1482 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophie. ihm darum zu thun geweſen iſt, verſchiedene Philoſophien gel- „tend zu machen, noh daß Plato's Philoſophie eine eklektiſche Philoſophie ſey, die aus ihnen entſiche; fie bildet vielmehr den Knoten, in dem dieſe abſtrakten einſeitigen Principien jet auf konkrete Weiſe wahrhaft vereinigt find. In der allgemeinen Vorſiellung der Geſchichte der Philoſophie ſahen wir ſchon, daß ſolche Knotenpunkte in der Linie des Fortganges der philoſophi- "ſchen Ausbildung eintreten müſſen, in denen das Wahre konkret ift. Das Konkrete iſt die Einheit von unterſchiedenen Beſtim- mungen, Prineipen; dieſe um ausgebildet zu werden, um be- ftimmt vor das Bewußtſeyn zu kommen, müſſen zuerſt für fich aufgeſtellt, ausgebildet 'werden. Dadurch. erhalten fte denn al- lerdings die Geſtalt der Einſeitigkeit gegen das' folgende Hö- here; dieß vernichtet fie abex nicht, läßt ſie auch ' nicht lie- gen, ſondern nimmt fie auf als Momente ſeines höheren und tieferen Princips. In der platoniſchen Philoſophie ſehen wir ſo vielerlei Philoſopheme aus früherer Zeit, aber aufgenommen in ſeinem Princip, und darin vereinigt. Dieß Verhältniß iſt, daß platoniſche Philoſophie fich als eine Totalität der Jdee beweiſt ; die ſeinige , als Reſultat, befaßt die Principien der anderen in fich. Häufig hat Plato nichts Anderes gethan, als die Philo- ſophien Aelterer exponirt; und ſeiner ihm eigenthümlichen Dar- ſtellung gehört nur dieß an, fie erweitert zu haben. Sein Ti- mäus iſt nach allen Zeugniſſen *) Erweiterung einer pythago- räiſchen Schrift, die wir auch no< haben; überſcharffinnige . Leute ſagen, dieſe ſey erſt aus Plato gemacht. Seine Erweite- rung iſt auch bei Parmenides ſo, daß ſein Princip in ſciner Einſeitigkeit aufgehoben iſt. Die platoniſchen Werke find bekanntli< Dialogen, und es iſt zuerft von der Form zu reden, in der Plato ſeine Jdeen &) Scholia in Timaeum, p. 423 -- 44 (ed. Bekk. : Commentar. erit.. in Plat. T. 11).