt die eigentlich platoniſche. So iſt die Dialektik als ſpekulativ, nicht mit einem negativen Reſultat endigend; ſondern ſie zeigt die Vereinigung der Ge- genſäße auf, die fich vernichtet haben. Hier fängt das für den Verſtand Schwierige an. Auch Plato iſt ſelbſt noch auf raiſon- nirende Weiſe dialektiſch; die Form der Methode iſt noch nicht rein für fich ausgebildet. Seine Dialektik iſt oft bloß raiſonni- rend, von einzelnen Gefichtspunkten ausgehend ; oft hat fie nur ein negatives Reſultat, oft iſt ſie ohne Reſultat. Anderer Seits iſt Plato ſelbſt gegen dieſe nur raiſonnirende Dialektik gerichtet, aber man ficht, daß es nicht ohne Shwierigkeit iſt; es macht ihm Mühe, den, Unterſchied gehörig hervorzuheben. Was nun die ſpekulative Dialektik des Plato anbetrifft, ſo iſt dieß, was bei ihm anfängt, das Intereſſanteſte, aber auch das Scwierigſte in ſeinen Werken; ſo -.daß man es gewöhnlich nicht kennen lernt, indem man platoniſche Schriften ſtudirt. Das Widhtigſte in der platoniſchen Philoſophie iſt bei Tennemann gerade gar nicht aufgefaßt, =- Einiges als dürre ontologiſche Beſtimmungen zuſammengetragen. Es iſt geiſtlos, zu ſchen beim Plato, ob was für fte abfällt. Was find nun dieß für Gedanken, auf die es ankommt? Was find die reinen Gedanken? Denn die &&voc unterſcheidet Plato davon. Man kann über Vieles Gedanken haben, wenn man übrigens Gedanken hat. So meint es Plato nicht. Die wahrhaft ſpekulative Größe Plato's, das, wodurch er Epoche macht in der Geſchichte der Philoſophie und damit in der Welt-