196 Erſter Theil, Griechiſche Philoſophie. nennen, 'die Bewegung in reinen Gedanken, betrifft die Form, die etwas Eigenthümliches iſt; aber auf dieſer Form allein be- ruht es nicht, daß nicht das Allgemeine, die Freiheit, das Recht in einem Staate zum Princip gemacht ſey. In der Republik ſpricht Plato weiterhin no<, in einem Bilde, in einer Art von Mythus, von dem Unterſchiede des Zu- ſtandes philoſophiſcher Bildung, und des Mangels an Philoſo- phie; es iſt ein weitläufiges Gleichniß, das merkwürdig und glänzend iſt. Die Vorſtellung, die er gebraucht, iſt folgende. „Man ſtelle ſich eine unterirdiſche Wohnung', wie eine Höhle, vor mit einem langen Eingang , der gegen das Licht offen iſt// durch den ein ſchwaches Licht hineinfällt. „Ihre Bewohner find feftgeſcen, ſo daß fie nur den Hintergrund der Höhle zu ſchen vermöden. . Weit hinter ihrem Rüden brennt von oben eine Fa>el. In dieſem Zwi- ſchenraume befindet ſic) oben der Weg und zugleich eine niedrige Mauer. Und hinter dieſer Mauer ,“ ' dem Lichte zu, „befinden ſich“ andere „Menſchen, die“ ſelbſt nicht über die Mauer her- vorragen, aber „über dieſelbe, wie die Puppen über ein Mario- netten = Theater, allerhand Bilder, Statuen von Menſchen und Thieren tragen, erheben, fie bewegen laſſen, und ſprechen bald dazu untereinander und ſchweigen bald ; ſo daß jene Angeſchmie- deten die Schatten hiervon, die auf die gegenüberſtehende Wand fallen, allein ſehen können. Sie würden dieſe Schatten,“ die ſo. und ſo gekehrt anders ausſehen, ,,für die wahren Weſen nehmen, =- dieſe ſelbſt vermögen fie aber nicht zu ſchen; „und was jene Anderen untereinander ſprechen, die ſie herumtragen, vernehmen ſie durch den Wiederhall und halten es für die Re- den dieſer Schatten. Wenn es nun geſchähe, daß Ciner los- gemacht würde, und den Na>en umkehren müßte, ſo daß er die Dinge ſelbſt jebt ſähe: ſo würde er glauben, das, was er jeßt erblike, ſeyen weſenloſe Träume, jene Schatten aber das Wahre. Und wenn ſie gar Jemand an das Licht ſelbſt aus ihrem Ker-