Erſter Abſchnitt. Philoſophie der Plato. 197 ker heraufzöge , würden ſie von dem Lichte geblendet ſeyn und nichts ſchen, und würden den'haſſen, der ſie an das Licht gezo- gen/“ als einen, der ihnen ihre Wahrheit genommen, und dage- gegen nur „Schmerz und Schaden zubereitet habe. *) Plato ſpricht mit Energie, mit allem Stolze der Wiſſen- ſchaft, = von der ſögenannten Beſcheidenheit der Wiſſenſchaft gegen andere- Wiſſenſchäften iſt. nichts zu finden, noh des Men- ſchen gegen Gott, = mit allem BVewußtſcyn, wie nahe und Eins mit Gott die menſchliche Vernunft iſt. Man erträgt es, es bei Plato zu leſen, einem Alten, als etwas nicht Präſentem. a. Dieſer Mythus hängt zuſammen mit der eigenthümlichen Vorſtellung der platoniſchen Philoſophie: nämlich dieſer Beſtim- mimung der Unterſcheidung der ſinnlichen Welt, und wie ſich die Vorſtellung der Menſchen macht, gegen das Bewußtſcyn des Veberſinnlichen, gegen das Bewußtſcyn der Idee. Und davon haben wir nun näher zu ſprechen: von der Natur des Er- kennens, den Ideen überhaupt, --- platoniſche Philoſophie ſelbſt. Die Philoſophie iſt ihm überhaupt Wiſſenſchaft des an fich Allgemeinen. Er drü>t dieß im Gegenſatze gegen das Ein- zelne ſo aus „Jdeen,“ immer wiederkehrend und darauf zurük- kommend. Näher beſtimmte Plato die Philoſophen als diejenigen, „welche die Wahrheit zu ſchauen begierig ſind. =- Dieß iſt rich- tig; aber wie erläuterſt Du es? =- Sokrates: I< ſage dieß nicht jedem; Du wirſt aber darin mit mir übereinſtimmend ſeyn. ==“ Worin? =- Daß, da das Gerechte dem Ungerechten entge- gengeſeßt iſt, es zwei ſind. =- Warum nicht? =- Ebenſo das Schöne dem Häßlichen, das Gute und Böſe, und ebenſo jedes andere eidog entgegengeſetzt ſey, jedes dieſer aber für ſich Cines ſey. Dagegen, durch die Gemeinſchaft mit den Handlungen oder. Körpern, und mit der Gegenſeitigkeit der Beziehung beider *) De Republica VII, p. 544 -- 516 (p, 326 -- 328).