Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato, 213 Rohheit herabzufinken, welche die Seele als ein Ding fich vor- *ftellt, und in der Weiſe eines Dings nach ſeiner Dauer oder ſeinem Beſtehen fragt. Wir finden nämlich den Sokrates in . dieſem Sinne ſprechen , daß „dem Streben nach Weigheit, dem einzigen "Geſchäfte der Philoſophie, der Körper und was fich auf den Körper beziehe, ein Hinderniß ſey, weil die finnliche An- ſchauung nichts rein, wie es an ſich iſt, zeigt, und was wahr iſt, durc< Entfernung der Seele vom Körperlichen erkannt werde. Denn die Gerechtigkeit, die Schönheit und dergleichen Gattungen ſind allein das in Wahrheit Seyende, das, welchem alle Ver- änderung und. Untergang fremd iſt; und es wird nicht durch den Körper, ſondern allein in der Seele angeſchaut.“ *) Scon in diefer Trennung ſehen wir das Weſen der Seele nicht in einer dinglichen Weiſe des Seyns. betrachtet, ſondern als das Allgemeine, No< mehr in dem Folgenden, wodurch Plato die Unſterblichkeit beweiſt. Ein. Hauptgedanke hierbei iſt der ſchon betrachtete, ,,daß die Seele ſhon vor dieſem Leben exiſtirt habe, weil das Lernen nur eine Erinnerung iſt; **). und worin dieß liegt, daß die Seele ſchon an ſich ſelbſt dieß iſt, was fie für fich wird. Es muß hierbei nicht an die ſchlechte Vor- ſtellung angeborner Jdeen gedacht werden, =“ ein Ausdrud, der ein natürliches Seyn dex Jdeen enthält, als ob die Gedanken - Theils ſchon fixirt wären, Theils ein natürliches Daſeyn hätten, das nicht erſt durch die Bewegung des Geiſtes fich hervorbrächte. Hauptſächlich aber ſett Plato die Unſterblichkeit darein, „daß das Zuſammengeſetzte der Auflöſung und dem Untergange unter- worfen ſey, das Einfache dagegen auf keine Weiſe aufgelöſt und zerſtreut werden könne; was aber immer ſich ſelbſt gleich- und daſſelbe iſt, ſey einfach. Dieſe Einfachen, das Schöne und Gute, das Gleiche iſt aller Veränderung unfähig, hingegen * dasjenige, %*) Phcedo p. 65 -- 67 (p. 18-23), XX). eod. p. 72 (p. 35).