\ POIMANDRES STUDIEN ZUR GRIECHISCH -ÄGYPTISCHEN UND FRÜHCHRISTLICHEN LITERATUR VON R REITZENSTEIN 497SSS \. 10. 4^ LEIPZIG DRÜCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNER 1904 .. . .•, • UNVERÄNDERTER ANASTATlöCHER NACHDRÜCK 1922 ALLE RttCHTB, KINSCHLIE32MCH DES ÜBEBSETZXTNÜS RECHTS, VOftBKHALTRN. ^ MEINEN JUGENDFREUNDEN E. TfflELE iJOT) G. SCHAPER IN MAODEBÜRÖ % Vorrede. Was ich im folgenden zu bieten habe, ist Arbeit auf einem Grenzgebiet zwischen Philologie und Theologie. Ich habe sie als rein philologische betrachtet und hoffentlich auch behandelt. Bildung und Wirkung einiger religiöser Gedanken des Hellenismus — so nenne ich die Verschmelzung griechischen und orientalischen Geistes- lebens — möchte ich verfolgen und glaube, daß wir das nur in Ägypten können. Liegen uns doch hier nicht nur aus allen Epochen der vorgriechischen Zeit religiöse Urkunden vor, deren Gesamtumfang schon jetzt dem des Alten Testamentes wenig nachstehen mag, sondern neben ihnen auch eine reiche Fülle griechisch geschriebener Texte, eine hellenistische theologische Literatur. Daß sie noch nicht im Zusammenhang philologisch behandelt ist, erklärt und entschuldigt die vollständige Geringschätzigkeit, die ihr von theologischer Seite zu teil wird, und die grotesken Begründungen, mit denen eine Be- rücksichtigung der hellenistisch -ägyptischen Religion abgelehnt zu werden pflegt. Liest man doch neuerdings bei einem namhaften Theologen sogar die Behauptung, der ägyptische Gottesdienst sei von allen Seiten, jüdischer wie griechischer, als die tiefste Stufe mensch- lichen Aberglaubens verachtet worden. Der Philologe hat, weil er weiß, daß die ägyptische Religion sich über die ganze hellenistische Welt verbreitet hat, die Pflicht zu fragen, was sie lehrte und wie sie beschaffen war. Er hat sie um so mehr, als er von vornherein annehmen muß, daß gerade Ägypten die Bildung des Hellenismus auf religiösem Gebiet am stärksten beeinflußt hat. Man vergegenwärtige sich einmal, wie viel Schriftsteller ägyptische Reli- gion in griechischer Sprache dargestellt haben, wie viel Stellen der uns erhaltenen griechischen Literatur von ägyptischem Glauben reden, wie wenig von babylonischem, persischem oder gar syrischem. Gewiß VI Vorrede. wird sich die Einwirkung Ägyptens durch eine solche Berechnung nicht unmittelbar bestimmen lassen; nicht die schriftliche Darstellung allein gibt einer Religion Verbreitung und Bedeutung; aber ein- flußlos ist sie nie, am wenigsten in diesem Zeitalter. Der eigentüm- lichen Stellung Ägyptens in der hellenistischen Literatur muß bis zu einem gewissen Grade auch seine Stellung in der Kultur, also auch sein Einfluß auf die Bildung hellenistischer Religionsempfindung entsprechen. Den Beweis dafür gibt die frühchristliche Literatur, die der Philologe eben darum nicht ganz beiseite lassen kann. Hier bietet sich, da es sich um ein Vergleichen zweier gleichzeitiger Literaturen handelt, die Möglichkeit methodischer Arbeit. Die Sprache und Typologie der christlichen Literatur muß die Spuren hellenistischer Theologie verraten. Ich habe mich dabei, wo ich irgend konnte, an die rein formale Seite gehalten. Ich müßte nicht Straßburger sein, wenn ich vor der Arbeit unserer wissenschaftlichen Theologie nicht, auch wenn ich an Einzelpunkten widersprechen muß, aufrichtige Hochachtung em- pfände. Ihr habe ich nur Handlangerdienste tun wollen. Rat und Auskunft in ägyptologischen Fragen danke ich der unermüdlichen Güte meines Kollegen W. Spiegelberg. Bei der Drucklegung halfen Br. Keil und 0. Piasberg, deren weitem Wissen und opferwüiigem Eifer ich mehr schulde, als ich im einzelnen an- geben kann. Die vollständigen Varianten zu den Hermetischen Frag- menten bei Cyrill steuerte Kollege K. J. Neumann, einzelne Kollationen zu den Texten des Nachtrags Prof Vitelli in Florenz und Dr. Stefani in Rom, zu Beigabe V A. Dieterich in Heidelberg bei. Durch Literatur- nachweise und Auskunft in Einzelfragen haben mich Prof. Ficker und Landauer, Herr Oberbibliothekar Schorbach und Herr Vikar Jacoby verpflichtet. Daß mir trotzdem viel entgangen sein wird, weiß ich. Darüber richte, wer in diesen Fragen die ganze Literatur zu be- herrschen glaubt. Daß ich Bücher wie Bolls Sphaera oder Boussets Religion des Judentums im neutestamentlichen Zeitalter nur noch nebenbei benutzten konnte, liegt daran, daß Kap. I — IV und VII schon im Frühjahr 1902 abgeschlossen waren; selbst der Druck hatte schon begonnen. Daft Berthelots viel früher erschienenes Werk La cJiimie au moyen dge mir erst so spät bekannt wurde, daß ich es nur in den Nachträgen und Berichtigungen benutzen konnte, bedauere ich lebhaft. Als sie hierdurch ungewöhnlichen Umfang gewonnen Vorrede. VH hatten, ging mir noch eine wertvolle Freundesgabe Br. Keils zu, die an diesem Ort und in diesen Typen zu verstecken, des Verfassers Wunsch war. Ihretwegen möchte ich meine Leser bitten, diesen Nachträgen Beachtung zu schenken. — Als mich vor Jahren der glühende Wunsch, meiner engeren Heimat einen schweren Verlust zu ersetzen, in den Orient trieb, da ahnte ich nicht, auf wie lange Zeit diese Reise mich von begonnenen und liebgewordenen Arbeiten trennen, wieweit sie mich zu den Ge- danken und Interessen meiner ersten Studienzeit zurückführen würde. Ich darf mich nicht wundern, wenn diese Unterbrechung oder die Wahl gerade dieses Themas mir verdacht wird und wenn manch lieb gewordenes Band sich lockert. Das Hauptbuch des Lebens muß ja wohl leider bei jedem Umblättern auch ein Verlustkonto zeigen Aber so tief ich das empfinde und .so karg jene Reise meine ur- sprünglichen Wünsche erfüllt hat, innerlich bereichert hat sie mich doch, und unsere Wissenschaft gönnt in ihren weiten Hallen auch dem einen Platz, der in ihrem Dienst vor allem sein eigenes Leben leben und sein eigenes Werk treiben wiU. Den beiden Jugendfreunden, Theolog und Philologe, die damals, als ich in den ersten Semestern Theologie studierte, auf mein Denken und Werden den meisten Einfluß geübt haben, sei dies Buch als Zeichen treuen Gedenkens zugeeignet. ^- Inhalt. Seite Kap. I. Alter des Poimandres 1 — 36 Kap. U. Analyse des Poimandres 36 — 69 Kap. III. Grundvorstellungen des Poimandres 59 — 116 Kap. rV. Poimandres und die ägyptische Offenbarungsliteratui* . 117 — 160 Kap. V. Ausbreitung der Hermetischen Literatur ....... 160 — 190 Kap. VI. Das Hermetische Corpus 190 — 214 Kap. VII. Die jüngere Poimandres-Schrift (Prophetenweihe) . . . 214—250 Beigaben: I. Seneca und Poseidonios 263—266 II. Buchstabenmystik und Aionenlehre 256 — 291 in. Amulette 291—303 IV. Entlehnungen aus Piaton 304—308 V. Zum Alexander-Roman 308 — 316 Anhang: Die Texte: Textgeschichte 319—327 Corp. Herrn., Kap. I (Poimandres) 328—338 Corp. Herrn., Kap. XUI (XIV. Prophetenweihe) 339—348 Corp. Herrn., Kap. XVI C'Opo» 'AcKXrimoO) 348—354 Corp. Herrn., Kap. XVII (Tats Lehre) 364 Corp. Herrn., Kap. XVIH (Hpöc ßaciX^ac) 866—360 Nachträge und Berichtigungen 361 — 374 Sachregister 376—378 Stellenregister 379—382 i. Die unter dem unpassenden Gesamttitel Poimandres vereinigten Hermetischen Schriften hatten, solange sie als Offenbarungen eines uralten Propheten entweder die Platonische oder die kirchliche Lehre zu bestätigen schienen, in weiten Kreisen Interesse gefunden. Seit Isaak Casaubonus den schönen Traum mit schneidender Kritik zer- störte, wendete sich der Blick der Forscher ihnen nur noch selten zu. Die Ausgabe Partheys (1854), die letzte größere philologische Arbeit an ihnen, begegnete derartiger Teilnamlosigkeit, daß Parthey nicht einmal den versprochenen zweiten Teü hinzuliefern mochte; daß ein tragisches Geschick sie gerade, weil sie philologische Arbeit bieten sollte, so durchaus unbrauchbar und irreführend gemacht hat, werde ich im Anhang auseinanderzusetzen haben. Die feinsinnige Einleitung, welche Menard seiner Übersetzung beigab, legte viele Zusammenhänge richtig dar und hätte eine sorgföltigere Beachtung besonders von theolo- gischer Seite verdient. Aber die damals noch ungenügenden Kennt- nisse des Ägyptischen und die allgemeine Überzeugung von dem geringen Alter dieser Schriften hinderte ihn, zu festen Resultaten zu kommen; die Ägyptologie brachte nach den unbewiesenen Behaup- tungen Deverias^) nur noch die unbehilflichen und unzulänglichen Versuche Pierrets zur Erklärung dieser Schriften. Die Philosophie, welche in ihnen zunächst den Einfluß der jüdischen Kabbala und später den des Neuplatonismus gesucht hatte, wurde dem religiösen Charakter dieser Literatur bisher nicht ge- 1) Ich kenne sie nnr aus Pierrets Bericht, Melanges d'archeologie egyp- tienne et assyrienne I (1873) p. 112: Deveria dans wn travaü dont ü n'a pu ecrire que les de>xx premieres pages, se pro)"'>snit de commenter au point de vue egyptologique tout le texte des livres hermeaques, lesquels nous offrent, disait-il, un expose p^resque complet de Ja phüosophie esotSrique de Vancienne Egypte. Deveria stand dabei unter dem Einfluß Roug^s, der die Angaben lamblichs iTcpl ]LiucTnpiujv ähnlich überschätzte. 2 I. Alter des Poimandres. recht. Selbst in der neusten Auflage scheint Zellers Behandlung mir gegenüber dem Versuch Menards eher einen Rückschritt zu bedeuten. Die an sich trefflichen gelegentlichen Bemerkungen Dieterichs und Krolls^), deren Blicke sich an verwandten Erscheinungen geschärft hatten, sowie ein beweislos hingeworfener Satz Anathon Aalls^) konnten nicht recht fruchtbar werden, solange kein einziges Stück dieser Sammlung als Ganzes betrachtet, erklärt und zeitlich bestimmt war. Die völlige Gleichgültigkeit der weiteren philologischen und theologischen Kreise ist nur zu begreiflich.^) Mich interessierten diese Schriften zunächst durch ihre litera- rische Form, und auch als ich sie allmählich als wichtige Urkunden jener mächtigen reKgiösen Bewegung schätzen lernte, welche vom Orient her einer Flut gleich das Abendland überströmte und das Christentum erst vorbereitete, dann mit sich trug — auch da erwies sich mir die literarische Form hellenistischer Theologie als bestes und sicherstes Richtmaß. So soll auch diese Untersuchung von ihr ausgehen und zu ihr zurückkehren. Ich beginne mit den bekannten Tatsachen. Eine theologische Literatur unter dem Namen des Hermes Trismegistos hat sicher schon gegen Anfang des zweiten Jahr- hunderts n. Chr. bestanden. TertuUian, vielleicht nach Soran, be- zeugt De anima (c. 33 und 2) Traktate über die Unsterblichkeit der Seele, deren Verfasser Hermes, der Lehrer Piatos in Ägjrpten, ge- wesen sei; der Name Trismegistos begegnet bei ihm Adv. Valent. 15. Denselben Namen kennt Philon von Byblos (Eusebios Praep. ev. Ip. 36 öf); Schriften unter diesem Namen erwähnt Athenagoras . (2>. 37, 24 Schwartz); das von Hippolyt benutzte Lehrbuch der Peraten (V 2, 14 p. 196, 5 Cruice) endlich nennt als irdische Abbilder des orphischen Mr|v die großen Theologen BouM^rac, 'Octoivtic, '€p^TlC Tpic^ieticToc, Koupiiric, TTeiöcipic, Zujbdpiov (?), Bnpojcöc, 'AcTpami^oü- Xoc, ZuipodcTpric.*) Nun ist Gott Thot (Hermes) für den Ägypter 1) Im Abraxas und in der Abhandlung De oracuUs Chaldaicis, Bresl. phil. Abb. Vn S. 68 und 70. 2) Aall, Der Logos n 78 A. 4. 3) Nicht einmal bei der Behandlung derjenigen Kirchenväter, die nach- weislich stark von der Hermetischen Literatur beeinflußt sind, ist diese Quelle m. W. irgend berücksichtigt. i) Es ist daher Zufall, wenn auf Inschriften das Epitheton erst in der Zeit Kaiser Galliens erscheint (Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1898 S. 9). Der Alter der Hermetisdien Literatur. 3 seit uralter Zeit der Lehrer aller geheimen Weisheit und Verfasser heiliger Schriften. Die Versuche, ägyptischen und griechischen Glauben einander zu nähern, beginnen unmittelbar mit der Zeit der Ptolemäerherrschaft. Wie man dabei frühzeitig dem Orpheus ägyp- tische Lehren, so hat man seit frühster Zeit den Propheten und Weisen Ägyptens griechische Lehren untergeschoben, oder sie doch in griechischer Sprache und nach griechischen Begriffen reden lassen.^) Es wäre wunderbar, wenn der Spender aller Weisheit und Gottes- erkenntnis dabei keine Rolle gespielt hätte. Die bildende Kunst be- lehrt uns überdies, daß der Grieche dieser Gegenden, selbst wenn er seinen Hermes, den Erfinder der Ringkunst, darstellen wollte, ihn durch die Feder auf dem Haupte als den icpoTpamuaTeuc der Götter kennzeichnete, oder gar dem Gxiechengott wie den irdischen Ver- fassern literarischer Werke die BuchroUe in die Hand gab.^) Eine lebende Hermes-Literatur wird hier vorausgesetzt. Wir haben ein Recht weiter zu suchen. Älter als für die theologische sind die Zeugnisse für eine medi- zinisch-theologische Literatur. Schon in der Ptolemäerzeit benutzte sie der Grammatiker Pamphilos; er wurde von Vertretern der Natur- wissenschaft deshalb getadelt, vgl. Galen TTepi dTiXaiv q)apn. VI prooem. tom. IX p. 798 K: liexd hl xaÖTa ßoiavTic ^e|Llvr|Tal KaXou|üevTic, ibc ai»TÖc (pnciv, dcTou, nepi fic 6^oXoTel liiib^va tuiv *€XXrjvujv eipriK^vai ILiTib^v, dXX' Iv Tivi TUIV €lc '€pjAfiv TÖv AltuTTTiov dva(p€p0)ievijuv ßißXiuiV dYTexpdcpöai Tiepi^xovTi idc X?' tujv djpocKÖiruuv lepdc ßoidvac. Eine griechische, mit der Theologie und Astrologie eng zusammen- hängende Literatur wird hier bezeugt, die uns in jüngeren Über- arbeitungen noch manchmal begegnen wird. Mit ihr berühren sich eng die Fragmente des Petosiris und Nechepso.^) Entscheidende Bedeutung gewinnt die rein astrologische Lite- ratur. Daß Petosiris und Nechepso noch in ptolemäische Zeit fallen Beiname könnte sehr wohl schon Varro bekannt gewesen sein (vgl. Augustin De civ. dii XVni 39. 40). „Hermetische Schriften" citiert auch Plutarch De Is. et 08. 61. 1) Den besten Beweis bietet ein im IV. Kapitel naher zu besprechendes Ostrakon aus Oberägypten. 2) Vgl. Furtwängler, Bonner Jahrbücher 108 S. IfF.; 107 S. 46 ff.; 108 S. 240 ff. ; Löschcke ebenda 107 S. 48 ff. 8) Vgl. in der dankenswerten Fragmentsammlung von Bieß (Philologua Supplem. VI) Fr. 27. 28. 29. 4 I. Alter des Poimandres. müssen, sali schon Rieß. In neuerer Zeit hat KrolP) den meines Erachtens zwingenden Nachweis geführt, daß sie dem Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr. angehören. Sein Aufsatz und ein Vor- trag Dieterichs über das Mithras-Mysterium ^) gaben mir den Anlaß, die früher von mir kurz gestreiften Fragen^) neu und in weiterem Rahmen zu behandehi. Die Bedeutung der astrologischen Schriften, die sich auf einen angeblichen König Nechepso und seinen Berater, den Propheten Petosiris, zurückführen, liegt darin, daß sie trotz des eigentlich wider- strebenden Sto£Fes die beiden typischen Formen der theologischen Hermes-Literatur durchführen. Sie schließen zunächst an Götterge- spräche: Hermes offenbart sein geheimes Wissen zwei jüngeren Göttern, Asklepios und Anubis. Selbst wenn wir nicht wüßten, daß Petosiris auch über „ägyptische und griechische Theologie" und über die ägyptischen Mysterien geschrieben hat*), müßten wir annehmen, daß die neue, aus babylonischen und ägyptischen Elementen unter der Einwirkung griechischer Astronomie entwickelte Lehre sich nur darum als Offenbarung eines ägyptischen Gottes geben konnte, weil dies die für Ägypten übliche Form theologischer Schriften war. Eine Bestätigung hierfür gibt die weitere Nachbildung dieser Schriften in den OpuYia Ypd)i)LiaTa des ägyptischen Herakles, die so- gar schon in den Anfang des zweiten Jahrhunderts v. Chr. fallen müssen. ^) Kaum minder wichtig für die Formen der hellenistischen Theo- logie scheint mir die zweite Art der Einführung dieser Lehren bei Nechepso, die uns Vettius Valens erhalten hat (Rieß Fr. 1). Er sagt; äxöo^ai ouv Kai CriXujxfic tuyxövuj tOüv TraXaiuiv ßaciXeuuv re Kai Tupdvvuuv £Kai]]^) tujv Trepi id ToiaOxa IcTTOubaKÖToiv, eirei }xr\ toTc auToTc TiiiTuxilca ßiüuvai xpovoic, euirappiiciacTOv Kai d9eovov TÖv aie^pa Kai rriv dvaJÜriTTiav KeKTimevoic. eic tocoOtov ydp 1) Aus der Geschichte der Astrologie, Neue Jahrbb. f. Phil. u. Päd. Vn 559 ff. 2) Vgl. Verhandlungen der Straßburger Philologen- Versammlung S. 49. 3) In dem zweiten Teil der Zwei religionsgeschichtlichen Fragen (Straß- burg 1901). Ich setze die dort gegebenen allgemeinen Ausführungen über den Gott Thot im folgenden voraus und berichtige nur Einzelheiten. 4) Suidas TTexöcipic. 5) Zwei religionsgesch. Fragen S. 94, vgl. unten Kap. V. 6) Kol habe ich getilgt, vgl. Manilius 1 40 : natura . . r egales animos primum dignata movere. Literarische Formen bei Nechepso. 5 imQv^'iac Kai aperfic ecireucav, ibc rd im Tnc KaraXiTTÖvrac oupavo- ßarew^) ctGavotTOic vpuxaic kui Öeiaic Kai lepaTc Tvuufiaic ((piuvaic?) cuv€TTiCTricovTac (cuveiriTnpricovTac?), KaGibc Kai ö Nextvyuj ejuapiiiptice Xetojv ' ^boH br\ ^ |Lioi Trdvvuxov rrpöc d^pa Ktti )Lioi TIC eHriXTicev oupavoO ßor|, TT] cdpKac d^qpCKeiTO TteTiXoc Kuavoxpouc Kveq)ac irpoTciviuv Kai Td ihf\c. Die Lücke nach dem ersten Verse ist dem Sinne nach zu ergänzen: die ganze Nacht hat Nechepso betend zum Himmel emporgeblickt, da fühlt er sich dem Körper entrückt, und eine Stimme tönt zu ihm aus dem Himmel, deren Leib ein dunkeles Gewand um- hüllt, üsener und Rieß haben an dieser Fortsetzung Anstoß ge- nommen und zwischen ßor| und ttj einen weiteren Versausfall ver- mutet, ohne zu bedenken, daß für den Ägypter Name und Person identisch und die Stimme, das Wort etwas Wesenhaftes ist.^) Sie 1) Hierauf nimmt Ovid Fast. I 297 Bezug: felices animae, quibus haec cog- noscere primis inque domos superas scanäere cura fuit. credibile est illos pariter vitiisque locisque ältius humanis exeruisse caput. Nechepso hatte also seine Frömmigkeit und Reinheit ausdrücklich betont. — Die Viaion wird später zum allgemein bekannten Traum, vgl. Artemidor p. 246, 21 Hercher: TTXoOrapxoc €lc TÖv oöpavöv dvaßaiveiv ?&oSev 6itö toö '6p|ioö dTÖ^evoc. 2) bi Codd. Zu dem folgenden irpöc d^pa ergänzt Rieß dpG^vxa oder dergl. Das ist unmöglich, da Trdvvuxov dabei seine Bedeutung verliert; dem Sinne nach erwarten wir ß\^v|javTa irpoceüEacöai und werden den drjp fast als persönlich fassen dürfen (vgl. eöirappnciacTov töv alG^pa KCK-nm^voic). Der Aufschwung zum Himmel erfolgt wahrscheinlich erst unter Führung der ßof|. 3) Die Grundauffassung- ist dabei, daß der Urgott die jüngeren Götter „spricht", sie durch das Wort aus sich emaniert. Beispiele werden sich uns später in reicher FüUe ergeben; für jetzt genügt es vielleicht an das von Justin (Cohort. 15) citierte Orpheus-Fragment zu erinnern: oöpavöv öpKiZü) ce 6eo0 lue-fdXou coqpöv ?pTov, aObi'jv öpKiJ^uu ce iraTpöc, xnv (pQi-(laTo TtpiÜTTiv. So ist in dem von mir gefundenen Gebet von Gizeh (Adolf Jacoby, Ein neues Evan- gelienfragment S. 34) der beciTÖTr|c 'IticoOc einfach 1*1 q)U)vf| V) ■napaq>r\caca tu)v d^apxiOjv, der Engel Michael in der Höllenfahrt Mariae tö K^Xeuc^a toO dT^ou irveOiaoTOC (Pernot, Eevtie des etudes grecques 1900 p. 240). Eine hübsche Parallele aus einem ägyptischen Text wies mir Prof. Spiegelberg nach. An dem Schrein von Saft el Henneh heißt es von dem Könige Nektanebos (NaviUe, Shrine 2 Z. 2 = P. J. H. 1 41 = Brugsch, Thes. 781): „das Wort, welches auf der Stelle wird, gleich dem was aus dem Muhde des Re herausgeht". Das be- fehlende Wort ist der König selbst, weU sein Wort Wirklichkeit wird wie das 5 I, Alter des Poimandres. leitet und lehrt den Nechepso auf seinem Wege durch die Himmel. Da Proklos in dem Kommentar zu Piatos Republik ein astrologisches Werk des Nechepso-Petosiris benutzt, ist auf dieselbe Einleitung auch n 344 Kroll = Frgm. 33 Rieß zu beziehen: xfiv |li^v ööv 'AvdtKriv Tiva öei vo)niIeiv Kai Ttpörepov einoiiev Kai ^apTupoOcav ^XOfiev xfiv lepaiiKniv irapaboöcav Kai auTOTrxiKnv kXticiv ttic ^eticTr|c 8eo0 lauxTic Kai bibdHacav, ttüjc öqpeetci;! ixpocievai bei. <Ö€T)> tap aXXov ipÖTrov Kai uapaboHÖTepov fi toic ctXXoic GeoTc, e! TUJ TaOia YPacpuüV TTexöceipic kxiv dSiöxpewc, dvfip uavxoiaic xdSeciv GeAv xe Kai dTTcXuüv cuvaXic0€ic. Die Göttin 'AvdYKri entstammt dabei sicher der griechischen, nicht der ägyptischen Vorstellungswelt; schon auf den frühsten Autor dieser Literatur scheint Plato einzuwirken. Die Fortsetzung bei Vettius Valens hat Rieß mit Recht eben- •falls auf Nechepso zurückgeführt: xic Tdp ouk dv Kpivai xauxriv xriv Geuüpiav iracdiv Ttpoöxeiv Kai inaKapiujxdxriv xuTXv. xujv hk XoiTTuJv dcxepuiv ir^vxe <(cKoXi>ai Tropeiai Kai dcxaxoi bpö|Lioi Kai TTOiKiXai q)dceic' dXXd Kairrep dvu»|iaXoi Kai irXavfixai 6vo- tiaZ;önevoi kxnpiYM^vriv xf|v cpuciv K^Kxtivxai Kai bid xokxäv dvaKu- »Xriceuiv Kai irepiöbujv eic xouc auxouc dtroKaGicxavxai xörrouc. Ganz ebenso schildert die Wonnen der Seele vor der Geburt und nach dem Tode Poseidonioe in der Übersetzui^ bei Seneca Cons. ad Mardam 18, 2: viddfis iUic innumerabiles Stellas micare, videbis uno sidere omnia inplere solem, coUdiano cursu diei nodisque spatia sig- nantem, annuo aestates hiemesque aequalius'iquel dividentem. videbis des Rfe. Lehrreich ist auch die Polemik in einem jüngeren Hermetischen Stück (Fr. 36, 36 Rieß): 6 ßaciXeOc NeK€\|>iö, dvf|p qppevtipäcraxoc koI irdcaic K€koc|hii- li^voc dpcTOtc, irapäfiiivdetac (ptuvf^c oöb^v, töv cO |üia9etv fetriZtixctc, eöxtixTjcc, q>Ocei bi xPIcd^evoc äyaQi^ ktX. 1) Kaipiüv tilgten 0. Piasberg und B. Keil; dv^juiujv qpopdc Cod. nach ßdOoc (unten), hierhergestellt von Piasberg. Nechepsos Himmels-wanderung. 7 nodurnam lunae successionem, a fraiemis occursibm lern remissumque lumen mutuantem et modo occvMam modo toto ore terris imminentem, accessionibus damnisque mutabüem, semper proximae dissimilem. vide- his quinque sidera diversas o^entia vias et in contrarium praecipiti mundo nitentia: ex komm levissimis m^tibus fortunae populorum de- pendent, et maxima ac minima proinde formantur, prout aequum ini- quumve sidm incessit.^) Da Poseidonios seine astrologischen Lehren sicher aus der ägyptisch-hellenistischen Literatur übernommen hat, kann er sehr wohl auch den Grundstock dieser Schilderungen ihr verdanken. Die Frage kann kaum abgewiesen werden, ob Dichtungen wie der Hermes des Eratosthenes einerseits, die Baruch-Apokalypse und verwandte jüdisch-hellenistische Schriften andrerseits von dieser Art Literatur beeinflußt sind. Denn auch hier scheint Nechepso nur eine vorhandene Form hellenistisch auszugestalten.*) Damit ist für die Beurteilung auch des erhaltenen Corpus viel, aber doch nicht genug gewonnen. Daß in ihm Schriften verschiede- nen Alters und verschiedener Tendenz vereinigt sind, erkannten z. T. schon die Humanisten und weiß, wer sie einmal durchblättert hat. Es fragt sich, ob wir auch nur eine von ihnen annähernd datieren und auf ihren Ursprung zurückführen können. Ersteres glaube ich für das erste Stück, den eigentlichen Poimandres, durch eine meines Wissens noch nicht verwertete literarische Beziehung zu dem Hirten des Hermas*), letzteres durch eine neugefandene ägyptische Inschrift erreichen zu können. Gelingt es zugleich Art und Zweck dieser 1) Über die Seneca-Stelle vgl. Beigabe I. Die Schildenmg der seligen Schau, die sich den am Himmel wandernden Geistern bietet, kehrt mehrfach in der Hermetischen Literatur wieder, vgl. z. B. Parthey V 5 =|?. 43, 16; XI 6—7 = p. 88, 17; Stobaios Ekl. I 49 = p. 386, 3 Wachsmuth. Derselbe Ge- danke ist durch Poseidonios außerordentlich verbreitet worden, vgl. besonders Badatübner, Zur Kritik und Erkläxung der philos. Schriften Senecas, Programm des Johannes-Gymnasiums, Hamburg 1901. 2) Das völlige Ineinanderfließen der Astrologie und Theologie tritt dabei besonders scharf hervor. Daß es sich bei Petosiris-Nechepso zugleich um magische Einwirkungen auf die eiixap\xivr\ handelte, zeigt die Erwähnung, wie man die einzelnen Grottheiten ansprechen müsse. Das weist auf Grebets- formulare und Mysterienvorschriften, wie sie unsere Papyri bieten. Sie haben sich mit der "Visionserzählung und den theoretischen Darlegungen verbunden; aber die Form zeigt uns, daß das Werk für nichtägyptische Leser bestimmt war und sogar Schmuck der Darstellung erstrebte. 3) Ganz entgangen war sie freilich weder Baumgarten-Crusius noch Mänard. 8 I. Alter des Poimandres. Schriften nälier zu bestimmen, so muß die Geschichte der Gemeinde, deren Evangelium wir hier vor uns haben, soweit es geht, verfolgt werden. Ohne mancherlei Umwege geht es dabei nicht ab; das Ziel ist, Wesen und Entwicklung des Hellenismus etwas besser zu erkennen. Für die Datierung, welche uns in diesem Abschnitt allein be- schäftigt, sei eine kurze Vorbemerkung gestattet. Der Name des Gottes Poimandres, der im Texte selbst als 6 Tfic auGevTiac voöc, der himmlische und daher zugleich der herr- schende und der untrügliche Verstand^) gedeutet wird, begegnet in der mystischen Literatur selten. Auf eine verlorene Schrift, ver- mutlich kurze Sprüche des Poimandres, wird in Kap. XIII oder nach meiner Zählung XIV») § 15 verwiesen. Es ist jünger; denn der Priester, der im ersten Kapitel namenlos ist, wird dort schon als Hermes, der allgemeine Oifenbarungsgott der ägyptischen Mystiker-Gemeinden, ge- faßt. Auch jene Sprüche werden jüngeren Datums sein. Ein Mitglied der Poimandres-Gemeinde lernen wir endlich in dem Alchemisten Zosi- raos kepjien^), der bei Berthelot {Les alchimistcs grecs p. 245) seiner Glaubensgenossin Theosebeia empfiehlt nach der Befreiung von aUen Schwächen und Leidenschaften zum Poimandres zu eüen und sich im Kpaxnp zu taufen. Das zeigt, wie wir im siebenten Abschnitt noch eingehender verfolgen werden, daß die Gemeinde die Hermeti- sche Schrift Kpaifip n Movdc unter die ihren mit aufgenommen 1) Viel richtiger als Bemays, der an den selbstherrlichen Noöc dachte übersetzte Ficinus: de polestate atgue sapientia divina. Die aöBevria ist das Himmelsreich. So läßt Satuminus den Archonten ein lichterfüUtes Bild äviuBev dirö Tfic aueevTiac erscheinen (Hippolyt VH 28, vgl. Ii;enaeus I 24, 1: desursum c^ sun>ma. potestate). So versichert in den Zauberpapyri (Dieterich, Abraxas 178, 1) der Magier, er wisse des Gottes dXneivöv övo^a koI aöeevxiKÖv övoMa eine Formel, die an anderen SteUen umschrieben wird oTöa tö övoMd cou tö iv oöpavtl. Xa^icpe^v (unten S. 20). Es ist der NoOc als Person der Gottheit - Der Name Poimandres ist natürlich als redende^ gedacht, wie so mancher gnostische Göttername; daß mau den Zusammenfall mit dem Personennamen noi^avöpoc vermeiden wollte, ward wohl Anlaß der Mißbildung • A, \^^^.^ '^'' ^'^^^'^^ P^rtheys ein Kapitel überschlagen ist, werde ich m Abschnitt VI näher zu erweisen haben; so mußte ich im Anhang die Kapitel- zah en um eins erhöhen. Danach sind im folgenden die Citate Kap. XIH bezw XIV zu verstehen; die erste Zahl ist stets die Partheys, äie zweite die einer von mir vorbereiteten Ausgabe. * 3) Daß er Heide war, geht auch aus Photios Bibl. cod. 170 hervor. Poimandres-Schriften. Zosimos. 9 hatte. Die Zeit des Zosimoß wird dadurch bestimmt, daß er den Porphyrios zitiert und von Synesios benutzt wird.^) Sie fällt in das Ende des dritten oder den Anfang des vierten Jahrhunderts. Zosimos, bei dem ich noch einen Augenblick verweile, benutzt aufs stärkste die ältere theologische Hermesliteratur und büdet eine Hermetische Nekyia geradezu nach, welche für Theologen vielleicht ein gewisses Interesse hat. Sie ist in der Schrift Trepi dperfic be- nutzt, von der uns nur die ersten drei rrpot^eic mit wertlosen Kom- mentaren erhalten sind (Berthelot 107).^) Die erste TtpäHic beginnt mit Erwägungen des Zosimos über das tiefste Wesen seiner Kunst. Er entschlummert und sieht im Traum einen schalenartig gewölbten Altar, zu dem fünfzehn Treppen') hinaufführen. Ein Priester steht oben und spricht ihn an; Zosimos fragt, wer er sei; es ist Ion, 6 lepeuc tüuv dbuTiuv. Die folgende wüste Vision kann ich übergehen. Zosimos erwacht vor Sehreck und überlegt sich die Deutung; dann entschlummert er wieder und sieht denselben Altar jetzt mit siedendem Wasser erfüllt, und in diesem viel Volk. Er steigt hinauf*) und erfährt, daß es der töttoc dcKrjceuic ist; hier lösen sich die Menschen von ihrem Leibe und werden irveu)naTa. Auf die Frage: „Kai cu Trveö^a ei;" antwortet sein 1) Vgl. Rieß, Pauly-Wissowa I 1348, dessen Schlösse aus der Hindeutung auf den Namen Mavixaioc (Berthelot 232) freilich unsicher sind (vgl. Beigabe II). 2) Daß die Collatiouen Berthelots wenigstens im allgemeinen ziemlich zu- verlässig sind, haben mir kurze Nachvergleichungen in Paris ergeben. Unver- ständlich ist sein Ordnungsprinzip. Die drei Trpd£eic des Zosimos stehen z. B. in den Parisini 2327 (A) und 2249 (K) unmittelbar nacheinander; ich begreife nicht, weshalb der Herausgeber S. 113, 8—115, 11 drei durchaus fremdartige Exzerpte eingeschoben hat. 3) Die KX(|LiaKec, deren Zahl später sieben ist, erinnern natürlich an die KXT|LiaE ätn&iwXoc der stark ägyptisierten Mithrasmysterien (Origenes Contra Celsum VI 22), welche die sieben Sphären, durch welche die Seele emporsteigen muß, versinnbildlicht, und die ^TTraTiöpoc ßaBiiic der chaldäischen Orakel sowie an die verschiedenen ßadfuoi KoXdceujv bei dem Mythographen Nonnos (Cumont, l'extes et monuments U p. 27). Aber die Vorstellung von einer Himmelsleiter ist schon altägyptisch (vgl. Brugsch, Rel. u. Myth. d. alten Ag. 580), nur ihre Ver- bindung mit der Lehre von den sieben Sphären wohl jung (vgl. auch die Vision des Aristides Or. sacr. HI 47 p. 424, 28 Keil: noXü bi ti (ppiKU)b^CT€pov elxev T& xp6vtu öcTepov (pavQivra, tv otc a\ xe bi\ kki^xaKec i^cav al tö uirö ttic re Kttl vtzip yfic dqpopCJoucai koI tö ^KCT^piuGi xpdroc toö öcoO, d. h. des Serapis). 4) Dies wird später offenbar als Ersteigen der ersten Treppe gefaßt. Beitzenatein, PoimandreB. 2 10 !• Alter dcB Poimandrefi. Führer: „Kai irveöina Kai (puXaH nveuijdTUJV." Die Berührungen mit den Hades- Visionen sind schon hier handgreiflich. Dem zweiten Erwachen folgen neue Deutungsversuche und Mahnungen.^) Die zweite rrpäHic beginnt mit den Worten^: )xö\\c ttot^ eic dmOuiiiav dXGüjv toO dvaßfivai lac ^tttci KXijaaKac Kai GedcacBai rdc ^TTtd KoXdceic*) Kai hf\ wc Ix^i (?) iv ixxß. tOuv f])iiepa)v fivuca TTiv öböv ToO dvaßfivai Kai bieXGujv iroXXdKic dvobicji dvfiXGov IneiTa eic Tfjv 6böv. iv bk Tij» ^TiavepxecGai )iie direxuxov irdcnc oboO Kai ^v dGu)iiiot TtoXXrj T^TOva, nx] eibibc rroO dtreXGeTv buvr|Gu). ^v toutoic bk u)V Kai cqpöbpa dGu|iiaiv hpawtyj elc utcvov. Im Traume erscheint ihm der frühere Führer und leitet ihn zu den Reinigungen hin. Auch hier bringt ein Schreck Zosimos zum Erwachen*) — natürlich nicht in der Einöde, sondern in seinem Zimmer — , und wieder über- legt er die Deutung des Traumes. Wieder begehrt seine Seele „auch die dritte Treppe zu ersteigen", wieder verirrt er sich in der Nähe des Zieles und ist ratlos. Da schaut er endlich ein altes Männlein, das zwar auf seine Bitte ihm den Weg zu zeigen nichts erwidert, ihn aber doch zu dem Ort der Peinigungen hinführt. Es ist der 'AfaGöc bai|uujv, der uns als Offenbarungsgott noch vielfach begegnen wird, hier aber geschmacklos zum Geiste des Bleis gemacht ist.") Die dritte irpäHic läßt den Zosimos wieder jenen Altar und den icpeiic Tiüv dbuTU)v schauen^), und nachdem er dann wieder ein Weilchen geschlummert hat, sieht er beim Ersteigen der vierten Treppe von neuem ein furchtbares Gesicht. Er erwacht und hört: fi T^x^n iT€7rXr|pujTai. Daß es sich hier um die Nachbildung einer ägjrptischen Nekyia handelt; brauche ich kaum auszuführen. Zum Vergleich bietet sich 1) Jetzt z. T. mit Scholien versetzt. 2) Zwei FaBsungen scheinen durcheinandergewirrt. 3) Die verschiedenen Himmelszonen sind sds Orte reinigender Strafen ge- faßt; es handelt sich um das Ersteigen der Ewe^iten Treppe. 4) Sein Führer wird plötzlich in die KdXoclt geworfen und von Flammen verzehrt. 6) Auch er wird selbst in die Pein geworfen und kann vor wütenden Schmerzen kaum reden. — Das Blei ist das Mineral des Saturn. 6) Von ihm heißt es: outoc ßoOXcTai al|LiaTÜ)cai tä cUijuara koI omnarOöcai TÖ bixfxara Kol rä V€veKpu)|Lidva dvacxficai. Die vierte Zone scheint das ji€coupdviC|ua y|Xiou; von hier beginnt der Abstieg über drei weitere Treppen. Die Zonen liegen nebeneinander. Zosimos. Hermae "and Poimandres. 11 jetzt der demotische Text, den GriflRth in den Stories of the High Pricsts of Memphis veröffentlicht hat. Auch hier führt ein Geist den Besucher durch die sieben Hallen der Totenwelt. ^) Wichtiger ist mir die Form der verschiedenen Visionen und die Art, wie sie an- einander gereiht werden. Sie entspricht durchaus der Einfuhrung der vier ersten Visionen im Hirten des Hermas*) und scheint mir die Einwirkung heidnisch-mystischer Literatur auf diese frühchrist- liche Schrift von Anfang an wahrscheinlich zu machen. Noch enger stimmt der Eingang des zweiten, ursprünglich wohl selbständigen Teils des Hirten mit der Einleitung des Poimandres, zu dem ich mich nun endlich wende, überein. Der Christ beginnt: TTpoc€uHa|ievou jiou ^v tu!» oTkiu xai KaGicavxoc eic Tf|v kXivtiv eicfiXGev dvrip Tic IvboEoc t^ öij/ei, cxriMaxi ttoiilicvikiu TT€piK€i|acvoc, b^p^a aTT€iov XeuKÖv xai irripav Ix^wv ^m twv ujilhjüv Kai ßdßbov eic Tf)v x^ipct'), Ktti ^CTrdcaTÖ |lI€ KOLfOj dvTr|C'I^aca^TlV auxöv. xai €u0uc napexdGic^v |lioi xai Xe^ei ^ov „dTrecTdXriv uttö toö ce^vordiou dTT^- Xou, \'va )LieTd cou oixr|cui rdc Xoiirdc fmepac ttic tainc cou." lbo2a ifüj 6x1 irdpecxiv Ixireipdluiv ^e xai X^tuj aiixip' „cu fäp xic et; i^w tdp" Troic eic Cuiiiv, (2) ou krtv tö Kpuirrov övo|ia Kai äppTiTOV iv dvOpuiTTOic, 8 jidvTei KaX^önvai ou bOvaiai, oö kqi oi bainovec dKOtJOVxec tö övopia uToiJüVTai. (3) ou 6 fiXioc Kai ({]) ceXnvn öqpGaXinoi eiciv dKafiaroi XditiTroviec dv xaic KÖpaic tüjv dvGpuüTTUJV.') von dem religfiösen Synkretismus, der sich in diesen Papyri äußere, übertrieben finden. — Eine treffliche Beschreibung des damaligen Treibens der Magier bietet Apostelgesch. 8, 18 — 20: Simon, der Magier, will dem Petrus die Formel und damit die ^Eouc{a abkaufen. — Für die Beurteilung der eigentlichen Gebete darf man den Grundsatz aufstellen , daß Einwirkungen der Septuaginta auch außerhalb der eigentlichen Formeln durchaus möglich sind, Einwirkungen der neutestamentlichen Schriften ausgeschlossen. 1) Leemans Pap. grüec. Lugd. U. 141, 14 ff. Dieterich, Abraxas 196, 4 ff. Die magischen Worte habe ich weggelassen, kleine Verschreibungen nicht er- wähnt. Berichtigungen zu der ersten Hälfte gibt Pap. Lugd. V, Leemans ebenda 27, 27 ff. Dieterich, Jahrbücher f. Phil. Suppl. XVI 808. 2) Plutarch De Is. et Os. 62: die oö növov ti?|v ceXriv^v dXXä xal t6v f^Xiov öniua Toö "ßpou Kai qpuic flTo0^evof. Es ist dies die gewöhnliche, unendlich oft begegnende Anschauung; doch treten auch Amon und andere Gatter für Horus ein, vgl. Sethe, Berl. philol. Wochenschrift 1896 Sp. 1629, Moret, Anndles du Musee Guimet T. XIV p. 129. Da der Mensch der köcmoc im kleinen ist, leuchten die Augen des Horus auch in ihm. Hinzu tritt vielleicht eine Vor- stelluxig, daß das Sehen der Menschen auf den göttlichen NoOc zurückgeht (Poim. § 6). 16 I. Alter des Poimandres. (4) (I» oupavöc KecpaXri, al9fip bk. cuiiaa, Yn öt Tiöbec, tö bk irepl c^ libujp 6 ujKeavöc.*) cu et ö 'AfaBöc baiinuuv 6 fevvuiv dTa9d Kai xp^cpujv Tf|V oiKOU)LidvTiv.^) (5) coO be TÖ d^vvaov KuuiiacTripiov dvuü KaGibpuTtti.^) (6) ov ai dTaöal d-rröppoiai tOjv dcrepiuv*) eiciv Aai- jiovec Kai Tuxai Kai MoTpai, il u»v biboxai ttXoutoc, euKcpacia, eujeicvia, 1) Der Himmelsozean, der „große Grüne"; -.mit ihm identifiziert man be- kanntlich den Nil, den Spender aller Nahrung. 2) TÖ bä irepl cöv öbujp ö dYaöobainujv cO et 6 djKeavöc ö fevvujv dtoÖä Koi Tpuxpujv Ti^v oiKOuim^vriv W. TÖ 6^ irepl c^ öbiup ibKeavöc dyaeöc öatjuiuv cb el KiJpioc 6 f tvvu)v Kol Tp^qpujv xal aöEiuv ^ä trävTa V, der mit den letzten Worten in einen Hermes-Hymnus übergeht. 3) Die von Dieterich mißdeuteten Worte werden sich im IV. Kapitel er- klären; der Gott wohnt im Himmel. Es folgt in W: coO tö ^irTaYpd|i)jaTov övo|ja irpöc Ti]v Äp^oviav täv ^irrci (pQÖTf^v ^x^vtujv qpuuvdc irpöc tä Kr}' (ptxna Tf|c ceXrivric. Durch derartige Zusätze werden mehrfach ältere Hymnen zu Beschwörungsformeln umgebildet. Zur Sache vgl. Beigabe II. 4) Zu Grunde liegt eine ältere Vorstellimg, daß die Schicksalsgottheiten diröppoim, Emanationen, des Hermes oder 'AyccOöc &ai|uiuv sind. Die Ema- nationslehre und dieser Gebrauch von diröppom ist rein ägyptisch (vgl. z. B. Plutarch De Is. et Os. 38; 53; 58; Köpn köc|liou Stöbaios Ekl. p. 405, 17 ed. Wachsmuth). Hiermit hat sich eine astrologische Anschauung und Sprech- weise verbunden, die den Sternen selbst diröppoiai, Einwirkungen, zuschreibt und die Gesamtheit der wirkenden Sterne zugleich in einem Gott repräsentiert. Für diesen hellenistischen Sprachgebrauch vgl. die Hermetische Schrift bei Pitra Analecta sacra et classiea pari. II p. 285: öca Ydp liriir^juireTai irdGri toIc dvGpuüitoic ^K Tf|C tOüv dcT^pujv ditoppoiac. 291 : öpqlc Y&p lüc diravTa Tfj tOjv dcT^puJV diroppoi(;i aöHeTai koI iucioOtoi. Femer K6pr\ KÖc|aou Stob. Ekl. 386, 7 Wachsm : tOuv xe äWoiv kotA |Li^poc Kivouia^vuiv kv oöpavCü fiucTripiuJv (d. h. Sterne) TOKTaic xpöviuv Kiviiceci koI irepiö&oic biä tiviuv Kpuirrdtv diroppoiuiv Tci KÖTU) cuYKocjLioOvTUJv Kol cuvouEövTWV. Weiter Hippolyt über die Peraten (V 16): d)c T^YOvev 6 K6c|aoc dirö Tf^c diroppoiac (hier Emanation) ttic dvw, oÖTUJC Td ^vGdbe dirö tt^c diroppoiac toiv dcT^pujv Y^veciv ^xexv koI qpBopdv XdYOUCi Kai bioiKetcGai. Endlich Bardeäanes (Merx S, 76): „ist der Mund des Sternes, der der beredte heißt, etwa beredt? Notwendigkeit treibt sein Wort und seinen Einfluß" (das syrische Wort bedeutet Emanation; es ist hier syno- nym mit XÖYOc gebraucht). Vgl. über den xXfipoc Tüxiic, Aai)aovoc, 'AvdYKiic Bouch^Leclerq, L'astrologie grecque 288. Die dYoGal diröppoiai erinnern an dritten Gebrauch; allerlei Segnungen und gute Gaben gelten dem Ägypter als Ausflüsse aus dem Körper der Götter (Näheres bei Ebers, Die Körperteile im Altägyptischen, Abh. d. K. bayr. Akad. XXI 146 ff., 139). Daraus erklären sich Formeln, wie bei Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 60 Z. 217: ^ir^Tux^v CDU Tfjc diroppoiac tujv dYaQiuv, KÜpi€, Qei öeiüv. Hermes-Gebet I. 17 Tuxn, Taqjf) dTaeV), cu bk Kupieueic*) ttic l[ur\c. (7) ö ßaciXeuuiv TUJV OUpaVliJV Kttl TfiC TTIC Kttl TTdvTUUV TUlV ^V ttUTOTc ^VbiaxpißÖVTUJV.') (8) ou f] AiKaiocuvn ouk dTTOKiveixai*), oö ai MoOcai^; uiivoöci xö IvboHov övofia, 8v bopuqpopoOciv oi ökxuu (puXaKec, 6 ^xiuv xfjv dijieucxov dXri8eiav. (9) övo^d cou Kai irveöind cou ^tr' dTaGoTc. (10)€iceX9oicxöv^)iöv voOv Kai xdc ^)adc (ppe'vaceicxövairavxa Xpövov xnc lvjr\c )iou, Kai Ttoiricaic |uoi Trdvxa xd GeXri^axa xfic ijiuxnc ^ou. (11) cu Tdp €T ^Tw Kai i-^w cv- ö Sv eitru), dei T€vec0uj. TÖ fäp övo^id cou ix\u djc q)uXaKxr)piov ^v Kapbiqt x^ ^u^^), 1) Tc-paf) dToGf) Pap. Es ist der übliche höchste Wunsch des Ägypters, hrst nfrt. Mit Unrecht tügt Leemans und ändert Dieterich. 2) Kupie W und V nach Dieterich. Der WeH^ott ist selbst das Leben und gibt das Leben. Nur für die Einzelfügungen hat er Geister aus sich emaniert. 3) ßaciA.€Üu»v Tfjc Ävuj koI Kdxuj xiJ^poc V. Das ist zunächst Oberägypten und ünterägypten; der ursprüngliche Sinn war hier, wie das Folgende zeigt: Oberwelt und Unterwelt (vgl. V. 12). 4) diroKXeiexai V. 5) ol ÖTY^^oi V. Man sieht, wie die mythologischen Teile der Hymnen in dieser Zeit verblassen. Daß das Wort äj^ekoc mit &ai|Li(juv, dpxdfTtXoc mit dpxibaifiwv (öfter dpxn) beliebig wechselt und nicht auf das Jüdische beschränkt ist, darf ich als bekannt yoraussetzen. 6) Der Name ist in diesen mystischen Stücken fast gleich der Person oder einer Hypostase von ihr. Aus der Fülle der Beispiele greife ich beliebig ein paar heraus: Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 33 Z. 396: iiopKiZui i)Häc äcfia 6vö^aTa xfic KOirpiöoc, öinuc iäv xaxdßiiTe etc xd cuXdYXva Tf]c &€iva. Dieterich, Jahrbücher f. Phil. Supplement XVI 801 : xd xEe' övö^axa (vgl. Bei- gabe II) xoO liCTdXou 6€oO iropeuefivai irpic xöv öciva, ebenda Z. 28: xd difia xoö e€oO övöjaaxa ^iraKoiicax^ txou. Der innerweltliche Gott der ägyptischen Theologie wird bald bezeichnet als tö trveOiio xö bifjKOv dtrö oOpavoO ^ttI yt^v koI diiö yf^c xf^c 4v li^cu) Kiixei xoO KÖC|iou dxP* irepdxiuv xf^c dßOccou (Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 72 Z. 1117), bald als övo^a xö ftif^Kov dirö xoO cxepctbuaxoc Hdxpic xoO ßdeouc xf^c t^c (ebenda S. 74 Z. 1210); vgl. Parthey Pap. Berol. I 216 (Abh. d. Berl. Akad. 1865 S. 126): iinKoXoO|Liai cou xö Kpvnröv övo|Lia xö Sif^KOv« (so zu lesen) dnö xoO cxepeiOinaxoc iit\ xVjv ^t^v. So lehrt bei lamblich De myst. Vlll 6 Bitys : xö xoO OcoO övo|uia xö feif^KOv bi 6\ou xoO köc^ou. Hieraus erklärt sich natürlich, wenn bei den Phibioniten der Vollendete sagt: dvtuGcv Koxaß^- ßriKa öid xOüv övondxujv xujv x£€' dpxövxuiv (Epiph. Haer. 26, 9 H j). 49 Dind.). Von hier aus muß man bei Markos das Spiel mit den Namen Jesu betrachten, die dieser in den verschiedenen Reichen „anlegt", von hier aus aber m. E. auch Epheserbrief 1, 21 erklären: ^v xotc oöpavoic önepdviu Ttdoic klovciac xal opvf^c KCl ftuvd^euuc KCl Kupiöxrixoc koI ttovxöc övöjnaxoc övonoZoiui^ou oö jxövov iv xi?» alduvi xoOxip, dXXd xal ^v x(4i p^XXovxt. Auch im Ägyptischen wechseln nach Moret a. a. 0. 33 die Bezeichnungen für Seele, Doppelgänger (ka), Abbüd, Schatten Name. 18 I- Alter des Poimandres. (12) Kai ou KttTicxucei jie ärraca bpciH^) Kivou|i^vTi, ouk avTiTdEetai )Lioi Träv TTveO/ia, ou bainöviov, ou cuvctviima oub^ Ä\Xo ti tOjv Ka6' "Aibou TTOvripüüv biet tö cöv övo|uia, 8 iv irj h^uxti ?X^-*) (13) dniKaXoö|uai <^c€, IX9oic> d)noi biet rravTÖc dTaööc otTaeöc in' dtaGu)^), dßdcKavToc dßdcKavTOc, dfioi bibouc ötciav cujinpiav eutro- piav böHav vikhv Kpdtoc diracppobiciav. (14) Kcrdcxec xd öjLijLiaTa Tujv dvTibiKOuvTiuv i^ioX TrdvTuuv Ktti TTacujv*), ^|i0i bk böc x&piy im TTCtCl HOU TOIC IpYOlC.*) Die Agyptologen®) haben längst erkannt, daß der hier mit 'AyttGöc baimjuv identifizierte Gott ursprünglich der Hermes oder Thot von Hermopolis magna ist, der Herr der acht Hundskopf- affen oder qpuXuKec, der Genosse der Isis-Dikaiosyne, welchen die ägyptischen Musen feiern. Auf ihn übertragen sind die üblichen Lobpreisungen des Weltgottes, die uns in späteren Kapiteln wieder- begegnen werden.'') Es findet sich kaum ein Wort, das wir nicht in ägyptischen Quellen nachweisen können-, am ältesten ist die Bitte am Schluß. Das zeigt Kap. 64 des Totenbuches: „Hat einer Kenntnis von diesem Kapitel, so wird er obsiegen auf Erden und in der Unterwelt, und es wird ihm gelingen alles Tun der lebenden Menschen, denn es ist ein Schutzmittel des großen Gottes. Gefunden ward dieses Kapitel in der Stadt Chmunu (Hermopolis magna) auf einem Ziegel aus . . . . . Metall, die Schrift in blauer Farbe ausgeführt, unter den Füßen des Gottes."*) Hervor- 1) Das Wort begegnet in dieser Literatur mehrfach, vgl. Köpt] K(Sc^ou bei Stobaios Ekl. I 402, 22 Wachsm.: tAc ftpdKac KaprepiXtc a^i^lac. 2) IxMi Kai ^-aiKaXoOjuai koI i\io\ Pap. 3) Die Wiederholung der Adjektiva entspricht dem ägyptischen Sprach- gebrauch. 4) Ägyptische Formel für dirdvriuv. 6) Es folgt nach einer langen Eeihe von Zauberworten ön irpoceiXimiuiai Ti^iv 6öva|Liiv ToO 'Aßpaän 'IcAk koI toO 'laxihß (es ist der vermeintliche Name für den Judengott, vgl. oben S. 14 A. 1) koI toö incTdXou övö|aaTOC Twv dcecvoOvTUJV xol Ö6uvu)n4v»uv Ixovxa ri\w öoudav xal elirt {uioi tö övojia aÖToO £ix6po03' ^ övojud cou ^v oupavoi \a)iiq)9€v^), oTöd cou Kai rdc |iiop(pdc®), <(o?ba Tic) fi ßoxdvTi cou'), oTbd cou Kai TÖ HuXov.^) (5) oTbd ce, '6p|Lifi, Tic et Kai TröGev el Kai TIC f] TTÖXic cou |'€pnou7ToXicl]. (6) oTbd cou Kttl Td ßapßapiKd 6vö- ^laTa^) Kai tö dXnSivöv övo|id cou (röy i(yyfpa^ixevov t^ lepqi CTrjXr) iv TU) dbuTiu iv '€p)LiouTröX€i, ov kTiv f) f^vecic cou^**) (7) olbd ce der welterfüllenden Größe desselben Gottes so verbunden, daß wir an die mystische Theologie der XIII. (XIV.) Hermetischen Schrift erinnert werden (Wessely, ebenda S. 72 Z. 1121). 1) Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 65. Kenyon, Greek Pap. Ip. 116. 2) Das zweite ist in das erste eingelegt, wie etwa im Leidener Pap. V (Leemanns II S. 27) der poetische Hymnus in das Prosagebet. 3) Üblicher Preis des Thot. 4) Das Formelhafte des Wunsches zeigt sich hübsch in dem Briefe des Ptolemaios, des Sohnes des Glaukias (Notices et Extraits XVni p. 282 No. 30, Planche XXIX v 12), der sich als Diener des Sarapis natürlich an diesen Gott und an Isis wendet: irepl toOtujv 6(&oi coi 6 Zdpairic koI t^ 'Icic i-nacppobidav Xdpiv |uop. 6) Es folgt: oX etcf i.v xtü dTrriXiiijTi;) luopqpViv Ix^ic tßeuic, ^v ti?) Xißi |aop koi TTpäHöv ^01 irdvTa Ka\ cuvpcTtoic^) cuv 'AYaefj tuxt) Kai 'Axaeuj &ai|Liovi. in. Hineingearbeitet ist, wie ich erwähnte, in dies Gebet ein zweites (Z. 14 ff.), der Sprache nach jüngeres: '6X0^ ^0l, Kupie '€p^fi, TroXuuJVU^e, Gibibc xd KpucptiLia xd uttö xöv TTÖXov Kai xriv t^IV. (2) eX9e <(|itoi>, Kupie '€p)afi, eiieptexric oiv^), dTaOoTTOi^ TTic oiKOU|U€VTic. (3) dudKOucöv }iov Kai xdpicöv )lioi rrpöc Trdvxa xd Kaxd xf]v t^IV oiKOuinevTiv eibri. dvoiSac iiioi xdc x^ipöc ndv- xoüv cuvbiuKÖ<(v^xuuv*), ^TTavdfKacov auxouc öoövai )lioi ä ^xouciv dv xaic x^pciv. (4) ^KaGdirep ^Qpoc> ^dv diriKaXeoaxö ce*), [neTicxe xOuv Geujv dirdvxujv, ^v irdcri Kpicei ^v rravxi xöiriu irpoc Geouc Kai dvGpaj- TTOuc Kai bai|iiovac Kai evubpa Ziilia koi ^Triteia, Icxev^) xrjv xop»v xfiv viKriv®) irpöc Geouc Kai dvGptuTTOuc Kai <^v> iräci xoTc uttö xöv kö- C)Liov Ziujoic, oiixijüc KdYU), 8c eTriKaXou|uai ce. biö böc moi xdpiv') inop- qpfjv KdXXoc. (6) IndKoucöv jliou, '€p)ifi, euepf^xa, qpap^dKUJv <^€upexaX eubidXeKxoc t^vou. (7) lirdKoucöv (jiou, '€pnfi>, KaGüjc ^iroitica Trdvxa xCu AiGiOTTiKiu KuvoKetpdXuj cou xa» Kupiiu xaiv xöoviuuv.^) (8) Trpdüve udvxac Kai böc fioi dXKfiv |Liopq)r|v, Kai böx9 ätioc, o\j oubeic uTroq)^pei Geüjv iriv dXrieivfiv öipiv ibeiv toö ttpocujttou. (3) TToiTicöv |Lie ftvecGai Iw dvöfaaci ttoivtujv KTiciadicuv, Xukov Kuva Xeovxa iröp b^vbpov töira reixoc ubuup f\ ö GeXeic, öxi buvaiöc €?. V. Das letzte hier zu besprechende Hermes -Gebet*) erstrebt eine persönliche Offenbarung des Gottes, führt uns also zunächst zu dem Poimandres zurück: '€mKaXoO|aai ce töv xd iravTa KTicavTa, töv TravTÖc jieiCova, c^ TÖV auTOT^vvtiTov Geov, töv irdvTa öpüuvTa Kai Trdvra dKOÜovTa Kai |Lifl öpui^evov.*) (2) cu ydp ^biWKoc fiXiiw Tf)v bö£av^) Kai ttjv buva- |Liiv dTracav, ceXr|vri aöEeiv Kai diroXriteiv Kai bpö|iouc exeiv TaKToiic^), 1) Leemans 11 S. 103, 7, Dieterich, Abiraxas 189. Die einzelnen Deutungen Dieteriche suchen viel zu viel hinter einfachen Schreibfehlern. 2) Thot ändert in jeder Himmelszone seine Gestalt, vgl. oben S. 20 A. 6 und Beigabe 11. Als Schöpfungsgott und Vollzieher der 6iaKÖc|nricic erscheint er hier. Das Gebet, das jetzt um magische Änderung der Gestalt bittet, hat seinen Ursprung in den Todesvorstellungen, welche die ägyptische Religion überhaupt vielfach beeinflußt haben (vgl. far den Kult Moret, Ännalee du Musee Guimet T. XIV 219). Die Seele des Toten kann verschiedene Gestalten annehmen und muß sie in den einzelnen Hallen des Himmels annehmen, um verborgen zu bleiben. Für das Alter der Anschauung vgl. den Pyramidentext bei Ennan, Zeitschr. f. äg. Sprache 1893 S. 79: „der seine Gestalt geheim macht, als wäre er Anubis; du nimmst dein Bild als Schakal" (Weiteres Beigabe II). Hieraus und aus .dem Glauben an eine Wiederkehr einzelner Verstorbener ist der Irr- tum der Griechen entstanden, die Ägypter glaubten an eine Seelenwanderung. Aus der Bitte um Schutz nach dem Tode ist weiter die Zauberformel für das Diesseits geworden. So wird im Pap. Berol. I 117 (Abh. d. Berl. Ak. 1866 S. 123) die Macht Gottes beschrieben : |LieTa|iopq)ot hi de l^v idv ßoOXi} fiop(pi^v e[r|p(ou] uexrivoO ivOöpou T€Tpair66ou 4piT6ToO. 3) Leemans H 87, 24, Dieterich, Abraias 176, J. i) Lauter ägyptische Formeln. 6) Das Wort böEa gewinnt in dieser Literatur eine eigentümliche Ver- wendung, ebenso boW2uj. Der Prophet, dem Gott ein Wunder zu tun gewährt, wird dadurch von Gott „verherrlicht", vgl. das interessante Gebet bei Kenyon, Greek Pap. 1 S. 100: Kupia 'Icic N^iuiecic 'A&pdcxeia iroAutOvuiue iroXOinopqpe, b6la- cöv |üi€ (|Lioi Pap.), ifac ^böEaca t6 övo^a toO üIoO(c) cou "ßpou. Das stimmt zu dem Sprachgebrauche im Johannes-Evangelium. 6) Vgl. die Schilderung des Nechepso, oben S. 6. Vorausgesetzt wird eine der Straßburger Eosmogonie (Zwei religionsgesch. Fragen II) ähnliche Schöpfungssage Hermes-Gebet XV und V. Schlüsse 23 jiTibev dcpaip^cac toO irpoTevecTepou ckötouc, oKa' icoTtiTa auxujv d^^picac. (3) coO Top cpavevTOc koi köc)lioc €t^v€to kqi cpu»c ^cpdvri Ktti biiuKOVomiGri xd irdvTa biet ce' biö Kai TrdvTa uTroie- TaKiai coi. (4) ou oubeic Beujv buvarai ibeiv rfiv dXriGivfiv inopqpriv, 6 |LieTa|uopqpou)ievoc eic irdviac iv laTc öpdceciv Aiibv Aia)voc.*) (5) dmKaXoöiLiai c€, Kupie, i'va }ioi qpavrj r\ dXriGivri cou Mopq>r|, öti bouXeuui und töv cöv köc|liov toi coi dTT^^ip «ai tuj ciij qpößtu. (6) bid ce cuvecTr|K€v ö ttöXoc Kai x\ yh- (7) ^TTiKaXoO^ai ce, Kupie, lüc oi UTTÖ cou qjavevrec Geoi, iva bOvaiiiv ?x"JCiv.*) Schon diese wenigen Proben geben einen gewissen Eindruck von der späteren Hermes-Religion. Daß Hermes in ihr sehr oft als Noöc gefaßt wird, zeigt unter anderem ja die von Dieterich heraus- gegebene Kosmogonie (Abraxas S. 17, 43): icpavx] bid Tqc TtiKpiac Toö Geoö Noöc f| Opevec') Kaxexujv Kapbiav Kai ^kX^Gti '€p^flc, bi' ou xd Trdvxa (ieGep|ar|veucxar ^cxiv bk. im xaiv qppevujv bi' otj oiko- vonrjGri xö rrdv. So ist in Gebet I 10 mit voller Beziehung gesagt: eiceXGoic xöv djaov voöv Kai xdc e)idc 9pevac eic xöv diravxa xpövov xfic lwr\c |Liou: der himmlische voöc soll in den menschlichen ein- treten, sich ihm verbinden. Wie eigenartig auch in den anderen Stücken diese innige Vereinigung des göttlichen voOc mit dem Betenden betont wird, brauche ich nicht zu wiederholen.*) Auch das ist jetzt nicht bedeutungslos, daß nach Gebet V 3 mit seinem Erscheinen das Licht erscheint. Die Tätigkeit dieses Hermes ist nach der von Dieterich herausgegebenen Theogonie das öbriteiv der Seele.^) So leitet nach altägyptischer Vorstellung das Herz, bezw. 1) In einem Straßburger Herme^hymnus heißt der Grott köc^oc köc^oio. 2) Es folgt eine magische Fortsetzung. 3) In einem metrischen Stück bei Pitra, Analecta scura et classica pari. U. 294 heißt es von Hermes: v6ov devaov Kupiov KOC)iiOKpdxopa, xöv im xöv köc|liov Kai uttö xöv köcjhov, öXkiiliov OaXaccoKpdxopa, (2) öpGpivöv dTTiXdiuTrovxa, drrö xoO dTniXiujxou dva- xAXovxa xuj cu^TTavxi köc)liuj (kcCi) buvovxa xtu Xißi. (3) beOpö ^loi 6 dvaxeXXtuv eK xoiv xeccdpu)v dve^iuüv, 6 iXapöc 'AyüiGöc baifiuiv, tli 1) Wesaely ebenda S. 107 Z. 2507 ff. (vgl. Pap. Berol. I 119; Abh. d. Berl. Akad. 1865 S. 123). Man denkt unwillkürlich an das Ende Simons des Magiers, dessen Roman ja ganz auf diesen Zaubervorstellungen beruht. 2) Er tritt oft für Chnubis, bezw. 'AyoOöc 6ai|uu)v ein und umgekehrt dieser für ihn. Ein Beispiel aus junger Zeit bietet der erste Berliner Zauber- papyrus (26): ^K^ |uoi äyaQi Y^uipY^, 'Atö^öc 6a(|Lmjv 'Apiröxparec [XvoO]cpi f\Ki. |noi ö äyioc 'ßpi.. (= Horus) [6 ävaK]ei|uevoc ^v tCü ßopciif», ö iinKuXiv&oO- tievoc [xct ToO NeJiXou jbeOinaTa Kai ^iriMiYvOuuv t^ öaXdTTi;). Gebet VI und VH. 29 • oöpavöc ^T^veTO KU)|aacTr|piov. (4) ^7TiKaXoO|nai cou id lepd Kai jieTdXa Ktti Kpuntd ovöiaaia, pic x^ip^ic dKOuuuv. (5) dv€8aXev x] ff] coö dTTiXdiiqiavTOC, Kai dKapTTO^Öpncev rd (purd cou TeXdcavToc, iliuof6vr\ce xd Iwa cou eTTiTpevjjavToc. (6) boc böHav koi tijifiv Kai X"piv "^cti Tuxnv Kai buvfl)aiv.^) (7) ^iriKaXoOiLiai ce tov ^eTav €v oupavu»*) . . . 6 XaiLiTTpöc fiXioc auTdloJv Ka6' öXriv tfiv oiKou)iievr|v. (8) cu €? 6 fie-fac öqpic <6> fiTOu^evoc TrdvTUJV^) tu»v OeOüV, 6 xfiv dpxfiv tfjc AiTÜTTTOu ix\x)\*) Kai Tr]\ TeXeuTfjv ific oXnc oikouili^vtic. (9) oöpavöc ^t^vcxo Kiu|iacxVipiov. 9) Zofioöciv? Vgl. oben S. 26 A 1. 10) c€ xo TTopocxiuc Pap. 30 I- Alter des Poimandres. • 6 dTa6oq)öpoc ÖTTeXoc irapecTUJC t^ Tuxti. hiö böc iröpov TTpoSiv TOUTtu T(|i oiKtjj, (2) vai Kupieuujv ^Xmboc TrXouTobÖTa alOuv, kpt 'AyaG^ baT)nov x^Xei uöcac x^pitac xai toic cdc dvO^ac q)rmac. Hermes, Horuö und 'AxaOöc baijiuiv erscheinen im wesentlichen in derselben Rolle, nämlich als Schopfungsgötter in der erwähnten Doppelnatur, sowie als Vertreter des NoOc und demzufolge einerseits als Offenbarungsgötter, andrerseits als die Herren alles Erfolges im praktischen Leben; sie werden untereinander gleichgesetzt oder zusammengestellt; die Auffassung bleibt immer im wesentlichen dieselbe, und selbst die Formeln übertragen sich von einem zum andern. Die ägyptische Religion läßt sich nicht als Qauzes dar- stellen; nur für bestimmte Orte und bestimmte Lebenskreise können wir ab und an Anfänge eines Systems erkennen; aber gewisse Grund- typen kehren überall wieder, wenn auch die göttlichen Personen wechseln. IX. Das eben angeführte Gebet gehört einer interessanten kleinen Gruppe an, in der es sich darum handelt. Glück und Gelingen einem bestimmten Ort zu sichern, indem man ein Kultbild in ihm verbirgt. ^) Ein solches irpoKTiKÖv wird uns z. B. ebenda S. 103, Z. 2359 ff. beschrieben ; es ist ein Bild des Hermes mit KripUKiov und )tiapcmiTiov. Ganz ähnlich ist ein zweites KaxarrpaKTiKÖv xai KaraK^TiTiKÖv ^toctt]- plou f\ okiac 1^ öttou ^dv auxö Ibpucijc (S. 104, Z. 2373). Die 1) Über diese Art von Amuletten geben die Inschriften über die Bibliothek des HoroB-Tempels zu Edfu den besten Aufschluß (Bergmann, Hierogljrphische Inschriften S. 47 ff.). Eine ganze Anzahl Zauberbücher werden hier aufgeführt, welche „Schutz (oder Segnung, oder Wohlfahrt) der Stadt, des Hauses, des Sitzes, der Buhestätte'' benannt sind. Wieder gibt die oben erwähnte ans dem Jüdischen übernommene Apokalypse des Gregorios 6au^aToupY6c die Parallelen, indem sie den Engel des Hauses und den Engel der Ruhestätte nennt. Von ersterem heißt es: Kai cTirov KOpie, 6€l£6v ^o^ rdv ÄXT^^v toO oIkou. Kol ctiT^ jioi TÖ övo|üja aÖToO 'A(pc|LteV|\ KaXctrai • crf^cov oOv cxaupöv elc TÖv oIköv cou koI fpAyifoy tö övo^a aöroO, KCl aCiTÖc cot dnobiubEEt näv frovripöv Kai äKdOaprov irveO^a. Der Name soll offenbar auf das Kreuz, i^- sprünglich wohl auf eine Darstellung des Engels (vgl. unten S. 81), geschrieben und so im Hause verborgen werden. Der Engel des Bettes sendet den Schlaf und. hütet den Schlafenden. Daß auch ein ätT^Xoc tuiv ^oiDv koI tiöv irpoßdTuiv Kai -növ alTifcfiuv erscheint und für deren Gedeihen Sorge trägt, erwälme ich, weil Bergmaim auf Grund reicheren Materials mit den ägyptischen Formeln den Segen vergleicht, „welchen speziell die katholische Kirche bei den verschie- denartigsten Anlässen lebenden Wesen und leblosen Dingen (so Fahnen, Brücken etc.) spendet, und der zu gleicher Zeit eine Art Exorcismus involvirt". Gebet VEI und IX. 31 Wirkung ist l\[u\ amö TrXouxriceic, ^TTixeuHer toöto fap ^Ttoiricev '€pjinc "Icibi TtXaZ:o|u^vri, Kai Ictiv juev GauiiacTÖv, KaXeirai bk dTiaiTTi- rdpiov, die Vorschrift -rrXdcov övSpujTrov Ixovia xfjv beEidv X€»PO dTTaiToOcav xai eic ifiv euiuvu^ov irripav Kai ßaKXTipiav. Ictuj bi Ttepi iriv ßaKTTipiav bpdKuüv eiXi-fji^voc, Kai autöc ^v Trepituüiiari Kai ^711 TTÖXov ^CTibc^) ^xovxa eiXiTH^vov bpdKovia ibc fj 'Icic. Es folgen genaue Vorschriften über die Umhüllung und über die mystischen Inschriften auf den einzelnen Gliedern des Wachsbildes. Hervorzuheben ist nur, daß auf die Schlange der geheime Name des 'Atciööc bai^wv geschrieben wird. Das Gebet bei der Über- nahme des Heüigtumes lautet: Xainßdvoi ce napa ßouKÖXov töv Ixovia Tf|v lirauXiv Tipöc Xißa* Xa)iißdvuü ce x^ xo-po. Kai tu» öpq)övTr) (eiiqppövri?). böc jüioi ouv xc i(pavr\) und daß der Prophet in diesem Licht das Werden des Köcjioc schaut. Wir müssen annehmen, daß der Christ die Beschreibung des Hirten einem ursprünglich vollständigeren heidnischen Text entnahm, und verstehen unter dieser Voraussetzung leicht auch die Einzelheiten seines Be- richtes, die Versicherung dnecTaXiiv, iva )Li€Td coO oiKrjCU) xdc Xomdc fmepac rfic l{ur\c cou (vgl. Gebet I 10), wie die Antwort y»vu»ckuj, iL irapeööGTiv (vgl. Gebet IE 7), endlich die ganze Fiktion jenes Boten des neuen Sinnes, der ja nur der ins Christliche über- tragene NoOc ist. Da es sich ferner nicht um die beliebige, typische Einführung einer Vision, sondern um die wesenhafte Grund- fiktion des Poimandres handelt, müssen wir folgern, daß im Hirten des Hermas eine ältere und ausführlichere Fassung des Poimandres benutzt ist. Ich darf, ehe ich weitergehe, violleicht auf eine weitere Entlehnung aufmerksam machen. des Sonnengottes als Hirten kehrt bei den verschiedensten Völkern wieder und ist auch dem ägyptischen nicht fremd. In dem Buche von den unterweltlichen Dingen erscheinen in einer bildlichen Darstellung die Vertreter der vier Menschenrassen, die Horus wie ein Hirt zu überwachen scheint. Ihm werden die Worte in den Mund gelegt: Also Horus zu den Herden des Sonnengottes, die in der tmteren Hemisphäre weilen: „das schwarze (Ägypten) imd das rote Land war das beste für euch, ihr Herden des Sonnengottes Ihr, die Träne meines Auges unter eurem Namen Romet (Menschen, Ägypter); ihr, denen ich eure Größe geschaffen habe unter eurem Namen Aamu (Asiaten), welchen die Göttin Sochit als Beschützerin ihrer Seelen geworden ist; ihr, für welche ich mich selbst befleckt habe zu meinem Behagen wegen der Menge, die aus mir zum Vorschein kam, unter eurem Namen Nahsu (Neger), welchen der Gott Honis als Beschützer ihrer Seelen geworden ist; ihr, für welche ich mein Auge gesucht habe, unter eurem Namen Thamhu (Libyer), welchen Sochit als Beschützerin ihrer Seelen geworden ist". (Brugsch, Rel. u. Myth. d. alten Äg. 757). Das ist wichtig, weil uns Christus im dritten Kapitel als Hirt der sieben ursprünglichen Volksstämme begegnen wird. Daß der Sonnengott als Hirt seine Hürde im Westen hat, ist natürlich. So läßt sich hiermit vielleicht ein Volkslied aus der V. Dynastie verbinden, an das mich Prof. Spiegelberg erinnerte. In einem Grabe zu Sakkara spricht ein Hirt zu seiner Herde (Erman, Ägypten 51ö): „euer Hirt ist im Westen bei den Fischen; er spricht mit dem Wels, er ^begrüßt sich> mit dem des Westens; euer Hirt ist im Westen". Freilich müßte der Maler den ur- sprünglichen mythologischen Kern bereits mißverstanden haben, da er die Dar- stellung mit Genrebildern verbindet. Poimandres und Heracias. 33 Nach Abschluß des von der fünften Vision bis zum achten Gleichnis reichenden Buches macht der christliche Verfasser einen Nachtrag zu den Visionen, das neunte Gleichnis. Der ÖTftXoc ttic ^eravoiac führt ihn nach Arkadien auf einen Bei^, ihm ein neues Gesicht zu zeigen. Das Führen auf einen Betg ist die übliche Form der christlichen Oflfenbarungsliteratur'), die Wahl gerade Arkadiens aber mehr als befremdlich, da ja der Verfasser in Rom lebt und sonst bei Rom oder bei Cumae seine Visionen sieht.^) Nun bezeugt der Eingang des XlII. bezw. XIV. Kapitels des Poimandres, daß auch in der Hermetischen Literatur derartige Situationsschilderungen vor- kamen; eine Unterhaltung beim Niederstieg von einem Berge war in einem feviKÖc Xoxoc berichtet; ob ihr eine Vision vorausging, ist nicht zu sagen. Daß Hermes auch in seiner Heimat Arkadien er- scheint, kann nicht befremden. Berufen sich doch z. B. die Naassener auf das Kultbild von Kyllene, und haben doch „christliche" Gemein- den im zweiten Jahrhundert Christus unter dem Symbol des Phallus, also entsprechend jenem Kultbüd verehrt.') Aus Arkadien war gerade der ägyptische Hermes nach griechischer Auffassung ge- kommen*); es ist durchaus möglich, daß sie in solchem Einzelzuge die Hermetische Literatur beeinflußte. Wie weit diese heidnischen Vorstellungen die Theologie des christlichen Autors beeinflußt haben, d. h. wie weit die Erscheinung 1) Vgl. z. B. die Petros-Apokalypse, das Evangelium der Eva, die Höllen- fahrt der Maria u. s. w. 2) So kam Zahn zu der unglücklichen Vermutung, es sei eic 'Apixiav zu schreiben. Nicht nur wir, auch die römischen Leser hätten dann wohl gefragt, wie sich die folgende allgemeine Schilderung mit der allen bekannten Örtlich- keit in Einklang bringen lasse, und über die Torheit des Propheten gestaunt. Die Versuche, Hermas ziun gebomen Arkadr-r zu machen oder ihn in Rom ein Reisehandbuch über Arkadien studieren zu lassen, kenne ich nur aus Berichten. Hamack, der an der Lösung der Frage verzweifelt, weist zugleich auf Bursians Worte : „Je ärmer die Geschichte, desto reicher war der Sagenschatz des arka- dischen Landes, welcher die Vorzeit desselben mit einem besonderen Schimmer von Heiligkeit und Götterverwandtschaft umgab" — für den Verfasser einer Hermetischen Schrift sicher, für den römischen Christen Hermas wohl weniger. 3) Vgl. Minucius 9, 4; Zwei religionsgesch. Fragen S. 96 A. 2. 4) Vgl. Cicero De nat. deor. IE 56. Über die bis in den Anfang des zweiten Jahrhunderts zurückreichende Quelle vgl. W. Michaelis, De origine indicis deo- rum cognominum, Berlin 1898. 34 I- Alter des Poimandres. des Hirten ilim Gegenstand des Glaubens oder nur literarische Fiktion gewesen ist, wage ich zunächst nicht zu entscheiden; die Schrift steht für uns zu isoliert, um festzustellen, ob das Zurück- treten Christi und die Unklarheit in der Auffassung desselben etwa dadurch zu erklären ist, daß sein heidnisches Gegenbild noch mit übernommen ist. Daß die ganze Fiktion dieser fortlaufenden Offen- barungen und Visionen dieser Annahme günstig wäre, wird sich uns besonders bei der Besprechung des bai^u)v itdpebpoc im VII. Ab- schnitt zeigen. Die spätägyptische Religion trägt einen im wesent- lichen ekstatischen Charakter, und schon in dieser Einleitung sei es gestattet, ein Geschichtchen der unverdienten Vergessenheit zu entreißen, welches in seiner Schlichtheit und Tendenzlosigkeit den Stempel der Wahrheit an sich trägt.^) Es findet sich in den Äpo- phthegmata patrum bei Cotelerius (Ecdesiae graecae monumenta I 582) und lautet: eiirev 6 dßßäc 'OXuiuttioc» 8ti Kai^ßn iroie lepeuc tujv '€\XrivuJV (der Heiden) eic Zktitiv kci fjXGev eic tö KeXXiov )uiou Kai ^K0i)Lir|9ti. Ktti eeacdjievoc Tf|v öiaYUJYnv tujv luovaxuJv X^tci Mor ou- Tujc bidtTovrec oubev Geujpeixe irapa toi Geo» ujlkjüv; Kai'XeT«^ auTUJ* ouxi' Kai XeT€i ^o» ö lepeuc leuic fmOüv lepoupYOuvrujv tu» Seiu fmoiv oöb^v KpuTTTei dqp' fijiujv, dXXd dTroKaXuTrtei fiiuiv id pucinpia auxoö. Kai ujLieic TocouTOuc KÖTTOuc TTOioOvTec dTpuTTviac ficuxiac dcKr|ceic X^T€ic ÖTi oub^v Oeu)po0^ev; irdvruje oöv, ei oubfev GeujpeiTe, Xoyi- c^ouc irovripouc Ix^te eic xdc Kapbiac \i\xtjjv touc x^pi^ovrac u|iäc dirö Toö GeoO ujiuiv Kai bid toOto ouk dTroKaXuTTTexai u^iTv td ILiuciripia auToO. Kai dirnXGov Kai dvr|TT€iXa toic x^pouci xd ^riinaxa xoO lepeujc Kai ^Gaufiacav Kai etirav 8xi ouxuic Icxiv oi fäp dKd- Gapxoi XoTicjiOi x^piZ^ouci xöv Gcöv dnö xoO dvGpoürrou. Ich gestehe gern, daß mir kaum ein anderes Geschichtchen die Konkurrenz, welche das Christentum wenigstens in Ägypten durchzumachen hatte und von der es natürlich auch beeinflußt wurde*), besser ins Licht zu stellen scheint. Es wäre bei der schnellen und weiten Ver- breitung des ägyptischen Mystizimus durchaus möglich, daß der Verfasser des Hirten, die Lehre vom Menschenhirten in Rom kennen 1) Eine weitere (Jewähr Bcheint mir die Schilderung eines fast gemüt- lichen Verkehrs zwischen Christ und Heide zu bieten. 2) Man vergleiche z. B. die ägyptischen Wundererzählungen mit den Vor- schriften der Zauberpapyri, oder die ägyptisch-christlichen Visionen mit ihren ägyptisch-jüdischen Gegenbildem. Schlüsse für Hennas und Poimandres. 