208 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophie. enden. Bei Plato hingegen iſt die Beſtimmung der Unſterb- lichkeit der Seele von großer Wichtigkeit, inſofern das Denken nicht Eigenſchaft der Seele iſt, ſondern ihre Subſtanz, ſo daß die Seele dieß ſelbſt iſt. Es iſt, wie beim Körper: Der Körper iſt ſhwer, dieß iſt ſeine Subſtanz; Schwere iſt niht Qualität, dieß, daß er iſt, iſt nur, inſofern er ſchwer iſt. Nimmt man die Schwere fort, ſo exiſtirt der Körper nicht mehr; ninimt man das Denken fort, ſo exiſtirt die Seele nicht mehr. Das Denken nun iſt die Thätigkeit des Allgemeinen; das Allgemeine aber iſt nicht als Abſiraktum, iſt das Sichinſichſelbſtreflektiren, das Sich- ſichgleichſeßen. In allen Vorſtellungen geſchieht dieß. Indem nun ſo das Denken dieß Allgemeine iſt, das ſich in ſich reflek- tirt, in ſich ſelbſt bei fich ſelbſt zu ſeyn: ſo iſt es dieſe Identi- tät mit ſich ; dieſe iſt aber das Unveränderlihe, das Unvergäung- lige. Veränderung iſt, daß das Eine zum Anderen werde, nicht in dem Anderen bei ſich ſelbſt iſt. Die Seele iſt dagegen das Sichſelbſterhalten im Anderen; 3. B. in der Anſchauung hat ſie es mit Anderem, mit äußerlichem Stoffe zu thun, und iſt zu- gleich bei ſich. Die Unſterblichkeit hat ſo bei Plato nicht das Intereſſe, was ſie bei uns in religiöſer Rükſiht hat. Sie hängt bei Plato mit der Natur des Denkens, mit der inneren Freiheit des Denkens zuſammen, mit der Beſtimmung, die den Grund deſſen ausmacht, was das Auggezeichnete der platoniſchen Philo- ſophie iſt, mit dieſem überſinnlichen Boden, dem Bewußtſeyn, das Plato gegründet hat. Das Erſie iſt alſo, daß die Scele unßerblich iſt. „Die Jdee der Seele darzulegen /“ fährt er fort, „ſey eine lange und göttliche Unterſuchung; aber eine Aehnlichkeit davon laſſe ſich menſchliher Weiſe und leichter ſagen.“ Hier folgt nun der Mythos (Allegorie), in dem es jedoch etwas bunt und inkonſequent hergeht. Er ſagt: „Die Seele gleicht der zuſam- mengeeinten Kraft eines Wagens und Fuhrmanns.“ Dieß Bild ſpricht uns niht an. „Die Pferde nun“ (Triebe) „der Götter