174 Erſter Theil. Griechiſche Philoſophie. lernte, bei dem er die pythagoräiſche Philoſophie ſiudirte, Theils die Scriften der älteren Pythagoräer um ſchweres Geld ein- kaufte. Auf Siecilien hat er Freundſchaft mit Dion geknüpft. „Na< Athen zurü&gekehrt, trat er in der Akademie als Lehrer auf, einem Haine oder Spaziergange, in dem ſich ein Gymna- fium befand, fich mit ſeinen Schülern unterhaltend. Die An- lage war gemacht zur Ehre des Heros Akademus ;“ *) aber Plato iſt der wahre Heros der Akademie geworden, der die alte Be- deutung des Namens der Akademie verdrängt. und den Heros verdunkelt hat, damit dieſer unter Plato's Schuß, der ſich an ſeine Stelle ſette, auf die Nachwelt komme. Seinen Aufenthalt und ſeine Geſchäfte in Athen unterbrach Plato durch ein dreimaliges Reiſen nach Sicilien; = zu Diony- ſftus dem Jüngeren, dem Herrſcher von Syrakus und Sicilien. Das bedeutendſte oder einzige äußere Verhältniß, in welches Plato trat, war ſeine Verbindung mit Dionyſius. Theils die Freund- ſchaft zu Dion, Theils beſonders höhere Hoffnungen == durch Dionyſius eine wahrhafte Staatsverfaſſung in die Wirklichkeit geſebt zu ſchen =“ zogen ihn in dieß Verhältniß, das aber nichts Dauerndes erzeugt hat. Dieß ſieht jebt -- oberflächlich -=- recht plauſibel aus, und iſt in hundert politiſchen Romanen zum Grunde gelegt: Ein junger Fürſt, und hinter ihm, neben ihm ſteht ein weiſer Mann, ein Philoſoph , der ihn unterrichtet, in- ſpirirt; =- dieß iſt eine Vorſtellung, die in fich hohl iſt. Der nächſte Anverwandte des Dionyſius, Dion, und andere angeſehene Syrakuſaner, Freunde des Dionyſius, trugen ſich mit der Hoffnung, daß Dionyſius, den ſein Vater ſchr ungebildet hatte aufwachſen laſſen, und in den ſie den Begriff und Achtung für Philoſophie gelegt und ihn ſehr begierig gemacht hatten, Plato kennen zu lernen, =- daß Dionyſius durch die Bekanntſchaft mit Plato ſehr viel gewinnen würde, daß ſeine noch ungebildete Natur, und x) Diog. Laert. III, 8. 6--7; 9.