35 gelernt hat und von ihr beeinflußt später zum Christentum über- getreten ist.') Aber auch wenn wir nur an eine rein literarische Einwirkung denken, ergibt sich uns ein eigentümliches, der Beachtung wohl wertes Bild. Der christliche Autor benutzt für die Einkleidung seiner Lehrschrift ebenso unbefangen heidnische Vorlagen wie später der Verlasser des christlichen Clemens-Romanes oder die Erfinder apokrypher irpdHeic eines Apostels. Das widerspricht allerdings den Vorstellungen, die sich z. B. Zahn von diesem „Manne aus dem Volke" machte, bei dem literarische Einflüsse unmöglich seien und der eben seiner geringen Bildung halber seine Visionen natürlich wirklich so geschaut haben müsse. Ich will um die tendenziöse Übertreibung, die in der Bezeichnung „Mann aus dem Volke" liegt, nicht rechten; das ganze Argument ist hier genau so verfehlt wie in jener anderen Frage, in deren Behandlung es traditionell geworden scheint. Aus der geringeren Bildung des Schreibers folgt die voUe Unabhängigkeit von literarischen Vorbildern nicht, sondern zunächst nur, daß wir die Vorbilder in den niederen Schichten der Literatur suchen und in der Regel ihnen gegenüber eine größere Unselbständigkeit voraus- setzen müssen.*) Die Zusammenhänge der frühchristlichen Literatur mit der hellenistischen Kleinliteratur ließen sich schon jetzt in vielen Stücken nachweisen. — Der Poimandres berichtet die Erweckung des Propheten, welcher die Gemeinde gegründet hat, und die Hauptlehren, auf welche sie gegründet ist. Ist er in Ägypten entstanden, wie ich in den nächsten beiden Kapiteln näher zu erweisen hoffe, so mußte immerhin eine gewisse Zeit vergehen, ehe er durch Mitglieder dieser Gemeinde oder durch literarische Verbreitung in Rom bekannt werden konnte, und die ganze Art dieser Literatur mußte jedenfalls schon Macht gewonnen haben. Diese Erwägung bestätigt die allgemeinen Angaben über die 1) Daß derartige Entwicklungen in dieser Zeit vorkamen, zeigt ja die oben (S. 33 A. 3) erwähnte Gemeinde, die Christus unter dem Symbol des Phallus verehrte. Minucius wird ihre Schilderung bei Fronto gefunden haben. 2) Der unlängst von Cotteril und Taylor (Journal of Philology XXVU und XXVni) imtemommene Versuch, Kebes als Hauptquelle des Hermas nach- zuweisen, ist in dieser Form freilich gescheitert. Aber die irivaKCC finden sich, wie wir sehen werden, auch in der heUenistischen populären Theologie. Es ist an sich nicht unmöglich, daß auch derartige Tagesliteratur auf die aus- gearbeiteten Visionen mit einwirkte. 36 II. Analyse des Poitnandres. Hermetische Literatur und verlangt, daß die Urform des Poimandres vor den Beginn des zweiten Jahrhunderts n. Chr. fällt. Wie weit sie darüber hinaufreicht, ist noch nicht zu sagen; aber nach christ- lichen Gedanken in dieser Schrift zu suchen ist von vornherein aussichtslos. n. Ist die oben entwickelte Ansicht von dem Verhältnis des Poi- mandres zu dem Hirten des Hermas richtig, so muß die heidnische Schrift auch in ihrem Hauptteil Spuren der Überarbeitung zeigen. Ich muß daher versuchen, durch eine Analyse das theologische System in ihr klarzustellen. Den im Anhang gegebenen Text setze ich voraus. Der Prophet schaut die Weltschöpfung; er sieht als" der NoOc sich in sein göttliches Wesen zurückverwandelt, zunächst eine un- endliche Fülle von Licht. ^) Danach senkt sich, ohne daß wir er- fahren woher, Finsternis nieder^), und in ihr bildet sich ein feuchter Urstoff (qpiicic Tic uTpd); Rauch steigt von ihm auf und ein wunder- licher, unaussprechlicher Schall, der zum unartikulierten Rufe wird. Aus dem Lichte aber erschallt ein ötioc Xötoc^), der zu dem Ur- 1) Vgl. Gebet V 3: coO y^P iXia koI i^i cö^Kpacic tüjv ^vovtiujv koI tüjv dvojnoiwv (piIic fifoye KaxaXaiiiiröfxevov iittö rf\c toO Geoö ivtpteiac. Auch hier bildet das Feuer den Gegensatz zu dem Licht. 2) Nur daß das Licht vor der Finsternis „erschienen" ist, wird später ausdrücklich betont. Der Dualismus von Gott und Materie bleibt, wie in vielen Theosophien der Zeit, unerklärt. 3) Dieser Zusammenhang ist allerdings erst durch Konjektur gewonnen, aber durch eine, wie ich meine, unbedingt nötige Konjektur. Die Überlieferung KCl Kairvöv diToöiöoOcav ii>c dtrö itupöc Ka( riva f\xov diroTeXoöcav dv€KXdXr|Tov Yodj&ii. elTO ßofi ii a£)Tf|c öcuvdpGpujc iien^ynieio \i)C €iKdcair\'fii — oÖTUJ TvdiOr t6 iv coi ßXeirov kqi ctKoOov Xöyoc Kupiou, 6 bk voöc TTarfip 0€Öc. ou fäp öitcravTai an' öXXr|Xujv' evujcic yäp toütujv ecTiv f) 1{UT\. Aber vom Menschen kann noch gar nicht die Rede sein^); kK bk qJUJTÖc ..... XÖTOC äyioc hxi^r] rfj; a äXofa zum Himmel zurück; er kann also gar nicht ohne weiteres im Menschen wirken. Sind femer die Z{a. Ahnlich ist der Wortgebrauch, vielleicht mit stärkerer Betonung des Begriffes 'Willen' (für den Ägypter bedeutet das Herz den Willen wie den Verstand, und Thot oder Isis sind die Herren des Herzens), in XTTT (XIV) 20 : Kai 6 ZriTUJ, ßouXfl Tr| cr| dvau^-rroujjiai. Aber in dem gewaltigen Wort XHT (XIV) 19: cf] ßouXfj dtrö coö, ^Ttl c^ TÖ irdv ist die Bedeutung eine andere; die ßouXfi entspricht dem irdv; dies selbst ist, wie es von Gott ausgeht, ßouXri, wie es zu Gott zurückkehrt, növ. Zu vergleichen ist die Aufschrift des Zauberringes bei Berthelot Älchimistes greca, Introduction 133: §v tö iräv (die fast als Gottesbezeichnung übliche Grundformel dieser Literatur) koI bi' aÖToO tö ttöv koI elc aÖTÖ tö TrSv Kai €1 ni\ fxoi TÖ iröv, oviö^v icri tö -rräv. Die Erklärung des verschiedenen Gebrauches bietet der Isisglaube; Isis ist wie coqpia und ßoOXr|Cic auch qpOcic und Y^v€ac (vgl. Zwei religionsgesch. Fragen 105 S.). Ich darf beiläufig be- merken, daß die gewaltige Gnindfonnel des ägyptisch-griechischen Mystizismus bei Paulus fast wörtlich erscheint (Rom. 11, 36): i.1 aÖToö Kai &i' aÖToO Kai clc cOtöv tc irdvra. Daß Paulus sie aus der hellenistischen Theologie übernommen hat, nicht diese aus ihm, wird hoffentlich der Fortgang der Untersuchung lehren. 40 H- Analyse des Poimandres. Xaipei Kai YeT^l^e kuicko|li^vii koi u7TOTn|ii7rXa|LievTi tujv fevlc€\uv. cIkuiv fap ^CTiv ouciac tv uXrj r\ Y^vecic xai Mi/iriMa toO övtoc tö tiTVÖ- |Li€vov. 80ev ouK diTO TpÖTTOu ^uGoXoToOci Tr^v 'Ocipiboc ipuxrjv dibiov e?vai Kttl öq)8apT0v, tö be cuj|Lia TToXXdKtc biacrräv koi drepov tCJiov juctA töv köcijov, irpuiiTOv bk Tu)v övriTÜJv . . oÖK^Ti bk (iövov oÖK d.faQ6c, dXXd kcI koköc i6c Ov^töc. ö fjikv •fdp KÖC|ioc oÖK dYoiÖöc Ujc KivriTÖc, oö kuköc bk iLc dGdvaxoc, 6 bk äv9puJiroc KCl UJC KivriTÖc <^oÖK dTa66c)> Kai lic Gvtitöc kcköc. Der köcmoc ist dabei in diesem Dialoge wie in IX (X) und XI (XII) beständig als persönliche Gottheit, als ut6c ecoO gefaßt; nach seinem Bilde ist der Mensch geschaflFen. 2) Besser "Qpou. Kurz vorher ist (Kap. 62) eine Schrift Tcv^OXia "Qpou zitiert. 3) Haroöris, Horus der Große, und Harpokrates, Horus der Junge, stehen sich im Ägyptischen gegenüber. Anschauung in § 6 — 8. Plutarch. Philon. 41 Ich habe aus den wunderlichen und keineswegs einheitlichen DeutungSTersuchen etwas mehr herausgehoben, um mit ihnen Philon vergleichen zu können, der bekanntlich^) sagt: töv toOv TÖbe tö ttcIv ^PTacd|Lievov bimioupTÖv ö^oö xai Ttarepa elvai toO tctovötgc euGuc dv biKT) (pr|co|aev, lunTcpa be xfiv toO TreiroiTiKOTOC dnicirmTiv fj cuvibv 6 9e6c oux wc avOpuürroc*) ^cireipe Teveciv, f) bk 7rapabeEa|uevr| rd Toö Geoö CTrepinaTa TeXecqpöpoic ibbici xöv ^6vov Ka\ dya- TTHTÖv aicGriTÖv uiov direKurice rövbe töv KÖc^ov.') Diese Anschauung kann Philon nicht aus den unmittelbar folgenden biblischen Lobpreisungen der coqpia gewonnen haben (Prov. 8, 22)] vielmehr soU die allgemein verbreitete Lehre in den jüdischen heiligen Schriften wiedergefunden und aus ihnen gerecht- fertigt werden. Allgemein verbreitet aber kann sie nur in Ägypten Bein, wo die Welt von jeher als göttliche Person aufgefaßt ist und Sonne und Mond allgemein die Augen des Horus heißen. Ja selbst den Trpecßuiepoc *Qpoc scheint Philon zu kennen, wenn er von einem älteren und jüngeren Sohne Gottes spricht*): ö )iiev xdp Koc^oc ouTOC veuJTepoc uiöc Geoö fixe aicGriTÖc oiv. töv ydp irpec- ßuTcpov — vor|TÖc b' IkeTvoc — iTpecßeiuüv dSidicac Ttap* ^auTip KttTaiLieveiv bievoriGri (vgl. oben S. 38 A. 2). Die Quelle Plutarchs identifiziert den Xöyoc und den köc^oc; so ist es nicht wunderbar, daß Philon auch seinem göttlichen Aötoc denselben Ursprung gibt (De profugis 20 p. 562 M) : XeTO^ev f dp töv dpxiepe'a ouk dvGpujTrov dXXd Xötov GcTov elvai irdvTUJv oux ^Kouciuuv iLiövov, dXXd Kai dKOuciuJV dbiKrundTtuv d|üieT0X0v. outc ydp im TTttTpi, TU) VLU, OUTC im ^TlTpl, TT) aic9r|cei, qprjciv auTÖv Mwucnc buva- cGai maivecGai (Lev. 21, 11). biÖTi oT|Liai Yoveujv ducei ttccüjv ^ttI Tovi|iiu uboTi ?TKuov TÖ öbujp diTOiricev. Mit Apion hängt femer auf das engste ein Abschnitt stoischer Theologie zusammen, welchen Johannes Lydus (De mens. IV p. 129 Wünsch) erhalten hat: elci b' o\ qpaciv Aiöc Kai Maiac töv '€p|binv elvai dXXriTOpiKaic u\öv' voOv jifev cTvai TÖv Aia, Maiav bk rfiv 9pövTicw, Traiba be il 6.^q>oiy/ 'Cpiar^v Xötov (XÖTiov Cod.) alviTTÖ|it€voi. Es folgt die übliche stoische Deutung der Darstellungen des jugendlichen, beflügelten, viereckigen Gottes als XÖTOC, dann die Besprechung der heiligen Tiere, des k^pkujvjj 1) Zwei religionsgesch. Fragen S. 120. Ich vermag nicht zu verfolgen, durch welche Mittelquellen die Angaben Apions ins Mittelalter und in die Renaissancezeit übergegangen sind. Der PhyaiologuB, an den man zunächst denkt, hat sie töricht entstellt (Lauchert S. 263). Aber das "Wiesel ist, wie mir mein Freund J. vStrzygowski nachwies, noch spät Symbol der Keuschheit und selbst auf dem Bilde von Lorenz© Lotto II trionfo della Castitä (Rom, Galleria Rospigliosi) darum am Halse der Castitas dargestellt. Zu dem Nach- weis, daß in jüngerer Zeit einzelne Zuge von Isis auf Maria übertragen sind, den ich a. a. 0. versuchte, hat seither BqU in seiner Sphaera S. 417 und 428 hübsche Ergänzungen aus der astrologischen Literatur gegeben. 4* 44 n. Analyse des Poimandres. und des Ibis, welche nach Allan (TTepi Zibuiv X 29) auf Apion zurückgeht.^) Daß Isis in der hellenistischen Zeit allgemein als Opövncic oder locpia GeoO oder als TTpövoia aufgefaßt wird, und daß sie zu gleicher Zeit die göttliche (J)\jcic und fevecic ist, von der die Yevvr|TiKoii apxai ausgehen, habe ich in den Zwei religionsgeschichtlichen Fragen auszuführen versucht.^) Die weite Verbreitung dieser hellenistischen Isis -Theologie darf nicht befremden. Seit Jahr- hunderten zogen ja ihre Missionare, die Isis-Priester, durch alle Welt. Eine Einwirkung dieser Vorstellungen auch auf Palästina ist a priori nicht zu bestreiten. Die Münzen von Byblos zeigen uns schon in der Ptolemäerzeit Verbindungen der Isis-Symbole mit Darstellungen des phönizischen Kronos, oder den Astartetempel ab- wechselnd mit dem Zeichen der Isis^); phönizische Weihgeschenke an Isis sind in Ägypten zu Tage getreten. Auf den syrischen Münzen erscheint seit Antiochos VII. Sidetes das Abzeichen der Isis oft; sie ist also in den staatlichen Kult übernommen; nach Antiochia wird sie feierlich aus Ägypten überführt. Mit dem Kult wanderte natürlich die Lehre. Nun ist es sehr bezeichnend, daß 1) Näher an die Anschauungen unseres Textes führt die bei Lydns un- mittelbar vorausgehende Ansicht des Aquilinus {ja. 128, 12 Wünsch): ■f\ Maia dvrl Tf|C €IC TOl)|av xotc aöxiliv ai|i€(oic äwacr Kai biripepubGii d es in anderen Fassungen die- Archonten sind, die den ävBpiUTTOc bewegen in das fnivöv uXdciaa einzutreten, werden wir im nächsten Kapitel sehen. 2) Die Größe einer solchen war in den TeviKol Xötoi des Hermes und in den ägyptische Lehren bietenden ßißXot Kupavibec auf 25 Sothisperioden an- gegeben (Fr. Bell, Sphaera 369). So dürfen wir zum Verständnis des Poimandres die aus Hermetischen Schriften geschöpfte Lehre der Harraniter heranziehen: die Allnatur bringt, in jedem von den bewohnten Klimaten am Anfang von 86525 Jahren (26 Sothisperioden) ein Paar von jeder Art von Tiergeschlecht, Männchen und Weibchen, von Menschen u. a. hervor. (Chwolsöhn, Die Sabier n 448). In den Anfang dieser endlosen Folge von Weltperioden versetzt der Poimandres die Periode der doppelgeschlechtlichen Wesen. 3) Wer hier „der Qott" ist^ wird nicht gesagt; daß der NoOc von sich Hauptbericht § 14—24. 51 Wort: au2dv€c8e dv av^r\cei xai irXriöiJvecGe Iv iTXr)0ei irdvTa xd kti- Cfiora Km bT]|iioupTii)iOTa" Kai dvatviupicdTo» 6 ?vvouc fivGpuuTTOC dauröv dvTtt dGdvaiov Kai xöv attiov toO öavatou ^puita Kai Trdvra xd övxa.*) Auf dieses Wort bewirkt die TTpövoia die iiiijeic und Ttv^ccic, und zwar durch den Einfluß der Sphärenmächte, also der e\)iiap|idvTi. Wer die richtige Erkenntnis seines Ursprungs gewinnt, wird selig; wer seinen Leib lieb hat, erntet aus der dfvoia den Tod. Im Leben des Menschen wirken zwei Mächte, der Noöc, der von jetzt an durchaus Diener „des Gottes" ist, und der ximupdc baiMiuv. Der NoOc gesellt sich dem Frommen als Wächter und Hüter; er offenbart ihm alles und führt ihn zu dem richtigen und erlosenden Lobpreis „des Gottes".') Der Dämon treibt den Sünder zu immer größerer Sünde, damit er immer mehr Qual ernte. Zuletzt lernt der Prophet noch, wie sich der Aufstieg der Seele zu Gott vollzieht. Wieder sind zwei Fassungen durcheinander gewirrt, die wir mit geringer Mühe sondern können. Die eine, mehr metaphysische, lehrt: der materielle Leib verbleibt der Materie, sich dort aufzulösen und zu verändern; das flGoc, die individuellen und also bösen Charaktereigenschaften, bleibt „dem Dämon"; die alcSi]- selbet berichtet 6 bi Gedc ebObc €Ttc€v äfliu Xöyip, war von vornherein undenk- bar und igt durch den Wortlaut der Überlieferung des Folgenden («pncl yäp 6 öcöc) widerlegt. Ein Urgott, der dem NoOc vorausliegt, muß hier eingreifen. Die Anschauung erläutert sich wieder aus dem von Lactanz Inst. Vn 18, 4 zitierten Xöfoc tÖ^cioc: bei dem Eintritt der neuen Weltperiode greift der letzte und ursprünglichste Gott, 6 Kiipioc xal iraxfip koI 8€dc koI toO irptlrrou Kai ^6c eeoO biimoupföc ein (zu ihm wird dort die ßoOXricic, TOUTdcri rö iya- e6v in Beziehung gesetzt). Das bleibt freilich in unserem Traktat jetzt unklar. 1) Es sind Worte einer älteren heiligen Schrift; das zeigen die weiteren Zitate, § 21: ö ?vvouc ävep'juiroc dvaTvuipicdxu) ^auxöv <övxa dödvaxov^ und ö voficac ^outAv de aCixöv x^^^P^^ sowie femer das umschreibende Zitat in Kap. IQ (TV) 3 bei Parthey 32, 11: €lc rö aöSdvecSai tv aöErjcei kcI nXrieOvecGai 4v irXi^eci, Damit ergibt sich gegenüber dem vorigen Bericht eine leichte Inkonsequenz, da Gott hier offenbar auch zu den äXoxo spricht (vgl. § 19: koI ^uXTieOvOri KOTd T^oc xd irdvxa). Anlaß war wohl die schon von Psellos bemerkte Be- nutzung des mosaischen Schöpfungsberichte«: aöEdvecSe xal irXTjeOvccSc kcI irXnp»j(»caT€ xd öbara iv xaic eaXdccaic Kai xd Trexcivd irXiieuv^ceujcav inl xfic •f<^c. — Auch in dem späteren Judentum finden sich Sagen, daß die jitEcic der Tiere erst, nach der |j1Etc des ersten Menschenpaares begannen (vgl. Bereschit- Babba, übersetzt von Wünsche S. 99). 2) Aus dieser Auffassung ist die im ersten (S. 12 ff.) Kapitel besprochene 52 n. Analyse des Poimandres. ceic gehen in ihrem Ursprung, in den evepf €iai ^), auf; auch die beiden niederen Seelenteile, Gujiöc und ^TTiGujaia, gehen in die dXoYOC qpucic über. So bleibt nur der voOc und vielleicht entsprechend dem uXiKÖv cuj|aa ein vorixov oder dGdvaTOV cwn«.^) Diese geben bei ihrem Aufstieg in der ersten Sphäre, also der des Mondes, die auEriTiKf) Kai iiieiujTiKfi evepteia auf; in den weiteren Sphären müßten sie offenbar andere BJräfte oder Eigenschaften verlieren.') Ganz im Widerspruch hierzu werden aber im folgenden die Laster aufgezählt, welche die Seele bei dem Aufstieg vom zweiten bis zum siebenten Sphärenkreis verliert, und die sie doch, wenn Einleitung geflossen, vgl. hier: 'IrapaYivo^al xotc töccßoOct xal «OBOc TÖ irdvxa fvujpt^ouci (die fvÄcic bringt die Erlösung). 1) Wohl den iv^p^ciai der Elemente. In der im folgenden Abschnitt zu betrachtenden Londoner Inschrift scheinen die alcSriceic das Werk des Götter- kreises, der äußeren Umhüllung des AUgotts. 2) Vgl. hierfür Kap. XIII (XIV). Daß ihm die aöHiiTiKi?i Kai luciujTiKyj iv^PTCta freilich im Grrunde nicht zukommt, zeigt XIII (XIV) § 6. So muß die Möglichkeit betont werden, daß die Schilderung des Aufstiegs in der ersten Sphäre doch zu der zweiten Fassung gehört, aber in ihr schon zwei verschiedene ältere Lehren zusammengearbeitet waren. 3) Es ist allerdings schwer zu denken, daß der Autor noch sechs finden konnte. Aber die Zahlenspielerei hat in diesen mystischen Phantasien zu mancherlei Wunderlichkeiten geführt. Eine eigenartige Parallele zu dieser wunderlichen Verbindung zweier verschiedener Vorstellungen bietet in den Testamenten der XII Patriarchen Rüben Kap. 2. Mit jedem der sieben Planeten ist ein guter Geist und ein irvcöiiia irXdvTjc verbunden. Die sieben guten Geister sind das trveOina Ziujfic (der Geist des vegetativen Lebens, entsprechend der Ö^Jva^lc |Li6iu)TiKf| KCl ai)tr\j\Kr\), irv€0|na öpdceiuc, dKofic, öcqppriccujc, XaXiäc, Y€Oc€iwc, endlich das nveOjia cnopöc koI ciivouciac. Die Einwirkunig der stoischen Lehre von den Seelenteilen erkennt man ohne weiteres. Sehr schlecht entsprechen ihnen die sieben irveOiaaTa rfic nXdvr]c, nämlich iropveiac, dirXTiCTiac, lüdxTic, dpecKciac xal juaffaveiac, (iTcepr\(paviac, vjjcOöouc, d6iK(ac. Auch diese Vorstellung wird ursprünglich auf zwei verschiedene Vorstellungen vom Nieder- stieg, bezw. Aufstieg der Seele zurückgehen. — Eine ähnliche Hebdomade bildet bei den Barbelognostikem aöeaftia, KUKia, lf\\oc, qpöövoc, ^piwOc, tmQvpila zu- sammen mit dem irpodpxu)v. Im Testamentuvi Salomonis erscheinen in der einen Fassxmg (Pabricius, Codex pseudepigraphus I 1047) irveti^axa ^irxd cuv- bebciLi^va eOjLiopqpa "vd^i cföei; es sind rd X€TÖ|i€va ^xotx^a, oi Koc^oKpdxop€c xoO KÖciuiou xoOxou, dtrdxii, ?ptc, kXo[>9uuv (= ^dxr]), t&\r\, TiXdvti, ftOvanic (Gewalt), KOKia. In der anderen Fassung (Fürst, Orient, Jahrgang 1844, Literaturblatt 667 und 713) sind es nicht die Planeten, sondern die Plejaden, sieben schöne Weiber. Jeder steht ein Engel gegenüber, der ihre Tätigkeit lähmen kann (KoxapYetv, vgl. I Kor. 2,6; die Ausdrücke sind z. T. sehr alt). Interpolationen in § 24 — 26. 53 riOoc, 6u|uöc und dTnöuMia schon abgelegt sind, gar nicht mehr haben kann. Ein anderer Typus wirkt hier ein: von den Planeten stammen die Laster und Fehler in uns. Die Erläuterung bietet Servius zur Aeneis VI 714: docent autem philosophi, anima descendens quid ptr singulos drculos perdat. unde etiam mathematici imgunt, quod singvr lorum numinum potestatihis corpus et anima twstra conexa sunt ea ratione, quia cum descmdunt animae, trahunt secum torporem Satumi, Martis iracundiam (vgl. tö epdcoc tö dvöciov), libidinem Veneris (vgl. xriv eTriöujLiriTiKfiv dtraTTiv), Mercurii lucri cupiditatem (vgl. xdc dq)op|iidc xdc KUKdc ToO irXouTou), lovis regni desiderium (vgl. Tf|v dpxovTiKf|v T^po6u^iav). quae res fa^nunt perturhationem animabus, ne possint uti vigore suo et viribus propriis (vgl. Yu)bivuj0£ic änö tujv tt]c dpfioviac evepTTmdrujv . . . Tf|v ibiav €ic 'OYbodba.^) Christus entrückt ja, nach ihrer Lehre, die Seinen durch die Taufe und Wiedergeburt dem Reich und der Macht der el|nap|Li€vr|. So ist die 'ÜTÖodc für Valentinus das himmlische Jerusalem^); und doch wird sie an derselben Stelle zugleich als coqpia und y^ (also Isis), als äfxov irveujAC und schlechthin als Kupioc, jedenfalls also als göttliche Person bezeichnet. Auch dies hat Valen- tinus einfach aus dem Heidentum übernommen, vgl. den Leydener Papyrus W S. 139, 45 Leem.: ^ttiyvouc Yctp Tfic ßißXou ifiv buvafiiv icpui|;€ic, ui T^Kvov. ^varrÖKenai "fdp auirj xö Kijpiov övo^a, ö kxiv 'OYbodc övojaa, 6 xd ixdvxa ^nixdccinv Kai bioiKoiv') xouxtu Yctp uirexdYTlcav öyt^Xüi, dpxdYYcXoi, baijaovec, baiiuiöviccai koi udvxa xd uuö xf)v Kxiciv, und 141, 5: ^irdvaYKec bk XP^cp Ttu ncYdXqj dv6|Liaxi, 6 dcxiv 'OYbodc övo|Lia, .6 xd itdvxa öioiKoiv xd Kaxd xf)V qpuctv. Die Erklärung gibt eine Inschrift von Der-el-Bahari aus der Zeit der XXII. Dynastie, die Maspero*) soeben herausgegeben und trefflich erläutert hat. Der Verstorbene, der zum großen Urgott ge- worden ist, sagt von sich: je suis un qui devient deux, je suis deux qui devient quatre, je suis quatre qui devient huit, je suis un apres celui-lä. Aus dem Urgott gehen zunächst Schu und Tefiiowet hervor, er wird zwei; durch sie werden weiter die vier männlichen Urgötter; sie verdoppeln sich, indem zu jedem sein weibliches Gegenbild hin- zutritt. Mit dem Urgott bilden die heiligen Acht dann die Enneade; aber die Acht sind auch als der Leib des Urgottes*) dieser selbst.^) Es ist der zweite Typus ägyptischer Götterlehren, in dem immer 1) Vgl. 63: uepl hk Ti^v cuvT^Xeiav dvaxiwpoOci Kai aöxai (al v^XcO ttc 'OY&odba. So kann in Kap. XTTT (XIV) § 15 von Poimandree, der über den Aufstieg der Seele Vorschriften gibt, vielleicht gesagt werden 'OY^odba eeciriCei. 2) Irenaeus I 6, 3. 3) Über die Gleichsetzung des Namens und der Person des Gottes vgl. oben S. 17, Die Änderungen Dieterichs (Abraxaa S. 194) sind überflüssig. 4) Becueil des travaux relatifs ä la philologie et ä VarcMologie egyptiennes et assyriennes XXJII 196. 6) Vgl. unten die Inschrift von London S. 68 fl^. 6) Vgl. z. B. den von Brugsch, Reise nach der großen Oase El-Khargeh S. 36 mitgeteilten Text von Gizeh: die Acht sind im tiefen Gewässer des Meeres; sie sind der Sonnengott R^, welcher in seiner eigenen Gestalt dasitzt als greiser Mann. Die Ogdoas. Die Sprache der Dynameis. 55 Gott und Göttin zu einer Syzygie verbunden erscheinen. Faßte man den Gott als kocjjloc, so mußten diese vier Götterpaare, die ihn ausmachen, zu den Elementen werden; schied man Gott und Welt, so mochten sie den votitöc köcjlioc bilden; zerlegte man sein Wesen in die verschiedenen psychologischen oder moralischen Eigenschaften, so mußten sich auf Grund jener Syzygien-Theorie wieder andere griechische Begriffe substituieren, wie dies jedem Kenner der gnosti- schen Literatur bekannt ist. - — Der NoOc mahnt nunmehr den Propheten, den Würdigen den Weg des Heiles zu zeigen, damit Gott durch ihn das Menschen- geschlecht errette, und auf Grund seiner Offenbarung und in seiner Kraft beginnt der Prophet KT]pucceiv toTc dv9pu)Troic tö ttjc euceßeiac Kai TVi(»ceu)C KdXXoc.^) Wie hier das Wort Kiipucceiv an den altchristlichen Gebrauch erinnert^), so erinnert auch die Predigt selbst ungemein an die christliche Bekehrungspredigt. Auf Einzel- heiten werde ich später zurückkommen. Ein Wort der Erklärung bedarf weiter in der Beschreibung des Aufstieges der Seele noch der Satz: xai 6)ionjj0€ic toic cüvoOciv otKOuei Ktti Tujv buvd|Lieuiv utt^p tfiv 'OYÖoaöiKfiv q)uciv oucuiv, qpwv^ Tivi lbi<3t (so D, fiöeict MBC) u|avoucu)V tov öeöv. Ich habe zugleich zu rechtfertigen, daß ich die Lesung des jungen codex Vindohonensis in den Text aufgenommen habe. Altägyptische Anschauung ist es, daß die niederen Götter dem oberen lobsingen, so die acht 9\jXaKec oder KuvoK^pvficri zu preisen. Für den Griechen tritt die Überzeugung von dem Alter dieser Sprachen und der Weisheit der „Barbaren" hinzu. Es gibt wenig Sätze, welche die HeUenisierung 56 II- Analyse des Pcimandres. und den Katalog der Sprachen mebren besondere Aufzählungen der Schriftarten^)-, die Deutung der z. T. frei erfundenen Buchstaben- komplexe ist oft beigefügt. Verschiedenen Dialekt sprechen heißt verschiedene Namen Gottes nennen. So haben die männlichen und weiblichen Götter, Erde und Himmel, jeder der vier Winde eine eigene cpuovri, die der Gottbegnadete kennt. Diese Anschauung überträgt das Judentum auf die Engelwelt; jede ihrer Scharen preist Gott in einer anderen Sprache. So wird in den Papyri eine 'Apxay- YeXiKf] ßißXoc des Moses angeführt^); sie gibt eine wunderliche Buch- stabenverbindung als Namen Gottes.^) Die Reste aus diesem Buch, die ich in handschriftlich überlieferten, ursprünglich jüdischen Zaubern fand, bestätigen das Bild, das die Papyri geben*); das Buch enthielt euXoYiai der Erzengel, verständlichen Text mit mysti- schen Namensformen, in denen ja die geheime Kraft waltet, ge- mischt. Dieselbe Anschauung übernahm aber auch das Christentum. Wieder sei es gestattet, statt vieler Belege nur einen einzigen her- auszugreifen. In den von Vassiüev'') herausgegebenen Quaestiones sancti Bartholomaei apostoli beginnt die Jungfrau Maria ihre Oflfen- barungen mit ähnlichen mystischen Worten (S. 12): tXqpoue Ziapeepd u. s. w. 6 ^CTiv T^ 'CXXrjviöi TXuJccr)' ö 6eöc 6 unepiuieTeöric u. s. w. Im Kult sind diese mystischen Worte und ihre Deutung natürlich getrennt, im Zaubertext und in den theologischen Texten niederer Art verbinden sie sich; wo ein Werk höhere literarische Ansprüche dieser ägyptischen Gebete besser illustrieren als die Versicherung des Magiers (oben S. 20 Gebet IT 6): oTÖ<4 cou xal rot ßapßapiKä övöinaTa, wenn auch der wahre, der himmlische Name dazu in Gegensatz gestellt ist. Der Zweck dieser eöXoYiai in fremder Sprache ist natürlich weit eher, nicht verstanden, als von I'remden verstanden zu werden. Wenn der angebliche Cyprian {Conf. c. 17) in der Kirche die Sänger nach jedem Vers ein ihm unverständliches hebräisches Epiphonem singen hört, so glaubt er Engel zu hören. 1) Die Sonne spricht ößpaicxi und tepoTXuqpicri, der -rrpOuroc äffe^oc öpv€0YXu9icTi, andere ieparicri; aber daneben hat auch der heilige Sperber die Sperbersprache und ruft iepaKicri, der KuvoK^ xoiic dtT^XiKouc i)|avouc ^v dYTC^iKTJ (pujv^ Ktti \j\ivov dvefieXire tu» 6euj Kaid ir\v a.f^e\\KY\v ujavoXoYiav.^) Von der zweiten heißt es: xai Icxe tt^v Kapbiav dXXoiu)8eicav uic iLHiKeti €v9u)LiT)9fivai ') xd K0C)uiKd. Kai x6 |Liev cxöiua auxfic dveXaße*) xfjv bidXcKxov xujv dpxovxuuv*), eboSoXÖTtice be xoö uii/TiXoö xÖTTOu xö iT0iTi)na (die Schöpfung des Himmels), von der dritten: Kai ^cx€ xö®) cxö|ua diroqpeeTTÖinevov ev xrj biaXcKxiu xuiv ev uipei, direibfi'') Kai auxfjc f\ Kapbia ^XXoioOxo dqpicxaiaevr] diro xuiv KOCjLiiKUJV. XeXdXriKE be^) ev xrj biaXcKxiu xuiv Xepoußiin boEoXoToöca xöv becTTÖXTiv xu»v dpexujv evbeiHainevTi xr]v böHav auxujv. Von allen dreien heißt es dann: fjböv xe Kai lnjaXXov Kai riuXÖTTicav Kai ^boEo- Xö^Ticav TÖv öeöv, eKdcxri ev xfi dSaipexiu biaXeKXUJ. Als Inhalt ihrer Lieder wird xd inetaXeia xoO GeoO genannt. Den Text läßt der Geist Gottes auf ihren Gewändern erscheinen^); er scheint in eigenen Büchern überliefert gewesen zu sein. Das Alter derartiger Vorstellungen beweist Paulus, der in seiner Warnung vor der Überschätzung des Zungenredens (I Kor. 13, 1) 1) Nach dem Parißinus (P) herausgegeben von James in Robinsons Texts and Studies V 1 ; den früher von Mai benutzten Vaticanus (M) hat Conybeare (Jevoish Quarterly Beview 1901 S. 111) wieder ans Licht gezogen. 2) So M. Eine verkürzte Fassung in P lautet: koI eOe^uic dvdXaßev äXXriv Kapbiav, \xr\KiT\ t& ttic tHC q)povlEiv, direqpe^T^axo bi xr) dTT«^"«^ öiaX^KTUJ öfivov dvair^mvoca tCü 9eiu Kard xViv äYTC^iKi?jv ö|uvoXotiav. 3) 4veu|Lie'iceai P. 4) IXaße M. 5) tüjv dpxüjv P, vielleicht besser. 6) TÖ fehlt M. 7) ^el P. 8) TOp P. 9) Das erinnert an ägyptische Wundergeschichten, vgl. z. B. Damaskios bei Photios (Bibl. 242 p. 343 a 26 Bekker): oötuj Zdivxi |u^v cuvf^v dei ri Geoci- fe^c, diroeavövn ö^ in^xh^ xd vo)iiZö|Li€va xoTc lepeöciv 6 'AcKXtimdferic diro6i66vai irapecKcudCexo xd xe dXXa xal xdc 'Ocipidbac k.n\ xip c\ii\xa-n irepißoXdc, aöriKa qpu;xi KaxeXdjinrexo Ttavxax^ xvüv civfeövujv diröpprixa öiaTpdmiaxa xal irepl aöxd KaGcujpäxo q)acfidxujv €i6r] eeoirpcitCöv. Beitzenstein, Poimandres. ^ 58 n. Analyse des Poimandres. bekanntlicli, nachdem er von den t£Vti t^uuccOüv, den Graden und Arten dieser mystischen Sprache geredet hat^ sagt: edv xaic x^iwccaic TÜJV dv9pu)TT(Jüv XaXÜJ Kav tujv ä-f^eKiuv, dTdnriv öe \ir\ ^x^. T^TOva XotXKÖc nxwv r| KU)Lißa\ov dXaXdJÜov.^) Wer das xdpicjua der Glossolalie in jenen Beschreibungen wieder- erkennt^)— und ich zweifle nicht, daß in der Deutung ihres Wesens Hamack das Richtige erkannt hat — , wird freilich zugeben müssen, daß diese „Wirkungen des Geistes" dem Christentum nicht eigen- tümlich sind, sondern der mystischen Ekstase des Hellenismus an- gehören. Es ist sehr charakteristisch, daß Paulus die Gefahr, welche in der Übernahme dieser Kultform lag, so klar erkannte, ohne doch zu wagen, sie ganz zu beseitigen. Daß auch die Hermetischen Ge- meinden diese Art Gott zu preisen kannten, geht aus dem Poi- mandres hervor. Daß das Lied dieser 5uvd|uieic in Kap. XIII (XIV) gleich in „griechischer Übersetzung" mitgeteilt wird, liegt in dem literarischen Charakter des Stückes. Der Predigt folgt die Gründung der Gemeinde und die Einführung eines bestimmten Gebetes zum Preise Gottes, das täglich von jedem Anhänger gesprochen werden muß und vielleicht mit dem gewaltigen Hymnus identisch ist, mit welchem der Prophet seinen ganzen Be- richt beschließt: „Heilig ist der Gott^), öc YViwcöfjvai ßouXcrai Kai YiviucKeiai toic iöioic."*) Ihm gilt die Bitte des Frommen, |Lif| c(pa- Xfivai Tfic YVUüC€(juc. Es ist wohl überflüssig, daß ich ausdrücklich hinzufüge, daß wir hier eine heidnisch-gnostische Schrift vor 1) Vgl. Everling, Die paulinische Angelologie und Dämonologie S. 38 ff., der freilich die helleniBtischen Anschauungen nicht mit berücksichtigt. Was Paulus Ton dem biepmiveOeiv sagt, läßt sich am besten aus Dieterich, Abraxas S. 6 ff. belegen. Zu dem KÜjußaXov dXdkdZov vgl. die Charakteristik Apions als KO|ußa\ov toO k6c|uou ; die Instrumente des orgiastischen Kults sind natur- lich mit Absicht gewählt, 2) So — allerdings mit anderer Begründung and anderen Beispielen — Hamack, Texte und Untersuchungen VII 2, 87. Die dagegen erhobenen Ein- wendungen glaube ich zu kennen, ohne doch von ihnen überzeugt zu sein. Hamack selbst scheint, wenn ich die Worte seines neuesten Buches (Mission und Ausbreitung des Christentums S. 249 Nr. 6) richtig deute, allerdings seinen Gegnern nachgegeben zu haben. 8) Darauf, daß öyioc eT neunmal wiederholt wird, machte Casaubonus mit Recht aufmerksam. 4) Vgl. Kap. X (XI) 15: oö T^p dfvoct töv ÄvSpiuttov 6 6€Öc, dXXd koI irdvu Yviwpttei Kol QiXei Yvi«p(Zec9ai. Glossolalie. Schluß des Hauptberichtea. 59 uns haben.^) Gerade darum wäre es von höchster Bedeutung, wenn wir einen bestimmten Teil für jene frühe Zeit, auf welche die Ein- leitung uns wies, mit Sicherheit in Anspruch nehmen könnten. Allein die Analyse hat nicht erfüllt, was wir von ihr erhofften. Wohl hat sie große Interpolationen und doppelte Rezensionen des- selben Gedankens gezeigt, und meine erste Behauptung, der uns vor- liegende Text des Poimandres sei nur die Überarbeitung einer älteren Fassung, ist durch sie zwingend erwiesen. Aber unmöglich war es bisher, einen einheitlich gedachten Kern, ein System des Poimandres herauszulösen. Wir müssen die Methode der Untersuchung ändern, um uns von anderer Seite ein Verständnis des Stückes zu erschließen. III. Woher stammen jene eigenartigen Vorstellungen, welche uns in dem Hauptteil des Poimandres begegnen? Die früher übliche Her- leitung aus dem jüngeren Neuplatonismus ist zeitlich unmöglich, ihr Ursprung aus der Philosophie unwahrscheinlich. Daß eine Reihe von Vorstellungen sich uns als ägyptisch erwiesen, wird bei dem Ursprung dieser Schriften niemanden befremdet haben; aber daneben wies uns die Idee des Kampfes zweier göttlichen Wesen und Prin- zipien auf Persien, und auch jüdische Einflüsse sind nicht zu be- streiten. Allein aU solche Einzelbeobachtungen haben im Grunde hier wie sonst wenig Wert; nicht woher diese Vorstellungen in letzter Linie stammen, sondern in welcher Weise sie sich verbanden, wie die Lehre erwuchs, gilt es vor aUem zu untersuchen. Daß wir so weit vordringen können, danken wir der glänzenden Entdeckung eines jungen amerikanischen Agyptologen, J. H. Breasted, der eine seltsamerweise nicht einmal vollkommen unbekannte ägyptische In- schrift des Britischen Museums zum erstenmal richtig gelesen und feinsinnig interpretiert hat. Auf seinen Aufsatz^) machte mich mein 1) Den Zusammenhang mit dem Ghostizismus erkannte auch Zeller, der ihn freilich mit Unrecht auf die beiden PoimandreB-Schriften I und XIII (XIV) beschränken wollte; er geht stärker oder schwächer durch das ganze Corpus. 2) Zeitschr. f. äg. Sprache 1901 S. 39 ff. Breaeteds Übersetzung war Prof. Spiegelberg so gütig, für mich noch einmal durchzusehen und in ein paar 5* 60 III- Grundvorstellungen des Poimandres. Freund und Kollege, Prof. Spiegelberg, zu einer Zeit aufmerksam, als ich Alter und Hauptinhalt des Poimandres schon in der oben ausgeführten Art für mich bestimmt hatte. So war es leicht, die nahen Beziehungen zwischen der Inschrift und dem griechischen Text zu erkennen. Der Stein zeigt die Schrift etwa des VIII. Jahrhunderts v. Chr., aber er gibt seinen Inhalt als Wiederholung eines älteren und auf schlechteres Material geschriebenen Textes aus dem Tempel des Ptah zu Memphis.^) Den Hauptinhalt bildet die Osiris Legende. In sie ist eine Lehre vom Gotte Ptah eingelegt, der, ursprünglich ein Gott der Handwerker und daher dem griechischen Hephaistos gleichgesetzt, sehr früh schon mit den alten Himmels- und Lichtgöttern verbunden und darum als Spender alles Lebens gefaßt war. Auch in unserm Text wird er zunächst in echt ägyptischer Weise mit dem Urgott Atum in Verbindung gebracht. Atum emaniert aus sich acht Gott- heiten (den Götterkreis, die 'OTbodc). Jede von ihnen ist Ptah mit einem andern Beiwort; an die vierte, genannt „Ptah der Große", knüpft sich ein theologisches System, in welchem die vorausstehende Einkleidung zwar nicht vollkommen ignoriert wird, aber doch nur schwach mit einwirkt. Doch bevor ich zu seiner Erklärung über- gehe, sei es gestattet, ein Gebet an Ptah aus der Zeit Ramses' III. Einzelheiten zu berichtigen. Nachdem dieser Teil des Buches abgeschlossen war, erschien Masperos Aufsatz: Sur la toute-puissance de la parole (Mecueil de travaux relatifs ä la philologie et ä l'archeologie egyptiennes et assyriennes XXIV 168). Er gab mir zu meiner Freude in der Grundauffassung und Kritik Breastedß nur volle Bestätigung. Einzelheiten der Übersetzung sind hierauf nochmals von Prof. Spiegelberg durchgeprüft. Die Abweichungen von Maspero beruhen in letzter Linie darauf, daß er dem Dogma von der Schöpfung durch das Wort, das er so glücklich iu der ägyptischen Religion entdeckt und so glänzend zur Darstellung gebracht hat, eine m. E. für unsere Inschrift allzu- große Bedeutung beimißt. 1) Ganz ähnlich bezeichnet sich z. B. das zweite Loblied des Königs Darius in dem Tempel der Oase zu El Khargeh (Brugsch, Reise nach der großen Oase E. K. S. 48) als „die geheimnisvollen Sprüche des Amon, welche sich auf den Tafeln vom Holze des Maulbeerbaumes befinden", d. h. als alter Xötoc dirÖKpuqpoc des Gottes. Daß es sich bei der Inschrift von London nicht um literarische Fiktion, sondern um eine wirkliche Tatsache handelt, glaubt Brea- sted aus den sprachlichen Formen schließen zu dürfen; er setzt das Original etwa acht Jahrhunderte vor die Wiederholung. Die Frage ist für unsere Zwecke unwichtig. Ägyptisches. Ptah -Lehre. 61 aus dem Papyrus Harris I 44, 3 ff. nach einer Übersetzung Prof. Spiegelbergs anzuführen, um den Vorstellungskreis, in den wir ein- treten, anschaulich zu machen: Heil dir! Du bist groß, du bist alt, Tatenen^), Vater der Götter, alter Gott von Anbeginne an, der die Menschen gebaut, der die Götter gemacht hat, der mit dem Schaffen begann als der erste Schöpfer (?), der schuf für (?) aUe, die nach ihm kamen, der den Himmel gemacht hat, wie sein Herz^) (ihn) schuf, der ihn aufhängte, als Gott Schu^) sich erhob, der die Erde gegründet hat aus eigener Kraft, der kreiste in dem Urgewässer des großen Grünen*), der die Unterwelt schuf, welche die Leichen zur Ruhe bringt (?), der den Re kommen läßt, um sie zu beglücken, als Fürst der Ewigkeit, Herr der Ewigkeit, Herr des Lebens^), der die Kehle mit Luft anfüllt, der den Odem in jede Nase gibt, der aUe Wesen mit seinen Gaben belebt. 1) Beiname des Ptah. 2) Das Herz ist nach ägyptischer Auffassung der Sitz des Verstandes und des Willens, wird also für beide gebraucht; vgl. Ebers, Die Körperteile im Alt- ägyptischen, Abh. d. K. bayer. Akad. 1897 S. 98 ff. und die oben S. 23, 24 angeführ- ten Stellen; die beste Übersetung ist tatsächlich die älteste, q)p^vec. Ahnlich ist die Zunge zugleich die Stimme oder Rede, das Wort. Für die griechischen Übersetzungen genügt es auf den von Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 13 mitgeteilten Hermeshymnus zu verweisen (\ötijüv dpxiT^TO xXu(>cct)c). So heißt *r in dem jungen orphischen Hymnus zugleich Xöfou GvriTOki iTpoq)fiTa und Y^^ccTic beivöv öirXov tö c€ßdc|iiov dvepiOiroiciv. Da ich früher die Ab- handlung von Ebers übersehen hatte, sei beiläufig bemerkt, daß auch er schon (a. a. 0. 163), wie Brugsch und Breasted (Zeitschr. f. äg. Sp. 1901 S. 49), darauf hingewiesen hat, daß die christliche Logoslehre aus Ägypten stammt (vgl. auch Dümichen, Gesch. d. alt. Äg. 220). 3) Der df)p. 4) Des Himmelsozeans. 6) Also Osiris. 62 in. Grundvorstellungen des Poimandres. Lebensdauer, Schicksal und Fügung'^) sind ihm Untertan; man lebt yon dem, was aus seinem Munde hervorgeht.*) Der allen Göttern Zufriedenheit schafft^) in seiner Gestalt als altes Urgewässer (?). Herr der Ewigkeit, dem die Ewigkeit Untertan ist, Lebensodem für alle Wesen. Li ähnlichen Hymnen waren andere Götter, vor allem Thot und Horus gepriesen. Hieraus ist das theologische System der Lischrift von London zu verstehen. Ich teile ihren Text der Übersichtlichkeit halber in Paragraphen. Li der Aufzählung der acht Erscheinungs- formen des Ptah heißt es zunächst an vierter Stelle: Z. 52. Ptah der Große ist das Herz und die Zunge des Götterkreißes*) Z. 53. (Zwei Götter)^) sind der eine als Herz, der an- dere als Zunge Abbild*) des Atum, Sehr groß (?) ist Ptah, wenn er ihre Ka sind also in diesem Herzen und in dieser Zunge; Z. 54. als Horus in ihm (Atum) als Ptah entstand und als Thot in ihm als Ptah entstand, wurde die Macht von Herz und Zunge durch . , der sein Wesen(?) hervorbringt aus jedem Leib, aus jedem Mund aller Götter.') 1) So oder ähnlich zu übersetzen; für griechisches Verständnis wurde er damit zum Herren der ei|Liap|Li^vr|. 2) Der Gott ist hui\ und als Lichtgott zugleich qpuic. Daß er auch als NoOc gefaßt ist, wird sich uns später zeigen. 3) Denkbar wäre auch: der alle Götter in sich vereinigt in seiner Gestalt als großes Urgewässer. 4) Ähnlich ist auch Isis fOi Apion (?) bei Plutarch De ü. et Os. 68 Kapöia und T^&Tta (vgl. Wellmann, Hermes XXXI 226 A. 5). Dasselbe wird in ägyptischen Texten oft von Thot gesagt (Zwei religionsgesch. Fragen S. 72 fF.). Die Erklärung wird »ich uns später bieten. Es folgten in der Inschrift die Aufzählungen der vier letzten Formen des Ptah. 6) Gemeint sind, wie das Folgende zeig^, Horus und Thot. 6) Maspero: en Emission d' Atoumou. Sie sollen als jüngere Götter, als Teile gekennzeichnet werden. 7) Er schafft in den andern Göttern und durch sie; auf die beiden Arten göttlicher Zeugung (Schöpfung) durch die Emission des Samens und das Wort wird Bezug genommen. Inschrift von London. 63 Alle Menschen, alles Vieh, alle Reptilien leben, indem (er)') irgend etwas, das er will*), denkt und ausspricht. — Z. 55. Sein Götterkreis') ist vor ihm; er ist Zähne, Lippen, Gefäße, Hände. Atum (ist in seinem?) Götterkreis, Atum ist in seinen Gefäßen, in seinen Fingern, während der Götterkreis Zähne und Lippen in diesem Munde ist, der den Namen jedes Dinges ausgesprochen hat*), und aus dem Sehn und Tefnowet hervorgingen.^) Z. 56. Damals bildete der Götterkreis das Sehen des Auges, das Hören der Ohren, das Riechen der Nase, damit sie aufsteigen lassen den Wunsch des Herzens. Denn dieses ist es, welches jede Vollendung (?) hervorbringt, die Zunge aber ist es, welche wiederholt, was das Herz wünscht. — Er (Ptah)^) gibt JEntstehen allen Göttern, Atum und seinem Götterkreis, da jedes Gotteswort (Hieroglyphe) ent- steht durch den Wunsch des Herzens und den Befehl der Zunge. Z. 57. Er macht die Ka er macht alle Nahrung') und alle Opfergaben mit diesem Wort; er macht, wa,B geliebt und was gehaßt wird. Er gibt Leben dem 1) Auf Grund dessen, daß er u. s. w. 2) Als Wesen des Gottes bezeichnet auch die X. (XI.) Hermetische Schrift (§ 2) und später die alexandrinische Theologie das e^Xeiv. Das Wollen voll- zieht sich durch voOc und Xö^oc, also durch Ptah (vgl. Z. 66). 3) Die 'Ofbooc (also Ptah?); ihr Verhältnis zu dem Hauptgott wird all- gemein geschildert; sie gibt die Werkzeuge für das Schaffen durch das Wort oder durch die Emission des Samens. Die zweite, mehr archaistische Vor- stellung widerspricht eigentlich dem System und wird bald fallen gelassen. 4) Also nach ägyptischer Vorstellung das Ding geschaffen hat» 5) Das erste Götterpaar in den Kosmogonien, welche G^ttersyzygien kennen. Auch dies ist Rest der älteren Vorstellimg; der Mythus von ihnen schließt ursprünglich an die Emission des göttlichen Samens. 6) Das männliche Pronomen im ägyptischen Text könnte eich zunächst auf Herz oder Zimge beziehen. Für ersteres trat Breasted, für letzteres ur- sprünglich Spiegelberg und jetzt Maspero ein. Aber Z. 67 paßt nur auf Ptah; selbst der Schluß von 56 kann nur ein Wesen preisen, das beides, voOc und XÖTOC, ist. Hierzu lenkt schon der Anfang von Z. 66 über; der übrige Götter- kreis ist diesem Wesen nur dienstbar, wie die alc6fic€ic nur dem voOc und Xötoc dienen. 7) So oder ähnlich zu übersetzen; vgl. oben S. 20 Gebet 11 2: ö cuvdifujv TÄc Tpo(päc Tviiv ötütv Kol dvepUmuiv. 64 m. Grundvorfltellungen des Poimandres. Frommen^), Tod dem Frevler. Er macht jedes Bauwerk und jedes Handwerk. Das Schaffen der Arme, das Gehen der Füße, Z. 58. das Bewegen aller Glieder vollzieht sich nach seinem BefehP) wegen des Wunsches des Herzens, welcher von der Zunge kommt und die Gesamtheit aller Dinge tut. So entsteht die Lehre'): Atum hat die Götter zu Ptah Ta- tenen werden lassen, sobald die Götter entstanden sind. Alle Dinge gingen von ihm hervor sowohl Opfer und Nahrung*) als Götteropfer und alle schönen Dinge. — §4 Z, 59. Er*) ist Thot, der weise, dessen Kraft größer ist als die der (anderen) Götter. Er (Thot) vereinigte sich mit Ptah, nachdem er alle Dinge und alle Gottesworte (Hieroglyphen) hervorgebracht hatte, damals als er die Götter gebildet hatte, die Städte gemacht hatte, die Gaue (vo|Lioi) besiedelt hatte, die Götter in ihre Heiligtümer gestellt hatte, Z. 60. als er ihre Opfer festgesetzt^) hatte, ihre Heilig- tümer gegründet und Statuen ihrer Leiber gemacht hatte zu ihrer Zufriedenheit.') — • 1) So oder ähnlich zu übersetzen. 2) Wörtlich: Ausstoßen des Wortes. 3) Wörtlich: es entstand das Sagen. Wenn Maspero hieraus (er übersetzt zunächst est devenu le dire) macht: le verbe une fois produit, Toumou fait les dieux devenir Ptah Totounen, so übersieht er, daß von einer Entstehung des Wortes nichts gesagt ist. Der theologische Satz, daß der Götterkreis im Grunde Ptah ist, wird belegt; alles Schaffen und alles Wirken geschieht durch Ptah. Da nun beides sonst auf den Götterkreis mit zurückgeführt wird , so muß er Ptah sein ; Atum macht die Götter zu Ptah. 4) So oder ähnlich zu übersetzen. Da dasselbe öfters von Thot gesagt wird, ist der Gedankenübergang zu der nun folgenden Lehre von Thot leicht. 6) Auch hier setzt Maspero eile (la langtie) ein, was mir schon dadurch widerlegt scheint, daß er nun schreiben muß: eile se Joint d Ptah. Diese Vor- stellung ist unerträglich. Auf einen Schöpfungsmythus, wie ihn die Straßburger Kosmogonie gibt, weist das Folgende zwingend. Er kann nur auf Thot gestellt sein. Das zeigt selbst die später zu besprechende Nachbildung in dem Moses-Roman des Artapanos. 6) So oder ähnlich zu übersetzen. 7) Zur Sache vgl. Griffith, Stories of the High Priests of Memphis p. 58 das Gebet an Thot: Thou art he that made magic in writing, thou art he that hanged up the heaven, that etahlished the earth, the underworld, that plapeth the Inschrift von London. 65 § 5 Wenn die Götter in ihren Leib eintreten, so ist er (Ptah) in jedem Holz, in jedem Edelstein, in jedem Kupfer (?). ^lle Dinge gedeihen^) in seinem Gefolge (??), wenn sie dort werden. Ihm opfern alle Götter und ihre Ä«*), indem sie sich vereinigen und verbinden als (?) Herr der beiden Länder.') So ist der Gott von Memphis die Gottheit oder „der Gott" von ganz Ägypten. Das theologische System ist geschlossen, die Lischrift kehrt zu dem Osiris-Mythus zurück. — Daß Breasted den Gedanken Inhalt in begreiflicher Entdecker- freude etwas zu groß dargestellt hat, wird ihm niemand verargen. Was neu ist — wenigstens in dieser Form — , ist wohl nur der Versuch, drei verschiedene Göttermythen in einem System zu ver- einigen, den Hermopolitanischen Mythus von Thot als Weltschöpfer, der ja dabei mehrfach als Teil eines Allgottes erscheint*), die Lehre der Ptahpriester von Memphis, nach welcher Ptah als Urgott sich selbst und alle Götter und Menschen baut und die Welt schafft*), endlich die Heliopoütanische Theologie, in der Atum als erster einer Enneade von Göttern seine acht Genossen in sich vereinigt und Ur- gott und Urgrund aller Dinge ist. Der Verfasser benutzt dabei sehr früh auftretende Vorstellungen, einerseits, daß die Vielheit der Götter nur Glieder eines einzigen ist, andrerseits, daß ein schärfer um- rissener, gewissermaßen speziellerer Gott gleich einem andern all- gemeineren Gott in einer bestimmten Eigenschaft ist. So ist Atum in der Tat der Urgott, aber der Götterkreis, sein Leib (sein TtXripiu|ia), besteht aus acht verschiedenen Formen des Ptah; Atum hat sie aus gods with the Ein ähnlicher Mythus von Horus stand offenbar nicht zur Verfügung. So geht der Autor gleich zu dem Gesamtresultat über: durch diese Vereinigung mit Thot ist Ptah auch beteiligt an allen irdischen Göttern (Grötterbildem). Er ist der Gesamtgott. 1) D. h. wachsen. Maspero: tout prosphre sur ces terrains, oü ces dieux se sont pröduits- a 2) Vgl. in dem Gebet an Thot bei Dieterich, Jahrbücher für Phil. Supplem. XVI S. 800 Z. 12: 00)9, 6v uöc Oeöc itpocKuvcT. 3) Beiname des Ptah. Vergleiche oben im Pap. Harris : „der allen Göttern Zufriedenheit schafft (sie in sich vereinigt) in seiner Gestalt als ehrwürdiges ürgewässer". 4) Vgl. Zwei religionsgesch. Fragen S. 53 ff. und 73 ff. 5) Vgl. das G^bet des Papyrus Harris oben S. 61. 66 ni. Grund Torstellungen des Poimandres. sich heraus hervorgehen lassen; auch er ist ja der, „der sich sich selbst schaflff'; aber ebensogut hat auch Ptah Atum und sich selbst erbaut; er ist dessen Leib.^) Per wichtigste Teil dieses allgemeinein Ptah- Wesens oder Weltgottes ist Ptah der Große, der Herz und Zunge ist, jenes als Horus, dieses als Thot. Er ist als Zunge, als Wort, niedergestiegen, die bicucöciiiTicic zu vollbringen; aber das Wort ist nur der aus der Person herausgetretene, gewissermaßen emanierte Gedanke. Thot und Horus sind unlöslich in Ptah verbunden.') Die Vereinigung beider in der Osiris-Sage hat den Anlaß zur Einlage dieser ganzen Theologie gegeben. Daß dabei Thot der einzige Gott ist, an den eine speziellere Sage schon schloß, und daß er, bezw. die Zunge, besonders hervortritt, so daß man das Ganze wohl noch als Lehre von der Schöpfung durch das Wort bezeichnen kann, empfindet der Leser von selbst. Für den Griechen, der solche Lehre etwa hörte, mußte sich von selbst folgende Abfolge von göttlichen Wesen bilden: Geöc (in allgemeinster Bedeutung und völlig zurücktretend) — bniuioupTÖc oder bTimoupTÖc NoOc') — endlich NoOc und Aöyoc. Das trifft in der Haupt- sache wunderbar mit der Grundvorstellung im Poimandres zusammen; ja diese Übereinstimmung wird noch stärker, wenn wir erwägen, daß, wenn Thot nach der öiaKÖC)LiTicic sich wieder mit Ptah vereinigt, er diese Ordnung von ihm getrennt, also von ihm entsendet oder ema- niert, vollzogen haben muß. Der Verfasser hat die Anschauung, daß das Wort nur der heraustretende Gedanke ist und beide unlöslich zusammengehören, scharf zum Ausdruck gebracht. Hierdurch erklärt sich jene in der griechischen Schrift uns früher unerklärbare Angabe, daß der Aötoc nach Vollziehung der biaKÖCjiTicic zu dem brifiioupYÖc NoOc zurückkehrt und mit ihm zusammen ein einziges Wesen aus- macht: dTrrjbncev euSuc ^k tu»v KaTUiqpepiuv cxoixeiujv ö toö GeoO 1) Dies scheint mir besonders aus § 3 Z. 57, verglichen mit dem Anfang, hervorzugehen. 2) Auch die ^deren Götter vereinigen sich dank ihrer Tätigkeit in Ptah- Atum, denn Herzend Zunge regieren alles; ihnen dienen die a\cQi\ceic, durch sie handeln die Glieder. Hieraus erkläxt sich die Behauptung der Hermetischen Schriften, daß die Vereinigung von voöc und Xötoc das Leben ist. 3) Diese Bezeichnung für Ptah, den Gott alles Handwerks und aller Künste, der zugleich Weltschöpfer ist, hatte sich schon Brugsch ohne alle theologischen Erwägungen geboten. Sie war für den hellenistischen Hörer die einzig mögliche. Die Inschrift und der Poimaadres. 67. AÖTOC elc TÖ KttOapöv ttic (püccuuc brnLiioupTTma (zu dem Feuerkreis, dem eigentll3hen Sitz des Ptah, der ja auch Gott des Lichtes und Feuers ist) Kai riviüÖT] t^ brmioupttp Niu" 6|nooucioc fäp f^v. Die Begrün- dung, die an sich viel zu schwach wäre und ebenso für eine Ver- einigung von 0€Öc und NoOc, Noöc und briiiioupTÖc NoOc, "AvöpuJTroc und AÖTOC, "AvepuüTTOC und bimioupYÖc NoOc und so fort verwendet werden könnte, wird erst klar, wenn wir wissen, daß gerade diese beiden in der ägyptischen Theologie ein einziges göttliches Wesen ausmachen. Auf ägyptische Quellen mußten wir bei dieser Schrift zuerst raten; hier finden wir eine Übereinstimmung, die sieh aus einem Spiel des Zufalls gar nicht erklären läßt. Eine Lehre, welche der Theologie dieser Inschrift im wesentlichen entspricht, ist die erste Hauptquelle des Poimandres. Es ist interessant zu beobachten, wie die ägyptische Fassung noch die zu Grunde liegenden Mythen und die Art ihrer Verbindung erkennen läßt, wahrend die hellenistische überall philosophisch geprägte Begriffe einsetzt. Noch interessanter ist mir freüich dabei, daß ein System, welches auf den ersten Blick nQuplatonisch erscheiaen mußte, sich kurzweg als ägyptisch heraus- stellt. Der -Erwähnung endlich ist es wert, daß wie Casaubonus, Menard, KeUer*) u. a. auch Zeller gerade aus den angeführten Worten schließen wollte, der Poimandres sei jung und von christlicher Theologie beeinflußt. Das ist gewiß an sich begreiflich, zeigt aber, wie vorsichtig man in der Annahme derartiger Einflüsse und den Versuchen, einen aus dem Zusammenhang gerissenen Gedanken auf eine bestimmte Quelle zurückzuführen, sein soUte. Nehmen wir die allgemein verbreitete ägyptische Vorstellung hinzu, daß die Seele des Menschen nach dem Tode gereinigt zu Atum zurückkehrt, um als Gott mit den Göttern ewig zu leben*). l 1) Hellenismiis und Chiiatentum S. 849 A. 2) So schon in den ältesten Teilen des Totenbuches, vgl. Erman, Ägypten S. 479 fiF., der dem wundervollen Text fireilich wohl nicht voll gerecht wird. Daß man später auch in Ägypten sieben Hallen oder Himmelsräume schied, durch welche die Seele dabei wandert, haben wir früher (S. 9—11) gesehen. Wenn ich dennoch in dem folgenden Teil des Poimandres den Aufstieg der Seele durch die sieben Sphären nicht als ägyptisch in Anspruch nehme, so geschieht das, weil sie in den beiden dort erwähnten ägyptischen Darstellungen nebeneinander, nicht übereinander liegen; sie nehmen die Fläche des Himmels 68 in. Grrundrorstellungen des Poimandres. SO haben wir den Hauptteil des Poimandres als hellenisierte Lehre ägyptischer Priester erwiesen. Mit ihr läßt sich auch der Gedanke leicht in Einklang bringen, daß der Gott Noöc in dem Frommen lebt und wohnt.*) Schon in unserer Inschrift gibt ja Ptah Leben dem Frommen und Tod dem Frevler. Er gilt in sehr frühen Be- richten als Geber der Lehre von den Göttern, d. h. als Erfinder der Philosophie.*) Er offenbart sich den Seinen und berät sie; 6 6dc coi XeXdXriKev^) lautet ein griechisch-ägyptisches Sprichwort, dessen beste Erklärung die früher angeführten*) Worte der Intef- Stele bieten: die Menschen sagen von dem Herzen (dem voOc) des Litef: „it is an oracle of the god, which is in every body". Mit ungeahnter Sicherheit hat sich der eine Teil der Poiman- dres-Lehre als ägyptisch nachweisen lassen; die Träume, welche einst der phantasievolle Deveria ersann, die Hermetischen Schriften möchten wirklich die Geheimlehre ägyptischer Priester enthalten, haben an einem Punkt und in bescheidenem Umfang Leben gewonnen. Es gilt jetzt, die nicht-ägyptischen Bestandteile zu untersuchen. Auch hier ist das Ziel natürlich, eine zu einer bestimmten Zeit einheit- liche Lehre zu finden; aber ein direktes Zeugnis ist uns bisher ver- sagt, und nur auf mancherlei Umwegen werden wir dies Ziel an- nähernd erreichen können. — Nicht-ägyptisch ist vor allem, was von dem ersten, dem himm- eln. Der Begriff der sieben Sphären scheint erst mit der Bildung der astro- logischen Systeme nach Ägypten zu kommen. Den Aufstieg durch sie finden wir dann in der jüngeren Mithraslehre (Origenes Contra Celsutn VI 22). Daß die Umbildung der Vorstellungen für den Ägypter besonders leicht war, brauche ich kaum hervorzuheben. 1) Vgl. die in Kap. I angeführten Gebete. 2) Diog. La. prooem. 1 : AiYOttTioi |iev fäp Ne(\ou Y^v^cöai uaiba "Hq)aiCTov, 6v äpHai . 47, 13) so äußert: bid. ri ö^ Kai ö^vl^cuJ ce; d)c ^juauToO üjv; lüc i.\u)v xi löiov; d»c dXXoc üjv; ci) T(I>- covTcc, EOXa Kol XiOouc xa^^^v koI d&Tjpov xpwcöv xal äpxupov, <(lin\ae6|i€yoi> Tf\c öXtjC aÖTi&v Kai %pr\ce.{uc, tö ftoOXa xf\c öirdpE€U)c dvacrficavTec c^ßovrai Kol a ^6ujK€v aÖTotc elc ßpOüciv ö Ocöc ireTcivd toO d<^poc Kai rf^c eaXdcoic td vriKTd Kai TTJc ■yf^c rä kprcerii koI tA Sripia cuv kttjvcci \6Tpawöboic toO dfpoO (vgl. oben S. 47 A. 1 ; hiernach könnte ein Synonym zu c^ßovrai ausgefallen sein) YaXfic T6 KCl \xOc atXoöpouc T€ kcI kövoc <(XOkouc tc^ koI ihöiikouc, koI tä \b\a Pßib^ara ßpujTotc GOfiaro eOouciv xal vcKpd vCKpotc irpoctp^povrcc d)C Qeoiic dxapi- CToO.ci Tii» 9€CJi bxö. Toünuv dpvoO|bi€voi ai)TÖv elvo». — Mti6^ kotä 'lou6a(ouc c^ßecOc. Kol ydp .^Ketvoi ^övot ol6^€voi t6v öeöv yiviOcKCiv oök ^iricxavTai XaxpcCiovTec dfY^Xoic kcI dpxafT^Xoic, Mrjvl Kai ZeXi'jvij. Kai iäw \xi\ c€Xif|VT| tpavi^, cdßßoTOv oök ötouci tö X€TÖ^€vov trpüJTOV ot)bi vcomiviav dtouciv oöt€ älvfia oÖT€ ^opr^jv oöxe }xefA\r\y/ i'm^pav. Die Konjektur Preuschens, der im Anfang für f^v bezw. il»v vielmehr ^c einsetzen und nach ^Eouciav in- terpungieren will, ergibt Widersinn, da das zum Kult verwendete Silber und Gold ja gerade der xp^cic entzogen wird. Im folgenden scheint mir £inXa66- imevoi oder d|üicXi^cavT€C oder ein ähnliches Wort zu fehlen. Als drittes y^voc der Gottesverehrung wird' die Verehrung Gottes durch Christus hingestellt. So bietet sich von selbst Koloss. 2, 8 zum Vergleich: ßX^Tr€T€ ^'f\ Tic i}fx6LC Icrai ö cuXaTurpöv biä Tf)c qpiXocotpiac Kcl Kevf^c dtrdTTjc Kard rf\v irapdboctv t«Iiv dvGpUjTrujv KOTd xd croixcta toO k6c)liou käI oö Koxd Xpicxöv. Wer hierzu verfuhrt, fuhrt in die Knechtschaft; es ist eine Religion nur des irdischen Noöc, vgl. 2, 16: fxV) oöv xic öfidc Kpiv^xuj bf ßpi()C€i f^ ^v iröcei f\ 4v ytipex 4opxf^c f\ v€0fiTiv(ac f^ caßßdxwv ..... iHTjbclc öiadc Kaxaßpaßcu^xu) e^Xuuv ky xatreivoippocOvij Kai Qpr]CKiiq. xiöv d.yfi\{uv, S ^dipCKev i|Lißaxeöa»v, eIk^ qpuciotJ|ji€voc ötrö xoO voöc xf^c capKÖc aöxoO . . . . €l direedvcxe cOv Xpicxt?» dirö xiöv cxoixciuiv xoO köc|uou, xi lic tilivxec iv köc|liiu boyina- xiZexe . . . (auch hier sind die cxoixcla xoö Kdcfiou zugleich persönlich gefaßt, sie sind die ä-fT^Xoi, Everling 101). Der demütige Dienst, die Berufung auf Visionen, die in der Polemik hervorgehobene Betonung des NoOc, alles scheint zu zeigen, daß diese jüdische Mystik sich mit der „Hermetischen" eng berührt. Auch kann Paulus das Verständnis för seine Schildenmg dieser liouXeio bei Juden- Christen und Heidenchristen gleichmäßig voraussetzen. Astrologie im Judentum. 75 der bisherigen Vorstellungen einzuführen. In ihren Wurzeln reicht sie ja auch über die Astrologie weit hinauf. Die Zwischenwesen erschei- nen lange nur als Vollbringer des göttlichen Willens, gewissermaßen neutral, selbst weder gut noch böse. Aber allmählich bricht auch die fatalistische Auffassung durch; wir hören, daß bei den Essenern die eijLiap^^vn voll anerkannt ist^); ihren Zwang durch magische Ein- wirkung zu brechen, dient die Kenntnis der geheimen Namen der Engel. Aber Hippolyt (IX 4) und Epiphanius (I 16, 2) sprechen auch ausdrücklich von dem Schicksalsglauben und der Astrologie bei den „Pharisäern". Auch bei ihnen haben die Planeten, d. h. ihre Dämonen und Eng€l, bestimmte mystische Namen. Ein derartiges System mit den Namen der Planeten- und Tierkreiszeichen hat Epi- phanius skizziert; von einem anderen bewahren die Evangelien eine Spur. Man hat mehrfach betont, daß der Name Beelzebul für den obersten der Dämonen in der apokryphen jüdischen Literatur nicht vorkommt.*) Auch in dem Neuen Testament ist seine Verwendung beschränkt; bei näherer Prüfung gehen alle Stellen auf eine Ge- schichte zurück. Pharisäer erheben die Anklage gegen Jesus: outoc oOk dxßdXXei lä bai^övia e\ ^f| ^v tu» BeeXteßoOX äpxovri tojv bai- jioviujv.') Zur Erklärung verweise ich auf die äußerst interessanten jüdischen Planetengebete des Cod. Paris. 2419 (fol. 277'"), in welchen den verschiedenen Planeten bestimmte Engel und Dämonen zuge- wiesen werden. Bei allen anderen Planeten sind es mehrere gute und böse Gewalten; nur der oberste und mächtigste Planet, Saturn*), 1) Josephos Xni 5, 9 : t6 bi tüiv '€cciivdjv t^voc wdvnuv t#iv ei^^apni^n[)^ Kupiav dwxpaiverai Kai mife^v, 6 ni\ Kar' iKcivrjc i|>f^q>ov dvOpUmoic dTravr^. — Von den Pharisäern bezeugt Hippolyt (IX 4), daß sie neben der elfiap^^vT] auch dem freien Willen sein Recht zu lassen und einen mehr stoischen Mittel- weg zu finden suchten. 2) Vgl. Bandissin, Realencyclop. f. prot. Theol. und Kirche II 8616. Die Eigenartigkeit der Tatsache verlangt eine Erklärung. 3) Matth. 12, 24; 27; vgl. Luk. 11, 16; 18; 19; Mark. S, 22: xal ol TPOW^ia- xetc ol dirö 'IcpocoXiijiwv KOTaßdvTcc IXctov ön BeeXZcßoOX ix^i xal ön iv xCp ÄpxovTi Tu»v bai|iiov{u)v ^KßdXXei xd baiindvia, endlich Matth. 10, 26: €l ti!^ otKoftccirönj BeeXZcßoüX *iT€Kd\€COv, irdcv}» ndXXov xolc oUiokoIc aöxoO. Die all- gemeinere Anklage ist baiMÖvtov Ixac; sie entspricht in ihrer Beziehung auf die übernatürliche Kraft und die neue, nicht der pharisäischen Auffassung ent- sprechende Lehre und Predigt dem allgemein hellenistischen Glauben an den &a(^u)v -iTdp€&poc, über den ich in Kap. VU handeln muß. 4) Das Gebet an ihn, oder vielmehj an seinen Engel, beginnt: icOpic 6 6* 76 in. Grundvorstellungen des Poimandres. hat nur einen Engel, Ktetoel, und nur einen Dämon, Beelzebul. Auch die mittelalterliche Astrologie, die von der jüdischen abhängt, kennt als Sitz „des Teufels" den Saturn. Natürlich ist dann Ktetoel in ähnlicher Weise der mächtigste der Engel; denn das System, welches sich in diesen Gebeten ausdrückt, gibt keinem Planeten nur gute oder nur böse Kraft; alle sind hier gleicherweise doppelt wirksam. Ich zweifle nicht, daß Ktetoel hier die Stelle, die gewöhn- lich dem Metatron zugewiesen wird, einnahm und gewissermaßen Stellvertreter Jehovahs war. Wie weit der einzelne Jude mit diesen Vorstellungen von der ei|Liap)uievn und dem Walten der »Sternengeister ^och den Glauben an ein persönliches Regiment Gottes zu verbinden wußte, läßt sich nicht im allgemeinen feststellen. Doch gibt die Sprache von der Macht und dem Druck dieser Vorstellungen einen gewissen Eindruck. Daß die Ausdrücke KOC^OKpdTopec oder äpxovxec tou k6c)liou früh über- nommen wurden, zeigt die Weisheit Salomons gerade in der poeti- schen Umschreibung; ihre Verbreitung lehren uns die neutestament- lichen Schriften; aber sie führen in der Regel auch schon einen Schritt weiter. Die Auflehnung gegen den drückenden Zwang läßt den Gläubigen betonen, daß es doch nur dieses Leben, nur diese Welt ist, über welche jene Mächte herrschen; sie heißen äpxovxec Toö aiu»voc TouTou, seltener auch KOC|LiOKpd'iop€C toO k6c;liou toutou.*) 6e6c yjiiiiöv ö fi^Yttc koI öijjictoc, ö ■Fioii^cac Kai irXdcoc töv ävöpumov; zu ver- gleichen ist das Gebet der Ssabier an den „Gott der Juden" Saturn bei Dozy- Goeje (Actes du sicnime Cmigres international des Orientalistes, part. II section I p. 360j. „Die Pharisäer'* des Evangeliums brüsten sich mit der geheimen Weisheit, der Kenntnis des Namens dieser höchsten, verborgenen biivamc Daß Beelzebul phönizische Gottheit ist, fällt mir nicht ein zu bestreiten; aber nicht dem Volksglauben der Juden, sondern einer astrologischen Geheim- lehre gehört er für diese Zeit an. — Mit der Vorstellung, daß die Mehrzahl der Planeten mehrere &ai|novec, Fixsterne wie die Plejaden deren sieben in sich haben, hängt die Rede Jesu Matth. 12, 43 — 45 = Luk. 11, 24 — 26 zusammen; A. .lacoby, welcher zu meiner Freude die astrologische Grundlage dieser ganzen Vor- st-ellnngen schon richtig erkannt hat (Evangelisch-protestantischer Eirchenbote f. Elsaß-Lothringen 1902 S. 380), bringt irrig hiermit die krcih irv€OMaTa irXdvnc der Patriarchentestamente zusammen, in denen jedem Planeten ein irvcOiiia entspricht. 1) Daß ich damit nicht die gesamte Vorstellung von dem andern aiubv aus dieser astrologischen Religion herleiten will, ist selbstverständlich; sie wurzelt ebensowenig wie der Unsterblichkeitsglaube in ihr. Aber auch bei letzterem muß man scharf betonen, daß er in dem hellenistischen Glauben meist eng mit der Lehre von der t{\xap\iivt\ verbunden ist. Asijtologie im Judentum. 77 Eine weitere Verbreitung auch dieser Formel setzt die nächste Fortbil- dung Koc|LiOKpdTopec Toö CKÖTOuc TouTOu^) voraus; ihr entspricht eine allgemeine Vorstellung, daß diese Herrscher furchtbare Tyrannen sind, daß die menschliche Schwachheit und Sündigkeit von ihnen her- rührt, ja daß sie direkt den Menschen zwingen zu sündigen.') Auch diese Anschauung wird bei den einzelnen in verschiedener Stärke vorgetreten sein; weit verbreitet war sie auch im Judentum. Ein letztes Kriterium bietet die bei den Gnostikem so oft wiederkehrende Ansicht, der Gott der Juden sei der Gott der ei|Liap)ievT] ; man muß sie mit der gleichzeitigen Behauptung des KrjpuTMa TTdipou, daß die Juden den CTOixeia dienen, verbinden, um ihre Bedeutung ganz zu verstehen. Die christliche Opposition gegen den Gottesbegrijff des Alten Testaments spielt hier jedenfalls eine sehr viel geringere Rolle als die Opposition gegen die hellenistische, bezw. fatalistische Fortbildung dieses Begriffes. Wir sehen diese Fortbildung ja in Paulus, der seine Vorstellungen von Dämonen und Engeln nach Everlings schönem Nachweis ganz dem Judentum seiner Zeit ent- nommen hat. Wir müssen freilich noch einmal auf jene eigentüm- liche Auflehnung gegen den Glauben an die €l^ap|LldvT^ zurückschauen, die ich soeben schon streifte. Mit Recht hat Maaß hervorgehoben, welch furchtbaren Druck diese orientalische Schicksalsvorstellung auf die Seelen üben mußte und geübt hat. Sich diesem Zwange zu entziehen, aus dieser bou- Xcia in eine Art ^Xeuöepia zu kommen, wird die allgemeine Sehn- sucht der Zeit. Der chaldäische und ägyptische Zauberer bot dazu 1) Zuerst im Epheserbrief (6, 12), ako einem ganz von den Anschauungen hellenistischer Mystik getränkten Schriftwerk: irpöc rdc dpxdc, irpöc tAc iEou- dac, irpöc toOc KOCMOKpdxopac toO ckötouc toOtou, irpöc rä irveu^axiKd rt^c irovT]p(ac 4v toTc ^oupavioic, dann formelhaft z. B. in dem Grebet von Gizeh (bei Jacoby, Ein neues Evangelienfragment S. 34): al dpx[al koI fE]ouc(ai koI KOc[jio]KpdTopec ToO [c]k6touc i\ koI dKdöapxov irveO|üio, endlich verblaßt in der Confessio Cypriani 3: l^wy kK&, iröcoi dpxovrec ckötouc elciv (es sind die 366 Tagesgötter). Das köimte der Verfasser des Poimandres auch sagen. — Die Gewalt der Stemengötter ist hier schon allein böse, die Steigerung unver- kennbar. 2) Pistifl Sophia 388 (auf die Frage, woher die Sünde stammt): äpxovrcc elliOpM^c isti dvoTKdZouciv homines usqve dum commiserint peccata. Auf die ^irrd irvciifiaTO rf^c irXdvnc habe ich S. 62 A. 8 verwiesen; verwandt sind rd irvcunaxiKd xf^c irovrjpiac tv xoic tiroupavioic Eph. 6, 12. Tf< m. GrundTorstellungen des Poimandres niagische Mittel^), die Religionen beginnen Gott und die €\)iapM^vii in Gegensatz zu bringen; Gott schützt die Seinen gegen ihre Macht. Man betet*): uTrepaciricöv |uiou Trpöc Ttäcav unepoxi^v dSouciac, bai- fiovoc, ö[p]ö[vou]'), d[pxf\c], e\\xap^ivr\c' vai, Kupie, öxi ^mKaXoönai CDU xd kpu[it]töv övofia tö öifiKov duö toO cxepeuiiiiaToc ^iti xf|v t^v. Der Theologe wird die paulinische Terminologie leicht wiederer- kennen. Gleichwohl richtet sich das Gebet an den 'ATaOöc baimwv und ist sicher nicht von christlichen Ideen beeinflußt. Der fromme Jude späterer Zeit tröstet sich, daß zwar alle Völker unter der €\|nap|üi^vr) stehen, das Volk Gottes aber nicht.