202 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophie. nung ;“ *) = eine Vermiſchung, worin die Gegenſäte ſich nicht ins Allgemeine aufgelöſt haben. Dieß iſt die ſpekulative Jdee des Erkennens. Zum Meinen gehört die Weiſe unſeres ge- wohnlichen Bewußtſeyns. b. Beziehung des Erkennens als des Allgemei- nen auf das einzelne Bewußtſeyn. Ehe wir uns noch näher an die Betrachtung des Inhalts (Objekts) des Erkennens wenden (deſſen, was an ſich iſt), -müſſen wir vorher noh die ſubjektive Weiſe deſſelben näher betrachten (wie das Erkennen oder Wiſſen, als ſolhes, nac< Plato iſt, exiſtirt, d. h. im Be- wußtſeyn iſt); und dann die Weiſe, wie er iſt, oder in der Vor- fiellung erſcheint, als Seele; == das allgemeine Erkennen als einzelnes, der Vorſtellung angehörend. Und hier tritt eben die Vermiſchung des Vorſtellens und des Begriffs ein, &, Die Quelle, wodurc< wir uns des Göttlichen bewußt werden , iſt dieſelbe als bei Sokrates. Der Geiſt des Menſchen ſelbſt iſt dieſe Quelle; er enthält das Weſentliche ſelbſt in ſich. Um das Göttliche kennen zu lernen, muß man es aus ſich zum Bewußtſeyn bringen. Plato ſagt ferner, die Bildung zu dieſem Erkennen ſey nicht ein Lernen als ſolches, ſondern die Grund- lage ſey immanent dem Geiſte, der Seele des Menſchen; ſo daß er das, was er ſo erkennt, aus ihm ſelbſt fich entwiele. Es iſt dieß ſchon bei Sokrates bemerkt. Die Erörterung über dieſe Weiſe iſt bei den Sokratikern überhaupt in der Form der Frage vorgekommen: Ob die Tugend gelehrt werden könne? Und dann in Beziehung auf Protagoras, die Sophiſten: Ob die Empfindung das Wahre ſey? Was dann mit dem -Jnhalte der Wiſſenſchaft, ſo wie mit der Unterſcheidung derſelben von der Meinung, den nächſten Zuſammenhang hat. Was wir zu lernen ſcheinen, iſt nihts Anderes, als Wiedererinnerung. Und es iſt ein Gegenſtand, auf den Plato oft zurükommt; xX) De Republ. V, p. 476 -- 479 (p. 266 -- 272),