210 - Erſter Theil, Griechiſche Philoſophie. „Das Unſterbliche ,/“ fährt Plato weiter fort, „aber, wenn wir es nicht nach Einem' erkennenden Gedanken (090 &s Evög Löyov JekoytouE8vou) , ſondern der Vorſtellung gemäß (rä&r- Toer), wenn wir, nicht einſchend, noh hinreichend begreifend, Gott ausſprechen, =“ das unſterbliche Leben Gottes iſt das, was einen Leib und eine Seele hat, die aber auf immer zuſammen- erzeugt (zuſammengenaturt) ſind (20» &82 x90voy &uz7r8pu- xöra):“ *) ein Leib und eine Seele, die an und für fich im- mer eins find, nicht äußerlich. ſo gemacht find. (Seele und Leib find Beides Abſtrakta, das Leben aber iſt die Einheit von Bei- den, und Gott iſt es als Weſen der Vorſtellung ausgeſprochen; ſeine Natur iſt dieß, Seele und Leib ungetrennt in Einem zu haben ; dieß aber iſt die Vernunft, deren Form =- die Seele =“ und deren Inhalt unzertreunt eins an ihnen ſelbſt ſind.) Dieß iſt eine große Definition von Gott, eine große Jdee, die übrigens nichts Anderes als dic Definition neuerer Zeit iſt: die Jdenti- tät der Objektivität und Subjektivität, Untrennbarkeit des Jdeel- len und Reellen, der Seele und des Leibes. Das Sterbliche, Endliche iſt von Plato richtig als das beſtimmt, deſſen Exiſtenz, Realität nicht abſolut adäquat iſt der Jdee, oder beſtimmter der Subjektivität. Nun giebt Plato weiter an, wie es im Leben des göttlichen Weſens zugeht (beſchreibt das Schauſpiel, was die Seele vor fich habe), und „,wie das Abfallen der Flügel von der Seele geſchehe, Die Wagen der Götter fahren in Reihen einher; -der Heerführer Jupiter führt die Reihe an, auf ſeinem geflügelten Wagen fahrend. Ihm folgt das Heer der anderen Götter und Göttinnen, in elf Theile geordnet; und ſie führen, jeder ſein Geſchäft vollbringend, die herrlichſten und feligſten Schauſpiele auf. Die farb- und geſtalt= und gefühlloſe Subſtanz der Seele braucht den Gedanken allein als Zuſchauer; und ſo ent- *) Dhdrus p. 246 (p. 40).