*) Ahnliches lehren von den Anhängern des NoOc die Hermetischen Schriften, die sich überhaupt viel mit dieser Frage beschäftigen, vgl. z. B. Xn (XIII) 9: Trdvxujv dtriKpaxei 6 voöc, fi xoO GcoO viiuxn, Kai €\|Liap^^vTic KOI vöiüiou*) Kai xujv ÄXXujv irdvxujv, Kai ouöfev auxqj dtbuvaxov, oöxe €t|Liap)i^viic Oncpdvuj GeTvai (Candalle, i)Tr€pdvuj9€v oöv MAC) M^uxriv dv6puinivriv, oöxe d|iieXiicacav, &nep cu)Lißaiv€i, uTtd xf)V €l|iap|i^vr|V Geivai (Candalle, etvai A, oöv MC). Und wieder ähnlich ist die Ansicht der Valentinianer, daß Christus die Seineu aus dem Reich der elfiapiii^vn in die 'Otöodc, aus der bouXeia in die ^Xeuöepia führt, vgl. Clemens von Alexandria Exe. ex Theodoto 12: tva |ii€xa6^ xouc elc Xpicxöv mcxeucavxa<; dnö xf\c t\\xap\xivr\c eic xfjv ^Keivou irpövoiav, und 78: m^XP^ toö ßarcxicfiaxoc 1) Für „Zoroaetres'Wgl. den Schluß des Kapitels. Einen Zauber zur Beein- flussung der eifiap^^vri bietet Dieterich Abraxas 176 ff., vgl. 177, 16: diräX€i«t>öv ^ou T& Tf)c ei^apia^viic KOKd . . . 4iTiß\6(|JÖv |iou T^ f€\icii . . . bloupOXaEöv |li€ dn6 irdciic xf^c l6ioc txov dcxpiiiif^c, dvdöucöv pou (zurücknehmen, vgl. Dieterich 178) ri\v CKXiipdv €l|uiap|Lidviiv, (ji^picöv |ioi dyadd iv r^ T^v^cei |uou. Eine Hermetische Lehre, daß der „Philosoph** zu solchen Mitteln nicht greifen wird, da er die Güter imd die Übel der €l^ap|tidvii verachtet, wird ims später begegnen. 2) Im ersten Berliner Zauberpap3rrus (Parthey, Abh. d. Berl. Akad. 1866 S. 126 Z. 216). In dem analogen Gebet bei Wesselj, Denkschr. d. E. K. Akad. 1888 S. 74 Z. 1192 heißt es nur: biaq>0\aEöv jie t6v belva ditö irdcnc öirepoxf^c iSouciac Kai trdciic ößpeiuc. Das zeigt, wie das Walten der el^apfi^vr) schon empfunden wird. 8) Statt des ersten o las Parthey allerdings €, doch wird sich schwerlich eine andere Ergänzung denken lassen. 4) Karppe Lea originen flu Zöhar p. 76. 77: L'infiuence des asires n'a aucun effet sur Israel. 6) Auch Paulus verbindet den vöiixoc mit jenen Himmelskräften, deren Qesamtwirkung die ei^ap^^v1fl iat. Mjstizismag. 79 oöv f| t\}xap\ilvr], (paciv, aXiTÖric, netd bi touto oök^ti äXnOeuouciv o\ dcTpoXÖTOi. Ich verzichte darauf die Zitate aas Hermetischen oder giiosti- schen Schriften zu häufen. Für erstere werden uns noch später zahlreiche Zeugnisse begegnen, letztere hat Anz in einer lesenswerten Studie ,;Zur Frage nach dem Ursprung des Gnostizisinus" fast voll- ständig zusammengetragen.^) Er sucht eine einzige ZentraUdee des Gnofltizismus zu erkennen und sie aus der babylonischen Religion zu erklären: es ist die Lehre von der €\^ap^^v1^ und der Befreiung von ihr. So wenig ich dem Grundgedanken beistimmen kann*), so sicher scheint mir, daß eine der Hauptlehren der meisten Sekten ist, „daß sieben Archonten die Welt knechten und den Menschen nicht zur Freiheit kommen lassen, die ihm kraft seines göttlichen Adels gebührt, daß aber die tvuucic aus dieser Tyrannei erlösen und zu Gott führen kann". Das bildet die treibende Kraft, das werbende Element in diesen wunderlichen Theosophien. Der Fatalismus hat als sein Gegenbild den Mystizismus, die Lehre einer „natürlichen Religion" hat eine Steigerung des Strebens nach Entrückung über die Natur erzeugt; an der Stärke des einen können wir die Wirkung des andern messen. G«wiß ist bei Paulus noch viel von der mehr allgemeinen, ge- wissermaßen neutralen Auffassung der Elementargeister im früheren Judentum übrig. Aber die dpxovrec toö alujvoc toutou sind doch zugleich schon die bösen Gewalten, welche z. B. die Kreuzigung Christi in gottfeindlicher Absicht veranlaßt haben; ihr Walten wird an dem Tage, wo Gott die Herrschaft wieder übernimmt, beendet 1) Gebhardt-Hamack, Texte und üntenuchungen XY 4. 2) Ansäichtslos war von vornherein der Gedanke, die ganze geistige Be- wegnng des Orients lasse sich auf ein Volk zurückführen; leichtfertig und nur aus vollster Unkenntnis alles Ägyptischen und alles Hellenismus zu er- klären die Begründung, mit der Anz die Berücksichtigung Ägyptens ablehnt, unglücklich die Konstruktion einer zeitlichen Abfolge von Magie, bezw. Mysta- rienkult, und Philosophie. Viel zu wenig werden die verwandten Vorstellungen geschieden; jede Erwähnung von sieben Planeten oder sieben Himmeln ge- nügt, diesen Glauben nachzuweisen; ob die Sterne teils gute teils böse oder ■owohl gute wie bOse Gewalt haben, d. h. ob einfach die alte Astrologie ver- wirkt, oder ob sie an sich böse sind, gut für Anz gleich. Dennoch hat Anz die religiöse Empfindung der Zeit m. E. besser als muicher seiner Vorgänger getroffen, nur daß er die gewissermaßen international gewordene hellenistische 30 ni. GrundTorstellungen des Poimandres. werden.*) Jetzt herrscht als Geöc toO aidivoc toutou, als äpxiwv xfic ilovdac ToO d^poc (also zwischen Himmel und Erde) der Fürst jener äpXOVTCC, der Böse*), und selbst die kticic seufzt und sehnt sich nach der Freiheit. Aber auch ohne die Hofiöiung auf jene neue Weltperiode, in welcher die äpxovxec gestürzt und die kticic erneut wird, hat der Christ schon jetzt gegenüber der trostlosen Leere einer fatalistischen Religion, welche den Zusammenhang zwischen Mensch und Gott lösen muß, das beseeligende Bewußtsein einer unstörbaren Liebesvereinigung mit Gott; jene dunkeln Mächte beherrschen nur das äußere Ergehen, nur sein irdisches Teil; er aber weiß: öxi ouie ödvaioc oÖT€ 2u)r|, oöre äxTe^oi oute dpxai oöt€ buvd|Lieic, oöxe IvecTÄia ouT€ ineXXovxa, ouie ui|iuj)Lia^) out€ ßdGoc, ouxe kxicic Ixepa buvi'icexai rmac x^picai dirö xfjc dtdirric xoO Geoö xf|c iv Xpicxoi MticoO xuj Kupiiu fiiLiujv (Rom. 8, 38). Das wunderbare Wort läßt sich nur aus dem innersten Erleben, nur aus der Tatsache begreifen, daß Paulus unter dem Druck einer fatalistischen Religion selbst geseufzt hat. Es vereinigt sich trefflich mit jener aus anderer Stimmung ge- schriebenen, vielbesprochenen Mahnung an die Galater: Kai fmeic öx€ f^)i€v \fr\moi, vnö xd cxoixeia xoO kocjhou ^|üev b€bou\u)|i^voi .... dXXd xöx€ ixk\ ouK elb6x€c 6e6v ^bouXeucaxe xoic qpucci |nf| oöciv eeoic*)' vuv hk Tvövxec Geöv, juidXXov bk TVüJcG^vxec vnö GeoO, ttujc imcrpicpeTe TrdXiv im xd dcGevfj Kai irxujxd cxoixcia^), olc itdXiv Voistellung mit dem mythologischen Kern verwechselt, der neben ihr in diesen Systemen wirkt. 1) Für den gläubigen Juden war es der Tag, an dem der Messias er- scheint. Wer Christi Kommen als das erste Erscheinen des Messias betrachtete, mußte die Aufhebung der dtxap\xivr] auf seine Wiederkunft verschieben. 2) Vgl. I. Kor. 2, 6; 15, 24; Ephes. 2, 2; II Kor. 4, 4. Eine zweite, zunächst von der Astrologie unabhängige Lehre von dem Widersacher Gottes und der Seinen wirkt mit ein. 3) Die astrologische Bedeutung von öniu)|ia (Kulminationspunkt eines Sternes und seiner Macht) findet sich auch in den Zauberpapyri (vgl. besonders Dieterich, Abraxas 173, 20). Daneben empfindet Paulus es in der Bedeutung „Höhe" (vgl. etwa Wessely, Denkschr. d; K. K. Ak. 1888 S. 73 Z. 1164: ö xöv al8^pa dvaKpe^dcac increiiipip {ttiiUjjLia'n) und bildet danach der Fülle des Ausdrucks halber den Gegensatz wie z. B. Longin ircpl öipouc 2. Ähnlich Vettius Valens in gehobener Bede (oben S. 6). 4) Die natwrälia (heologia erkennt nur die Götter an, die qpOcei sind, das ist für Patdus nur der Eine. 5) Sie als Dämonen sind diesem Gott gegenüber irviuxä Kai dcöevfi, wäh- rend ihre Diener die xaKToi öpöjioi und die Allmacht dieser „Götter" preisen. Paulus. Mythua vom Anthropos. 31 äviüScv bouKeöcai G^Xere; rtju^pac TTapaiTipeTcGe Ka\ fxnvacKal Koipouc Kttl ^ViaUTOUC.^) Dieselbe Grundauffassnng, die Paulus ganz allgemein voraus- Betzt, liegt auch in der Schilderung des Menschen im Poimandres (15): dGavoToc T«P w»v koI irdviuiv Tfjv Öouciav ^X'^'V xd 9vt]toO irdcxci UTTOKCi^evoc xq €i)iapn^vij* uTTCpdviu oöv uiv TTic dpjioviac dvapfiövioc T€TOV€ boOXoc. Aus der öouXeia steigt dann die Seele des From- men, d. h. des mit der xvujcic Begabten, im Tode wieder durch die Sphären zu Gott empor. Der Mythus, in welchen dieser Gedanke wenigstens z. T. sich hüllt, ist unvollständig wiedei^egeben. Der Gott "AvöpuiTTOc entschwindet nach dem Zeugungsakte plötzlich, wir wissen nicht wohin. Erwarten müßten wir, daß er, der vom Vater selbst entsendet und mit aller dHoucia ausgerüstet ist, mittelbar oder unmittelbar Erretter seiner Nachkommen wird und die Befreiung von der €i)iapn^VTi vollbringt. Aber zu tief ist dem Ägypter der Glaube an den NoOc-Gott als Führer und Leiter eingewurzelt. Er zerstört lieber den Mythus, als daß er dem eingedrungenen Gott diese Hauptstellung einräumte. Daß er sie wirklich einmal gehabt hat, müßten uns schon die gnostischen Systeme lehren, welche Christus so oft mit jenem "AvGpuDKOC in irgend eine Verbindung bringen. Aber hier wie immer dürfen wir, wenn wir den christlichen Gnos- tizismus verstehen wollen, nicht von ihm ausgehen; ebensowenig freilich von dem Rätselwort des Evangeliums 6 u\öc toO dvepu)Trou, welches ja mit diesem Gott "AvGpwTTOC irgendwie zusammenhängen muß, aber selbst nichts ergibt. Ich möchte einen neuen, m. W. nicht betretenen Weg einschlagen, dem Mythus naher zu kommen. Ist dieser Weg auch weit und beschwerlich, so bietet er doch viel- leicht dem Philologen manchen neuen Ausblick in ihm bekannte Gebiete. Unser Ziel ist, den hellenistischen Mythus vom Gotte "AvGpujTroc zu finden. Ich habe früher*) darauf hingewiesen, daß sich in der von 1) Da8 kann sich wie der Zusammenhang und die S. 74 A. 1 angeführten Stellen des Ki'ipuTMa TT^rpou und des Kolosserbriefes beweisen, nicht auf bloße Beobachtung des Kalenders beziehen. Der Kalender enthält die Theologie; Tag und Woche, Monat und Jahr sind göttliche Wesen von bestimmter Kraft und bestehen aus anderen göttlichen Wesen (Tgl. Beigabe II). Das trüt selbst in der sonst farblosen Charakteristik des Briefes an Diognet (Kap. 4) n>ch her- vor: irapeftpeOovrac dcrpoic koI ccXrjvi;. 2) Zwei reUgionsgesch. Fra^n S. 96. 82 in. Gmndvorstellungen des Poimandres. Hippolyt benutzten Hauptschrift der Naassener die christliclien Zitate und Gedanken leicht ausscheiden lassen, und daß wir einen aller- dings stark verkürzten heidnischen Traktat übrig behalten. Wend- land hat dies in seiner Rezension^) gebilligt und den Nachweis aus den Angaben über orientalische Mysterien zu führen versprochen. So kann ich mich kürzer fassen und nur den längst niedergeschrie- benen formellen Beweis hier bieten, die Ergänzung nach der sach- lichen Seite aber von ihm erhoffen. Zum Verständnis habe ich vor- auszuschicken, daß die Darstellung Hippolyts in drei Teile zerfällt. Der erste beginnt mit der Erklärung des Namens (p. 130, 1 Cruiee, 132, 1 Schneidewin), gibt ganz kurz einige KcqxiXaia an und schließt (p. 141, 2 Cruiee, 134, 80 Schneidewin) mit der Angabe, daß sie sich für diese Lehren auf Mariamne berufen, die dies' von Jacobus, dem Bruder Jesu, gelernt habe; der dritte beginnt (jp. 178,1 Cruiee, 170,63 Schneidewin) mit einer neuen Erklärung des Namens; eingestreut ,sind in diese beiden Teile Hymnen aus einer liturgischen Samm- lung. Zwischen beiden steht ein längerer Abschnitt, der für Hippolyt beweisen soll, daß die Naassener ihre Lehren vielmehr aus dem Mysterienkult der Heiden entnommen haben, und der in der Be- hauptung gipfelt, daß sie die Mysterien der ööttermutter mitmachen und in ihnen ihre ganze Lehre bildlich schauen. Den Beweis soU eine sehr genau exzerpierte Kultschrift liefern, die uns im folgen- den beschäftigen muß. Schon bei flüchtigem Lesen gewahrt man leicht, daß in diesem Exzerpt die neutestamentlichen Zitate und Ge- danken den Zusammenhang zerreißen und sich alle leicht aussondern. Bei den alttestamentlichen Zitaten steht es etwas anders; ich habe in der folgenden Scheidung drei in dem Text gelassen, weil sie sich nicht lückenlos herausschneiden ließen. Die Folgerung, daß einst eine jüdische Gemeinde die Mysterien der M^iinp )i€TdXil gefeiert hat*), ziehe ich daraus nicht. Was uns vorliegt, ist nach meiner Behauptung ein heidnischer Text mit gnostisch-christlichen Scholien, bezw. in gnostisch-christlicher Überarbeitung, exzerpiert von einem Gegner, der dies Sachverhältnis nicht erkannte, und so erst von Hippolyt verwendet. Eine absolut sichere Scheidung der einzelnen Elemente ist 1) Berl. philol. WocKenschr. 1902 Sp. 1324. 2) Dies müßte, wenn man die Stellen näher ansieht, der Hergang sein; an sich tnmöglich wäxe das, wie die Zaufaerpapyri zeigen, durchaus nicht, aber stärkere Beweise müßten sich vorbringen lassen. Mythns vom Anihiopos. I. Naassenerpredigt. 83 dabei nicht möglicli. Es ist von entscheidender Bedenttmg, daß wir an vielen Stellen trotz der Verkürzung nachweisen können, daß der christliche Zusatz den alten Zusammenhang zerreißt und fehlen kann; daß er an manchen auch das Alte verdrängt und sich organi- scher in den Text gefügt hat, ist nicht befremdlich. Ich werde meine These für erwiesen halten, wenn der Abdruck der heidnischen Partien im Text im allgemeinen einen wohlgeordneten und verständ- lichen Zusammenhang ergibt; einzelne Sätzchen oder Färbungen des Ausdrucks können dem christlichen Bearbeiter gehören.^) Mit diesen Einschränkungen nur wage ich den folgenden Rekonstruktionsversuch zu bieten. Der Anfang des ursprünglichen Stückes ist uns verloren und durch eine Überleitung Hippolyts ersetzt: £X6u)^ev Ixrl tAc tcXctäc, ÖBcv aÖTotc oötoc ö ti08oc, el öokcI, iiri tAc ßapßapiKdc T€ Kai 'CXXriviKdc, Kai l&uJ^€v ibc rä Kpuirrä koI ä-iTÖppr]Ta irdvTiuv ^^oO cuvdTovTCC oÖTOi |iucT/ipia tüjv 49viuv, KaxaHicuftöiuevoi toO XptcxoO, 4Eaira- Tuici ToOc raÖTa oOk ei&örac rd x&v iGvüüv öpTia. ine\ fäp öirööecic aÖTOtc 6 dvepujiTÖc kcriv 'A6d|iac Kai X^fouci Trrpdq()eai itepl aöroO „rtjy T^vcdv oÖToO -ric 6iiiTfic€Tai ;" (Jes. 63, 8), |Lid8€T€ iriöc KOrd li^poc irapd Turv iövuiv t^v 4v€S€upT)Tov Kai &tdq)opov ToO dvepuOirou Y€V€dv XaßövT€C tmirXdccouci t(^ XpicTqi.— ff^*) hl, (paciv ol "eXXiivec, ävSpiuTTOv dv^biuKC npa»-ni, KaXövl ih»o ^V€TKa|ü^vii flpac, \ii\ qpuTtüV dvaic6r|TU)V |iTibt Öripiiuv dXÖTUJV dXXd f||i^pou h\>ov KOI 9€09iXoOc dG^Xouca }ir\Tr\p tev^cGai. x<*^tTröv bi, (priciv, ^HeupeTv etic BoiujtoTc *AXaXK0^€veuc') vtikp \iyLyr\c Kn9iciboc dv^cx€ Trp&Toc dvepumujv, eiie Koupntcc ?icav 'Ibaioi, Geiov t^voc, f\ <|)puTioi Kopußavrec, oöc irpurrouc*) f^Xioc ^ireibc*) bevbpocpueic dvaßXactdvovTac, eixe TcpoceXnvaTov 'Apxabia TTeXacTÖv, fi 'Papiac okriTOpa AucauXnv") '€X€ucic, f[ M\yi\oc KoXXiTraiba Kdßipov dppr|TU)') ^T^KVuicev 6pTiac|LuI», eite T7eXXr|vn^ €XXifivii Cod. verb. Wil. 9) TdpßavTO Cod. verb. Bergk. 10) AlifUirTiiuv Cod. verb. Wil. 84 UI. Grundvoretellungen des Poimandres. bi NetXoc iXüv*) ^TTiXiTraivojv li^XP» crmepov Iuüotovujv, «priciv, uyP^ capKou|üi€va Gep/iöiiiTi Zuja^) dvabibujciv. 'Accupioi bk 'Qdvvtiv') 2 IxOuoqxiTOV fcv^ceai naß' auToic, XaXbaToi bk töv 'Ab(i|i. xai toötov €tvai (pdCKOuciv TÖV avGpujTTOV, öv dv^biuKCV fi T^ juövov*)' xeTcGai bk aiixöv dirvouv dKwriTov dcdXeuxov, ibc dvbpidvta^), eiKÖva uTrdpxovra ^K€ivou toO dvuj toO i)|Livou|i^vou 'Abd)iiavTOC dvBpuiiTOu, ftvöjLievov UTTÖ buvd|Li€UJV TÄv TToXXuiv, Trepi Av 6 Katd jn^poc Xötoc ^CTi TToXuc. IV ' ouv TcXciuc f| KCKpaiim^voc ö ^ifac dvSpujiTOc, IM, 17 ÖVUÜ06V*) ib6Qr\ auTuj koi »|iuxn, ha bid xiic Miuxnc irdcxr) Kai KoXd- tryrai KarabovjXoufievov xö TrXdc|Lia xoO inetdXou Kai KaXXicxou Kai 18«, 24 3 xeXetou dvGpiwTtou.') — etvai bi cpaci xf|v v|iuxr|V buc€up€TOV Tvdvu xal bucKttxavönxov ou tdp |Li^V€i im cxniiiaxoc ovbk ^op öca xp^q)€xai, kxiv 1) öXi^v Cod. verb. Sehn. 2) 2I«|>o Kai cdifio Cod. verb. Wil. 8) lawVjv Cod. verb. Sehn. 4) cd»^a war verstellt, vgl. A. 2. 6) dvöpidvToc Cod. verb. Miller. 6) dviuOcv zu lb6Qr\ Keil, Piasberg; vielleicht zu tUgen; 6 äviuQev Sehn. Hiemach : dq)' oö, Koöihc \lfexai (Eph. 3, 16), itäca irarpid bvo^xaZo^xivt] itrl fi\c koI iv toIc oöpavotc ojv^cTriK€v. 7) Hiemach: Kai ydp oötuuc aOröv KaXoOct. ZiitoOciv ouv [[aÖTÖv| irdXiv, xic krtv 'f\ \^vxi] xal iröBcv kcI iroxain?) ti?iv qpOciv, \'v* iXGoOca €lc t6v dv6pu»irov Kol Kiv/jcaca KarabouXuüa] koI KoXdcr) xö irXdcina toO reXeiou dvBpifairou' Zt^toOci bi oÖK diTÖ xdiv YP«v mucxiku)v. Übrigens scheint der verkürzt angegebene „chaldäische'^ Mythus von Hippoljt mißverstanden. Adam heißt hier der irdische Leib, den die 6a{|üiovec geschaffen haben; der himmlische Mensch wird als Seele in ihn gebannt, um durch den Adam, den irdischen Leib, geknechtet zu werden. 8) Hiemach : xdc 6^ KaXXatdc xai>rac tAc iroiKiXac iv xil» tmfpa(po\Jiivü} KOT* AtTuirriouc eöorrfeWqi Kel^dvac fxowciv. Die ^EaXXayal waren im Text also zunächst angeführt und von dem Überarbeiter dann mit Stellen aus dem Ägypter-Evangelium belegt worden. 9) Hiemach: Ka6direp oi dXXoi irdvxcc tüjv 40vu)v ävSpiunoi. Das Original hatte die Zweifel der verschiedenen Völker wohl ausgeführt. 10) Erg. Sehn. 11) aJixoO Y^vouc Cod. verb. Bunsen. 12) \vv%i\ fäp iröci Cod. verb. Sehn. Naassenerpredigt 186, 6 — 140, 68 Sehn. 85 dTTiTuxeiv Mjuxnc ^fl uapoucric. Kai tap oi XiGoi, (pnciv, elciv empuxor l%ovci xötp tö auEriTiKÖv gugpcic bk ouk öv ttotc TevoiTO XUipic Tpo(pfic' KOTot TTpocOriKTiv Töp «uHei TOI auHavö^eva, fi be npocönKT] Tpoqprj toO tpe 'AcppobiTHC K€XU)pic)üievTi Tüüv Tcveceiuv^) ^tiv j] Hiuxn. eav bk i] leXrivn '6vbun(iuvoc eic dmOuiLiiav IXGr) koi IpujTa fiopqpnc, y\ tuiv uipriXoTepiuv, (pnci, KTicic irpocbciTai Kai ii>uxfic. iäv be, qp^civ, r\ ^riTnp 6 Tüjv 0€ujv dTroKOvprj töv "Attiv, Kai amr\ toötov ly^ovca dpOu^evov, f\ Twv un€pKOC|Liiujv, (pr]ci, Kai aiujviwv övuü i^aKopia cpucic Tf)v dppeviKfjv buvamv TTic i|iuxnc dvaKaXeiTtti Tipoc auTriv.^ 1) Es fehlt eine weitere Schilderung der beiden andern Teile, damit tö toioOtov (dies wunderliche Wesen) eine Erklärung findet. 2) ^A(ppobiTr]c Cod. verb. Sehn. 3) Die entsprechend benannte Seele (Keil); 6ioi toö toioüt. öv. Plaeberg. 4.) Kai f| C od. Die Eultbezeichnung rpiiröeriTOC wird erklärt, vgl. Schol .Theokr . 16, 86 mid ApoUodor III 1S4 ff. Wagner. Aphrodite, Persephone und Selene ver- treten die iirixcia KOTOxeövio und iitoupdvia. Mehr darf den Assyriern nicht zu- geschrieben werden, am wenigstens ein Eult des Attis. Der Übergang von den Assyriern zu den Phrygem ist hier verdunkelt, indem zwischen Selene und Bhea ein räumlicher Unterschied gemacht wird ; den Sachverhalt zeigt der Anfang von § 7. — Zum folgenden vgl. Damaskios Bioc Icibtüpou bei Photius Bibl. 346 o 5 : tTKaSeufci^cac iftöxouv övap ö "Arrric Tev^c9ai Kai ^ot kimikücQai napä Tf^c juriTpöc TÜiv Beuiv Tfjv TUJV iXaptwv KaXou^i^vriv ^opTf|v, öircp ibrjXou ti?|v ii "Aibou T€To- vutav fimöv cujTTipiav. Der Sinn der phrygischen Mysterien ist richtig angegeben. 6) T€v^C6iwc Cod. Hergestellt Keil (Köpr) ist die Unfruchtbare); tout^cti Tf^c T€v. Piasberg; tt^c ävuj -ftv^ccwc ich. 6) Hiemach: ?cti fäp, (pf]civ, dpc€vö0T]Xuc ö äv9pu)Troc. KaTä toötov oOv aÖToTc TÖV XÖTov irdvu irovnpöv KCl k€KU)Xu|li^vov xaTct ti^v 6i6acKaX(av i'i t^vaiKÖc irpöc Avhpa bebeiTM^vii (?) Kaö^cTiiKev ö^tXia. dircKÖirn rdp, koI itii ri\v aluiviav ävu» |J€T€X/|Xue€v oödav, öirou, «pnciv, oök Ictiv oöt€ GfjXu oöt€ dpcev, dXXd KOivfi KTicic, Kaivöc ävSpumoc, 6c kTiv dpccvöeriXuc. woö bi dvu) X^touci, KOTd TÖV oUctov txedjv b€Üui Töirov. fiopTupclv bi oöci (Rom. 1,20—27): tä t^P döpoTO aÖToO dirö Tf^C KTiC€U»C TOÖ KÖCMOU TOIC irOl^maClV OÖTOO V0OÖ|Ul€VO KaBopäTtti fi T€ dtiioc a()T0ö bOvanic Kai OeiÖTnc, wpöc tö cTvai a^oOc dvawoXori^TOUC. öiÖTi 86 in. Grundvorstellungen des Poimandres. uo,89 7 Ou ^övov cutOüv ^Tri/iapTupeTv q)aci tuj Xötuj Tct 'Accupiojv |aucTi7pia Kai OpuT^v uepi xj\w twv tctovötiüv Kai Tivoji^viuv Kai kofievuüv ^Ti liaKapiav Kpußoi^evTiv ö|ioO koi q)avepou^evr^v q)uciv*), i«,4 8 . X^touci toöv oti AIyutttioi, navTiuv dv6pa>7TU)V fji€Td touc puTac dpxaiöiepoi KaGecTouiec Kai iräci xoic äXXoic dv6pui7roic ö^oXoTou^€VU>c TeXeidc Kai öptia 0€u>v ndviiuv öfioö jiex' auTOuc irpiüTov^ KaxriTTcXKÖTec ib^ac Kai dvcp- T€iac , lepd Kai ceßdciaia Kai dveSaTÖpcuia ToTc |iifj reieXe- c)i€voic id "Iciboc ^xowci \ivcTr\pia. id 6' eiciv ouk dXXo ti f| HP- T^ac^evov Ka\ Ititouiiievov uttö xf^c ^ttxocxöXou koi |i€Xav€i|uovöc alboTov*) 'Ocipiboc "Ocipiv bi X^touciv ubujp. f| bk o|bidvt{j eöaxTe^ßv uapaftiböaci X^xövxec oöxiwc* „i|ui^ d ItyriSiv eOpi^cei iv iratöloic dirö ^xü»v ^irxd* iK€i xdp 4v xt|) xeccapecKaiöeKdxqj attfivi Kpußöjuevoc q)av€poö|uai.*' xoOxo bi. oÖK fcxi XpicxoO, dXX' 'InnoKpdxouc X^xovxoc „4irxd ^x&v iraic iraxpöc fifiicu"' Ö6ev ouxoi xi?|v dpx^TOvov q)iiciv xtliv 6Xtuv iv dpxexdvip xi9^|U€voi ciräp- lioxi, xö 'litiroKpdxeiov dKiiKoöxec, öxi &;xiv f^fiicu iraxpöc iraiStov ^nxd ixu)v, iv xoic x^ccapci <^Kal 6dKo^ OTaGöv lnövov^^, xai toöt' eivai tö iiifai**,ii Kai Kpuqpiov TüüV öXiuv dxvuJCTOV )iucTr|piov ^ Trapd xok AiTUTTTioic KeKaXw)i)nevov Kai dvaKCKaXu^nevou. Oubek top. . Der Sinn scheint : die q)Octc, da eie als T^vecic wandelbar ist, wird durch das cir^p^a zur kt{cic. Zu der Vorstellung vgl. das oben S. 39 Dargelegte. 2) dvcEixvidcTOU Cod. v. erster Hand. 3) Hiemach: xal toOt6 kn tö dpr\tiiwov, (pnciv, iv rfj Tpatptl" „^irrdKic ncceirai ö biKatoc (der Christ denkt an die Isis-Dikaiosyne als \^vxr\) xal dva- CTriccxai." aörai T^p al irrtüceic, qpndv, al tüjv dcTpwv ^eTaßoXal önö xoO irävTa KivoOvTOC KivoO^eva». 4) irvcOinaToc Cod. verb. Sehn. 6) Der Satz X^rovrcc — el|ii ist vielleicht Zusatz; doch vgl. unten S. 105. 6) q)r|c{v] önö xöv fiöbiov, dXX* iirt xfiv Xuxviav imKeincvov <^Kal> KfipuTH« xrjpuccöfievov irtX tOliv bujjidxuiv (Matth. 6, 16; 10, 27). Der Autor geht zur Schilderung der griechischen Hermen über, die offenbar in Alexandria üblich waren. 88 HI- GrundvorBtellxmgen üee Poimandres. auTttTc Tttic oiKiaic öpov Tivct Ka\ T^pfia ttic oiKiac 7ipoT€TaT|ii^vov. Ka\ toOto etvai tö dtaBov und irdvTwv Xexöjievov dtaGrjqpöpov t«P auTÖ KaXoOciv, 8 Xetouciv ouk cibörec.^) Kai toOto "€XXtiv€c fiucxi- KÖv ÄTTÖ AiTUTTTiiwv TTapaXaßövTCc (puXdccouci }Jilxp\ crmepov. touc toOv '6p|Lific, ^) dpmiveOc uüv Km brnuiioupfoc tOuv t^TO- v6tu)V ö)LioO Ktti Yivo|Li^vu)v Kai dco)i^vu)v rrap' auioTc ximw/ievoc ^ctriKe ToiouTO» Tivi K€xapaKTr|pic|ii€VOC cx*l|iaTi, ötrep ^ctiv aiboiov dvGpiuTrou 12 dn6 Tujv Kdxuj im id dvuj opM^v ^xov. Kai öxi oijxoc*) ipuxafuJTÖc, 9T1CIV, ^cxi Kui ipuxo7ro)Li'iTÖc Kai i^uxujv aixioc, ovbk xoOc 7roiT]xdc^) Xavedvei Xe'TOVxac ouxiuc' '6p)Lific b€ \\)\ixoLC KuXXrjvioc eHcKaXeixo dvbpd)V iuvTicxripiJüV — oö Tuiv TTriveXötnic, cpriciv, (u KaKobai^ovec, javiicxripiuv, dXXd xu)v ÖunvicfA^viuv Kai dve)iivnc|ii£Viuv, il oiryc niif\c koi iiniKeoc öXßou (Emped. 119 Dielg), xoux^cxiv dno xoö iiiaKapiou dviuGev dvepwnou ^), Kaxnv£x9ncav') Oübe eic nXdc|ia xö miXivov, i'va bouXeucuuci xuj xauxnc xfic Kxiceujc bn^ioupTif», 'HcaXboiiu, öeiij Trupiviu dpi9|Liöv xexdpxiu.®) 13 ^X€ ^fe pdßbov )ii€xd x^pcl KaXf|V xpwceCriv, x^ x' dvbpuiv ö|Li)iiaxa e^Xyei &V dO^Xei, xouc b' aöxe Kai unvwovxac ifeipeu^) 146,78 6^Xt€i bk xd ö)H|iaxa xujv v€Kpwv, ibc xij)- 2) So die Handschrift, offenbar lückenhaft. KuXXrjviov b. b. t. Xötiov 6 'Epfifjc, ai b^ rpiroucai ^noviai ai Miuxai cuv€xAc, ouTiüc ibc biet [xf^cj eiKÖvoc 6 uoitirfjc ^irib^bcixe XefiüV ibc b* ÖT€ vuxTcpibcc fiuxCu fivipou Oecnecioio XpitOUCai TTOT^OViai, ^TTCI K€ TIC dlTOTT^ClJClV ""^ öp|Lia0oO ^K irdtpric, dvd t' dXXriXrjciv fxovtai. iT^TpTic, q)nci, ToO 'AbduavToc \ij^\. outoc, q)Ticiv, ^ctiv |ö 'Abdjiacl 6 XiOoc 6 dKpoTUJvmioc*), öv, cpnclv, „dvidcctu f Abdfiavxa] eic td i46,9i eeji^Xia Iiwv" (Jes. 28, 16). dXXiitopojv, 9iici, t6 TrXdcna toO dvGpuj- TTOu X^Tei. ö tdp^) ^VTacc6|H€Voc *Abd|iac ^ctiv (b Cciu ävGpujTtoc, GeiidXia Ziibv hi oi> öböviec, u)c *'0^1lpoc X^T€i „^pkoc öbövriuV^', TouT^CTi T€ixoc Ka\ xöpaKUJ/ia, iw »|» kxiv 6 ^ciu ävGpiuTTOC, ^xeice dTroTrenTUJKUJC dird xoO dpxavGpiOirou dvujGev 'Abd^avxoc, „6 xnnöc'^c öv€u x^iP'J'iv xeiivoucilrv" (Dan. 2, 45) xai Kax^viivetM^voc elc xd nXdcfia xf^c Xr|6r|c, xö xoi'^<5v, x6 6cxpdKivov. Ka\ (pnciv öxi xexpi- 15 TuTai auxu» ^köXouGouv, a\ ipuxai xuj Xöth»* fi»c at*) xexpitmai S^' fjicav f)px€ b' dpa copiv^ '€p^€lac dKdKHxa xax* eupiwevxa K^XeuGa. xoux^cxi, cpriciv, elc xd irdcnc KOKiac dnnXXaTM^va aiwvia Xujpia, TToO tdp, (pncw, f^XGov; ndp b' icav 'ÖKcavoO xe ßodc Kai AeuKdba it^xpnv 16 ^bfe iTop' i^eXioio nuXac Kai bfifiov öveipwv. ouxoc, Geuiv t^vccic x* dvGpumuiv" (vgl. D. 24, 201. 246; Hymn. Orph. 83,2), ^k iraXippoiac cxp€(p6^€voc alei, TTOx^ Svu) rrox^ Kdxui. dXX* 6xav, tpr\c\, Kdxuj ß^r) 6 'QKcavöc, 1) Hiexnacli: ircpl toiJtuuv, «piidv, f| TPOd. 4) Hiemftch: „de K€q>aXf|v TtTcvrm^voc x^vioc". dv Kefdki^ yäp €Tvai xiv XapoKTTipicTiKöv ^TK^qpaXov rf^c oödac, il oö wöca woTpiA (Eph. 8, 16) xap<»KTTi- piZcTai. Dez Zusatz nach Matth. 21, 42; Ps. 118, 22 bimgt ein nettes Bild: im Gehirn ist die Seele. 6) 6 bi Cod. oö T^P ivT. 6 'A6. icriv, ol ÖMvtcc Keil. 6) aöxai Cod. 7) Hiemach: tout^cxiv At^xo, was Keil und Plasberg halten. Reittanttein, Poim*DdrM. 7 90 III. Grundvorstellungen des Poimandrea. T^V€C{C iCTlV dv0pU)7rUJV, ÖTttV bk äv\i) im TÖ Teixoc KOV TÖ xctpoKiw^a H8,ii Ka\ Tnv AeuKdba Tr^Tpnv, Tevecic kii Geuiv.*) Q\r\T^ -^ap, q>r\d, Tiäca r\ KttTiü T^vecic, dOdvaTOC b^ f] övu) T€vvui)a^vri. *) — — 60,61 17 OÖTÖc dcTi, qpTiciv, 6 iv näciv dpcevöe^Xuc dvepiuTTOC, 8v o\ dYVOOÖVT€C rripuövTiv KaXoOci Tplcul^aTOv, ibc ^k fnc ^^ovta fTipuövriv, Koiv^ bk "eXXr|V€C^ „dTiovjpdviov M^vöc K^pac", ÖTi Kaia^^mxe Kai 1) T^vccic xe BciIjv Cod. Hiernach: toOtö icri, (pric{, tö T^TPamudvov (Ps. 82, 6) „irib eltra- Seot kT€ kcI ulol Oh»(ctou irdvTcc, Wv dnö xf^c AItOtttou epu- Ttiv cueOftriTe koI jivrycQe ■nifaw xf\c '€puepöc öaXäccric €lc Ti\y lpr)^ov" — tou- T^CTiv änb Tf\c Kdruj filScujc itrl ti^v övoj 'kpouccXifm, f^ric icrX ^r\rr\p Z;U)VTU)v (Gal. 4, 26) — „Wv i»^ irdXiv imCTpaqpf^xe tnl xi?iv At^uTTrov" — xou- x^cxiv iirl xi?|v Kdxu) |Li!2iv — vlc ävSpiuiroi dTroBvi'iCKCxe". 2) Hiemach: Ycvvöxai ydp iS ö6axoc |liövou kcI nveOiiaxoc, irveuinaxiKöc, 6i) cöpKiKÖc • ö bi Kdxw capKtKÖc. xoux^cxt, q)ncl, xö TeTpamadvov (Joh. 8, 6) „xö Y6T€Vvri|Li^vov ^k xfjc capKÖc cdpE 4cxi, xal x6 TCTCvvim^vov ^k xoO irveOfiaxoc try€0|iid icrxv. aöxn kxlv i^ Kax* aOxoOc nveujuaxiKi?) f^vccic. oöxoc, (pnciv, icxiv 6 judxac lopbdvnc, 6v Kdxw f>^ovxa xar kujXOovxo ^EcXÖeiv xoOc uloOc 'IcpafiX tK t^c AlT'iTTXOu — fJTouv 4k xf\c Kdxu) laiEcwc* AlTuirxoc ydp icxt x6 cüJ|io Kax' aöxoOc — dvkxetXev 'IricoOc koI iirodicev dvuj ^^«v. Es folgt nach einer eigenen Bemerkung Hippolyts ein Znsatz, den er sicher schon in der christlichen Quelle fand (vgl. die Bemerkung über den Jordan), und der in seiner Polemik gegen den bekannten Satz Sv xö irdv und der Benutzung Homere Ähnlichkeit mit der Hauptquelle hat, hier aber in dieser Form nicht paßt: xoOxoic Kol xotc xotoOxoic ^uöinevoi ol 9au|iaciijbxaxo; fvujcxiKo(, iqpeupexal Kcivf^c Tixvric YpOMMOTiKf^c, xöv touxuiv ttpotpiy^v "Omipov xaOxa npoqpatvovxa dppi?ixu»c 6oHd2ouci Kol xoCic d|.iufixouc xdc dfioc fpacpäc clc xoiaOxac ivvoiatc cuvdTovxcc ivußpiZouci. X^touci bi' 6 Xifiuv xd irdvxa ii ^vöc cuvccxdvai irXavä- xai, 6 \ifiuv tK xpiiöv dXn6e0et Kai irepl xOöv ÖXujv x^v dird&ciEtv bibcei. fxia f&p icxi, (pr]civ, f| |LiaKap(a , xoO 'A6d|Liavxoc, ^(a bi if\ Qvr\xi] xdxiu, |n{a bi i\ dßaciXieuxoc feveä ■f[ dvui fevoyiivr], önou, GvrixoO, Zeiicdp xoO inl xd dvuj ^eOcavxoc lopödvou. 3) Koivfl bi "CXXnyec scheint vom Schreiber nach einer Verderbnis in dem zu Grunde liegenden Liede (unten S. 98 Vers 6. 7) eingesetzt; man erwartet einen Gegensatz zu ol dtvooOvxec (etwa eeoXötoi bi "EXXnvec und später .') TOÖTO, (pnciv, fipK€l ^ÖVOV VOtlO^V dvGpiUTTOlC TÖ TOO 'AvttKp^OVTOC | dxdXnaTa buo iv tlu Ca|Lio6paKU)V dvaKTÖpu» dvGpuiiruJV yi'MVujv, 5vui TeTttjuevac dxövTUJV Tttc x^^pcic d)iq)OT^pac eic oupavöv xai Td aiboia dvuj icTpaii\iiva% Ka9dTrep ^v KuXXrivij tö toO '€p)Lioü. eUdvec bi elci Td 1) Hiemach: ndvra f&p, vpr\cl, 6i' aöxoO ifivevo kcI xi"plc aöroO It^v€to oi)hi ?v, 8 l&^l T^Tovev. ky aörtp Zuifj icxiv (Job. 1, 3 — 4). aöni, qpii'dv, ^crlv 1^ Zwi\ Tf\ äppriToc t^ved tiIjv xeXeivuv dvöfKJbnujv, f^ rate npor^paic T^vcatc oök ^fvuüceii. TÖ bi oi)biv, 6 xiJ^plc aÖToO T^yovcv, ö köcmoc <ö^ 15iköc" t^tovcv ydp xiwplc aOxoO öttö rpixou koI xcrdprou <9€o0>. toOto, qpiidv, tcxl tö iro- rripiov TÖ KÖvbu, iv 4» ßaaXcOc irivwv oituviZcrai (Gen. 44, 2. 6). toOto, v, f^v iiToinccv 6 IticoOc *v Kav^ rf^c raXtXa{ac koI itpav^piucc t^v ßaciXetav tüiv oöpaviüv (Job. 2, 11). apuT€C TraparrXricitJüC, ÖTi dnö Tf\c Kopucpfic dvuuöev*) ttiv dpxnv Tfic Kaiaßdceuic Xajißdvujv Kai udcac xdc tujv iiTTOKcifieviuv bi€px6|Li€Voc dpxdc TrÄc koi Tiya Tpönov Kai^pxexai ou vooOjiev.') 1) Hiernach: toöto, iTu)v KtipÜTMOTO oöt€ ndvTcc dKr)K6actv oÖTt, Wv dKoOcujciv, napabi.- EacBai &iivavTai. ^cti ydp aÖToTc irapd (pöciv xd |ni?| kotä q)Octv. Die Bemerkung bezieht sich nicht auf das samothrakische Mysterion, sondern auf die Aua- einandersetzungen über das noTfipiov, ja im Grande auf die Wort« : öti Kaxaiii- mxe Kai KCK^paKC irdvTa iröci. 2) Hiemach: koI öltzö toO dxapaKTtipCcTou iTK€Ocai" X^t^v „dnö Xcövtuüv töv |iovoT€vf^ Mou" (Pb. 84,17 und 21,21). npöc toOtov, (pr\dv, 4cTlV^lpri|i^vov (Je8.41,8. 43,1)' ^„nalc |iiou el cO, 'IcpanX, |iii^ 9oßoO' £dv b\ä noToinüJv bt^Xdigc, oö ^li] ce cutkXüciuciv, täv bi b\ä nupöc bUXöijc, oö |Lif| cc cutkoOcci." noTC/ioöc, tpt]ci, Xtfn Ti?|v ÖTpdv Tf^c T£v4c€iüc oöciav, nOp bi ttiV ini rf\v y^vcciv dpfiVjv xal imQvniav. „cö ijiöc et, nf| r\d, Xifti npöc toöc Ibiouc dvOpUjnouc „dXXd el xal tmXfic€Tai toOto Tuvn, dXX' ifüi oÖK ^mXi^coiaai ömi»v. inl tOjv X£ip»Äiv fiou £ZwTpd(pn'(r\ci, ndvTiuv öfjoö icTi tiüv dTtoupaviiwv Kai ^TTiTciuJv KOI KaiaxOoviiuv X€tövtujv „iraöe, uaOe t^v dcu)i(pujv(av TOÖ KÖC|llOU."^) X^TOUCl bk Ol pUT€C aUTOV TOUTOV*) KCl V^KUV, 22 IM, oiovei ^v livrJMOTi Kai Tdcpui ^YKaTotpuTM^vov ^v tiu cu(>^aTl•)• o\ bk. i6«,e« auToi, (pnci, r\c{v, icjX Td toö irvcOnaTOC öppnTa )uucTiipia, S i68,7e iröXc^ov 6^ \ifa t6v Iv ciO|iOTx, ön ^k ^axo^dvluv ctoix€(ujv ir^irXacxai tö irXdcfia, koÖiIjc T^TPa^n-ai, iißoc i\br\ tivöjicvoc Kttl dvrip. <^k(pdvr\ ydp cOti^j ....>, tout^ctiv ^Tvu'ptcOn elfii 1^ wj\r\ i\ dX^eivifj" (Joh. 10, 9). ?cn bi. 6 raOra X^u>v 6 dnö xoO dxapa- KTtip(cTOu, T^Xcioc dv6puüiroc, idv iii\ dvaT€vvnOfl 6id tüiJttic clccX- edjv Tf\c TnJXric. 1) Zu vergleichen ist der MyihoB der Köpii k6c^ou und die bekannte Ab- leitung de» li^ (\'£) TTaidv. Es folgt: kqI iroincov elp^iv^v toTc fiOKpdv — Toutkri TOtC ÖXlKOiC KCl XOiKOtC — KOl clprjVT^V TOtC ^TTVC — TOUT^CTl Tolc TrV€U|jaTlKOtC KCl vocpotc TcXcioic dvOpdiiToic (vgl. Ephes. 2, 17). 2) toOtov auTöv Cod. Das Zerreißen der beiden Sätze hat den Wortlaut des Folgenden beeinflußt. 3) Hiemach: toOto, qpiictv, tcri rö clpim^ov „Tdq)oi Icri K€icovia|i o()k 4v bibaKTotc dvepwdvnc couckoXöv ^cti napab^HacOai Kai 5 Xaßeiv tö ih^to toOto kcxi öppr|TOv |ui)CTr|piov. *) )0,u 23 *0 bi auTÖc oÖTOc UTTÖ Tüüv OpuToiv Kai ÖKapTToc KaXeirar ^cxi I top ÖKapTTOC, ötav ^ capKiKÖc Kai Tf|V dTn8u|Liiav Tf\c capKÖc ip'i&lr\Ta\.^) 24 TÖv auTÖv hk toOtov, cpriciv, ol <|)puTec KaXoOciv aliröXov, oux öti, vai fäp, (p^civ, elclv ol xd x4Xr] x&v ÖXwv Xa|ußd- vovT€c, V||Li€tc 6^, «priclv, icnkv ol xeXuJvai, clc oöc xd Ti\r\ xiliv aWvwv KaxrivxtiKe (I Kor. 10, 11). xikt] Ydp, «pri^iv, elcl xd ftird xoO dxapaKXT]p(cxou elc xöv k6c|uiov Kax€CTrap|ii^va cu^pinaxa, fei' div 6 ttöc cuvlcxaxot köc|lioc* feid Ydp aöxiöv koI fjpEaxo T6v^c0ai. kcI xoOx' ?cxi, (prjcl xö elpnn^vov „^EnXGev 6 cwetpiuv xoO cirdpai* Kai xd ^^v fircce irapd ti?|v dfe6v koI Kaxciraxi^Sn, xd fe^ in\ xd trcxpuüfeii, Kai 4Eavdx€iX€, -fviucxiKol x^Xeioi. aöxrj, (pr\civ icxlv i*| T^ i'i KaX^i Kai dTaBn, f^v \i-^ei Miuücf^c (Deut. 81, 20) „€lcd2uj Ofidc elc ff\v koXViv koI dTaöiflv, tlc tfjv ^^oucav YdXa koI lidXi". xoOxo, (pnclv, ^cxl xö \iiki Kai xö tdXa, oO Teuca|Lidvouc xoOc xeXelouc dßaciXeiixouc Y^vkOai Kol fiexacx^v xoO irXriptii- ^axoc. xoOxo, t\I»vx€C ävOptuiroi, ol feid xfjc wl)\r\c elcepxönevoi xf)c xplxT^c. X^touci yoOv' „el veKpd iqpdtcxe Kai ZOuvxa iiroii^caxe, x{, dv Ziüvxa qpdpixc, woificexe;" Ziövxa bi X^touci koI Xötouc kcI vöac Kai dv- epUinouc, xoOc liap^apixac ^k€(vou xoO dxapöKxriplcxou ippi|Lifi^vouc elc xö ixXdciua Kdxu). xoOx' ?cxiv S X^T€«, q>iici, „\ii\ ßdXr^xe xö &f\ov xoic kucI pir\bk xoOc luapta- plxac xotc xoipoic" (Matth. 7, 6), xoipujv koI kuväv ?pTOv X^yovxec elvai xi^v TuvaiKÖc irpöc dvfepa ö^iXiav. Ich glaube, daß trotz der Abfolge der Lemmata in dem Liede (unten S. 98) hier die versprengte Notiz koXoOci 6^ aöxöv koI iroXiiKapirov (§ 26) anschloß; v^kuc und Öeöc, dKapiroc und iroXiiKopiroc entsprechen sich. 4) aiiTÖXoc Cod. Benutzt ist Piaton Eratylos 408 ci, wo Pan, der Bmder des Logos, als del iroXutv erklärt wird. NaaMenerpredigt 168,82 — 164, 71 Sehn. 95 Kttl 1T€pl€Xcn5vUJV TÖV KÖC|L10V ÖXoV CTpOCp^ ' TTOXeiV T^P ^CTl t6 CTp^q)€lV Kai |üi€TaßdXX€iv Tct ixpaf^iaioi' ^vGev, cprici, Ka\ rd buo K^VTpa toö oupa- voO änavT€c TrpocaTOpeuouci ttöXouc" Kai 6 ttoitit^c bi, (pr|ci, (Od. 4, 384) „TruüXeiToi Tic beOpo T^pwv äXioc vr^cpific, dedvoxoc TTpiw- Tcuc AItutttioc" ou 7TinpdcK€Tai, cpriciv, dXXd cip^cpeiai aiiTOÖ, olovel <öiv€TTai> Ka\ Trepi^pxexai X^x«»» ko\ iröXeic, dv alc olKoOjiev, öti crpe- (pö^eOa Kai 7ToXou^6ea^) iv aöiaic, KaXoOvtai [tröXcic];. oötujc, cpridv, o\ 4>p\JT€C alnöXov töOtov KaXoOci töv ndvioic <7rdvTa>') irav- Taxn CTpecpovia Ka\ jieiaßdXXovTa itpöc rd okcta. koXoöci bk aöiöv, 25 cptici, Koi TToXuKapTTOV o\ Opiixec, 6ti „nXeiovo, (pnci. xd T^Kva ine dpniiou ^dXXov f| Tfic ^xowcTic TÖV dvöpa" (Jes. 54, 1), tout^cti xd dvatewil)- jieva dödvaTa Ka\ dei biajx^vovTd dcTi TioXXd, käv öXita ^ Td T€vvi0^6va. Td bk. capKiKd, (pnci, T€vva))i€va. ") A^Tovjci b^ aÖTÖv, qpnci, 'eXeuclv Kai dvaKTÖpeiov')" 'CXeuctv, 8ti fiX9o|i€v o\ nv€u^aTlKoi dvuu- 1) iroXcO^ev Cod. verb. Eoeper. koI al rröXetc — iröXeic Keil. 2) Erg. Sehn. 3) Die Erklärung seheint späterer Zusatz. Hiemaeh: biä toOto, qpnciv, „?KXaie 'Pa%i\\ rä t^kvo kuI oök f^SeXc, qp^d, irapaKaXetcÖai KXa(ouca kn' aCirotc. tiÖ€» T xd dveXGeiv^) dvu). toöto"), (f>r\dyf, icxW ö X^TOwciv Ol KaiCüpTiacji^voi tujv 'CXeuciviuJv rd <^eTdXa> 28 nucTiipia. e^cjiiov bi icTi id fiixpd fienuilM^vouc auöic xd jüietdXa jiueicGcu. iLiöpoi Tdp nciZovec iieiZovac fiöipac Xatxdvouci (Heracl. Fr. 25 Diels). MiKpd hi, qpriciv, dcxi xd jiucxiipia xd xfic TTepcecpöviic Kdxuü, irepl Äv |üiucxTipiu)V Kai xi^c öboO xfic dtouctic dKct') Kai cpepoucnc [xouc dnoXXufi^vouc] im xf|v TTepceqxSvnv Kai 6 TTOinxtic IbkJ (pnciv auxdp vir* aOxriv kxiv dxapnixöc ÖKpuöecca koiXt] TTtiXüübiic. f^ b'*) fiTHcacOai dpicxn öXcoc de i|i€pÖ€V TToXuxiiirjxou 'AcppobixTic. xaOx' kxi, 9T1CI, xd iniKpd iiiucxjipia xd xf^c capKiKT^c tev^ceuic, d liuTiÖevxec oi dvGpujrroi jniKpöv traucacGai ötpeiXouci ^) koi liueTcGai xd )üi€TdXa, xd diroupavia. o\ tdp xouc dKci, q)nci, Xaxövxec jiöpouc 166,1 29 laeilovac ^oipac Xafißdvouciv.^) ^xi b^ ol dvwr^^ivovxec.^ ouxiüc, (pr\c\, 0piJY€c xöv dfiutbaXov KaXoOciv.^ 1) (b\ä Tö dvdY«cOai TouxdcTi^ t6 dv. Keil. 2) toOto, nämlich t6 dv€X0dv. 8) Hiernach: oöcr^c irXaxciac Kai cöpux(i[)pou (Matth. 7, 13). Auch toOc diroXXufi^vouc scheint daher zu stammen. 4) fj bi: der andere; nur das erste geht auf den Weg zu Persephone. 5) ^tKpd Cod. juiKpöv und irpiv Keil. 6) Hiemach: aörri xdp, q>iic(v, Icrlv /| nüki] xoO oöpavoO xal oöroc 6 oTkoc eeoO, fiirou ö draOöc 6€6c kotoik^ |li6voc, clc 8v oök clccXcOcexai, q)iic(v, ÄKd- Oapxoc oCiftcic, oö »j»ux»köc, oö capKiKÖc, dXXd nipdxai irveuiiiaxiKolc ijiövoic* öirou &€t fevoixbfovc ßaX^v xd ^vbOjixaxa Kai irdvxac Y^v^cöai vu|Liq>(ouc dtrTipc€vu)|i^- vouc btd ToO irapöcviKoO Trv€0|LiaTOc. aöxri tdp icxtv i^ irapO^voc V) iv yacxpl Ixoijco xai cuXXafißdvouca xal xixxouca uiöv (Jes. 7, 14), oö tjiuxiKÖv, oö C(U|wx- xiKÖv, dXXd ^äKdptov Aldiva Alil»vu)v. irepl toOtuuv, (pt\d, biapprj&nv etpr^KCv 6 ciüxfjp öxi „cx€vi?| KCl TceXtmidvT) icxlv 1^ öböc 1*1 dirdtouca elc rVjv l\ur\v, xal ÖX(f oi €lclv ol €lcepxö|Lievoi €lc aörriv, irXarda bi xal €ÖpöXu)poc i\ öböc i*) dudtouca €lc xfjv dird»X€iav, xal rroXXoi €lciv ol 6i€pxö|i€voi b\' oöxf^c" (Matth. 7, 13). 7) otov \bicf. cq)<)loYTa Cod. verb. Sehn. 8) dvax€|uövx€C Cod. verb. Keil. 9) Hiemach: äpuT€C tö ^k€iÖ€v T^TCVvim^vov, ön TTveO^ia 30 le«, ^Vap^lÖVlÖV iCTl TÖ T€TeVVTl|bl^VOV.^) OUTOC, q)T]CiV, icXlV b iroXuUlVUHOC X6«,l» Hupiömiaioc dKaraXTiTTTOC, ou iräca qpucic öX\r\ hi &\\iuc öpif^Tai.^ Der Anschluß des Nächsten ist uns yerloren, da Hippolyt mit den Worten Taö6' outuüc cxeöiciCouci xd vnö Trdvriuv dv0pu)nu)v Xetö- nevd xe xai T»v6)i€va irpöc ibiov voöv <^pMilveuovx€C>, nv€unaxiKu»c') ' auxouc 31 lea, dirpovorjxujc xi X^yeiv f| iroieiv. xciTOpouv, q)nciv, ^irdv cuv^XOg**) 6 bf)^oc ^v xoic Gedxpoic, eiciuüv*) xic ^|Liq)i€C|idvoc cxoXfiv ?SaXXov, Kiödpav , öirou Kai ö iraTfjp bvo^idZerdi koI ö utöc, kK toOtou ^lcal> toO irarpöc iKti Ytwiiifievov. — Vgl. Poim. § 16: ivap^ö- vioc 60OX0C und Orpheus Hymn. 8, 1 1 : cuptKTd (Keil). 2) Hiernach: toöto, «pridv, icti tö (tf^a toO e€oO, 6, (pr\dy, icriv ^fl|io diToq>dceiuc rfjc fiCTdXrjc buvdutuic. b\ö Icxai icqppaxicu^vov Kai Kexpu^^^vov xal K€KaXu|ii)i(^vov, K€(|i£vov iv T^ olKiTrT)p(qj, oö »I piZa vSjv 6Xu)v TcecjicXCturai, AlU»- vujv Auvdfieiuv '€mvoiu»v, Gcuiv 'Att^Xuiv irveujidruiv direcToXii^viuv , övtu)v h#| övTwv, TcwT^-nliv dT€vvTf|Tu»v, dKaTaXfjirruiv KaroXritmöv, dviauTu»v >«ivu»v yj^€p^&v (bpdiv CTiTuf^c dopicTou, 4E fjc iEdpxerai tö iXdxicTov aölf^cai KaTd )iipoc. i\ <^t 4p> iLiiib^v oCka, i]dv, icrlv Vj ßaciXcia Tu»v oOpav v€Kuv ^ ecöv f\ töv äKoptrov f| amoXov f\ xXoepöv ciaxuv 6,\xr\- e^VTtt f| TÖV TTOXuKapTTOC*) ItIKTEV d- luutöaXoc dv^pa cupiKidv <''Attiv>. *) Mit einem kurzen zweiten Liedchen geht Hippolyt dann zu einer Schilderung der Beziehungen der Naassener zu den phry- gischen Mysterien über. Seine Quelle, die uns hier einzig inter- essiert, ist zu Ende. Man hat längst die Schrift von § 20 an (toOtov, q)r|c(, GpqlKec Ol irepi t6v AT|liov oIkoOvtcc Kopußavia KaXoOci) als Kommentar oder Paraphrase des den Schluß bildenden Liedes bezeichnet; aber auch der erste Teil trägt genau den gleichen Charakter. Die Abhandlung TTcpi dvepujTTOu, wie Hippolyt unser Stück richtig bezeichnet, geht natürlich von der Scheidung von Leib und Seele aus; schon beim 1) So hat, wie ich mich überzetigt habe, die Handschrift. 2) fXXrjvec coqpiav Cod. verb. Wil. 3) dbötjüi' Cod. verb. Bergk. 4) 6v Cod. Der Verfeeser der Rede scheint noXiiKapirov gelesen zu haben: „den als fruchtreichen gebar". 6) Es fehlt eine Klausel, die sich aus der Fortsetzung des Hippolyt er- raten läßt: TOÖTÖv qpriciv cTvai itoXO)nopvcic liroupaviiuv Kai imtetujv kqI KaxaxOcH vduv ijfuxfic öp^erai mit § 30: ouxöc icrw ö ^ToXuli)vu^oc fiupiö|H|aaTOC dKord- Xtiirroc, oö iräca ei tA ööara. Eine dritte aus demselben, einst umfänglichen Hesiod-Scholion stammende Fas- sung bietet Tzetzes in den 'AXXnToptai ^k rfic xpoviKf^c nexpiicf^c ßißXou. Der einzige Druck (von Morellius, vgl. Krumbacher, Byz. Lit.* 534) ist mir unzugänglich; ich zitiere nach dem Codex 107 des alexandrinischen Patriarchats in Kairo (vom Ende des XU. Jahrhunderts): CTOixeiaKoic yf^v xfjv 'Piav irdXiv vöci, tt^v irXii^v ^Ketvriv Ti?|v dKÖC|HTiTov U^iu, Tf\y OXiKTiv, cibCoucav d)c Kpövoc Xötov. Hierzu bemerkt ein auf Tzetzes selbst zurückgehendes Scholion: XpOcimroc auni^v iiödriov X^ei q)Ociv (xuxnc, d»c TcBoMH^vTic ^v tCü vOv TtapövTi. 2) Ich glaube eher, daß es von Hippolyt oder von dem christlichen Be- arbeiter zugesetzt ist. Gewiß spielen die phrygisch-ägyptischen Mysterien die 102 ni. GrundvorBtellnngen des Poimandrea. Liedes hat Wilamowitz, allerdings mit Vorbehalt, etwa Hadrians Herrschaft yermutet; viel spater kann auch die Rede nicht fallen. Sie zeigt uns eine heidnische "AvöpujTroc-Lehre, allerdings nicht in der Reinheit, wie etwa die Inschrift von London die Lehre von Ptah. Sie hat sich der Interpretation eines Textes anschmiegen müssen und ist dadurch undeutlich geworden. Die €i|aap|Lievn wird nicht besonders erwähnt, aber die bouXeia des Menschen wird so eindringlich betont, daß wir den Schicksalsglauben als eine Haupt- lehre des Systems dennoch erkennen. Dieselbe heidnische "AvSpu^iroc- Lehre begegnet in den Offenbarungen eines Propheten Bitys (?) und in der letzten heidnischen Ausgestaltung der Poimandreslehre bei Zosimos (vgl. S. 8). Beide lassen sich nicht voneinander trennen. Zosimos beginnt sein mit Q bezeichnetes Buch, das unter Namen und Hut des Gottes Okeanos als der Geoiv Trdvxujv Tcvecic koi CTtopd steht, mit einem Angriff auf seine Gegner; ihre Torheit und ihr Un- vermögen seiner Offenbarung zu folgen läßt sie rein als Gefolge der e\\xap\xlvr] erscheinen. Hiermit ist das theologische Thema an- geschlagen, dem er nun vor dem eigentlich alchemistischen Teil eine Weile nachgeht (Berthelot S. 229 ff.): xouc toioutouc be dvOptJu- 1T0UC 6 '€p|ific*) ^v TU) Trepi qpucewv dKdXei dvoac, Tr\c el|iapfievnc ILiövov*) övtac TT0|Li7rdc, yir\bkv Ttuv dcai|LidTUJV qpaviaZoiaevouc, |iiri^^^) auTfjv T^iv ei)Liap)aevTiv Tfjv*) auTouc dtoucav biKaiuuc, dXXd 1[touc]j Hauptrolle, aber der Redner benutzt sie doch nur, um in ihnen seine "AvGpuuiroc- Religion wiederzufinden; ein Bild, das nicht dazu dient, ist für ihn zwecklos. 1) Von Hermetischen Stellen über die €i|Ltap|Li^vn hebe ich noch einmal aus der XII. (Xni.) Schrift unseres Corpus jj. 104, 12 Parthey hervor: irdvTWv ^iriKparei ö voOc, f| ToO OeoO h»uxi^, kuI eifiapin^vric kcI vö^ou koI tOüv äWiwv irdvTUiv, koI oub^v aÖTtp dJjiivOTOv, bÖT€ etjiapia^vric öirepdvuj Getvai h»uxi^v dvepuuTrivTiv oötc dneXi'icacav, änep cufißa(vei, öttö xfjv el|Liap|u^vr|v öelvai. Ähnlich ist in dem von Cyrill (Contra lul. Hp. 70lMigne) und Lactanz H 16,6 angeführten Bruchstück einer an Asklepios gerichteten Schrift die eOc^ßcia das einzige Mittel gegen die ei|jiap|ii^vii, das Walten der kokoI 6a(|aov€C. Weiteres bieten die "Opoi 'AckXti- uioö und das Bruchstück bei Stobaios JEkl. l b p. 82, 1 Wachsm. 2) inövouc Codd. (MK). Das der griechischen Philosophie entnommene Bild findet sich auch in unserem Corpus IV (V) 7 : Koedircp al -rroiiiiTal n^cov Trap^pxovrai, imfixe aÖToi (aörai MAC) iveptf^cai ti 6v)vd|üi€vai, xoOc t€ (6^ MAC) ^lanoötroucat, TÖv aÖTÖv xpÖTTov Kol oöxoi jLiövov Trofx-TTeOouciv ^v xCJ) KÖc|Liiu irapayöiaevot (Patr. iTapaY€vö|nevoi MAC) Oirö xü>v cu>|LiaxiKiuv i'jbovAv. Das Bild ist bei Zosimos durch die unmittelbar vorausgehenden Worte irdvxoxe xQ etjuapin^vi;) äKoXouOoOvxec ein- geleitet. 3) firixe Codd. rrepl aöxiPjv . . . ftiKaiouc Keil. 4) xoüc Codd. Mythus vom Anthropos. 11. Bitys bei Zosimos. 103 buc öXXo (pavTaZojievouc. 6 be '6p)nfic xai 6 Ziupod- cxpric TÖ qpiXocötpiuv t^voc dviüiepov ttic ei|biap|Lievric tiTrov tuj )bir|Te irj eubaiiiiovia auific xaipeiv — fibovuiv yctp KpaxoOciv — ^riie TOic KttKoTc auxfic ßdXXecOai, Travioxe dvauXict ctTOvxac^), |nr|xe xd KaXd bujpa uap' auxfic Kaxabex€c0ai^, etreiTrep eic irepac KaKÖv') ßXcTTouciv. bid xoöxo Ktti ö 'Hcioboc xöv TTpo^Tl9ea eicdxer xo» 'Etti- ILiTiGeT irapafTe^Xovxa*) Kai q)Tici (Erga 86) )ar|X€ bOupov be£ac0ai Trapd Ztivöc 'OXuiuttiou, dXX' är:onl}ineiv dHoiricuü^ bibdcKujv xöv ibiov dbeXqpöv bid cpiXocoqpiac dTTOTre^Treiv xd xoö Aiöc, xouxecxi xfic cijiap- jLievTic, biwpa. ZuipodcxpTic be eibr|cei xuiv övuj ndvxujv Kai juaTCicji auxwv xfic ^vcu))nou (ppdceuuc q)dcK€i d7T0cxpeq)ec9ai trdvxa xfic el^ap/ievnc KaKd KOI liepiKd Ktti KaGoXiKO. 6 /aevxoi '€p|ific ^v xuj ix€pi dvauXiac^) biaßdXXei Kai xfiv laateiav XeYUüv 6xi ou bei xov TrveuinaxiKÖv dvOpujTTOV xöv ^TTiYvövxa ^auxöv^ oi)x€ bid ^laTeiac Kaxop6o0v xi, ddv Kai KaXöv vo|iiZnxai, ^nxe^) ßidlccGai xfjv 'AvdTKTiv, dXX* iäv ibc Ixei qpuceujc koi Kpiceuuc. iropeuecGai bk bid ^övou xoO ZrjxeTv ^auxöv Kai Geöv , dniTvovxa Kpaxeiv xfiv dKaxovöjuacxov xpidba, koi ^dv xfjv ei|Liap)LievTiv 6 GeXei iroieiv xiu ^auxr^c iTTiXqj^, xouxecxi xijj cu)- iLiaxi. Kai ouxiuc, (pr|ci, vorjcac Kai ixoXixeucdiLievoc GedcT) xöv GeoO uiöv Trdvxa Tivö)i€VOV xujv ociiwv vj/uxu)v ^V€Kev, iva auxfiv ^KCTidcri iK xoö x^poy Tfic ei)Liap)ievTic dni xöv. dcu))iaxov.^ irdvxa Tdp buvd|Lievoc ndvxa 6'ca GeXei Tivexai, Kai traxpi uTraKOuei bid Travxöc Cu)(iaxoc biriKuuv, <(Kai> (pujxiZiuv xöv ^KdcxQu^^O voOv eic xöv eubal^ova x^^^pov dvuupfiTicev, öirouTrep fjv Kai irpö xoO cu)|LiaxiKÖv TCV^cGai**), auxuj dKoXouGoüvxa Kai utt' auxoö öpcTÖiuevov Kai öbriTOu- 1) ÖTovTCc Codd. iv Iv. Keil. 2) Karaftexöncvoi Codd. 3) xaKwv. Codd. 4) Hiemach: tCvo oiovrai ol ävepiuuoi iracAv jxcÜIova eöftaiiiioviav ; TuvalKa eO|Ltopq>ov, q)r|c{, cuv itXoOtuj ito\X(4) Codd. 6) dvauXiac Codd, verb. Keil. 6) Vgl. das Gotteswort im Poimandres 21: 6 vorjcac lauxöv clc ainb (tö 6€lov) x^wpct. 7) nr\U Codd. 8) Tip ta\)Tf\c TTTiXip Codex K (also auch M) nach meiner Kollation. 9) Es folgt öpa auTÖv Tivöjievov irdvra Scöv öxre^ov äv8puJiTov iraötiTÖv. Die christliche Anmerkung verrät sich durch die Einleitung. Der Text bietet eine Erklärung zu dem später zitierten Wort des Poimandres 8. 105. 10) ^KdcTTjc Codd. ^KdcTTic Mnjxflc? 11) Auf den voöc, nicht auf den ulöc OcoO bezüglich 104 m. GrrandTorstellnngeQ des Poimandres. |i£vov eic ^Keivo TÖ (pOuc. KOI ßXeq/ai töv mvoKa, ov Kai Bitoc TpotMiac*) Kai ö xpiciüitTac TlXatcüV Kai 6 |LiupiO|i€Tac 'Cpiafic, öti 0u»u6oc ^p^riveueiai tt| lepaiiK^ [npiuTvi] qpiwv^ 6 npwToc ävepuuTroc <^by ^p|iiTivei)C navTUJv twv övtujv Ka\ dvo^aroTroiöc TrdvTuuv tOjv co)- |naTiKd)v. Ol be XaXbaioi Kai TTdpGoi koi Mfiboi Kai 'EßpaToi KaXoOciv auTÖv 'Abd|Li, «L fciiv ip^Y\veia th ttapG^voc Kai t^I aijuartjübnc Kai th Trupd(?) Kai fx] capKivTi.^ laOia bk iv xaic ßiß\io6r|Kaic tOüv TTtoXc- ^aiu)v rjuprivTai, div^) dir^GevTO elc ^Kactov lepöv, fidXicia tuj Zapa- ireitu, öie irapeKdXecav*) 'Acevdv xöv dpxiep^a MepocoXuMiuv ^) n^nipavia '€p)uifiv (?), 6c fip)ar|veuce Tracav xnv '€ßpatba 'GXXrivicxi Kai AItuttxicxi. Oiixuic ouv KaXeixai 6 irpuixoc övOpuuiTOC 6 irap' fijLiiv 00)06 Kai rrap' dKcivoic 'Ahä}x — xr) <^Tdp> xuuv dtT^^iwv qpiyvrj aiixöv KaXecavxec ou |ifiv bk dXXd Kai cufißoXiKuJc bid x€ccdpu)v cxoixeiuiv ^k ndcrjc xfic cq)aipac auxöv eitrövxec Kaxd xö cu))na*) — 6 bk Icuj auxoö öv8pu)Troc 6 TTveuiiaxiKÖc Kai Kupiov <^xc» övo)aa> Kai TrpocirfopiKÖv. x6 \xh/ puv Kupiov dYVoA') bid x6 x€U)C" ^övoc xdp NiKÖOeoc 6 dveupexoc xaOxa oTbev xö bk TrpocriTopiKÖv auxoö övo^ia qpibc KaXeixai, dqp' ou Kai (püüxac 7rapnKoXou9iice X^Y^cOai xouc dvepuuirouc. "Ox€ ^v uic ^v xuj napabeicuj bianveoin^viu*) üttö xfic ei^apju^vr}c, iTTCicav auxöv ujc dKaKOV Kai dveve'pTnTOV evbucacöai xov uap' auxd)v^) 'Abd^i, xov ^k xfjc ei)Liap^eviic, xöv*") ^k x«I»v xeccdpujv cxoi- 1) Das Partizip tritt bei Zosimos wie in jungen Papyri mehrfach für das Verbum finitum ein; sonst wäie es leicht nach '€p]ut^c- ein Wort wie iLiaprupoöciv zu ergänzen oder mit Keil lfpa\\>€v zu schreiben. Der Autor des Gemäldes, das mit dem berühmten Diagramm der Ophiten bei Origenes zu vergleichen wäre, hatte sich auf Hermes und dieser auf Piaton berufen, der im Philebos (186) Thoyt als Gott oder als öctoc dvGpiuiroc bezeichnete. Das faßte der Autor als Charakteristik des äviuGev ävöpiuTroc. Auch in dem von Laurentius Lydus be- nutzten \6foc T^Xeioc des Hermes an Asklepios war Piaton mit Namen angeführt (De mensibm IV 32 p. 91, 7 vgl. mit IV 148 p. 167, 20 Wünsch); ebenso in einer anderen ebenda IV 62 p. 109, 16 angeführten Schrift. 2) Vgl. Olympiodor bei Berthelot p. 89. 3) 8v Codd. 4) irapeKdXecev Codd. 6) tu)v dpxicpocoXüiiwv Codd. 6) Es folgt: TÖ Y^P fiXqJO aÖToO cToix^tov dvaTQXi?|v ftiiXoi töv d^pa, TÖ h^ hÖaa aÖTOÖ CToixetov bOciv br^Xot <^Kal) y»1v (t#)v Codd.) xdTUi KarabO- cacav 6iA tö ßdpoc . . . tö hi |iO croixeiov luiecimßpiav hx\Ko\ tö fi^cov toO- Tiuv Ttliv cuj|LidTUJv irciravTiKÖv iröp tö elc ti^v }iio!\v rerdp-niv Ziüvriv. oötudc oOv i cdpKivoc 'A6ä|Li kotA tViv qjaivo^^vqv irepiTrXaciv ©iwOO KaXetxat. Die Erklärung paßt nicht. 7) dYVOÜJv Codd. 8) öiOTTveö^evoc Codd, verb. Keil. 9) aöxoO Codd. 10) tuiv Codd. Bitys bei Zosimos. 105 X€iu)V 6 b€ bid t6 äxaKOv ouk dTrecxpdqpn' o\ bk ^Kauxujvro ibc be- bouXaYoiTTme'vou autoö. töv ^2uj övGpuDirov becMÖv elTrev 6 'Hcioboc (Theog. 614), (]p*) ^bricev 6 Zeuc töv TTpoi^iTie^a. etta ficxd TÖV b€c^öv dXXov auTUj becjiöv eniire'iLi'rTei ttjv TTavbiJÜpav, f\y oi '€ßpaioi KttXoOciv eöav. 6 Tap TTpourjeeuc Kai 'CmmiGeuc €ic dvOpuuTröc icTi KCTd töv dXXtlYOpiKÖV XÖTOV, TOUT^CTI ipUXn KOI CUJ/itt. Kai TTOTe )li\ q/uxnc €x€i eiKÖva [ö TTpoiiiTieeuc];, ttot^ b% voöc, iroTe be capKÖc bid Triv 7rapaKof)v toö *E^Tl^r^ö^uJC, fiv irapriKOucev tou TTponriG^ujc toö Ibiou . q)T)ci top ö Noöc fm'J'Jv^* „6 be uiöc toö 9€o0 irdvTo bl)vd^€VOC Kai TrdvTa xivöjievoc öti') ÖeXei u»c GeXei cpalvei ^KdcTUj".*) Kai ?iuc dpTi Kai toö tcXouc toö köchou lireici^) XdGpqt Kai ibiov xwpov, önou Kai TTpÖ KÖC|L10U f^CaV. TTpiV ^ bk TaÖTa TOX|Llf)Cai TÖV dvTl|il)LlOV, TÖV Zr\- XujTTiv, irpuüTov diTOCT^XXei auToö npöbpoiiiov dirö ttic TTcpciboc ^u9o- TTXdvouc XÖYOuc XaXqövTa Kai Tiepi Tf|V €\(aap)Li^viiv äyovTa touc dvGpuinouc* elci bk. xd CTOixcTa toö övo^iaToc auToö dvv^a, tt^c biq)6ÖTT0u ciiiton^VTic, KaTd töv tt^c €\)iap|i^viic öpov.^") eha licxd 1) 6v CoAd. 8) AIb NoOc faßt Zosimos den Poimandres, vgl. nuten £ap. VII; der ulöc ecoO ist der X^yoc. S) öt€ Codd. 4) Es folgt: *A6äM npoct^v 'IncoOc Xpicröc <6c aÖTÖv> dvif\v€TK€v öttou xal itpörepov bifiYOV qpuJTec KaXoiijievo». Wieder paßt die Erwähnung Christi nicht in den Zusammenhang. Daß die Werke des Zosimos christlich gedeutet wurden sagt Photios Bibl. cod. 170. Dann gehört zu derselben Interpolation auch das Folgende : i ') nXdvi^ ' oi he "€XX)ivec KaXoOci <(t6v)> Tr|ivov 'Abd|Li '€Tri|Ltr|9^a cu|aßouXeu6|Lievov unö toO ibiou voö, toutecti toO döeXq)Ou auToO, |Li]?| XaßeTv xct bOupa toö Aiöc. öjnuc Kai ccpaXeic Kai neravorjcac Kai TÖv eubaifuiova x"Jpov lr\Tr]Qac <(b bk TTpo)LiTi6€uc, tout- ecTiv 6 voOc,)> TrdvTa ^pinriveuei Kai ndvia cu|aßouXeuei toic Ixo^civ dKodc voepdc" o\ bk idc cuj)LiaTiKdc Ixovxec viövov OKodc xf^c eliaap- ILi^vnc eici , ixr\bew dXXo KaxabexöiLievoi f| 6|ioXoTOÖvxec*) Das Stück ist außerordentlich unerfreulich. Der Synkretismus hat gegenüber dem Poimandres stark zugenommen; das Christentum wirkt wohl schon mit ein, wenn auch m. E. halb unbewußt; die Hermetischen und jüdischen Lehren sind im Begriff zu verschmelzen.^) Für die Ausführungen über die ei)biap|ievTi sind mehrere Schriften des Hermes benutzt, für die hiermit eng verbundene Lehre vom "AvGpujTroc außer den TTxoXeiiaiKai ßißXoi^) nur der mvaJE des Bitos, der aber wenn man den Diphthong richtig zählt, neun Buchstaben. Ob der Verweis auf Mani dem Zosimos oder dem christlichen Interpolator gehört, wird kaum zu sagen sein. Unmöglich ist das erstere durchaus nicht. 1) irepiobov Codd. 2) lauTtp Codd. 3) Erg. Keil. i) Zosimos ist damit wieder auf seine zweifelsüchtigen Gegner gekommen und geht nun zur Sache über. 5) In einem zweiten religiösen Fragment nimmt Zosimos auf Apokrypba unter dem Namen des Salomon und Mambres Bezug (vgl. Kap. VII). 6) Sie begegnen uns zusammen mit der 'ApxoTTC^ixi^ ßißXoc des Moses in dem Vin. Buch Moses (Dieterich, Abraxas 203, 5 ff.): die bk iv xfl e' rOüv TTto- Xe^aiKÜüv „fv IkoI]) tö nav" ^-iriTpaqjoiu^vri TTavap^Ti}^ ßfßX^tu, <^^^ irepi^x^i t^vvt}- ,civ rrveOfiaroc rrupöc koI ckötouc. Die keinesfalls junge Schrift enthielt neben einer Kosmogonie Gebete und Beschwörungen, von denen im folgenden eine stark judisch gefärbte mitgeteilt wird. Das Buch gab sich als Hermetisch (?) und doch als Übersetzung aus dem Jüdischen und knüpfte an die Sage vom Ent- stehen der Septuaginta. Nach der Anführung Olympiodors (Berthelot p. 89) wird nur die Deutung des Namens Adam ihm entnommen sein. Sie geht auf dieselbe jüdische Spekulation zurück wie z. B. Pirke Rabbi Elieser, Ab- schn. 11: Gott sammelt den Staub aus den vier Ecken der Welt, und zwar roten, schwarzen, weißen und grünen; aus ihnen stammen Blut, Eingeweide, Knochen und Fleisch (vgl. über die Verbreitung dieser Lehre J. Dreyfus, Adam Bitys bei lamblicli. 107 mit den Hermetischen Schriften auf eine Stufe gestellt wird. Die Erklärung bietet lamblich im achten Buch De mystems, das ganz der Hermetischen Lehre gewidmet ist. Er führt die Ansicht Chaire- raons an, daß nach ägytischem Glauben die Sterne allein die Welt regieren und die wahren Götter sind, und stellt dieser naturalis thcologia die Lehren einer änderen älteren Quelle gegenüber (Vni4): qpuciKd bk ou X^TOuciv elvai rravTa Aitütttioi, dXXd xai rfiv t^c Hiuxfic l[ur\v Ktti rr\v voepdv dirö rfic (puceujc biaKpivouciv (Kcn) ouk ^iti toO TravTÖc iLiövou, dXXd koi eqp' fiiuuiv voöv te Kai Xötov TTpocTTicd)Li€VOi KaG'^auTouc övtac, outu)C brniioupTetcöai qpaci id TiTv6)Li€va* rrpondTopd xe Tiüv iv Y^vecei. bTUbiioupföv TTpoTdiTOuci Kai ifiv Trpö tou oupavoö koi TTjv dv TU) oupavu) tuJTiKfiv buvainiv TtTviwcKOuciv ' KoGapöv xe voöv UTiep xöv KÖc|aov irpoxiötaci koi ^va d)H€picxov iv öXiu xuj köc)liiu, koi birjprm^vov im irdcac xdc cqpaipac exepov. koi xaOxa oub' öXiuc ijiiXiu Xöftu Geuupoöciv. dXXd Kai bid ty\q \epaxiKfic OeoupTiac dvaßai- veiv €7rl xd iivjiTiXöxepa Kai Ka9oXiKiJuxepa Kai xnc eiMapiuevTic öncpKciineva napaTTeXXouci Ttpöc xöv öeöv Kai bimiouptöv, }ir\Te v\r\\ TTpocTroiou|Lievouc |Lir|X€ dXXo xi TrpocirapaXaiißdvovxac F| liövov Kaipoö napaxnpriciv, utpriT^taxo bk Kai xauxnv xfjv 6böv '€p|ufic "A^muvi ßaciXei, iip|nr)V€uce be Bixuc TrpO(pr|XTic^) l\ dbuxoic eupibv dvaTeTpaM^i^viiv ^v lepOTXuqpiKoic fpa\i- naciv Kaxd Zdiv xrjv tv Aituttxuj, xö xe xoO eeoö övo|Lia napebwKC xö bifiKOV bi' öXou xoO köc^ou* eici bk xai dXXai TToXXai frepl auxaiv cuvxdHeic. lamblich begründet dies dann (Kap. 6) diTÖ xoiv '€p)iaiKdiv vormdxujv: buo Tdp ^x^i U'uX'ic, djc xaOxd q)r|ci xd fpaMMOTa, 6 övBpujTroc' Kai f\ \iiv kxiv dTiö xoO rrpOüxou vontou ^ex^XOuca Kai xfic xoO brnnioupToO buvdjaeujc, fi bk ^vbiboibi^vn ^K Ti\c xu»v oupaviujv TTepiq)opäc, elc f\y ek^pTtei f) OcoirxiKf) ij^uxiT- xouxuuv bi] oüxuuc ^xovxujv x] |Liev dnö xujv KÖcmjuv elc r]\iäc KaGriKOuca vpuxn xaic Tiepioboic cuvaKoXouGei xüuv KÖcmuv r\ bi dnö xoö vorjxoö voTixiwc TTapoöca xfjc TtvecioupToO Kivriceuuc uTrepexei, Kai Kax' auxriv u. Eva i. d. Auffassung des Midrasch S. 12). Zum Titel TTavdperoc vgl. jetzt Catal. cod. asirol. graec. IV 81. 1) '€p|uf^c i^p|bifiv€uc€ bi BiTuc TrpocpfjTtic 'Amnuuvi ßactXd Edd. Dem Gott nnd König Amon kann nach dem festen Stil dieser Literatur, der uns im näch- sten Kapitel nfther beschäftigen wird, nur ein Gott, also Hermes selbst, eine Schrift widmen. Der Erklärer Bitys will sie in Sais gefanden haben. Zu vergleichen ist die Einleitung des Philon von Byblos. 108 ni. GraadTorstellungen des Poimandtes. fi Te Xucic Yiverai Tf|c el^apfi^vnc Kai fi irpöc touc votitouc öeouc övoboc, öeouptia T€, 6cr] np6c tö dtewriTOV dvötteiai, Kaxd Tf)V TOiauiriv Iiw^iv diroTeXeiTai. Auf dios Aufsteigen bezieht sich auch das zweite Zitat aus Bitys (X 7): aOrö be tö dTaGöv xo )li^v !9eTov flToOvTtti TÖv npoevvopuMevov Öeöv, tö be dvepübnivov ifiv "rrpöc auiöv ^vuiciv, örrep Bituc Ik tujv '€p)naiKa»v ßißXuüv ^€er|p^r|veuc€V. Die griechisch geschriebenen Schriften des Bitys waren die eine Quelle lamblichs. Für die Befreiung der Seele von der el^ap|U€VTl und für ihren Aufstieg zu Gott beruft sich also Zosimos auf Biioc, lamblich auf BiTuc; die schon von Hoffmann und Rieß*) angenommene Identität beider Namen steht vollkommen sicher. Ägyptisch ist keine seiner beiden Nameusformen; dagegen ist seine Identität mit dem „Thessaler Pitys" der Papyri^) von Dieterich richtig erkannt. Es wäre sehr möglich, daß er, wie Dieterich weiter vermutet, mit dem von Plinius im XXVIII. Buch benutzten Bithus von Dyrrachium identisch ist; aber ich wage die Datierung des Eindringens der so wichtigen Lehre vom Gotte Mensch in Ägypten nicht auf eine immerhin anfechtbare Namens- ähnlichkeit zu bauen. Denn um das Eindringen der Lehre handelt es sich; das zeigt die Form der Einkleidung, die Bitys wählt, die Auffindung einer bisher ganz unbekannten CTrjXri des Hermes. Was er ihr angeblieh entnimmt, stimmt auffällig mit der Naassener-Predigt überein; von dem Mythos vom Menschen, den uns der Poimandres bietet, weicht es etwas ab, berührt sich aber in der Tendenz mit ihm aufs engste. Wir dürfen aus den drei unabhängigen Zeugen die Existenz einer hellenistischen "AvOpujTroc-Lehre mit Sicherheit erschließen. — Die Naassener-Predigt gibt, leider an der Hauptstelle fast un- verständlich, einen ausführlichen Xöyoc XaXbaiKOC wieder, der an den Namen Adam (oder einen ähnlichen Namen) schließt. An der Echt- heit der Angabe zu zweifeln, fehlt, da die andern Mythen aus bester 1) Pauly-Wissowa, Bealencyklopädie I 1347. 2) Dieterich, Jahrb. f. Phil. Suppl. XVI 753; WesBely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888, S. 95,02,98: TT{tuoc dT^Yi^ — ßaciXd 'Ocrdvij TTtruc xaipeiv — dTU'Ti'l TTiTuoc ßaoXdufc — TTituoc GeccaXoö. Daa zeigt, daß er schon im zweiten oder dritten Jahrhundert unter die sagenhaften Theologen und Magier ge- kommen ist. Ihn nicht zu spät anzusetzen rät auch die Gegenüberstellung von Chaixemon und Bitys bei lamblioh. Mythus vom Anthropos. Schlflsse. 109 Kenntnis stammen, jeder stichhaltige Grund. Eine Bestätigung gibt Bitys, der die "AvSpumoc-Lehre bei Chaldäem, Parthern und Medern, allerdings auch bei den Hebräern gefunden haben will. Daß diese Lehre ungefähr zu derselben Zeit wie die Lehre von der etjuapiLievii in das Judentum eindrang*), brauche ich nach den überzeugenden Darlegungen Boussets*) nicht mehr mit eigenen, doch nur unzuläng- lichen Sammlungen zu belegen. Ich lege Gewicht darauf, daß theo- logische und philologische Untersuchungen ganz unabhängig vonein- ander zu genau dem gleichen Resultate geführt haben, und halte die Frage, ob echt chaldäische oder in Babylonien angenommene persische Vorstellungen zu Grunde liegen, für nebensächlich; es geheint nicht, nur eine Form dieses Mythus gegeben zu haben. Die Naassener- Predigt erwähnt als „assyrische" Fassung der- selben Sage einen Mythus von Oanes, dem babylonischen Spiegel- bilde des ägyptischen Thot.') So schildert ihn wenigstens Berossos (Fr. 1 Dübner); er lehrte die Menschen TpctMMaxuiV Kai juaQniiaTUJV Kv cuvoiKic/aoOc Kai lepOuv \bpuc€ic Kai vömwv elctificeic Kai yew^^ipmy/. Wenn wir weiter hören, daß er auch Offenbarungsgott war und bestimmte Nachfolger hatte, die das von ihm kurz Verkündete weiter erklärten, werden wir kein Bedenken tragen, die Ausgestaltung der Oanes -Lehre, die m. W. in Babylonien in älterer Zeit nicht nachzuweisen ist, auf ägyptische Einflüsse zurückzuführen, die schon vor Alexanders Zeit nach Babylon hinübergewirkt haben müssen. Wenn eine Form der "AvOpujTroc-Lehre sich an Oanes heftete*), so ist besonders leicht verständlich, daß sie sich nun in einer Art von Gegenströmung auch auf sein ägyptisches Urbild Thot übertrug. Wichtig ist femer, daß für diesen hellenistischen Mythus die 1) Vorher findet sich allerdings schon eine Anspielung bei Ezechiel 28, 12. 2) Die Religion des Judentums im neutestamentlichen Zeitalter S. 248 ff. and 346 ff. 8) Es ist charakteristisch, daß schon Philon {Vit. Mos. 1 6) seinen Helden auAer der Weisheit der Ägypter und der ^tkOkXioc natbeia der Hellenen auch Td T€ 'AccOpid fpdtmara Kql rfjv rdtiv oipaviuiv XaX6aiicih>' iwictfmnv lernen läßt. 4) Hierauf Tv^eist vielleicht auch die Bezeichnung des „Menschen" im IV. Esra-Buch als vir ascendens de eorde mari» oder Aowo qui (Mcenderat de mari. Aus dem Meere steigt ja Oanes auf. ni. Grundvorstellungen des Poimandres. e(€lc) xapicfidxujv, xö cujxflpi XeixoupT^- irp^cßeue cmOf^vai xdc ijjuxdc i'mOüv. cxöuev xaXöc cxd»|Li£v |i€xä a- vr|TU) 6 td T^ccepa liepn toO oupavoO Kat rot reccepa 9e)iieXia rfic t^c f)Ke ^01 ö ^v toi oupaviu, f^Ke |lioi ö ck tou i|joO*) XeTC Ol buo e€o\ Ol nepi ce 8ä9 KaXeiiai 6 eic Beöc 6 icm- xepoc*) ä(p KaXou KotTU) ffr cecoq)Tii ' ßaivxwujwx- Der Name des 1) Das hat soeben auch K. Sethe in den Untersuchungen zur Geschichte und Altertumskunde Ägyptens II 4 (Imhotep, der Asklepios der Ägypter) an trefflichen Beispielen erwiesen. Da meine Darstellung geschrieben war, ehe Sethes Buch erschien, lasse ich sie, wo wir beide zusammentreffen, ungeändert und erwähne nur die Abweichungen. 2) t3T)er die Schreibung des Namens (Thoytii, Thath, Thot, Tat u. s. w.) vgl. Spi^elberg, Becueil des travaux relatifs ä la philologie et ä Varcheologie egyptiennes et a8»yriennes XXITT 199. Tennis und Aspirata wechseln unter- schiedslos. 3) Denkschr. d. K. K. Ak. 1893 S. 38 Z. 560 ff. 4) Cat. of Greek Pap. j). 102. 6) Hermes als Urgott. 6) So Kenyon; o€ o excpoc las Wessely. Er mußte danach o€ als Namen fassen und annehmen, daß der den Eigennamen bezeichnende Strich aus Ver- sehen fortgelassen sei. Dadurch wurde er gezwungen, 6a8 als Vokativ zu 118 IV- Poimandrea und die ägyptische OffenbarungBliteratur. einen Gottes entspricht nach Prof. Spiegelberg dem des Totengenius hpj. Sein Name erscheint mit dem des Thot verbunden in dem koptischen Zauberpapyrus des zweiten Jahrhunderts n. Chr!, den Griffith in der Zeitschrift für ägyptische Sprache 1900 S. 90 publi- ziert hat; Isis sagt: my father Äpe-Thot Die Verbindung beider Gottheiten zeigt ja auch die griechische Mißdeutung Hermanubis. ^) Auch in unserem Gebet scheint hpj mit dem vorher als Diener des. Hermes erwähnten Anubis identisch zu sein. Dem Ägypter wurde eine Differenzierung ursprünglich identischer Götter wie Tat und Hermes besonders in der theologischen Literatur noch durch eine eigentümliche Anschauung erleichtert, welche Sethe richtig er- kannt hat. ^) Der weise Priester erscheint als Inkarnation des Thot und wird nach seinem Tode als Thot verehrt. So steht bei Medinet Habu ein in der Zeit des Ptolemaios IX. Euergetes H. errichtetes Tempelchen des memphitischen Hohenpriesters Teos; er ist der „Teos der Ibis", d.h. des Thot'), (TeeqpTßic) und zugleich Thot selbst. Ob Sethe recht tut, den Hermes von Theben, der zusammen mit dem gleich zu be- fassen und eine wirre, dem Stil dieser Formeln ganz widersprechende Kon- struktion anzunehmen. Ob wirklich ö icUirepoc oder d h^ Urepoc dasteht, weiß ich nicht; zu schreiben ist immer ol 6üo öeol oi irepl c^, 0d6 KaXeirai 6 etc 0€6c ö bi ^Ttpoc dcp, KdTTii ßmvxiwwiux. Zur Sache be- merke ich, daß zwei ftopuqpöpoi eines Gottes, wie auf bildlichen Darstellungen, 80 in der Literatur nicht selten begegnen; ich verweise, da ich leider die Stellen nicht notiert habe, für jetzt nur auf Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 60 Z. 2, auf Philon, De sacr. Ab. % 69 Cohn: ö öeöc bopuqpopoOiuevoc 0it6 6ueTv Tiliv dvu>TdTiu ftuvdneiuv dpx»^c t€ aO xal dYctöÖTT^Toc, und auf den Xöyoc 'lci6oc Tcpöc 'ßpov StobaioB , Ekl. I 49 p. 464, 9 Wachsm. Damit zusammen hängt m. E. der Name des Thot „der Große, der Große"; denn in den Stories of the High Priests of Memphis (Griffith p. 58) wird Thot der achtmal Große genannt, weil die acht HundskopfaflFen seine &opuq[>öpoi sind. Bei einer anderen Auffassung mußte freilich gerade hieraus der xpiciJ^Yoc oder xpiciii^- TiCToc '€p|if\c werden, wie der Urgott mit den acht Wächtern die Enneade ausmacht. 1) Ursprünglich harmanup, Horus als Anubis; weiteres bei Pietschmann, Pauly-Wissowa I 2647 und 2649. Auch als Verfasser heiliger Schriften scheint Anubis für Hermes-Tat eingetreten. Eine Erinnerung an sie scheint aus Manetho bis in die Excerpta Barbari gedrungen (Manetho Fragm. 4 bei Müller): deinceps mitheorum regna sie: prota (uptöxa) Änubes lÄmusimJ, qui etiamAegyp- tiorum scripturas composuit (vgl. Müller zu der Stelle und Tatian 39). 2) A. a. 0. S. 8; vgl. Bissing, Deutsche Literaturzeitung 1902 Sp. 2329. 