Erſter Abſchnitt. Philoſophie des Plato. 171 geiſtigen Welt, =- daran hat Plato und ſeine Philoſophie den größten Theil gehabt. Vorher haben wir ſeiner Lebengumſtände zu erwähnen. „Plato war ein Athener, wurde im 3. Jahre der 87. Olympiade, oder nach Dodwell Ol. 87, 4 (429 v. Chr. Geburt) zu Anfang des peloponneſiſchen Krieges geboren, in dem Jahre, in welchem Perikles ſtarb.“ Er war 39 oder 40 Jahre jünger, als So- krates. „Sein Vater Ariſton leitete ſein Geſchleht von Kodrus her; ſeine Mutter Periktione ſtammte von Solon ab. Der Vatersbruder von ſeiner Mutter war“ jener berühmte „Kritiag“ ' (bei dieſer Gelegenheit zu erwähnen), det ebenfalls mit Sokrates eine Zeit lang umgegangen war, und „einer der 30 Tyrannen Athens,“ der talentvollſte, geiftreichſte, daher auch der gefähr- lichſte und verhaßteſte unter ihnen. *) Dem Sokrates wurde dieß beſonders ſehr übel genommen und zum Vorwurf gemacht, daß er ſolc- lichkeiten übte, die für einen Athener gemäß geachtet wurden. „Er erhielt erſt ſpäter von ſeinem Lehrer den Namen Plato; in ſeiner Familie hieß er Ariftokles. Einige ſchreiben ſeinen Na- *) Tennemann B. 1. S. 416, B. 11. 8.190; Diog. Laert, 111, 8. 1--3. HX) Sext. Empiricus adv. Physicos 1, S. 54 -- 54,