200 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophie. Ideen geht nach zwei Seiten: die eine für das Denken, welches formal iſt, und allein das Sinnliche für Realität hält. Für ein ſol gebraucht, die ſinnlichen Dinge ſeyen dem, was an und für ſich iſt, ähnlich, oder die Idee ſey Muſter, Vorbild: ſo werden denn dieſe Ideen zu einer Art von Dingen, die in einem anderen Verſtande, in einer außerweltlichen Ver- nunft, weit von uns entfernt, Bilder find, wie das Vorbild des Künſtlers, nach dem er eine gegebene Materie bearbeitet, und es ihr eindrü>t, --- abgelöſt ebenſo von dieſer ſinnlichen gegen- ftändlichen Wirklichkeit, die für Wahrheit 'gilt, als von der Wirklichkeit des einzelnen Bewußtſeyns. Sie ſind ce) zwar nicht geradezu Dinge, die anderswo liegen, die wir nur nicht ſehen, aber Vorgeſtellte , Bilder; 2) dasjenige, deſſen urſprüng- liche Vorſtellungen ſie ſind, ihr Subjekt, tritt außer dem Be- wußtſeyn, es wird ſelbſt nur vorgeſtellt als ein Anderes des Bewußtſeyns. Das zweite Mißverſtändniß, das in Anſchung der Jdeen vbwaltet, iſt, wenn die Jdee nicht außer unſerem Bewußtſeyn verlegt wird, als ob es Jdeale unſerer Vernunft ſeyen, welche entweder unſerer Vernunft nothwendig, ihre Erzeugungen aber keine Realität haben, oder etwas, das nicht erreicht werden könne. Wie dort das Jenſeits ein außerweltliches Vorſtellen ift, ſo iſt es hier unſere Vernunft, als ein ſolches Jenſeits der Rea- lität. Wenn fie auch ſo genommen werden, daß ſte in uns die