3) Vgl. Catal. cod. astrol. graec. I 167: '€p|Lif\c 4>»ßl ö Tp»c|iidTictoc. A. Hermes und Schüler (Tat und Anubis). 119 trachtenden Asklepios von Memphis als Orakelspender und vergött- lichter Mensch bei Clemens von Alexandrien (Strom. I 21, 134 j9.399) erscheint, als diesen TeeqpTßic zu betrachten, lasse ich dahingestellt. ^J Die ganze Auffassung erklärt uns, wie die im Kult rezipierten heiligen Bücher, obgleich von bestimmten Priestern verfaßt, doch dem einen Thot oder Hermes zugeschrieben werden; sie erklärt eine gewisse Neigung ältere und jüngere Träger desselben ööttemamens zu scheiden*); sie erklärt endlich das Schwanken in der Auffassung des Offenbarungsgottes, der daneben auch als Mensch gefaßt wird. Es ist gute ägyptische Anschauung, wenn Piaton in der berühmten Stelle des Philebos (186) nicht weiß, ob er Thot als Mensch oder Gott bezeichnen soll. Aus diesem Empfinden glaube ich die in so junger Zeit vollzogene Scheidung von Hermes und Tat am besten erklären zu können. In der ältesten Erwähnung dieser Literatur sind beide noch nicht getrennt. Wohl geben auch Nechepso und Petosiris dem lehrenden Hermes zwei jüngere göttliche Begleiter; aber es sind Anubis und Asklepios. Über Nechepso und Petosiris gibt uns ein für das erste Jahr des Kaisers Antonius von den Priestern des Hermes in Theben aufgestelltes Horoskop') den besten Aufschluß: CKev|id|ii€VOC dtTTÖ TToXXOüv ßißXiujv, ibc TrapeböOri fmeiv dirö cocpiLv dpxaiuüv, TouT^CTiv XaXbaiKUJV kqI TTexöcipic, lidXicia bk Kai 6 ßaci- XeOc Nex€uc (so), ujcirep Kai auioi cuvrjbpeucav otTTÖ toö Kupiou fmOuv *€p|iioö Ktti 'AckXt]itioO, 6 kriv 'I|ioij0ou uiöc 'Hcpricrou. Der Schreiber, dem Nominative und Genitive wild durcheinander gehen, verrät uns zunächst, daß im zweiten Jahrhundert n. Chr. die Schriften des Petosiris und Nechepso zusammen mit den „chaldäischen" Büchern ' 1) Der Thot-Kult zu Theben stammt sicher nicht von diesem einen Heroen- kult her, und die Worte des Clemens lassen sich kaum so pressen. Zu seiner Zeit gibt, wie das gleich zu besprechende Horoskop zeigt, die Priesterschaft des Hermes zu Theben Prophezeiungen; mehr sagt im Grunde auch Cle- mens nicht. 2) So werden eine filtere und jüngere Isis in der K6pn köc|liou und bei Pseudo-Apulejus, ein älterer und jüngerer Äskulap bei letzterem geschieden. Sethe sucht darin vielleicht etwas zuviel echte Geschichte; ähnlich scheidet z. B. Hekataios bei Diodor I 16 den König Amon von dem Gott. I 3) Pap. du Louvre 19 bis, Notkes et Extraits XVni 2,136. Die von Rieß * (Philol. Suppl. VI 331) arg mißdeutete Stelle hat Drexter (Jahrbb. f. Phil. u. Päd. 146, 646) richtig erklärt. 120 IV. Poimandres und die ägyptische OflFenbarangBliteratur. die Tempelbibliothek ausmachten; sodann, daß in den erstgenannten Sohriften der angebliche Petosiris und Nechepso sich über eine ältere Literatur miteinander beraten, be?w, sie kommentieren. Sie geht einerseits auf Asklepios oder Imuthes, den Sohn des Ptah, andererseits auf Hermes zurück. Die Erklärung gibt Fr. 25 Rieß, in welchem einerseits des Asklepios MoipoT^vecic, andererseits Dia- loge erwähnt werden, in welchen Hermes den Asklepios und Anubis über die Geheimnisse der Astrologie belehrt. Diese müssen also mindestens in den Anfang des zweiten Jahrhunderts y. Chr. fallen. Daß der ägyptische Asklepios oder Imuth (Imhotp) ursprünglich Mensch war und göttlichen K!ult erst etwa in der Zeit des Amasis empfing, scheint Sethe a. a. 0. erwiesen zu haben. Ob man seine Zeit wirklich datieren kann, mag dabei dahingestellt bleiben. Die in ihrer heutigen Form der späten Ptolemäerzeit angehörige Inschrift von den sieben Hungerjahren und vor ihr jedenfalls schon Manetho ver- binden ihn mit einem Könige der dritten Dynastie Do^er (TocöÖpoc); ■den Text hat Sethe im allgemeinen überzeugend hergestellt: Tocö- Gpoc, <(^. oiSroc*) 'AcKXnTTiöc Aitutttioic Kaxä xfiv iarpiKfjv vevöjuicrai kqi rfiv biet HecTuiv Xi0ujv oiKoboiuiav eupaio, dXXd Ktti Ypaq)fic dTreneXriGri. Es gab also schon vor Manetho Bücher, die sich auf ihn zurückführten, zunächst medizinische Schriften. Überzeugend hat Sethe außerdem ihm ein Buch über den Tempelbau zugeschrieben, ein „Buch, das vom Himmel herabgekommen war nördlich von Memphis"; nach ihm haben Ptolemaios X. Soter H. und Ptolemaios XI. Alexandros I. den Bau ihrer Ahnen zu Edfu erweitert, „wie es entsprach der Schrift von der Anlage des Horustempels, die der oberste Vorlesepriester Imhotp, der Sohn des Ptah, verfaßt hatte". Auf sehr viel ältere Sprüche (bezw. Lieder) des Imhotp bezieht Sethe eine Stelle aus dem „Liede aus dem Hause des König Intf": „ich habe die Worte des Imhotp und Hardadaf gehört; man spricht noch viel von ihnen, aber wo sind ihre Stätten?". Das erklärt die An- gabe des XÖTOC *'lciböc irpöc '"Qpov (Stobaios Ekl. I 49 p. 467, 4 Wachsmuth), Asklepios-Imuthes sei der Erfinder der Poesie. Bei den Griechen war es Orpheus, Linos oder Musaios; danach ist die Angabe zu beurteilen. Die Zusammenhänge der altägyptischen und 1) Sethe streicht dies oOtoc (oder 8c), verdirbt aber damit die in dieser Literatur übliche Formel. A. Hermes und Schüler (Asklepios). 121 hellenistischen Literatur treten hier besonders gut zu Tage. In hellenif?tischer Zeit steigt das Ansehen des göttlichen Sohnes des Ptah von Memphis^) und seines bei Memphis gelegenen Haupt- heiligtums. Sein Kult wird nach Theben, ja selbst nach Philae übertragen*); in ersterem erscheint er mit dem thebanischen Thot und seinem eigenen jüngeren Spiegelbild Amenhotep verbunden.^) Der Haupttempel in Memphis blieb bis in späte Zeit gefeiert*), und seine Priesterschaft stand noch zu Hieronymus' Zeit in dem Ruf geheimer Weisheit.^) Auf sie wird die Asklepiosliteratur zunächst zurückzuführen sein. Von theologischen Schriften des Asklepios erwähnt Lactanz {Inst, div. H 15, 7) einen Xötoc xeXeioc an König Amon, und eine reiche ältere Literatur, die an denselben gerichtet war, setzen die mit jenem vielleicht identischen "Opoi 'AckXtittioö voraus. Da sich uns Ptah selbst als Offeribarungsgott erwiesen hat®), müssen wir nach den festen Formen dieser Literatur annehmen, daß Asklepios, sein Sohn und sein Priester, ursprünglich sein Wissen von ihm erhielt; seine Verbindung mit Hermes ist jünger. Eine Spur hiervon hat sich uns in der späteren Schrift Köpn KÖC)iOu erhalten, eine Spur, die wir 1) Vgl. die ägyptischen Inschriften bei Seihe S. 4 Anm. 2 und S. 6. 2) Letronne, Becueil des Inscript. 2 jp. 7. 3) So in dem Tempelchen hinter Medinet Habu (Sethe, Äegyptiaca, Fest- schrift für Ebers S. 114). 4) Ammian. Marc. XXII 14,7: Memphim, urbem frequentem praesentiaque numinis Asclepii claram. 6) Vit. Hilar. 21: perrexit Memphim, ut confesao vulnere suo tnagicis artibus rediret armatus ad virginem. igitv/r post annwm doctus ab Äesculapii vatibus . . . venu. Wenn Pseudo-Cyprian in seinen Bekenntnissen (§ 3) einen Tempel zu Memphis erwähnt, in dem er ägyptische Zauberkunst erlernt habe, 80 meint er wohl ebenfalls das *AcK\iitnetov. 6) Vgl. S. 68. Auch Heilmittel werden auf ihn zurückgeführt. In dem Cod. Antinori 101, einer für die Laurentiana in späterer Zeit erworbenen jungen Hand- schrift (vgl. Rostagno, Studi Itaiiani I 213) findet sich z.B. fol 36V ein Mittel: dvriboToc iK twv 'Hqpaicrou döOriuv toö ^v Mefxq)(Tifti lieraXiiqpGcTca Kp(c€i Kai q)i\av9puuiri<;i , qpaci, toö Tpicfiet^CTOU '€p|ioO' oötoc yäp fxpivev lKÖo8f|vai xaO- TTiv (raimic Cod.) xfjc dvOpuiirivric (ppovriZuJV cujTTipiac, eöp^örj bi. aÖTTi 4v xpvcf^ cttiXti Tpämaaciv AlTUTnioxc dvoTCTpoWJ^vTi , iji cuvcT^pairro q)piKi()6r|c dpd, txt]' öevl ߀ßriXio Touc lepoq)OXaicac ToXimöv raiirriv |ieTa6o0vai' lEcftöSTj bi dirö AtYÖiTTOu ^vraOSo kn\ ßaciX^uJC dpepiribi xal nob&ypq. mKpwc 6ioxXou|li^vou ktX. Auch hier sind alte hellenistische Formeln nachgebildet. Reitzenatein, Poimandret. 9 122 IV. Poimandrea und die ägyptische Offeubarungaliteratür. freilich erst den Handschriften abgewinnen müssen. Nach einem sehr interessanten Bericht über die Himmelfahrt des Hermes heißt es (Stob. Ekl. I 49 p. 387, 1 Wachsm.): dXX' fjv aiiTiD bidboxoc ö TdiT, ul6c 6)aoO Ka\ iTapa\i*|TTTU)p tujv |ia6ri)iaTiJüv toutuüv, ouk eic ILiCKpoiv bk Ka\ 'AckXtittiöc 6 'I)i0\j6r|c cnavöc Kai fi(paicTou ßouXaic. So die Handschriften; wenn die unglückliche Humanistenkonjektur TTavöc Ka\ 'HqpaiCToßoOXric auch in modernen Texten prangt, so zeigt das nur, wie gedankenlos wir Philologen orientalische Tradition be- handeln; daß Ptah Heph^stos ist, sagt doch schon Herodot, und in einer der Köpri köc^ou eng verwandten Schrift, dem Aötoc "Iciboc upöc 'Qpov (Stob. Ekl. Ii).467,2.Wachsm.) heißt 'AcKXnTTiöc ö 'ImouGtic ausdrücklich 6 *H(paiCT0u. Der Name des Ptah lautet in den wenigen Stellen, wo or in griechischen Texten vorkommt, allerdings 09a^, Kai 'Hqpaiciou ßouXaic*) zu schreiben. Der Plural in dem letztem Wort ist aus dem Ägyptischen zu er- klären; es ist die allgemeine Bezeichnung für Willen oder Leitung. Stobaios fügt hinzu, daß auch andere Schüler nach dem Willen der göttlichen Vorsehung hinzutraten. Daß der OflFenbarungsgott von Memphis seinen Sohn selbst zum Schüler des Hermes macht, hat natürlich ein Priester des Hermes, nicht ein Diener des Ptah oder Asklepios erfunden; hierzu paßt die auf alte Sakraltradition zurückgehende Bemerkung, daß Asklepios doch erst später hinzutrat. Eine Anzahl von Schriften, in denen er zusammen mit Tat die Lehren des Hermes empfängt, setzen die "Opoi 'AcKXr|Trioö und Pseudo -Apuleius voraus. Wenn er bei letzterem stärker hervortritt, und wenn er in den erhaltenen Schriften an einzelne Schüler als der ältere und reifere erscheint, so sehen wir, wie der Typus später von der memphitischen Priesterschaft übernommen und ausgebaut wurde. Erfunden ist er von den Hermespriestem, vielleicht zu Theben. 1) Vgl. z. B. in der unten (S. 187) zitierten Stelle des Töpferorakelß t6v 'Ayaeöv 6a{|Ltova xal Kvf)qp»v: Agathodaimon, das heißt Knephis. 2) Wie ungeniert diese Form der Doppelnamigkeit von den Menschen auf die Götter übertragen wird, zeigt z. B. aie ziemlich alte Inschrift C. I. Gr. 4898: Xvoüßci x(^ Kol "Ammwvi, Idrei t^ koI "Hpcji, *AvoOk61 t^ kqX 'Ecxiqt, TT€- A. Hermes und Schüler (Aeklepios, Amon). 123 Schriften auch des Tat an König Amon setzt das vorletzte Kapitel des Poimandres- Corpus voraus; ein direktes Zeugnis wird uns in der orientalischen Hermes -Literatur noch begegnen. Aber auch Hermes selbst richtete theologische Schriften an Amon, deren Reste uns ja bei Stobaios bewahrt sind. Eine andere Literatur der Art wird in der Einleitung des Pseudo-Apuleius voraus- gesetzt. Ein Rest liegt uns in des Hermes NaipoiiaermaTiKa itpöc "Ajuiiujva vor.^) Es wirkt hier ein zweiter in dieser Literatur sehr alter Typus, in welchem dem König der weise Priester und Prophet als Lehrer oder als Erfinder gegenübergestellt wird; ganz ähnlich müssen der König Nechepso und der Priester Petosiris zu einander stehen.') Wir können diesen zweiten Typus vielleicht bis in vorgriechische Zeit verfolgen. Als Erfinder erscheint Imuthes-Asklepios bei Manetho, und als Erfinder tritt in dem reizenden Geschichtchen in Piatons Phaidros Thot vor den weisen König Amon. Bei Hekataios') läßt Osiris, der König von Theben, sich alle Erfindungen vorlegen und erweist dem Hermes, dessen Erfindungen weitläufig angegeben werden, besondere Ehre. Ganz ähnlich läßt Euhemeros*) Jupiter alle Er- findungen prüfen, und Leon von Pella läßt König Osiris dem Amon, weil er die Hirtenkunst erfunden hat, das Land bei Theben schenken.^) So ist es durchaus möglich, daß Piaton, etwa durch ionische Ver- refxnafxh/Tix Ttp koI AiovOciu, TT€T€va?|T€i rtb Kol Kpövqj, TTcTcvcrivci Tt?) koI '€p|Ltei. Die Liste zeigt allerliebat, wie rasch Amon als griechischer Gott empfunden wurde. 1) Camerarius Ästrologica Nürnberg 1687; Hermetis lettrotnathematica ed. Hoeschel 1597; Ideler, Fhysici et medici graeci minores I 887 und 430. 2) Vgl. Fragment 38—41 Rieß; ähnlich sind die angeblichen Briefe des Astrampsychos oder des Manetho an Ftolemaios; weitere Beispiele bieten die Papyri in Fülle. 3) Diodor I 15. 16. Es ist für die Beurteilung der Erzählung nieht un- wesentlich, daß Thot im thebanischen Eult Stellvertreter des Königs und Licht- gottes R6 (bezw. Amon) ist. Dieser spricht auf der Inschrift im Grabe Seti's I, zu Thot: „Du sei an meiner Stelle mein Stellvertreter. Wozu hießest du sonst Thot, Stellvertreter des Lichtgottes R4 " (Bmgsch, Religion u* Myth. d. alt. Äg. 461, vgl. Diodor I 17). 4) Fr. XXVm N^methy (p. 61). 6) Hygin Ästron. II 20 (quo faciUus eius graiia uteretur et aliquid pri- mus invenisse diceretur). Anlaß für die wunderliche Erfindung ist vielleicht ein ägyptisches etymologisches Spiel, vgl. Brugsch, Rel. u. Myth. d. alt. Äg. S. 681. 9* 124 IV, Poimandres und die ägyptische Offenbarungsliteratur. mittlung, einen wirklichen AItutttioc Xötoc benutzt hat, der sehr frühzeitig schon in schriftlichen Lehren des Gottes an den König sein Gegenbild fand.^) Wie früh diese Literatur sich zu hellenisieren begann, zeigt der Zwillingsbruder des Irahotp (Asklepios) Amenhotep, Sohn des Hapu, der unter König Amenophis III. als Mensch gelebt hat und uns selbst erzählt, wie er mit dem Gottesbuche bekannt wurde und „die Vortrefflichkeit des Thot" schaute.^) Als Lehrer der Weisheit, als Finder magischer Bücher, wahrscheinlich auch als Verfasser eigener Schriften ward er weiter verehrt, verschmolz allmählich mit dem Gott Imhotp und empfing in der Ptolemäerzeit zu Theben göttlichen Kult. Wir haben hier wirklich einmal einen älteren und jüngeren Asklepios, wie sie ja bei Pseudo-Apuleius (c. 37) erscheinen. Von seinen Sprüchen gibt uns eine griechische Scherbe aus dem dritten Jahrhundert v. Chr., die Wilcken in der Festschrift für Ebers 142 ff. veröffentlicht hat, eine Vorstellung. Die drei ersten Sprüche sind einfach den Sprüchen der sieben griechischen Weisen entnommen; was dann folgt, kann z.T. ägyptisch sein.') 1) Die Lehre oder Erzählung des Priesters an den König bildet mehr- fach den Kern ägyptischer Unterhaltungsliteratur. Priesterliche Literatur hat Leon nicht nur angeblich benutzt; er hat sie mit Glück kopiert, Tgl. Augustin Be civ. dei XII 11: narraticnem cuiusdam Aegyptii sacerdotis .... quam protulit ex Utteris, quae sacrae apud illos haberentur (aus der Hieroglyphenschrift; vgl. den Eingang des Philon von Byblos) und Augustin VIII 12 die Beschwörung: Alexander möge diese Offenbarungen nur seiner Mutter zeigen und damx ver- brennen. Ähnliches kommt schon in dem Totenbuch und mehrfach in den Zauberpapyri vor und wird uns sofort in der Isis-Iiiteratur wieder begegnen. Leon stellt an den Anfang der Götterkönige richtig Ptah (Minucius Felix 21, 3). Ich zweifle nicht, daß er wirklich einen Upöc Xötoc benutzt hat. — Die „euhemeristischen" Göttergeneialogien und Göttergeschichten gehen in Ägypten friedlich neben den theologischen Systemen her. Wenn ein Grieche freilich aus dem alten „Liede aus dem Hause des Königs Intf** (mittleres Reich 2200—1800 V. Chr.) sich übersetzen ließ; „die Götter, die vordem gewesfen sind, ruhen in ihren Pyramiden" (Sethe S. 10), mußte diese altheilige Überlieferung auf ihn einen anderen Eindruck machen. 2) Über ihn vgl. Sethe, Äegyptiaca, Festschrift für G. Ebers 106 ff. 3) Die Entlehnung ist derart auch in der sprachlichen Form augenfällig, daß ich die Überkritik nicht verstehe, mit der Wiedemann (Urquell VH 294 A.) einwendet, Lebensregeln wie: „verehre die Götter und Eltern" seien zu all- gemein imd hätten zu viel Parallelen in der Literatur aller Völker, um etwas zu beweisen. Daß gerade diese Sprüche so früh übertragen wurden, versteht, A. Hermes und Schüler. B. Clmuphia. 125 Gewiß ist ein weiter Weg von der Übernahme einzelner Sprüche bis zur Nachbildung eines philosophischen Traktates^); aber die Ent- wicklung war notwendig, sobald die griechische Bildung etwas weiter um sich griff. — So viel von der ersten Gruppe dieser Schriften. Wir wenden den Blick zunächst auf den Gott Chnum, Chnubis oder Chnuphis (Knuphis), der in dem südlichsten Teile Ägyptens durchaus als Gegenbild des Ptah von Memphis erscheint. Ist dieser Herr Ägyp- tens, aber doch speziell des Nordlandes, so ist Chnum der Herrscher Ägyptens, besonders des Südlandes; formt Ptah die Welt und den Menschen als Baumeister oder gießt ihn wie ein Erzgießer, so bildet sie Chnum wie der Töpfer auf der Töpferscheibe. Wie Ptah ist Chnum also brmioupxöc und Gott des Herzens.^) Seine Hauptkult- stätte ist Syene und die Insel Elephantine; er erscheint hier als Vater des Osiris.') So ist es kein Wunder, daß wir von astrolo- gischen Dialogen zwischen Chnum und Osiris hören, vgl. Gramer, Amcd. Ox. HI 171, 20: xai 6ca Kvoöqpic ö Tiap' ^Ktivoic 'AtaGoc bai|iujv TrapebuuKe Kai ö toutou laaGi^Tfic ^cpiXocöqpricev ''Ocipic. Die Schriften werden mit denen des Nechepso zusammengestellt. Ein weiteres Zeugnis müssen wir aus Firmicus Matemus IV prooem. 5 *) erst gewinnen: omnia mim, qme Äesmlapio Mercurius einhmisuix tradiderunt, quae Petosiris excogitavit et Nechepso. Da in dem ver- dorbenen Wort zunächst et, sodann ein Göttemame stecken muß^), wer bedenkt, daß die Spruchweisheit auch in Ägypten sehr beliebt ist. Zum Vergleich bieten sich demotische Scherben, wie die in der Straßburger Disser- tation von Heß (Der demotische Teil der dreisprachigen Inschrift von Rosette 1902 S. 66) publizierte oder der mir nur aus Proben bekannte Papyrus Insinger, den man manchmal mit der Weisheit des Sirach vergleichen möchte. Die theologischen (pu)va(, wie z.B. die des 'AtaSöc öaimwv sind gewiß jünger, aber sie zeigen dieselbe Mischung. Schon mit dem dritten Jahrhundert scheint ja das Beatreben tu beginnen, die orphischen Lehren ägyptisch zu überarbeiten. Die hellenistische Religion beginnt sieh zu bilden. 1) Auf den Gegensatz der griechiflchen Xötoi und der ägyptischen xaxov Kai yovifiiljxaxov, iTrcctrdcaxo 1*1 0Ocic xip dauxfjc irveOiuaxi koI fJY^ipev elc (iv|;oc dirö ööaxoc. 2) Berthelot, Les alchimistes grecs, Texte p. 268. 8) Ebenda p. 126; 156—263. Er wird p. 80 für einen Engel (vgl. oben S. 18 A. 8) oder den Himmels- gott oder den Nationalgott der Ägypter oder den ältesten Philosophen erklärt. B. Chnnphis und Schüler (Osirie, HermcB). 127 hier Schüler des 'AtaSdc baimjuv und lehrt seinerseits den Tat. Er beruft sich auf mündliche Lehren, vgl. § 8: biö Ka\ toO 'AtaSoO bo(- liovoc, tJ) T^KVOV, iyOj f^KOuca X^fovTOC dci — xal el i-^fp&^nuc ^KÖe- bu>K€i (MC, dbebOÜKCi A), Ttdvu äv tö tujv divSpiuniuv t^voc übqpeXriKcr dKCTvOC TCIP MÖVOC^), lÜ T^KVOV, dXTieOüC, übe TTpU)TÖTOVOC Gcöc, Td Trdvxa Kaiibiüv, Geiouc Xötouc icpQi'^ia'ro — f^KOuca toOv ttotc auToO X^YOVTOC, öti ^v den id ndvia xai lidXicia voTiid coüilioto.') Iu>|Li€v hk buvd^ei Ka\ dvepTciqt xai aiaivi. Die Quelle ist klar: oOk i\ioO dXXd ToO XÖTOu dKoucaviac Ö|lioXot€iv coqpöv dciiv tv ndvia eTvai sagt Heraklit (Fr. 50 Diels, 1 Byw.). Sein Wort ist durch den Zusatz Ka\ jiidXtCTa Td vorjTd cijüiiara Anschauungen angeglichen, die sich uns später als ägj^ptisch erweisen werden; die Fort.sotzung lujfiev . . . aloivi berührt ebenfalls ägyptisch.^) Daß diese Beziehung richtig ist, zeigt uns das dritte Zitat in derselben Schrift (§ 1): Kai tdp ö 'AtaSöc ba{|iuiv toOc m^v öeouc elnev dBavdTOuc, touc hk dvepujTTOuc BcoOc evrjTouc. Das Fragment Hera- klits (Q2 Diels, 67 Byw.) lautet vollständig: *A9dvoT0i evnToi, 6vtito\ dOdvaroi, Z^oiviec töv dKclviuv edvarov, töv bfe dK€(vujv ßiov TeOveiÖTCC. Es gestaltete sich um zu öeol 6vr|To(, övGpwTTOi d9dvoTOi oder Äv9puj7T0i 6€0i, öeoi dvGpiüTTOi, und ganz in der Hermetischen Fassung bietet es Lukian (ßiouv irpäcic 14), dessen Heraklit auf die Frage: ti bi o\ ävSpu)- TTOi antwortet: 8€0i 6vtitoi, und auf die weitere: t( bk o\ 6€0i; sofort: dv6pujTT0i dedvaioi. Also lasen Lukian und der Verfasser des XII. (XUL) Hermetischen Stückes, oder richtiger der Verfasser einer Sammlung von Sprüchen des 'AfaGöc baijiujv, die diesem Stücke weit voraus- liegt, dieselbe Sammlung zurechtgestutzter Heraklitsprüche. Wie trefflich auch dieser Spruch für ägyptische Religionsanschauungen 1) Vgl. XI (XU) 1 : iircl iroXXd ttoXXi&v kuI toOto bx&tpopa Tr<:pl toO iravTÖc Kai ToO eeoO elnövxujv, ifd) ^b &Xr]Qi(. oöx {laaSov, cö \io\ mpl toOtou, bicitoja (es ist der NoOc), biacdqpricov col Tdp dv ^6v^J mcTcOcaim ifjv TrcplTuOriuv q)av^pa»civ. 2) Es sind die dedvara cih^iaxa in dem voT}Tdc köcjuoc, der \or\ri] G\r\. 8) Für das Alter der Übertragung spricht der Buchtitel "€v jKall tö ndv (Dieterich, Abraxas 203, 6). Vgl. die "Opoi 'AcKXtiTnoO § 3 und oben S. 89 A. 1 ; 106 A. 6. Nicht mit Heraklit berührt sich, wie es scheint, das zweite Zitat (§ 18): ö Tdp iLiaKdpioc ecöc 'AyaSdc 6a(MUJv h>ux^v indv iv ciüiaoTi i(pr\ elva», voOv bi dv v^ux^, XöTov bi iv TCp vi^, TÖV bi öcöv toiJtwv iroT^pa. Auch die Lehre von der clfjap^^vTi, über welche der Mensch sich erheben oder unter welche er herab- sinken kann, gehört nach § 9 (xal toOto }xkv (irl tocoOtov XeX^x^U) fit toO 'AToeoO 6a(novoc dpicra) der Quellschrift an. 128 IV- Poimandres und die ägyptische Offenbarungaliteratur. paßte, wird sich uns bei der Besprechung der zweiten Poimandres- Schrift zeigen. Ich weise schon jetzt darauf hin, daß diese Samm- lung der Sprüche des 'Araööc baijuiuv, in welche Heraklitisches Gut so unbefangen übernommen war, in der Form mehrfachem Wechsel unterworfen war. Der Verfasser des X. (XI.) Stückes der Samm- lung, das ebenfalls in die Chnuphis-Literatur gehört*), zitiert den Spruch § 25: b\6 toXjuit^ov kxiv eiTreiv töv (iev övöponrov ^tti- fciov elvai 9eöv Ovtitöv, töv bk oupdviov eivai Geöv dGävaiov ävGpujTTOV. Dio Cassius bietet (Fr. 30 I p. 87 Boiss.) eine so ähnliche Fassung, daß ich nicht an eine bei beiden unabhängige Weiterbildung glaube. Das Gegenbild zu diesen „Sprüchen des Agathodaimon" bietet eine Sammlung von Sprüchen des Hermes bei Stobaios (Ekl. I 61 p. 214:, 23 Wachsm.). Sie war in dem Corpus der an Tat gerich- teten Schriften ungeschickt mit einer zusammenhängenden Darstellung verbunden und als Wiederholung der Hauptpunkte nach Art der Kupiai böHai eingeführt.*) Ahnliche Sammlungen begegnen in der syrisch-arabischen Literatur'); wir werden bei der Neigung des Ägypters für solche Spruehweisheit annehmen dürfen, daß sie früher weit verbreitet waren. Die Tatsache, daß die Sprüche Heraklits den ägyptischen Offenbarungsgöttem in den Mund gelegt werden, scheint mir wichtig genug, um bei ihr einen Augenblick zu verweilen. Gerade diese Sprüche treffen wir ja auch im N^uen Testament, ja vielleicht selbst in den letzten Schriften des Alten wieder. Benutzung des Heraklit wirft Hippolyt dem Simon von Gitta und so manchem Gnostiker vor — gewiß oft mit Unrecht, wie die angeblichen Entlehnungen aus Empedokles zeigen. Der krankhaften Sucht zu entlehnen, die sich naturgemäß gerade den ältesten und dunkelsten Schriften zu- 1) Vgl- § 23: ToO <(tAp^ NoO oiibiv icx\ öciÖTcpov Kai IvepY^crepov Kai ^vtKtÜTepov dvepiinruuv jiiv irpöc ÖeoOc, eeuiv 64 irpöc toOc ÄyOpti-rrouc. oötöc icTiv ö ^Ayoööc &a(|Lxu)v. inaKopia H'^X'^ Ä toiütou irXripccTdxr), KOKobaifituv hi ■f\ \|>uxi?| ^ TOiirou K€vifj. Er ist der iucciTiic wie der Poimandres. Auch Kapitel XI (XII) gehört in diese Reihe. Das scheinbar abweichende Zitat bei Cyrül {Adv. lulian. 11 680 Migne): '€p|if^c irpöc töv fauroO voOv beruht auf Miß- verständnis. 2) Derartige EinfShrangen begegnen in unserem kurzen Corpus in Kapi- tel X (XI), XrV" (XV) und in den "Opoi 'AcKXriirioö. 8) In der astrologfischen Literatur finden sich später Centum dicta Her- metis Trismegisti. B. Chnuphis und Schüler (Hermes). 129 wendet, entspricht ein nicht minder krankhaftes Streben, Entleh- nungen aufeuspüren. Aber wir dürfen darum nicht allzu skeptisch werden. Einzelne Anschauungen und Worte griechischer Philo- sophen sind durch die hellenistische theologische Literatur zweifel- los in Kj-eise gedrungen, die nie von der Existenz eines Heraklit oder Sokrates und Piaton Kunde empfangen hatten. Es ist a priori kaum festzustellen, welche Gebiete ganz unberührt von den einzelnen Samenkörnern geblieben sind, die der Sturm dieser Zeit mit sich über die Lande führte. Daß Hermes in die Agathodaimon- Literatur erst nachträglich eingetreten ist und Osiris, den Sohn des Offenbarungsgottes, verdrängt hat, zeigen die früher angeführten Fragmente. Dennoch scheinen auch Kultverbindungen frühzeitig eingetreten, wie m. E. die im ersten Kapitel angeführten Gebete, deren erstes ja Hermes geradezu mit 'AxaGöc baimuv identifiziert, fast zwingend erweisen. Die Vor- stellungen von den verschiedenen Göttern, welche im praktischen Leben oder im Suchen nach theoretischer Erkenntnis Erfolg geben, fließen ineinander, und die übliche Verbindung je zweier Götter, eines leitenden und eines dienenden oder eines lehrenden und eines lernenden, führt zu mannigfaltigen Kombinationen der beiden bisher besprochenen Typen. Unter diesen Voraussetzungen müssen wir die in spätptolemäi- scher Zeit eingegrabene Felsinschrift von den sieben Hungerjahren auf der Katarakteninsel Sehel noch einmal betrachten.^) Bei einer großen Hungersnot, als der Nil gar nicht steigen will, befragt König Dos'er den weisen Imhotp (Asklepios) nach der „Geburtsstätte des Nil". Asklepios befragt die heiligen Bücher') und eilt, dem König „die verborgenen Wunder zu enthüllen, zu denen seit undenklichen Zeiten keinem König der Weg gewiesen worden war''. Es gebe ein Stadtgebiet inmitten des Wassers, in dem der Nil zu T^e trete- es heiße Elephantine , das Wasser heiße „die beiden Löcher"; das sei die Schlafstätte des Nils. Chnum walte dort als Gott; sein Tempel öffne sich nach Südosten. Der König opfert diesem 1) Vgl. Sethe, Untersuchungen zur Greschichte und Altertumskunde Ägyptens 11 1, Dodekaechoinos. 2) Auch in der Bibliothek des Horus-Tempels von Edfa (Bergmann, Hieroglyphische Inschriften S. 48) begegnet ein Buch unter dem Titel „Auf- zählung aller Orte und Kenntnis dessen, was daselbst ist". ISQ IV. Poimandres und die ägyptische OffenbarungBÜteratur. Gotte und sieht in der folgenden Nacht einen Traum: er schaut den Gott Chnum vor sich stehen; als er ihm seine Ehrfurcht bezeugt, oflPenbart sich ihm der Gott und spricht: „Ich bin Chnum, dein Schöpfer und Beschützer ...... Ich bin der Schöpfer, der sich selbst geschaffen hat, der große Nun (Ozean), der zuerst entstanden ist, der Nil '), der steigt nach seinem Belieben — , der jeden Menschen zu seiner Tätigkeit leitet, Tanon'), der Vater der Götter, Schu^), der Große, der über dem Boden ist." Sollte es zufällig sein, daß gerade der Offenbarungsgott Asklepios*) die Macht des 'AtaGöc baiiaiuv zu- nächst enthüllt, und daß Lukan, der ja durch den ägyptischen Priester Chairemon Torzüglich unterrichtet sein konnte und in diesem Zusammenhange dessen religiöse Anschauungen vorträgt^), X 172 ff. Caesar ähnlich den weisen Priester nach dem Wesen der Götter und den Quellen des Nils fragen läßt? Die z. T. von Seneca ent- lehnte Antwort zersprengt freilich den Kern der Geschichte und läßt im Nil nicht mehr den Urgott Chnubis erscheinen, auf den doch die Frage noch mit zu gehen scheint. Das würde auf eine literarische Vorlage der Inschrift von Sehel weisen, wenn .auch diese Vorlage dann vor Manethos Zeit fallen und noch älteren Urkunden entlehnt sein müßte.*) Doch ich bin nicht berechtigt, über diese Frage mitzureden. Eine weitere Form der religiösen Chnuphis-Literatur zeigt uns — entsprechend dieser ägyptischen Erzählung — den Gott, wie er sich dem einzelnen ungenannten Priester offenbart, Es wird nicht 1) Dasselbe ist ja bei Plutarch und dem Autor der Naassenerpredigt Oflirie. Hieraus erklärt eich der Name 'A^aGöc fca(|iU)V fflr einen Nilarm oder vielmehr für den Nil (vgl. auch Schiff, Festschr. f. Hirschfeld S. 374 ff.). 2) Beiname des Ftah zu Memphis. 3) Der Himmel. Er wird öfters mit Chnum identifiziert. 4) Er hat seit dem zweiten Jahrhundert v. Chr. in Philae seinen Tempel. 6) Auf die Berührungen Lukans mit Leon von Pella habe ich früher (Zwei religionsgesch. Fragen 97 A. 1) verwiesen. 6) Die literarische Bearbeitung würde dann unseren Hennetischen Schriften in der Form sehr nahe gekommen sein müssen. — Daß die Worte des S. 16 angeführten Hennes-Gebetes : cO c! d 'AyoBöc &a{|Liujv die Erklärung zu Lukans (d. h. Chairemons) Lehre von den Planeten: immensae Cyllenius arbiter undae est (X 209, vgl. 214: dominus aquarum) bietet, sei beiläufig bemerkt. Daß auf späten Gemmen vereinzelt auch Chnum mit Asklepios verbunden wird (Drexler, Mythol. Beiträge I 64 A.), wage ich nicht zum Beweis zu benutzen; Chnnm ist zu dieser Zeit auch selbst Heilgott. B. Chnuphifl und Schuler (Asklepios-Priester). 131 zu kühn sein, wenn ich annehme, daß gerade diese Form für den Verfasser des Poimandres vorbildlich gewesen ist. Das einzige er- haltene Bruchstück läßt Chnubis eine ähnliche Lehre vom Aöfoc als Inbegriff aller Zeugungs- und Schöpfungstätigkeit vortragen, wie wir sie in der Einlage des Poimandres, bei Plutarch und Philon fanden, vgl. Cyrill gegen Julian I (j>. 553 Migne): Kai ndXiv ö auTÖc ibc ipo- IH^VOU TIVÖC TUJV ^V AlT^TTTUi Te|i€VlTUJV KOI X^TOVTOC „bld Tl bi, ui n^xicT€ 'AyaSdc öaimuv, tout(ij tuj dv6)iiaTi «XiiGti diTÖ toö TtdvTUJV Kupiou" ; q)Ticiv • „Kai Iv toic l|aTTpoc9ev etirov, cu hk ou cuvtikcc. q)ucic TOÖ voepoO aiiToO Xötou, q)\jcic dcTi YCVvriTiKf) Kai bTnaioupYiKii. toOto ujcirep . . . auToO f\ ttvecic f| qpucic i^ IGoc, f\ 8 GdXeic auTÖ KaXeTv KdX€i, toOto liövov voujv, ÖTi T^Xeiöc dcTiv dv xeXeiuj Kai dtrö xeXeiou T^Xeia dtaGd dpfdlerai Kai briniouptei Kai luJOTroieT. dTreibf) oöv TOiauTTjc Ix^Tai qpuceujc, KaXdic toOto TTpocritöpeuTai". ^) — Es wäre wichtig, wenn wir das Alter dieses Typus einiger- maßen bestimmen könnten. Einen gewissen Anhalt dafür bietet eine allerdings unsichere Vermutung. Tertullian berichtet De anitna 2 (aus Soranos?), Piaton habe in Ägypten besonders mit Hermes ver- kehrt. Plutarch (De genio Socratis 7 p. 578/".) läßt Simmias, Piaton und Ellopios in Memphis bei dem Propheten XovoOq)ic weilen cu^- qpiXocoqpoöviac. Favorinus (bei Diog. La. VHI 8, 90) weiß von Eudoxos: 6t€ bk cuv€TeveTO dv AItutttuj Xovou(pibi xiu 'HXiOTioXiTri , ö 'Airic auToO eoiiidiiov irepieXixiur|caTO. Endlich berichtet wieder Plutarch (De Is. et Osir. 10), Solon, Thaies, Piaton, Eudoxos, Pythagoras, ja nach einigen auch Lykurg, hätten ihre Weisheit von ägyptischen Priestern: €i5boHov )iiev ouv Xovoüqpeuuc qpaci Meinqpiiou biaKoOcai, ZöXiuva be ZÖTX>TOC Zatiou, TTuOaTÖpav hl Oivouqpeujc ('Ovvöqppeujc? Xovouqpeuuc?) 'HXiOTToXiTOU. *) Chonuphis ist also ein berühmter ägyptischer Lehrer der Philosophie und Astronomie, seine Vaterstadt unbestimmt. Der Name ist als Eigenname, wie Prof. Spiegelberg mir nachweist, zwar 1) Die Stelle, die ich nicht vöUig verbessern kann, scheint eich auf den mit der Vuxn identifizierten A6toc zu beziehen; denn vjjuxi^ deutet Piaton (Kratylos 4006) als q)uc^xn- ^^ß sie eng mit der Y^vecic, ja selbst der qpücic verbunden ist, wird sich noch später zeigen. — Der Zusammenhang zeigt, daß Cyrill dieses Gespräch eines Ungenannten in einem g^rößeren Corpus Herme- tischer Schriften fand, wie wir jetzt den Poimandres. 2) Von einer Benutzung der Stelen des Herakles (ursprunglich also, wie wir sehen werden, des Chnuphis) durch Pythagoras weiß noch Theophilus Ad Autol m 2. 132 rV- Poimandreß und die ägyptische Offenbarungsliteratur. sehr selten, aber richtig gebildet*); dennoch weist der Charakter dieser ganzen Geschichte y die Parallele , welche der Bericht Tertul- lians uns bietet, und die Lautspielereien, die wir in dieser Literatur gleich in dem Namen des Kvfiq)ic oder Ka^fi9ic-KMnic identifiziert würde, hinweisen, so hoflfe ich endgiltig bewiesen zu 1) Er begegnet z.B. im Pap. Taurin. Xin. 2) Sethe, Berl. philo!. Wochenschr. 1896 Sp. 1529. B. Clmuphis. Alter der Literatur. 133 haben, daß Chnuphis bei Nechepso eeinen Priester durch die Himmel führte, wie in den hellenistischen Liedern Hermes, und wie der Engel in den jüdischen Apokalypsen. Damit aber ist der Beweis erbracht, daß auch dieser Typus weit über die Wende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts heraufreicht. Die Verehrung des Chnuphis scheint sich in heUenistischer Zeit — offenbar unter dem Eindruck, daß er der Urgott und der Offen- barungsgott sei — weit verbreitet und zum Teü auch umgestaltet zu haben; auch das Bild des Gottes ändert sich; er nimmt Schlangen- gestalt an. Offenbar ward dies der Anlaß, den griechischen Namen 'Axaedc baijiiuv auf ihn zu übertragen; höchstens kann die Be- deutung des Gottes als Erdgott und befruchtendes Prinzip (Nil) dabei mitgewirkt haben. So nimmt denn schon in ptolemäischer Zeit auch Isis, seine Gattin, dieselbe Gestalt, an und beide werden häufig als Schlangen mit Menschenhäupt6m oder mit Göttersymbolen dargestellt.^) Seine Verbindung mit Horus führt dazu, der Schlange den Sperberkopf dieses Gottes zu geben.*) In seiner Eigenschaft als Sonnengott, dem der Löwe heilig ist, ward er als Schlange mit dem str£Üilenumkränzten Löwenhaupt dargestellt. Dieses Büd, das uns aus späteren Zaubervorschriften und Amuletten geläufig ist, er- wähnt schon Nechepso in dem interessanten Fragment 29'), welches 1) Die Schlangengeatalt des 'AtaBdc ftaifiouv wird öfters in den Zauber- gebeten erwähnt, vgl. oben S. 31 und 27 und besonders S. 29, wo er als Sonnen- gott ö niyac öqpic fifoOfievoc irdvrujv tujv öeujv 6 n^v dpxi*iv rf^c AttiiiTTOu (Ele- phantine) i%ujv genannt wird. 2) So feiert ihn bei Philon von Byblos, der diesen 'AtoGöc 6a(|aiuv atis- drücklich mit dem „ägyptischen Kneph" identifiziert (Eusebios, Praep. ev. I 10 p. 41), der li^YicTOC icpoipdvTTic xal iepoTpamnoTciJC '€irr|€ic, dessen ägyptische Schriften schon von Areios von Herakleopolis (der Stadt des Chnum) ins Grie- chische übertragen waren. Philon zeigt zugleich, daß der ägyptische Offen- barungsgott in Phönikien mit einer altheimischen Gottheit verbunden und all- gemein verehrt war. Auch zu den Persem scheint der Name ziemlich früh ge- drungen, vgl. Diodor I 94: napci jidv T^p toIc 'Aptavoic ZaepaOcxriv IcTopoOa töv 'ATCtSöv 6ai|iova irpociroirjcaceai toüc vö^ouc aurCj) bibövai. Das ist begreiflich; aber die Übernahme des Namens mußte die Rezepti(m der theologischen Literatur begünstigen, die wir später wenigstens in Mesopotamien nachweisen können. Ee wäre bei dieser Sachlage an sich nicht ausgeschlossen, daß auch fremde Vor- stellungen das Bild des Gottes mit beeinflussen (vgl. Zoroaster bei Philon a. a. 0.). 3) Rieß a. a. 0. 379. Die alte offizielle Darstellung des Gottes bleibt von der Zauberdarstellung unberührt. Die Zaubergebete zeigen unft, daß nach 134 IV. Poimandres und die ägyptische Offenbarungpliteratur. durch Galen und indirekt durch Hephaistion bezeugt ist. Es geht m. E. viel zu weit, wenn selbst Agyptologen wie Sethe den „gnosti- schen Aion" Chnuphis, der diese Gestalt trägt, ganz von dem ägyp- tischen Gotte scheiden wollen. Allerdings hat die eindringende Astrologie manchen Einfluß auf die ägyptischen Religionsvorstel- lungen geübt, wie dies BoUs treffliches Buch Sphaera z. T. ja beweist; aber oö bleiben doch die ägyptischen Götter. Wer sie „gnostisch" nennen will, spielt mit dem vieldeutigen Wort und verwirrt *den Leser. Die Fülle der Monumente, die sich auf die Chnuphis -Verehrung beziehen, hat für ein beschränktes Gebiet, die Donauländer, Drexler in seinen Mythologischen Beiträgen I gesammelt. Man wird nicht jeden, der gegen Magenleiden ein Chnuphis -Amulett trägt, als An- hänger dieser Religion bezeichnen dürfen. Bire Verbreitung ist den- noch auch durch diese Amulette einigermaßen zu erkennen, und die seit Septimius Severus erscheinenden Münzen beweisen sie. — Es bleibt ein dritter Typus dieser Literatur, der sich an Isis, die alte Herrin aller Weisheit und Lehrerin allen Zaubers, schließt. Wie sie als Ordnerin des köc)uoc in frühhellenistischer Zeit für Hermes eingetreten ist^), so wird sie bei Plutarch auch ausdrück- lich als Herrin von Herz und Zunge bezeichnet, wie Hermes.^) So möchten wir nach Geist und Form dieser Literatur annehmen, daß sie ursprünglich auch selbst ihre Lehren „geschaut" oder ersonnen hat. Als ihr Schüler erscheint im Florilegium des Stobaios (XIH 65 Wachsmuth) ein König, also vrohl Amon.') Als Lehrerin des ägyptischer Vorstellung die Götter in verschiedenen Teilen des Himmels ver- schiedene Gestalten haben , daß die „wahre Gestalt" auch solcher Götter, für die typische Kultbilder längst bestehen, verborgen und nur dem Magier be- kannt ist, und daß das Wissen oder Zeigen dieser Gestalt einen Zwang über die Götter übt. 1) Vgl. Zwei religionsgesch. Fragen S. 104 ff. Auch hier ließe sich das Be- weismateiial schon jetzt sehr vermehren. Es genügt vielleicht auf die helle- nistLscho Darstellung der Isis auf der schlangenumwundenen Weltkugel und auf das entsprechende Bild des Hermes zu verweisen (oben S. 31). 2) Plutarch, De Is. et Os. 68: tAv b' kv fiiouvdu)v Edd.) TpdMiiiaci cutkci- fi^voic berichtet. Hiermit wieder ist die Aufschrift der Hymnen von El-Khargeh zu vergleichen. 3) Für die Genealogie vgl. unter anderem' Varro De gente pop. Born, bei Augustin Be civ. deiXYUlS und 8: Isis, Tochter des Inachus oder aus Äthiopien stammend, lehrt die Schrift (vgl. 39. 40); jünger ist der erste Mercurius, Enkel des Astrologen Atlas und Großneffe des Philosophen Prometheus; sein Enkel ist der Mercurius Trismegistus, der bei den Ägyptern als Erfinder der Philosophie gilt (39). Älter oder nach anderen jünger ist Herkules. Hiermit läßt sich leicht ein Schema: Isis— Hermes I.—'ATaeöc ba(m«v— Hermes H. in Einklang bringen. 4) Wessely, Denkschr. d. K. K Akademie 1893 S. 37 Z. 600. 10* 140 IV. Poimandrea und die ägyptische OfiFenbarungsliteratur. wählt, weil das Zeitwort chnum, wie erwähnt, „sich vereinigen, sich gesellen" bedeutet.^) Von Chnum wird ßaciXeuuuv dv tiu teXeiiu ILi^Xavi zunächst gesagt, weil er der König Ägyptens ist, wie Isis die Königin. Bekannt ist ja die durch die Sprachforschung bestätigte Angabe Plutarchs (De Is. et Os. 33): ?ti Tf|v Aitutttov ^v laic fxd- Xicxa laeXciYTeiov oijcav wcrrep t6 ^eXav xoO öqp0aXjnoO x^lMiciv KaXoöci Ktti Kapbia TrapeiKdJÜouci. ^) Darum ist in der Köpri KÖciaou die Form Ka|afi(pic gewählt; denn der Stamm kam bedeutet „schwarz sein". In Syene, dessen Töpferwaren noch heutzutage den Reisenden erfreuen, herrscht Chnubis, der Gott der schwarzen Töpfererde und des Töpferhandwerks, zugleich mit Isis-Sochit, der Göttin der schwarzen Fruchterde, genau wie dasselbe Paar stromabwärts den Ort Sochit oder Xvoußic (Pichnum) beherrscht.^) Die Inseln Elephantine und Philae gehören dem Chnum und der Isis; auf Philae ist das Isis- Orakel bis in späteste Zeit gefeiert; ihr Tempel ist eine Zentralstätte aller geheimen Weisheit. Aber wir dürfen vielleicht noch weiter gehen. Die Inschrift von den sieben Jähren der Hungersnot, die uns schon mehrfach beschäftigt hat, erwähnt die Schenkung des Zwölfmeilenlandes (der berühmten Dodekaschoinos von Syene bis Takompso) an Chnum. König Doser soll es dem Chnum geschenkt haben und der Gott erhält das Gebiet „mit den Steinen und den Strecken Fruchtland, die es enthält"*); nur in das „Haus des Chnum" sollen die Abgaben gegeben werden. Aber dasselbe Gebiet gehört seit Beginn der Ptolemäerzeit der Isis, und natürhch muß der Gott es ihr freiwillig überlassen, sich mit ihr vereinigt haben. ^') Von 1) Die Vorliebe für etymologische Spiele ist in der ägyptischen Priester- lehre 9,ußerordentlich groß. Ähnliche Spiele knüpfen sich z. B. an die Namen Scliu und Tefnowet. 2) Vgl. hiermit Hephästion 'AiroTeX^cuaTa p. 63 Eng. : XvoO|liiv ibc KOpiov övTO ToO crrjöouc toö KÖciiou. Herz oder Brust der otKou|advii ist zugleich Ägypten (vgl. in der Köpr] köc|uou Stobaioa Ekl. I 49 p. 411, SWachsm.). Auch Osiris ist als der Sch^-varze zugleich Herr Ägyptens und Herr der Fruchterde. 3) Sethe, Pauly-Wisscwa HI 2362. In einer unveröffentlichten Inschrift von Dgr-el-Bahari , auf die mich Prof. Spiegelberg hinweist, begegnet „ein Chnum vom Felde" (Sochit). 4) Sethe, Dodekaschoinos S. 20. 21. Das Wort „Feld" (Sochit) spielt eine besondere Rolle. ö) Die Fiktion der Isispriester, die hier die Erbschaft ihrer Kollegen vom Tempel des Chnuphis übernahmen, ist in diesem Falle besonders klar. D. Typen der Köpri KÖcjaou. 141 hier müssen wir die Worte 6ttöt' ^^i^ Kai tuj reXeitu lu^Xavi dTi/irice und fj cuvexwpncev 6 'ATa9öc baiiuijüv 6 ßaciXeuiuv ^v tiu leXeiLU li^Xavi zunächst verstehen. Es ist die priesterliche Tradition von Syene. Sie findet eine wunderliche Bestätigung in der alchemistischen Tradition, besonders in der Schrift der Isis an ihren Sohn Horus^), wenn sie auch schon synkretistisch überarbeitet ist.^) Isis ist, um die geheime Weisheit zu erlangen, eic 'Op^avouOi, öttou x] lepä Texvti Tf]c AitOtttou fJucTiKUJC KaTacKCUÖtCcTai, gegangen (S. 33). Es ist klar, daß es sich um die lepa texvti ttic xiM^ac, wie Plutarch sagen müßte, handelt, und daß mit den Worten eic 'OpinavouGi ein Heiligtum be- zeichnet ist.') Dort begehrt zuerst ein niederer Gott, dann „der Engel Amnael" sich ihr zu vereinigen; sie aber verlangt als Preis ihrer Liebe xfiv tujv Ir|TOU(ievuJV |uucTnpiu)V rrapabociv. Amnaelj der sich in allem als Chnum erweist*), bewilligt dies, läßt sie aber 1) Berthelot a. a. 0. 28 ff. und 33 ff. 2) Die geheime Weisheit wird nach jüngerer jüdischer Vorstellung (z. B. im Buch Henoch) dem Frommen von Engeln gelehrt. 3) Am nächsten läge es eic 'ßpiaaxouöi zu schreiben. Honnahudti, der Horus von Edfu, scheint schon zu Dendera von dem Horus schlechthin ge- schieden (Binigsch, Rel. d. Äg. 188), und Edfi scheint Pflegestätte der Chemie; wenigstens findet sich in der Bibliothek des Horustempels schon zur Zeit der Ptolemäer ein Buch unter dem Titel „Die Verrichtung jedes Geheimnisses des Laboratoriums" (Bergmann, Hieroglyphische Inschriften 47). Eine weitere Be- stätigung bietet ein von Berthelot a. a. 0. 26 gedruckter Text, den ich zu- nächst nach dem Wortlaut der Handschrift (Paris, gr. 2327) biete: XPA T«P YivdicKeiv ÖTi tv Tfj Gi'ißa \ba t*1 ^v 'i tötcuj elciv, kvf\ rö ^f\f^a CKeudÜexai KXeiöiToXic dXuKÖirpioc dqppobtTTi AiröXevoc Kol ^XecpdvTivo. Daß Giißatc hier ganz Oberägypten im Gegensatz zum Delia bezeichnet, erkannte B. Keil, den Aus- gangspunkt 'HXiöwoXic und die Beihenfolge der Aufzählung von Norden nach Süden W. Spiegelberg. So lautet das Stück also: iv ng 0)ißot6i yi\ ^' töttoi elciv, kv oTc tö HJfiYi^a CKeuöterar 'HXiöiroXic, AuKÖitoXic (Siut, so schon Ber- thelot), 'AqppoftiTÖTCoXic (Itfti), 'AnoXXu)v6iToXic (Edfu) koI *6Xeqf>dvTiva. Der Ge- brauch des Gottesnamens für die Stadt wird zugleich durch ein treffliches Beispiel erläutert: diröXevoc ist völlig gleich d»piaaxouei. Daß Isis in das Heiligtum des Horus geht, erklärt sich vielleicht daraus, daß Horus, der ja oft als Sohn des Chnuphis erscheint, sogleich mit Chnuphis selbst identifiziert wird. Das Heiligtum zu Edfu ist dabei nur eine Art Dependenz des Chnuphis- tempels zu Elephantine, wo also wirklich auch die Alchemie betrieben wurde. 4) Der sitzende Chnuphis trägt nach Porphyrios auf dem Haupte den kükXoc biCKoei6r|c; neben ihm steht, den Töpfergott bezeichnend, das Kcpdjxeov dTT^^ov. Der Engel Amnaöl trägt beim Niederschweben als Abzeichen ein Kepd|Liiov dmccujTov öbaroc 6iauTo0c uXr^pec auf dem Haupte (Berthelot 29). 142 IV. Poimandres und die ägyptiscbe OflFenbarungsliteratur. schwören, diese Geheimnisse nur ihrem Sohne zu verraten, mit dem er dadurch eins werden will: iva fj auTÖc cu Kai cu auTÖc, wie sie ihrem Sohne schreibt.^) Wir sehen, daß das Judentum sich dieser Mythen bemächtigte^); aber wir erkennen auch leicht den ägyptischen Kern, in dem ursprünglich Osiris der Sohn des Chnum und der Isis und zugleich wieder der Nil ist. Für die Lehre der geheimen Weisheit hat Chnum die Liebe der Isis erkauft und sie zu seiner Gattin und zur Herrin des schwarzen Fruchtlandes, der Dodekaschoinos, bezw. Ägyptens, erhoben. Es sei gestattet noch auf einen Nebenzug einzugehen. Ich werde im siebenten Abschnitt dieses Buches des näheren nach- zuweisen haben, daß dieser Sage eine alte religiöse Anschauung von der geschlechtlichen Vereinigung des Gottes mit dem Menschen ent- spricht. In ihr, also in der höchsten Ekstase, empfängt der Mensch die oberste Weihe und das geheime Wissen, oder besser, die gött- liche buva)Liic; die Seele empfängt das crrep^a GeoO. Nun liegt der Vergleich der Zeugung mit der Tätigkeit des Landmannes ja allen Völkern nahe; in Ägypten hat er besondere Ausbildung erfahren. Chmiphia ist ja auch der Nil. Daß 'Afcteöc 6a(|uiuv als ^Af(xQor\\ in den jüdi- schen Zauber übergegangen ist, sehen wir in der Betrachtung christlicher Amulette (S. 18 A. 8); kein Wunder, daß er dann weiter zu Amnael wird (vgl. S. 126 A. 3). 1) Ich lege den höchsten Wert darauf, daß die uns schon bekannte Gebets- formel cO f^p if(b kcI tfth cO in einer „Hennetischen" Schrift und in einem Zusammenhang wiederkehrt, der sich ebensowohl in theologischen Texten finden konnte. Der Geist der Erfindung ist echt ägyptisch: die volle Gnosis bewirkt die volle Einheit des Menschen mit Gott (vgl. S. 17 und 21). 2) Ich erwähne beiläufig eine spätjüdische Nachbildung, um das vranderliche Getriebe dieses Synkretismus zu beleuchten. Der Midrasch Abchir (Grünbaum, Ge- sammelte Aufsätze zur Sprach- und Sagenkunde S. 69 S. und 444 ff.) berichtet die Sage: Zwei Engel, die zur Erde gesendet sind, bewerben sich um die Gunst einer Jungfrau; sie verspricht dem einen, ihn zu erhören, wenn er ihr den ge- heimnisvollen Namen Gottes mitteilen will, vermittels dessen er zum Himmel emporfliegen kann. Aber im Besitz dieses Geheimnisses versagt sie sich ihm, schwebt zum Himniel empor und wird von Gott unter die Sterne versetzt (Isis ist ja auch das Sternbild der Jungfrau). Die Einleitung der Erzählung erinnert merkwürdig an die Köpr) köc|liou. Daß in jüngeren jüdischen Fassungen die Jung- frau zur Göttin Istar wird, wie in anderen Versionen zur Eva, beweist für den Ursprung der Sage so wenig wie der Name des Amna6l in dem alchemisti- schen Text, wirft aber auf das Wesen und Wachsen dieses Austausches reli- giöser Sagen im Oriente weiteres Licht. D. Typen der alchemistischen Isis-Schrift. 143 Der Berliner Papyrus, welcher die geschlechtliche Vereinigung des Menschen mit Gott schildert, ruft den Offenbarungsgott 'kfaQöc öaifiojv an*): f|Ke fioi 'AtaGe TewpT^*), 'AtaOdc baifiiuv, 'Apnö(KpaT€c)'^), XvoOqpi 6 eTTiKuXivboiJuevoc [lä toO NeJiXou ßeujiaTa Kai ^TTimTvuiuv T^ GaXdccij Kai aX KaScucTrep dvbpöc im ttic cuvouciac TTic .... Der zeugende Gott bringt der Erde die CTrepfiaTa, wie das der Nil nach ägyptischer Auffassung tut. So ist Osiris, für den hier ja 'AfaBöc öaijaiuv eintritt, der Sämann, der den Samen in die Erde streut, und Chnuphis wird in der Inschrift von Sehel ausdrücklich als „Grundbesitzer auf seinem Ackerlande" bezeichnet*); 'AtaGöc baimwv ist der otTaGöc ttuipTÖc. Hieraus wird die Fortsetzung des alchemistischen Stückes (Ber- thelot p. 30) zu erklären sein: napeXBibv ouv cköttticov koi dpuiTTicov 'AxdpavTOv (?) feujpTÖv koi )Lid6e auToO, xi |li€v icn tö cireipö- Hevov, li be Kai xö 9epiZ!ö|ievov, koi |na9r|cri 6xi <6> cneipujv xöv cixov Kai <(xöv cixov> Gepicei koi ö C7r€ipu)v xfjv Kpi9]?iv 6^olluc xfjv KpiGfiv GepCcei.*) Das Bild kehrt mehrfach in der Hermetischen Literatur wieder, z. B. XIV (XV) 10 p. 133, 4 Parthey: eHecxi coi IbeTv eiKÖva KaXXicxTiv Kai 6|LioioxdxTiv ib^ xeiwpTov CT^ep^a KaxaßdXXovxa €ic ff]v, ÖTTOu niv irupöv, öixou be KpiGrjv, öirou hk dXXo xi xd»v cirepiidxajv- ibe xöv auxöv ö|UTreXov q)ux€uovxa Kai jiTiXeav Kai xd dXXa xu»v bevbpujv oiixujc 6 Gedc kxX.^) Aus derselben Anschauung ist auch 1) Abhandl. d. Berl. Akad. 1866 S. 120 Z. 26. 2) Die wunderlich viel behandelte Stelle (vgl. Wilcken-, Archiv f. d. Pa- pyrusforschnng I 427) erledigt sich, Bobald man die religiösen Anschauungen verfolgt, von selbst. 3) apnov Parthey; die Abkürzung begegnet auch sonst; es ist der Sohn der Isis. Im folgenden scheint 'AxaGöc 6a(muv ausdrücklich mit Horus iden- tifiziert zu werden ; auch dies trägt zur Erläuterung des alchemistischen Textes bei. 4) Brugsch, Die biblischen sieben Jahre der Hungersnot S. 136. 6) Vgl. Berthelot p. 89: koI Zt(»cl^oc Iv Ttf» kot' ^v^pT«av ßißXqi <^iT€pl?^ ToO XÖYOU ' ÖTi dXr)efj coi Trpocq)u>vü» ndprupa KaXOJ 'Cp^if^v Xirfovra • dTreXBe irp6c 'AxaAß (?) TÖv Tcujpf 6v, koI MaOrjcij d)C ö cneiptuv ciTOv cItov ycvv^l. Sollte dies ursprünglich rechtfertigen, daß 'Atcööc öalnujv, indem er das göttliche cir^pua in Isis senkt, selbst zum Horus wird? 6) Der Verfasser verwendet das Bild, um zu zeigen, iruic n^v aöröc (6 Gcöc) iroicl, Ttuic bd TÖ tivöficva fivcTai. Die cn^pfiaTa öeoO sind hier dOavacia, |U6Ta- ßoXn, Ziur] imd kivticic (vgl. IX bezw. X 3 und 6). Doch ist das Bild ursprüng- lich nicht hierauf berechnet. Von der Schöpfung verwendet das gleiche Bild 144 IV. Poimandres und die ägyptische Offenbarungsliteratur, Poimandres § 29 zu erklären ecireipa auToTc touc xfic coqpiac XÖTOuc. Ist doch ursprünglich der Köfoc selbst das göttliche cirepiLia. Es wäre verkehrt, im Poimandres eine Benutzung des Evangelienwortes 6 cireipujv Xötouc ctreipei zu suchen. Doch zurück zu den Typen der Hermetischen Literatur. Wir müssen bei dieser Verbindung der beiden Gottheiten Schriften des 'Atciööc öaijiiujv an seine Schülerin Isis voraussetzen und können solche wirklich in der alchemistischen Literatur nachweisen. So zitiert Zosimos (bei Berthelot a. a. 0. 214) Tf]V "Iciba, x\v irpoccpuüveT ö "Hpujv. Natürlich kann "Hpujv in dieser Verbindung kein Personen- name sein. In der Tat begegnet er als ägyptischer Göttemame in einer Zauberformel des Papyrus 46 des Britischen Museums^): ^t^a* eim "Hpujv ^vboHoc, ujov ißeiuc ujöv k'paKOC ktX. Nun haben Spiegel- berg und Keil gezeigt^), daß der Name eines ägyptischen Erntegottes Psai und der Eigenname Ydic giiechisch durch 'AyaGöc bai)Liujv wieder- gegeben wird; da nun Psai zugleich den unsichtbaren Doppelgänger in uns, den Jca, bedeutet und 'Ata96c baiiaiuv eine chthonische Gott- heit ist, so trat für den Personennamen auch "Hpuüv (= npujc) ein. Daß es auch für den Götternamen 'ATaOöc bai|Lia)V geschehen ist, bezeugt der Papyrus von London.^) Auch dies bestätigt die bis- herigen Deutungen. Allein in den Worten, von denen wir ausgingen, ist bisher nur das Wort jueXav, nicht aber das xAeiov jieXav erklärt. Ich darf hiermit zugleich die Erklärung des wunderlichen und noch nicht gedeuteten Titels Köpri köc)liou verbinden. Plutarch bezeugte, daß Xriiiiia die Erde Ägyptens, das Land selbst und zugleich das Schwarze Philon und überträgt es dann auf Verschiedenes in den Schriften De agri- cultura und De plantatione Noae; aber nirgends sind die Übereinstimmungen mit der ägyptischen Anschauung so stark, daß man bestimmte Schlüsse ziehen kann. 1) Kenyon, Catal. I p. 72 Z.240. Voraus geht tfib eim 0iuti6; auch hier sind Hermes und 'AtcxSöc öaijuujv eins. An den thrakischen Gott ist nicht zu denken. 2) Spiegelberg, Demotische Namen I, Ägyptische Namen auf Mumien- etiketten S. 57* und 14*. Bestätigungen boten sich bald in reicher Fülle. 3) Es waltet dabei dasselbe eigentümliche Bestreben, die Göttemamen zu Personennamen umzugestalten, das in späterer Zeit mehrfach auftritt, vgl. Gutschmid, Zeitschrift d. deutsch, morgen!. Ges. XV 47 ff. Kl. Sehr. II 631 (Herakleios für Herakles, Poseidonios für Poseidon,- Asklepiades für Asklepios, Asterios für Zeus). Das Motiv hat freilich Gutschmid kaum richtig erkannt. Die Typen der K6pr] K6c|iou (Urtypns). 145 des Auges (die Pupille) bedeutet, und in einem Texte von Edfu*) heißt es ,,Agypten (wörtlich: das Schwarze), das benannt ist nach dem Auge des Osiris, denn es ist seine Pupille". Für Osiris tritt auch in diesen Wendungen Amon ein, dessen Farbe das Schwarze ist.*) Amon ist in der Auffassung der thebanischen Priesterschaft, die in jüngerer Zeit auf Syene hinüber wirkte, der verborgene, mysicriöse Gott.^) So können wir begreifen, daß gerade bei ihm das Schwarze des Auges den Sinn des Geheimnisvollen, Mysteriösen empfangt. Heißt doch der Gott in den oben angeführten Stellen: „der sich verborgen hält in seinem Auge" oder: „der sich selbst ver- hüllt in seiner Pupille". Sie ist das TtXeiov n^Xav und sie ist Ägypten.*) Nun ist Isis, die Göttin der schwarzen Erde, auch zu- 1) Eberfl, Die Körperteile im Altögyptischen, Abb. d. K. bayr. Akad. 1897 S. 111. Weiteres Material ebenda. 2) Vgl. Porphyrios: -r?|v bi xpoi^v ^^ KuavoO fi^Xovoc Ixovra. 3) Vgl Brugach, Rel. u. Mjth. d. alt. Äg. 680 flf., oben S. 139 A. 1. Die priesterliche Tradition gibt Manetho weiter, vgl. Plutarch De Is. et Qs. 9 : 'AiuoOv . . , Mav^Guuc ... 6 ZeßcvvOöric rd KCKpumudvov oTexai Kai ri\v KpOi}fiv üirö TaO- tiic bn^oOcSo' "^^ qpujvf^c. Die Erklärung geben die im Text angeführten Stellen. Ein anderes Manetho-Fragment, das der Erläuterung bedarf, füge ich beiläufig an. Das Zitat in der Orthographie des Choiroboskos (Gramer, Anecd. Ox. n 235,32 = Etym. genuinum): dirö toutou toö \du) Y^TOve X^ujv bivbepKi- CTOTOv ydp TÖ Gripiov, die qpticiv 6 fAaviQwv ky Ti\) irpöc 'Hpööoxov qpacl yäp ÖTi. oö6^iroT£ Koöeubei 6 X^uuv empfängt sein Licht aus der K6pr\ köcjuou, in der es p. 398, 21 Wachsm. heißt: die reinsten Seelen werden Adler, Löwen, Schlangen oder Delphine: Xiovrec Icxwpöv fäp tö Zifiov koI «pOceuuc ?tux€v dKoi|Liif)TOU xpöinij Tivl Kol r\v exeic ovou bevbpou') [t]€[vvö]c uKttvea Xieov caiTTTipov €V eaX[a]ccTi exov T €TTi [tnc] . . . [Xeu]KO^€T^w[1To]v ovo)Lia coi auianpi*) ivH . . [ujpa eßb]o)jiri ^optpriv €X€ic Ka|ii[tiXou Te]v vac iXio^) eici [Xi]eov oupov ov[o|Lia coi nv exeic ov . . lOV jiov ovo)u[a coi V exeic i[߀ujc tfvvac] ovbopap • 0.1 be n MOpu)paTe oder ccpuifarc möglich.. Papyrus Mimaut Z. 199—251. 149 Kol IX: . . . Taßpil^ aixujca^) . . . upr|v aubie9 paßpaxi i . . yH iapßa9a xpa^vricpib . . u*xvi|ü€uj xaiHTruKpiX eXajajLiapri eipriKa cou la cri[fi]eia Kai ra TrapacTi)na öio Kupie TTOiricov^ to ^ Trpa[TM]a avaTKT] |lioi tov ou [p]avov KiVT]cuj*) TTOiiicov TO ^ 7rpat|iia einoi o tuttoc 0 cuvoXov TU) KOC)iUJ o KttT . Kpiöcic €q)uXaHa tou )Li€TaXou ßaciXeuuc lepujv Tro[i]Ticov to ^ rrpaTMa e jioi TW KXibocpuXttKi TOU Tp[iY]uivou*) Trapabicou Ttic [t]nc Tric ßaciXeiac troiricov to t^ TTpaY^a e|Lioi to Tr^c Xnpac ujpq)avui KttTa t (so) em[TaT]nv inevrißiu ia9upi9 i va \xi] aqpeXuJc fie ti^v KupiaKnv traTpiba Kai rrav Ta Ta aYa9a e}n:ecr\i^) KaT eniTaTiiv q)iJüK€v . . , tcu^) außTa 9ou)iicov ictoiki ^acKeXXl inacKeXXtw qwouKeu) (c)aßau)'') aujpio) taipa pr|[Hi]xuJv*) itttto X9u}V i TTupoc irapiCTHcav . . . ^ Kai Xa)n[ß]aX|Liiui XiXi|iiou X^aXaßa riv epeb€|iiu)~ beupo fioi ev TTi aTia cou Tr€piCTpoq)n tou otiou iTV€U)LiaT0C nav Toc KTicKTu 9€cüv 966 Kupavvc TTavoZiacTTicac **) tov KOC)Liov TU) ceauTw irveu^aTi 9€uj^^) rrpurroc b ele(pavr\Q €k Trpu>Toic*^ vouq)uveu|Li€bujbu)c uboToc ßi€Ou 0 Ta TtavTa kticktcc aßuccov T€av TTUp ubujp aepa koi naXiv ai9pa Kai TtoTä|iOu Kai XabovTtt eic t^IV ov ibr\ be ceXnvil acTcpac aepiou eujc uTrep la . . TiXav^Tct . , . Taic cec ßouXaic bopu q)opouciv anavTa cu [ei o] TtapaKaXwv civ*') 1) atXwea Wess. Rev. 2) So klar auageschrieben und absolut sicher. 3) Lies dvdtTKij txi] tov o0pav6v Kivfjcu) (Piasberg). 4) TpiYuüvou vermutet Wess. Rev. 6) eicirccn Wess. Rev. 6) q)vouK€VTaßaiu Wess. Rev. wohl richtiger, vgl. 240. 7) c ganz schwach nachgetragen (t Wess. Rev.). 8) Wohl verschrieben für priHixOwv; au)Tiu)taTpapiixcnJUv Wess. Rev. 9) trapiTTTjTavuE Wess. Rev. 10) Lies iravxöc biacTf\cac. 11) Lies 9e(iu. 12) Lies irpiörou. 13) Von dem Rest der Kolumne sind nur drei Streifen erhalten, die im allgemeinen richtig angeklebt sind; doch lassen sich ihre Abstände nicht genau berechnen. Ich notiere den Schluß der Streifen durch Striche. 150 tV. Poimandres und die ägyptische Offenbarungeliteratur. ctvox I qpoboqp ( . . . uj . . pcpGuj . . . eßic Hiouqpic I . . . . 0i(jueuj j ujp ouepxiuTiiß aprio^) Kvouqpi I TaT[a]vuj pTiöpicKua|ua apouctp') 255 Hapßa I pi(piv T) I eoujLii XMO^M «lucp laujar) | . . . [aJcTpaTTTticali xeao Kipia KaOactaX Xeac ( oußpi0e CTO|aa avaH öeupo |uoi') Kupie o j [ttote to] cpuuc ava|[T]ujv ttotc to ckotoc Rata TUiV Tri|[v ceaujrou buvajiaiv eiraKOucov fiioi Kupie e^ou I [tou ^ iXJeuuc Ka|[i ac]|uevujc Kai en araGui €K ■ira|[vToc TOTTJöu CK TiavToc ave/aou ev tti cn)Li€po~^) TiMcpa I [t]outuj . . | . ujttuj*) in apri cupa oxi em KöXou)a|[ai to] ariov o![v]o|Lia TravToGev o fev vnöei I . . . TT . gXg . . I ti*) avGpujTrivuuv €v ttv€[u]«) Man I Mttco I €vXievbeH . o . aHiuv^ »auia I u)U)|u) ujiuuü aaaaa i u 260 265 Kol. X: . w ai . Kac,. uui u cuvaH . , auu" auuuiiua f riTna)U)U)U)uje . aaiiiauu) . luai eXGe luoi iXapiuc Tuj TTp[o]ciu[TruJi] Trayiece t]^) öibouc efioi 270 Tu)i ^ Zitunv uYiav cuJTTipiav 7tXo[ut]öv euTCKViav Tvuj[c]iv eu . . oi[av] ^) evßevmv eußouXiav eubo Hlav juvnMTiv [x]apiv MOpqpnv KaXXoc TTpoc^^) TravTttc avGpuüTTOuc touc opiuviac }xe U) irav otiouv 1) ou€pxiLin»ß apno f«r mich nicht deutlich leserlich. 2) Enthält wohl sicher, die Namen KvoOcpic, xaravidv (Beiwort des Ptah) auf Knuphiß übertragen), Apoufipic (der große Horus). 3) Das Ende des zweiten Streifen habe ich zu notieren vergessen. 4) [ev t]outuj tuj TOiru) Wessely. 5) tevvrieev . . uXucnari Wess. Rev. Zu lesen ist sicher TCwriGelc ^v iTXdciLiaTt dvGpwTTfvijj. 6) Nach iTve könnten nur ganz wenige klein geschriebene Buchstaben ver- loren sein; jedenfalls ist Wesselys Ergänzung unmöglich. 7) Hiemach vielleicht wenige Buchstaben verloren ; vorher ^k fiiv fecEioO Wess. 8) Wohl irdvToce navTaxf|. 9) 2—3 Buchstaben (drei Grundstriche) verloschen; cuxpoiav (W.) ist kaum möglich, euKpacmv (Dieteiich) undenkbar; eher ein Wort wie euTvomv. 10) irpöc ist nicht wiederholt. Zu der Formel vgl. oben S. 20 A. 4. Papyrus Mimaut Z. 262—296. 151 aK[ou]iJuv )Liou Tuj[v] XoTiuv boc tticilIOvtiv eic e^e 275 IC To[v .] uanuj ai€U) mm luai iuiijü r\am rac epxic 87G auEavou apcainuüci Xicco|uai avaH irpocbeHai 276* )HOU TTIV Xl[T]aViaV TTIV TTpOC CE aVttCpOpaV TTpOCTtt N 277 Hac iva fie vu . . . paiujv^) Trpoc ce trivbe oHoujciv (so) " c 278 xfjv XiT*) fxo Ktti inexa t[tiv] tou r\KiKO cuu^ia 279 Toc') eu)jev[iav KaJTacTaciv beo)üiai Kupie Trpocbe 280 Eai fxov Triv et . .*) oHiiuciv Xiiaviav rriv Ttpocu [q;]i)üciv TTi[v] ava[(p]opav tou ttv€U)luxtoc'^) Xcktikou [KJai qpBacatuj Trp[oc] ce tuü rravTUJV öecTTOTtiv omuc [nJoiTiCTic 'iTavT[a tja ttic euxnc |ixe 9eujv T^VTiTai [x]apiv coi oibaiuev niuxii Tiaca Kai Kapbiav irpoc 186 [ce] avaT€Ta|iievTiv acppacxov ovo)na xeTi^Tijaevov [xri] TOU Geou TTpocTiYopia Kai euXotouiiievov tti tou [8e]ou oc .®) Tr[po]c travTac Kdi Trpoc iravTac naTpiKTiv [eujvoiav kqi [ct]opttiv kqi (piXiav koi eniTXuKUTa [tti]v evepT[€iav] evbiHiw x^Picaiaevoc ujiiv vouv 290 [Xot]ov fviuciv vouv M€ ivo ce voncuu|nev XoTov [be iv]a ce erriKaXeciuiiev yviuciv iva ce emTViu cu)H€v Ka[. . . .]v') OTi ceauTOV rmiv ebig[a]c Kai TO |Liev o[vo^]a acjiaciv . juacovTac*) aTT[e]6ea) [c]ac TTi ceauT6[u . . .] x^pic avGpiuTTOu Trpoc ce |i6Ta 295 TViupicai efv .... evu) ttic avGpiuTnvTic JIuütic [e]TVU)pica|Li[€VUü] aTraaic TMiucetuc eTviupiciie 0 vujv nriTpa[c . . .] q)pe€)i Tr[a]Tpoc (puTiai^) etvuü 1) vuv KpoTUiv Weas. Rev. 2) Trjv Xi expungiert; über be aEoiuav sind engere Punkte, die sicher keine Tilgung bedeuten. 3) Lies nfjv toO öXikoO ctXiiaaToc. 4) Denkbar wäre 6€ t = &€ rnv, vgl. 236. 5) irv€0|iaTOC toO XcktikoO Wess. Rev. 6) oc Wess. Rev. Auch ich glaubte erst c zu gewahren, doch fehlt danach sicher ein Buchstabe; die Ergänzung btd scheint möglich. 7) Die Lücken von 292 an sind nach der jetzigen Lage der beiden Teile der Kolumne angegeben; ich vermute, daß sie zu nahe aneinander gerückt sind. So ist an unserer Stelle kotA voOv (so Keil) wohl die kleinste denkbare Ergänzung. Li der folgenden Zeile wäre xa iiev o[vo|iaT]a besser. 8) Etwa i^näc ($6)ovTac Die Ergänzung dircö^ujcac ist sicher. 9) iTpoq>uTtai Wess. Rev. Ich glaube für meine Lesung einstehen zu köimen. 152 IV. Poimiin'lres und die Hgyptischo Offenbarungsliteratur. ca|Lievuu*) ra .... q)opouv[T]oc aiujvio . öiajuo VTl OUTOC Oy[v C€ TT]pOCKUVTlCaVT€C i.i'[Tl]be|LliaV 300 rixricaiLiev [el'=Xr|c[o]v n^ac ^"»fT]ripnÖnvai p ev TTi CTi Yv[ujcei] .... irj . . • lo /^n cq)a\[Ti]vat Tou TOiouTOu [aTa9]o[u] . . ctXiov jiexaTaTUi . . v^) exei Tii oiKOuvra Bec . . tv TiapepYUJ ILittac rmepac Kol. XI: 305 ouca .... aXou e . . lacucpi . t] . . . Ktti ci . . . . voK eiov atru .... evioxe ... €1 TT ... [tti]c ibiac cKiac') . . ujcxe ceau[TOv] tcj e ... ujpa CKin*) rrjc Ti)ie[pac 7r]poc[Kuvei]v ev epriMUJ to 310 TTu» iTepiTr[aT] vvivov appx . Ktti €V T ov cqpevbovtic K0KKIV[0V Kai €TTl TOU bcHlJou UJTIOU TTTe pav i€pa[Ko]c eiTi [be t]ou euujvujiou ißeujc TTttTiuv Yft avaxivac rac x-^ 815 pac Ktti X[eT€] To[v] XoTOV oti iroincov [le u7rtipeT[n~ t]uj[v ava] CKiav ^ou oti oiba cou xa a[Y]i[a ov]o|Li[axa Ka]i xa CTinia kqi xa Trapa CTiiLia K[ai xnv ouci]av [K]ai xic ei ovo|aa T XOU Xa|Ll . ovo TTOVXOV CTTaVUJ 380 Ktti o[x]av oip^ KXiuTraXii . . 1) Nach uj etwas über der Zeile Zöge eines undeutlichen c. 2) Die Lesung Krjv unwahrscheinlich. Die Lesung der letzten beiden Zeilen ist durch Zufall in meinen Aufzeichnungen lückenhaft geworden. Ich ergänze nach Wessely. 3) Vielleicht zu erklären aus dem Zauber bei Kenyon, Greek Pap. Cot. I S. 111 Z. 854: TaOra eliribv 6x^1) CKictv tv i^iXiqj Kai KaniuOcac d:vaß\dt|jac ön»i] Ijuiirpocö^v cou CKiAv ^CTUJcav Kotl iTUvedvou 8 e^Xeic. Es ist ebenfalls eine XfJHiic 6ai^ovoc, eine Art Licht- oder Sonnenzauber. Zu sondern hiervon ist Z. Slöff. Der Schatten des Betenden scheint hier metaphorisch für andere Personen (Begleiter) zu stehen. Aus dem Ägjrptischen vergleicht Professor Spiegelberg Wendungen wie: „die im Schatten des Königs" für seine Schützlinge, sein Gefolge. Die Ergänzung scheint danach sicher. 4) kv T^ üjpcjt ^KTT) Wess. Rev. Papyrus Mimaut Z. 297—325. Erläuterungen. 153 ovo]ii[aTa kai ctifiia] Kai tu TTapacTi|Li[a] i bio K PI 'Hip ecTiv MeTTiY . jinv [e]ßbo^^v eXeuccrai coi eH av[aToXTic] luv auiri aKoXouOi 8» |iOl . .V .... .... \)X]V\ C€ KttTaXlllill Nur wenig ist zu Anfang verloren. Denn mit voller Sicherheit glaube ich aus dem Eingang des YIL Gebetes^) ergänzen zu können: <(lcTiv be Kara ttoivtwv TcXeifi^ [f\be Trp]öc fiXiov Tr€piTr(iT[€i iHw iTÖXe]iuc ko\ Trepi[TraTu»v] [euxou] 7T€pi iLv idv e[^Xrjc] T[Cji Getu]* ^iriKaXoGiiai Dieser Einführung entsprechen im Schluß (Z. 308 ff): «Sptjt ^kttj ttic f)|Li€[pac Tr]poc[Kuvei]v iv ^pilMtp tött4j •n:€pm[aTu»v Ixiuv dß^]vvivov äppiX0v(?) Kai b/ r[rji K€q>aXf| CTpoq)i]ov cqpevböviic k6kkiv[ov koI in\ ToO b€St]oC djTiou TTT^pav t^po[Ko]c im [bk t]ou €uuiVli^ou Tßeuuc (oötum: Tr€pi)iraTdiv [TrpocKi»]v€i dvaieivac xäc X€»pac Kai X[^t6] tö[v] XÖTOV ÖTi iroiricöv n€ u7rTip^T[Tiv t]u>[v dvd] CKidv nou, öti otbd cou rd ä[T]«[a dv]ö)i[aTa Ka]\ xd cimeTa Ka\ xd irapdcrma K[ai xfjv oOciJav [kJoi x(c et. Daß es sich um Gewinnung eines ba()iu)v irdpcbpoc handelt, zeigt der Schluß (324), für den ich voU einstehe [irepi xfjv d]ßb6nnv ^Xeucexai coi dE dv[axoXfic Kai elTijibv aöx^^ „dKoXouGei |i0i" [cu]v[nop6uou (?) |i]/| C€ KaxaXeiiiiij. Die vorgeschriebene Tracht ist die des ägyptischen lepotpajj^axeijc'); dennoch handelt es sich schwer- lich um einen solchen. Ein beliebiger Priester nimmt für die be- stimmte Handlung diese Tracht, wie dem Magier an anderen Stellen 1) Oben S. 28, Wessely, Denkscbr. d. K. E. Akad. 1886 S. 84 Z. 1696 ff. 2) Vielleicht airrC^i. Wenigstens kenne ich keine Anrufung weiblicher &ai|uiövia. Aber vielleicht war die Gottheit vorher bezeichnet (vgl. Wessely, ebenda S. 74 Z. 1205: coqpio ö icxiv AlU^v). 