Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 195 Der geſeßliche Zuſtand, Zuſtand der Gerichte, der Verfaſſung, "des Geiſtes iſt ſo feſt in fich ſelbſt, daß nur zu entſcheiden bleibt für das Momentane; es fragt fich, was und ob etwas vom Individuum abhängig iſt. „Ein Beiſpiel, was ein Philoſoph auf dem Throne bewirken könnte, wäre Mark Aurel; es find aber nur Privathandlungen von ihm anzuführen, das römiſche „Reich. iſt nicht. beſſer geworden. Friedrich Il. iſt der philoſophi- ſche König genannt worden. Er war König, und hat fich mit wolfiſcher Metaphyſik und franzöſiſcher Philoſophie und Verſen beſchäftigt; er war ſo ein Philoſoph nach ſeiner Zeit. Die Philoſophie ſcheint eine beſondere Privat-Sache ſciner beſonderen Neigung geweſen zu ſchn, und davon unterſchieden, daß er Kö- nig war. Aber er iſt auch ein philoſophiſcher König in dem Sinne, daß er einen ganz allgemeinen Zwe>, das Wohl, das Beſte ſeines Staates ſich ſelbſt in ſeinen Handlungen und in allen Einrichtungen zum Princip gemacht hatte, gegen Traktate mit anderen Staaten, gegen die partikularen. Rechte in. ſeinem Lande; dieſe hat er unterworfen dem an und für fich allgemei- nen Zwe&ke. Wenn dann ſpäter ſo etwas zur Sitte, zur Ge- wohnheit geworden iſt: ſo heißen die folgenden Fürſten nicht mehr Philoſophen, wenn auch daſſelbe Princip vorhanden ift, und die Regierung, die Inſtitutionen vornehmlich, darauf ge- baut ſind. Das Reſultat hiervon iſt, daß, wenn Plato ſagt, die Phi- loſophen ſollen regieren, er das Beſtimmen des ganzen Zuſtan- des durch allgemeine Principe meint. Dieß iſt in den möder- nen Staaten viel mehr ausgeführt; es find allgemeine Principe weſentlich die Baſen der modernen Staaten, -- d. h. nicht ge- rade aller, aber doch der meiſten. Einige ſind ſchon auf dieſer Stufe, andere ſind im. Kampfe darüber; aber cs iſt allgemein anerkannt, daß ſolc