Erfler Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 177 daß Dionyſius die üble Nachrede ſcheute, mit Plato nicht auf einem guten Fuße zu ſtehen. *) Plato's Hoffnungen ſcheiterten. Es war eine Verirrung Plato's , durch Dionyſius die Staatsverfaſſungen den Forderun- gen ſeiner philoſophiſchen Idee anpaſſen zu wollen. Später ſchlug Plato es ſogar anderen Staaten, die ſich ausdrüklich an ihn wandten und ihn darum erſuchten, unter anderen den Be- wohnern von Cyrene und den Arkadiern, ab, ihr Geſeßgeber zu werden. Es war eine Zeit, wo viele griechiſche Staaten nicht mehr zurecht zu kommen wußten mit ihren Verfaſſungen, ohne etwas Neues finden zu können. **) Jett, in den letten dreißig Jahren ***) .hat man viele Verfaſſungen gemacht; und jedem Menſchen, der ſich viel damit beſchäftigt hat, wird es leicht ſeyn, eine ſolhe zu machen. Aber das Theoretiſche reiht bei einer Verfaſſung nicht hin, es find nicht Individuen, die ſie machen; es iſt ein Göttliches, Geiſtiges ; was fich- durc< die Geſchichte macht. Es. iſt ſo ſiark, daß der Gedanke eines Individuums gegen dieſe Macht des Weltgeiſtes nichts bedeutet; und wenn dieſe Gedanken etwas bedeuten, realiſirt werden können: ſo ſind ſie nichts Anderes, als das Produkt dieſer Macht des allgemei- nen Geiſtes. Der Einfall, daß Plato Geſetzgeber werden ſollte, war dieſer Zeit nicht angemeſſen; Solon, Lykurg waren. es, aber in der Zeit Plato's war dieß niht mehr zu machen. Plato lehnte ein weiteres Einlaſſen in den Wunſch jener Staaten ab, weil ſie nicht in die erſte Bedingung. einwilligten, welche er ih- nen machte ;. und dieſe war die Aufhebung alles Privat = Eigen- thums. +) Dieß Princip werden wir ſpäter noc< betrachten bei ſeiner praktiſchen Philoſophie. X) Dilat. Epist. VII, p. 345 == 350 (p. 8 40777 (Diog. Laert. 111, 6. 48-- 23); Plat, Epist. V11, p. 340 (p. 457) xX) Dlat. Epist. VII, p. 326 (p. 431). XXX) Vorlesungen von "1825. T) Diog. Laert. 111, 6.23 (Menag. ad h.l.) ; Aelian. Var. Histor. 11, 42; Plutarch. ad principem ineruditum, init. p. 779 ed. Xyl. Geſch. d. Phil. * 12