3) Vgl. Clemens Alexandrinus Strom. VI 4, 36: kli\c bi 6 ieporpaHMaTeOc upo^XfTai Ixwv iTTcpä liti xfjc K€q)aXf|c ßißXiov re 4v x^pciv, vgl. Diodor I 87: Tivk bi &fma Kai TrrepAv Upaxoc irt\ Ti\c Ke KpaTwv Ttpöc C€ Trivbe <(Tfiv> dHiiuciv dx€T€Ürj(?). Hieran schließt dieser selbst, etwa: Kai lieid Tr|v toö uXikoO cCufiaroc eu^€viav Kaidcxaciv 5^o- nai, Kupie, TTpocb^Hai |iou irivbe ifiv dHiiuciv Xiraveiav, Tf)v TTpocuvjiuJciv ifiv dvacpopdv töO irveOiiaroc toO XcktikoO, koi qpOacdTUJ TTpoc ck TÖv ndvTwv becTTÖTTiv, ÖTTUJC Troir|cr)c Trdvra rd ific euxnc fioi 4k 6€U)V ^evköai.') x^ipiv coi oibaiiiev n/uxn ttdca Kai Kapbiav rrpöc c€ dvaieTaiLi^vriv*), dcppacTOV övo)aa xexiiinM^vov t^ toO GeoO npocri- fop'iq. Kai euXotouiaevov ti^ toO öcou 6Tri(?). irpoc rrdviac koI -rrpöc udcac^) TraTpiKi^v euvoiav kui CT0pYf|V Kai cpiXlav Kai liriYXuKUTdxTiv 4v^PT€iav 4vebeiHuj x^picdinevoc fmiv voOv Xötov yvOüciv vouv la^v, i'va c€ vor|cu»|iiev, Xöyov bk iva C€ IrriKaX^ciü^ev, TvOuciv tva C€ dm- Tvu)cuifi€v Kuxd voöv (?) öxi ceauxöv f^Tv ^beiHac Kai xö ^kv övojia dc)jiaciv fmdc ^bovxac dm^Qimcac rrji ceauxoO [ötti].*) x^P^c dvGpiwirifj Tov) Kai ÄxtdpiCTOv, lOc oÖTÖc 6 Qcbc öv (lüv MAC). Ocol \iiv oöv ol dXXoi trdvTcc dOdvoToi <[tJÜc^ xeTimm^voi rfl roO öcoO irpociTfoplcjt, ö bi. 6e6c, <^TouT^CTt> t6 dyaeöv, oö xarä riini^v, dXXA Kaxä qpOciv. Die Formel ist in unserem Papyrus schon verblaßt. 1) Hierauf beziehe ich ss. B. Wessely, Denkachr. d. K. K. Akad. 1888 S. 74 Z. 1205: 6 xOptoc i'n€^apxipr]ci. cou Tf| loipl^, ö icTiv Altüv, koI eltr^v ce c84v€iv öcov KCl aÖTÖc cödvei. 2) Selbst an die Y^vvr]Cic des Logos im Menschen könnte man denken (vgl. Kap. Vn). Es fällt mir nicht ein, eine ganz singulare Benutzung christ- licher Formeln in unserem Papyrus für unmöglich zu erklären; nur für bewiesen halte ich sie nicht. Liegt sie wirklich vor, so bleibt der rein heidnische Charakter des Hauptteils doch unbestreitbar. 3) Die Worte ömuc bis Y€v^c6ai können bei der Überarbeitung för den Zauber zugefügt sein. 4) Vgl. Poimandres § 31 : bÜai XotikAc Budac ätvÄc dird ^ux^ic Kai Kop- bCoc irpöc C€ dvaT€Ta|n^vric. 6) trdvrac Pap. Die Verbindung des Masculinum und Femininum ist im Ägyptischen in solchen Wendungen außerordentlich häufig (vgl. oben S. 18 Gebet I 14). 6) Ich finde keine andere dem Baum entsprechende Ergänzung; zur Papyrus Mimaut. Gebet um ^ySycic. 157 TTpöc c^ |H€TaTVu»pic<9fiv>ai dtviupicji^vifj inc dvGpwnivric lurfjc, ^Tvujpic- iii\^) dTtdcric tvu)C€ujc, ixvwpic^i^vqj n^iTpac p€€^ Trarpöc (puT€i(ji, ^Tvwpicu^vm t[oO Travta] (popoOvToc aliwviuj biajiov^ (?).*) outwc oöv C€ 7rpocKuvTicavT€c |iitib€jiiiav ^Tfica|i€V [Wticiv].*) e^Xncov fijiäc öiaTTiprjöfivai dv t^ c^ Tvu>c€i [cvJTXw]pr|[cac] (?) xd nf| ccpaXfivai toO TOiouTOu dxaOoO.') Der Zasammenliang der Zauberpapjri mit der theologischen Literatur tritt uns hier besonders dentlich entgegen. Strebt der Magier nach übernatürlicher Kraft, so strebt der Theologe nach einem übernatürlichen Wissen. Das in der Volksreligion (Gebotene ist nnr die Hülle, dnrch welche die fvaicic zum Wesen der Dinge Sache vgl. Kap. VII. Einen ähnlichen Gedanken bietet auch daa Hermetische Corpus Xn (Xni) 12: KdK^vo bi. 6pa, A t^kvov, öti öOo TaOxa xif» dvGptOmj» ö öcöc irapA (iT€pl C) Trdvxa xä 6v?ixä ZCJkx ixafiicaTo, xöv t€ voöv xal TÖv XÖTOv, Icöniiia t^ d6avoc{, töv bi irpoq)opiKÖv \6tov <€lc eiiXoxiav 8€o0> ?x«- toOtoic bi et Tic xp'lcaiTO etc ft bei, oöb^v twv ddavdTwv bioicei. Die Mckenhaft fiberlieferte Stelle, welche erst Patricius, dann Parthey arg entstellt haben, glaube ich nach dem Sinn dieser Literatur ergänzt zu haben, ohne auf den Wortlaut Gewicht zu legen. Sicher ist nur, daß voOc und Xöxoc das für den Ägypter untrennbare Paar bilden (vgl. oben S. 66) imd Xöxoc hier nur die Bede bedeutet. Erst der Verfasser des Papyrus fügt in die offenbar alte Formel die yvilicic hinein. 1) Hergestellt von Keil. 2) Auch dies scheint dem Baume einzig zu entsprechen. Aber die Über- leitung zu dem folgenden fehlt, die doch nur in detn Begriff „Bitte um irdische Gaben" oder „Fehlbitte** liegen könnte. 8) Vgl. Poimandres § 32: alTOUfi^q}- tö Mf| C90Xf^voi xf^c yyxbawc Tf^c kot' o(»ciav i^iiOjv liriveucöv jiot. Ich darf beiläufig vielleicht das allgemeine Dankgebet der Apostellehre zum Vergleich heranziehen (X 2): eOxapicToO|i^v COl, ItdTep örf\€, imkp TOO &fio\) ÖV^^aT^C COU, OÖ KOT€CKf|VU»COC i^f TOtC Kap&(atc i\^^w^^ (vgl. oben G^bet I 11 S. 17), xal ünip xi\c xvUiceufC xai iricTeuic Kai d6avac(ac, t^c ifvibpxcac i^Mtv biä IncoO xoO iraiböc cou" col t\ biia etc Toi»c aliövac. cO, ^»toroTO novTOKpdxop, ^kticcc xd irdvTO ?v€K€v xoO övö^aTÖc C9U, Tpo'«j''ceu»c, fjc iTvtJt»p>coc fmlv 6id 'iT]coO ToO natböc. Auch hier mOchte ich an direkte Einwirkung der heidnischen Formeln glauben. 158 IV- Poimandres und die ägyptische OflFenbarungsliteratur. vordringen muß.^) Daß an der Ausgestaltung dieser Vorstellung in Ägypten wie in dem übrigen Orient griechisches Denken hervorragenden Anteil hat, ist klar.^) Aber im Grunde führt jede Verschmelzung zweier Volksreligionen und Denkweisen zu derartigem „Allegorisieren", das Ein- dringen jüdischer Vorstellungen in Ägypten ebenso wie das ägyptischer Vorstellungen in Judäa. Die symbolische Deutung der verschiedenen Volksüberlieferungen stellt sich von selbst und an den verschieden- sten Punkten unabhängig ein, oder entwickelt sich weiter, wo sie wie in Griechenland schon vorhanden war. Daß sie in einzelnen Kreisen selbst des Orients zu einer Verflüchtigung der religiösen Energie führte, wissen wir z. B. aus Philon^); im ganzen leitete sie diese Energie nur auf ein neues Gebiet, den Mystizismus. Denn die yvOjcic 9eo0, um welche Christ und Heide betet, ist weit weniger ein Wissen als ein inneres Schauen oder Fühlen.*) Der Begriff der Offenbarung ist 1) Vgl. die formelhaften Wendungen luaeetv rÖL övxa — rä Trdvxa YvtJupi- Ziouciv — udvTa irapaXaßuuv — 4Yv*Jupic|i^voc -rrdcric yvu(jc6ujc. 2) Die Grundvorstellung ißt in Ägypten sehr alt; die Ausgestaltung be- ginnt schon mit Leon von Pella; sie zeigt sich am schärfsten bei Chairemon; ihre Stärke lehrt am besten Plutarch und einzelne Stellen wie Origenes Contra Celsum I 12. 3) Näheres bietet das in seinem Hauptteil freilich durchaus verfehlte Buch M. Friedländers, Der vorchristliche jüdische Gnostizismus, Göttingen 1898. 4) Nur an der äußersten hellenistischen Peripherie wirkt der Gegensatz von Gebildet und Ungebildet mit ein, der die stoische Scheidung der civilis und naturalis tJieologia beherrscht. Daß sie der Philosoph Chairemon annimmt, ist nicht wunderbar; bei Philon ist der Gegensatz der des Geweihten zum Nicht- geweihten; ein anderer Begriff der yv&cic wirkt ein. Daß das Wort yvAcic im Poimandres und im Papyrus Mimaut fast den Sinn des ekstatischen Schauens annimmt, scheint mir wichtig für die Deutung des vielbehandelten Wortes des Paulus (I. Kor. 12, 8): tp |i4v T'2'P &ia toö Trve»j|uiaToc biöorai Xötoc coqpiac, äXXip 6^ XÖYoc "fvdiceujc Kaxct xö aöxö itveOjaa, ^x^pqj utcxic iv xCD aOxCu irveO- l^axi. Die Deutung Weizsäckers, daß die yvujcic im Gegensatz zur cof) göttlich verehrt, daneben dann Menschen tquc id npdc Tf|v ßuDxurfjv xp^iav eupövrac f| Kai Kard ti eu Troiricavrac td |0vt] {Praep. ev. I 9, 29).*) Dies Geheimnis ent- deckte Sanchuniathon, der Priester, der, um den Ursprung aller Dinge zu erkennen, Ö€)yidcT€uc€ id Taaiirou, elbibc öxi tu»v utt Tauthos die Schrift- zeichen und Götterbilder erfindet and von Kronos (Amon) zum 1) Die Einzelheiten der Aiuführang sind mit Enliemeroa zu vergleichen. Die Tendenz ist die gleiche wie bei Chairemon ; es handelt sich auch hier am das Vordringen der naturalis theologia. 2) 'Am^ouvdujv Cod. Die Fiktion, dafi die Lehre gerade im Heiligtum des „verborgenen" Qottes Amon gefunden sei, kehrt bei Bitys und dem Ver- fasser der "Opoi 'AcKXrjmoO wieder. 8) So in der Paraphrase (26); im Text (26) falsch vctOraroi. 4) Analogien zu der Kosmogonie bietet Kap. III(IV) des Hermetischen Ck>rpu8. 1B2 V. Ausbreitung der Hermetischen Literatur. König von Ägypten eingesetzt wird, begegnet 10, 36 — 39. Quelle ist Thabion, der „älteste Hierophant" der Phönizier, der eine Schrift der Kabiren und des Asklepios, der Schüler des Tauthos, benutzt haben soll.^) Eine dritte Sakraltradition läßt Tauthos oder Thot in „heiligen Schriften^' die Verehrung der Schlange erklären und rechtfertigen; sie ist der Kneph(is) der Ägypter und wird von den Phöniziern 'Ayaeöc bai|LiiJüv benannt (10, 46 ff. vgl. 43). Endlich hören wir, daß alle „Physiologien" auf Tauthos zurück- gehen, und daß die von ihm erfundenen heiligen Zeichen in Tempeln göttlich verehrt werden (10, 53),^) Zu beachten ist, wie völlig in diesem ganzen letzten Teil der 'AYa06c baiinujv in den Mittelpunkt tritt. Eine reiche Literatur nachgeahmter Heiinetischer Schriften liegt voraus und die phönizische Kosmogonie beruht auf den Lehren des ägyptischen Gottes. Phönizier und Ägypter sind die ältesten Völker, und letztere haben die Gottesverehrung über die Erde verbreitet.^) — Ähnlich heißt es bekanntlich von den Phrygern in der Naassener- Predigt, sie seien das älteste Volk, aber nicht von ihnen, sondern von den Ägyptern sei der Kult der bei beiden im Grunde gemeinsamen Götter zu allen Völkern gedrungen. Das Kultlied, welches dabei kom- mentiert wird und ägyptische und phrygische Lehren verbindet, ist im Theater beim Fest der Mritrip 9eu)V gesungen. Ihm entspricht genau jene Verkündigung der Isis bei Apuleius Metam. XI 5: cuiiis numen unicum muUiformi specie, ritu vario, nomine muUiiugo totus veneratur orbis. inde primigenii Phryges Pessinuntiam deam Matrem, Jiinc autochthones AtUd Cecropeiam Minervam, ülinc flv^tuantes Cyprü 1) Verschieden scheint der Hermes Trismegistos, der als Magier und zu- gleich als Berater und fpamiareiic des Kronos 10, 17 erwähnt wird. 2) Es ist m. W. die älteste und eigenartigste Erwähnung der Buchstaben- verehrung: Kai TÄ ^^v irpüuTa cxoixeia x& öid xOuv 6q)eu)v vaouc KaracKeuacd- fjievoi kv dftÖToic dqpUpuJcav Kol toOtoic ^opräc xal Ouciac ^ttct^Xouv koI öpyia, eeoOc Toöc jLieTfcTouc vojuiZovTec koI dpxiTO'^c tuiv ÖXwv. Es scheinen das die geheimen Ypdmiaxa der 'Amidjveta. 3) Zu vergleichen ist in der Einleitung des Paeudo-Demokritos an Leu- Jrippos (Berthelot S. 63): l6oi) |a^v ö i^v, (b AeÜKiime, Trepl toijtu>v tOuv xexviiiv Tvüv AlYuirriujv <4v^ irpoqptiTuiv TTepciKiüv ßißXoic fifPOM'a "^ KOivri biaXiKXiu, irpöc {^v bi\ imdXicTa äip\x6lovrm. •f\ bä ßißXoc oök ILcn Koivri • alviYMOxa y^P ^X^t HUCTiKÖ iraXaid xe koI djYÜYia (Diels öca viYiä Cod.), Ötrep ol irpÖYOvoi koI öeiac AiyOttxou ßactXetc xoic OoiviEi dv^öevxo. A. Phönizien. B. Phrygien. Isis und fAr\rf\p Oediv. 163 Paphiam Venerem, Oretes sagitüferi Bictynnam Dianam, Siculi tri- lingues Stygiam Proserpinanij Elemini vetustatn deam Cererem, lunonem alii, Bellonam cUii, Hecatam isti, Tümmnusiam illi, sed(?) qui nascentis dei Solls indioantibus inlustrantur radiis Äethiopes Arique priscaque doctrina pollentes Aegyptii, caerimoniis me propriis perco- lentes, appellant vero nomine reginam Isidem.^) Im zweiten Jahrhundert n. Chr. ist die liucTiKf) GeoKpacia, wie es Damaskios nennt*), im ägyptischen Kult in Griechenland sowohl wie im Mutter- lande durchgedrungen; Isis und die Göttermutter, Osiris und Attis sind ineinander aufgegangen. Es ist nur begreiflich, daß in Pompeji schon zur Zeit des Augustus ein TroXiT€U|ia tOüv pi!)Tioc ist wohl das des TTdirac (vgl. Diodor III 68 und Eustathios 665,3), also des im Naassener-Text gefeierten Hirten der weißen Sterne. 4) Apuleius Apol. 90 , vgl. Clemens Alexandiinus Protrept. 2 , 13 |?. 6 S. : Adpbavoc ö luriTpöc Oeuiv KaraöeiEac fiucrrjpia. Auf ihn müssen wir zunächst die Dardaniae artes (so Colnmella X 358) beziehen. Von Pseudo-Demokrit berichtet bekanntlich Plinius XXX 9 : Democritus Apollobechen Coptiten et Dar- danum et Phoenicem inlustravit, voluminxbus Dardani in septUcrum (lies sepülcro) eius petitis, suis vero ex disciplina eorum editis. Daß die Fälschung auf ägyp- tischem Boden entstand, zeigt die Fiktion, daß die Bücher des Dardanos in dessen Grabe gefunden wurden, vgl. die Stories of the High priests of Memphis. Phrygische , phönizische und ägyptische Zauberformeln waren also schon in dem von Plinius benutzten Pseudepigraph verbunden (vgl. über den XÖTOC pÜYioc des angeblichen Demokrit Susemihl, Gesch. d. griech. Literatur d. Alexandrinerzeit I 483 — 485). Die jüdische Zaubersage bemächtigte sich eben- falls des Dardanos, und es scheint, daß er dabei, wie Ostanes und andere Zauberer, seine Heimat verlor; man kannte einen Wettstreit Salomons mit ihm, vgl. Josephos Ani. VUI43: öirepfipe hk xal birivc^KC coq){(jt xal tuiv Korä töv aÖTÖv xP'^vov bö5av ixövzxuv irapoi tOüv 'Cßpafujv inl J>€iv6Tr|Ti . . . i^cav 64 'AOavoc KCl A{|iavöc koI XdXxeoc xal Adpbavoc ulol 'Hi^dovoc. Auch Mambres, ursprünglich der ägyptische Gegner des Moses, wird ja mit Salomon in Ver- bindung gebracht und widmet ihm Bücher (Berthelot 246). Aus einem ähn- lichen Buche des Dardanos stammt das in dem großen Pariser Papyrus enthaltene Eicpoc Aapbdvou (Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 87 Z. 1716) mit seiner 164 V. Ausbreitung der Hermetischen Literatur. Seine Nachfolger, die TdXXoi, erBcheinen noch in späten ursprüng- lich jüdischen Amuletten als Zauberer.^) Wann Isis in Ägypten offiziell mit der MriTiip GeoJV identifiziert wurde, weiß ich nicht. ^) Wohl verbindet schon Kleopatra III. mit dem offiziellen Titel 'Icic AiKaiocuvr] den weiteren MrjTTip Geixiv, aber sie tut es, wie Br. Keil mir nachwies, nur in den Jahren, wo sie Mutter zweier Grötter, d. h. Könige, ist. Immerhin kann der Titel mit Rücksicht auf eine beginnende Vermischung der Kulte gewählt sein. Daß diese Vermischung tatsächlich begonnen hatte, beweisen ja die p|ua, ^v (b Tct irdvra ^ctI cdjuara und sie sind alle eine Substanz von einer und derselben Wurzel.*) Ihre Substanzen sind reine Lichter ohne alles Dunkel, und wegen der Stärke ihres Lichtes kann der Sinn dieselben nicht erfassen und der Blick sie nicht wahrnehmen, und wegen der äußersten Feinheit (?) derselben kommt der Verstand bei ihnen in Verwirrung und hat die Phantasie an ihnen kein Feld der Tätig- keit.*) — Die Rechtgläubigen wenden ein: Wie habt ihr sie dann erkannt? Die Ssabier erwidern: Durch die Offenbarung des 'Ataööc baijiuüv und Hermes. Schon darin Hegt ein Widerspruch, wie die Rechtgläubigen betonen. Auch wenn die Ssabier gegen Mohammeds Prophetentum einwenden, Gott oder ein Engel könne nicht zu einem Menschen reden oder sich zu ihm herablassen, so widerstreiten sie ihrer eigenen Lehre, daß Hermes der Große zur Geisterwelt emporgestiegen ist, so daß er in ihre Reihen aufgenommen wurde.') — Der sichtbaren Körperwelt steht nach der Lehre der Ssabier jene Geisterwelt so gegenüber, daß sie allein vollendete Wirklichkeit und vollkommene Existenz hat, die körper- liche aber nur bedingte Wesenhaftigkeit; sie gibt nur das Abbild der geistigen und steht zu ihr wie der Schatten zu der Person. Die geistigen Wesen sind Kar* dv^pT£»av, nicht Kara öuva^iv vollkommen; zu ümen muß also der Mittler gehören, der andere vollkommen machen 1) Vgl. oben 8. 127: Iv tä irdvra Kai lidXtcra rd votitä c\bn(na CATOÖdc {kx{^wv aus Heraklit). 2) Sie Bind dKardXii'nTOi T

r\ixi toO xpkou ^mcpoixricavToc n^ Alfiimu, XaX&atoi bi Kai 'AccOpioi toOc dir' 'ßdvvou Kai Bi^Xou. Der Zug des Hermes scheint später, als auch ein ApoUonios die geheime Weisheit des Ostens erforschen mußte, die Gemüter ähnlich beschäftigt zu haben, wie einst der Zug des Osiris. 2) Sanguinetti, Journal asiatique ser. V tom. IV p. 187. Es folgt eine Aufzählung der astrologischen Schriften des chaldäischen, von Adam stammenden Hermes. 3) D. G. 360. 4) JB. J. I 68 : xpia toOv xd KpaxtcxeOovxa |46voc €Tx€v, nfjv xe dpxi?iv toO ?9vouc Kol xf|v dpxtcpuicOviiv Kai irpo KÖcjitw Kttl Toö ßiou To Äfpiov |LiuTicov eiptiVTi* x cauToO riva lepdv diTÖppoiav. cToixeiuuv Ti|LiiujT^pav tujv dXXiuv Tfjv thv )LieTa7roincöv. Da sendet Gott Osiris und Isis als Menschen zur Erde nieder; sie vermenschlichen den ßioc, hemmen den Mord, begründen Tempel und Kult, geben die Gesetze und steigen endlich als Götter wieder zum Himmel empor. Wir erinnern uns, daß in dem Naassener-Text Osiris mit Hermes und zugleich mit dem phrygischen Papas identi- fiziert wird, der diesen Namen empfangen hat, weil alle himmlischen, irdischen und unterirdischen Gewalten zu Gott flehten: TiaOe iraOe t^v dcu^qptüviav toO köcj^ou kcli noiiicov eiprjvriv. Den Orient hatte Augustus durchzogen, Recht und Ordnung überall hergestellt, Bürgerkrieg und Aufruhr gebändigt; als Gesetz- geber trat er in Rom wieder auf, und seine Sittengesetzgebung wie seine Tempelgründungen und Kultvorschriften bezweckten, wie man laut verkündete, die Widerkehr ähnlicher Frevel, des Kampfes aller gegen alle, zu verhindern. Ist es da so wunderbar, wenn er im Orient und in den Gegenden Italiens, die sich nachweislich schon orientalisch -mystischem Kult geöflöiet hatten*), als dieser göttliche cujTrip, ist es befremdlich, wenn er, der Ordner des KÖC)iOc, als Hermes empfunden wurde? Von Augustus heißt es ja in der berühmten Inschrift von Priene*): d7r€[ibf| f\ irdvia] biaxäiaca toO ßiou fijUÄv TTpövom ciroubfjv elc€v[€VKan]^VTi Ka\ v ti)liu)|ii€vou 8feo0 Kai fl-^ovc Kai ^CTiv AifUTTTioi Y^P Kai TrpoiToc '^Pixr\c "Ocipiv tov övia GeoXo- YpOciv auTÖv, rrepi ov TTXdnjuv ^v Tijuaioi {21 d) X^Tcr xi tö 6v |u^v dti, t<^v€CiV bk oöK Ixov^ Ti bk TÖ Tivö)ii€vov, öv bi oub^TTOTe. Das weist auf eine Schrift^ welche die ägyptischen Epitheta des höchsten Gottes bei Piaton einerseits, in der jüdischen Literatur andererseits wiederfinden und Osiris zum allgemeinen Gott machen woUte. Ich würde bei diesem Charakter der Schrift auf die Angabe gar kein Gewicht legen, wenn sie nicht durch eine ziemlich alte Zauberformel, die Dämonenaustreibung des Schreibers Jeü^), eine überraschende Bestätigung gewänne: CTnXri toö 'lepO töO 2u)Ypaq)0ü eic t^v im- CToXriv*)' Ck. KaXuJ töv otKeqpaXov, töv KTicavia -fr\y Ktti oupavöv, xöv KTicövia vuKta Kai fmepav, ci tov Kiicavia c koi ckötoc cu et 'OcopovvuMppic^), 8v oubeic 'eTö€ muTTOTe, cu et 'Idßac^), cu e! 'lonriuc. cu öieKpivac xö biKaiov Kai xö äbiKOV, cu dTtoincac Gf^Xu Kai äppev, cu ebeiEac ciropcty Kai Kaprrouc, cu eiroiricac xouc dvGpuüirouc dXXrj- XocpiXeTv Kai dXXtiXojiiceTv. ^) ifdj €i)ii Moucnc 6 TTpocpr|xr|c cou, ih TTapebuJKac xd inucTripid cou xd cuvxeXoui^eva 'lcxpar|X. cu ebeitac uYpöv Ktti SriPÖv Kai udCaV xpöq)riv. ludKoucöv jaou' ifuj eijii dYY^Xoc 1) Wie eich in Ägypten, der jüdische Seth mit dem Bruder des Osiris verschmolz, der ja auch als mächtiger Gott verehrt wird, ist z. T. noch dunkel (vgl. den besonders lehrreichen Zauber bei Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 64). Für die späteren Sethianer ergibt wenigstens einiges Preuschen, Festgruß f, Bernfa. Stade 240 ff., doch muß die Frage wohl in weiterem Zu- sammenhang noch einmal behandelt werden. 2) 7)« mensibug IV 53 p. 109, 13. Wünsch. 3) Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 129 Z. 96, vgl. Kenyon, Oreek Pap. Cot. I p. 68. Dämonenaustreibungen begegnen wir in Ägypten be- kanntlich sehr früh, Die jüdischen Magier übernahmen sie; vgl. Josephos Ant, Vm 46. 4) Ein Buch Jeü in Briefform wird also bezeugt. 6) Der gute Osiris, Kultname. 6) Den Namen deutet Blau (Das altgüd. Zauberwesen 131) aus der sama- ritanischen Ausspraclie des Tetragrammaton (laße, laßa). Für Samarien würde in der Tat der Zauber passen. 7) Es sind die an Isis, bezw. Osiris, regelmäßig gerühmten Werke. D. Jttdenkmi. Osiris'Jehovah. 185 ToO q^airpu) 'Ocopövviwqppic" toOtö icziv cou tö övo)üia tö dXiiSivöv tö TTaDaöiböjievov toTc irpoipriTaic 'Icipa^X. dTTOtKoucöv iiou*) . .. . clcdKoucöv jLiou Kttl dTTÖcrpeqiOV tö baiinöviov toOto. dTrlKaXo0^äi ce töv ^v Kfvi^ TTveu^aTi beivov Kai dopaiov 0€Öv^) . .. dxecpctXe dTrdXXoHov töv beiva dird ToO cuv^xovTOc oijtöc ^ctiv 6 Kupioc T(£)V 6eÄV, oijTÖC ICTIV 6 KUpiOC TTTC 0iK0UM^VT]C, OIJTÖC dCTlV ftv o\ dve^oi q)oßoOvTai, outöc dcTiv 6 noincac qpiuvfi') TTpocTOTlnaTi dauToO irdvTa. Kupie ßaciXeO buvdcTa ßor|9d, cujcov ipuxi?|v 'lepO ........ <^ij^' €l)ii> ÖTTcXoc ToO 9€o0 .... ijib €l]Lii ö QK^cpctXoc öai^jüv iw ToTc TTOciv ^xwv xfiv öpaciv, <6)> Icxupöc, t6 itOp tö dödvaTov. i^ib el|tii r\ 'AXri9€ia, 6 juicoiv dbiKrJuaTa TW€c9ai tv tiI> KÖCjitu. ^yCu ei|uii 6 dcxpdtTTUüv Kai ßpovriiv, dxif) ei|ii ou iciiv 6 T&puuc öfißpoc Ittittitttiuv im Tf|v TTlv, iva öxeujj*), dxu) el^l oö tö CTÖ)na KaiCTai bi' 6Xou, dtu) eijai 6 t^vvujv Kai dTTOtevviJuv, i-fii) eijui f\ Xdpic toO Aioivoc övo)Lid noi Kapbia TrepieluüciLievTi öq)iv.^) lHeX9e koi dKoXoij9ricov. "Der Glaube, daß der geheimnisTolle Gott« der Juden, dessen Name nickt ausgesprochen werden darf, Osiris sei, läßt sich herauf verfolgen bis zu Manetho, der Moses zum Priester des Osiris mach^ Es ist durchaus möglich, daß es in dem Grenzgebiet Gemeinden gab. die wirklich Osiris als den Gott Israels rerehrteu.*) Umgekehrt zählte das Judentum nicht nur unter den hellenistischen, sondern auch unter den nationalägyptischen Bewohnern des Nütales zahlreiche Anhänger. Erman hat unlängst^ hervorgehoben, daß nach dem Talmud min- destens im zweiten Jahrhundert n. Chr. biblische Handschriften demo- tisch geschrieben und wohl in ägyptischer Sprache umliefen. Ihr 1) Es folgen magisch© Worte. 2) Die Formel wird mit magischen Worten dreimal wiederholt; beim dritten mal schließen die magischen Worte (cAk caßad;6 \iOt(i). 3) qjujvTiv Pap. Anf Wünsch, Defix. tob. Ätt.p. XTHl. 24 verweist Plasberg. 4) Vgl. die Nomen-Liste aus Philae (Brugsch, Die biblischen sieben Jahre der Hungersnot 139): „es sprudelt der Nil als seine Schweißtropfen". 6) Es scheint, daß der Name in Sgyptischen Zeichen geschrieben war. 6) AlfOtmoi ZOpoi nennt der Magier Buenos (Dieterich, Abraxas S. 202, 28), und Poseidonios (bei Strabon XVI 760, vgl, 764) wollte in Gali^a, Samaria und am Toten Meere ägyptische Bevölkerungselemente gewahrt haben. 7) Zeitschr. f. äg. Spr. 1897 S. 109 auf Grund von Baraitha Sabbath 115 a ondMegillalSa. Die Sprachen, in welche die Thora übersetzt ist, sind Ägyptisch, Medisch, Hebräisch (?), Elamitisch, Griechisch. Es sind, wie Erman richtig her- vorhebt, die Sprachen, die z.T. auch Apostelgesch. 2,9 wiederbegegnen X«its«Ast«ia, PoiniMt^rM. 18 186 V. Ausbreitung der Hermetischen Literatur, Gregenbild boten jene TTToXejuaiKai ßißXoi (vgl. oben S. 1 06 A. 6), welche in griechischer Sprache ägyptische und jüdische Theologie und Theurgie in bunter Vereinigung enthielten und die Existenz ähnlicher Schriften in ägyptischer Sprache bezeugten. Im vierten Jahrhundert sehen wir dann im Gebrauch der Poimandres- Gemeinde apokryphe Schriften des Salomon und des angeblichen Mambres^), und in dem Talmud begegnen mehrfach koptische Proselyten als Schriftgelehrte.*) Die Wechselwirkungen scheinen immer stärker zu werden. Theologie und Magie lassen sich in dieser Zeit nicht trennen; so läßt auch die Ausgestaltung der jüdischen Magie Schlüsse auf die allgemeinen Einwirkungen Ägyptens zu, die m. E. noch lange nicht scharf genug gezogen sind, zum Teil wohl, weil uns das Material bisher so un- genügend erschlossen ist.') Noch immer bilden Papyri oder Blei- täfelchen einerseits, die handschriftliche Überlieferung andererseits für unsere Vorstellungen und unsere Arbeitsmethode getrennte Ge- biete. Und doch wird dieselbe dpxafTtXiKf] ßißXoc des Moses in den Papyri wie in den q)uXaKTripia des Parisin. graec. 2316 benutzt, und diese qpuXaKTripia selbst bieten die trefflichsten Parallelen zu den Zaubergebeten der Papyri und den Gebeten der christlichen Gnostiker.*) Den Zusammenhang mit der Theologie erkennen wir am deut- lichsten in dem astrologischen Element des jüdischen Zaubers. Von ihm gibt ja schon das Testament Salomons eine gewisse Anschauung; mehr noch eine leider unveröffentlichte Schrift Salomons an seinen 1) Berthelot p. 245. 2) Blau, Das altjüdische Zauberwesen S. 43. Daß das Judentum in Ägypten, auch unter der Herrschaft des Islam, eine bedeutende Rolle spielt, ist bekannt; eine direkte Beeinflussung des Judentums durch spät-ägyptische Tradition scheint hiemach möglich, war aber schwerlich stark genug, die Entwicklung jüdischer Mystik in der später zu schildernden Weise zu beeinflussen. 3) Blaus oben erwähntes Buch kann natürlich nicht genügen; der Ver- fasser scheint von der Fülle des in griechischer Sprache handschriftlich er- haltenen Materials keine Ahnung zu haben. Aber der Nachweis, daß der Talmud die Magie überall auf Ägypten zurückführt, und daß die jüdische Magie auf das stärkste von Ägypten beeinflußt ist, 'scheint in der Tat gelungen. 4) Zu den früher erwähnten Beispielen füge ich noch ein relativ junges (aus fol. 435'"): ^mKaXoOueed ce, b^ciroTO, 6€^ 0e»öv, <(KOpie^ tOuv Övu) buvdjueujv, öxpavxe, öcpeapte, d|n{avT€, dvj/riXdqjiiTe |d|Li(avT€3, öx^ipoiroiTiTe, dKaxacKeuacxe, ?v&oEe, ^vboSÖTare, d iii\ v_> tröXujv l\niyi t^jv ^Eouciav (vgl. Beigabe H), 6 fxövoc natfip, ö KOpioc t^juAv 'It^coOc Xpicröc. imKa\oi))Li€0(i c€, KOpi€ 6 Öeöc i'muiv, ÖTiav Kol ciurriplav irapdcxou. D, Judentum. Zauberbuclier. 187 Sohn Rehabeam, welche genau verzeichnet, welche Planeten und Zodiakalzeichen man für bestimmte Zwecke anrufen muß.*) Weiter führt die ebenfalls unveröffentlichte Sammlung jüdischer Planeten- gebete im Parisinus graecus 2419 fol. 177, welche für jeden Planeten zunächst angibt, wieviel crfTC^oi und wieviel baiiuiovec in ihm walten, wie sie heißen und wie sie anzurufen sind.') Ich darf auf die früheren Ausführungen über den Glauben an die ei|Liap^€vn bei den Juden ver- weisen (S. 78 ff.); sie empfangen durch solchen Zauber ihr Licht, und um- gekehrt, der Zauber gewinnt für uns an Wichtigkeit, wenn wir uns erinnern, daß schon unsere Evangelien voraussetzen, daß Männer, welche in dieser Weise Dämonen beschworen, schon in Jesu Zeit auch im eigentlichen Judäa herumzogen.') Ähnlich mit der Theologie verbunden ist die Alchemie; ich brauche nach den mannichfachen Ausführungen des vorigen Kapitels nur auf die Rolle des Moses und der Mirjam in diesen Schriften sowie vielleicht noch auf den Buchanfang (Berthelot a. a. 0. 213) zu verweisen: Aö^oc aXtiGfic Tocpk Aitutttiou kqi GeoO 'Eßpaiojv Kupiou Tujv buvd|neuuv ZaßauuG. buo xap eTricrfinai Kai coqpiai eiciv r\ toiv AlTUTTTlUiV Kttl f] TÜJV 'Gßpaiojv. Daß wir aus diesem für mehr als sechs Jahrhunderte nachweis- 1) Mir bekannt aus Parisin. graec. 2419 fol. 218. Schon der Anfang: Trpöcex€ diKpißwc )iOU uU 'Poßoain ek tV^v dKpißeiav rfic t^x^IC (vgl. in der K6pr] KÖc^ou Stob. Ekl. p. 394, 25: Trpöcexe, t^kvov 'ßp€" Kpuinfic Y^p ^iraKOueic ectupiac) und mehr noch die Mahnung, diese Schrift niemandem zu zeigen, charakterisiert sie als Nachbildung Hermetischer Schriften. Daß auch Dämonen- austreibungen, welche dem ägyptischen Zauber besonders eigen sind, darin vorkommen, interessiert wegen Josephus Ant VlII 46. 2) Vgl. S. 75. Ähnliche Planetengebete derHarraniter bietet Dozy-Goeje 849 fF. 3) Zum Beweise genügt Matth. 12, 27 = Luk. 11, 19: cl trai|uövia, ot uiol i&|liü)v iv xivi ^KßdXXouciv. Die eigentum- liche Fortbildung zeigt Apostelgesch. 19, 13: tircxcipncov bi tivcc kcI töiv Ttfpicpxon^vujv louöaiujv ^fopKiCTUtv övondZeiv M toOc ^xovtoc tc irveuiuaTO rä ■no\r\pä x6 övo|ia toO Kupiou 'lr|coö X^fovTCC' öpKÜtu önäc töv 'Iticoöv, 6v ö TTaOXoc KT^pOccei. Die Bestätigung bietet die im Papyrus erhaltene Beschwörung bei Jesus, dem Gott der Juden (S.14A.1). Die uns erhaltenen exorcistischen For- meln sind hier gewahrt, um so bedenklicher stimmt die Angabe, daß noch bei Lebzeit«! Jesu auch solche, die nicht seine Junger sind, in seinem Namen Teufel austreiben (Mark. 9, 38). Es scheint, daß eine spätere Entscheidung über das Verhalten der Christen zu solchen Männern nachträglich Jesu in den Mund gelegt ist. Zur Sache vgl. auch Hamack, Mission und Ausbreitung des Christentums 92flF. IS* 188 V. Ausbreitung der Hermetischen Literatur. baren Zusammenhang eine Erscheinung wie Philon erklären müssen, ist gewiß eiije Binsenwahrheit, aber wöhl selten voll gewürdigt. Wohl trennt ihn eine tiefe Kluft von jenen Magiern einerseits, von Roman- schreibern wie Artapanos andererseits; dennoch ist er ihnen ver- wandt. Wenn er Moses als NoQc idXeioc bezeichnet (De agric. 312 M.) od€r ihn bei seiner Rückkehr zu Gott zum NoOc fjXioeibecTaroc werden läßt (Vit. Mos. in p. 179 M.), so gleicht -er ihn damit ebenso dem ägyptischen Thot an wie Artapanos oder der Verfasser des VIH. Buches Mosis. Von seiner Logos-Lehre habe ich S. 41 ff. gesprochen. Wir dürfen, auch wenn wir uns mühen, bei ihm ein einheitliches System zu finden, nie vergessen, daß Philon in erster Linie Apologet ist, und daß der Apologet den Gedankeninhalt, den er in der Überlieferung seines Glaubens wiederfinden will, zunächst von der umgebenden Welt empfängt. Es sind in Wahrheit die Grundgedanken der ägyptisch-griechischen Mystik, die Philon mit wunderbarem Geschick in die Überlieferung seines Volkes hineinzüfeeen versteht; sie werden mit Virtuosenkunst bald so, bald so gewendet, wie es dem augen- blicklicheii Zweck und der augenblicklichen Stimmung entspricht; immer sind sie zugleich jüdische Offenbarung. Daß Philon sich dabei als Prophet, und zwar als Prophist im Sinne jener ägyptisch- griechischen Mystik fühlt, wird uns spater noch beschäftigen. Aber schon jetzt dürfen wir betonen, daß die Verfasser Hermetischer Schriften seine Kollegen, die Erfinder jener Zaubergebete und Sprüche niedere Genossen desselben Standes sind. Daß es nicht an Nach- folgern fehlte, auch solchen, die das Christentum nicht in den allgemeinen Ausgleichsprozeß mit hineinzogen, sondern nur die ägyptisch -griechische Mystik mit dem Judentum verbanden, lehren die Zauberpapyri und lehrt die Entwicklung z. B. der Poimandres- gemeinde. Wir dürfen, seit wir das Fortwirken dieser Mystik bis ins späte Mittelalter erwiesen haben, für ihre Arbeit einen viel weiteren Spielraum annehmen, als man ihn bisher voraussetzen zu dürfen wähnte. Sollte sich von hier aus die Entwicklung der jüdischen Mystik viel- leicht leichter begreifen lassen? Das Eigentümliche an ihr ist ja, daß es sich offenbar nicht um eine einmalige Entlehnung und un- abhängige Ausgestaltung einiger in hellenistischer Zeit empfangener Ideen handelt, sondern daß die Übereinstimmungen mit ägyptischen und besonders mit Hermetischen Vorstellungen im Laufe der Jahr- hunderte immer stärker werden. Das weist m. E. auf einen lang an- D. Judentum. Art und Dauer der Beeinflußung. 189 dauernden Einfluß dieser Vorstellungen, der ganz allmählich die widerstrebenden Faktoren im Judentum überwand.^) Wir können in der alcheraistischen und astrologischen Literatur das fortdauernde Herüberwirken Hermetischer Schriften noch yer- folgen,') Man braucht in der Tat nur die von Pitra') veröffentlichten Exzerpte Hermetischer Schriften mit einem jener spätjüdischen Büchlein zu vergleichen, in welchen die Sterne und ihre Namen hebräisch, arabisch, griechisch und lateinisch angegeben werden und zu jedem Stern die Pflanze und der Stein, welcher ihm entspricht, 1) Charakteristisch dafür sind weniger die Steigerung der astrologischen Anschauungen und der eng mit ihnen verbundenen Dämonologie, die Aus- gestaltung der Lehre von dem zvreigeschlechtlichen ersten Menschen oder von dem ,,zweiten Gott" Metatron, dem Logos, die Ausbildung der Theorie der Ekstase bis zu jener eigentümlichen Lehre vom Propheten bei Abulafia (XHI. Jahr- hundert) und derartiges mehr, als vor allem das Entstehen von Schriften, wie die Hechaloth, welche darlegen, wie der Mensch sich durch Eulogien und Hymnen geeignet macht, die sieben himmlischen Paläste zu durchwandern, und welcher Formeln und Amulette er gegenüber den Engeln und Hütern der einzelnen Tore bedarf; das ägyptische Element scheint, wenn auf Karppes Darstellung einiger Verlaß ist, sehr viel stärker geworden, als es in den Apokalypsen war. Es ist ähnlich mit dem Buchstabenzauber, der in dem Sefer Jezirah zur Aus- gestaltung konmit. Erst im XIII. Jahrhundert scheint femer die Ansicht voll ausgebildet, daß der wahrhaft Gottbegnadete, ähnlich wie der Trpürroc ävöpuj- ■JTOC (die Form, in der sich Gott zur Erde niederneigt und unt^er der er verehrt werden vrill) ganz aus den zehn Sefiroth Gottes bestehe; ihr Gegenstück bietet das XTTT (XIV.) Hermetische Stück. Die eigentümlichen Vorstellungen von einer geschlechtlichen Vereinigung Gottes mit der 'IjUGuOrjc, TTiavöc Kai 'Hq)aicTou ßouXaic '^PM^c M^v ouv dTTcXoTeiTO tuj uepiexovii ujc oub^ tu» uaibi irapebujKev öXoteXn öeujpiav bid xo In Tf\c fiXiKiac veoeibec.*) Wir sehen in Stück Xin(XIV), daß der Anfang unseres Coi*pus nach späterer Auffassung die Berufung des Hermes zum Propheten und Erlöser enthielt; in einem der letzten Stücke, XHI (XIV), erinnert Tat den Hermes 1) Das Musterbeispiel hierfür bietet der Eingang des XTV. (bezw. XY.) Stückes. Auf die Prophetenweihe des Tat XHI (bezw. XIY) wird mit den Worten Bezug genommen: fe-rrel 6 ulöc |iou Tdr dnövToc cou rfiv irOüv övtwv (6\wv MC) rjö^Xrice 9OCIV |Lia9€iv, öirepö^cöai 6^ |noi oOk ^Tt^xpeirev (ßtrpcTrev M*) (uüc ul6c (ö ulöc CA) Kai veii^repoc äpri Trap€\6djv ivc\ ti^v yvojciv |tiüv3, ircpl Ivöc ^KdcTou rivaYKdceT]v nXelova elrrdv, 6tru)c €ÖnapaKo\o06nToc aCrr^i y[iyr\io.\ i\ eeujpia. col hk 4yüj tüjv Xexö^vxwv rd KuptubraTa KtqpdXaia ^xAeEdibitvoc 61' öXItujv fie^Xiica imcrelXai, imucTiKuürepov aörd ^pjirjveOcac dic />v TtiXiKoOtiiJ kwI ^mcrnfiovi TT^c (pOceujc. Allein die folgende Darlegung hat dem voraus- gehenden Kapitel überhaupt nichts zu tun und ist zum Überf .b b .nr viel elemen- tarer, weit weniger mystisch. Also hat diese Einleitung und dies Stück in einem Corpus von Dialogen gestanden, die beide Schüler im Gespräch vorführten, wie dies bei Pseudo-Apuleius geschieht (die Einleitung eines Stücks als Epitome eines andern ist typisch, vgl. die "Opoi 'AckXtittioO und die KXeic). Aber der An- fang dieser Vorrede paßt in der Tat auf den vorausgehenden Dialog; ri^v tüjv ÄvTUJv q)Ociv jLiaecTv ist auch im Poimandres (§ 27) der Ausdruck für die voll- kommene und höchste Offenbarung, wie sie in der iraXiin"€V6c(a vermittelt wird; Tat drängt stürmisch sie zu empfangen; erschließt sie der Vater ihm nicht sogleich, so ist er nicht dessen echter Sohn. EIntweder spielt hier ein wunderlicher Zufall, oder der Redaktor des Corpus hat die ersten Worte seiner Vorlage leicht umgestaltet, um einen äußeren Anschluß zu gewinnen, ohne sich darum zu kümmern, wie wenig das Folgende dazu paßte. 2) Isis muß so sagen, um zu rechtfertigen, daß Hermes ihr tiefere Weis- hJBit überliefert hat; aber einen Anhalt bot die Hermetische Literatur sicher, da auch die oben zitierte Einleitung von Kap. XIV (XV) dieselbe Fiktion kennt und auch in den "Opoi 'AcKXr)inoö Tat als nur ab und an zugelassen erscheint. 3.92 yi» I^as HermetisiAe Gorpus. nach unserer jetzigen Tradition (§ 1): ?(pr|G, öxav niXXr|c KÖC|iOu dTraXXoTpiöOcGai, Trapabibövai ^0l {xov ttic iiaXiTTCveeiac Xötov),und Hermes sagt von seinem Hymnus (§ 16): ö^v ouk iKpiva oötiuc cuköXwc iKcpävm, ei luf) coi iixx x^Xei toO iraviöc.^) Es folgt noch ein Brief des Hermes an Asklepios, dann verschwindet Hermes aus dem Corpus und die Lehrschriften seiner beiden Schüler Asklepios und Tat setzen ein. Das kann nur Absicht sein. Sehen wir, wie der Redaktor das dem Heilsbericht entnommene Schema im einzelnen ausgestaltet. Wir müssen dabei bedenken, daß in den Titeln, wie die Überlieferung sie bietet, alte und junge Elemente deutlich sich scheiden. Ganz byzantinische Erin- dung ist, wie wir sehen werden, der Titel des letzten Stückes; in Kap. XVI kann alt höchstens der Titel "Opoi 'AcKXr|7nou irpöc "Ajituva ßaciX^a sein; die weiteren Zusätze der Inhaltsangabe stammen sicher von einem byzantinischen Schreiber, der sogar das aus Kap. XYII an- gehängte Stück töricht mit berücksichtigte. Aber auch der Titel "Opoi paßt nicht auf den erhaltenen Teil, den Lactanz als sermo perfedus ad regem, d. h. als Xötoc reXeioc 'AckXititioö irpöc "Ajafiiuva zu bezeichnen scheint.') Ob die Bezeichnung "Opoi von dem Re- 1) Nicht darauf, wie die Worte ttreprünglich gemeint waren, sondern wie der Redaktor sie auffassen konnte, kommt es hier an. 2) Man vergleiche Lactanz 11 15: d,enique affirmat Hermes €0$ qui cogno- verint deum, non tantum ah incursibus daemonum tuios esse^ verum etiam ne fato quidem teneri, \x\a, inquit, qpuXoKfi eöc^ßeia. eöceßoOc y&p dvepUmou oöxe 6a{|iiuv KOKÖc GÖT€ dfiapn^vri Kpatet. Scöc -fäp ^üeTOi töv eöccßf^ ^k uavTÖG KCKOö. TÖ Y^P ?y Kol (advov ^v dcvSpubiroic ^xlv 6.faQÖv cöc^ßcia. quid sit autem eöc^ßeia, ostendü alio loco his verbü: f\ T&p eöc^ßeia tvu)c(c^ct»v toO öeoO (Corp. Herrn, IX 4). Asclepius quogue auditor eius eandetn sententiam latius expUcapit in illo Sermone per fecto, quem scripta ad regem. Mit den Worten eandem sententiam kann nicht der Ausspruch: i\ fäp eöc^ßeia fvwcic 4ctiv toO eeoO gemeint sein^ den Lactanz nur einführt, um das erste Zitat mit der Behauptung,. Hermes lehre qui cognoverint deum fato non teneri, in Einklaag zu bringen. Es ist vielmehr diese Lehre selbst, die Asklepios ausgeführt hat. Das geschieht im Schluß der "Opoi. Ebenso paßt zu diesem Schluß die Fortsetzung des Lactanz: uter^ que vero daemones esse affirmat immieos et vexatores homin'um. Daß Asklepios dabei die baiinovcc nicht direkt als böse bezeichnet hatte, geht daraus hervor, daß Lactanz dies hur den Hermes sagen läßt: quos ideo Trismegistus dpf^^ouc tror vtipoOc appellat. Das stammt aus derselben Schrift wie der Satz: cöceßoOc tdp dvÖpUjwotJ oürt bßipiwv kuköc oüre einapnivr] Kparct, alio wahrscheinlich entweder aus der von Zosimos zitierten Schrift TTcpi quiccwc (cpiiSeujv ? vgl. oben S. 102) oder dem von Cyrill {Contra luliän. TV TOlMigne und I 656Migne) bemitzten dritten Traktat an Asklepios. Titel. Anordnung. Stück I— V. 193 daktor der Sammlung oder einem frühbyzantinischen Schreiber her- rührt, ist nicht zu entscheiden. In Kap. XIII (XIV) ist der aus Mißverständnis entstandene Titel iv öpei Xo^oc dirÖKpucpoc sogar erst von dem Urheber einer Überlieferungsklasse zugefügt, die ver- fehlte Inhaltsangabe trepi iraXiTTeveciac Kai ciytic ^TraTT^Xiac zwar der ganzen Tradition gemeinsam, aber sicher byzantinisch wie m. E. sämtliche Inhaltsangaben. Betrachten wir nun die einzelnen Stücke. Über den Poimandres habe ich gesprochen; der Titel scheint durch ein Zitat bei Fulgentius bezeugt. — Es folgt in allen Handschriften als Überschrift *€pjjio0 Tipöc Tat Xöfoc KttGoXiKÖc und darauf mitten im Satz beginnend ein Dialog zwischen Hermes und Asklepios.^) Patricius fand, daß der Anfang der philosophischen Darlegung sich bei Stobaios*) findet. Die Überschrift lautet bei ihm '€p|LioO hc täv Ttpöc AckXtittiöv. Daß der Dialog ursprünglich ebenso wie bei Stobaios begann, ist natürlich nicht gesagt; Stobaios kann sehr wohl eine allgemeinere Einleitung weggelassen haben. Eine durch nichts zu rechtfertigende Interpolation war es, wenn auch Parthey, der diesen Sachverhalt kannte, sein zweites Kapitel *€p|ioO toO Tpic|Li€TicTOu irpöc 'AckXtittiöv Xötoc kqöo- XiKÖc überschrieb. Wir müssen annehmen, daß durch den Verlust eines oder mehrerer Quatemionen der Urhandschrift der ganze Xötoc KaSoXiKOC irpöc Tdi zusammen mit dem Anfang des Asklepios- Dialoges ausgefallen ist. Sehr wohl konnten in Einleitungen die beiden Schüler etwas charakterisiert und eingeführt werden; der Titel XÖTOC KaOoXiKÖc — gleichviel ob er ursprünglich oder früh- byzantinisch ist — gibt wenigstens eine Ahnung davon, daß ein möglichst allgemeiner als Einfuhrung in diese Theologien und in die Belehrung des Tat geeigneter Stoff gewählt war; der letzte Dialog an Tat (XIH bezw. XIV) gibt dann in der höchsten Weihe des Tat das beabsichtigte Gegenstück. Das dritte, oder in Wahrheit vierte Kapitel (der Xötoc \epöc) bietet die Predigt irgend eines Pro- pheten, die von dem Bedaktor offenbar auf Hermes übertragen ist (handschriftlicher Titel: 'ep^oO Xötoc lepöc). Das IV. (V.) Kapitel tragt jetzt einen doppelten Titel: '€pfioö npöc Tat, 6 Kparrip fj Movdc; welchen Titel Stobaios las, wissen wir leider nicht. Es richtet sich 1) Der Korrektor der Handschrift B hat daher den Namen Aßklepios überall in Tat geändert, genau wie er es in Kap. XYII tat. 2) Ekl. I 18 p. 157, 6 Wachamuth. 194 ^^- Das Hermetische Corpus, an Tat, und eng mit seinem Schluß (p. 40, 10 Parthey: auin ovv coi, w Tax, Kaxd tö öuvaiöv UTTOYeTpaTrim toO GeoO eiKuüv) ver- bindet sich der Anfang eines zweiten im Grunde nur '€p)ioO irpöc Tax zu überschreibenden Kapitels (V, bezw. VI): Kai xövöe coi xöv XÖYOV, (b Tax, öieHeXeOcojiiai, öttuüc (ttujc MCA) }x^ ö)Liurixoc fjc xoO Kpeixxovoc 0eoO 6vö)iaxoc. Der Inhalt entspricht freilich dieser Verknüpfung wenig, und Kpaxfip ^ Movdc mag ursprünglich eine außer allen Reihen stehende Sonderschrift gewesen sein. Die hand- schriftliche Überschrift des V. (VI.) Kapitels ist '6p|U0Ö Trpöc Tax möv, öxi <(6 boKUJv)» d(pavfic 9eöc (pavepuOxaxöc ecxiv; die Inhalts- angabe ist offenbar aus § 1 gebildet, — Der Redaktor wendet sich nun wieder zu Asklepios zurück; an ihn richtet sich der ebenfalls überschriftslose VI. (VII.) Traktat^), der, wenn wir näher zusehen, auf das allerengste an den ersten Asklepios- Dialog (Kap, II, bezw, III) anschließt. Beide Traktate müssen sich einmal in nächster Nähe gefolgt sein, ja sie könnten fast Stücke eines ursprünglichen Ganzen ausmachen. Es folgt (VII, bezw, VIII) eine neue Prophetenpredigt, die nicht einmal in den Handschriften auf Hermes gestellt ist; der Titel lautet möglichst unpassend: öxi jaeficxov KaKÖv dv xoic dv6pu)Troic f\ irepi xoö eeoö dTvuucia. Hieran schließt (VHI, bezw. IX) ein Dialog an Tat, der sich schon äußerlicli durch seinen Anfang (uepi MJUxfic Kai cuüjLiaxoc, lü uaT, vöv XeKxeov) als Teil eines größeren Ganzen, aber nicht als Teil dieses Ganzen kennzeichnet (Titel: öxi oubev xujv övxuiv diröXXuxai, dXXd xdc juexaßoXdc d-rriuXeiac Kai Gavdxouc irXavouiLievoi XeTouciv), Das folgende IX. (bezw. X.) Stück trägt ohne jede Verfasserbezeichnung einen Doppeltitel: rrepi vonceujc Kai aic6riceuuc. öxi dv liövuj xiu Gein xö KaXöv Kai dyaeöv dcxi, dXXaxöGi hk ouöa)LioO. Daß der zweite TeU eine törichte Wieder- holung der Aufschrift des VI. (bezw, VH,) Traktates ist, bedarf keines Beweises. Auch der erste Teil des Titels ist kaum alt. Gar zu leicht konnte er entweder aus dem Schluß xaöxa Kai xocaOxa -rrepi vorjceuuc Kai aic6r|C€UJC (koI aic0, fehlt AG) XeYecöai oder aus dem Eingang ge- bildet werden: xödc, (h 'AcKXTrme, xöv xeXeiov drrobdbujKa Xötov, vOv be dvatKaiov fiToö|Liai dKÖXouGov eKeivin Kai xöv irepi aicörjceujc Xötov bieHeXGeiv. Das paßt für ein nur an Asklepios sich wendendes Corpus, schwerlich aber auf eine Sammlung, in der in planvollem 1) Der handschriftliche Titel ist nur: 6ti ^v )liövi}J Tip QeCb xö dyaeöv icTiv, dXXaxöOi H oiihayioQ. Anordnung. .Stück V — X. 195 Wechsel Lehren an Tat mit solchen an Asklepios vereinigt sind. Auf die bisher angeführten Asklepios-Dialoge kann der erste Ver- fasser sicher nicht verweisen, da in § 4 aufs bitterste gegen den vorausgehenden Asklepios -Dialog (VI, bezw. VII) polemisiert wird. So wird Bemays^) recht haben, wenn er in jenem Xöfoc reXeioc die von Lactanz IV 6 und Yil 18 unter diesem Titel angeführte Lehrschrift an Asklepios erkennen will. Eine lateinische Übersetzung und Bearbeitung dieser Schrift ist uns bekanntlich unter dem Namen des Apuleius erhalten.^) Hierzu paßt, daß Lactanz 11 15 auch einen kurzen Satz aus der Fortsetzung, d. h. eben aus unserer IX. (X.) Schrift anzuführen scheint (vgl. S. 192 A.2). Nur müssen wir annehmen, daß das uns erhaltene Stück (IX, bezw. X) aus einem längeren Traktat heraus- gelöst ist. Unmöglich scheint es mir, daß eine so kurze Einzeldarstel- lung jemals als gleichberechtigter Dialog neben jenem umfangi-eichen und vielumfassenden Stücke stehen konnte. Die Zeitbestimmungen und religionsgeschichtlichen Schlüsse, die Bernays und ihn über- bietend Zeller ^) aus der lateinischen Bearbeitung gewonnen zu haben glauben, sind alle mehr als unsicher, da diese Bearbeitung durchaus frei ist und auf die Zeit des Originales einen Schluß ebensowenig gestattet wie die angebliche Abhängigkeit dieser ganzen Literatur von dem Neu -Piatonismus.*) Die Zusammenhänge der 1) Monatsberichte d. Berl. Ak. 1871 S. 500 = Ges. Abb. I 327 ff. 2) Dieselbe Schrift wird außerdem von Lattrentius Lydus an drei Stelleu zitiert; De mensibus IV 7 p. 70, 22 Wünsch entspricht in dem ersten Satz wörtlich Asclepius 19; die Fortsetzung ist im weser blichen gleich Asclepius 39, doch zeigt der lateinische Text Erweiterungen und Abkürzungen. Dem zweiten Zitat De mens. IV 149 p. 167, 15 Wünsch entspricht Asclepius 28, doch ist der lateinische Text stark verkürzt und die charakteristische Verweisung auf die griechischen Dichter und Piatons Phaidon fehlt. Auf dieselbe Stelle nimmt endlich das Referat De mens. IV 31 p. 90, 24 Wünsch Bezug, verbindet sie aber mit einer allgemeinen Auseinandersetzung über die Dämonen, der jetzt im Asclepius nur noch flüchtige Andeutungen (c. 4. 5. 27 u. a.) entsprechen. Die starken Abweichungen können der Mehrzahl nach nicht einmal von dem lateinischen Übersetzer herrühren; im Asclepius 19 hatte z.B. das griechische Original das Wort oucidpxic, wo die von Lydus zitierte Passung dpxn las. Das Altertum kannte also verschiedene griechische Rezensionen dieses Xötoc Treloc; wir können nicht mehr entscheiden, welches die ursprüngliche war. 3) Zeller, Vorträge imd Abh. III 62 ff. und erheblich weitergehend Philo- sophie d. Griechen Vierte Aufl. m 2 S. 244 A. 2. 4) Man vergleiche etwa die im zweiten Abschnitt erwiesene nachträgliche Überarbeitung des Poimandres. — Daß die IX. (X) Schrift unseres Corpus in 196 VI. Das Hermetische Corpus. beiden Schriften hat der Redaktor unserer Sammlung nicht mehr verstanden und daher die Worte der Einleitung nicht geändert; er scheint geglaubt zu haben, man könne sie auch auf Kap. VI (VII) beziehen. Wahrscheinlich nahm ier sie sogar für die Einleitung des nächsten Kapitels (X, bezw. XI) zum Vorbild: xöv \Qk.c Xötov, iJ5 AcKXnTTi^, coi dveGiiKa, t6v bk crmepov biKaiöv icxi tiu Tax dvaeeivar ^Ttei KOI TÜJV feviKUJV (lviKU)v MAC) Xotwv tOuv irpöc auiöv XeXaXri- luevwv dcTiv e7riT0|Lir|. *) Die Schrift selbst hatte nach dem Titel '€p|noO TpiCjaexicTOu KXeic ursprünglich wohl eine gesonderte Über- lieferung und wird mit diesen Worten nur dem Corpus eingepaßt.*) Eine ähnliche Sonderstellung muß nach dem Zeugnis Cyrills auch die folgende XL (XII.) Schrift gehabt haben, die Noöc irpöc '€p)iifiv betitelt ist.*) Ein Versuch, sie in das Corpus einzupassen, war offenbar ohne große Änderungen nicht möglich. Zu den Schüler- Dialogen kehrt Kapitel XII (XIII) zurück und wendet sich natürlich an Tat; demselbeji ist auch das später zu besprechende XIII. (bezw. XIV.) Kapitel gewidmet. Aber Hermes entschuldigt das sofort in der Einleitung des XIV. (bezw. XV.) Schriftchens*): Asklepios war zufäUig abwesend. Inhaltlich ist das Stück in keiner Weise geeignet, den Abschluß des Corpus zu bilden, wie es dies in unserer einen Handschriftenklasse tut. Es setzt in einfachster Form auseinander, daß der Begriff des Werdens ein ttoioOv und ein 7roioii)Lievov ver- lange, die unlöslich miteinander verbunden sind; so bilden sie eins, die Schöpfung ist der Leib der Gottheit.^) Wenigstens an diese § 4 auf eine Zeit weise, in welcher die Mitglieder der Gemeinde bereits in einer gedrückten Lage waren, ist eine durchaus haltlose Behauptung Zellers. Daß die wahrhaft gottbegeisterten Männer, ol i.v Yvificei övrec, von der Masse (den TroWof) nicht verstanden werden, ihr zu rasen scheinen oder lächerlich vorkommen oder gar verfolgt werden, haben Propheten und Philosophen zu aller Zeit gesagt und sagen können. 1) Vgl. %1 p. 71, 7 Parthey: oök fixoucac kv toIc TcvikoIc. 9) Daß sie stark überarbeitet ist, sah schon Heeren ; bezüglich der Seelen- wanderung, über die beständig in diesen Schriften gestritten wird, wider- sprechen sich § 7 und § 19 aufs schärfste. 8) Cyrill Contra lul. n p. 680 Migne. Irrtümlich nennt er als Titel: '€pnf\c irpöc TÖv ^auToO voOv. Die Schrift ist die einzige, welche sich dem Rahmen der Heilsgeschichte nicht recht fägen wül. 4) Sein Titel ist in der kürzeren Handschriftenklasse (A) einfach: '€p^oO irpöc 'AcKXrjiriöv, in der volleren (MC): '€pjioO TpicineTfcTOU 'AcKAnini|i eO q)pov€iv. 6) Die Schrift nimmt eine scharfe Wendung gegen die in guostischen Anordnung. Stück X— XVI. 197 Hauptsätze schließt inhaltlich passend der in unserer zweiten Klasse folgende Traktat, die "Opoi 'AckAtittioö. Auch der Einkleidung nach paßt er trefflich als Fortsetzung; der eben als älter und fort- geschrittener bezeichnete Schüler trägt nun die Lehre weiter an den Königshof. Ihm folgt in dem Rest des nächsten Dialoges der zweite Schüler, der ebenfalls einem Könige die Lehre yerkündet. Also müssen wir annehmen, daß unsere eine Handschriftenklasse nur aus Zufall oder weil ein Schreiber die jetzt folgende ausgesprochen heidnische Lehre nicht mit überliefern wollte, das Original verkürzt hat. Die andere Klasse bietet das Corpus in seinem ursprünglichen Umfang. Die Ausgabe des Tumebus beruht, wie wir sehen werden, auf einer vollständigen Handschrift. Es war ungeschickt, daß er nach dem letzten Stück, das Hermes redend einführt, und vor diesem Schluß einige Fragmente aus Stobaios einschob. Patricius, der jene Fragmentsammlung reich vermehrte, stellte den ganzen Schluß in ein eigenes Buch. Parthey lies ihn fort. So finden sich diese zum Verständnis unbedingt nötigen Stücke nur in den Ausgaben des Turnebus und Patricius vollständig; Oandalle hat nur noch eins auf- genommen. Ich habe daher geglaubt sie im Anhang abdrucken zu sollen, damit der Leser sich selbst ein Urteil bilde. Die "Opoi 'AcKXTimoO, bezw. der Aötoc t^Xcioc irpöc "Amiiuüva (Kap. XVI), dem ich mich zunächst zuwende, deutet durch seine Ein- kleidung, die ähnlich bei Philon von Byblos und Bitys begegnete (S. 161 und 107), selbst an, daß er etwas Neues bringe, das zu den sonstigen Schriften des Asklepios an Amon sogar in Widerspruch steht: Amon hat die Schrift verborgen; erst jetzt ist sie entdeckt und übersetzt worden. Nun bietet sie im allgemeinen nur die in diesen Schriften üb- liche Lehre Iv t6 iräv, daneben eine naturalis iheologia und eine mit einer ausgebildeten Dämonologie verbundene Lehre von der eijuap- \xiyfr\ und dem ihr nicht unterworfenen voOc. Auch dies ist nicht neu.*) Neu aber und diesem System ganz widersprechend ist die Auffassung der Sonne als Allgott. Man fühlt, wie der Verfasser, Systemen übliche Annahme mehrerer Schöpfer (§ 8) und den Dualiemus (§ 7). Zum Vergleich mit den "Opoi 'AcKXiiinoO hebe ich den Satz (§10): ö Beöc iv M^v oöpavu) dOavaciav ciretpei, tw bi Tfl ^eraßoXfjv, ^ 6^ tCü iravTl lwf\v KOi k{vt)civ hervor. 1) Die Dämonologie z.B. ist schon bei Nechepso ausgebüdet. 198 ^- ^^^ Hermetische Coi-pus. der sichtlich kein Philosoph ist, sich quält, den traditionellen Begriif der voTiTf] oucia hiermit in Verbindung zu bringen: ei be Tic tcxi Kai vonxf] oütia, auTii ecTiv 6 toOtou öykoc, fic UTroboxri öiv eir| tö toutou qpuic TTÖGev be aüiri cuviciaxai f| eirippei, aOioc |u6voc oTbev.*) Und dieser Helios trägt den Strahlenkranz und erscheint als Wagenlenker, entspricht also den Abbildungen des aureliauischen Sonnengottes. Es ist der römische Reichsgott des dritten Jahrhunderts, dessen Kult hier aus der ägyptischen Heilslehre gerechtfertigt werden soll. . Der Schluß dieser Schrift, sowie der ganze Hauptteil der nun- mehr folgenden Lehre des Tat ist durch den Verlust eines oder mehrerer Quaternionen der Urhandschrift verloren, wie zu Anfang der XÖTOC küGoXiköc Ttpöc Tat. Die Summe des ganzen Dialoges zieht der Satz: bio rrpocKuvei xa dTaX|uaxa, u» ßaciXeO, wc Kai aiixd ibeac exovxa dtTrö xoö vorixoö köc)liou. Von dem voiixöc köc|lioc, der 1) Ägyptisch ist eine derartige panthei«tische Verehrung der Sonne als Allgott allerdings wenigstens seit der Zeit Amenophis IV. gewesen, und wir werden im folgenden Kapitel noch sehen, daß der an den Sonnenkult schlie- ßende Pantheismus sich gerade in der letzten vorhellenistischen Zeit gesteigert hatte. V^on der dort 7ai besprechenden Inschrift aus der Oase El-Klargeh könnte ein direkter Weg zu den "Opoi 'AcKXiTirioO führen. Aber die uns er- haltenen Hermetischen Schriften haben sämtlich die naturalis tJieologia nur in- soweit angenommen, daß sie über die Sternengötter die Begriffsgötter stellen, offenbar unter Einwirkung der gi-iechischen Philosophie. Am klarsten tritt dies in V (VI) 3 hervor: ö i\\ioc Beöc [itfictoc tOjv kot' oupavöv GeOJv, ip TrdvTec el'Kouciv ol oöpdvioi 0€ol Uicavel ßaciXei Kai &uvdcTi;|. Die Fortsetzung sagt aus- drücklich, daß auch er unter Befehl und Leitung „des Gottes" steht. Einer alten Erinnerung an den Sonnengott als den Gott der Zeugung und des Lebens entstammt X (XI) 2. 3: aixioc ö^ ö iroTi^ip tu)v t^kvujv koI rfic ciropäc Kai Tfjc Tpoq)fjc Ti'iv öpeEiv Xaßihv xoö äTaÖoö 6id xoö i^\{ou" xö fäp ÖYCiööv ^cxi xö uonixiKÖv (auch in der heidnischen Naassenerprodigt ist das cir^piLia das difct- Oöv, der ithyphallische Gott, oder besser das ai6oTov, das dTa6ri oöcia gewissermaßen die Seele der Sonne, ihre öiroboxn das Sonnenlicht ist. 2) Beide Dialoge sind einheitlich entworfen oder durch starke Über- ubeitung nachträglich zur Einheit gebracht. 200 ^I- ^*^ Hermetische Corpus. dies und damit zugleicli der Zusammenhang dieses Stückes mit dem vorausgehenden Corpus bedarf der Ausführung. Wir müssen auf die Theorie des ev9ouciac)iiöc achten, die in der Rede angedeutet wird. Es wäre eine lockende, aber meine Kraft übersteigende Aufgabe, den Wirkungen der Platonischen Lehre vom ev9ouciac|iöc auf religiösem und ästhetischem Gebiete nachzugehen. Daß sie stärker wurden, als in den hellenistischen Reichen die Ekstase im Götterkult in ganz anderer Lebhaftigkeit den Griechen wieder vor Augen trat, scheint mir sicher. Die zahlreichen Beschreibungen religiöser Verzückung in der römischen Poesie werden ihre Vorbilder in der hellenistischen Dichtung gehabt haben.^) Schon Kallimachos bildet ja die poetische Vision der prophetischen nach; ein Traum entrückt ihn auf deü Helikon, und er trinkt aus der heiligen Quelle wie der Prophet vor der Offenbarung.*) Aber derselbe Kallimachos hat auch dem Gegen- bilde, der „Besessenheit" in üblem Sinne, Literesse entgegengebracht'). 1) Vgl. die Beschreibung der Ekstase in der griechischen Übersetzung von Daniel 4, 16 z. B. mit Statins Achilleis 1 514 flF., Seneca Ägatn. 710 £F., Lukan V 169 ff. Völlig verfehlt urteilt Bousset a. a. 0. 375. 2) Oder wie z. B. in der KöpT] k6c|uou Horus, vgl. Poim. § 29 und An- merkung. Ganz aus Hermetischen Vorstellungen schöpft Philon De somn. H 691 M. 3) Das ist freilich noch wenig beachtet, aber m. E. sicher, seit Wilamo- witz (Hermes XXX VH 314) Fragment 525 verbessert hat: xo^tl ^' ^ca T^yra rrdcaio. Allbekannt ist ja TibuUs Schilderung der wahnsinnig gewordenen saga (I 6, 49 ff.): sanguineas edat illa dapes atque ore cruento tristia cum multo pocula feile bibat; hanc volitent animae eircum sua fata querentes semper, et e tectis strix violenta canat; ipsa fame stimulante furens herbasqm sepulcris quaerat et a saevis ossa relicta lupis, currat et inguinibus nudis ululetque per urbes, poet agat e triviis aspera tttrba canutn. Ich würde mit keinem Worte ausführen, daß wir hier eine Schildenmg der Besessenheit haben, die den neutestamentlichen Beschreibungen entspricht, wenn nicht Belling (TibuUus S. 106) gerade unsere Schilderung als literarische Stoppellese sogar aus Horaz Sat. I 8, 22 ff. bezeichnet hätte. Weil Canidia mit nackten Füßen und gelöstem Haar Zauberkräuter und Totengebein sam- meln geht (nicht aus Hunger!), will Tibull ihn überbieten: currat et inguinibus nudis, und weil Hekate von Hunden begleitet der Zauberin erscheint (Tib. I 2, 62), soll Tibull anstatt der Nachbarn, der turba vicinorum, die bei Horaz Epod. 5, 97 die Hexe steinigen wollen, die turba canum eingesetzt haben, Theorie des ^v9ouciac|iöc. 201 ja endlich selbst tnit einer dem Griechentum yielleicht nicht fremden, dem Ägyptertum aber sogar geläufigen Vorstellung von Bevenants gespielt (Fr. 92. 85): dKoOcaG' ImriuvaKTOc, ou ycip dXX' f]Kuu Ik tujv ÖKOu ßoOv KoXXußou tTiTrpriCKOuciv. ^) Eine Steigerung zeigt die Ein- leitung des Ennius, der zwei Vorstellungen verbindend nach der Entrückung auf den Helikon und dem Trunk aus der Quelle die Seele Homers erscheinen und ihm offenbaren läßt, daß sie in ihm wieder aufgelebt sei. Wenn ich auch dies als eine nicht individuell empfundene, sondern typische Form hellenistischer Poesie fasse, so bestimmt mich dabei im wesentlichen Theophilos, der (Äd Autolycum H 8) von den griechischen Dichtem zu berichten weiß: xal |iif| 9^- XovT€c 6)LioXoTo0civ TÖ dXriek [i^ ^mciacGar uttö öaiiiiövujv hi diLitrveu- cö^VTCc Ktti utt' aiiTuiv q)uciu)0^vt€c ä cittov bi' auToiv eTtrov. f^TOi Toip Ol TTOiriTai, "0|Linpoc bf) Kai 'Hcioboc, Oijc (paciv, uttö Moucujv diiirveu- cOevTCc 9avTacici Kai irXdvr) dXdXr|cav, Kai ow KaSapto 7TV£U|iiaTi dXXd TrXdvtu. ^K TouTQu hk cacpOüc beiKVuiai, ei Kai ol baijLiovujvxec iviore Kai |Li€Xpi ToO beOpo dSopKiZloviai Kaid toO övö|LiaToc toö övtujc Geoö Kai öinoXoYei auid id irXdva Trveu)iaTa eivai bai|Liovec o\ Kai löre elc ^K€ivouc dvepxricavTec.*) Eine poetische Form scheint ähnlich in das natürlich mit Rückeicht darauf, da£ derselbe Horaz schon früher einmal Hunde erwähnt hat(Epod. 5,57): senetn, quod omnes rideant, adulterum latrent Suburanae canes. Das heißt jetzt Dichter erklären! Den Wahnsinn schildert schon das erste Distichon: blutiges Fleisch schlingt sie hinab und trinkt Galle mit Genuß (oder: jeder Trank wird in ihrem Munde zu Galle; mit V. 53 b^innt eine zweite Reihe der Schilderungen). Der Grund ist klar ; der Zauberer, der den Gott herbei- ruft, trägt ein tpuXaKTfipiov, er betet: 6ia(pOXa2öv yie öxif) dcivf^ dveibujXöirXriKTOv (vgl. larvaius) ded^ßT^T0v (Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 71 Z. 1062 und 1078) ; zwingt er den Gott nicht, oder ist dieser schon von anderem Gebet oder Fluch beeinflußt (hier von dem des Liebenden: sunt numina amanti), so wird er wahnsinnig; all die Dämonen der duipoi umgeben ihn (vgl. den Liebes- zauber ebenda S. 118). — Es ist längst beachtet, daß Tibull nur dieses gran- diosen Bildes halber die Kupplerin zur saga macht, und daß dies Bild in be- absichtigtem Gegensatz zu der Schilderung der verzückten Prophetin I 6, 46flF. steht. Daß man Nachahmungen des Eallimachös auch bei Tibull, und zwar kaum in geringerem Grade als bei Properz, suchen darf, weiß hoffentlich, wer I 3 und I 7 nachdenklich gelesen hat. 1) Zu vergleichen ist die Grundvorstellung der „Geschichten der Hohen- priester von Memphis", welche einem E. T. A. Hoffinann Freude bereitet hätten. 2) Der Satz : iK toOtou bi caqxlic belKwxai schließt eng an den ersten : Oir' aÖTuiv q>uciujOdvT€c ktX., wie schon die Fortsetzung: irX#|v tvioT^ ttvec t^ hiuxQ ^KvifmiavTcc il aiiTOüv zeigt So scheint mir Hamacks Deutung (Mission und Beitaenstein, PoimandTM. 14 202 ^- Das Hermetische Corpus. allgemeine religiöse Empfinden übergetreten, wie aus der Vision des Nechepso ein öfters vorkommender Traum geworden ist. ^) Die später zu besprechende allgemeine Vorstellung von dem bai|uujv ixdpebpoc der heidnischen Propheten wirkt außerdem mit ein. Homer und Hesiod sind tatsächlich in die Stellung der „Propheten" gekommen. Das beruhte zunächst auf der Geschichte des Unterrichtes und der naibeia, scheint aber schon in der allegorischen Deutung der Stoa sich so zu steigern, daß wir an einen gewissen Einfluß des Orients und des Begriffes der Offenbarung denken können. Als der Redner wieder mit dem Poeten zu wetteifern begann, überträgt sich diese halbästhetische Theorie auch auf ihn. Ihren Einfluß zeigt die reizende Anekdote bei Seneca Vater (Suas. III 6): Nicetes suo impetu valde Graecis placuerat. quaerebat a GaUione Mes- sala, quid Uli visus esset Nicetes. GaUio alt „plena deo*'. quotiens audierat aliquem ex Ms declamatorihus, quos scholastid caldos vocant, statim dicehat ,,plena deo'^. ipse Messala numquam aliter illum ah novi Jiominis auditione venientem interrogavit, quam ut diceret: „numquid plena deo?"^) Ernster wird der Anspruch des Redners GeoO \)ixo aicOrictv, koI oIkov irarpöc, töv AÖTov, KaTaXitTTjic, d\Xd Kai cauxViv d-rröbpaei Kai iKcrrjGt ccaurf^c — _p,483M. töv aCiTÖv öV) Tpöirov övirep tujv dXXujv iiTreEeXrjXueac iiTtilfM&t Kai ^leraydcTTiOi Kai ceavjTfjC (Hermes: ei0e Kai ci) ceauTÖv öieEcXi'iXueac); vgl. Fr. Hjj. 664M. ; Leg. alleg. p. 96 M. ; De migr. Ahr. 466 M. Auch Philon erwähnt hierbei jene beseligende Schau der den Himmel durchwandernden Seele, die in Hermetischen Schriften so oft vorkommt {De opif. m. § 70 Cohn p. 16 M.; Leg. alleg. nr99 p. 107 M.) und Stellen, wie De Cher. § 27 p. 143 M.: f^Kouca 6^ tvote Kai cuou6atoT^pou XÖTOu TrapÄ v);uxfic ^jurjc elwöuiac rd iroXXd OecXriirTetcOai Kai nepl tliv oiik oI6e HavxeOecOai, Sv Mv 60vuj|nai diroiuvrmoveOcac ^.ptl» und De Somn.USSp.QQiM.: Otnixei bi |uoi irdXiv t6 elwOöc dq)avu)C JvoiuiXelv TrveOjna döparov zeigen ein be- wußtes Spiel mit einer Form, die dem Leser gaiiz bekannt sein muß. Daß es zu der Zeit jüdische Wahrsager und Dämonenbeschwörer gegeben hat, habe ich früher hervorgehoben und wird uns noch öfter beschäftigen; aber eine Be- rufung auf sie gab Philon sicher nicht die Stellung, die er auf Grund seines „Prophetentums" seinem hellenistischen Publikum gegenüber beansprucht. Die Zustände im eigentlichen Judentum schildert Bousset (Religion des Judentums im neutestam. Zeitalter 374 ff.): das wirkliche Prophetentum ist erstorben; wer jetzt noch juucTrjpia zu künden hat, wählt als Träger der Offenbarung einen der alten „Propheten". Das Schriftgelehrtentum herrscht, und wenn es später auch eine Art von fev0ouctac|üi6c für sich in Anspruch nimmt, so genügt das nicht zur Erklärung der Philonischen Lehre von der Ekstase. Dagegen läßt sie sich aus dem Hellenis- mus, wie wir ihn fassen, vall erklären (vgl. besonders Fr. H oder De sotnn. n 38). Mit ihr hängt die beständige Einführung Philonischer Lehren als iJiucTripia, die nur dem Geweihten zugänglich sein sollen, zusammen. Boussets Erklärung (a.a.O. 426 ff.) scheint mir nicht ganz zu genügen. Nicht die Ein- . Wirkung von Mysteriengemeinden, sondern eine ausgebildete literarische Form und Manier scheint das Bestimmende. Freilich verbindet Philon mit ihr reli- giöses Empfinden, so gut wie Horaz mit seinem Odi profanum vulgtis et arceo. Auf die vereinzelten Anknüpfungspunkte im älteren Griechischen brauche ich kaum einzugehen. Die beständige Wiederkehr der Form bei Philon läßt zu- Der 4veouciac|iöc bei Philon. Stück XVIII. 205 auf die Auffassung des Prophetentums noch im nächsten Kapitel eingehen muß, beschränke ich mich hier darauf, den Grundgedanken unserer Rede weiter zu verfolgen. In dem Eingang seines Protreptikos ahmt Clemens eine der üblichen ^nibeiSeic im Theater nach. Er beginnt, offenbar in An- lehnung an eine feste Form, mit der „Macht des Gesanges" und den Mythen von Amphion, Arion, Orpheus und dem Lokrer Eunomos. Plötzlich bricht der Redner um; er schilt den Musik-Enthusiasmus des alexandrinischen Publikums^); etwas Neues will er bringen (1,3): ^K top Cidiv ^HeXeucerai vöjioc Kai Xöfoc Kupiou il 'lepoucaXrm, Xötoc oupdvioc 6 Tvncioc dxujviCTfic eiri tiü rravToc köc)liou Oedxpuj CT€q)avoii)Lievoc* ^beib^T^ö €uvo)ioc ödiiöcouTÖvTepirdvbpou vöjiov xtX. Empfinden wir in dem Ton des Eingangs, den Norden sehr mit Unrecht als charakteristisch für Clemens selbst hervorhebt, die übertreibende Nachbildung solcher Reden wie die heidnische Naassener- Predigt, so wird die Parodie noch deutlicher im folgenden (1, 6): eii' oöv dpxaiouc xouc Opufac bibdcKOuciv altec |iu9iKa(, ehe aö toOc 'ApKdbac Ol TrpoceXr|VOuc dvaTpacpovrec iröinTai, eiie |ifiv au toOc AI^utttiouc oi Kai TTpiüiriv tauTtiv dvaq)f|vai ifjv t^iv Geouc t€ Kai dvOpuünouc öveipwc- covxec. Das zeigt, was das alexandrinische Publikum in seinen Xötoi i€poi zu hören gewöhnt war. Gegen den eigentlichen Plan seiner Einleitung hat Clemens das Geschichtchen des Lokrers Eunomos mit hereingezogen, weil es ihm ein gefälliges Spiel mit dem Namen und zugleich in den Einzel- zügen der Schilderung besonders scharfe Ausfälle gegen diesen dyiuv nächst wohl daran denken, daß die ägyptisch-griechische Theologie seit Jahr- hunderten versucht, das, was in der alten Zeit wirklich Geheimlehre war, zu er- gründen oder zu erfinden, xind dabei die Form festhält, daß der Adressat des Baches die Lehre geheimhalten, nur dem eigenen Sohne verkünden oder nur dem Würdigen überliefern darf. Das entspringt nicht wirklichem Mysterien- kult, sondern dem Drang, sie öffentlich zu verkünden und Anhänger zu werben. 