Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 175 die nicht bös ſchien, durch die Idee des Plato von einer wahr- haften Staatsverfaſſung ſo beſtimmt werden würde, daß dieſe durch ihn in Sicilien zur Realifirung käme. Plato ließ fich hierdurch zu dem ſchiefen Schritt verleiten, nach Sicilien zu rei- ſen. *) Dionyſius fand viel Gefallen an Plato, und faßte eine ſolche Achtung zu ihm, daß er wünſchte, auch von ihm geachtet zu werden. Allein dieß hielt nicht lange aus. Dionyſius war eine von den mittelmäßigen Naturen, die in ihrer Halbheit zwar nach Ruhm und*Auszeichnung ſtreben, die aber keiner Tiefe und keines Ernſies fähig find, die den Schein davon haben, die kei- nen feſten Charakter haben; =-- Charakter der Halbheit, Wol- len und Nichtkönnen, wie heutiges Tags Jronie auf dem Thea- ' ter, Einer meint tüchtig, vortrefflich zu ſeyn, und doh nur ein Lump ift. Und damit kann auch nur ein ſolches Verhältniß vorgeſtellt werden. Nur die Halbheit läßt fich leiten, aber eben dieſe Halbheit iſt es, die ſelbſt den Plan zerſtört, unmöglich macht, -- die Veranlaſſung zu ſolelt, weil er die Freundſchaft mit Dion nicht aufgeben wollte; und Dionyfius nicht ſowohl einer Freundſchaft, die fi auf Achtung und einen gemeinſamen ernſten Zweck *) Plat. Epist. VII, p. 34 -- 329 (p. 428 -- 437); Epist. III, Pp. 316 (p. 410 -- 411).