1) Einen lehrreichen Vergleich bieten die von A. Bohler, Sophistae ano- nymi prol^eptici fragmenta, Leipzig 1903, zuerst richtig gewürdigten Fragmente einer philosophisch-rhetorischen 4iri6eiEic aus wenig jüngerer Zeit (Gramer, An. Par. 1 166 ff.). Der Philosoph schilt die Alexandriner wegen dieses EnthusiiM- mus: &€ivöv T^p aörCi) 6oKt! etvai, Toiic (i^v KiÖopqjboOc, o\ irpÖTcpov t^v iröXiv tnrÖTicav, TrdXoi nore xeövriK^ai, Tf|v b' in' ^Kcivoic d(ppocOv»iv Zf\v ^n, koI Toüc dir' 'A\€2dv6pou toO 'Amiwvoc ibvoiioCM^vouc xaipeiv ^iCTOvoiüiaZoiLi^vouc dtrö Tivoc dfvpToO Kol ^T^pou ToioOxou ßopÄBpou. 206 VI. Das Hermetische Corpus. gestattet (1,1): TravnTupic '€XXriviKri otTuJV be i'iv Kai ^KiGdpiCev wpq. Kau|LiaTOC €uvojaoc, ÖTiriviKa oi T^TTitec uttö toTc ireTdXoic ^bov dvd Td öpTi 6ep6|ievoi nXitu . . ^rif vuiai xop^H tiI» AoKpiu. ^cpiTTTaiai 6 TETTiH Tuj l\)-^w. ^Tepexirev ibc dm KXdbtu tiu öptdviw, kqi toö T^TTiToc TOI dciuiaTi dp)aocd|Lxevoc ö ibböc Tfjv XeiTroucav dve- irXripuJce xopbriv. Von allen Erzählungen des Geschichtchens kommt diese unserer Rede, die ich im Anhang zu vergleichen bitte, am nächsten, ja ihre Worte ir]v veupdv dverrXripujcev aurip lassen fast an direkte Benutzung denken. Der Gedanke wäre natürlich falsch; weder kann der heidnische Autor, dem es durchaus ernst ist, hier aus der christ- lichen Parodie schöpfen, noch können wir — ganz abgesehen davon, daß Clemens mehr Einzelheiten bietet — seine Rede vor die Zeit des Clemens rücken. Es ist offenbar eine beliebte Glanzstelle der- artiger Reden, die sich leicht durch die Grundauffassung des Pro- pheten, als des Instrumentes Gottes erklärt. Wo er aus mensch- licher Schwäche versagt, da „ergänzt" der Höchste selbst sein Instrument. ^) Daß bei den Festen auch Lobreden auf die Herrscher üblich waren, ist bekannt. Auf Alexandria weist in unserer Rede die be- ständige Heranziehung der Musik und des Virtuosentums; als Instru- ment wird die ägyptische Rohrflöte erwä,hnt; die Empfindung des Verhältnisses von Untertan und Herrscher ist ägyptisch. Die Epi- theta der Gottheit stehen durchaus im Einklang mit dem Hermetischen 1) Diesen Zusammenhang der Prophetie mit der Rhetorik, den wir hier auf hellenistischem Boden verfolgt haben, und die Bedeutung des rhetorischen Elementes auch in der frühchristlichen Prophetie scheint mir Norden in seiner sonst trefflichen Darstellung (Kunstprosa 537 ff.) zu wenig berücksichtigt und sich zu eng an Hatch geschlossen zu haben, dessen Darstellung hier stärker, als es sonst in dem wundervollen Buch geschieht, von der Tendenz, das erste Christentum zu idealisieren, beeinflußt ist. Den Charakter der heidnischen Predigt können wir an den Hermetischen Stücken, besonders an Kap. III (IV) und VII (Vni) einigermaßen kennen lernen; die Berührungen z. B. mit dem KrjpuYna TT^xpou habe ich schon früher hervorgehoben. Wir werden wenig- stens auf griechischem Boden, wo die halbreligiöse Schätzung der improvi- sierten Rede weit verbreitet ist, kaum das Recht haben, jeden Einfluß der Rhetorik zu leugnen. Die Schrift des Hermas gestattet auf die Predigt über- haupt keinen Schluß, und wenn ich auch gern zugebe, daß mit dem Vortreten des bibdiCKaXoc und der exegetischen Predigt die Einwirkung der Rhetorik sich in der Hauptkirche eine Zeitlang verringerte, wird es doch kaum berechtigt sein, zwischen ihr und dem Gnostizismns prinzipielle Unterschiede zu suchen. Stück XVm. Datiemng. 207 Gebrauch^); eine Stelle scheint auf dieselbe Verehrung des Allgottes Helios zu verweisen, die AsklepioB in den "Opoi lehrt. Hermetisch ist vor allem die Betonung der yvu>cic und das Hervorheben der gottgewollten, erlösenden Kraft des Hymnus, des Lobpreises Gottes. Wenn der Redner schildert, daß das Preisen des Herrschers die not- wendige Vorübung und Ergänzung des Preises Gottes und daher religiöse Pflicht ist, so erklärt dies mir die Stellung dieser Predigt am Schluß des Corpus. Ihr Zweck ist, zu erweisen, daß die ägyptisch- mystische Religion notwendig zur höchsten Loyalität gegen den Herrscher führt; sie paßt zur Reichsreligion. Beachtet man nun, daß die vorausgehende Darstellung der Heilslehre mit den beiden Lehren der Propheten an den König schließt, die ihm den Kult der naturalis und civilis tlieölogia rechtfertigen und ans Herz legen, und erinnert man sich der Eigentümlichkeiten der Asklepios-Schrift, so wird mau zu dem Schluß gedrängt, daß hier eine beabsichtigte Neben- einanderstellung und Beziehung vorliegt, daß ein ägyptischer Redner und Verehrer des Hermes römischen Kaisem diese eigentümliche Zusammenstellung Hermetischer Schriften überreichte, die uns ein Zufall erhalten hat. Ohne weiteres ergibt sich nun aus dem Charakter des Corpus, das sich uns als einheitlich und planmäßig geordnet erwiesen hat, daß es nicht christliche Herrscher sein können, denen diese Samm- lung überreicht ist. Die Zeit nach Constantin ist ebenso ausgeschlossen wie die Zeit vor Elagabal und der ersten offiziellen Einführung des Sonnenkultes. Das Weltreich hat mehrere Herrscher, die mitein- ander in Eintracht leben; siegreiche Kriege mit den Barbaren sind geführt worden, aber Ägypten genießt jetzt tiefen Frieden, und dieser Frieden ist das Werk der Kaiser. Diese Angaben würden m. E. am besten auf Diokletian und seine Genossen passeh. Gerade bei ihnen hätte es auch besonderen Sinn, daß mit offenbarem Bezug auf die ßaciXeic die Gottheit gepriesen wird: ouk Ictiv ouv ^K€ice npöc d\- XrjXouc biacpopd, ouk Icti tö dXXoirpöcaXXov iKcTce, dXXd udviec ^v q)povoOciv, \i\(i hk. udvTUiv upÖTVujcic, elc auToic voOc [[ö iraiiip], \x\a aicöncic h\ auTiwv dpTatojievTi *) , Iv t6 eic dXXr|Xouc (piXipov 6 ^piwc ö auTÖc |Liiav dptaJlö^evoc dpjioviav tujv irdviuiv. Das erweckt den 1) Man vergleiche besondera Kap. XTV (XV). 2) Der Götterkrei» schafft die alceViceic (vgl. oben S, 208 VI. Das Hermetische Corpus. Eindruck, daß auch auf Erden mehrere nicht völlig gleichgestellte Herrscher den einen überragenden umgeben, geeint durch die bei allen gleiche Liebe zu ihm. Für eine bloß zwischen Vater und Sohn waltende Einigkeit mußte gerade die Hermetische Theologie ganz andere Büder bieten. Wir kämen damit in die Zeit, in welcher der Verfasser der Straßburger Kosmogonie schreibt, der ja auch Diokletian, die ihn umgebenden önXÖTepoi ßaciXfiec und den Perser- sieg feiert. Man hatte damals in Ägypten .allen Grund die eigene Loyalität hervorzuheben und die römische Stäatsreligion als Offen- barung der ägyptischen Götter darzustellen.^) Es ist fast dieselbe Zeit, in der Amobius sich so ganz von Hermetischen Ansichten beeinflußt zeigt und sein Schüler Lactanz dem Hermetismus starke Einwirkungen auf sich gestattet. Ich halte diesen Ansatz für sehr wahrscheinlich, ohne zu ver- kennen, daß bei der schillernden Natur der meisten Angaben auch ein früherer nicht völlig ausgeschlossen ist. Für sämtliche Schriften des Corpus ergibt sich danach, daß sie vor dem Ausgang des dritten Jahrhunderts entstanden sind; Vielleicht sogar noch etwas mehr. Wenn der IX. (X.) Dialog mit dem Urbild der lateinischen Schrift zusammen in einem Corpus stand, das doch ebenfalls erst in der Gemeinde sich durchsetzen mußte, ehe es einerseits von Lactanz, andererseits von dem Redaktor unserer Sammlung benutzt werden konnte, so muß der einzelne Dialog erheblich vor den Abschluß dieser Sammlung fallen. Noch weiter müssen wir dann mit der Sammlung an Asklepios gerichteter Schriften heraufgehen, welcher Schrift H (HI) und VI (VH) entnommen sind. Für die an Tat gerichteten Schriften habe ich nur die eine Bestimmung, daß die TeviKoi XÖTOi öfters erwähnt werden, aber nicht selbst benutzt scheinen. Sie fielen, wie wir S. 33 vermuteten, vor die Zeit des Hirten des Hermas. Die schon von anderer Seite aufgestellte Be- hauptung, die Mehrzahl der Schriften unseres Corpus möchten im zweiten Jahrhundert n. Chr. entstanden sein, scheint durchaus glaublich. Es bleiben einige Nebenfragen, die am besten gleich hier ihre Erledigung finden. Daß Cyrill und Lactanz unsere Sammlung nicht 1) Wir dürfen nicht vergessen, daß das dritte Jahrhundert die Vergött- lichung des lebenden Herrschers gebracht hat, daß Aurelian der menschgeborene Gott (deM natiAS) ist, und daß Diokletian und seine Genossen sich als düs geniti et deorum creatores empfanden. » Datierung. Benutzer Hermetischer Schriften (Lactanz, Stobaios). 209 benutzt haben; bedarf keines Wortes.^) Aber auch Stobaios hat sie sicher nicht gelesen; er zitiert vier Einzelstücke: 'Aq)pobiTTi, Xötoc "Iciboc TTpöc *Qpov, XÖTOC "Iciboc irpöc ''A^fiUJva') und Köpri köc)hou (alle zur Isis-Literatur gehörig) ; femer drei Hermetische Corpora, in denen er oflfenbar keine Untertitel fand, nämlich: 1) Ik t&v irpoc "AiLi^'iuüva (bezw. 'AjlioOv), 2) Ik tujv Trpöc 'AckKttttiöv (in den Eklogen nur len 11. bezw. III. Traktat, im Florilegium noch einen verlorenen Abscuiiitt), 3) iK xdjv Tipöc Tax (bezw. Trpöc töv ulöv). Die Bruch- stücke aus dem letzten Corpus gehören sogar überwiegend ver- lorenen Dialogen an; von den uns erhaltenen sind nur die beiden früher gesondert überlieferten X bezw. XI (KXeic) und IV bezw. V (Kparfip f| Movdc)'), im ganzen also mit dem einen an Asklepios gerichteten Dialog nur drei von siebzehn erhaltenen Schriften be- nutzt. Die Zitate des Stobaios bieten also zunächst ein Mittel, die Tätigkeit des Redaktors unserer Sammlung zu bestimmen. Sie ist, wie nach dem oben Ausgeführten zu erwarten war, gering; ein paar Sätze hat er allerdings geändert; es war unrecht, wenn Parthey in diesen Fällen durch mechanisches Zusammenarbeiten beider Textes- quellen einen dritten herzustellen suchte. Man vergleiche etwa: Herm. H (IE) 10: Stob. I 18 p. 158 Wachsm.: '€v K€vtu bk bei KiveicGai xd ki- voO|Lieva, (b TpicjueficTe. — €ö q)ric, iL 'AcKXnm^. oub^v bk tujv Ovbk tv tujv övtu)v kTi xevöv tuj ÖVTUJV icfl K€VÖV. IllÖVOV bk TÖ TflC UTTOtpHeWC XÖTUJ. TÖ be öv firi Öv K€vöv icTi [[Sevov] Tf\c uTrdp- ouk av ^buvaTO etvai öv, ei |Liri Heujc. ^ecTÖv ti^c uirdpEeujc ^v- TÖ tdp uTrdpxov kcvöv oub^iroxe tö 'fdp utrdpxov k€VÖv oubeiroTe Tevecöai buvaTai. — T^vecOai buvarai. — OÜK ?CTIV CUV Tivd, iL TplC^^YlCTe, OuK IcTiv oöv K€vd Tiva, A TplC- 1) Allerdings fährt der Index der Laubmann-Brandtschen Ausgabe eine Reihe aus unserem Corpus zitierter Stellen an; allein bei näherer Prlfung bleiben nur die Zitate aus Kap. Xu (XTTT) 23 bei Lactanz VI 25, 10 und viel- leicht aus Kap. IX (X) 4 bei Lactanz n 16, 6 und V 14, 11 bestehen. Hinzu tritt der von den Herausgebern nicht bemerkte Verweis auf die "Opoi 'AcKXirinoO (vgl. S. 192). 2) Vgl. oben S. 134 A. 3. . 3) Der Titel ist beidemal verloren, die Anrede an Tat wenigstens jp. 127, 18 erhalten. 210 V^I- I^a-s Hermetische Corpua. llcTiJ TOiaOia, oTov Kotbboc Kevöc Kai lueYicxe, otov Kotboc Kai Kepa- K€pa|iOC K€vöc, xai TTOxripiov Kai \r[- |noc Kai Xt^vöc, Kai xd a\Xa vöcO Kai xa dXXa irdvxa xd napa- xd ixapanXricia; TrXiicia; Hieraus macht Parthey: ouöev hk xujv övxa)v kxl Kevöv luövov bk xd |iri 8v Kevöv ^cxi Kai 5evov xfic inrdpHeuJC' x6 be öv ouk av i^bu- vaxo eivai öv, ei inf) inecxöv xf^c urrdpHeuuc fjv. xd fäp inrdpxov Kevöv ouÖ€7TOxe TGvecGai buvaxai. — Ouk ecxiv ouv Kevd xiva, il» xpiciae- Yicxe, oTov Kdbboc Kevöc Kai Kepa^oc Kevöc Kai q)p^ap Kevöv Kai Xrivöc Kai xd dXXa xd TtapairXricia; Allein die überflüssigen Häu- fungen verderben mehr als sie nutzen. Wir müssen die Existenz verschiedener Rezensionen ja auch im Xöfoc x^Xeioc anerkennen. Sicher benutzt hat unser Corpus der Verfasser des Dialogs "€p- jLiiiTTTOc Trepl dcxpoXoTiac. Er benutzt p. 9, 3 (ed. Kroll et Viereck) Schrift I § 5; femer 21, 5 Schrift X (XI) § 12; 70, 17 Schrift X (XI) § 6; weiter von p. 24, 25 an in umfassender Weise die "Opoi 'AckXt]itioO, endlich an einzelnen Stellen wie 12, 21 und 14, 13 Wendungen aus der Schlußrede.^) Allein, so sehr ich wünschte, den Beweis dafür, daß die vollere Handschriftenklasse das Corpus in seiner ursprünglichen Ausdehnung bietet, auch aus der Überlieferungs- geschichte erbringen zu können, so wenig genügt dieser Dialog, der vielleicht selbst erst in frühhumanistischer Zeit entstanden ist, um dies zu erweisen. Benutzt haben könnte unser Corpus in älterer Zeit höchstens der Mythograph Fulgentius. Er zitiert (p. 26, 18 Helm) die erste Schrift, den Poimandres (Hermes in Opimandre lihro); er führt ferner — allerdings, nach seiner lüderlichen Art, unter dem Namen des Piaton — einige Worte aus dem XU. bezw. XIU. Traktat an (^. 88, 3 Helm); er könnte violleicht mit dem allgemeinen Verweis p. 85, 21 verlorene Teile der "Opoi 'AcKXirmoO meinen und berichtet endlich p. 74, 11 Helm, daß es drei Arten der Musik gebe, ut Ermes Trismegistus ait, id est adomenon, psaUomenon, aulumenon. Diese Worte stehen aller- dings jetzt nicht in der Schlußrede, aber sie könnten vielleicht aus 1) Kol iroTi^piov Kol Xrivöc] koI '^0'va^x6c ÖXoc MAC. Au8 itora^öc hat Patriciua sich keck sein qpp^ap kcvöv erfunden. 2) Vgl. besonders 12, 21: Kai tö c^ßac äxtive^ov lüc elKÖc mit Xuap{a und dergleichen, die im Cod. Paris. 1220 (B) von jüngerer Hand am Rande nachgetragen sind. 212 VT. Das HermetiBche Corpus. der Gründungsgeschichte und Lehrdarstellung notwendig machten.^) Die Einlagen selbst geben hierfür einen gewissen Anhalt. Die erste und größte (§ 6 — 8, vgl. S. 33ff.) bringt den ägyptischen Pantheismus und eine Form der Logos-Lehre zum Ausdruck, die wir allerdings bis über die Grenze unserer Zeitrechnung hinauf verfolgen können, die aber auch in jüngeren Hermetischen Schriften stark hervortritt. Besonders zeigt die zweite, jüngere Schrift der Poimandres-Gemeinde (Kap. XIII, bezw. XIV), zu deren Betrachtung wir im nächsten Abschnitt über- gehen werden, eine ausgebildete Logos-Lehre. Der Logos ist der Mittler zwischen Gott und dem Menschen; jedes rechte Gebet muß durch ihn Gott dargebracht werden (§21); er ist der Sohn Gottes und zugleich das überirdische Wesen, das bei der Wiedergeburt in dem Menschen entsteht, d. h. aus den einzelnen buvdjiieic Geoö zusammen- gesetzt wird. Diese jüngere Schrift wurzelt femer ganz in dem ägyptischen Pantheismus. Die Spuren des Dualismus sind fast völlig beseitigt. ^) Femer erscheint als eine Art Hypostase die BouXri 0eoO, die als Person der Gottheit auch in jener Einlage des Poimandres be- gegnet. Der Abschwächung des Dualismus dient auch die zweite Ein- lage (§ 24, vgl. S. 51), welche zugleich die Verbindung der Laster mit den Planeten- bezw. Sphärengeistem aufhebt. Endlich ist aus der Erscheinung des Poimandres- NoOc die rein menschliche Beschreibung gestrichen; er ist uirepineYCÖnc lierpip direpiopiCTUJ tuyXcivwv geworden, genau wie im XIH. (XIV.) Kapitel der vergöttlichte Mensch dtKaxd- XriTTTOc und dcxrmdTiCTOC wird. Seine Aufgabe ist nicht mehr den einzelnen Menschen zu führen und zu hüten; nur als Spender der göttlichen Offenbarung steht er noch an der Spitze der Reihe, wie die ägyptischen Offenbarungsgötter; aber durchaus nicht alles hat er offenbart (§ 15); er weiß, daß sein Schüler aus eigener Kraft ver- mögen wird TrdvTtt voeTv Kai dKoueiv il»v ßouXeiai Kai opdv rd Trdvra. 1) Daß Ähnliches mit der KXeic geschehen sein muß , habe ich oben S. 196 A. 2 betont; von der Köpri köcjliou gilt das Gleiche. 2) Nur daß die Sterne, und zwar hier die im Ägyptischen stärker hervor- tretenden Zi^öia, Urheber des Schlechten im Menschen sind, ist als Rest jener rein dualistischen, nicht-ägyptischen "AvSpu^iroc-Lehre geblieben. Wir sehen, daß Zosimos, dessen Zeit ja nach den obigen Darlegungen sicher nach dem Entstehen der XIII. (XIV.) Schrift fällt, zwar die "Avepumoc-Lehre wieder über- nimmt (übrigens nicht aus dem Poimandres, sondern aus anderen Hermeti- schen Schriften), aber dem dualistischen Systeme des Mani glühendsten Haß entgegen zu bringen scheint (vgl. oben S. 105). UmgestaltuDg des Poimandres in der Gremeinde. 213 Eine fortwirkende Offenbarung, welche die Gemeinde allmählich um- gestaltet hat, wird hier vorausgesetzt. Es scheint mir klar, daß jene Umgestaltung der Poimandres- Schrift sich in der Gremeinde vollzogen hat. Eine gewisse Parallele bietet die Erweiterung des Xöfoc leXeioc, wie er uns in der lateinischen Fassung vorliegt. Der Anlaß ist deutlich; der Gott mußte die Bedrängnis, in welche die Gemeinde im Laufe des IV. Jahrhunderts geriet, schon vorausgesagt haben; an einzelne aus allgemeinstem Empfinden hervor- gegangene Andeutungen^) setzten sich nun bestimmte Prophezeiungen an. Die Parallele hierzu bieten die eschatologischen Reden Christi, wie zu den Erweiterungen des Poimandres etwa die Anfügung der Kindheitsgeschichte oder der Sprüche, in denen Christus bei den Synoptikern die Missionspredigt in aller Welt befiehlt. Beide Ver- gleichungen treffen freilich nicht ganz zu; rein stilistische Anderangen wie im Poimandres § 11 zeigen, daß diese Schriften viel stärkeren Änderungen ausgesetzt sind, daß ihre Haupttexte gegenüber unmittel- baren Gottesworten wie auHäv€c6e ev auEricei oder ö vorjcac ^auTÖv eic auTÖv x^^P^i oder den q)ujvai des Poimandres doch auch mehr den Charakter schriftstellerischer Leistungen tragen, an denen jeder neue Prophet ändern und modeln kann. Der Charakter der Schrift als Offenbarung schließt ihre literarische Behandlung nicht aus.^) Noch stärker wird diese naturgemäß bei den philosophischen Dar- legungen oder bei der eigentlichen Predigt hervorgetreten sein.^) 1) Wie etwa Schrift IX (X) 4. 2) Die Übertragung einer jüdischen ÄpokalypBe ins Christliche - ein Vorgang, der ja für die Apokalypse des Johannes nach dem Urteil bester Kenner erwiesen scheint — läßt sich einigermaßen mit der Übertragung der 'Avepujwoc- Lehre ins Ägyptische durch den Verfasser des Poimandres ver- gleichen. Weiter ab st^ht die Anpassung der heidnischen Naassener-Predigt an das Christentum. 3) Auch im Christentum bildet die mündliche oder schriftliche Predigt ja lange Zeit eine Art „Gotteswort zweiter Klasse". Einen letzten Nachhall dieser Auffassung bietet die reizende Auseinandersetzimg Augustins {De doctr. Christ. IV 29, 62. 30, 63), auf die ich beiläufig einmal aufinerksam machen möchte. Man streitet, ob die Predigt geistiges Eigentum ist oder „weitergepredigt" werden darf. Augustin, welcher den Geistlichen, die eine schöne Stimme, aber sonst geringe Gaben haben, sogar befiehlt, fremde Predigten auswendig zu lernen, sucht dies gerade durch die Inspirationslehre zu verteidigen: der Prediger darf unbedenklich nehmen, was er findet. Denn die Predigt ist immer Gottes Wort, und an dem kann ein frommer Mann keinen Diebstahl begehen Es ist allen zu eigen. 214 VII. Die jüngere PoimandreB-Schrift. Die Erklärung bietet jener eigentümliche Begriff des ProphetentuiiiP, dem wir bei der Betrachtung der XIII. (XIV.) Schrift vielleicht am nächsten kommen. VII. Wir haben im vorigen Abschnitt eioen gewissen Anhalt für die Erklärung und Datierung des XIII. bezw. XIV. Kapitels gewonnen. Der Begründer der Gemeinde ist hier schon Hermes, der allgemeine Offenbarungsgott dieser Literatur; die Person des Stifters war also verblaßt und der Erinnerung entschwunden. Als heilige Schriften gelten die Xötoi t^vkoi des Hermes an Tat. Die ganz individuelle Gottesbezeichnung TToiindvbpTic hat ihre Bedeutung verloren; fast wie ein Appellativum und völlig gleich voOc wird sie ja auch später von Zosimos verwendet.^) Die Gemeinde hat eine heilige Schrift, 1) Ich füge die charakteristische Stelle (Berthelot 244) ganz hier bei, da sie ein lehrreiches Gegenbild zu dem ganzen XIII. (XFV.) Kapitel bietet. Nach einem Ausfall gegen die ii/cuboirpoqpfjToi , durch welche die Dämonen wirken und nicht bloß Opfer verlangen, sondern selbst die Seelen verderben, fährt Zosimos fort: cu foQv \xi] itepi^XKOu \bc Vjvi\ (Barth, il» f), dJC koI ^v Totc kot' ivipfiiav ^EciTTÖv coi, Kol ni] irepippeiaßou Zr]TO\ica Qeöv, dXX' otKofee KaOdZiou, koI 0föc i\i€i irpöc c^ 6 TTUvxaxoö Ouv koI ouk ^v töttuj feXaxtcTiu ijbc toi 5ai|Liövia' KaQetopLivY] bi xtij ciO|uaTi KaQilov xal toTc rrdöeciv, ^in9u|u(c( i^ibovf) 6u|auj Xunij, kttl Tolc buüfeeKa Moipaic toO Bavdxou (jniipaic Cod. verb. v. Berthelot; es sind die zwölf Ti)iiJupol 6ai|Jovec unseres Kapitels)- koI oötwc aviTifiv bieuöuvovica (couTi^jv 6i€u6uvaca die zweite Fassung, Berthelot S. 84) irpocKaX^cri irpöc ^auTi?jv TÖ 9eIov Kai Övruic (so S. 84, oötu>c hier Cod.) fiSei (trpöc c^ S. 84) tö travxaxoO öv Kui oOöaiuoO. koI |iii^ KaXou|U(^vri •n:p6cq)fpf. 6uclac xolc 6a(f.iociv, \jLr] xäc rrpocqpöpouc ^f) xäc öpeuxiKdc auxujv koI upocrivcic, äXXA xdc diroxpeuxiKOic aiixoiv Kai dvaipexiKÖc, Sc irpoceqpuüvricev Mafißpfic (der ägyptische Zauberer, auf dessen Namen ein auch bei Cliristen oft gebrauchtes Apokryphon geht) tuj 'kpocoXünujv ßaciXei CoXonwvxi, aOxöc 64 ludXicxa CoXo|uü[)v öcac ^Tpavj/ev duö xf\c dauxoö coq)(ac' Kai oöxujc ivepYoOca ^irixeOEri xwv Yvr]c(u)v koI qpuciKOuv KOipiKWv. xaOxa bi troiei ?a)c flv iravxeXeiiu6r|c xrjv v)juxnv. öxav bi. ^mfvujc cauxViv (so S. 84, ^Tn^voOca aöxriv hier Cod.) xeXemjöfcicav, xöxe Kai tOjv cpuciKÜJv xfjc liXiic Kaxditxucov (Kaxd- irxiicov Cod., vgl. S.84) Kai Kaxa6pa|no0ca ^ttI xöv TToi|Lidvav6pa (so) koI ßarcxicöelca x(4> Kpaxnpi dvdöpuue iirl xö t^voc xö cöv. Vorausgesetzt wird als heilige Schrift hier das IV. (V.) Kapitel unseres Corpus (§ 4) : Gott hat nicht allen Menschen den voöc, also den Poimandres, erteilt, sondern Kpaxfipa \xi^av irXriputjcac xouxou Kax^n€|jv|je bouc Kr^puKO koI ^KeXeucev aöxu) KtipOEai xaic xAv dvepiüirujv Kop- Verhiiltnig zum Poimandres. 215 die Sprüche des TToi)ndvbpric, die etwa den Sprüchen des 'ATa0öc 6ai)nuuv entsprochen haben müssen. Den einen, etwa ö TexeXeiuuiae'voc CTTeucdru) Xueiv xo CKfivoc, bietet unser Kapitel, den anderen Zosimos (Bei-thelot 231, vgl. oben S. 105): 6 be uiöc toö GeoO Travia öuvd- lievoc KOI Trdvra Tiv6)ievoc öti (öt6 Cod.) QlXei ibc OeXei qpaivei €KdcTUj. Als eine Ergänzung zu dieser Schrift, deren mystischer Charakter selbst in den zwei Zitaten hervortritt, gibt sich unser Kapitel in den Worten (§ 15): 6 TToi|LidvbpTic, 6 xfic auGevriac voöc, TiXeov ^0l TÄv ^TTCTpaMMevuüv ou irapeöiuKev eibiwc, öti 6m' ^luauroO buvr|CO|iai Travta voeiv Kai dKoueiv ujv ßouXoiuai Kai öpdv xd rrdvxa. Aber es knüpft zugleich an eine Stelle der feviKOi Xöyoi, in welcher die Rettung von der Wiedergeburt, der TtaXiYTevecia, abhängig ge- macht war. Hermes hat damals aiviTMCTUjbüüC Kai ou xriXauyiJuc gesprochen und trotz alles Bittens des Jüngers keine Erklärung bei- gefügt. Er begründet das jetzt (§ 13): iva }xr] (Jj^ev bidßoXoi xoö Ttavxoc eic xouc iroXXouc, <(dXXd biabuj)Liev> eic oöc 6 Oeöc auxöc GeXei.^) Auch jetzt soll die Erklärung geheim bleiben; der Begriff des Mysteriums ist klar ausgebildet. So darf ich gleich hier darauf verweisen, daß die TraXifTevecia den Inhalt des ägyptischen Mithras- mysteriums und ferner jener Isis-Mysterien bildet, welche Apuleius beschreibt. ^) biaic Td6€' ßdimcov ccauxfjv ■f\ bvvafxivt] eic toötov töv xparflpa, i*i mcTeOouca, ÖTI dv€Xeucr| irpöc t6v KaTairf|un;avTa töv xpaTf^pa, i^i TvujpiZouca, M xi t^tovoc. ÖCOl ^xiv OÖV CUVfjKOV TOÖ KTlpÜTlUaTOC K0l ^ßaitTlCaVTO TOÖ voöc, OÖTOl ^CT^CXOV Tqc Yvujceujc Koi T^Xcioi ^y^vovto dvöpuj'TOi .... (§5) oÖTOi kotoi cÜYKpiciv tüüv ?PYUJv dödvoToi dvTi evT]TU)v ekt, irdvTO i|Liirep»XaßövTec Ttü kavrwv voi to im yf\c TÖ ^v oüpavtü Kol et ti ^ctiv Oirep töv oöpavöv. tocoötov ^auTouc öiyutjcavTec clbov TÖ dYcOöv, KOl iöövTec cuMqpopdv t]x{]cavro t}\v dvöd&e öioTpißi^v <^Kal^ koto- (ppovi^cavTEC irüvTuuv tüjv ca)|aaTiKwv koI dcwMÖTiuv ^irl tö fv koI |liövov crreu- bouciv. Der vollkommene Alchemist hat die YvüJcic und ist der wahre Prophet; Magie und Theologie berühren sich auch hier. Die Worte des Zosimos dvd- bpaije ^Til TÖ Y^voc tö cöv erklären sich aus Poim. § 26: KaGobiiYÖc -rivQ toic dEioic, ÖTTwc TÖ Y^voc Tf]c dvepuuiTÖTT]Toc 6id coO öirö Seoü ctwGri und § 29: KaöobiiYÖc ^YtvöiLiTiv toö y^vo^c. Der Prophet wendet sich zu den Menschen zurück. 1) Der Verfasser scheint sich den Hermes als Lehrer einer größeren Zahl von Schülern vorzustellen; ihr gelten die Rätselworte, den von Gott Erwählten die Erklärung. Hieraus wird auch die Frage des Tat verständlich (§ 2): irpo- Qi^tvoc f\ xpOßiuv. Hermes könnte die Lehre auch öfiFentlich verkünden. 2) Auch in ihnen ist die Wirkung quodammodo renatos (XI 21); auch in 216 VII. Die jüngere Poimandres-Schrift. Wir werden annelimen müssen, daß zu dieser Verdunkelung des Religionsstifters und dem^ Einsetzen des Hermes eine nicht un- beträchtliche Zeit erforderlich war, wenn auch die im Eingang des vierten Abschnittes besprochene Neigung des Ägypters, auch in der historischen Person die Wirkung oder gar Verkörperung eines Gottes zu sehen, dies erleichtern mochte. Aber eine gewisse Zeit war un- bedingt auch notwendig, ehe man in den weiteren Kreisen der Hermes Gläubigen die ursprüngliche Sonderexistenz der Poimandres- Gemeinde vergessen und ihre Schriften so imbefangen mit unter die sonstigen Gottes-Ofifenbarungen aufnehmen konnte, wie das in unserem Corpus geschehen ist. Ist dies gegen das Ende des dritten Jahr- hunderts zusammengestellt und fällt die Abfassung des Poimandres und des erwähnten Teiles der feviKoi Xöyoi vor den Hirten des Hermas, so werden wir unser Kapitel etwa in die zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts setzen dürfen.^) Die Unsicherheit dieser Da- tierung empfinde ich selbst und füge hinzu, daß der, dem es gelänge die Zeit dieser Schrift sicherer zu bestimmen, eines der wichtigsten Daten der gesamten Religionsgeschichte gewinnen würde. — Der Gang des Dialoges ist wohl klar, zumal größere Inter- polationen nicht vorliegen. Der Leser darf sich davon nicht be- fremden lassen, daß Tat die ersten allgemeinen Andeutungen des Hermes so gar nicht begreifen kann; der Verfasser will ja hervor- heben, daß das Verständnis dieser Geheimlehre nur von Gott gegeben werden kann, und vermag die vorangehende Blindheit und Verständnis- ihnen vertröstet der Priester den drängenden Mysten lange auf spätere Zeit, bis der Wille der Gottheit (tö 6^Xri|na in unserem Kapitel) sich dem Hiero- phanten wie dem Mysten offenbart habe (21. 22); auch in ihnen gibt es einen YevecioopTöc xfic iraXiTY^veciac (25: cotnplexus Mithram sacerdotem et meum iam par entern). Das XIII. (XIV.) Kapitel gibt nur das theologische, von der Kulthandlung losgelöste Spiegelbild. Von christlichen Einflüssen wird auch hier nicht die Rede sein können. So gibt jenes Zitat aus den TeviKol Xöro«, das ja auch schon durch sein Alter gegen diese Vermutung gesichert sein müßte, luinWva öüvacOai cwOfivai irpö Tf)c iraXiTT^vcdac das Gegenstück zu dem Johanneischen Herrenwort (3, 3): i.äv \xi\ xic Ttvvrieq Ävwetv, oO bOvarai Ibeiv nfjv ßaciXeiav toO 8€o0. 1) Daß die Auffassung der Prophetie bei dem Redaktor der Sammlung und bei Zosimos wieder sehr viel nüchterner geworden ist, mag ebenfalls für einen längeren Zwischenraum zwischen unserem Kapitel und dem Abschluß der Sammlung sprechen. Zeit. Gang des Dialoges. 217 losigkeit des Schülers kaum stark genug zu schildern. Das Wunder selbst soll sich dann ganz allmählich während der Reden des Hermes vollziehen, die einzelnen Äußerungen des Tat uns von dem Fort- schritte Kunde geben. Die Andeutungen beginnen schon in § 4: eiüiauTÖv Top vöv oux 6p(Ju — Tat, der ja alle Sinneswahmehmungen verlieren muß, vermag zunächst das Körperliche nicht mehr zu schauen. Eine Beziehung hierauf scheint die zweite Äußerung (§ 5): t6 Tctp lieT^öoc ßXe-rruj tö aiiTÖ cuv tiu xctpaKifipi zu haben. Eine befriedigende Deutung weiß ich freilich nicht zu geben. Nur er- innern möchte ich an einen eigentümlichen Gebrauch des Wortes im Ägyptischen, z.B. im Papyrus Insinger XXXV 17: „erkenne die Größe Gottes, um sie in deinem Herzen werden zu lassen" oder XXXVI 3: „der Fromme mit der Größe Gottes im Herzen". Aus ihm sind Hermetische Stellen wie XI. (XH.) 20 zu erklären: cuvau- Hncov ceauTÖv tuj djueTpiiTiu |ief^6ei Traviöc ca)|naToc ^KTTr|bTJcac Kai TrdvTa xpövov uTiepäpac Aiibv "fevoö, Kai vor|C€ic töv Oeöv, aus ihm aber auch gnostische Aussprüche wie das bald in seinem Zusammenhange zu betrachtende Wort des Markos: bbk töttoc toö |ii€Te6ouc ^v n/iTv dcTiv.^) Es ist Gott selbst und die göttliche Macht (^Houcia). Ich vermute, daß Tat an unserer Stelle das Göttliche zu sehen glaubt, aber noch mit der äußeren Gestalt, dem x^^pc^^rip oder etboc, verbunden.*) Hermes mahnt ihn, daß dies noch kein Schauen Gottes sei. Aus der hieran schließenden Aufforderung, sich mit aller Kraft des Geistes zur Anschauung des Immateriellen zu erheben (§ 6 und 7), entwickelt sich ein Gespräch über die bösen Mächte im Menschen; während Tat in schweigender Andacht den Lehren über die einzelnen Gottes- kräfte zuhört, steigen sie offenbar in ihn nieder und bilden, sein neues Ich. So schließt unmittelbar an die Belehrung die erste Schilderung seiner Verzückung (§ 11). Es ist ungeschickt, daß der Schriftsteller unmittelbar mit ihr die spitzfindige Seitenfrage, wie 1) Ist es hier zunächst die göttliche Kraft (ähnlich wie bei Irenäus I 14, 7: K^xPITtti bi buxKÖvii) Tip tüiv imä dpiem&v fief^Oei), so wird es an anderen Stellen fast gleich ^ucTflp^ov, so in der christlichen Überarbeitung der Naaesenerpredigt (oben S. 90 A. 2): bei yäp XaXciceat rä fxeT^en, an anderen direkt gleich itv€0|ia ödov oder im Plural iTveü|LiaTa, ÖTT^Xot oder ttoudoi. 2) Sollte vielleicht zu schreiben sein: tö t^P fi^cöoc ßX^iruj ' alc AiTUTTTioi ceiLivüvovTai, diravfiXGev ^v laTc buvd)ieci ^ifa qppovaiv Kai bi' aiiTccc Geöv auTÖv dvriTÖpeucev.^) Ob Celsus hierfür in einer jüdischen Erfindung den Anhalt fand, mag dahingestellt bleiben. Es ist ja nur die allgemeine Ansicht der Zeit, daß, wer eine über- natürliche &vva|Liic in sich trägt, sie in Ägypten erworben hat. Diese Auffassung begegnet uns bei den Kirchenvätern, die in der Charak- teristik der einzelnen „Magier" wie in den mancherlei Anekdoten Ägypten als Heimat der Zauberei betrachten; sie begegnet uns im Talmud, wenn der Pharao höhnend zu Moses und seinem Bruder sagt: „Das ist die Kraft eures Gottes? Von Ägypten stammt ja das Zauberwesen der ganzen Welt" und fünfjährige Knaben die Wunder des Moses wiederholen*); sie begegnet uns im griechischen Roman wie bei dem Spötter Lukian. Ob sich jene buvamc in dem Heil- 1) Vgl. für seine Auffassung der Heilwunder Orig. VIII 58: öri fifjv iv Totcbe ii^XPi TU)v iXaxicTUJv Jcnv öxiu fe^öorai 4Eoucla, indöoi nc dv il iBv AItOittioi X^Touctv, öti dpa toO dvöpubirou tö cuina K Kcl xpidKovra 6ieiXn(ii tuj öeivi. Tr| bk äWt) jLiiHei TrdXiv äXXiu inroTOexai ibcauTiuc upoccpepeiv, i'va kwi aiiTÖc TLu aXXuj. Das scheint eine Fortbildung der alten sakralen Auffassung der cuvoucia, welche mit einem gewissen „Libertinismus" zusammenhängt, aber nicht bloß als „Libertinismus" erklärt werden darf.i) Anders gewendet ist die Vorstellung von dem Trank,, der nach der Vorschrift Z. 4 ff. getrunken werden soll, Milch von einer schwarzen Kuh und attischer Honig: Kai Xaßibv tö T^Xa cuV tuj [|li^Xi]ti d-iTÖTTie Ttpiv dvaroXfic fiXiou, kai eciai ti evGeov iv xfl cr| Kapbi(j(. Auch hier waltet die Vorstellung von der Geburt des Gottes in uns, nur fehlt der Gedanke an die cuvoucia dabei. Daß hieraus ein in der christlichen Kirche weit verbreiteter Tauf brauch geworden ist, hat Usener unlängst überzeugend nachgewiesen.^) Aber auch die Vorstellung von der cuvoucia ist schon damals mit der christlichen Taufe verbunden worden. Irenäus berichtet I 21, 3 von einem Teil der Markosier: vu)a(pujva KaTacKeudZ;ouci Kai jituciaYiuTiav ^TTiTeXoOci luiei' d7tippr|ceujv tivujv toTc TeXeioujuevoic, Kai TTveujuaiiKÖv TdjLiov qpdcKouciv eivai t6 utt' auTUJV Tivöinevov Katd Tf|v öfnoiÖTTixa Tuiv dvui cuZuTiuJV. Die „Wiedergeburt" mußte sich ja notwendig mit der Taufe verbinden; ihre Identifizierung mit der Prophetenweihe war in den ägyptischen ReligionsvorsteUungen begründet. Zu ihnen führt mich eine Geschichte bei Josephos (Änt XVHI 65 ff. Niese) zurück, deren Bedeutung bisher meines Wissens nirgends hervorgehoben ist. Im Jahre 19 n. Chr. wurde in Rom der Tempel der Isis aus folgendem Anlaß zerstört. Der junge Mundus, der in eine vor- nehme und ebenso schöne als keuöche Frau verliebt war, hatte, als alle anderen Anschläge gegen sie scheiterten, den Oberpriester der Isis bestochen, deren Kult die junge Frau ergeben war. Dieser übernahm es, das Opfer für eine Nacht in den Tempel zu locken (72): 1) Derselben Sekte schreibt Epiphanios (XXVI 3) die Benutzung des unten zu besprechenden Evangeliums der Eva zu, dessen ägyptische Färbung un- verkennbar ist. Die Kosmogonie einer verwandten Richtung, von der er (XXV 6) berichtet: äXXoi bi nvec ü aOxüjv Kcvd xiva övöfLiaTa dvairXdxTouci Xd^ovrec öti ck6toc f^v Kttl ßueöc Kai ö&uip, tö 6^ irveOna dvct la^cov toOtiuv 6topic|aöv Itroirj- caro oOtuiv, erinnert in ihrem Anfang lebhaft an das HI. (IV.) Hermetische Stück: i^v fötp cKÖToc äueipov kv dßOccq) koI liöujp koI uvcOina Xeirröv voepöv, buvdiaei Qdq. övra iv x*Ei- Ähnliches ließe sich noch mehr zusammenbringen. 2) Rhein. Mus. 67, 177 j0F. (vgl. 192 A. 69). Prophetentum. cuvouda. Isismysterien. 229 Tr€^q)9€ic IXexev fixeiv uttö toO 'Avoußiboc, IpujTi aiiTf]c f|ccri|n^vou toO GeoO KcXeuovTÖc re ujc autöv ^X9eTv. tQ hk cuktöc 6 Xötoc ^v Kai TttTc TC qpiXaic ev€KaXXuu7TiiÜ€T0 ttj im toioutoic dSiiucei toO 'Avoußiboc Kai qppdZei irpöc töv avöpa beiTrvöv re auTr| Kai euvfiv toO 'Avou- ßiboc eiCTiYTC^Öcti XW^^ oöv eic tö T^iaevoc. Kai bemvricaca, ibe UTTVOu Kaipöc f|v, KXeicGeicujv tOliv Oupujv uttö toO lepemc Ivbov dv TLu veuj Kai Tci Xuxva ^kttoöiuv f^v' Kai 6 MoOvboc , Trpo€K^Kpu7rro yap T^be, oux finapiev oMiXiuJv Tuiv npöc ainfiv rravvuxiöv t€ auTu» bieKOvr|caTO uTreiXriqpma GiEÖv eivai. Die Frau rülimt sich am folgenden Tage nihig der genossenen Gunst, bis der freche Hohn des Mundus ihr den Sachverhalt enthüllt. Eine Anzeige an den Kaiser Tiberius führt dann die augenblickliche Unterdrückung des Kultes herbei. Es ist, denke ich, klar, daß das Verhalten der betrogenen Frau wie ihres Gatten voraussetzt, daß in dem Isiskult ein Mysterium der Ver- einigung des Offenbarungsgottes Anubis>) mit dem anbetenden Weibe bestand, welches dieses zu höherer Erkenntnis und höheren Weihen emporheben sollte. Es ist kulturhistorisch interessant und wirft auf den religiösen Verfall in jener Zeit ein eigenartiges Licht, daß diese brutalen Vorstellungen von der Vereinigung Gottes mit dem Menschen in dieser Zeit den gebildeten Kreisen Roms gepredigt werden konnten.*) Aus einer theologischen Rechtfertigung hat Plutarch ( Vit. Numae 4) die Angabe erhalten: KaiTOi öokoöciv ouk dTTiGdvuuc AitOtttioi biaipeiv* ibc twvaiKi jLi^v OUK döuvaiov TrveOiiia nX^cidcai GeoO Kai Tivac ^VTCKCiv dpxdc feveceijuc, dvbpi b' ouk Icix cumiiHic trpöc Geöv oub' 6|iiXia cu)|iaT0c (ähnlich, doch verblaßter, Quaest eonv. VIH 1). Es handelt sich hier nicht um die Geburt eines Heros, wie aus dem beschmikenden Ausdruck dpxdc rivac T€V^C€ujc klar hervorgeht, ebensowenig aber um ein bloßes Spiel der Phantasie, eine mystische Seelenbrautschaft, wie sie -in dem Berliner Papyrus auch dem Manne 1) Vgl. oben S. 118. 119. 2) Daß ähnliche Voretellongen ursprünglich in fast allen Religionen be- gegnen, verfolge ich hier nicht, wo es sich darum handelt, eine in Ägypten entstandene Literatur eunächst auf ihre heimischen Elemente zu prüfen. Daß dieselben Vorstellungen auch für die Betrachtimg des Königs als Gottes Sohn gelten, habe ich in Beigabe V weiter ausgeführt. Wie verbreitet diese Art Mysterien noch in hellenistischer Zeit in Ägypten waren, zeigt eine In- schrift im Tempel von Edfu (Bergmann, Hieroglyphische Inschriften 43), welche die Priester ermahnt: „Nicht berühret den Ort der Weiber, noch tut an dem Orte, was daselbst nicht getan werden soll." 230 ^I- ^iö jüngere Poimandres-Schrift. zugemutet wird; es ist die Erklärung des in zahllosen Inschriften bezeugten Brauches, daß die Gattinnen des Königs, der höchsten Beamten und der Priester die Gemahlinnen, bezw. Kebsweiber eines Gottes sind. Die Folge kann nur eine sakiale Stellung ihrer Söhne sein, die doch zugleich nach dem irdischen Vater heißen und auch als dessen Kinder gelten. Hieraus ist der eigenartige Ausdruck dpxai Tivec Y€veceujc, welcher Theologen vielleicht interessiert, zu erklären.^) Daß später die Vorstellungen von der TTaXiYftvecia eine andere Wendung nahmen, ist leicht zu begreifen; bei Apuleius ist die all- gemeine Mysterienvorstellung, nach welcher mit der Weihe das alte Leben beendet ist und ein neues begonnen hat, eingetreten. Aber auch bei ihm erkennt man noch unschwer Reste einer stark sinn- lichen Ekstase. Auch in unserer Hermetischen Schrift ist die Vor- stellung der cuvoL'cia aufgegeben, aber die Frage des Tat, ob der in ihm geborene Gottessohn denn ein anderer sei als er selbst, zeigt noch die Nachwirkung einer alten Anschauung, die sich auch in dem Gebet (H 1, oben S. 20): eXGe jiioi, Kupie '€p|Lif], ibc rd ßpeq)ri eic xdc KoiXiac Tuiv YuvaiKwv verrät. Ganz aufgegeben ist der Gedanke an die cuvoucia in jener kpd 'Kf\^>\Q "rraptbpou 5ai.uovoc, die ich aus dem Papyrus Mimaut im Schluß des vierten Kapitels angeführt habe, und in dem Poimandres. üennoch ist die Erkenntnis der Verbindung der \r\\\tic Trapebpou mit dem Prophetentum nicht unwichtig für die Beurteilung jener Gebete um Erhaltung der yvOücic oder jenes großartigen Wortes: ttoiticöv jae uTTr]peTr|v tOjv dvd CKidv |nou, und selbst auf die Einleitung des Herraas, in der wir ja die ältere Fassung des Poimandres wiederzufinden meinten, fällt von hier neues Licht. Die Worte 7rpoc€uHa)iievou jitou €V tu» oiKUJ Ktti KaeicavTOC €ic rr\\f kXiviiv eicfiXGev dvrip Tic wie die Ver- kündigung: dTrecTaXtiv, iva ^leTd coO okricuj Tdc Xomdc fi)iiepac ttic l{x}f\c cou erinnern durchaus an die Xr^iic bai/novoc, ja der Berliner 1) Die Frage läßt sich wenigstens aufwerfen, ob nicht schon in das neu- testamentliche Judentum einzelnes aus diesen Vorstellungen übergegangen ist. Wenn Paulus verlangt, daß das Weib beim Beten und „Prophezeien" das Haupt verhüllen soll biet touc d-pf^Xouc (I Kor. 11, 10), so scheint er zu meinen, daß es in dor Ekstase dem Angriff der irveOiiiaTa besonders ausgesetzt ist. Die richtige Deutung scheint Everliug (a. a. 0. S. 32 ff.) begonnen zu haben ; doch muß ich bei der großen Wichtigkeit, welche der Nachweis einer Bekanntschaft des Paulus mit diesen Vorstellungen haben würde, seihet zufügen, daß das Eätselwort auch dann noch Schwierigkeiten macht. Prophetentum und Wiedergeburt. Fortsetzung der Erklärung. 231 Papyrus bietet (Z. 165) sogar ein ähnliclies Gebet: dKivrixoc |iiou Yivou dtrö Tf^c crJiLiepov fi|i€pac im töv ÖTravta xpövov xfic lvjr\c ).iou. — Ich kehre zur Erklärung der Hermetischen Schrift und ihrer Einzelheiten zurück. Im Poimandres vollzieht sich die Reinigung der Seele von den Lastern und ihr Aufstieg zu Gott beim Tode, in unserer Schrift bei der Wiedergeburt; sie ist in gewisser Weise schon eine Xucic xoö CKr|V0uc, Das kann nach den obigen Aus- führungen nicht befremden; ich darf auf die Auffassung der Isis- Mysterien bei Apuleius und auf das Mithrasmysterium verweisen. Die- selbe Gleichsetzung der dvafevvricic mit dem Tode fanden wir in der christlichen Bearbeitung der Naassenerpredigt (S. 93 A. 3. 4) und finden sie klarer noch z. B. bei den Valentinianern (Clemens Alexandrinus Exe. ex TJieodoio 76): 6 t^P £ic Geöv ßauTicGeic eic 6eöv ex^P^ct und: eic oöc (Vater, Sohn und Geist) dvaTevvuüiueGa tOüv Xomiuv buvdiaeujv UTtepdvuj Tivö|aevoi. ^) Ahnlich betrachten die Markosier sich als ev uv|iei uTTEp TTdcav büvajiiv und als eic Tf]V urrep irdvia buvafiiv dvaYe- Yevvrmevoi. — Festgehalten ist dabei in unserem Traktat, daß die Laster von außen in die Menschenseele hineingebracht sind^), und zwar durch den Einfluß der Gestirne. Aber während im Poimandres die sieben Planelen Urheber der Laster sind, werden in unserer Schrift die zwölf Zeichen des Tierkreises, die eigentlichen Schicksalsherren nach ägyptischer Lehre, für sie eingesetzt. Ihre Geister wohnen in dem natürlichen Menschen, wie die buvd|üi€ic GeoO in dem neuen wohnen, ja ihn ausmachen.') Daß ursprünglich jedem Ti)Liüüpöc baiiuaiv eine büvainic GeoO gegenüberstand, erkennen wir deutlich und brauchen uns nicht auf die mancherlei gnostischen Parallelen z. B. in dem berühmten bidTpa)i)ia der Ophiten bei Celsus zu berufen, wo den sieben bösen Geistern die sieben guten gegenüberstehen. Die Liste der buvdjueic ist charakteristisch: tvwcic GeoO, tvüjcic x^pdc, exKpdteia, Kapxepia, biKaiocuvri, KOivujvia, dXrjGeia — dfaGöv, liui], q)u)C. Es ist 1) Dieselben Worte (eic 6eöv x^up^iv) bezeichnen im Poimandres den Tod. — Ob vielleicht der Nachweis des Altera dieser hellenistischen Vor- stellungen auch auf die Bildung der Paulinischen Begriffe Licht wirft, müssen die Theologen entscheiden. 2) Auch dies lehrt Valentinus ebenfalls, vgl. die schönen Erläuterungen von Schwartz, Hermes XXXVIII 95 ff. 3) Die Vorstellung von dem Mikrokosmos und Makrokosmos waltet dabei natürlich mit; die Tierzeichen oder die Planeten entsprechen ja den Teilen des Menschen. 232 Vn. Die jüngere Poimandres-Schrift. klar, daß die 'drei letzten in den Hermetischen Schriften sonst das Wesen der Gottheit ausmachenden buvd|aeic nur einem mystischen Zahlenspiel zu Liebe eingesetzt sind. Der Verfasser weiß in der Einzelausführung auch nichts mit ihnen anzufangen. Ob er die Zehnzahl, die vereinzelt auch in ägyptischen Theosophien hervor- tritt, etwa angenommen hat, um im ganzen 22 buvd,u€ic entsprechend den 22 CTOixeia des hebräischen Alphabetes zu gewinnen, d. h. ob er auch unter jüdischem Einfluß steht, wird sich kaum ganz entscheiden lassen.^) Ziehen wir jene drei buvdiiieic ab, so bleiben sieben Tugen- den, welche den sieben Lastern des Poimandres entsprechen. Fünf darf man sich direkt gegenüberstellen: dTKpdreia — ^iTi0u|aTiTiKfi dTTdiTi; biKaiocuvri — dpxovTiKf] Trpo0u)Liia; Kaprepia — dvociov Gpdcoc Ktti TÖX|ir|C TTpoirexeia; KOivujvia — KOKai d vom Berge zum Strom. ETas Bleibende in allen Dingen ist Amon(?). Dieser herrliche Gott war von Anbeginn an. Nach seinem Ermessen ward die Welt. Er ist Ptah, der älteste der Götter. Er wird zum Greise und verjüngt sich zum Kinde im kreisenden Laufe der ewigen Zeit. Den Menschen ver- borgen, scharfsichtigen Auges durcheilt seine Haine (??) sein Körper als Lufthauch. — Die Erde steht unter deinen Plänen (ßouXai); es sind die Götter unter deinen Armen, es sind die Menschen imter deinen Füßen. — Was du ausgeworfen, es ward zum Gott Schu, was du ausgespieen, zur Göttin Tefnowet^); du schu- fest also den Götterkreis als Anfang des Seins. — Du fügtest zusammen die Leiber der göttlichen Scharen; du verteiltest die Gaue mit ihrem Reichtum; sie feiern dir Feste in ihren Tempeln. — Du bist der Himmel, du bist die Erde, die Tiefe bist du, du bist das Wasser; du bist die Luft zwischen ihnen (Himmel und Erde).« n. „Er gießet aus des Odems Lüfte für alles was atmet in seinem Namen als göttlicher Amon, der das Bleibende ist in allen Dingen, die Seele des Schu für alle Götter. Er ist der Leib des lebenden Menschen, der Schöpfer des Baumes mit nährender Frucht — der Freund des Skorpiones in sein'em Gange(?). — Der große Baumeister, der da ist von Anbeginn, ein Ebenbüd, das selber modelt seine eigene Gestalt mit eigenen Händen in allen Formen nach seinem Belieben. — Bleibend, dauernd vergeht er nie 1) Ich gebe nur einen AtiBzng. Einiges ist nach gutigen Mitteilungen von Prof. Spiegelberg berichtigt; es kommt mir mehr auf den Eindruck des Ganzen als auf bestimmte Einzelheiten an. 2) Etymologisches Spiel mit den Namen (vgl. S. 140 A. 1). Über den Gött^rkreis vgl. oben S. 63 und 53. Der König verehrt, indem er diesem Gott huldigt, „tlie vier Paare der uranfanglichen Götter", ja sein Preislied ist ihr Preis lied zu Ehren ihres Vaters. So werden sie zum Schluß genannt. l(J* 236 Vn. Die jüngere Poimandres-Schrift. in Millionen und aber Millionen Jahren der Ewigkeit. — In den Wolken lebend, hoch über Gott Schu, läßt er kreisen den Himmel, Er tritt hinein in alles Gehölz; er spendet Gedeihen den Früchten der Bäume (?); er öffiiet das Sehen (?), offenbart seine Macht in allem Getiere ron mächtiger Kraft. — Aller Seelen Schöpfer ist er. — Man hört seine Stimme, doch unsichtbar bleibt er allen Wesen, die Odem einziehen. — Amon, die Seele des Schu, der in der Wolken- region wanderte bei (seit?) der Trennung von Himmel und Erde. Siehe, er ist fest in allen Dingen, das Leben, von dem man lebt in Ewigkeit." Denken wir uns diese Lieder in griechische Sprache und grie- chische Begriffe übertragen, wobei die alten Kultformeln notwendig einen Teil ihrer Kraft verlieren und die Grundanschauung sich ein- heitlicher durchbilden mußte, so sind wir dem Pantheismus der Hermetischen Stücke ganz nahe gekommen. Auch das Verhältnis Gottes zu dem Menschen entspricht in ihnen altägyptischen Vor- stellungen. Ich muß noch einmal an Bekanntes erinnern. Von jeher hat der fromme Ägypter geglaubt, nach dem Tode zu Gott zurück- zukehren, selbst Gott zu werden. Von jeher hat er ferner in dem lebenden König den Gott oder Gottes Sohn gesehen. Daß der Totenkult einzelner Lehrer und Priester sich dazu erweiterte, daß man sie als Götter oder als Inkarnationen eines bestimmten Gottes empfand, haben wir früher (S. 118) gesehen. Seit ältester Zeit hat aber auch der ägyptische Zauberer sich als den oder jenen Gott bezeich- net^), ihn in sich waltend oder wohnend und sich nur als dessen eibuüXov gefühlt. Es wird altägyptischer Vorstellung entsprechen, wenn in den Zauberpapyri behauptet wird, daß selbst der Leib des Menschen, in den der Gott eintritt, diesem ähnlich wird.*) Um diese 1) Vgl. oben S. 28. Ägyptische Texte bietet z. B. Brugech, Rel. u. Myth. d. alt. Äg. 722 ff. 2) Vgl. oben S. 21 Gebet III 11 und die Beschwörung des Hermes bei Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 39 Z. 670: koI «lußriGi aÖToO ek r}]v H>uxriv (es handelt sieb um einen Knaben), Iva TumibcriTai ti?|v dGd- voTov |Liopqpi?iv kv qpujTl KparaiCp xal dqpGdpriu. Auch diese Anschauung hat auf die bellenistische Mystik weiter gewirkt. — Daß von den oben angeführten Vorstellungen viele sich auch bei anderen Völkern finden, verfolge ich wieder nicht; von Ägypten muß man bei Erklärung der Hermetischen Vorstellungen Pantheismus. Gott und Mensch. 237 dTToOeujcic zu erlangen, bedarf es eines geheimen Wissens vom Namen und Wesen des Gottes; in festen Formeln wird es überliefert, und ein Mysterium ist es, in welchem der Gott sich dem Menschen ver- bindet. In einem altägyptischen Zaubertext wird als magisches Buch erwähnt „das Buch zu sein wie Gott".^) Den Zaubervorschriften entspricht wieder die theologische, ja selbst die eigentlich erbauliche Literatur. In dem Papyrus Insinger, dessen Schrift Prof. Spiegel- berg etwa in das erste Jahrhundert der römischen Herrschaft setzen möchte, soU in Col. XXXV und XXXVI Gottes Weisheit und Vor- sehung gepriesen werden. Die Überschrift des Abschnittes lautet (XXXV 17): „Die vierundzwanzigste Lehre: die Unterweisung: er- kenne die Größe Gottes^), um sie in deinem Herzen wer- den zu lassen", imd von Gott heißt es später (XXX^T 3 — 5): „er kennt den Frevler, der Schlechtigkeit denkt, er kennt den Frommen mit der Größe des Gottes in seinem Herzen; die Zunge, noch ehe sie gefragt ist, ihre Worte kennt der Gott". Das letztere er- klärt sich uns, wenn wir XXXV 19 lesen: „Thot(?)^) ist(?) Herz und Zunge des Frommen (bezw. Weisen); siehe(?) sein Haus ist der Gott." Da Thot auch Herz und Zunge des Allgottes ist, so sind Gedanken und Worte des Frommen zugleich die Gedanken und Worte Gottes, wie schon die Inschrift von London sagte und die Hermetischen Schriften wiederholen.*) So ist der Fromme in Gott und Gott in ihm. ausgehen, und wieder handelt es sich darum, einen ganzen Komplex von Vor- stellungen gleicher Herkunft nachzuweisen. 1) Aus einem magischen Papyrus des Britischen Museums (Coli. Salt 826) aus der Zeit zwischen der XXI. und XXVI. Dynastie, übersetzt von Birch {Records front Uie Fast VI 122): These are the titles of the four Books: the Old Book, the Book to Destroy Men, the Great Book, the Book to he as God. 2) Vgl. oben S. 217 über |n^e0oc GeoG. 3) Prof. Spiegelberg, dem ich die Kenntnis und Übersetzung der lehr- reichen Stelle verdanke, bezeichnet die Lesung Thot als nicht ganz sicher; an sich sei die Deutung auf einen Gott richtig, doch werde der Name des Thot in unserem Papyrus sonst anders geschrieben. Zur Charakteristik des religions- geschichtlich wichtigen Textes führe ich noch XXXV 23 an: „die Lebenszeit des Frevlers wird gewährt, um ihn mit der Vergeltung leben zu lassen". XXXVI 15: „er gibt Gesetz (?) und Recht ohne Gericht" (vgl. Herrn. XIII, bezw. XIV § 9: x»J^plc fäp Kp(c€uuc ^feiKmiiermev) ; XXXVI 17: „er schafit den Armen, der den Großen anfleht, um sein (des Reichen) Herz zu erkennen". 4) Vgl. oben S. 64 A. 4. 238 Vn. Die jüngere Poimandres-Schrift. Echt ägyptischer Empfindung entspricht es also, wenn Tat (§ 11) von sich sagt: ctKXivfic TevöjLievoc uttö toO 6eo0, d) Traiep, cpavTdJloinai, ouX öpdcei öqp9aX|Liujv, dXXd t^ bid bi»vd|U€uüv voiitiktj dv€pT€icf^) iv oupavuj ei)Lii, iv ffji, iw ubaii, ^v d^pr ^v Z,iboic eijii, iv q)UTOic, ^v tacTpi, Trpö fctCTpöc, jueid TctCT^pa, TiavTaxoO. Er ist wie Gott, außer Zeit und Raum. Die beste Parallele bietet das schon früher angeführte XL (bezw, XII.) Stück § 20: cuvauHncov ceauTov tiD d)LieTpr|TUJ laeteGei Tiaviöc cu)|LiaToc dKTrr|biicac, Kai irdvia xpövov unep- dpac Aiibv T€voO, Kai vor|ceic töv Geov. \xr\bkv dbOvatov ceauTo» (4v ceauTiu A) utrocTricdiLievoc ceauTÖv fifticai dGdvarov Kai irdvia buvd- ILievov vofjcai, irdcav }xkv xexvnv, irdcav hk. ^iriCTriiuTiv, iravTÖc Ziibou fjGoc. TravTÖc be öqjouc vv|ir|X6T€poc T€V0Ö (uvpriXÖTaTOC MAC y€V0uc MC) Kai TravTÖc ßdGouc TaTxeivÖTepoc. irdcac be xdc aicQriceic tOuv ttoiiitujv cOXXaße iv ceauru», uupöc übaxoc, EripoO Ka\ uTpoO' Kai Ö|lIoO nav- Taxr) €ivai, ^v T^ii. ^v GaXdiTi;), iv oupaviu, juribeiTuu TeT€vf|cGai, iv Tri TocTpi €ivai, v^oc, Te'pujv, leGvriKevai, td licrd töv GdvaTov Kai' TaÖTa TrdvTtt öjuoO vor|cac (vorjceic MAC), xpövouc, töttouc, trpdTliaTa (TipäT^a MAC), TTOiÖTTixac, uocÖTrixac, buvacai vorjcai Geöv.*) Es handelt sich hier freilich zunächst nur um die Erkenntnis des Wesens Gottes ; aber sie ist für den Mystiker zugleich die dTToG^uJcic.') Ich hebe 1) Vgl. § 13: aürr] dcrlv ^ TraXiYT^vecia, d) t^kvov, tö |üit]k^ti qpavxdiKeceai elc TÖ cüüjLia TÖ Tpixiü bidcTCTOv. 2) Stärker von Piaton beeinflußt ist dieselbe Vorstellung im X. (bezw. XI.) Traktat § 6: irepiXdmjiav bi (tö KdXXoc toO dYaeoO) irdvTO töv voOv kqI rf\v öXriv y]fvxf\v dvaXdnuei xal dv^XKCi 6id toO ctüinaToc koI ÖXov cötöv etc oöciav (d. h. Gott) iiieTaßdXXei. öuvotöv (dfcOvaTov MAC) Tdp, Cj t^kvov, vuxi^v diTo6€Uj6f\vai, 4v cdi.uaTi dvöpiiTrou (bei Lebzeiten des Menschen), 9ea- cani\r\v toO dtööoO xdKvov, so entspricht aufs genaueste Christi Lied in den Acta lohannis 11 (Robinson, Texts and Studies Y 1 p. 14): xic eljai i.fib, Tviiicrj, ötav dTr^XGa». 6 vOv öpüjjiiai toOto oOk ei|u(- <(8 bi eljiii) öitiei, Öxav cO ?\9r|C. 2) Vgl. auch den älteren Sonnenhynmus bei Brugsch, Rel. u. Myth. d. alt. Äg. 693: „der dem Ei den Odem spendet, die Spinne (?) ernährt in ihren Löchern und die Tarantel darin ernährt". 3) Vgl. die bildliche Darstellung oben S. 113; etwas anders gewendet ist das angeblich Platonische Wort bei Plutarch De sera numinis vindicta 6 p. 560 d: ÖTi Kord TTXdxujva irdvTiuv KaXuiv 6 Geöc lauTöv ^v \xiciu ■na.p&bf.ifixa O^juevoc. Pantheisirms. Die \&xxa IrjcoO. 241 heißt es in der Schilderung der Sintflut und des Untergangs von Sodom Matth. 24,38 undLuk. 17,27: TpiJüTOvrec Kai Trivovrec TöMOuviec KOI -ia^iloytec und f^cGiov ^ttivov eTOMOuv ^töMiZ^ovio und femer Matth. 24, 49 und Luk. 12, 45 von dem schlechten Sklaven: ecGir) bk Ktti TTivri fietct TuJv jieOuövrujv und apEniai . . dcOieiv re xai rriveiv Ktti jueöucKecGai, und beide Male ist zwar nicht von der ersten Er- scheinung, wohl aber von der Wiederkunft Christi die Rede. Den- noch glaube ich nicht, daß unser Xötiov aus diesen Stellen gebildet oder beeinflußt ist; seine Erklärung bietet die Predigt des Propheten im Poimandres (§ 27): (u Xaoi, avbpec YnTCveTc, oV li^Gi^ Kai uttvuj dauToOc eKbebiwKÖxec koi ttj ÖTVuuciqi toO 0€ou, vrivpaie, TiaucacGe bk KpaiTtaXuJvrec, 9e\TÖ|i€voi vnvvj dXÖTin — (§ 29) Kai iTp6.q>r\cay Ik ToO djißpociou ubaioc. Hiermit berührt sich, wie früher erwähnt, das VII. (bezw. Yin.) Stück (§ 1): ttoi qp^pecBe, u> ävGpuuTTOi, laeSucvTec, TÖv TTic dYViuciac äKpaiov [Xötov^ ^Kmövrec, 6v ovbk q)^peiv bOvacGe, dXX' fjbri aiiTÖv Kai diuieiie' CTfjTe vrjvpavTec^), dvaßXe'vpaie toTc öq)GaX- ^oic TTic Kapbiac — (§ 2) öttou oube eic laeGuei, dXXd TtdvTec vriqpouciv dqpopujvrec rrj Kapbiqt €ic töv öpaGfivai GeXovia — (§ 3) iva fir|Te dK0ur|c, irepi J>v dKOueiv ce bei, |Lir|Te ßXeiTTic, nepi iLv ßXcTreiv ce bei. Am nächsten dem Geist der Evangelien kommt wohl der Kern des Xof lov : TTOvei fr vpuxn |iOu ^tti toTc uioTc tujv dvGpuüTiiüv; aber fremdartiges Rankenwerk hat sich auch hier angesetzt, wie in dem vorigen Spruch. Entscheidend scheint mir die literarische Form, die bisher rätselhaft bleiben mußte. Uns sind Sprüche des Hermes wie des 'ATttGöc baimwv in Ägypten im Gemeindegebrauch begegnet, und ge- rade die letzteren zeigten ähnliche Erweiterungen und Umbildungen Herakliteischer Spruche, wie sie im fünften Spruch (?Y€ipov töv XiGov) nachweislich an einem Worte Jesu vorgenommen sind. Es ist unter solchen Umständen wohl etwas gefährlich, das Evan- gelium bestimmen zu wollen, aus dem diese Sprüche entlehnt sind, noch gefährlicher freilich, in diesem Evangelium die johanneische Sprache suchen au woUen. Ist doch, was man als johanneisches 1) Ygl. in den XaX6a°iKä XÖTia, die zwar aus anderen Kreisen stammen, in Sprache und Bild aber oft übereinstimmen (Kroll p.lb):(b xaXacpToi, vrj\|>aTe. — Die Übereinstimmung mit Joel 1, 5: ^Kvfin;aTe ol jieGOovrcc ii otvou aörOüv koI icXcOcare" ÖpnvrjcaTC irdvrec ot irivovrcc elc yiiQf\v scheint mir zu äußerlich, um eine Beeinflussung der Hermetischen Stellen durch die Septuaginta hier an- zunehmen. 242 ^^- I^iö jüngere PoimandreB-Schrift. Gut in unsem Xötia in Anspruch nimmt, nichts anderes als Her- metische Formel, Allgemeingut der hellenistischen Mystik. Ihre Verbreitung ist so weit, ihre Berührungen mit christlichen Lehren so zahlreich, daß es vollkommene Willkür wäre, die Vermittelung jeder sprachlichen Entlehnung auf das Johannesevangelium zurück- zuführen. — Mit dem Xötiov von Behnesa, von welchem wir ausgingen, haben Grenfell und Zahn zwei Stellen des ophitischen Eva-Evangeliums und des Petrusmartyriums zusammengestellt, welche ähnlichen Pan- theismus zeigen. In jenem heißt es: ^cttiv ^tti öpouc uvpiiXoO Kai eiöov ävOpujTTOv ^aKpöv Kai aXXov KoXoßöv, Kai f^KOuca ujcei (pujvfjv ßpovxnc Kai fiYTica toö dKoOcai, Kai ^XdXrice npöc fie Kai elTrev ,Af^ cu Kai cu iyw, Ka\ öirou ^dv ^c, drui ^kei elfui, Kai ^v ärradv clini kirapin^voc, Kai Ö6ev iäv eeXrjc, cuXX^t^ic |ue, i\i^ bk cuXX^yuiv iavröv cuXXeteic." Die Vision selbst scheint verkürzt vorzuliegen; wir er- fahren nicht, was das seltsame Paar tut, dürfen aber vielleicht darauf verweisen, daß Zosimos, der in seinen Visionen die Hermetische Literatur nachbildet (oben S. 9 ff.), zunächst den UpeOc täv dbÜTiuv sieht, wie er das eigene Fleisch wieder ausbricht, und im Gegensatze zu ihm dvGpDüirdpiov KoXoßöv Kai toic öboOciv ^auxoO 4auTÖv inaciO- jüievov Kai cuiuiTTiTTTOvia. Die grausige Erfindung mag durch den alchemistischen Stoff und eine Erinnerung an Pred. Sal. 4, 5: 6 d(ppujv rrepießaXe xdc x^ipac auxoö Kai icpafe xdc cdpKac auxoö beeinflußt sein^); das Paar selbst wird der ägyptisch-theologischen Literatur angehören. Die Verkündigung des Aöyoc, der hier echt ägyptisch als Stimme erscheint, ist in ihrem ersten Teil ganz unbefangen den in Kapitel I betrachteten ägyptischen Gebetsformebi entnommen, die ja auch in Hermetische Schriften übergingen (vgl. S. 142). Die Vorstellung von dem cuXXeyeiv lauxöv erinnert an die Worte des Hermes cuvc- xeöri f) voepd xevecic und e\c cuvdpGpujciv xoO Xötou. Der Wieder- geborene ist ja selbst der Aötoc eeoO. Die Vorstellung ist anders gewendet und doch noch ähnlich. Daß ein ophitisches Evangelium ägyptische Gedanken zeigt, wird nicht befremden. In dem Martyrium Petri^) gibt der Apostel zunächst in seiner großen Abschiedsrede Vorschriften, wie man die yvujcic erlangen 1) Falls das schwerverständliche jüdische Wort nicht etwa selbst auf eine ältere ägyptische Quelle zurückgeht. 2) Acta Äpostolorum apocrypha ed. Bonnet (Lipsius) I 90 sqq^. Pantheismus. Eva-Evangelium. Martyrium Petri. 243 kann: Travxdc aicGriTripiou x^picoTe xdc dauxujv vpuxac, iravröc q)aivo- lii^vou )üifi ÖVTOC dXnOoöc* Trnpiwcaxe tj|Liujv xdc ön/eic xaOxac, irrjpiwcaxe umjjv xdc ttKodc xauxac, <^xu^P>caxe> xdc TtpoHeic xdc iv qpavepu», kqi Tvujc€c0€ xd Trepi XpicxoO TtTovöxa Kai x6 öXov xfic ctuxTipiac umiiv ^ucxripiov. Das könnte bis auf den Schlußsatz wörtlich auch in einer Hermetischen Schrift stehen. Petrus rechtfertigt dann seinen Wunsch, das Haupt nach unten gekreuzigt zu werden: tiviucKexe xfic dirdciic Ocic in dem Sinne von Rvecic; es ist Isis, die ^jLit{njxoc Kivr^cic, vgl. Zwei religionsgesch. Fragen S. 106, 107. 3) Sprachlich interessant ist die regelmäßige Verwendung der Worte irpoKimTeiv, irapaK\iirreiv u. s. w. So sei beiläufig auf das Hermetische Frag- ment bei Cyrill (Contra lul. I p. 652 Migne) verwiesen: 1*1 oöv nupaiaic, (pn^iv, ÖTroKei|Li^vil Tfl 0c6i koI iiji voeptü KÖc|iui (der voepöc KÖcjioc ist der Aöyoc, vgl. oben S. 41)- ^x^\ yäp öpxovra ^TtiK€{)Li€vov örmioupTÖv Xötov toO irdvrujv becTTÖTOu, 8c |i€T* ^Ketvov irputmi 60va|iic, drf^vviiTOC, dir^pavroc, ii ^Keivou irpo- Ktj\|jaca KCl 4iriKeiTai xal Öpxei tu)v 61* aOroO &Ti)jiioupfii9^vTUJV Icn bä toO irav- TcXeiou irpWTÖTOvoc (npÖYovoc Codd.) kcI T^eioc koI T y^ICioc ulöc. Das scheint eine Erklärung der ägyptischen Darstellung der Pyramide (bezw. des Obelisken) mit der Sonnenscheibe darauf (Brugsch, Rel. u. Myth. d. alt. Äg. 266 und 261). Aber auch hier ist die Göttin Ocic mit dem Aö^oc ver- bunden; wahrscheinlich war sie im folgenden erwähnt. 244 Vn, Die jüngere Poimandres-öchrift. wir unschwer die Hermetische Formel, vgl. z. B. V (VI) 9: oubev fop ^CTiv dv TravTi ^Keivuj (dem köc|hoc) 8 ouk Ictiv auxöc (nämlich ö Geöc). IcTiv auTÖc Kai xd övxa, auxöc Kai xd infj övxa* xd \ik.v t«P övxa €(pav^pujc€, xd bi ^i] övxa Ix^i dv ^auxiu und weiter § 10: oubev kxiv, ouxoc ö oiiK ^cxiv Ttdvxa tdp <(ouxöc> kxi Kai oux6c dcxiv ^irdvxaX endlich § 11: cu fäp et ö dv (Idv MAC) iL, cu el ö dv ttoio), cu et 8 dv XeTiu. cu ydp udvxa et Ka\ dXXo oubev kxiv; 8 \xr] pcxiv]] cu el. cu Trdv xö T€v6|Lievov, cu xö }ir] T€vö|ievov. Woher diese Formeln stammen, zeigt die Verbindung xd övxa Kai xd |ifi övxa, bezw. xö T€vö|Lievov Kai xö |ufi T€VÖ|Lievov. Es ist, wie Prof. Spiegelberg mich belehrt, die Formel, durch welche schon in den ältesten ägjrp- tischen Texten die Gesamtheit bezeichnet wird. Dem Autor des Traktates hat sie Not bereitet; er deutet xd [xf] övxa als xd köjieva und gewinnt so eine Parallele zu der bekannten Inschrift von Sais: dfü) €i)iii irdv xö T^TOvöc Kai öv Kai köiuevov. Die ganze Predigt des Petrus ist durchtränkt mit den Gedanken dieser hellenistischen Mystik. Aber steht dann nicht auch das grobe Evangelienwort irdvxa bi auxou df^vexo Kai x^Pic auxou exevexo oub^ ev 8 T^TOvev mit dieser Formelsprache in irgend einem Zusammenhang? Nach meiner Auffassung allerdings, und es wäre feige, wenn ich die Konsequenzen für das Johannesevangelium nicht wenigstens andeuten wollte. Nicht nur durch den Prolog, für den ich dies früher zu erweisen versuchte *), auch durch das ganze Evangelium geht die eigentümliche Formel- sprache dieser Mystik, ja sie bestimmt bis zu einem gewissen Grade die Wahl der wenigen Themata, die immer wieder behandelt werden und die den Verfasser offenbar aufs tiefste beschäftigen. Sie drängt sich dem, der die Hermesgebete und die Hermesliteratur ein wenig kennt, so mächtig auf, daß ich, statt lange Aufzählungen für diese Behauptung zu geben, lieber vor einer Überschätzung der Tatsache warnen möchte. Zu Kreyenbühls „Evangelium der Wahrheit" wird auch das vierte Evangelium damit noch lange nicht. Gerade wenn 1) Zwei religionsgesch. Fragen S. 71 fF. Daß sich gerade in der Logos- lehre die Hellenisierung durch die Stoa am stärksten zeigt und daß keine Lehre durch sie so weit über die hellenistische Welt hingetragen ist, darf den Blick nicht von dem ägyptischen Grundelement in ihr ablenken. Wir empfinden es wieder, sobald wir die Logoslehre nicht aus ihren Zusammenhängen lösen und das Evangelium als Ganzes betrachten. Martyrium Petri. Eyangelitun Johannis. 245 man das Verfahren des Verfassers der XÖTia von Behnesa vergleicht, empfindet man, wie anders der Autor des Johannesevangeliums denkt und fohlt. Sind doch diese Formeln in der Regel in einen ganz anderen Geist und Zusammenhang gerückt, und durchdringen sich doch diese Gedanken so innig mit den übrigen die Vorstellungen des Verfassers beeinflussenden Elementen, daß man an der einzelnen Stelle immer wieder zweifeln müßte, wenn nicht eben die Fülle der Übereinstimmungen uns zwänge, einen wirklichen Zusammenhang an- zunehmen. Elq Beispiel für viele. Wenn Jesus in seinem Gleichnis 10, 11 sagt: ifvj e\\xi ö TTOijufjV 6 KaXöc, so ist der Grundgedanke selbstverständlich nicht aus der Hermetischen Literatur, sondern aus dem Alten Testament und den jüdischen Messiasvorstellungen er- wachsen: er nimmt gleich in den nächsten Worten individuelle, nur auf Jesus passende Färbung an: 6 Troifiriv ö KaXöc xfiv i|/uxriv auioO ti8ticiv uTrep tujv irpoßoiTiuv. Nur wenn sich mitten in der Ausfüh- rung nun die Wiederholung findet (14): ^yu) eifii 6 7roi|uf)V 6 KaXöc Kai TiviucKUJ rd ^^ä Kai tivouckouciv ^e xd i^a, KaGdjc tivu)CK€1 ^e 6 iraTfip kotiu tivüucku) tov Trai^pa, kann man überhaupt fragen, ob die Formelsprache der hellenistischen Mystik berück- sichtigt ist (vgl. S. 20); am Platz sind die Worte auch hier, und gleich die Fortsetzung lenkt mit den Worten Kai Tf|v q/uxliv l^ou TiOriiii iiiT^p TUJV TTpoßdTUJV Ltt den Kreis des individuell Em- pfundenen zurück. Ganz durchdrungen von diesen Formeln zeigen sich die Abschiedsreden; aber wie ist z. B. 17, 10: Kai id i^ä TrdvTa cd kxiv Kai xd cd ^jud, Kai beböHac/iai ^) iv auxoTc für diesen Zu- sammenhang umgestaltet; wie ist V. 21 das iva ndvxec ^v lüciv, KaOujc cu, irdxep, iv i}io\ KOfuj dv coi, iva Kai auxoi ev fiiniv uiciv . . . (23) dTib i\ auxoic koi cu ev dfioi^, iva iLciv xexeXeiuj^i^voi elc xö Iv so eigenartig mit der im Grunde doch neuen Empfindung der dTanr) GeoO verschmolzen, so der Situation angepaßt, daß jeder Leser Bedenken tragen wird, den Blick überhaupt auf die Herme- tischen Schriften und Gebete zu lenken. Und doch, wenn man auf den Prolog zurückschaut und das immer wiederholte „wer mich kennt, kennt den Vater'', „wer mich sieht, sieht den Vater'") auf 1) Zum Gebrauch des Wortes vgl. oben S.28 A.3 (vgl. auch S.21 Gebet Ulli). 2) Auch in den Hermetischen Schriften wird der Wiedergeborene „in Gott geboren", schaut sich in ihm und empfindet den Gott in sich. 3) Im fünften Hermetischen Stück (11) preist der Gottbegnadete: 616 xi 246 ^11- I^iö jüngere Poimandrea-Schiift sich wirken läßt, wird man wieder hierzu neigen. Sicher erscheinen mir die Einwirkungen in dem Gespräch Jesu mit der Samariterin und besonders in den beiden parallelen Erzählungen von Nathanael und Nikodemos, deren eine hervorhebt, wie der NoOc die Gedanken des Menschen kennt ^), während die andere ihn als Lehrer der TraXif- Yevecia zeigt. Gibt man eine solche Einwirkung einmal zu, so er- heben sich weitere Fragen, wie weit diese Anschauungen die Art der Darstellung beeinflußt haben. Lange ehe ich das ernste Buch von Wrede „Das Messiasgeheimnis in den Evangelien" las, hatte ich mir die Stellen angemerkt, in welchen ein an sich klares, selbstverständliches Herren wort den Jüngern rätselhaft erscheint, und in den beständigen törichten Miß- verständnissen^) eine Manier, die Anlehnung an einen literarischen Typus finden wollen. In Kap. XIII (XIV) des Hermetischen Corpus glaubte ich ihn wiederzufinden. So wirkte es überraschend auf mich, als ich bei Wrede (S. 109) las: „So könnte man fast auf den Gedanken geraten, der Autor habe nähere Bekannt- schaft mit dialogischer Literatur gehabt, in der die Reden der Hauptperson durch törichte Einwände der Neben- personen durchbrochen wurden." Wrede weist diesen Ge- danken ab; eine Manier sei ja zweifellos vorhanden, aber daß sie keine bloß stilistische Bedeutung habe, sei ebenso gewiß; ihr Ursprung werde daher auch nicht in der Gewöhnung an eine lite- rarische Form zu suchen sein. Der Einwand wird hinfällig, wenn .wir aus der XIH. (XIV.) Hermetischen Schrift nachweisen können, daß diese Form in den heidnischen Lehren vom Heüand und von der Erlösung vorkam und daß sie hier auf einer eigenartigen Auf- fassung des Mysteriums der Wiedergeburt beruht. Ich erinnere 6^ Kol öjiWjcui c€; Uic ifiauToO div; iLc iy^uv xi töiov; lüc äXXoc dlv; cC» finp et 8 äv ib, OL) 'cT 6 öv TTonö, cu et 6 Äv X^y^"- Die Quelle der Vorstellung zeigt die Inschrift von London. 1) Vgl. die Einleitung des Poimandres, die Inschrift von London und die oben angeführte Stelle des Papyrus Insinger Col. XXXVI 6 : „die Zunge , noch ehe sie gefragt ist, ihre Worte kennt Gott". 2) Ich muß für das einzelne auf Wrede verweisen, dessen Urteil mir dem Laien bisweilen etwas zu scharf zu sein, aber in diesem TeUe kaum fehl- zugehen scheint. Daß ich dem Schluß des ganzen Buches nicht beizustimmen brauche, danke ich eben der Kenntnis der Hermetischen Literatur, die mir den Hanptteil so überzeugend erscheinen läßt. Evangelium Jobannig. 247 noch einmal daran, daß Tat nicht verstehen kann, solange nicht ein Niedersteigen des Gottes (bezw. des irveOfia) in ihn ihm das Ver- ständnis erschlossen hat. Hermes hat aiviTMCtTUJbujc Kai ou xriXauYUJC gesprochen; er hat seine Worte nicht erklärt und sagt: toOto tö fl- voc, c5 T^KVov, ou bibdcKexai, dXX' öxav G^Xri uttö toö GeoO dva- )Lii|nvr|CKeTai. Ich brauche kaum auf die Parallele Joh. 14, 25. 26 zu verweisen: laOra XeXdXriKa u|liiv Tiap' u)iuv in^vuiv 6 bi TrapdKXriToc, 1[t6 TTVCÖjaa tö Stiov], 8v Tr^|iii|i€i 6 irairip ev tiu 6vö)iiaTi |iiou, dKeivoc ujidc bibdHei ndvxa xai uiroinvricei ujadc Trdvxa 8 cTttov u|liTv. Erst wenn sich die Palingenesie, das Innewohnen Gottes (14, 23) an den Jüngern vollzieht, werden sie ihn verstehen; er wird sich ihnen offenbaren und mit ihnen reden ouKeri ^v TrapoijLiiaic, dXXd uappricicjt (16, 25). Jetzt sind sie zwar gereinigt durch jsein Wort, aber noch nicht mit der Himmelskraft begnadet.^) Das vierte Evangelium entstand, als das Christentum nach seiner ersten Auseinandersetzung mit dem Judentum für weitere Eroberungen zunächst auf die von hellenistischer Mystik beeinflußten Kreise an- gewiesen war, als es bei seinem Emporstreben gezwungen war, aller- orten durch eine Schicht dieser Mystik hindurchzuwachsen, einer Mystik, die sich gerade damals zu^ immer höherem Schwünge erhob. An vielen Stellen ist das Christentum dabei verkrüppelt oder ver- wildert; im ganzen tauchte es in eigener Kraft, nur bereichert um eine Fülle tiefer Gedanken und Bilder, wieder empor. Aber das Christentum hatte schon früher, schon als es sich bildete und seine erste Literatur schuf ^, diese Mystik und ihre Literatur am Platz und in jüdischen Kreisen wirksam gefunden. Es ist kaum denkbao*, daß die christliche Literatur nicht den vorhandenen Wort- und Formel- Bchatz zum Teil übernehmen mußte, und Wort und Formel üben ihren eigenen Zwang, der sich im Fortschritt der Zeit und in der allmählichen Ausgestaltung der Lehre verstärkt,') Sollen wir jemals 1) Vgl. 16, 8: 1\br\ 6>iöc Ka6apo( tcre biä töv Xötov, 6v XeXdXriKa tyäv mit Herrn. § 16 KaXuic ctreiibeic XOcqi tö ckt^voc" Kei^aöapti^voc yäp. Hermes beruft eich hier auf ein Wort des Poimandree, das diesen Zwiscben- zustand abzukürzen befiehlt, etwa 6 KeKoSapia^voc cireucdiTU) XOcai tö CKfjvoc 2) Die Frage, ob wir Einwirkungen des Hellenismus poch früber, d. h. auf die: Person des Stifters, annehmen dürften, muß ich anderen zur Beantwortung überlassen. Entscheidend wäre dafür besonders, ob Christus sich wirklich als des Menschen Sohn bezeichnet hat, und in welchem Sinne es geschah. 3) Ich halte diesen Zwang der Formel, dem sich sogleich die Übernahme 248 ^I- I^iö jüngere Poimandres-Schriffc. ein brauchbares Lexikon zum Neuen Testament erhalten, so wird es die Reste hellenistischer Mystik, die bis dahin hoffentlich ge- sammelt und kritisch bearbeitet sind, nicht weniger als die christ- lichen Schriften berücksichtigen müssen und wahrscheinlich wenig- stens in dem Hermetischen Corpus mancherlei jüdisches, aber kein christliches Sprachgut nachweisen, wohl aber umgekehrt in der spätjüdischen wie der frühchristlichen Literatur viel Hermetisches. — Wir sind an das Ende des weiten Weges gelangt; denn nicht alle Hermetischen Schriften zu erklären, sondern Werden und Wachsen einer bestimmten Gemeinde in ihren Schriften zu verfolgen, war meine Aufgabe. Ich fasse die Ergebnisse kurz zusammen. Gegründet wurde die Poimandres-Gemeinde jedenfalls vor Beginn des zweiten Jahr- hunderts n. Chr. und nach dem Beginn des zweiten Jahrhunderts V. Chr. Die Geschichte der "AvSpujiTOC - Lehre in Ägypten läßt uns mit einiger Wahrscheinlichkeit auf die Zeit um Christi Geburt raten. Begründer der Sekte war ein ägyptischer Priester, welcher eine Lehre von der Weltschöpfung durch Ptah mit einer vom Osten ein- dringenden Verkündigung von der Knechtschaft und Befreiung des Menschen zu einem gnostischen System verband. Die Gemeinde breitete sich aus und wirkte schon um Beginn des zweiten Jahr- hunderts selbst nach Rom herüber. In ihrer Lehre steigert sich im Laufe der Zeit der mystische Grundzug und mit ihm das ägyp- tische Element. Das Prophetentum tritt im Laufe des zweiten Jahr- hunderts immer stärker hervor. Eben dadurch näherte sich die Gemeinde wieder den zahlreichen Hermes-Gemeinden, um endlich im Laufe des dritten Jahrhunderts völlig in sie aufzugehen. Kraft und Bedeutung des Prophetentums scheinen dann wieder abzunehmen und zugleich die jüdischen Einflüsse zu wachsen. Mit dem vierten Jahrhundert entschwindet die Gemeinde unserem Blick. Das ist im Grunde alles. — Ich muß befürchten, daß es mir bei der Einzelausführung begegnet ^ein wird, ab und' an zu viel für Ägypten in Anspruch zu nehmen, und der Kultformen gesellt, für sehr viel wichtiger als die einzelnen Entlehnungen bestimmter Lehren. Wie stark z. B. der 'ägyptisch-hellenistische Einschuß in der Dämonologie des Paulus ist, hat im Grunde weniger zu sagen als die Frage, wieweit Gebete, wie das in der Lehr« der Apostel (X 2) erhaltene, die Mysterien und vor allem Einrichtungen wie Prophetentum und Propheten- predigt durch hellenistische Gedanken ermöglicht oder von ihnen beeinflußt sind. Schlußwort. 249 daß ein flüchtiger Leser den Eindruck erhalten könnte, ich wollte die Entstehung des Gnostizismus ganz nach Ägypten verlegen. Meine Ab- sicht war gerade, jedem Versuch, ihn aus nur einer Quelle herzuleiten, entgegenzutreten. Wenn wir z. B. die chaldäischen Orakel mit den Hermetischen Schriften vergleichen, finden sich in Sprache und Ge- danken manche Übereinstimmungen, aber der mythologische Kern ist ein verschiedener. Daß wir diesen mythologischen Kern der gnostischen Systeme nicht übersehen dürfen, lehrt besonders die Inschrift von London. Es handelt sich zunächst um die Ausgestaltung geoflfen- barter Religionen, und Propheten, nicht Philosophen reden «u uns. Was sie uns bieten, ist oft aus verschiedenen Bestandteilen zu- sammengesetzt, oft wohl auch nach der Zusammensetzung wieder in andere Zusammenhänge hineingearbeitet. Was die verschiedenen Bestandteile ursprünglich sich näherte, war die allmähliche Aus- gleichung der religiösen Vorstellungen im Osten. Wann sie begsum, ist noch kaum zu sagen. Daß schon das Perserreich mit seiner weisen Duldung aller Volksreligionen, mit dem Verpflanzen größerer Volksmassen von- der Peripherie in das Innere des Reiches und der Ansiedelung starker Garnisonen, z. B. in Ägypten, sie mächtig för- dern mußte, ist wohl klar. Entscheidend aber ist, daß auf ver- schiedenen Gebieten die mythologischen Gestalten bereits begonnen hatten, sich in begriffliche umzusetzen. Das ist für Ägypten wohl ohne weiteres klar; für Persien dürfen wir es ebenfalls annehmen^); für Babylonien weist das allmähliche einseitige Vortreten der Planeten- götter auf eine ähnliche Entwicklung. Die Übertragung dieser reli- giösen Vorstellungen in die einheitliche Formelsprache und Begriffswelt 1) Vgl. Plutarch De Is. et Os. 47: 6 fi^v *ßpo|LidZric 4k toO KaeapujTdToO is . . . mirdberis . . . videbis . . . vidd)is . . . sed istic erwnt miUe corporum animonim pcstes et beUa et lairocinia et venena et na/ufragia et intemperies cadi corporisque et carissimorum acerba desideria et mors, iticertum facüis cm per poenam crudatumque. delibera tecum et perpende quid veUs; ut ad üla venias, per illa exeundum est." respondebis veUe te vivere (quidni? immo, puto, ad id non Kinvitus} accedes, ex quo tibi aliquid decuti doles): vive ergo ut convenit — nem^, inquis, nos consuluit — consulti simt de nobis parentes nostri, qui cum condidonem vitae nossent, in Iwmc nos sustulerunt. Die letzten Sätze machen, wie Uhl schon hervorhob, einen ge- zwungenen und geschraubten Eindruck; sie werden vielleicht verständ- licher, wenn wir die Beschreibung dessen, was die Seele sehen soll, näher prüfen. Es ist zunächst der KÖCjaoc in seiner Schönheit. Die Seele schaut von oben (18,4) in weitem Überblick die Erde und das Meer; sie ge- wahrt aufblickend den wunderbaren Gang der Gestirne und ihre Wirkung. Es ist die selige Schau, die sie dem Körper entrückt im Äther ge- nießt. Um sie zu erlangen, muß sie das Erdenlos mit allen Härten erdulden (ut ad iUa venias, per illa exeundum est). VoUe Bedeutung hat die ganze Ausfährung nur für den, welcher die Seele in freiem Entschluß zur Erde niedersteigen läßt. Er kann sagen: du hast es 1) So, meine ich, ist mit einem der deteriores und Haase zu schreiben; die Vulgata ist: öv cou rdv äfreXov töv ^ttI tt^c irpij[;Tric üjpac biardccovra HCvcßaiv, Kai töv ^irl Tf^c öcuT^pac dipac veßouv, koI töv tn\ rf^c TpiTtic dipac Xtiiuei, Kai TÖV in\ Tf\c TCTdpTTic üupac luopiaoO, koI töv iirl ttjc ir^inirTTic iDpac vouqpirip, Kol TÖV iiii Tf\c ?kttic dipac xopßopßaO, Kai töv ^ttI Tf|c ^ßSöjaiic üjpac opßei^O, Kol TÖV ^itl Tf\c öföÖTjc üipac Ttav|iuj9, Kai töv k-ni Tf\c h/6.vc\Q O'ipac 0u- 258 Beigabe II. Buchstabenmystik und Aionenlehre. Ähnliche Aufzeichnungen bieten dann auch stärker christianisierte Traktate, ß.o das Testament Adams. ^) Eine noch unbenutzte Fassung fand ich im Paris, graec. 2316 fol. 324 ff. und zitiere danach: irepi Td»v övo^idTiuv Tüüv ujpojv xnc njuepac: ujpa a KaKeirai 'lai^K' |Ka- XeiTtti] dv lauiri ifj ujpci KaXov ecri toTc dvGpwTtoic npoceuxecöau ujpa ß' KaXeiiai NavoupiC iv Tauir) ti^ ujpcc euxai Kai öfivoi tujv dYT^^uuv. ujpa t' KaXeirai Ouxocioiip- h raurri irj üjpa fcuxapiCToOci Tci TceTrivd töv Geov. bi xauTT) t^^ üjpa dTToreXeiTai irdv ctoix^Tov tuuv opv^ujv.^) Es folgt: TTcpl Tu)v övoiadiujv tujv ibpu»v xfic vuktöc: uipa a xaXeiTai AouxaXeiiJ' dv tauTt^ rrj &pa aivoOciv oi baiVovec TÖV 9e6v. TauTi} ttj ujpa gute dbiKoOciv oÖTe KoXdIouciv, iiiexpi av fi bericic auTuiv TcXr|pu)0ri. ujpct ß' KaXciTai |bä] TTe'Xoup" Tauir) Tf| (xr) auxf) Cod.) ujpqi aivoOciv oi Ixöuec xov Geov Km -rrdv ei xi (eixe Cod.) iv öbaciv. So geht es fort, nur daß die besondere Beziehung be- stimmter Wesen auf eine bestimmte Stunde, d. h. die Schöpfungs- vorstellung, nicht mehr voll gewahrt ist. Erwähnung mag wegen des Folgenden endlich noch finden, daß auch die jüngere jüdische Theologie wenigstens die Erschaffung Adams auf die ^wölf Tages- stunden verteilt*): in der ersten Stunde sammelte Gott den Staub, in der zweiten machte er ihn zu einer ungeformten Masse, in der dritten reckte er seine Glieder aus u. s. f. « — lüievqppi, Kai töv iirl Tpc fceKdxric üjpac capvoxoißaX, Kai t6v in\ Tf\c kyht)f.6.xr\c Oupac ßaSiaßTiX, koI töv knX Tf]C biubeKOTiic üipac aßpaöiaßpi. Dem entspricht, daß in der Einleitung die Göttin selbst mit zwölf Namen beschworen wird: ir^Mit/ov ÖTYcXöv cou 4k tu)v irapeöpeuövTUJv cou. ^EopKiZu) <(c€> toic |uieY. 121. 2) Zwei verschiedene derartige Aufzählungen sind in einander gearbeitet. Die nächste Stunde ist für das Gebet der Schlangen und giftigen Tiere, die folgende für das der Löwen und reißenden Bestien bestimmt u. s. f. 3) Ich entnehme einzelnes der allerdings recht unzulänglichen Zusammen- stellung von J. Dreyfus, Adam und Eva nach Auffassung des Midrasch (Straß- burg 1894) S. 10 ff. Die Verteilung der einzelnen Handlungen auf die zwölf Stunden wechselt beständig. Daß Sündenfall und Ausweisung aus dem Para- diese dabei mit hineingezogen sind, ist eine durchdie Auslegung von Psalm 49, 13 veranlaßte Umbildung des Typus. Jüdische und christliche Nachbildungen. Schöpfungsvorstellungen. 259 Die Einzelheiten der Schöpfungsgeschichte des Papyrus Mimaut erklären sich dabei aus der jungen Lehre von der cujurrdGeia der ver- schiedenen Teile der Schöpfung, wie sie uns am klarsten in dem von Pitra herausgegebenen Auszug: Ik tüjv 'ApTroKpaxiujvoc toO 'AXeSavbpeiac Trepi qpuciKuJv öuvdfieujv Iujujv t6 q)UTUJV xe xai XiGuJV entgegentritt. ^) In lexikalischer Ordnung werden hier z. B. unter dem Buchstaben A als durch cu^irdOeia mit einander verwandt aufgezählt: öpaKÖVTiov ßoTctVTi, bpuKoXdTTTiic TTTrivöv, bpdKuuv ixOwc, bevbpiTTic XiGoc: Die lexikalische Ordnung, welche 24 Kategorien bietet, scheint dabei von dem später zu besprechenden Buchstabenzauber beeinflußt. Die Gmndanschauung ist ähnlich in jenen Verzeichnissen der Steine und Pflanzen der sieben Planeten oder der sechsunddreißig Dekane^); sie ist überall die, daß der Schöpfungsgott in den verschiedenen Sphären oder Teilen des Himmels oder Zeitabschnitten die ver- schiedenen Wesen geschaffen hat und noch schafft. Lassen wir die relativ jungen Schöpfungsvorstellungen beiseite, so kommen wir zu einer altägjrptischen Lehre, die Brugsch') im wesentlichen richtig dargestellt hat. Wie der Tag, so zerfällt die Nacht in zwölf Stunden; jede ist ein göttliches Wesen und hat ihren eigenen Namen und ihre eigene Gestalt. Eine andere Wendung hierfür ist es, daß der Sonnengott, der ja nach uralter Vorstellung in jeder der drei Jahreszeiten und in jeder der drei Tageszeiten ein anderer ist*), auch in jeder Stunde ein anderer wird. Dem Lauf 1) Änalecta Sacra et classica part. U p. 292 ff. Die vollere Fassung des Paris, graec. 24:19 fol. 250" bietet als Titel und Anfang: ßißXoc Koipavlc qpua- Küjv buvdjLieuiv cu(iira6€iu)v t€ koI dvTnraGciiüv (X)aoTc cüvTatMO Koipavoö ß«ci- \iiuc TTepcOüv <^4k^ Tfic a t&v Koipavibtuv xal Ik tüjv 'ApnoKpariou (so) toö *A\eHav6p€iac irpöc ti^v olKeiav aÖTOö GoYOT^pav. iinYpanfia • „biwpov BcoO (ötoO b(b- pov Cod.) ji^YiCTCv äffiXwv Xaelc 'Gpfii^c ö Tpic.u^TiCTOc ävepuCiiroic <(ir6pev^". Es folgt die Mahnung des Harpokration an seine Tochter, dies Bach nicht „unver- ständigen Männern", sondern nur den eigenen Kindern zu zeigen, wenn sie Ge- währ bieten, es heilig zu halten. 2) Vgl. Pamphilos oben S. 3. Auch im jüdischen Glauben hat später jede Pflanze ihren eigenen Stern, d. h. Engel (Eueken, Michael S. 55). 3) Zeitschr. f. äg. Spr. 1867 S. 21 ff. Thesaurus rV 823 ff. Rel. u. Myth. d. alt. Äg. 178 ff. Ägyptologie 364 ff. 4) Er sagt von sich selbst: „Ich bin Chepra am Morgen, R^ am Mittag, Tum am Abend." Seine verschiedenen Gestalten in den verschiedenen Teilen des Himmels erwähnen die Zaubergebete, vgl. z. B. oben S. 20 A. 6. Daß er in jedem Zeichen des Tierkreises andere Gestalt annimmt, erwähnt als ägyp- tische Lehre Proklos zumTimaios {p. 33 d, vgl. oben S. 267 A. 1). Auch diese Zeichejt 260 Beigabe II. Buchstabenmyetik und Aionenlehxe. der Sonne am Tageshünmel entspricht der Lauf der Totensonne durch die Stunden der Nacht. Die Seele des Toten nimmt in jeder eine neue Gestalt an, um sich vor den bösen Gewalten zu verbergen. Die Gestalten der Tagesstunden entsprechen im allgemeinen den im Totenbuch angeführten Gestalten der Nachtstunden, bezw. den Ge- stalten der Seele in den Stunden der Nacht. Als der Hellenismus in Ägypten durchdrang, wurden die zweimal zwölf Stunden durch die vierandzwanzig Buchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet, etwa wie die vierundzwanzig Gesänge der home- rischen Gedichte. Aber da der Ägypter sich gewöhnt hatte, den Stunden bestimmte Bilder zuzuschreiben, Bilder, die z. T, ebenfalls als Buch- staben bekannt waren, und da er die Stunden als göttliche Wesen empfand, so empfingen auch die griechischen Buchstaben in dieser Verwendung eine mystische Bedeutung; es entstand die Buchstaben- mystik, die Boll (Sphaera 469 ff.) aus den Monumenten zu erläutern begonnen hat.^) Die Übertragung des religiösen Zwölf- oder Vier- wurden mit den Stunden in Verbindung gebracht. Daraus erklärt sich die von Philologen falsch behandelte Stelle eines magischen Apollo-Hymnus (vgl. Wessely, Denkschr. d. K. K. Ak. 1888 S. 94 Z. 1984) : KXijruj ö' oövo)Lia cöv lupwv Moipatc kdpiGiiov — es folgt ein Name von 36 Buchstaben. Die Teilung ist hier weiter- geführt; unter jedem Ziübiov stehen ja drei Dekane; jedem Buchstaben im Namen des Gottes entspricht dann wohl auch eine Gestalt, bezw. eine Teil- gottheit. Ich habe deswegen und in Rücksicht auf die zwölf Motpai xoO eavdxou bei Zosimos (oben S. 214 A. 1) , welchen die zwölf Tiniuptai des XIII. (XIV.) Hermetischen Kapitels und die zwölf schwarzgekleideten "Weiber im Hirten des Hennas entsprechen, die Moipai des Apollo-Hymnus persönlich gefaßt. Aber die Tierkreiszeichen regieren nicht nur die Stunden des Tages sondern auch die Monate des Jahres; ihr Gesamtbereich umfaßt das ganze Firmament; so können auch unter jedem dreißig Teilgottheiten stehen, und diese Art der Teilung kann auf die Stunde übertragen werden; die Markosier lehren ti?jv Uipav, tö bujb^KOTOv xfic f\ixipa.c M^poc, ^k rpidKovra fioipOöv K€KOC|uf)c0ai, vgl. Censorin, De die natali 8,5: sunt autem hae particulae in uno quoque signo tricenae, totius vero zodiaci numero CCCLX. hos Graeci laotpac cognominarunt, eo videlicet, quod deas fatales nuncupant inoipac et hae particulae nöbis vduti fata sunt (vgl. Sextus Emp. Ädv. astrol. 5). Die Begriffe Himmelsgott, Zeitgott und Sonnen- gott gehen daher in dieser astrologischen Theologie beständig in einander über. 1) Vgl. hierzu Catal. cod. astrol. graec. IV 146 den Text des Vettius Valens. — Eine Ahnung von .dieser Entwicklung scheint sich noch bis zu dem Verfasser der Etymologien der Buchstaben gerettet zu haben; er sagt {Etym. Gud. Sturz p. 600) von dem ß: ^buiXacidcOri bi rcpöc ävatrXfipiwciv t&v etKoci T€ccdpu»v djpujv ToO vuxöriin^pou. Der Ägypter hatte fünfundzwanzig Buchstaben, Ägyptische Stundenvorstellung. Buchstabenmystik. 261 undzwanzigstundentages auf die rein aötrologische buDbeKduupoc nötigte dann, jedem Bude, also jedem ituöiov, zwei Buchstaben zu geben. Zwei Systeme entstanden, indem entweder der erste und dreizehnte, zweite und vierzehnte Buchstäbe (A und N, B und E) verbunden wurden, wie dies bei den Astrologen Teukros und Vettius Valens ge- schehen ist, oder in umgekehrter Folge der zweiten Hälfte der erste und der vierundzwanzigste, zweite und dreiundzwanzigste (A und Q, B und Y), wie wir es bei dem Gnostiker Markos sehen. ^) Die zwölf astrologischen Stunden oder Himmelszonen bilden ein Ganzes, den köc|hoc. Dem entspricht, daß auch der jniKpoc köc|lioc, der ävGpujTTOC, in zwölf Teüe zerfällt, deren jeder mit einem Tier- kr'iiszeichen durch cuiuirdGeia verbunden ist (Sextus Ädv. astrol. 21, weiteres BoU 47 1). Daß dann der irpoüTOC avGpujTroc ursprünglich ent- weder von den Geistern dieser tiubia, den Archonten, oder von einem Gott in diesen zwölf Zeichen geschaffen sein muß, ergibt sich aus der Analogie (S. 258). Die astrologische Darstellung des avepumoc konnte für die Zeichen auch die Buchstabenverbindungen nach einem der genannten Systeme eintreten lassen, also nach dem zweiten derart, daß A und Q das Haupt, B und Y den Hals vertritt u. s. w. Dies Bild hat der Gnostiker Markos einfach auf seine 'AXriGeia übertragen. Aber ebenso bieten auch die vierundzwanzig sakralen Stunden des vux6r||Li€pov, und demgemäß auch die vierundzwanzig einzelnen Buchstaben ein Ganzes, auf das sich die Schöpfung verteilen läßt. Auch hier bietet die jüdische Mystik das Gegenbild. Hebbelynck hat im Museon (Notiv. ser. I, Jahrgang 1900 p. 1) einen spät- mittelalterlichen koptischen Traktat veröffentlicht, in welchem eine derartige Buchstabenmystik dem Judentum entnommen und gegen aber wenn er den einen für den Urgott aussonderte und nur die anderen für seine Erscheinungsformen nahm, kam er zu dem gleichen Resultat. Es ist dieselbe Verschiedenheit der Auffassung wie in Ogdoas und Enneas. Wenn die Weltperiode ägyptischer Astrologen 25 Sothisperioden umfaßt (oben S. 60 A. 2), so kann das mit der Buchstabenzahl zusammenhängen. 1) Ich erw^ähne schon hier, daß diese beiden Methoden, wie ich aus Schwab (Memoires presentes par divers savants ä VAcaMmie des Inscriptions et belles-lettres prem. Serie X 129) sehe, auch in jüdischen mystischen Namen- und Wortspielen überwiegen. Sie haben hier keine innere Berechtigung; nur wenn dasselbe Z^ijjbtov beide Buchstaben trägt, kann man daran denken, den einen durch den anderen zu ersetzen. Die jüdische Mystik gibt auch fin solchen IQeinigkeiten nur das verzerrte Abbild der hellenistischen. 262 Beigabe 11. Buchstabenroystik und Aionenlehre. es selbst gewendet, ist. In zweiundzwanzig Wunderwerken voll- zieht sich die Schöpfung wie die Erlösung; die heilige Ökonomie kann gar nicht mehr umfassen, denn nur zweiundzwanzig Buchstaben hatte ursprünglich das griechische Alphabet; E und W sind erst nachträglich von den Philosophen zugefügt. Wie ungenügend hier die Berufung auf das Griechische ist, ist ohne weiteres klar. Ursprünglich konnte der Beweis sich lediglich auf das hebräische Alphabet gründen, welches nur zweiundzwanzig Buchstaben kennt. In der Tat bieten die beiden eng entsprechenden griechischen Traktate, die A. Jacöbj ans Licht gezogen hat^), den ausdrücklichen Verweis auf das hebräische Alphabet. Aber der koptische Traktat hat wenigstens die Erinnerung daran gewahrt, daß das griechische Alphabet den Ausgangspunkt für diese Spiele bot, und daß man sie in einer Zeit, welche ihre religiöse Begründung nicht mehr verstand, gewaltsam mit dem Hebräischen in Einklang gebracht hatte. — Es wird besser sein, ehe wir die allgemeinen Folgerungen ziehen, derselben Grundanschauung in anderen Erscheinungsformen nachzu- gehen. Auch der Mond ist frühzeitig als Schöpfungsgott empfunden worden. Die ihn beherrschende Gottheit ist in der hellenistischen Zeit bald Hermes oder Osiris, bald Isis, die Oucic oder f^vecic. An sie richtet sich ein Zaubergebet des Londoner Papyrus 121 (aus dem III. Jahrhundert)^): IniKaXoöjLiai ce Trav)Liopq)öv Kai T^oKu^iVu^ov bi- K^paxov 9€dv MnvTiv, fic xfiv inopcpfiv oub^ elc dTTicTarai rrXfiv 6 Troiricac Tov cufaTravia köcjhov Maiu, 6 cxr^aiicac eic rot cTkoci Kai öktuj cxTiMaia Toö KÖc)iou, iva iräcav »b^av onroTeX^ci^c Kai nveöna ^KÄcTi« lüiw Kai (puTiu vcifiijc, iveüep, fi*) dg dcpavoOc IrQ eic (pd»c auHavoMevT] Kai duo (pwToc €ic ckotoc duoXriYOuca. 6 ttp«jütoc cuvTp07T0c(?) t[oO] övÖMaxöc ciTn, ö beiiiepoc TroiT7ruc)i6c, 6 Tpiroc CT€vaY|Liöc, 6 TCiapToc cupiTMÖc, 6 7T€>ittoc oXoXutmöc, ö ^ktoc iliutmöc*), 6 gßbo^oc 1) Eecueil des travaux relatifs ä la phüoJogie et ä Varcheologie igyptiennes et assyriennes XXIV, Studien zur Koptifichen Literatur I und in. Die Traktate zeigen uns mit dem koptischen Text zusammen das Fortleben einer Art gnoeti- scher Literatur im Orient. Insofern tieten sie mit den Planetengebeten, Amu- letten, Stundeuverzeichnissen und anderen Besten religiöser Kleinliteratur in Zunammenhang. 2) Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1893 S. 47 Z. 827, Kenyon, Greek Pap. Catal. I S. 108. 3) v€|a€civ tuepr] Pap. nach Kenyon. 4) m)T|uoc lesen Wessely und Kenyon; aber n scheint in diesem Papyrus dem IT sehr ähnlich zu sein; wo W. cuvrpoiiioc liest, erkennt K. cuvTpoTTOC. Weitere Schöpfaugsvorstellungen. Mondumlauf. 2Q3 uXttYMOc, 6 ÖT&ooc )LiuKTi9)Liöc, 6 ^vaioc xpcMCTiCMÖc, ö bexaroc cpOÖTTOC evapfiövioc, ö ^vbeKaioc TTveOfia q)uüväev, 6 biubeKaioc fixoc dve)io- TTOiöc, 6 YpicKaibe'KaToc (pBoyToc dvafKacTiKÖc, 6 TeccapccKaibeKaioc T€X€iÖTT}TOC ctvaTKacTiKf] dTToppoia. , Tttöpoc, Kdv8apoc, Mpal, KopKivoc, kuiuv, XuKOC, bpdKUJv, mTTOc, x»,Liciipa, 9epno08ic, ctpE'), ipdfoc, kuvo- K€q)aXoc, aiXoupoc, Xeiuv, irdpboXic, viuTaXöc*), [[Xeuuv]; eXaq)oc, rtoXri- jnopcpoc TrapOe'voc, Xaiuirdc, dcipanri, CT^XjLia, KtipuKiov, iraTc, kXcic. eipriKd cou rd criMeia Kai xd cu^ßoXa toO ovö^aioc, iva )lioi eira- Koucrjc 6x1 [[cuJi coi ^Treuxoiiai xfi beciroivr) xoO Traviöc KÖc^ou. eird- Koucöv |aou, f] ^6vi)noc r\ Kparaid. Ancli hier nimmt die eine Gottheit die achtundzwanzig Gestalten an und schafft in ihnen das All. Jene Gestalten aber vertreten die achtundzwanzig ,^äuser des Mondes", die achtundzwanzig Naxatra der Inder oder Siu der Chinesen. Ich kann, da mir die astrologischen wie die sprachlichen Kenntnisse fehlen, nicht entscheiden, ob sie aus chinesischen, indischen oder babylonischen Systemen stammen.^) Wir haben damit zunächst eine Erklärung für einen Zusatz in dem ersteh Hermesgebet gewonnen (oben S. 16 A. 3): cou tö iiiia- Ypdmi4aT0v övo)iia irpöc rfjv dp^oviav tujv imä (pQöyymv ex<^VTUJV q)ujvdc irpöc id oktu) koi cTkoci (puira rfic ceXrivric.^) Die injä q)6ÖTT0i scheinen hier die sieben griechischen Vokale, welche einzeln ja die sieben Sphären und ihre Lenker, zusammen aber den Welt- ]) Ergänzt nach dem Papyrus Mimaut. 2) cou aus cor) Pap. 3) Gleich dpKTOc, vgl. Wesselys Anmerkung. 4) Gleich nirraXf|. 5) Vgl. zu der ganzen Frage Ginzel in Lehmanns Beiträgen zur alten Geschichte I 14 fF. Vielleicht helfen die von BoU angestellten Untersuchungen über die bwbcxduupoc hier weiter. Jedenfalls ist es wichtig, daß sich uns hier ein Verzeichnis der Figuren aus relativ alter Zeit bietet; freilich ist zunächst nicht sicher, ob es dem Hauptsjstem entnommen ist, wie das Stundenverzeichnis des Papyrus der Bihliotheque Nationale (oben S. 267), oder geändert ist wie das des Papyrus Mimaut. 6) Vgl- Plutarch De Is. et Os. 42: ^tü>v 6* dpiöjiöv oi yiiv ßiOücai töv 'Otipiv ol hi ßaciXcöcai X^touciv öktiI» koI cIkoci" Tocoöra Y^P ^C" «pOüra ri]C ceXfjvTic xal toccOtoic fm^potc töv aÖTf^c kükXov ^EcXiccci. Unwillkürlich ver- gleicht man das Verfahren Valentins, der (bei Irenaeus I 3) die dreißig Lebens- jahre Christi vor seinem Auftreten als Messias mit den dreißig Äonen in Verbindung bringt. Die innere Begründung dieses Vei^leichs kann sich tum freilich erst später zeigen. 264 Beigabe 11. Buchstabenmystik und Aionenlehre. regenten, das TrveO)ua bifiKOV diTTÖ oupavpO laexpi V\c, bezeichnen^); sie werden nach den Häusern des Mondes zu den achtundzwanzig (puüvai — ich darf vielleicht nach der Analogie schon jetzt hinzufügen: zu den achtundzwanzig (pujvai, in denen Gott die Welt schafft.^) Doch ehe ich hierzu übergehe, gilt es unseren Papyrus noch einmal zu betrachten. Die cuvTpOTTOi (?) oder cy|Lißo\a des Namens des Mondes sind vierzehn Laute (wenn wir die cith und die dnöppoia xeXeiÖTTiTOC einmal hierzu rechnen), die uns zumeist aus den Mysterien, z. B. des Mithras, bekannt sind, 7roiTTruc|Liöc, cupiT|HÖc, |auKri9)aöc u. s, w. Es sind die heiligen Laute, für welche später, wie wir sehen werden, Buchstaben eintreten.^) Nur die Zahlen für den zunehmenden Mond sind berücksichtigt, offenbar, weil nach einer weiteren Vorstellung 1) So ist er in doppeltem Sinne irveOina ^vapinöviov (vgl. oben die Naassener- predigt S, 97 § 30). 2) In der Koc|noTroua des Abraxas schafft Gott durch sieben verschiedene Lachlaute das All (die Lehre steht, wie Dieterich sah, mit der von den sieben Sphären in engem Zusammenhang), hierauf schafft er durch den cupiTjiiöc, dann durch den iroTfiruc|uiöc, endlich durch das Wort. 3) Es ist nur wahrscheinlich, daß diese heiligen Laute zunächst durch Silben angegeben wurden (wie z. B. im Abraxas 182, 32: koI iy^Xacev ö Oeöc ^TTTÖKic x» X« Xa xa X« X" X«)- Hieraus mag sich eine oder die andere der von Dieterich (Rhein. Mus. 56, 77 ff.) angeführten Sylbenreihen erklären (andere aus dem Sefer Jezirah, Karppe a. a.- 0. 147 ff.). Andererseits konnten dafür auch einzelne Konsonanten eintreten: C für den cupiTfiöc (Abraxas 177, 8). Auch ägyptische Bilder treten dafür ein; für d^n iToinruc|Liöc das Krokodil mit dem Sperberkopf, für den cupiY|Li6c die Schlange, die sich in den Schwanz beißt (ebenda 175, 1 — 2; um beide Darstellungen sind die sieben Yokale geschrieben). Wir ahnen wenigstens, wie nahe einerseits eine Personi- fizierung dieser Laute, andererseits eine Darstellung durch Buchstaben lag. Beachtenswert ist, daß es gerade zwölf heilige Laute sind; an den Schluß tritt der, „Ausfluß der Vollkommenheit", an den Eingang das Schweigen. Das scheint auf Mysterien zu weisen, die etwa den im XIII. (XIV.) Kapitel des Hermes geschilderten entsprachen. Doch gilt auch die cixi\ durchaus als Gebetssprache, vgl. Poim. § 81: dvCKXdXriTC, öppHTe, chjütt^ (pujvoO|Liev€, Martyrium Petri p. 96, 16 ßonnet: iKeivrj r(\ (piwvQ eOxcipiCTA coi, ßaciXeO, rf) biä ciT^ic voou|a^vij, tt) ni\ iv (paveptl) dKouo|u^vi;i, Hermes bei lamblich De myst VHI 3: 6 ÖV) koI b'iä crrff\c liövric GepaireOexai. Es ist unberechtigt, wenn man von theologischer Seite jede Erwähnung einer solchen stummen Sprache des Herzens als pythagoreisch be- zeichnet. Sie gehört zu den allgemeinen religiösen Vorstellungen der Zeit. Wenn der Verfasser der Naassenerpredigt in dem angeblich anakreonteischen Liede: dXdXuj XaXoOv ciiuir^ liest, so folgert er sofort, daß es sich um ein Mysterium handelt. Mondumlaof. Die 28 Lichter des Mondes. 265 der abnehmende nicht schafft, sondern mindert.*) Auch dem ent- spricht eine magische Formel, in der freilich der in Ägypten seit alter Zeit übliche Mondmonat zu- dreißig Tagen berücksichtigt scheint; wir fanden sie oben (S. 20 A. 10) in dem Gebet des Astrampsychos: dvo^d cou dXri8ivöv oceptapiax vo|iaq)i*)* toöto ?ctiv cou tö övo|iia TÖ Tr€VTeKaibeKaTpd)a|uiaTOV ?xov dpi9|aöv fpaMMoiTUJV Trpöc xdc fm^pac THC dvaxoXfjc xfic CeXrjVTic, t6 <(5e> beutepov övo|iia ?xov dpi9)Liöv irnä Toiv xupieuövrujv toO köc^ou, t^v v|;n(pov i%ov iHe' irpöc rdc f]\x4.pac toO ^viauioO dXriOujc aßpacaH. Auf die achtundzwanzig „Lichter des Mondes" nimmt eine wunder- liche Rechtfertigung der Verehrung des heiligen Tieres des Hermes, des KuvoK^q)aXoc, Bezug, die wir freilich erst aus verschiedenen Be- richten rekonstruieren müssen. Horapollon berichtet nach einer hel- lenistischen Quelle (116): icrmepiac buo TrdXiv cn|LiaivovT€C KuvoK^qpaXov Ka9r|)iievov Z;u)Tpa* Kai elvai TocauTa Y€vvr||iaTa Tfjc aiXoupou, öca Ka\ Td Tfic ceXnvnc cpujTa. Sieben- mal gebiert das Abbild des Glottes, im ganzen achtundzwanzig Junge. ^) 1) Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 108 Z. 2662: ■f\viKa TÖp aült) cO, T& KOC|iiKA irdvTO T^eeixac. Die Vorstellung begegnet öfters. 2) Es sind 16 Buchstaben, also ist wohl vojLiaq) zu schreiben. 3) Die weiteren Berichte geben Marius Victorinus (Halm, Ehet. lat min.p. 223), der zugleich das Alter der Überlieferung von den Reisen des Trismegistos be- stätigt (vgl. oben S. 176) : quodam tempore Hermes Trismegistus cum esset inAegypto, sacrum quoddam animal Serapi dedicatum quod in toto die duodecies urinam fecisset, pari semper interposito tempore, per duodecim horas diem dimensum esse coniecit, und der Physiologus (c. 45, p. 275 Lauchert), der beide Angaben noch zusammen las und nach seiner Weise verwechselte; er läfit den Affen bei der Tag- und Nachtgleiche siebenmal Harn lassen. Die Überlieferung zerfällt in zwei Gruppen: Horapollon und der Physiologus gehören der einen, Victorinus Beitseniteln, Foimandre«. 18 266 Beigabe 11. Buchstabenmystik und Aionenlehre. Die Zahl und ihre Zerlegung kehrt in den Zauberpapyri wieder; der Gottesname wird nicht selten geschrieben a ee r]r\r[ im ooooo uuuuuu uuiuujujujujuu. ^) Das bedeutet, wie ich jetzt wohl ohne weiteres folgern darf, daß in den sieben Sphären oder Planeten 28 Teilgötter, in jeder folgenden einer mehr als in der vorausgehenden walten; alle zusammen bilden den einen Gott. Die Hauptsache ist offenbar die Bedeutung der Buchstabenzahl in dem Gottesnamen, minder wichtig, daß man die sieben Geister der untersten Sphäre, die sechs der nächsten u. s. f. durch die Wahl des- selben Buchstaben als gleichartig, als Teile eines weiteren Wesens bezeichnete. Sie konnten, da sie in den Zaubern ja eigene Namen und Gestalten haben, auch weiter unterschieden werden. Ließ sich z. B. ein Alphabet finden, welches 28 Buchstaben bot, so konnten auch sie zur Bezeichnung dieser Teilgötter geeignet scheinen. Hierdurch erklärt sich zunächst das System des Zosimos, auf welches ich wenigstens an dieser Stelle etwas näher eingehen muß. Sein Hauptwerk, welches er seiner Glaubensgenossin Theosebeia^) und Damaskios der anderen an. Beide Gruppen gehen auf ein und dieselbe hellenistische Quell«, eine Rechtfertigung des Tierkulies, zurück. Ich verfolge sie noch ein Stück, Horapollon entlehnt derselben Quelle offenbar die beiden vorausgehenden Kapitel. Auch die heilige Zahl Zweiundsiebzig läßt sich zu einem ähnlichen Spiel benutzen: der Kynokephalos hat 72 Glieder oder Teile und stirbt in 72 Tagen, Aveil die Erde ursprünglich so viel Läüder, d. h. Völker hatte. In der Tat hat ja, wie Prof Spiegelberg mir gütig zeigte, der Kyno- kephalos in der Ptolemäerzeit den Lautwert t'>, der auch Erde bedeuten kann (Piehl, Inscr. hieroglyph. II p. 66 A. 1). In die erste Epoche des Hellenismus geht auch diese Spielerei zurück. Ganz ähnlich leitet Apion bei Plutarch De Is. et Os. 75 die Heiligkeit des Krokodils aus der Heiligkeit der Zahl Sechzig her: 60 Eier legt das Krokodil, 60 Tage brütet es, 60 Jahre lebt es, ö tOüv H^Tpujv irpiijTÖv icTi Tolc u6pl tA oöpdvio TrpaT|LiaTeuo|Li^voic (vgl. hierzu ßarde- eanes bei Nau, B. Vastrologue 58). Wir werden uns nicht wundern, wenn wir einen Gottesnamen von 72 Buchstaben, also einen Gott, der 72 Glieder oder Teilgöttcr hat, finden. Ob die Zahl Zweiundsiebzig ursprünglich aus Baby- lonien übernommen ist, bleibt dabei gleiehgiltig. 1) Vgl. z. B. Dieterich, Abraxas 185, 3. 4 ; Kenyon, Greek Pap. Cat. I 68 Z. 2. Etwas anders ist die Anordnung Abraxas 185 Z. 118, wo die 28 Buchstaben in Fingelform geschrieben und demzufolge verdoppelt sind. 2) Er nennt sie d.b(.\(p-f\ (vgl. Suidas). Daß sie nicht wirklich seine Schwester war, zeigt deutlich genug die mehrfach wiederholte Anrede -iropqpu- pocT6Xe Y\ivai. Daß sich die Glieder der Mystiker-Gemeinden auch im Heidentum als Brüder und Schwestern bezeichneten, sahen wir früher (S. 164) und wird ein gleich anzuführendes heidnisches Gebet noch weiter bezeugen (S. 277). Wenn Mondumlauf. Die 28 Teilgötter. Zosimos. 267 widmete, enthielt nach Suidas achtundzwanzig Bücher und war zu- gleich KttTtt CTOixeiov geordnet, und zwar so, daß jedes Buch einem Buchstaben und einem Gott entsprach. So fiel das neunte Buch auf den BucJistaben I und sein Gott war Imuthes (vgl. Synkellos p. 23 cd. Bonn.: Ik tu;v Yetpa|a)it'vujv auTUJ trpöc GeoceßjEiav bi t& evariu toO MuoOG ßißXiuj), das letzte Buch auf den Buchstaben Q, und sein Gott war Okeanos, der ägyptische Himmelsozean, vgl. Berthelot a. a. 0. 228: tö ö CTOixeiov, crpotTu^ov tö öigepec, TÖ dvfjKOv T^ ^ßböfir) Kpövou ZÜujvr) Kaid rfiv Ivcujfiov q)pdciv — Kaid ^dp Tfjv dcLupaTov dXXo tx Ictiv dvepinriveuTOv, ö |iövoc NiKÖGeoc <ö) K€Kpu)Li^evoc olbev, Kaid h\ ti^v Ivcujihov tö XeTÖjuevov (II. 14, 201. 246) 'QKeavöc Geujv, qprjci, TrdvTiuv T^vecic koi citopd. Also hat, da es doch achtundzwanzig Bücher waren, Zosimos zu dem griechischen Alphabet vier weitere Buchstaben aus dem koptischen Alphabet gefügt, offenbar außer den bekannten drei Buchstaben schal, danda, Jwri noch einen der jüngeren epichorischen. Ihre Verteilung scheint, da dvfiKOv hier wohl bedeutet: „es gehört zur Sphäre des Kronos", so gewesen zu sein, daß auf jede Sphäre gleichmäßig vier Buchstaben entfielen. Die Scheidung einer ^vctt»^oc und dcui^aioc cppdcic^) erinnert uns daran, daß in späteren Apokryphen der jugendliche Jesus seinen Lehrer schilt, daß er die Tpamnaia lehren will, ohne ihre mystische Bedeutung zu kennen, und daß nach Hieronymus (Vorrede zu der Regel des Pachomius, Migne Patrol. XXIII 68) Pachomius, Cornelius und Syrus diese mystische Bedeutung von einem Engel gelernt haben. Wieder stimmen Christ und Heide in diesen mystischen Spielereien überein. — Überein stimmen sie, wie ich beiläufig bemerke, auch in den Autoritäten, auf welche sie sich berufen. Der Heide Zosimos nennt den Nikotheos mit höchster Verehrung auch bei der Besprechung des Namens Adam (Berthelot a. a. 0. 231, oben S. 104): nach dem ZoaimoB an diese Schwester schreibt: ö f^^^T€poc NoOc eine und damit einen Spruch des Poimandres anführt (oben S. 105), so verbürgt schon das, daß die Poimandres-Gemeinde als solche noch gegen Ende des dritten Jahrhunderts weiter bestand. Daß auch in solchen Gemeinden vornehme Frauen eine wich- tige Rolle spielten, daß einzelne Lehrer sich an sie besonders wendeten und daß dabei Rivalitäten entstanden, wie zwischen Zosimos und seinem minder er- leuchteten Gegner, wird niemanden, der das Leben und die Briefe des Hiero- nymus kennt, befremden. 1) Der Laut ist nach stoischer Lehre als irveOfia körperlich. 18* 268 Beigabe II. Buchstabenmystik und Aionenlehre. Leibe heißt der erste Mensch Adam oder Thoyth, ö bk ?cu) auToO övepuJTTOC 6 Trveu)LiOTiKÖc Ka\ Kupiov <(lx€i övo|üia> Ka\ irpocriYopiKÖv. TÖ ^kv oöv Kupiov dTvoo) bid t6 t^uüc, laövoc yap NiKÖGeoc ö dveuperoc toOto otbev, kt\. Von Christen, die sich auf eine dno- KdXui|icTOC Gtöc; er ist das övo)ita ou f] ijifiq)oc xHe', schwerlich der Jahresgott als solcher, sondern ein geheimes, mystisches Wesen. ^) Es ist vielleicht nicht Zufall, daß Philon von Byblos (bei Euseb. Pra{pac bezeichnet zu sein, vgl. Jamblich oben S. 107. 1) Cumont hält a. a. 0. noch eine zweite Lesuxig und Deutung für mög- lich: irpöc dtrÖKpouciv ö|i^aTiou. /) \i»fjq)oc xEe'. Ich weiß dabei mit den Schlußworten nichts anzufangen und glaube, daß Cumont die im Heidentum wie im Christentum weit verbreitete Formel övo^ia, oö f| mf^cpoc und den mysti- schen Gebrauch des Wortes övo|na (vgl. S.17 A.6) nicht genug berücksichtigt hat. 2) Weder ist die Konjektur des Salmasius Frugiferi nötig, noch die Be- hauptung Reifferscheids , im letzten Teil des Wortes sei 6r)p(ov enthalten, diskutierbar. Mit dem Namen, der das Gedeihen der Früchte fördert, meint Amobius den Frugifer, aber er bildet von dieser Form ein weiteres Adjektiv. 3) Auch der phönizische Sonnengott Baisames (vgl. Cumont bei Pauly- Wissowa n 2839) ist wie Zeus dem Mithras angeglichen. — Daß man ver- einzelt auch in dem Mc{9pac geschriebenen Namen die sieben Buchstaben und den Zahlenwert 365 suchte, beweist Hieronymus zu Arnos 3. 274 Beigabe II. Buchstabenmyatik uud Aionenlelire. cliristliclien Jalirhunderts Gemeinden des Aiiwv, des "Y^jictoc und des 'Yvpoupuvioc gab, beweist Philon.^) Aber so wenig wie die Gemeinden des "Yvi^iCTOC brauchen die Gemeinden des Aiujv ursprünglich an den Mithrasdienst zu schließen. In religiösem Gebrauche begegnet uns das Wort Aiujv zuerst bei Messalla, dem Konsul des Jahres 53 v. Chr. (vgl. oben S. 38 A. 3). Da die Stelle des Johannes Lydus (De mens.iyip.Cji,^ Wünsch), welche dies bezeugt, mißverständlich uud mißverstanden ist, muß ich sie kurz analysieren: AofTivoc be Aiujvdpiov auTov (nicht den Janus, sondern den Januar, wie Suidas unter Aiuüv und 'lavoudpioc aus- drücklich bezeugt) ^piuriveOcai ßidZ^eiai dicei toO Aiuivoc f\pa (Piasberg, uaiepa Codd.). — r\ oti evov töv dviauiöv "EXXrivec emov ibc KaXXi- ILiaxoc ev TrpuüTUj Aitiujv Teipdevov Aafidcou tiaiba TeXecTopibriv " f\ duö THC idc dvTi ToO ific |iiac Kaid touc TTuGa-fopeiouc' ö0ev 6 MeccaXdc toOtov eivai töv Aiüuva voiaiZlei. — Kai fäp ini ific ireiinTTric (nämlich TTpö eiöiiJv) ToO nn^oc toutou dopTrjv AiuJvoc eueTeXouv ol TidXai. Longin bezeichnet mit den letzten Worten die Agonalia, deren Namen er, wie Piasberg erkannte, mit dem Aiiuv in Verbindung bringt (Aiuj- vdpia)j sie sichern die Hilfe des Aioiv oder werden seinethalb gefeiert; danach heißt der Monat. Eingelegt sind zwei ältere Etymologien des Worte lanus, die beide den Gott dem Aiiwv gleichstellen. Die erste schließt an die vermeintliche Urform Eanus (Cornificius bei Macrobius Sat 1 9f 11, vgl. Cicero De deor. «a^. II G7): Eanus kommt von ^voc durch Einschub eines Buchstaben. Die andere erklärt aiuiv als i'a ujv (Avie "Hpa von dr|p) und knüpft an den pythagoreischen Begriff der )Liovdc^); von la ist aber auch lanus abgeleitet, also ist er der Aidjv. Dies lehrte Messalla, dem sich Longinus anschloß; es ist unmöglich zu bestreiten, daß er schon das Wort Aiuuv gebrauchte. Vergleichen wir hiermit das bei Macrobius erhaltene Fragment: qui cuncta fingit eademque regit, aquae terraeque vim ac naturam gravem atque pronam in profundmn dilabentem, ignis atque animae levcni in immensum SKhlime fugientem copulavit circumdato caelo. qme vis cadi maxima duas vis dispares coUigavit. MessaUa scheint an die Darstellung der Schöpfung im Timaios zu schließen (vgl. besonders jr). dl d)] aber während bei Piaton der xpdvoc mit dem Himmel ver- bunden ist, der aliuv aber das höhere Urbild des xpovoc ist, tritt 1) Ihre Schriften, welche den Hermetischen entsprechen (vgl. S. 162), benutzt er, 2) Vgl. Lydus IV 3: oGtoc bi ö fii^v irpörepov inoviac fcKaXeiTO dtrö Tf\c Moväboc. Aion bei Messalla und in der XI. Hermetischen Schrift. 275 bei Messalla der aiuiv auch für den xpövoc ein und wird zugleich zum persönlichen Wesen, zur hvvanic Geoö. Scheinbar getreuer schließt an Piaton die XL bezw. Xu. Her- metische Schrift NoOc irpöc '€p)ifiv. Die Einwirkung des Timaios zeigt schon der zweite Satz: e-rrei rroWa ttoXXOüv kqi laOra bidqpopa irepi ToO TravTOC Kai toö GtoO eirrövTwv exib tö uXriGec ouk ?|Lia6ov, cu |Lioi 7T€pi TOUTOu, becTTOTtt, biacdqprjcov , vgl. Timaios 29 c: edv oijv, ü) CuuKpaTec, iroWd ttoXXujv eiirövTUJV irepi 6eu)v xai xfic toö TravTÖc Teveceujc, }if\ öuvaioi fiTVuJiieöa TrdvTTi ndvTwc aiiTouc ^auToTc c^o- XoTOU)Li€vouc XÖTOuc Kai dTTTiKpißuujievouc dnobouvai, uf] Oaujidcric. Der gnostische Grundcharakter des Traktates kommt gleich in der Antwort zum Ausdrack (§2): 6 Geöc Aauva TTOiei, 6 Aiujv bi tov Köc^ov, 6 Köc|ioc be Xpövov, 6 Xpövoc hk Teveciv.^) Der Aiujv ist die öuvajuic toO Geoö (§3)*), sein Geschöpf und Werk der Köc|uioc (§ 3 und 4); der Aiiuv, der also zwischen Geöc und Köc^ioc steht, ist das Abbüd, also auch der Sohn Gottes (§ 15), und der Mensch, der Gott ganz zu denken vermag, wixd zum Aiiuv (§ 20). Wir empfinden, wie hier der Aiuüv ganz zum beötepoc Geöc wird. Aber wiewohl der Aiuüv von dem aicGntöc KÖc)iOC geschieden ist, wirkt die ägyptisch-pantheistische Vorstellung von dem die Sphären er- füllenden Gotte mit ein, vgl. § 7: ibe Kai toöc uTroKeijaevouc ^ttTd KÖC)iOuc KeKOCi^nM^vouc xdEei aiuiviuj Kai bpöiuLu biacpöptu xöv Aiujva dvaTrXripoövTac. Er ist zugleich der Gott aeniouo). — Wir müssen von hier aus noch einmal auf den römischen Janus- kult zurückschauen. Das vielbesprochene Standbild des Janus, dessen Finger die Zahl 365 darstellen^), erklärt Plinius (N. h. 34, 33): digitis 1) Vgl. weiter: 6 oOv Aldiv Iv tiIj QeCb, 6 bk Köc^ioc ^v tö) AIüjvi, ö bi Xp6voc i.v TU) Köcjuuj, i^ bä fevecic ^v tu) Xpöviu' xal 6 }iiv Aid)v 'ecTr\Ke itepl TÖv 6€Öv (er ist der '€ctu)c), 6 &^ Köc|ioc KiveiTai iv Tib Al&vi, ö bk Xpövoc TrcpaiouToi tv T^) KöcyniJ, i\ bi Rvecic YiveToi ^v Tip Xpöviu. Auch hier sind es zugleich persönliche Wesen. 2) Aus dieser Vorstellung ist das Wort des 'Atoööc 6a{|Liu)v (oben S. 127) mit zu erklären: Züjuev bi buvd^iei koI ivepfeicf. koI aiOüvi. 3) Vgl. Wissowa, Religion und Kultus d. Römer 93. Daß das Bild erst nach Cäsars Ealenderordnung entstanden ist, würde ich freilich nicht ganz so zuversichtlich behaupten. Die Kenntnis des „natürlichen Jahres" kann in philosophisch oder mystisch interessierten Kreisen schon früher zu dieser Dar- stellung geführt haben; das Bild braucht Janus gar nicht als Vertreter des bürgerlichen Jahres zu bezeichnen. 276 Beigabe 11. Buchstabenmystik und Aionenlehre. ita figuratis ut CCCLXV dierum noia (aut annum} aut per mgni- ficattonem anni temporis et aevi esse deum indicent Plinius kennt die beiden von Longin angeführten Etymologien und Anschaumigen; der Gott ist entweder IviauTÖc oder xP<^voc Kai alojv. In dem Carmen de mensibus (Bährens, Poet, lat min. I 206) heißt er annorum saeclique capid] saeculum ist wie oft für aiuuv gesetzt. Die Errich- tung eines neuen Tempels des Janus durch Domitian feiert Statins (Silv. lY 1), indem er den Gott immensi reparator maximus aevi, also Aiu)V, nennt. Domitian wird ihm gleichgesetzt und von Janus angesprochen: salve, magne parens mundi, qui saeeida mecum instau- rare paras.^) Daß Statins nur die damals offiziell ausgesprochene An- schauung dieses Gottes gibt, zeigt Martial (X 28), der bei derselben Ge- legenheit den Gott als OMnorum nitidique sator pulcherrime mundi begrüßt. Es ist Messallas Lehre, die wir bei beiden hören. Der Aiu)v oder Xpovoc ist zugleich der br||iioupTÖc, Dem entspricht es, daß ägyptisch-griechische Dichter der Spätzeit den Aiiuv als devduiv hiwv auTÖCTTope 7Toi|Lir|v feiern (Nohnos Dionys. VII 73); dem ent- spricht es aber auch, wenn zu Alexandria später der Aiuüv als Osiris und Adonis, d. h. als jener zweite Gott oder Gottmensch gefeiert wird, den wir in der Naassenerpredigt kennen lernten.^ Auch daß Gavius Bassus (Lydus De mens. IV 2 p. 65, 7 Wünsch) den Janus als den Himmelsraum faßt, der zwischen dem Menschen und dem Gott liegt, mag mit der ägyptischen Anschauung zusammenhängen. Die römische Theologie gibt m. E. den sicheren Beweis, daß die Vorstellungen von einem Gotte Aiiuv nicht aus dem Mithraskulte stammen, der damals auf Rom wenig Einfluß üben konnte. Daß sich ein persischer Gott findet, an den sie anknüpfen konnten (Zervan), beweist noch nicht, daß andere orientalische Völker nicht ähnliche Vorstellungen hatten. Das ägyptische ist ungemein früh zu der Vorstellung einer unendlichen oder doch ungeheuer großen Zeitaus- dehnung durchgedrungen und hat sie in einem Götterpaar, personi- fiziert 8); seine Götter sind alle Herren der Ewigkeit oder Herren der 1) Die Gründung des neuen Janustempels hängt offenbar mit der Eröff- nung des neuen saeculum zusammen. Der Kaiser, der es eröffnet, wird dem Gotte, der es eröffnet, gleichgesetzt. 2) Vgl. Suidas unter den Worten '€TriieT€U)pqj uvpujjuaTi, 6 TOV depa biacKebdcac irvoaic auTOKivrjTOic , 6 tö (ibuup kukXotcp^ iTepi€V€TKac, (9) 6 touc upriCTfipac dvdTuuv, 6 ßpovTdZlujv ö dcTpanriuv, ö ßpex^v ö ceiujv, 6 Oeöc tujv Aiuiviwv. laetac ei, Kiipie 9e^, beciroTa Toö TravTÖc. Eine Gemeinde von Brüdern und Schwestern, die sich untereinander die Heiligen oder Frommen nennen^) und deren Gottes- dienst im Dankgebet besteht, verehrt den Gott der Aionen als öeÜT€poc öeöc und als Offenbarungsgott (V. 2 und 7 — 8); er ist die Bewegung der Sphären, er ist das Licht der Sonne wie der Glanz des Mondes, alles was in der Welt göttlich ist. Aber nicht in der Welt allein. Wenn Piaton den aituv und xpövoe voneinander schied und letzteren mit der Bewegung des Himmels, ersteren mit der voriTri oder dKivriToc oucia verband, so wird von dem 6eöc tujv aiujvuüv ausdrücklich gesagt, daß er sowohl CTOixeiwv dKomdTOu XeiToupTiac bivricic wie dpxn Kai TeXoc Tf]C dKivr|T0u (puceuDC, also sowohl innerweltlich wie überweltlich ist. Wieder ist er jenseits der Sphären das 7rXr|piJU|aa der Gottheit, diesseits das TtXripujjLia des köc- |jt)c, 6 Im TÖV KÖcjaov Kai ijttö töv Köcjiov (oben S. 28 Gebet VH 1). — Das Hermetische Stück zeigte besonders gut, daß der Aion einerseits Vater des köc|lioc, also brijuioupföc, andererseits uiöc 8eo0, also beuTepoc Geöc ist. Die Vorstellung kehrt mehrfach wieder; scheint es doch überhaupt ein Grundzug dieser hellenistischen Theo- logie, daß der Weltbildner oder Weltordner nur der zweite Gott ist. Die Vorstellung von ihm ist das Gegebene, das mythologische Ge- wand und der Name dieses zweiten Gottes wechseln. Er ist Aötoc oder "AvepuüTTOC, Aliuv oder "HXioc, ja selbst eine Vermischung zweier ' 1) Ahnlich die orphischeh und die Mithrasgemeinden ; für den Gebrauch im Christentum vgl. jetzt Harnack, Mission und Ausbreitung des Christen- tuma S. 286 ff. Vorstellungen vom Aion. Der öeOrepoc Öeöc. 279 verschiedener Religionen vollzieht sich, derart, daß der Gott der einen als beuiepoc 6e6c in die andere eintritt. Die Erscheinung ist so eigenartig und so wichtig, daß sie vielleicht einen kurzen Exkurs und die Besprechung einiger einzelnen Fälle rechtfertigt, in denen ich zugleich frühere Ausführungen erweitem kann. Ich beginne mit dem letzten, für die Bildung hellenistischer Theologie lehrreichsten Falle und mit einem ganz klaren Beispiel. In dem VIQ. Buch Mosis (Dieterich, Abraxas 184, 99) ist in eine ganz andere Schöpfungs- legende zum Schluß eine Berücksichtigung des Judentums eingezwängt: 6 be öeöc ßXeTTuuv Kdiiü eic rriv fr\v Iqpri 'laiu, xai travia kraGn, Kai £TevvTi9Ti €K ToO nxouc in^TCtc Geöc, inexicTOc, öc irdvTUJV kiiv Kupioc, öc Tot re TTpoövTtt ev tuj KÖc|iUJ xai la iiieWovia ecrrice Kai oiiKexi oub^v ilxaKTncev Tujv depiiuv (depiJüv Pap.). Dem ägyptischen ürgott ist hier der jüdische Schöpfungsgott als beurepoc 6e6c zugesellt. Für den "Av- öpuuTTOC genügte es vielleicht, auf den Poimandres zu verweisen, doch mag ein Beispiel aus den Zauberpapyri, das ich schon mehrfach an- führen mußte, in diesem Zusammenhang neues Licht gewinnen. Ein unbekannter Gott wird bei Wessely, Denkschr. d. K. K. Akad. 1888 S. 73 Z. 1168 ff. angerufen: ck töv |iövov Kai ^dKapa xuiv Aiiuvujv iraiepa t€ köc)liou KOCiuiKaic KXr|Z!uj XiiaTc. ^) beöpö inoi ö djucpuciicac TÖV cu)üi7ravTa köcjliov, ö tö iröp Kp€|iidcac Ik toö ubatoc (dem Himmels- ozean) Kai Triv THV x^Jupicac dirö toö übaToc .... 6 Kupioc iTrefiapiiiprice CDU TTJ Coqpia, ö dcTiv Aiujv<(i>, Kai emev ce cG^veiv, öcov Kai auTÖc cGevei.*) Bedenken wir, daß der Magier sich selbst in der Regel als den Gott vorstellt, den er anruft, so gewinnt es Wichtigkeit, daß er hier sagt: TTpöcbeHai |liou touc Xötouc ibc ß^Xri Trupöc, öti ifvj eijiii "AvGpuiTToc Geoö, dj rrXdciuia KdXXiCTOV dteveTO (xevöiaevov Pap.) ^k irveujuaTOc Kai bpöcou Kai pic- Es ist doch ganz unmöglich, daß dies farblos und matt bedeuten soU: ich bin ein Mensch oder ein frommer Mensch. Nur die Worte des Gottes "AvGpuuTTOC können mit Feuerstrahlen ver- glichen sein. Der Gott selbst wird angerufen: Ttpöcexe, Mopqpn Kai TTveö|ia Kai th Kai GdXacca. Es ist das Gottesbild, das durch rrveO^a, Wasser und Erde zum "AvGpoiTTOc geworden ist, wie wir das in der Schöpfungsgeschichte des Poimandres lesen. Es ist beachtenswert, 1) Dieterich. trefflich aus xXri^uJVTaic (Abraxas S. 26). 2) Vgl. das Gebet in dem Lichtzauber Wessely ebenda S. 138, Kenyon, Greek Pap. Cot. 80. Der Gott laujourie ist der dirXdviiToc (also knie) AltJÜv, der stoische NoOc, der syrische Lichtgott und der Jahve der Juden. 280 Beigabe II. Buchstabenmystik und Aionenlehre, daß eich gerade in diesem Gebet so besonders viele jüdische For- meln finden.^) Dennoch heißt dieser Gott zugleich "HXioc, Traifip KÖcjiou. Denn auch an Helios schließen ähnliche Vorstellungen. In dem oben (S. 25 ff.) abgedruckten Lichtzauber war der phönizische Sonnengott Baalsames erwähnt: cpdvTiGi }xo\, Kupie, tuj irpö Trupoc Kai Xiövoc TTpoövTi Ktti jueTOVTi, oTi övo|ad )noi ßaivxu)ujujx- ^Tw eifii 6 TteqpuKibc ek toO oupavoO, övo|Lid |lioi BaXcd|Lir]C. Ein anderer Licht- zauber bei Kenyon, GreeJc Pap. Cat. p. 65, welcher sich an den Gott ZeOc^), "HXioc, MiGpac, CdpaTtic wendet, bietet fast die gleichen Worte: dvacpdvnei Kai böc evTp07rf|V tuj (pav^vTi Ttpo Trupoc Kai XIÖVOC ßaivxujiwwx cO fäp Kax^beiHac qpOüc Kai xiöva.*) Daß ein Sonnen- und Jahresgott zuerst Feuer und Schnee, d. h. Sommer und Winter schafft und selbst alter ist als sie beide, ist eine nicht eben befremdliche Vorstellung, die freilich weder in Ägypten noch in dem phönizischen Küstenland entstehen konnte, sondern uns eher nach Persien weist, wo man nur Sommer und Winter als Jahres- zeiten anerkannte.*) Wenn der "AvOpujnoc derart mit "HXioc identifiziert wird, so haben sich zwei beuiepoi 0€Oi miteinander vereinigt. Für die Vorstellung des Sonnengottes als Schöpfungsgott wird niemand Beispiele verlangen. Daß er in dieser Eigenschaft zugleich als beuT€p€i5ouca buvajLiic empfunden wird; mag zum Schluß ein Abschnitt 1) Ich habe danach geglaubt, auch im Papyrus Mimaut die Worte ö y€v- vtiBelc ^v u\dc|naTi dv6pu)n(vi^ deuten zu sollen (oben S. 165). 2) Mit Zeus identifiziert den Baalsames Philon von Byblos bei Eusebios Praep. ev. I 80 p. 3id. 3) Dieser Zauber bietet auch sonst besonders interessante Anschauungen. Die Vorstellung, daß der oTkoc oder vaöc eeoO in dem Licht erscheint (oben S. 26), ist schon verdunkelt; aber sie wirkt nach. Der Zauberer schaut vor der OflFenbarung vier bekränzte Männer den Gpövoc öcoO hereintragen, zugleich wird ein BumoTi^piov gebracht (vgl. Wessely 1888 S 72). Ist es wohl zufällig, daß in dem Hirten des Hermas die mQibpa der '€KK\nc(a nach der OflFenbarung von vier Jünglingen weggetragen wird, oder wirken auch hier hellenistische Vorstellungen? 4) Ich erwähne das, weil im Talmud Michael, der erstgeschaflFene aller Engel, öfters als Engel des Schnees, Gabriel als Engel des Feuers erscheint (Lueken, Michael, eine Darstellung und Vergleichung der jüdischen und morgenländisch-christlichen Tradition vom Erzengel Michael, Göttingen 1898^ S. 65). Gabriel ist dabei oflFenbar der Sommer, Michael also wohl Engel ded' Winters. Das ist verdunkelt, weil Michael später besonders viel Züge von dem ägyptischen Hermes angenommen hat und daher zum Gott des Wassers geworden ist; Lueken hat davon wenig genug bemerkt. Der öeOxcpoc e€6c. "AvSpiunoc und "HXioc. 281 aus Menanders Musterrede an den Apollo Sminthios (Walz IX 321, 10; Burs. 143, 4) belegen und zugleich eine Vorstellung von der Verbreitung dieser Ideen in dem späteren Griechentum sowie eine Parallele zu den "Opoi 'AckXtiitioO geben: Jj CjuivOie "AttoXXov, Tiva C€ XP^ Trpocemeiv; 7TÖT€pov fiXiov TÖv Toö qpuüTÖc Ta)iiav KOI TTTiT^v xfic oupaviou aiTXtic F| voöv, ibc 6 Toiv GeoXoTOuvTUJV Xötoc, birjKOVTa \ikv biet tujv oiipaviujv, lövta bk öl' de^poc dTr\ rä x^be; f| irÖTCpov aCrrdv t6v tiuv öXujv briMioupTÖv, f| TTÖTcpov beuiepeuoucav buvamv, bi' öv ceX^vr) jn^v KCKiriTai c^Xac, ff\ bk xouc oIkciouc i^Töirncev öpouc, SaXaiia bk oux uTrepßaivei touc Ibiouc inuxouc; irXivGiou, fj tn\ xoO iröXou iqpecTuica (vgl. die Bilder der Isis und des Hermes oben S. 31), f\v 6 KÜpioc Geöc friEe Kparai^ X^'P^ crp^qpciv TÖV lepöv TTÖXov. Auch lanus (Aliüv) erscheint bei Lydus De mens. IV 2 p. 65, 20 als Gott der Pole. Ich gestehe gern, daß ich ohne diese astrologisch-mystische Vorstellung, die Chairemon nach Rom gebracht haben mag, Lukan überhaupt nicht verstehen kann. 2) Das ist nicht vom Wetter, sondern von den Jahressseiten oder besser 19* 284 Beigabe ü. Buchetabeninystik und Aionenlehre. accipiat cingens materna tempora myrto, an dem immensi venias maris ac tua nautae 30 numina sola colant, tibi serviat ultima Thyle teque sihi genenim Tfietys emat omnihus undis; anne novum tardis sidus te mensihis addas, qua loGiiS Erigonm intcr chelasqtw sequentis pandiiur^) — ipse tibi (am hrachia conirahit ardens 85 Scarpius et caeli imta plus parte reUnquit — quidquid eris — nam te nee sperant Tartara regem nee tibi regnandi veniat tarn dira cupido, quamvis Elysios miretur Graecia campos nee repetita sequi curet Proserpina matrem — 40 da facüem cursum. Auf den ersten Blick scheint es wohl, daß Vergil die drei Reiche Jupiters, Neptuns und Plutos anfzählen will. Aber warum er das letzte mit heranzieht, ist klar; es scheidet sofort aus. So bleibt der deus immensi maris^) und der auctor frugum tempestatumque potens deus. Außerdem könnte Augustus noch Monatsgott werden; denn als Götter und zugleich als Zodiakalzeichen faßt Vergil die Monate. Ich kann es nicht zwingend erweisen, bin aber selbst tiberzeugt, daß jene orientalischen Vorstellungen von dem Hermes, bezw. 'AtaGöc bai)aujv, der KOC|iOKpdTUJp und eaXaccoKpdiujp (oben S. 28 Gebet VII 1) und zugleich Aiiuv {frugifer) und Mr|V ist, hier mit einwirken. Er ist das TTveO)iia dvapiaöviov und so auch der Gott der Dichter.^) Er ist als ßaciXeuc cuurrip zur Erde niedergestiegen, und gerade diesen Hermes fleht Horaz an: serus in caelum redeas (vgl. oben S. 176). Erst bei dieser Deutung kann ich empfinden, daß ein Dichter wie Vergil einen solchen Gedanken in dieser Form aussprechen konnte*). von der Zeit allgemein gesagt; das Wort tempora vermied Vergil, weil er es in dem folgenden Vers in anderem Sinne gebrauchen mußte. 1) Unter der Wage ist Augustus geboren (vgl. zu der ganzen Stelle Bouchü-Leclerq, L'astrologie grecque 369, 1). 2) Vgl. Lukan X 209: immensae Cyllemus arbiter undae est. 3) Vgl. für die Anschauung im Anhang (Kap. XVUI) die Rede TTp6c ßaciX^ac. 4) Vergil kleidet diese Grundanschauung freilich in römisches Gewand; etwas von ihr scheint noch Manilius zu empfinden, wenig Germanicus. Die bloße Ansprache eines hohen Gönners bei anderen Dichtem hat damit inner- lich nichts gemein. Anrufungen des Kaisers bei römischen Dichtem. 285 erst dann die beiden Nachahmungen begreifen, die nicht eine be- liebig erfundene, geschmacklose Schmeichelei wiederholen, sondern einer religiösen Anschauung Worte geben wollten, die allerdings nicht für jeden beliebigen Herrscher gebildet war. Sie erkennen wir noch bei Statins in dem Gedanken (Süv. IV 1, 43), daß aUe Monate nach Domitian heißen müßten, bei Lukan in der Erwartung des Weltfriedens, bei Vergil vielleicht schon in dem Gelöbnis eines allmonatlichen Opfers {Ed. I 43), wiewohl hier auch andere An- schauungen mitwirken können. Auch in der früher besprochenen Inschrift von Priene (oben S. 178), in dem späteren Sprachgebrauch, den Regierungsantritt eines Herrschers als Beginn eines neuen saecidum zu bezeichnen, endlich in manchen Dichterworten, die den Kaiser als zweiten Gott neben Jupiter stellen, könnte man ein Mit- wirken dieser Vorstellungen suchen. Daß auch der bibdcKaXoc, wenn er durch die höchste Gottesoffenbarung zum ulöc 9eou wird, damit in gewissem Sinne nicht ein Gott, sondern der zweite Gott werden kann, brauche ich nach den langen Ausführungen im VH. Kapitel kaum zu wiederholen. Ich glaubte hierauf eingehen zu müssen, da die Frage, welches Gottesempfinden und welche VorsteUungskomplexe das beginnende Christentum vorfand, was also für den, welcher Christus als beuiepoc ecöc empfand, notwendige oder naheliegende Folge sein mußte, gar nicht nachdrücklich genug aufgeworfen werden kann. Die Missions- predigt jener Gemeinden des Alujv oder des "AvGpuüTTOC werden wir uns kaum anders vorstellen dürfen, als die christliehe war; sie ver- kündete den Gott, der die Welt und alles, was in ihr ist, erschaffen hat (Apostelgesch. 17, 24, vgl.V. 18). Eine Vorstellung mag uns das KriputMCx TT^xpou geben: ek Oeöc dcxiv, öc dpx^iv ndviinv dnoi»ic€v Km t^Xouc dHouciav ^x,^i — ö döparoc, 8c xd irdvxa. öpqi, dxujpnTOc, öc xd ndvxa XU)p€Ts dveiribei'ic, oö xd irdvxa dmb^exai xal bi' öv fcxiv dKaxdXtiTtxoc, d^vaoc, dqp9apxoc, dTTodixoc, öc xd ndvxa dnoiricev Xötiu buvd|iieuic auxoO, xfic TViüCXtKfic TPaq)fic, xouxecxi xoO uioO.^) Auch hierin schloß das Christentum zunächst an vorhandene Vorbilder an. — 1) Oanz ähnlich Hermas Mand. 1 1: irpiöTOv udvrujv iricrcucov 6ti ctc 4ctIv ö 9€Öc, d TÄ ndvTa K-ricac koI Karaprlcac koI iroificoc Ik toO li^i övroc elc rö elvai tA udvra (vgl. S. 22 Gebet IV 1), xal wdvTa X'JuP'Iiv, pövoc bk &X(l)pr]Toc (I)v. Daß man dem eTc 6€öc dabei sogleich noch einen andern Gott zugesellte, hatte sein Gegenbild in der hellenistischen Mystik (vgl. z. B. den Xötoc t^€IOC 286 Beigabe 11. Buchstabemnystik und Aionenlehre. Ich kehre zu meinem Hauptthema, der Vorstellung von dem AiiüV zurück. Der Ausdruck dpxn ^ai reXoc, der uns in ihren Dar- stellungen öfters begegnet ist, lenkt den Blick unwillkürlich auf eine Wendung in der von Anfang an christlichen Einleitung und in dem Schluß der Offenbarung Johannis, die bei den neuesten Besprechungen des Buchstabenzaubers eine gewisse Rolle gespielt hat. Die Stellen, welche sich gegenseitig ergänzen, sind: 1, 8 tfib €i|Lii tö A kqi tö Q, XeTei Kupioc ö Geöc, ö Cüv Kai 6 fjv Kai 6 ^pxöjLievoc (?), ö rravTO- KpdTUüp. — 1, 17 ifdj ei)Lii 6 Trpujioc Kai 6 Icxaioc (vgl. 2, 8). — 3, 14 fi dpxri TTic KTiceujc toO 0eoO. — 21, 6 ^xd) tö A Kai tö Q, r\ dpxr) Kai tö TeXoc. — 22, 13 ifuj tö A Kai tö Q, ö irpoiTOC Kai ö ^cxaTOC, r\ dpxn Kai tö teXoc. Daß diese feste Formel, die offenbar an einen den Lesern geläufigen Begriff anschließt, nicht einfach aus Jesaias 44, 6: ifih 6 rrpuJTOC Kai i'fOj ^erä jama zu erklären ist, wie das unsere Theologen immer wieder versuchen, wird man Boll (Sphaera 471) ohne weiteres zugeben. Die Formel ist in der helle- nistischen Theologie geprägt, wahrscheinlich für den Gott, der in den verschiedenen Abschnitten des aiouv oder den verschiedenen aiujvec derselbe ist. Die zeitliche Vorstellung überwiegt 5 aber auch die räumliche ist nicht ganz verdunkelt: der TravTOKpdTwp trägt die sieben Sterne, welche die bivr|cic tujv ccpaipOuv bewirken, in seiner Hand (1, 16; 2, 1; 3, 1: 6 ^x^v Td imä Ttveu^aTa toO GeoO Kai toOc ^iTTd dcTepac). Selbst die Erinnerung an eine Verbindung dieser Lehre mit der Kosmogonie ist noch wirksam; die dpxr| ist zugleich die dpxn TTic KTiceuüc toO 6eo0. Es ist nicht wunderbar, daß gerade hier die Buchstabenmystik mit eingreift, und es ist nicht gleichgiltig, daß hier hellenistische Formeln benutzt sind. Denn die ganze christ- liche Einführung dieser Vision ist durchaus nach hellenistischem Muster gemacht. Kann ich so weit Bolls Ausführungen nur ergänzen und bestä- tigen, so muß ich ihm in einem für mich , prinzipiell wichtigen Einzelzuge widersprechen. Boll behauptet, aus unsem Stellen habe der Gnostiker Markos sein oben erwähntes System sich gebildet, bei Lactanz VII 18, 4: 6 nOpioc Kai tranfip Kai Oeöc xal toO irpiiirou Kai kvöc öcoö önnioopTÖc). Die Bezeichnung des beuxepoc Oeöc ist ö etc. Die Verbindung mit dem Judentum bringt es mit sich, daß die auf ihn gestellten heUeniatischen Eulogien in der Regel auf den Vater, daneben aber auch auf den Sohn über- . tragen werden, wie z. B. in den gleich zu besprechenden Stellen der Apokalypse. Die Offenbarung Johannis. Paulus. 287 nach welchem das Haupt der 'AXr|0eia durch A und Q bezeichnet wird. Aber in der Apokalypse liegt der ganze Ton auf dem Be- griffe dpxri Kai xeXoc (Gesamtheit, irXrjpuu^a), Man braucht nur an den Gott aeriiouu» zu denken, um sich das sinnlich anschaulich zu machen. Dagegen will das System, dem Markos und andere folgen, nur den Wert der KeqpaXn oder dpxn ^) betonen ; das A Kai Q würde auf Christus angewendet bei ihm nur bedeuten: Christus ist das Haupt der Welt oder der Gemeinde. Gewiß ist das eine noch ver- wandte Vorstellung, die sich leicht ebenfalls in der hellenistischen Mystik verfolgen ließe; aber sie knüpft nicht mehr an die zeitliche Vorstellung vom Aioüv un4 darf aus dieser nicht hergeleitet werden. Wo wir für eine gnostische Lehre im Hellenismus Ausgangspunkte finden können, ist es methodisch falsch, Anlässe in den Schriften des Neuen Testamentes zu suchen. Man muß sich m. E. diese allgemein verbreiteten Anschauungen vom Aion und den Aionen gegenwärtig halten, um jene befremdliche Stelle des Galaterbriefes (4, 10) zu verstehen, in welcher Paulus gegen einen wirklichen Kult der cTOixeia oder Engel eifert und zur Begründung doch nur anführt: fm^pac TrapairipeTcGe Kai jifivac Kai KaipoOc Kai dviauTOuc. Wer mit den Verfassern der Handkoramen- tare nur an die Beobachtung bestimmter Festzeiten denkt*), sollte wenigstens erklären, warum Paulus das Unwürdige einer derartigen „Knechtschaft" so mächtig betont. Etwas weiter führen die jüdischen 1) Beides fließt ja von selbst ineinander über; ich darf an die bekannten orpliischen Verse Zeuc irpiüTOC t^vcto, Zeüc öcxaroc dpxiKdpauvoc, ZeOc KeqpaXn, Zei)c juncea, Aioc b' ix TrdvTo t^tuktoi nur erinnern. Sie sind natürlich nicht aus ägyptischem Empfinden geflossen, können aber sehr wohl auf die helle- nistische Formulierung der Äonenlehre mit eingewirkt haben. 2) Daß der Gedanke an sie mitwirkt, bestreite ich nicht (vgl. das K/ipuTna n^Tpou oben S. 74 A.). Aber auch in Kol. 2, 16 ff., wo er stärker hervortritt, genügt er zur Erklärung nicht. Die Berufung darauf, daß die Christen der Welt abgestorben sind, hat nur Sinn, wenn es sich bei dem Dienst der CToixeia ToO KÖc|iou im wesentlichen um das äußere Ergehen handelt, die astrologische Grundanschauung also ganz durchgedrungen ist. Unlöslich ist dem Verfasser mit ihr weiter das jüdische Gesetz verbunden {\ii\ övinj, \ir\bk TCucTj, ^r\bk BiTTjc). Mit der Befreiung von der eljuapiLidvri durch Christus hängt die Befreiung von ihm zusammen. Auch in dem Galaterbriefe bilden 4, 12 — 20 nur eine Einlage, veranlaßt durch das Wort iaK6c|incic; aus der Eins wird die Zwei, aus der Zwei die Vier, wie in der altägyptischen Inschrift über die 'Or^odc (oben S. 64), Sehr deut- lich tritt die Grandanschauung noch in den Zauberformeln zu Tage, die Nesto- rios auf Grund göttlicher Offenbarung zusammenstellte und die sich zunächst nur in seiner Famüie vererbten (vgl. Proklos Zur Republik II 64 Kroll, Zeller, Philos. d. Griechen III* 2 S. 808). Die Buchstabenreihen sind Gebets- formeln, d. h. sie geben die Namen der Götter oder den im Einzelfalle anzu- rufenden Namen des. Gottes; die Vokale bedeuten die Planeten, die Konso- nanten die Tierkreiszeichen. Näheres wissen wir nicht. 290 Beigabe n. Buchstabenmystik und Aionenlehre. lettres comme le fondement fixees ä la spMre comme un mur par 231 portes; la sphere se meut devant, derriere. Signe de la chose: rien n'est superimr en hien ä Oneg et rien n'est superieur en mal ä Nega. Sie werden zerlegt in drei Gruppen: 1) drei Wurzelbuchstaben, Aleph, Mem, Schin, die drei Grundprinzipien in der Natur; 2) sieben Doppelbuchstaben, Bet, Gimel, Dalet, Kaf, Pe, Resch, Tau; sie nehmen aspiriert eine andere Aussprache an und klingen danach hart oder weich, stark oder schwach; ihnen entsprechen die sieben Welten, die Himmel, die Planeten, die Tage der Woche, aber auch Weisheit und Torheit, Reichtum und Armut, Fruchtbarkeit und Unfirachtbar- keit, Leben und Tod, Herrschaft und Knechtschaft, Frieden und Krieg, Anmut und Häßlichkeit; 3) zwölf einfache Buchstaben He, Wau, Zajin, Chet, Tet, Jod, Lamed, Nun, Samech, Ajin, Zade, Qof; ihnen entsprechen die zwölf Himmelsregionen, Zeichen des Tierkreises und Monate, aber auch Rede, Gedanken, Gang, Gesicht, Gehör, Handeln, Fortpflanzung, Geruch, Schlaf, Zorn, Ernährung, Lachen.*) Auch die Teile des menschlichen Leibes werden den Buchstaben gleichgesetzt. Der k6c)lioc, das Jahr, der Mensch, sie alle beweisen die Herrschaft dieser 22 Buchstaben (Karppe S. 156 ff., vgl. oben S. 261). Für eine Rückübertragung ins Griechische bezw. Griechisch- Ägyptische bot dies System den Vorteil, daß die Zahlen der Tierkreis- zeichen oder Stunden und der Planeten in den einfachen und dop- pelten Buchstaben von selbst gegeben waren.^) Nur für die di-ei lettres fondamentales galt es neue Begriffe zu suchen; aber die Her- metische Theologie hatte ja die drei Begriffe qpuJc, Iujy\ und äxaGöv als Wesen der Gottheit festgestellt; sie gaben die Ergänzung. Es ist nur eine Vermutung, aber eine Vermutung, die sich mit meiner Annahme einer beständigen Wechselwirkung jüdischer und helle- nistischer Spekulatfon in dieser Zeit aufs engste berührt, daß das System der XHI. (XIV.) Hermetischen Schrift auf diesem jüdischen Zahlenspiel beruht. Die geistigen Kräfte werden in ihm in drei Gruppön von drei, sieben und zwölf zerlegt, wobei freilich die zwölf 1) Wieder sind es die stoischen Seelenteile in beliebiger Erweiterung, vgl. oben S. 62 A. 3. 2) Auch daß die sieben doppelten stärker sein müßten als die zwölf einfachen, ließ sich ohne weiteres folgern. Das ist in dem Hermetischen Stück dann durch das Spiel mit der Zehnzahl verdunkelt, die freilich auch im Sefer Jezirah ihr Gegenbild hat. Schlußwort. Beigabe m. Amulette. 291 bösen den zehn guten gegenüberstehen.*) Ist diese Annahme richtig, so ist für das Safer Jezirah zugleich eine hellenistische, bis ins zweite Jahrhundert n. Chr. hinaufreichende Urquelle erwiesen. — Es ist ein an sich unbedeutender Einzelzug, den ich hier ver- folgt habe; aber vielleicht läßt gerade er das wunderliche Getriebe dieser Religionsbildungen am besten erkennen und zeigt an einem Einzelbeispiel, welche schöpferischen Kräfte das eindringende Griechen- tum in dem religiösen Denken des Orients entfesselte. Beigabe m. Amulette. Die Zauberpapyri mit der handschriftlich erhaltenen Literatur, den Hermetischen cifiXai^), den apokryphen Schriften auf den Namen des Salomon, endlich den q)uXaKTr|pia zu vergleichen, um die Kon- tinuität dieser Art Literatur zu erweisen, wäre eine dankenswerte, doch den Rahmen dieses Buches übersteigende Aufgabe. Einen ge- wissen Eindruck habe ich mir auf zwei kürzeren Reisen nach Paris und Italien zu verschaffen gesucht, und wenigstens eine kleine An- zahl von q)uXaKTripia möchte ich hier mitteilen, die dem Leser den Übergang dieser Literatur vom Heidentum ins Judentum und von diesem ins Christentum zur Anschauung bringen können.') 1) Wenigstens erwähnen muß ich, daß auch bei Valentinüs zehn &uvd|Lieic in einer freilich ganz anderen Weise zwölf anderen entgegengestellt sind; aus AÖTOC und Zujf| stammen die zehn, aus 'AvSpu^iroc und 'GKKXrjda die zwölf. Durch die Ogdoas der ursprünglichen Äone werden sie zu dreißig ergänzt. Man erkennt eine aus dem Judentum übernommene mystische Bedeutung der Zahl Zweiundzwanzig, verbunden mit der ägyptischen Spekulation über die Ogdoas xmd mit der astrologischen Hervorhebung der Zahl Dreißig. 2) Daß in einzelnen späten latrosophien das Wort cTTjXr] kurzweg Kezept heißt, erwähne ich beiläufig. 3) Eine Sammlung von (puXaKTripia bietet Vassiliev, Änecdota Graeco- Byzantina I 323 ff. Der von mir im folgenden hauptsächlich benutzte Fari- sinus graec. 2316 (XV. Jahrhundert) scheint nach mancherlei Anzeichen in Klein- asien oder auf den griechischen Inseln entstanden. Zum Vergleich fuge ich ein jüdisches Amulett von einer Berliner Zauberschale aus Mesopotamien bei 292 Beigabe HI. Amulette. Ich beginne mit einem literarisöli interessanten (puXaKxnpiov des Paris. 2316, Blatt 316': I (1) OuXaKTfipiov ToO bouXou ToO 6eou 6 beiva.^) ek cKeiraciv Ktti cppoupTiciv ToO ÖovXou cou 6 beiva, öjivoc dpxaTTcXiKÖc, 8v ?bu)K€V 6 Ge6c xtb Miuucrj i\ tuj 6pei Civqi Kai eiTrev auTui • Xaße (pöpecov TÖv ujLivov toötov Kai Icei acpoßoc diTÖ irdviiüV xoiv bai|ioviouv qpavtacjLiiwv Kai 9iX€i bk. dvativoJCKCiv ö ^\yuv toOto t6 q)uXaKTripiov ^ni Tiö öv6|iiaTi toö Ttaipöc Kai toO uioö Kai xoO dtiou TTveuiuaTOC" ßeXibv Gaßujp dKavGd va^ieXd Xa|ißaXd Äpimcai ßicaacfiid dvaXoujui (R. Stube, Jüdisch-Babyloniscbe Zaubertexte, Halle 1895, S. 23 ff.): „Dies ist ein Schutzmittel, um fernzuhalten Zaubereien und Gelübde und Flüche und (magische Künste) und Verwünschungen und (Bannspräche?) von Abba bar Barkita [gerichtet] gegen Imi bath Ribka, gegen Lili und Mar, die Kinder der Imi, und gegen alle, die sie beschwören. Ich beschwöre euch bei den heiligen Engeln und im Namen des Metatron Hadriel und Nuriel und üriel und (Sasgabiel?) und. Haphkiel und Mehaphkiel — dies sind die sieben Engel, welche gehen und umwandeln Himmel und Erde und Sterne und den Tierkreis und den Mond und das Meer — daß ihr geht und euch wegwendet (?), böse Zauberkünste imd mächtige Beschwörungen und Gelübde und Flüche und magische Handlungen und Verwünschungen und Bannungen, welche sind im Hause und im Körper and im Leibe des Abba bar Barkita, damit ihr fortgeht und euch wegwendet gegen alle, die sie beschwören. Geschwind ! Geschwind !" Wie hier das i\br\ r\br\, raxü taxO des ägyptisch-griechischen Zaubers wieder- kehrt, eine Schlußformel, die auch in national-ägyptischen Zaubertexten vor- kommt, 80 erinnert an die Zauberpapyri das im weiteren Verlauf begegnende Spiel mit dem Gottesnamen, die Hereinziehung der fvujac („daß ich erstaune über die Geheimnisse der Erde und Einsicht gewinne in . . . .") und manches andere. Der folgenden griechischen Texte halber hebe ich noch heraus: „Grehet fort und entweicht von Abba bar Barkita und gehet fort auf jeden, der sie beschworen hat, und auf sein Haus und auf seine Wohnstätte und auf seine Schwelle (?) Und im Namen des Gabriel und Michael und Raphael und im Namen des 'Aniel, welche stehen hinter den Rädern der Sonne, und im Namen des Zukiel und Perakiel und Berakiel und 'Arkiel, die Dienste tun vor dem erhabenen Thron Gottes, deren Herrschaft auf der Erde und deren Macht an der Himmelsveste ist. Sie mögen entfernen und vernichten und ver- scheuchen und verbannen alles, was böse ist aus [dem Körper des] Abba bar Barkita uüd aus den 243 Gliedern ..." — Der ägyptische Zauber wirkt nach Mesopotamien herüber wie die ägyptische Mystik. 1) Geschrieben ö, also wie in. den Papyri; unverstanden, daher nicht flektiert. Die orthographischen Nachlässigkeiten des jungen Schreibers habe ich im folgenden stillschweigend verbessert. I. Amulett des Parisinus 2316. Teil I. 293 ceXeeii bictx ßapaxaedjv ßißaed x^XO^X dßaßoußdp 'Abova^ Kupie*) — Kai ^TTiKaXeicGai t6 övofia toO jLiexdXou 8€o0 Kai Xeteiv öpKiCw u|aac, TTäv Trovripöv 7TV€Ö)ua Kai ttcIv cnjua*), (peOte dtrö töv boOXov Toö 9€o0 6 beiva tov ßacidJlovTa tö qpuXaKxrjpiov touto Kai dTtö töv oTkov auTOÖ Kai dirö id iCKva auToO, bnoTov baijiöviov TUTXdvoi, eiTC 0f]Xu eiTC dpcev eixe dveiiiobiTiKÖv f\ iv tuj ubaxi 7ropeuÖM€Vov. ^Keivov Tdp TOV Qeöv öpKiZ^uj ii|aäc, irovripd TTveu)iaTa Kai dKdöapTa, TÖV cTTißXeTrovTa im Tr\v ff\y Kai ttoiujv (so) cuttiv Tpejieiv, töv 'Abovae, töv 6ujbovar|X^, töv 'AXaeG, töv (poßepöv laßaiuG, töv Ba- par|6, töv 'AbenO, töv '6)iavoufiX*) Kai touc dfiouc dYT^Xouc, Äv Td 1) Vgl. Dieterich, Abraxas 202, 31 in der Aufzählung der Gottesnamen: tl>c bk Mujucf^c iy T^ 'ApxaTTe^"«Ti dkba Zaiu ßaeanfiaxuJM 1^ßa6aa^ axujp piZ lar\ iuK€u»v TTveb |Li€UJui|/ \\)\)x )iiev tö övo|ua Kupiou CaßatüG, q)euHö|aeGa diTÖ tOuv ^KCice. CoXo^dJv bi Xaßdjv coqpiav irapä Beoö iKXeicev aörd eic ü6piac TÖc xo^'<öc Kai fecq)pdYicev aOrdc tu) övöjaoTi toö öeou (vgl. Vassiliev a. a. 0. 332. Hier sind es 19999 böse Geister). 2) Gabriel ist hier wie öfters willkürlich für Michael eingesetzt. Auf dieselbe Fassung spielt das jüngere Amulett Vassiliev 333 an. Benutzt ist eine Schrift Salomos, deren Gebrauch in Ägypten schon Zosimos bezeugt (Berthelot, La chimie au moyen äge 11 265). Sie hieß „die sieben Himmel" (Hechaloth?), erzählt« aber auch die Bannung der Dämonen in sieben ubpiai. 3) Vgl. Ev. Matth. 24, 29; Nahum 1, 4; Joel 3, 15, sowie Dieterich, Jahrb. f. Phil. Supplem. XVI 774, Abraxas 140. 4) So in einem andern Amulett Blatt 314^': v dirö töv fcoöXov toO Geoö ö öeiva, 296 Beigabe HI. Amulette. TÖv Geöv u|aac öpKiZuu xd ixovripa Kai otKOtOapTa TTveuinaTa xöv xa^i- voocavxa touc Xeovxac ev xiu XciKKtu xoO AavifiX Kai tpuXdHavxa xoöxov dXüüßnxov, 'iva iroincrixe Ka6ibc - eiTrov uiniv, Kai ^f) e'xeiv xrjv ^Houciav Kaxd xoO bouXou xoö 0eoö ö beiva koi xoö oikou auxoö Kai xtuv x^KVUJV auxoö, xöv ßacxdZ!ovxa xö q)uXaKxripiov xoOxo. (3) Ixi opKiZ^u» u|Lidc Kai eic xouc dpxaYYtXouc Kupiou Caßau)9 iravxoKpdxopoc, |€ic xov TtpuJxdTTC^ov MixafiX xöv e'xovxa xrjv dHouciav eic xö xoö dv9pu)iT0u Trveö|Lia, eic xöv faßpifiX xöv eiri xf\c xap«c, eic xöv lim xöv]] OupiriX xöv erri xiic uyiac, eic xöv 'PatpariX xöv irxx xfjc ideeuuc, fMixanX xöv eiTi xoö Kpixnpiou, AoufiX xöv im xoO lirrvou, CixafiX xöv dm xoO pttouc. Kai TTupexoö, f Paq)afiX xöv ijci xujv itövuüv Kai öbuvujv, MeX- XOiööv xöv Im xoö öbaxoc Kai xujv ttiit^v, 'Paq)afiX xöv dm xiwv TTOxamjüv ^) , CapaJÜafiX xöv dm xujv öpeujv, Cainouca^X xöv dm EuXou oiKiac (JÜrjXou fiKiac Cod.) Kai eic xöv '€|Liavour|X xöv uiöv Kai Xötov xoö 0iEoö fi/injuv xöv iLieXXovxa K^vai ZuJvxac Kai veKpouc, Kai eic xouc irdvxac dpxattdXouc xouc . rrapicxaiiievouc dvujmov xüuv Gpövuuv xoö 9eoö, MixanX, faßpiriX, OupifjX Kai 'PaqparjX, '€voTrpiriX, BapvaßanX, [dm] 1our|X, TaGririX, MeXoiv, '€HavKav6d, 'AcxevariX^, Kai eic irdvxac xouc in\ xnc (xouc God.) uiroupTiac, iva rroiriCTixe Ka9ujc eiTiov u|lIiv. , oi'iravxec xoö Geou TtavdYioi dtTC^oi Kqi uiroupTOi xf^c auxoö laeya- Xeiöxnxoc, ßor|9ricaxe xöv bouXov xoO Geoö 6 beiva xöv ßacxdZiovxa xö (puXaKxripiov xoöxo" dirobiiuHaxe Tcdv KaKÖv dTr' auxoö Kai xöv oTkov auxoö Kai djTÖ xd xdKva auxoö, Kai boxe auxiij viKT]v Kax' dx9pu>v 6paxu»v Kai dopdxuuv. vai Kupie Incoö Xpicxd^), 6 9eöc fmOüv, ydvoixo bid xfic dTiac cou nrjxpöc Kai irdvxujv xujv dYiuiv cou, d|Linv. Daß unser Amulett aus verschiedenen älteren Bestandteilen zu- sammengesetzt ist, zeigt schon die Verschiedenheit der Engellehre, Den ägyptischen Gebeten steht am nächsten der dritte Teil. Gerade ^r berührt sich am engsten mit der oben (S. 18 A. 1 ; \'va etvai ÖirpaKToi koI dvevdpTnToi uüc v€Kpol, öttujc jli»^ ipy&liuvrai f\ eiiriua f\ npäStuci f^ cuKo |i6T»CTÖci Kai carpdiraic ti kot' iixoO ftöXiov etnwciv koI ^pTdcovxai. 1) Vgl. das 9uXaKTiipiov bei Vassiliev 343: äffekoc 'Paqpai^X ö diri xöv iroTogöv fxwv tVjv ^fouc(av, ßoriGct, dazu die Geschichte wie Rafael dem auf- erstandenen Christus begegnet und ihn um Macht bittet. Die Zahl der Engel ist hier zwölf. 2) Elf Namen, einer scheint ausgefallen. 3) Vgl. oben S. 29 Gebet VII 11: vai KÖpie Kvi]ap^axar|X, ö ^ttI Ti^c kXivtic, CapicariX, 6 in\ tt^c eipnvTic Kai fmepac Kai vuktöc, Car|X, ö im Ttüv dc6€vouvTUJV Kai dbuvu)|idvu)v. Es folgen hierauf: ol Ttap- ecTU)Tec ivwmov toö 6eo0 toö TravTOKpdTOpoc MixariX, faßpiiiX, OöpifiX Kai 'PacpanX. Direkt auf diese Apokalypse beruft sich ein anderes Amulett (Blatt 436'), in dem Gott angerufpn wird: bid ttjc Trpoceuxnc toö dTiou 'Iwdvvou toö SeoXÖTOu^) Kai fpriTOpiou Kai bid Tnc cq)paTiöoc toö h^XXovtgc ^pxec9ai Kpivai Z!u»VTac Kai vcKpoöc, ßaciXeuc fmaiv Mticoöc XpiCTÖc, Kai o\ dTT^Xoi toö ji€TdXou Gcoö, MixafjX cw oi ätTeXoi Kai ol dpxdTTcXöi o\ 7TpoTiTOU|J€voi dviüTTiov ToO 0€oö. Die Zusammen- hänge dieser Literatur mit theoretischen Schriften, bezw. OflFen- barungen, liegen wohl klar zu Tage. Sie geben ihr die Wichtigkeit. — In dem zweiten Teil tritt besonders die mit dem Salomonseide verbundene Begegnung der BacKavia (Behexung) mit dem Engel Michael, bezw. Gabriel, hervor.*) Weitere Schilderungen bietet die- selbe Handschrift, z. B. (Blatt 318' flF.): öpKiZu) u|näc KaTd toö MixafjX TOÖ dpxarrtXou, öc uTrr|VTTic€v Tfjv BacKavocuvnv Kai dmipiuTncev auTTiv TTÖGev fpxtj Kai ttoö iropeui;); f\ bi etirev auTip* i-^üj uTrdfui ^TTTd {im TÖ?) TTTitdc ubdTUiV dnoKXeTcai, dXujvac dKKaöcai, KOViopTÖv 1) Der Evangelist zum unterschied von dem Täufer, vgl. Wessely, Denkschr. d. E. K. Ak. 1893 S. 69. Er scheint als Verfasser der Apokalypse betrachtet zu sein. 2) BacKovia oder BacKoojvn ist offenbar fOr Lilith eingetreten, die Königin der nächtlichen Schadengeister, die wie eine '€|Liirov)ca oder strix erscheint (A. Eohut, Jüdische Angelol(^e S. 87). Daß sie langhaarig ist, wird besonders hervorgehoben (ebenda S. 88). Interessant ist die vollständige Hellenisierung dieser Vorstellungen in unserem Text. Beitienitein, Polmandrei, 20 298 Beigabe III. Amulette. dTTOTivdHai, Kai veOpa xai öcT^a cuvTpiipai, jxueXouc ^KKCvOücai, veoTTiia eKKÖvpai^), avbpac Kai YuvaiKac diToxujpicai , uaibujv xo^«c biappfiHai, eaXd)aouc^) dbiKficai Kai TfjV irapöevov juidvai Kai KdWri (KdXri Cod.) dqpavicai, Kai irdcav vöcov eTrdtuj toTc dvOpOuTTOic. Kai dHiupKicev auxfiv MixafiX ö dpxdTTcXoc Kaid toO iravTOKpdTopoc GeoO Kai Kaid toO ^TTTacTÖiuou (ppeaioc ific KoXdceuuc q)oßr|6riTi, BacKOCuvr], tö jueya övo|Lia ToO GeoO. ei hk Kai TTapaKorjcrjc )liou touc öpKOuc toutouc, dvreXei Kopioc CaßaiJüG öyTcXov d7T0T0|iific ßacaviCovid ce Kai ßdXXovtd ce eic rfiv Kdjuivov toO irupöc ty\v KaiOjue'vr|V. öpKiJÜuj ce, CrpaTTCiXid TToXuiLiopqpe, f\ errepxoinevTi eiri xd iniKpd iraibia, fiiic ^x^ic x^ipa cibrjpdv Kai cupeic id iraibia Kai KXemeic auid Kai reXeuTÜJCiv raOrd eiciv xd övö|Liaxa xaiv dTiujv afxiXuJv, oixivec dYT^Xoi Kai dpxdtTcXoi Kaxap- Touciv xfjv feXoOv^) Kai udv dKdOapxov irveOiua dpcev Kai GfiXu, <^X^Y€) 'Gßpaibi cpiuvr] biaXetuiV Mixar|X, faßpiriX, OupifiX Kai Paqpar|X, MavoucajuouriX, 'AßecaßcK, CixarjX, 'GpeperiX, 'laßour|X, CaßauuG, 'Abovar|X, '€Xidp*), 'Apaxrm, Mapour|X, Xr\la, MaZiaxariX, MicarjX. bivr|9r|xi öHuyöiwc (buvriGTic oHuTÖvujc Cod.), irdv dKdOapxov itveOiLia. Ein ähnliches Stück ohne Anfang lautet (Blatt 432) : uic ^Kaxripxexo iK xoO oupavoO 6 dpxdf teXoc MixariX, unrivxTicev auxu» xö dKdöapxov TTveujua ^xo^ca xdc xpixac euüc xoiv irxepvujv auxfic Kai xouc 6(p9aX|Liouc auxoö (so) tre- TTupuüiLievouc* Kai Xefei auxr)v 6 dpxdxTeXoc MixarjX" TtöGev epxr) koi TToO uTrdYr); äneKpiQx] r\ mapd, Xeyei aiixuj" ifth dTrepxuu eiceXGeiv eic xöv oiKov u)C öq)ic, ujc bpdKiuv, ibc dpTtexöv xexpdtroba dHöXeiniu). ifOj uTrdYiw TTOincai YuvaiKÜJV nXrifdc, i'^w ttoiuj auxdc Kapbiav TTOvfjcai, YdXa <(HTipaivecGai, xpixa^ cppTHai buvdcxr) xoO oikou koi -rrdXiv (TtdXnv Cod.) TTOIUJ <^^Kxe>xa|aevriv. ^) Kai xoxe diTOKxevuj aiixd. xö ydp övo)Lid |nou TTaHap^a KaXoOiaai. oxe ydp ^xeKev f] d^ia Mapia xöv Xöyov xfic dXr)6£iac, dirfiXGov auxriv (auxdc Cod.) TrXavficai Kai eupeGriv (?) TrXavri- ixi\r]v(?). Ktti Tidcac auxfiv 6 dpxdxTcXoc MixafiX eK xujv beHiuiv auxfic TrXoKd|LiiJUV, Kai Xeyei auxfiv MixafiX 6 dpxdTxeXoc* dvdTTeiXöv )iOi xd 1) ^TK6i|;ai Cod., verb. Keil. 2) öqpSaXiuoOc Cod., verb. Keil. 3) Vgl. die re\d»via cpoßepd in dem jüdisch-christlichen Zauber des IV. Jahr- hunderts bei Wessely, Denkschr. d. K. K. Ak. 1893 S. 66 Z. 36. 4) Ans BeXidp? Es ist die wüsteste aller dieser Namenshäufungen. 6) Einiges scheint ausgefallen; daß die Unholdin sich besonders gegen die Wöchnerinnen wendet, ist allgemeiner jüdischer Aberglauben. Für das folgende aörd läge es nahe ai)Tr\v oder aiixdc zu schreiben; aber vermutlich waren in der Lücke die Kinder erwähnt. Eine volle Herstellung scheint unmöglich. I. Amulett des Parisinus 2316. Erklärung. 299 biübcKd cou. ;ßv6|LiaTa.^) koi Xeter tö Trpujrov övo|Lia feXoG KaXou|iai, TÖ beuiepov Mopqpoöc, t6 tpiTov Kapdvixoc, tö xerapTov 'AjuiHoOc, TÖ 7Te|Li7TTOv 'AjuibttZloO, TÖ ?KT0V MapjLiaXdT, TÖ €ßbo|aov Kapdvri, tö ÖTÖoov CeXrivoOc, tö IvaTov 'AßiCd, tö beKaTOV 'Apiavri, tö dvbtKaTov Mapdv, TÖ boübeKttTOv f MapinaXdT. öttou eiciv Td bu>beKd |iiou övö/iaTa Kai TÖ övojud cou, dpxdYTeXe MixariX, Kai tö övo|ud cou, Cicivie*) Kai Civöbujpe, ou iif\ eic^XGuj eic töv oikov toö boiiXou toö GeoO 6 beiva, dm öv6)iiaTOC rraTpöc u\oO Kai dTiou TrveujiaToc vOv t6v cuWriepO^via Ik toO rrvcu^aTOC*), dTTobiuj2ov näv tto- VTipöv dTtd TÖv boöXov ToO 9€o0 ö beiva. ci töv capKwG^vra Ik Tf\t TrapS^vou, d töv bi€V€xö^vTa*) dK toO dtT^Xou, dtTObiiuHov ttSv kcköv änö TÖV boOXov toö 8eo0 ö beiva. ö cIttiüv TPITOpeire kcI npoceO- X€c8€ • 6 dvoiEac ö(p9aX|uouc toO TU9X0O ^k T€V€Tf|c, 6 dteCpotc AdJlapov Ik toO fivTiiieiou, ö d|.iv6c ö dmu/ioc xd dcrriXoc. Tct övÖMara T&y ctKOCi T^ccapo irpccßuT^puJv') eidv '€vujtiX, 'ApveriX, 'AtporiX, T *Puix6inX, Bp(2, Tpi(paiiX, BpiTMCiTOC.(Bp{T|Lia Cod.), 'H)ii9piiiX, OGopwpiut, Cumupäc, NacpariX, '€p€p€r|X, 'Avr|X, fTpitperiX-, ZiuEujpariX, TapSiriX, 'Avii^X, Ei(pir|X, 'Aßvii^X, 'Aq)eb6€r|X, ZamriX, XaXoXaiiX, 'AZatiufi, Ma- nwvä. elc\ hk Ka\ Td dvö/iaia tOüv dirtd biaKÖvuJV NaK6va/|X, XifjX koi *lilX fbi ^KbnXoc, 'Paipavai^X, 'AGavectdv, fö dvoXiTmKÖv. iy dvöjLiari ToO TTttTpöc KOI ToO v\oQ Ktti ToO dtiou 7rveu|naT0C. Oüc*) dnepiTTdrei 6 Kupioc fiiiwv 'IticoOc XpicTÖc ^v xwpiiv re8cTmavei laeid 'liudvvou, fiKovcav KTUTTOV |a^Tov Ka\ 6öpußov dirl tt^c T^ic, Kai elnev 'luudvvric* Kupi€ t( kiiv 6 ktOttoc Kai ö Göpußoc dnl Tfic T^c; Die Antwort Christi, deren Anfang fehlt, besagte: gegen den N. N. kommt ein entsetzlicher Dämon in Eindergestalt; daher erhob sich der Lärm Kai dGopußri0Ti f\ fn. dXXd önaxe, Miudvvri, Kai i\nk €lc tö be£iöv djTiov (peOte rraibiov, (peOtc baiiiiöviov Ttaibiov (Traibiiuv Cod.) dnö TÖV oTkov toö boüXou TOÖ eeoO ö beiva. CTiö^ev KaXuic, CTu))iev |i€Td (pößou. d^iiv. Das iraibiov ist offenbar eines jener zwölf Kinder der „Mutter des Teufels" (vgl. oben S, 299 A. 1). — An eine neutestamentliche Wundergeschichte schließt der schon erwähnte Schlangenzauber des Paulus, den Yassiliev S. 830 nach Vindob. Üieol. 104 herausgegeben hat und ich nach Ba/rher, lü 63 Blatt 414 benutze. Gerade er zeigt die Art der Christianisierung trefflich. Das Wunder wird zunächst nach der Apostelgeschichte 1) ^K Tf)c iraf>d^vou Cod. Auch nach der eweiten Aurofung ci töv capMud^vra kK r^c nopO^voV) wird die Formel dirobiwEov — ö 6€lvo eu ergäneen sein. 2) 6tu)xd^Ta Cod. Christus ist durch die Reiche der Archonten von Gabriel hindurchgetragen worden. 3) Vgl. Offenbarung Johannis 4, 4. Die irpEcßtirepoi (Stundeuengel?) kehren öfters in diesen Texten wieder; die Namen wechseln natürlich (vgl. Yassiliev 841. 842). Die im folgenden erw&hnten sieben btdKovoi lind wohl die iirrä irvcOfAOTO ToO ©€00 in der Offenbarung. 4) Man beachte die Zweiteilung des Zaubers, die hier wie in der Regel die verschiedenen Elemente scharf sondert, 302 Beigabe DI. Amulette. (28, 3 — 6) erzählt. Paulus schließt: ifix) hk irveOina äY»ov ?xu)v |i€T* ^|LioO ^Herivc^a auT^v (die Ix^^va) iv rrj dvaqpeeicr) (pXofi xai }ir\b4.v Ti beivöv TtaGuiv irap' auTf\c eic uirvov ixpcmr\v. Möglichst unpassend schließt hieran als zweiter Teil die Erzählung, daß in der Nacht der Erzengel Michael ihm ein Buch vom Himmel bringt und ihn dort den Schlangenzauber nachschlagen heißt, und daß Paulus nun am folgenden Morgen abliest: dHopKiZ^oü u|iäc xHe' nmcu tevecic twv 9r|piu)V Tuiv ipirövTUJV drrl tf^c ync ktX. Die Formel wie die Erzählung von dem vom Himmel gesandten Buch zeigt, daß es sich um einen ägyptisch-jüdischen Zauber handelt, der mit der Person des Paulus erst nachträglich verbunden ist. Die genauesten Parallelen geben die Stories of the High Priests of Memphis. Daß die Namen der vierundzwanzig Presbyter der Apokalypse wie Engelnamen behandelt werden, kann nicht befremden. Später treten ganz allgemein die Namen der Heiligen ein und werden unter der Einwirkung der Zaubertradition ähnlich empfunden.^) So bietet uns der Parisinus 2316 einen Traktat, in dem zu jedem Psalm an- geführt ist, für welche Leiden er als Amulett dienen kann; bei dem 127. Psalm ist hinzugefügt: YPav <^öpx(Zuj^ xöv Gpdvov xöv dcdXeuxov, xd ficxpä xoO oöpavoO , xö iXoKU))iou Kai Ar])LiocTpdTOu toO AuboO cuTTpdfxiLiaTa nXeicTa KeKirna^voi diTOKaXiivjjeic le -npoqp^povTec Ziu- podcTpou Kai ZuücxpiavoO Kai NiKOGdou Kai 'AXXotcvoöc Kai Mecou Kai dXXujv TOiouTUJV ttoXXouc ilr\T:änuyf Kai autoi iiirairiMevoi, ibc bfi ToO TTXdTUJVOc eic tö ßdOoc xfic voTixfic ouciac ou TreXdcavToc. Auf diesen Angriff antwortete Plotin mit dem Enn. 11 9 erhaltenen Buch, dem Porphyrios den Titel TTpöc tvujctikouc gab. Die Behand- lung dieser Schrift durch Schmidt (Texte u. Unters. XX 4) scheint mir an dem Grundfehler zu leiden, daß sie ohne weiteres annimmt, erst Plotin habe in der Polemik alle termini technici seiner Gegner in Platonische Sprache übertragen. ^) Jeder Anhalt für diese Voraus- 1) So ist ihm z. B. der voOc 6iavoo0|i€voc, dessen Unterscheidung von dem voOc kv iavxCb ^%wv rc&vra rä övra Plotin an den Gegnern tadelt, klärlich der X6toc der Valentinianer iS. 37), und doch knüpft Plotin seine ganze Polemik an die Wahl dieser Ausdrücke und wirft überdies (c. 1) seinen Gegnern vor, daß sie von dem voOc toch einen Xö^oc ausgehen lassen und ihn )i€TaSO voO Plotins Schrift TTp6c fviucTXKOÖc. 307 Setzung fehlt; sie widerspricht nicht nur dem jErüher erwähnten Zeugnis Jamblichs De myst. YHL 3 ff. (oben S. 107. 138 A. 2), sondern auch der Angabe des Porphyrios, die Gegner seien ^k ttic TiaXaiäc qpiXocoqpiac dvTiTliievoi, von ihr ausgegangen und über sie hinausgegangen. Von Aquilinus ist uns ein einziges Fragment erhalten, das Schmidt richtig erkannt hat (bei Lydus De mens. IV 76 p. 128, 12 Wünsch, oben S. 44 A. 1) ; es redet von dem Hermes, der Xöfoc und eiöoc ist, und von Maia, der voritf] oiicia (vgl. Plotin c. 6: ibc auTOi |Liev ifiv voiiTf|V 9iiciv KaTavevor|KÖT€c , ^kcivou bfe Kai tujv äXXwv tujv |iaKapia»v dvbpüüv |ur|). Es schließt an eine Isis-Lehre, die wir leicht in Plotins Angabe, die Gegner machten bisweilen auch die Vuxii zum bimioüpTÖc, wiedererkennen, und die in den Hermetischen TeviKOi Xö^oi ebenfalls ausgeführt war. Mit Ausnahme jener von Plotin (c. 6) erwähnten irapoiKiiceic Kai dviiTuiroi Kai iiieTdvoiai, deren Zusammenhang mit dem Gesamtsystem wir nicht erraten können^), kehren überhaupt sämtliche Lehren der Gegner Plotins in den uns erhaltenen Her- metischen Schriften wieder. Was Porphyrios meint, wenn er jenen Männern den Titel YvujcTiKoi gibt, sagt er und sagt Plotin mit er- freulichster Deutlichkeit: daß sie sich auf allerhand Apokalypsen, also auf eine fortwirkende Offenbarung, eine fvüjcic, berufen, welche über die Überlieferung der Alten, d. h. über Piaton, hinausgeht, und daß sie daher eine eigene aipecic bilden wollen und bilden, ist Anlaß des Streites.^) Daß sie dabei zugleich Christen sind, tritt voll- Kol vpuxf^c setzen. Die Parallele gibt die X. (XI.) Hermetische Schrift § 13: Hjuxi?! hk. ävöpubirou öxeirai t6v xpöirov toötov • 6 voöc bi tuj Xöyhj i ö Xötoc ^v Tfl M'WX^) "^ V^Xi^ ^v xCb irveü)LiaTi (cii)|aaTi MAC). Das Wesen des irveOiia, welches von Plotins Gegnern (c. 5) als ^x^pa vpuxi^ bezeichnet wird, ist im § 17 er- läutert; es ist der Lebensgeist, der als ?v6u|ia vuxf^c im Körper waltet. Eine ähnliche Scheidung zweier Seelen in Hermetischen Schriften erwähnt Jamblich De myst. VHE 6: die eine stammt von der Gottheit, dem vorixöv, die andere aus dem Reiche der Stemenmacht; nur die erstere kann Gott schauen. Wie leicht es für den Ägypter war, auf Grund der Lehre vom ka derartige Scheidungen aufzunehmen, brauche ich nicht auszuführen. Im Grunde kennt die zweite Seele schon der Poimandres (§ 24). 1) Darauf, daß sie in dem Cod. Brucianus wiederkehren, macht Schmidt (S. 61) aufmerksam. Das erklärt sich daraus, daß einzelne Apokalypsen von Christ und Heide gleichmäßig benutzt wurden (vgl. oben S. 267). 2) Es ist in gewisser Weise ein Slareit der fpannaxeic gegen die Pro- pheten. Ganz abzulehnen scheint mir schon aus allgemeinen Erwägungen die Annahme, Porphyrios gebrauche die Worte im katholisch-kirchlichen Sinne: 308 Beigabe V. Zum Alexander-Roman. kommen zurück, und es ist durchaus müßig, die christliche Gnostiker- Sekte bestimmen zu wollen, der sie angeblich angehörten. Die hellenistische Mystik ist noch im dritten Jahrhunderte eine das Christentum mannigfach beeinflussende Macht. Sie empfindet sich als Philosophie und wird auch von den Christen als Philosophie empfunden. Nicht nur für Amobius, sondern auch für Lactanz und Cyrill steht Hermes neben Piaton. Nur hieraus ist die auf den ersten Blick so befremdliche Art zu erklären, in der beide fast ohne jede Polemik Hermes als Zeugen christlicher Dogmen anrufen. Beigabe V. Znm Alexander -Roman. Für die Beurteilung des Alexander -Romans hat 0. Wagner in der Metzer Epitome rerum gestarum Älexandri Magni (Jahrb. f. Phü. Supplem. XXVI) neues und wichtiges Material geboten. Wir lesen dort (§ 97) von den Teilnehmern des letzten Gelages: iam non alienum videtur qui fuerint äemonstrare, quorum Onesicritus fugims simulr tatem mentionem facere noluit. fuit Perdiccas, Medius, Leonnatm, eratteon, MeUagrus, Theoclus, Cassandrus (= Asander), Fhilippus, NearcJms, staim, Heradides, oratheus, Polydorus, ilicus, Menander . . . quorum quid ageretmr nemo fuit ignarus praeter Eumenem et Per- diccam et Ptolomaeum et Lysimachum et Cassandrum et Olciam. Wieviel aus Oüesikritos entlehnt oder nicht entlehnt ist, bleibt unsicher, durchaus möglich, daß er die unschuldigen Teilnehmer, darunter seinen Gönner Lysimachos, aufzählte und nur die Verschworenen nicht nennen wollte. Das Gerücht von der Vergiftung hatte er offenbar erwähnt. Für die Echtheit spricht alles. Schon Wagner hat femer darauf hingewiesen, daß wie der Schluß des Romanes, so auch der Anfang den Onesikritos als Quelle nannte. Wir wissen dies durch ein byzantinisches Gedicht, welches einer volleren Handschrift der Rezension. B entlehnt ist; Stücke „gnostiflche Häretiker". Das Schwergewicht liegt bei der Wahl der Worte in dem Begriff atpecic (selbständige Philosophenschule, vgl. Diog. Laert. prooem. 20, Suidas TTuppdjveio») und fvOüac (unmittelbare Erkenntnis, inneres Erleben). Onesikritos über Alexanders Abstammung. 309 daraus hat nach dem Marcianus 408 Stephan Kapp in einem Wiener Programm (Mitteilungen aus zwei griechischen Handschriften, Wien 1872) veröffentlicht, S. 7: ToÖTÖv q)aciv o\ rraXaiol cocpoi tujv AlTuirriuJv — elc dcTiv 'OvTiciKpiTOC, 'Accupioc ^KcTvoc ö TTÖvia cuTTPctU'aMevoc Kard Xetttöv xd toutou — TiaX^pa TÖV N€KT€VaßUJ töv öucTuxn KOT^x^iv ktX.^) Die Angabe interessierte mich, da ich vor achtzehn Jahren in Italien eine lateinische oder griechische Passung des Romans flüchtig gesehen zu haben mich erinnerte, in der die Geschichte der Ab- stammung Alexanders ebenfalls auf Onesikritos zurückgeführt war. Ich legte der Sache damals keinen Wert bei, weil ich wie Kapp überzeugt war, das Zitat sei von einem Byzantiner erlogen; erst durch Herrn Wagners Fund hat die Angabe Wichtigkeit gewonnen. Wir müssen prüfen, ob sie wahr sein kann.*) Der Roman gibt an, Onesikritos berichte als Erzählung der Ägypter, Nectanabus, der letzte, von Ochus vertriebene König, habe als Rächer des ägyp- tischen Volkes an seinen Bedrängern den Alexander gezeugt; er habe der Königin versprochen, daß Gott Amon zu ihr niedersteigen werde und selbst dessen Rolle gespielt. Das ist, wie schon Wiede- mann erkannte, mit geringen, leicht durchsichtigen Änderungen ein wirklicher AItutttioc Xötoc, und zwar der offizielle. ,yNach ägypti- scher Lehre verdankt der König seinen Ursprung dem geschlecht- lichen Umgange einer Königin mit dem Gotte. In Luxor wird die Geburt des Amenophis HI. dargestellt und dabei geschildert, wie der Gott Amon die Gestalt des irdischen Vaters desselben, Thutmes IV., annahm und zu der Königin, die er schlafend fand, kam. Er nahte sich ihr, sie zu besitzen, und zeigte sich ihr in seiner göttlichen Kraft, so daß die Liebe des Gottes alle ihre Glieder durchdrang. Dann ver- hieß er ihr, der eben empfangene Sohn werde die ganze Erde be- 1) Vgl. Pseudo-Kalliathenes 1 : toO NcKToveßüi X^ouci toOtov elvai ol cotpUi- TOTOi tCuv AlTUirriujv. 2) Daß der byzantinisclie Verseechmied den Onesikritos als Assyrier be- zeichnet, durfte nie zur Verdächtigung benutzt werden; wahrscheinlich gab eine Verderbnis des Wortes 'AcTVTcoXaictic in der benutzten Handschrift des Romans den Anlaß zu der Erfindung; mit der Form des Zitates vergleiche Lukian (ilf acroft. 14): 'Ov^ciKpiToc ö tö ncpl *AXdEav6pov arrrp irjc 'OXu|H7ndboc rfic juriipöc 'AXeHdvbpou. ^vieOOev cutx^cic eTevero tujv caTpairenjüv Kai ^TreßoO- Xeuov dXXoi dXXoic Kai npoceriGouv xaic lauTuiv Ka\ jieiZiovac nepie- 5 ßdXXovTo buvd)ii€ic Ol TravoupTÖiepoi Kai dqpöveuov toOc dcOevecT^pouc. d|ueTaXuv9Ti he uuep touc ttoXXouc 6 'Avtitovoc )LieTd toO aÖToO uioö Tou TToXiopKriToö ArijuriTpiou • biö Kai übvö)iiacev iamöv ßaciXea Kai ^qpöpece bidbniua- iböviec hi Kai oi ?T€poi, öcoi ouk ^XarroOvTO aiiToO, €q)öpecav KOKeTvoi bidbrijua Kai wvö)iacav ^auTOuc ßaciXeic, ö lo T€ TTToX€)iaToc dv AiTUTTTUJ Ka\ Cupict Kai 6 Auci^axoc iw Qp^Kvi koX ö Ce'XeuKOC iy BaßuXujvi, 8c diroSavövTOC 'Avtiyövou fjpEe udcnc 'Aciac Kai Kaid biaboxi^v o\ auToO uioi. n. ÖTi TÖ cuifia ToO. 'AXeHdvbpou iLieid Gdvaiov KarriTOtTOV Ol MttKebövec eic 'AXeHdvbpeiav ^k BaßuXüjvoc Koc|iricavT€C auTO ixdvu is TToXuTeXdic Kai ttX€ictou xpucoO Kai dptiipou Trepiö^vTec dvaXcuiaaTa Ka\ KaXXiüTTic^öv KairiYCtTOV be inerd TtoXXnc Kai 7Te7rXri9uc|Li^vr|C bopuqpo- piac. eiia eKeiGev bießißacav eic MaKcboviav ifiv 'PujHdvriv ineid toO CUV 'AXeEdvbpuj T^voiuievou auTTj naiböc övofiaZon^vou 'AXeHdvbpou Kai auToö. bießißacav bk Kai iXi7rTrov töv 'AppibaTov, 8c ßaciXeucac so UTTÖ eiriTpÖTToic Itt] q Kai jifivac b' ^(poveueri ineTd Tfjc YuvaiKÖc auToO GupubiKHC dirnvOuc Trapd xfic janTpuidc auToO rfic 'OXu|a7ridboc. öcxepov hk )i€Td Kaipov oXitov dcpoveuGri Kai auifi f) 'OXujiTridc cOv TTj vüiLiqpri *Pu>Hdvr| Kai tui Ittovlu 'AXeHdvbpqj dTTTivujc irapd toO uioö Toö 'AvTirrdTpou tou Kacdvbpou. 8c Kdcavbpoc luexd touc toiou- ss TOuc (pövouc efYifie ^i\v GeccaXoviKriv Tfiv öjiOTrdTpiov db€Xq)fiv tou ueydXou 'AXeHdvbpou, htic GeccaXoviKTi €ktic€v ucTepov t^jv 0eccaXovi- Ktiv, 6 be dvrip auTric ö Kdcavbpoc iKTicev Tf)V Kacdvbpemv. in. OTi 6 Gu^i^vric coqpöc u)v ^k toiv CTpaTtituiv Kai biaböxiuv 'AXeHdvbpou dTriprice CTopTfjv dboXuuTdTTiv irpöc töv 'AXeHavbpov Kai so TeGveuJTa, Kai ^TToXeinTicev rroXXdKic irpoc touc ^TreiißaivovTac toTc ßaciXiKoTc irpdfiiiaci, Kai dviKrjce ^etdXouc ttoX^^ouc Kai CTpaTTiYOUc lieydXouc ^k tüuv MaKcböviuv. elTa dtrel ö 'Avtiyovoc irXeoveKTuJv 3 Nach MoKcbo Basut von 8 Buchstaben ; hierüber nur v{a. 3/4 Tf\c 'OX. x. jii. 'A\. nachta^lich durchgestrichen. Die Ermordung der Olympias war ursprünglich hier erwähnt, weil nach ihr Roxane und ihr Sohn in Haft genommen wurden. Der unklare Ausdruck veranlaßte den Schreiber zu seinen Änderungen. 1 2/1 3 8c — utol nachträglich zugefügt. 22 irapct Tf^c KXeoirdrpac (durchstrichen) |XT)Tpuiäc Cod. Beitzeastetn, Poimandrei. 21 314 Beigabo V. Zum AJexandcr-Roman. Ktti auHavö^ievoc eßouXero voccpiIecGai Kai t6 ttic ßaciXeiac övofia, eberiGncav oi ßaciXek toO Guiievouc eic ßorjöeiav fi xe 'OXu^TTidc Kai 6 'Appibaioc 6 ^iXiTTTTOc Kai fi PuuHdvT] biet YpaMMdrujv ßaciXiKiLv. öc Kai eTriKaficpeeic laic dKeivuiv berjceciv dvfiXöev eic idc ^ireKeiva Tf]c 5 BaßuXuiViac caipaTreiac Kai cuva^aYu^v )ii€TdXac dKcTöev buvdjueic e7ToXe|unce tuj 'Avtiyövuj* koi bic Kai rpic Kai veviKTiKC, idxa b' dv Kai ec t6 TravieXec Y\c(>6.yilev, ei |ir| iivec tujv nepi auiöv qpiXujv emßouXeucavTec cuveXaßov Kai bebiuKaci tu» 'Avtiyöviu. toutou bk Yevo|Lievou TiuHr|9Ti ^c jueTiciov ö 'Avtitovoc Kai fjv toTc öXoic dTipöc- 10 inaxoc. IV. ÖTi viKr|cac, wc eiprirai, 6 TTioXeinaToc dv AItOtttiu tov TTep- biKKav ^Xaße xd auxoö cxpaxeujiiaxa öca fi8eXev, IXaße be Kai xf|v otuxoö Y^vaka KXeorrdxpav xfiv ojuoTrdxpiov dbeXcprjv xoO jiieYdXou 'AXeHdvbpou Kai eixev auxriv eic "^ä^ov KOiV(juviav cuv xaTc dXXaic 15 auxoO YuvaiEiv. r\v be f) KXeorrdxpa aöxri OuTaxfip iiiev xoö ^iXittttou, dXX' ii. dXXric fwvaiKÖc, KXeoirdxpac KOKeivric XeTO|i^vT]c. 3 äpi&aioc Cod. IV 11 — 16 Nachträglich mit blasserer Tinte zugefügt. rV 12 ToO cxpareuiuaTOC aöxoO? — ^GeXev über ixpr\le geschrieben. Die Angabe über Kleopatra ist sicher falsch. Arrian bezeugt ausdrücklich, daß sie während der Kämpfe des Perdikkas und Eumenes gegen Ptolemaios und Antipater in Sardes blieb.*) Ein Ehebündnis mit Ptolemaios war im Jahre 308 tatsächlich geplant, wurde aber durch die Ermordung der Fürstin verhindert (Diodor XX 37, 3); sie scheint aus Sardes nicht herausgekommen zu sein. Andrerseits erhält die Notiz, daß sie eine Zeit lang Gattin des Ptolemaios gewesen sei, durch das Testament eine gewisse Stütze. Es fragt sich, was früher war, die falsche historische Angabe, daß Kleopatra in die Hände des Ptolemaios fiel, oder die Erfindung der Testamentsbestimmung. Nehmen wir das erstere an, was wenigstens mir natürlicher scheint, so fällt jeder Anhalt fort, in dem Testament mit Ausfeld einen älteren gegen Antipater gerichteten Teil und eine jüngere rhodische Fälschung zu scheiden; das Stück muß als Ganzes beurteilt werden. Diese Annahme scheint sich mir noch durch eine andere Erwägung zu empfehlen. Nach Arrian (Photios Bibl.^). 69a 2) lautete der letzte Ent- scheid des makedonischen Heeres über das Königtum; (biaXa|iißdvei) .... 1) Vgl. die Fragmente des VIT. Buches, Bresl. phil. Abh. III 3, 31 fif. Heidelberger Epitome Kap. EI— IV. Alter. 315 Tfiv dvdppTiciv 'Appibaiou, öc Ik 0iXivt]C tt^c 6eccaXfic OiXittttuj toi 'AXeHdvbpou Traipi dTeT€VT]TO, dqp' (L Kai 'AXeEavbpov, 8v e)neXXev ig 'AXeHdvbpou TiKieiv 'PiuHdvTi, cujußaciXeueiv auTuj* ö Kai YCTOvev eic 9a)C dxOevTOC toO Tiaiboc; das bestätigt Justin XEU 4, 2: tum equites in concordiam revocati in Äridaeum regem consentiiint. servata est portio regni Alexandri filio, si natits esseV-) Beiden widerspricht die Heidel- berger Epitome : ii6.x" eiia ^eiaßaXXöfievov t6 ckötoc eic uYpdv Tiva qpuciv d(pdTiuc TeTopafM^VTlv Kai Karrvöv dnobiboöcav ujc dirö TTUpöc Kai Tiva fJxov dnoTcXoöcav dv€KXdXr|TOV Towbri- c^^a ßor) il 6 aOific dcOvapOpoc dEeneiLiTreTo, ibc eiKdcai, cpiuvr) iiupöc. [5]^k bk q)UJTÖc * * XÖTOC &T>oc ini^x] xr) 90cei, Kai rröp ctKpaTov ^Eeuribncev €K Tfic uYpdc q)uceujc ävu) elc uvpoc KoOqpov be ^v Kai öHu bpacriKÖv Tc &^a' KOI 6 dnp ^Xa dirö toO öbaioc* KivoOineva be fjv bid t6v ^^7T6pi(pep6|ievov irveuiLiaTiKÖv Xötov elc dKoriv. [6] '0 bi TToi/udvbpnc d|Liöi" '€vÖTicac, cprici, xfiv Geav lauxriv öri Kai ßouXexai; — Kai, ^vu)CO^al, Iqp^v i'^w. — Tö 9U)c ^Keivo, ^r\pii — Oöxuü Tvu»6r xö iv coi ßX^TTOv Kai dKoOov XÖTOC Kupiou, 6 bk voOc iraxnp Oeöc ou fdp bitcxavxai dir' dXXi'jXuiV evijücic Ydp xouxiuv ^cxiv r\ liur\. — 6uxapicxu) coi, i(fn\\ ifdj. — w 'AXXd bf| vöei xö qpoic Kai TviwpiZe xoöxo. — [7] CIttövxoc xaOxa ^m irXeiova xpövov dvxuÜTrricd iiioi, otcxe ine 1 ^pdcTTiv Oe, verb. Keil 2 q)oßepöv — icrmpa\xiyov fehlt C am Rand nachgetragen B^ ircircipan^vov AB^DMtp ireirepacii^vov Verg. f, verb. Caaaubonus Exerc. in Baron. 78 3 Zur Ergänzung öpdKovri vgl. Hippolyt V 9 p. 170, 71 Sehn.: elvai bi jf\v öqpiv X^ouciv oötoi t^jv öfpAv oöciav und sprachlich Lakian Philops. 22 : öpdKovrac ictaxpa^ivoMc elxa] ei- 66x0 Oe löövxa B* ncxaßaXtiv B* (Rand) 6 dvexXdXrjTov] leerer Raum für 10 Buchst. A 6/6 ßoi?i — mjpdc] tilgt p 6 daivapöp. kl.} Raum für 20 Buchet. A dcuvdpöpiuc BCDMe (pwvi\ in»p6c] 9U)vi?jv (pwxöc Oe, vgl. S. 36 A. 8 6/7 ^k toö q)UJTÖc p 7 Zwischen qpuixöc und XÖTOC Raum für 6 Buchst. A «piuröc xi (xic p) Xötoc BGDMe qpiuxöc Xö^oc Tied. ^HcnVibriccv] Raum für 18 Buchst. A 8 Ko0q)ov bi] Raum für 7 Buchst. A 9 T€ De bi ABCM. Vgl. Hennippus 9, 4 nupi] irvi (oder trvcOjiaxi) Oe 10 aöxoO: nämlich xoO d^poc M^XpO M^xd Keil ftoKct B, verb. B*. 11 in aöxoO v\ x€ koX p 12 bi] xe p 13 ifiTrepKpcpojidvov] dmx€vov ABMB*e fehlt CB nvcuMaxiKÖv Xötov: vgl. Hamack «u Hermas Sim. V 5, 2 ; der Xötoc ist seiner Natur nach irv€ö|ia. Vgl. 347, 5 uveuMOXoqpöpoc ftr^^ioupTÖc elc dKorjv fehlt p (Ovid. Am. I 6, 11 'risit ut audirem') 15/16 i'^\ii cljii voOc j) 18 — 330, 11 Vgl. S. 37fiF. 19 Top fehlt 2?i) 20 coi] fehlt D 21/22 xoOxo BeitBeiiBtsin, Poimandres. 22 330 Anhang: Die Texte. xp^iaeiv aÖToO tfiv \hiav. ävaveucavxoc hk eeu)puj i\ tiu Not [Tmou]] TÖ CTOixela 9 öirden A, verb. A^ 11 h»ux»I>v] vj/iXaiv f Tu»v \t;ux«I)V B*\ vielleicht rdiv ^auTf\c Ttvvrnudrujv, cxoixetwv koI lyuxujv (geistige und materielle Welt), tujv tcv. Keil 12 (jirdpxwv fehlt A 13 Xötov voOv ?T€pov by\\x. B*. XöfMJ könnte nur bedeuten: durch das Sprechen; aber die Betonung der Doppelgeschlechtlichkeit paßt hierzu nicht; vgl. auch unten 881, 8 14 4irTd xivac A 15 alcSriTiKÖv A 16 Vgl. S. 66 ToO 0600 tilgt Tied. 17 KoGapöv] xf^c Gapöv B (verb. B*) C 20 Ö u€- pilcxujv DMe öirep tcxwv C 6 rctpiixüiv ABC* Der Redaktor ist in der Ein- setzung der attizistisch scheinenden Forüien nicht konsequent Kap. I (Poimandres) § 7—14. 331 dpxnc dopicTou eic arr^paviov leXoc* äpxexai jap ou Xr|T€i r\ V^^l TOUTUüv TTepi9opd, KttGibc OeXei 6 Nouc. iv xrj bnjiioupfiK^ ctpaipct (ßjo} 'ilwy xfjv irdcav 4£ouciav Kaxev6nc€ xoö dbeXq)ou xd brmioupxriiiaxa, o\ bk i^pd- is cÖTicav auxoö, §Kacxoc bk iiiexebibou xfic ibiac xdEeiuc. xai KaxaiiaGibv xfjv xouxuüv oiiciav kqi [iexaXaßujv xf|c aöxojv cpuceujc ^ßouXriGri dvap- pi^Hai xfjv Trepiqp^peiav xijjv kukXidv Kai xo Kpdxoc toö ^7nKei|i^vou in\ xoö TTupdc KaxaTTOvf^cai. . ; - [14] Kai 6 xoO {[xujv 6vt]xujv| köciuou ^kci xOuv dXÖTiuv Cijjuiv]] » ?Xiwv irdcav dHouciav bid xf^c dp^oviac nap^KunJCV dvappr'iHac ♦ ♦ ♦ * 'x6 Kpdxoc, Kai ?beiHe xrj Kaxuuqpepei cpöcei xfjv KaXfjV xoö öcoO 1 döpicTov CD (verb. C*D*) M yäp del oö p 2 e^Xci CDMB*e fje^Xricev ABC*, alte Variante aus Z. 6 6 voOc Kai Ik tf. Zur Sache vgl S. 47 3 Vielleicht ?ti cTxe 4 vriKTd] vonrö Ä. Vgl. S. 47 A. 1 5 Ergänzt p 8 6 vor Noöc fehlt Dp (pOJc ÄBC^e cpiicic CDMB\ vgl. S. 326 9 TÖv övepuuTTOv p ia\)T<\) B* Icov] öjuoiov p ApdcGriv AB (verb. B*)C Zur Sache vgl. S. 48 A. 1; 304 10 Er- gänzt p 11 Kai Ttapl&u)K€ Dtf Kol napib. aöriü B* kcI aörfl napib. p 12 KCl fehlt D (verb. D») p, getilgt B* Zur Sache S. 48. 49 ktt^civ öJ) irarpi] irav-ri p 13 duexu'pfcOri p wegen dirö imö] dird Oc, viel- leicht zu halten 14 ?Eu)v] il tSv Of ^x'J'Jv fp 1^15 tVjv irdcav lEouciav: vgl. S. 48 A. 3. Hermas Sim. V 6, 4 IHouciav nöcav Xaßdjv napd toö iraxpöc auToO 16 Kaxavor^cai f toO dfe€Xq)oO] tOjv d6eX9ü)v f tüjv iura p ftTiiiioupT^liara: die feioiKTiToi, vgl. 330, 14. 21 (Keil) 16 4Kd- repoc B' 17 aöx&v B* lauxiliv Oe 19 4irt irupöc A Kora- vof^cai CXtp, vgl. S. 49 20 toO nach Gvtitwv p tu>v öv. tilgt Keil Köcjnou fehlt D xal tüüv dX. Z. tilgt Keil (vgl. Z. 2) Zilpiuv nach köc|uou « 21 Ergänze etwa: airfiv KOTaitovrjcac tc toO ftai^iovoc tö xpdToc Ttöv kijkXiuv p Tf|v KaTU)9€pf^ (-pi^iv) q»iciv Otp^ verb. B'f 22* 332 Anhang: Die Texte. |jop(pr|v. r\ bk iboOca oKÖpecTov KdXXoc <(auT6v le) Träcav ivipfemv iv iavrib exovia tüüv bioiKrjTÖpuJV ty\\ t€ |Liop9f)v toö 8€oö, dfieibiacev ^puüTi, ibc äre inc KaXXicTnc MOpqpnc toö 'AvGptoTTOu t6 etboc dv to» übaii iboöca Kai TÖ cKiac)Lia dm xnc fr\r.. 6 be ibujv Tir^v öfioiav auTu» 8 pLO(i(pr]v ev auTri oöcav Iv tuj ubari, eqpiXrice Kai r^ßouXnör] auTOÖ oiK€iv. ' äjaa be ttj ßouX^ dT£V€TO dvep f eia Kai ipKTice Trjv öXotov )Liopcpr|v. IT be qpucic Xaßouca töv dpuufievov TrepienXdKri ÖXri, Kai ejai- tncav dptu^evoi yotp ^cav. [15] Kai bid toöto napa TTOtvia Tct dm tnc ZtDa bmXoOc ecTiv 6 avGpiUTTOC, Ovniöc }ikv biet tö cuiiaa, ded- jo vaToc be bid töv ouciuibii dvöpujTrov dOdvaToc tdp luv Kai trdvTiyv Tf]V dSouciav Ix^J^v xd GvriTOÖ rrdcxei uTroKeijjevoc Ti^ ei|iap)Lidvr). oirep- dviu Tdp tuv Tf\c dpjioviac dvapinövioc Y^TOve boOXoc, dppcvdSnXuc bk ujv, dH dppevoGriXeoc ujv rraTpöc, Kai düTTVOC dnö dOirvou ♦ * ♦ KpaTeiTai. [16] Kai ^€Td TauTa <(dT».0' AibaHöv )Lie ndvTa), voOc 6 dfiöc' 15 Kai auTÖc fdp dpa» toO Xötou. — ö be TToi|advbpTic elTre* ToOto Icti TÖ K€Kpu|i)ievov )iiucTr|piov jiiexpi Tncbe ttic fmdpac. r\ yäp qpucic dm- myeica tiIj 'AvGpiuTTiu rive^Ke ti GaO)ia GaufaaciuuTaTOv. Ixovtoc ^dp auToO Tfic dpiüioviac tiuv drrTd Trjv cpuciv, ouc ^(pnv coi dK trupöc Kai TTveu)naTOC, ouk dve'juevev f^ (pucic dXX' euGuc direKuricev dnTd dvGpWTTOuc, »0 TTpöc Tdc (puceic rujv diTTd bioiKiiTÖpuuv, dppevo8r|Xeac Kai jieTapciouc. — Kai laeTd TaÖTa* 'Q TToi)iidvbpTi , eic luetdXriv tdp vOv dmGujuiav fjXGov Ktti TToGuj dKoOcai. \xi] ^KTpexe. — Kai 6 TToi/idvbpiic etireV* 1 1^ U] ?\v Op 8v tf r^Ttc B* \bthv Verg. p KdXXoc Oic Träcav B* K. Kai Tt. p 2 fxovra] ^kövto AB (verb. B*) BM iv iavTr\ ^xovjcav Tüjv ^TTTÖ bioiK. p H d)c ÖTc : vgl. Lobeck zu PhrynicbuB 427; iLc fehlt tf b aÖTq] iauxq) Oe. Darauf, daß er das Bild in der 9OCIC sieht, kommt es an. ^v Tiü öbaxi ist zugefügt, weil nur in dem Wasser das völlig gleiche Bild er- scheint. Vgl. auch die Hermetische Schrift bei Cyrill Contra Julian I p. 662 Migne: 6 A6yoc . . ^v Tovi^ii;) (p\ic€i irecibv ^tri Toviiiiu ö6aTi ^y^^ov tö Ö6wp itroirjcev (oben S. 43) Koi vor ^v xib zugefügt J?* aÖToO] aÖTu» Df Jb/6 ai)Tf| ciivoiKciv p, vgl. S. 50 A. 1 6 koI iKvr\c^ Verg. p 8/9 dtrl Tf^c Tnc B, Tf^c tilgt B* 11 xä 0viixä Otf xd Svnxujv B* xd T^v^Td Verg. evrixd Keil ^x^i tci bk evnTÖ p irdcxeiv AB, verb. B" uiro- K€{^eva Oe, verb. Casaubonus Exerc. in Bar. 80 12 f^p] oöv Oe 13 kl dp. UJV naxp6c von B^ nachgetragen Zweites il)v fehlt A öttö p Ergänze etwa: dtrö äOttvou r|v, Td»v ^tttoi toutuüv t^ ftvecic TOiuibe TpÖTTUJ* enXuKfi fr] f\v Kai ubuup öxeuTiKÖv, TÖ bk Treneipov ^k nupöc, iK bk aiöepoc tö TTveüjna fXaße, xai feHr|veYK€V f] tpvcic xd cuiiiara 6 Trpöc TÖ eiboc xoO 'Av0pd>Trou. 6 be "AvGpiuTroc €k Zwfic Kai cpajTÖc ^Ttv€TO eic vjiuxrjv Kai voOv, ^k }xiv Iiunc M'uxtiv, tK be cpuiTÖc voOv. Kai ^^leivev outu) xd Trdvxa <()iAepr)> xoö aicGiiTOö KÖC)aou |i€xpi irepi- öbou xeXouc dpxwv koivojv. [18] "AKOue XoiTTÖv, 8v ttoGcic Xotov dKOÖcai. xfic Trepiobou lo n€TtXTipuj|ie'vric ^Xu9n ö ndvxuuv cuvbecjioc ck ßouXfjc 0eoO* Trdvxa ydp xd luja dppevoGnXea övxa bieXuexo Sfia xtu dvOpiÜTTiij Kai ^x^vexo xd |iiiv öppeviKd dv jiepei xd hk GnXuKd Ö)i0iujc. 6 bk Geöc euGuc eiircv 1 ciUnr€i Ä äveirXripiwca tf 2/3 kfii), ö bi v A) tcvOüv 0 fehlt tf dpxujv koI yeviüv p. Denkbar wäre: dpxOüv (dpxT^c) T^v^ccmv 10 6v fehlt p Xötou p 11 ßouXr^ hier schwerlich persönlich gefaßt (zweifelhaft in § 19 npövoia) 12 dp- p€voÖf^\u övra Oe, verb. B* 13 Nach ö|.ioiiuc M im Text, B* unter der Überschrift toö WXXou am Rand: ?oik€v ö y6r\c oötoc Tf| Q^iq. -fpacpf^ oö irap^pYujc tJbmXiiK^var ÖSev ^k tuOttic öpjiUjucvoc nq Kocfioiroucji imxeipei, M»!^^ aördc ökvujv xdc jiujcaiKac X^Ecic »j/iXdc Ivtore dvo-fpd(p€iv, übe xal tö irpoKci- Hevov TOÖTO /)tjt6v ßXov. tö fäp »koI el-rrev ö Btöc aOSdvccee xal irXT^euvecöe« caq)ujc Ik ttic liwcaiKf^c Koc^01roltac icTiv. oCi jnfjv 4v^/ieive iravreXuJc t^ ätiXöttiti Kai cacp^ydq. xal tuj €Ö6€l xal elXixpivei xal ÖXijüc eeoeiöei Tfic Geiac Ypav ixeivou Tic. xX^ttttic Ydp, cavT€c xal |Jopq)dicovT€C iri6avwT^pav ipYdcujvTai xal ToTc uoXXoTc €vmapdÖ€XT0v. oO tdp dXriecOei TTXdTiuv (Epin. 988 b) Tdc ^x Tiüv ßapßdpiuv qprmac irapaXaiußdvovTac xdXXiov dnepTdcaceai toijc "EXXvivac X^yujv iraibeicn xpi^M^vouc xal jiavT6(a;c toic ix AeXqjwv. dXriecüouci bi fidXXov ol Xctovtcc (Thuk. I 20) cTa- Xaiwuipov elvai itapd toic "EXXtici tt^c dXrieelac Tfjv Zi^Tiiciy, liöXicxa bk iv Tr) irtpl TOÖ etiou ÖÖEr) TrXavacöai aOroOc. dci bi ol TOöra X^Tovrec oöx i^M^Tepoi, dXXd twv 334 Anhang: Die Texte. dtiu) XÖTiV* »auSdvecee ^v aiiHricei Kai TrXrieuvecee dv uXriOei TrdvTO xd KTic|naTa xai ÖTmioupTriMata • xai dvaTvujpicdruj <ö> ?vvouc <äv- eptuTTOc) ^auTÖv Övra dedvaTOV, Kai tdv atxiov toö Gavaiou ^pujxa Ka\ irdvxa xd övxa«. ■. ." 6 [19] ToOxo eiTTÖvxoc f) irpövom 6id xnc ciMapiii^vnc xal dp^ovlac xdc fiiEeic diTOiricaxo Kai xdc tev^ceic Kaxkxiic€, xai luXrieuveTi Kaxd Y^voc xd Ttdvxa. Kai 6 dvaTVUJpicac ^auxöv dXr|Xu8ev ek xö uepiouciov dtaeöv, ö bk dtaTTricac ^k nXdvnc ^pujToc xo cu»|ia, oijxoc i^eyci iv XU» CKÖxei TrXavoJiaevoc, aketiToic rrdcxujv xd xoö Oavdxou. — [20] Ti loTocoOxov d)Liapxdvouciv, l(pnv ifuj, ol dTVOoOvxec, i'va cx€pr|9djci rf^c deavaciac; — "CoiKac, (b oijxoc, xqi |Lif| irecppovxiKevai iLv f^Koucac. ouK ^qpnv coi voeiv; — Nouj Kai )iijUvr|CKO)Liai, euxapicxo) bi &^a. — €1 dvöticac, eiTT^ jioi, bid xi dHioi eici xoö Gavdxou o\ iv xuj eavdxtu övxec. — "Oxi TTpOKaxdpxexai xoO uXikoO cuüiüiaxoc xö cxufvöv cköxoc, 15 ii. ov f| iiTpd (pucic, iS, fjc x6 cui|na cuv^cTr]K6v iv tiu akOrixtö KÖcjaiu, dH oö Gdvaxoc dpuexai. — [21] *€vöncac öpeOüc, tu oijxoc. xaxd xi bk »6 vorjcac dauxdv ek aöxdv x*wpeK, öirep ix^i ö xoO GeoO Xötoc; — (prmi ^tu)- "Oxi Ik cpoixöc Kai lwf\c cuvdcxTiKev 6 irax^p xüjv öXiov, dH ou f^Tovev 6 so fiv9pu)TTOC. — €0 9^c XaXuiv (p&q Kai lüjr\ kxiv ö 9eöc Kai iraxfip, «€X\f|vvuv ol 6oKimI»T€por et Tic ivrerOxiiKe xal ok tfpa\\iev 6 TTopq)Opiöc irpöc 'Aveßib (dvaßolvovra BM, verb. Boiasonade) töv AItOittiov • »trap' ixetvou Xoittöv iitiZiriTOt» >Aa6€tv xi^iv dXriOeiav, iueibi?! tzapä tu)v 'EX^vujv dir^fvujv«. €l |li^v oöv Ti Kai ÄXXo ßdpßapov y^voc töv ftrjmoupYÖv Kai ßaciX^a ToOöe toO iravTÖc ira- Tpnjböci 6ö2ij Kai vö|noic iQpi\CKev£v, elueiv oök lyw. öti bi ^ tOüv '€ßpa(u)Y €Oc^߀ia iTcpißöriToc i^v dvA iräcav t^v olKOUfA^vriv koI öti ^ vojLXoeeda oötOjv dpxaioT^pa T^v koI '6p|üio0 Toiixou Kai emc äXXoc nap' "€XXtici coqpöc, iroXXotc dTro6^6€tKTai 2 ?vvouc] dvöc B* ö ?vvouc e. Zu den Ergänzungen vgl. 334, 17; 335, 4 und oben S. 53 A. 1 8 fpujTa ctJÜ|LiaTOC p. Vgl. Z. 8 4k irXdvric JpcuToc und IV (V) 6: käv [li] irptÖTov tö ciöind cou ^lClf^aJC, di t^kvov, ceauTÖv cpiXfjcöi oö feOvacai 6 toOto fehlt p 8 xö 4k trX. t cAina Oe 9/10 koI tI toc. S* 11 «oiKoc (pnclv d» B* rCb] toO Otf fehlt B*p, verb. Keil ■treqpopTiK^vai BC xiK^vai Ä (Lücke für 5 Buchst.) 12 voui bä Kai p vou) i(pr]v Kol B* ä\ia coi p 12/13 koI d^a eöxapiCTÜü 64 Kai cl kv6r\cac ÖTi ^K toOtujv TVJTX«v6ic, elc Z;ujf|v irdAiv x^Pnceic. TaÖTa ö TToi^dvbpnc elTrev. — 'AW ^ti ^oi elixi, triJuc elc liui]v Xujpnciü i^dj, ^qpnv, ü5 Noöc Imöc. — ♦ * * ♦ (pncl fäp 6 Beöc' »6 fvvouc ävöpwnoc dvttfvujpicdTUi dauTÖv toTc cöccßoOci, Kai f] irapoucla |iou ttveiai Po/|Ocia, Ka\ eCiöuc rd Trdvra fVUJpiZouci Kai töv irai^pa UdcKOViai dTaiTTiTiKUJC Kai eOxapiCToOciv eOKoTOuvrec Ka\ ij|ivoOvT€c, Tetan^voi lo irpöc aOt^v tQ CTOpYfl. koi Ttpd toO rrapabouvai id cOü^a Ibiqj öavdTiu jiucdTTovrai xdc alcOrjccic elööitc oötijüv xd ^vepT^iiLiaTa. jidXXov hk oOk Idcu) auTÖc 6 NoOc xd Trpoctr(nxovxa dvepTrmaxa xoO ciOnaxoc ^KxeXecOf^var TruXtupöc u»v dtroKXeicuj xdc eicöbouc, xdiv KaKoiv Ka\ alcxpÄv ^vepTimdxuiv xdc (IvOuiiriceic dKKÖnxujv. [23] xoic bk dvoi^xoic is Ka\ KaKoTc Kai irovripoTc Kai q)0ovepoTc Kai nXeov^Kxaic Kctl cpoveOci Kai dceßeci nöppiuG^v eijui, xip ximjjpCu dKXUipricac bai|iOVi, öcxic xfjv öSuxTixa xoö TTupöc irpocßdXXiuv IkoxJ xoOxov ßacavitei Kai in' auxöv TTup im xö TfX^ov aöHdvei SpiOcKei aCixdv aicönxiwc Kai jiäXXov inX 2 Zur Ergänzimg vgl. 838, 16 koI 8ti kK t. tutx- fehlt p xu'p'ic'jc BCM 3 laoi] M€ A(B)C dXX* l-n gq)riv h^ cItt^ HOi B* 4 if\b lr[c\ f eOqpi^nei q)iiclv d) oÖTOc ToiaOra XoXüjv B* 7 napafivoiaai .^dp p airöc nach dfib A, fehlt e öc(oic] t6(oic DVerg.f Zweites xal fehlt p 8 eOce- ßoOci] €^ceßu»c ßioOci e 10 (i^voOa Ä und D' am Rand, p Terd- jifvoi] TcraYM^viuc Otf TeroTli^voi p. Gegensatz ist die Liebe zum cüi)|ia 11 napaöoOvai JDBh napabw ÄBCMD* (über der Zeile). Vielleicht irapa- &djKeiv, vgl. oben S. 21 A. 3 \biK\>: nämlich toö cubfiaTOC 12 ^ucdt- Tovxec AD* |iucdccovT€C B iioucdccovrcc CD^Mp miovrcc B* 14 dno- T6X€cef\vai B* TwX. Tdp djv B» 16 Zweites koI fehlt CD (verb. D*) M 18,^19 toOtov — aOEdv€i von mir hierher gestellt. npocßdXXwv BpdjCKc» aÖTÖv (aÖToüc B*f) alcGtiTiKwc Kol inöXXov tnl xdc dvojiiac aöxöv (aöxoOc B*f) imXitei \va xiixi (tOxiuci B*f) m€(Zovoc xiinwpiac koI oCi naOexai in' öp^Eeic dnX^xouc (dnXdxouc SC dnX^xouc buTdpwv Kol B*) x^v iTnOufiiav 2x*wv (dv^x^JV f ainwv Kivu)v B*) dKopkxuJC cxoxoiiaxOüv (dx. ibc 4v CKOxonaxi<)t B*) Ka\ xoOxov (xoOxouc f oöxuu B*) ßacaviZct (dcpaviZci kcI tirl ttX^ov ßacav(Z€i De) kqI tn*aöx6v (aöxouc B*f) irOp (xö uOp B*) M xö uXcIov (iwl ttAcIov DBHf inl xö itX^ov 2)) aöHdvei Oc 18 xoOxov; den Betreffenden 19 epdicKei] Bpdccei Keil 336 Anhang: Die Texte. xdc dvo|Liiac äuiöv ÖTiXiZei, iva rvx") MCiZ^ovoc Tl^u)plac• Kai ou iraueiai i-n' 6p^E€ic dTrX^TOuc xriv l7Ti9u|Liiav lx^^> dKop^cxiuc CKOto/iaxuJV. — . [24] 6ö )iioi -rrdvia, die ^ßouXö|iriv, ^öibaHac, (h voöc. In bi fioi drik <(TTep\> TTic dvöbou tt^c Ttvo)i^VT]c. — TTp6c TttÖTa ö TToijLidvbpTic 6 elire* TTpu)Tov |li^v iv ri\ dvaXucei toO cou^iaTOc toO uXikoO irapabibujc auTO [tö cujjna] eic dXXoiwciv, Kai xö elboc, 6 eTx€c, dcpav^c yivexai, Kai xö fjöoc xip bai|Liovi dvev^pTilxov ttapabibiuc, Kai a\ aic8r|C€ic xoö cdj)Liaxoc elc xdc ^auxiüv irnTdc dtrav^pxovxai |n^pr| YivöfAevai Kai irdXiv cuvavicxd|ievai elc {[xac] ^vepxeiac Kai ö Qv^öc Kai i\ ^Tn8u|Liia elc xf|v 10 dXoTOV (piiciv x^^P^i- [25] Kai oiixiuc öpiaa Xomöv dvui <6 ÄvSpiUTTOc^ bid xfjc dp^oviac xal x^ irpüüxi^ luivr} bibcüci xf|v auHnTiKf]v ^v^pteiav Kai xf)V ^eluüXlK1^v, Kttl x^ beux^p(]t j^v ^T^xctvflv xujv KaKuiv ^böXov] dvevdp- THTOV, Kai xijl xpixr) xfjv ^Tneujinfi'^^v drrdxriv dvev^ptrixov, Kai xQ xexdpxij x^iv dpxovxiKTiv iTpoq)aviav dv€vdpYr|TOV, Kai x^ iriixnvi) xö 16 Gpdcoc xö dvöciov Kai xfjc xöX/nric xriv rrpOTrexeiav <(dv€V€pYnTOv>, koI xij ^Kxr) xdc dq)op|Lidc xdc KaKdc xoO ttXouxou drcXeoveKxr^xouc, Kai xr^ Ißböiiiij Ziovr) xö ^vebpeöoy ipeöboc VT€C, 6eXTÖ)ii€V0i uttviu dXÖYijJ. [28] 0\ bk dKOucavxec TrapexevovTO öjioGunaböv. i-^w bi «piuii* 10 Ti dauTQuc, lö dvbpec YnteveTc, eic Odvaiov dKbebuüKaxe Ixövrec Öou- ciav Tfjc dOavaciac laexaXaßeiv; |i€Tavor|caTe 01 ojvobeucaviec t^ irXdvri Kai cuTKOivuJvr|cavT€C irj dTvoia* diraXXdYTiTe toö ckotcivoö q>u)TÖc, |aeTaXd߀T€ ttjc dBavaciac KaTaXeiipavrec ttiv qpOopdv. — [29] Kai o\ iikv auTOJV «aTa9Xuapr|cavT€c dtr^CTTicav t^ toO m GavdTOu öbu» dauTOÖc ^KbebiuKÖTec, o\ bi 7tap€KdXouv bibaxOfjvai, ^auToöc Tipö TTobujv |Liou ^in/avTcc. ifü) bk dvacTilcac aÖTOuc KaOoönT^c dT€VÖ^1^V TOÖ T^VOUC, TOOC XÖ^OUC blbdCKlUV, TTUÜC Kai TlVl XpÖTTlU ciJü9r|covTai. Ka\ fcrreipa airroic touc ttic coq)iac Xöyouc Kai ^Tpdcpricav .ix TOÖ djLißpociou öbaToc. 6ij»iac bk t€VOfJi^VTic Kai ttic toö f)Xiou auTnc 20 dpxo^^VTic bu€c9ai ÖXiic dK^Xeuca auTOic cuxapicxeiv Tif» 0€ui. Ka\ dva- irXripuücavTec t^v cuxapicTiav ^KacTOC ^Tpdnrj eic Tfiy Ibiav koitt]v. [30] if\h bk Tfjv €uepT€ciav toö TToi^dvbpou dvetpai^dunv etc i\xavT6v; Ka\ itXT]puj0eic (Lv- fjGeXov ^iiuc€U)c p, vgl. S. 55 A. 1 KdXXoc AD* (als Var.) Verg.fp kkioc BCDMt 8 H fehlt p 10 dxoOovTGC p 13 cirdvij A a)YKOivu)vif|cavT€c] cuckoticO^vtcc p 18 ^fivöiaiiv MB* toO y^vouc ToO dvöpujirivou p 19 ?cireipa: vgl. Ev. Marc. 4, 4: ö circipujv töv Xötov cucipei, oben S. 143, 144 coq)(ac] (piXoco eeiliv (Stobaios Ekl. I 49 p. 885, 14); vgl. den Trank bei der Prophetenweihe. Zu Grunde liegt auch hier eine Jenseits- vorstellung : die Seele „empföngt Wasser hinter Osiris" (Spiegelberg zum Berl. demot. Papyrus 8351 S. 2). Vgl. Ev. Joh. 4, lOff. 26 KdMMuac ABCDMU &}i\i\3C\Q MB* (als Variante) 338 Anhang: Die Texte. ^Kcpopa Yevvrmaia dfaGoiv. toOto b^ cuv^ßn ixoi XaßovTi diTÖ toO Noöc Eiiou], TOUTCCTi ToO TToiiidvbpoü, töv xfic auGevxiac Xoyov GeÖTTVOuc fevöiLievoc <^ini töv kukXov> ttic 'AXriGeiac f|X9ov biö &ibuj|ii ^K vpuxnc Ktti Icxuoc öXtic eOXoTiav tuj iraipi öeuj • 6 [31] "Atioc 6 Geoc 6 Traxfip xuiv 6Xiuv äxioc ö 0eöc, ov fi ßouXr) TcXeTtai dnö tujv ibiiwv buvdineujv axioc 6 Geöc, 8c TVOJcGiivai ßouXeiai Kai TivOüCKerai toTc ibioic. d'fioc el 6 XÖYtu cucTr|cd)i6V0C rd övxa" ctTioc et, oö irdca (pucic ekuiv ^qpu' äxioc ei, 8v f) qpucic ouk ^|a6pq)ujcev. dfioc e? ö Trdcric buvdjieujc icxupÖT€poc* Syioc et 6 rrdcric 10 urrepoxfic iiieiZ^iuv dtioc et ö KpeiTTUJv TUüv ^rraivcüv. b^Hai XotiKdc Guciac dfvdc dirö Miuxnc Kai Kapbiac npöc ce dvaieiafi^vric, dvcKXd- Xrixe, dppriTe, GiuiTrfj qpujvouiueve. [32] aliouiii^vu) xö fif] cq)aXf)vai xfic TvOüceujc xf\c Kax' ouciav fmujv diriveucöv jnoi Kai dvbuvd^uücöv \x£ Kai <^TTXr|pujcöv |ie> xfic x«piTOC xauxric, cpujxiciu xouc dv dTVo((j( roO 15 T^vouc, dfioö <|uev> dbeXqpouc, u\ouc hk coO. biö Tricxeuai Kai inapxupui* eic liu^v Ka\ (puic x^P^J- euXÖTnTOC et, irdxep' 6 cöc dvGpuüTroc cuva- TidZieiv coi ßouXexai, KaGibc TrdpebouKac auxip xriv rracav dSouciav. 1 Vgl. Plato Conv. 210 a fewöv Xöyouc fxoi Xaßövri |ioi BCDM XaßövTi jioi B» 2 ToO (fehlt p) xfjc aöG, Xötou Oe 8 ÖGev öcöirvouc f. Der Aufstieg des Gründers der Gemeinde zur Ogdoas wird in der jüngeren Schrift (Xm, bezw. XIV 15) erwähnt. Der Hinweis auf ihn scheint nachträglich eingesetzt Ergänzt nach S. 27 Gebet VI 9 : TrapaßcßXriiLidvoc T«]u TT^c 'AXr|6e(ac xal TTtcreujc kOkXijj (vgl. S. 17 Gebet I 8: ö Ix'Juv ti?iv ävt/eucxov dXriOciav) und B[ap. IX (X) 10: ö Y^tp Xötoc |liou qpGdvei [iiyipx dXr^eetac. Hieraus ist in den Quaestiones S. Bartolomaei (Vassiliev, Anecd. graeco-byz. 14) zu er- klären, daß Christus die Jünger führt: kv TÖiruj X€YO|li^vijj Xepoußlin, ö (J^c}r\ TÖtroc dXrjeelac (so zu schreiben; es war ursprünglich eine Entrückung in die Ogdoas). Dieselbe Vorstellung bietet in stärker gräzisierter Form der Xötoc "Iciboc itpöc 'ßpov Stob. Ekl. 149 p. 4ö9,.20 Wachsm.: juiicTTic 6^ löcnep xf^c dOo- vdxou q)0c€ujc koöxi^ xuxxdvouca köI dibcuKuta öid xoO ircfttou xfic 'AXiiGelac (vgl. Damaskios bei Photios Bibl. p. 337 b 23 u. sonst). 5 ff . Vgl. hiermit die christlichen eöXoYtai, z. B. der Maria bei Vassiliev a. a. 0. 12 (ö cucrricdiaevoc XÖTHi xd udvxa u. s. w.) 7/8 cuvicxd|H€voc xd irdvxa p 8 ^qpu] l(fx\ AD (verb. D*) 10 Kpckciuv De irdvxujv Piasberg 11 dva- X€xa^^vac tf. Vgl. S. l&l Z. 285 12 töv ttic TraXiTteveciac Xötov jiaGeTv, öti toOtov napd udvra |liövov dxvoüü, [xai]] l(pric, oiav fieXXr)c köc|liou diraXXo- xpioOceai Trapabibövai |üioi. ?Töi|iOc dT€VÖ)LiTiv Kai d7rr|vbpica tö iv i\iOi q)pövri)Lia duö ttjc toO köchou dirdTric. cu be juou Kai xd iicTepfmaTa dvairXripuicov oTc ^cpric laoi iraXiYTtveciac TrapaboOvai, lo irpoGe^evoc [ek 9U)vfic3 f| Kpußbriv. dxvouj, ilj TpicfieTicie, iE öiac lüifiTpac dv€T€Vvr|9Tic, crropdc bk TToiac. [2] 'Q tckvov, C09ia voepd iv cif fji, Kai f) crropd tö dXriOivöv dYaGöv. 1 Titel: '€p|Lioö (toO De) TpiCfiettcTou irpöc röv ul6v (aöxoO. D) tAt (^v öpei Xöyoc dirÖKpuqjoc fügen BCDMe ein) uepl •iraXiTTeve<(ac Kai citfic 4iraTf€Xiac (dirarreXiac B^) Oe 2 Vgl. Hermas Sim. VI 6, 1 : xriXauT^CTepöv |ioi öriXuucov, vgl. S. 27 Gebet VI 15 3 eeötriToc e ovb"] oOk ÄBDMp koI oOk B^Ctf, verb. Keil 4 bi B'p Keil xe Otf 5 liexaßdceujc Oe. Die Herstellung ist unsicher i}xo\ tilgt Keil 6 Tru0o|Li^vou 0 koI ttuS. B*tf iroGouin^vou p 7 itepl ■Jtdvxa ÄC M^XXqc B'' über der Zeile. Der ursprüngliche Text bezog es auf Tat (etwa öxi öxav ii^XXrjc . . . 7rapa6U»ca)), aber schon der Redaktor auf Hermes und seine Himmelfahrt, vgl. oben S. 192. Er faßte diese Lehre als AiaOi^Kr) '€p(ioO 8 not 6iö ^xoi(ioc B* dirrivöpiujca Op dnriXXoxpdjJca tf (dtnfjvöpica und dinf)v6pweo scheinen vermischt) tv] ivöv Ä 9 Kai dirö De jiou] jjioi e 10 iraXiTTtveciav MBh xpöirov ergänzt nach 340, 12; 342, 16 11 ^k «piüvfjc tilgt E. Sehwartz als falsche Deutung von irpoe^fievoc (vor allen oder geheim) Kpußiqv Otf, verb. p. Denkbar auch Kpußinv oder Kpuß^. Vgl. S. 216 Ä. 1 12 öXiic koI juiqxpac p dveT€v- vi^Otic] dwc (oder ävGpcuTroc) ^Y^vv^Gri Oe. Man erwartete dann 6 v^oc dvGp. oder ö GeoO ävGpuuiToc. Die Bitte |lii^ qjGövci und die Antwort (840, 11 und 13) weisen auf eine Frage nach der Wiedergeburt des Hermes 13 coq)iav voepdv D 13/14 Andere Wendung des in der Naassenerpredigt § 10 — 11 (S. 87. 88) be- gegnenden Gedankens, daß das cirdpiia das ötoGöv ist. Von dem Gotte Min» dessen Standbild die Griechen für das des Osiris mit aufgerichtetem Phallos hielten, sagt ein ägyptischer Text (Brugsch, Wörterbuch HI 760): der Gatte, welcher alle Jungfrauen mit seinem PhaUos befruchtet. Das für den Phallos verwendete Wort heißt das Gute oder das »Schöne (W. Spiegelberg). Vgl. Plut. De Is. et Os. 42 34Q AnhaBg: Die Texte. Tivoc CTteipavToc, lü Ttdiep; tö Tctp cuvoXov duopÄ. ToO ©eXrjiaaTOC toO eeoO, uj xeKvov. Kai TTOTaTTÖc 6 Tevvwfxevoc, vj uotTep; ä^oipoc ^äp Tf\c iv i^iöi ouciac [Ktti xnc vontnc] äXXoc kiai 6 tevviunevoc GeoO Oeöc Ttak. 5 Tö iräv ^v TravTi, ^K Tiacaiv buvdiieiuv cuveciojc. AiviTnd noi Xeftic, t& itdiep, Kai oux u)C itairip v\(\) biaXcTiJ. ToÖTO TÖ T^voc, ilj T^KVOV, 00 bibdcKCtai, dXX', öiav QiKx}, unö ToO Geou dva|Lii)Livr|CK€Tai. [3] 'AbOvaid MOi X^reic, «S -rrdtep, xai ßeßlac^^va. öGev npöc loTaöxa öpöuic dvTemeiv e^Xiw »dXXöipioc uiöc uecpuKa toö iraTpiKoO . Y^vouc«. nfi qpeövei )Lioi, irdTCp* fviicioc uiöc el^xv bid dv ^liioi dTtXacxov e^av Yctevrmevnv dH iUov GeoO Kai ^^aux6v 65€- 1» XnXuea cic dedvaxov cüuna, Kai d\xi vOv otJX 6 TTpiv, dXX' ^TewriOnv iy vo) E^ö iTpdTiLia xoOxo ou bibdcKexai oubä xil» TcXacxtu xouxifi cxoi- X€ii|J, bi' ou <6pqic>, Icxiv ibeTv.] Kai biaine^i^Xicxai |iOi xö irpuixov cOvGexov elboc. oiiicexi K^XPi^CM^i xai dqpfjv Ix^ Kai |i€Xpov, dXXöxpioc bk xouxuüv €l|ii vOy. ^öp^c ^le, ui x^kvov, ö 10 KaxctvoeTc dxevitiuv ciwiuiaxi Kai öpdcer ouk 6q)0aX|Lioic xouxoic Geiu- pou|iai vOv, 05 x^KVOv. 3 tAp] *v JB* 4 Denkbar väre auch Kai ix Tf|c vonxf^c (jiövov öndpxwv, aber schwerfällig äXXujc Ä eeöc eeoö iraic p (überflüssig) 6 cuvecTÖc De (Sinn: er wird iröv 4v iravrt, weil er aus allen buvd)i€ic besteht) 7 T^voc, vgl. Cicero De leg. 166: 'quo de genere expecto disputationem tuam' (vgl. Vahlen zu I 16, femer ßonitz Index Aristot. 152), Vgl. Z. IG und zur Sache Ev. loh. 14, 26: TÖ irveOi^a dvaMvfiC€i dn&c (oben S. 247) 9/10 Sinn etwa: uJcxe fxe öpOtifc Äv dvT€iTr€iv 10 iT^9UKac p 13 d» vor t^kvov BCDe und über der Zeile mit anderer Tinte M öpÄv Ti ÄBGDt öpüüvTi Mp^ 6pu)v iJ* 6pütjv Tiv' f (xi scheint für eine kleine Lücke eingesetzt, vgl. zu S. 329, 7) 1-^16 öi€f€X^\uea vgl. 341, 3. ^laauxoO dEeXViXuea f (dann wird koI mißverständ- lich) 15 Vielleicht dveT€vv/i0iiv 16/17 cxoixeTov: Körper, Ge- stalt (Diels, Elementum S. 65 ff.), vgl. Z. 20: dxevlZuuv cU^^axi oOö^ Tip itXacT»?) ToÜTUj CTOixeiiJÜbei oök ?ctiv Ibeiv f 17 öia)Li€)u^XicTai] &i6 (6i' oö D) fin^XtiTai Oc, verb. Keil (wegen cOvOctov) irpoiTOv: für irpÖTCpov 18 oÖK^Ti] oöx ÖTi Oe, verb. Keil Kcxdjpicuai p 19 Erstes bä fehlt f ÖT€ bi Ap öxe b^tf. Vgl. Acta Joh. 11 (Robinson, Texts and Studies V 1 p. 14): Tic iim t(\i}- fvibcq öxav dir^Xeiu- ö vOv öpOufxai, toOto oök clfil* <8 bi €l|jii> öm;€1, öxav ci) «Xeijc 19/21 öpcjtc — vOv di xdKvov tilgt p Kap. Xm (XrV. Prophetenweihe) § 2—7. 341 [4] 6ic jnaviav ^e ouk öXittiv Kai oTctpriciv qppevujv dveceica^ (u TTciTep. ^iLiauTÖv tap vOv oOx 6puj. €T6e, Ol T^KVOV, koi cu ceauTÖv bieHeXnXuGac, liic oi Iv unvuj ÖV€ip07r0X0U|i€V0l, x^9^<^ uttvou. A^T€ MOi Kai toOto* tic den T€V€cioupTÖc ttic TraXiTfeveciac; » '0 ToO 9eo0 TraTc, övGpujTroc elc, OeXrmaTi Geoö. [5] NOv TÖ XoiTTÖv, üD ndrep, eic .a ndTep. boKoOvToc Tdp Mou vtco coO co, TTUJC aic9T]TUJC auTÖ vor|C€ic» tö jiifi «Xripöv, tö jo fif] uTpöv, TÖ dctpiTTiJ^TOv, tö )if) ÖiaXuö^evov, töl ^övov buvd|uei Kai dv€pT€i9 voouiuevov; [beo^evou3 bi toO buva^e'vou voeTv ttjv ev 9€tu T^veciv. [7] 'AbüvaTOC ouv eim, ui irdTep; 1 ne] Moi AB 3 ol CD(M)B*e, fehlt AB 3/4 Vgl. Poim. § 1 7 d(pac{av] döavadav B (verb. B^) C 7/8 tujv nplv Yctp dTToX€iq)e€lc 9p€vu)v TÖ n^e9oc f 8 äitoXcKpG^vra B* ßX^nu; TÖ cöv TÖ aÖTÖ DMBH ßX. tö cöv tö djv oötiü, «I» irdTep, Tt^i xap. f ßX. töcov t»öv KdTUJ, dl irdT€p, d)v Tijp xapi' ^g^- o^©i S. 217 10 \\iiibr\ B^C ipeOftei Bf »peubn JlfZ>p n)€uÖ€l ^t Vgl. den Spruch des Hermes bei Stobaios Ekl. p. 275, 18: oiib^v Iv c\ii\uti\ dXriG^c, Iv dcuJ^dT^J tö ttöv dv|>euölc Gvtituiv etöoc BCBtf 18 dxpuiMdTtCTOv B* 14 aÖTiü Otf lauTui J3*p 15 dyttGöv tilgt p TÖ Ayaööv DBHf 16 0» irdTep] i tIkvov D, verb. D^ 17 Ivcqppdtxöicav J5^ aloGfjceic inou toOtou f. Denkbar wäre: aicOricetc TOUTOU jiox ToO ctj[>|uiaTOC 18 Kttl ÄBC(M) TÖ öl BB*e 19 tö öl ÖTpöv J5* Kol TÖ GJianvoov JB* 20 alcOiiTtp D. Denkbar: alcOii- TiK&c 21 dcqpiTXTov B* öiaöuöficvov Oe, verb. Parthey (?) 22 beoiulvou fehlt B (öeöiievov B^ über der Zeile); scheint Variante zu öuva- ^lvou ölij liövou 61 voO öuva|Lilvou f 6iaXu6|i€vov; tö ^övov . . . vooüjxevov, &€Ö^i€vov öl Keil 23 etiiii] (lot B, verb. B' 342 Anhang: Die Texte. Mf) T^voiTO, iD T^KVOV. ^iricTracai eic ^auTÖv koi dXeuceiai, 9^- Xncov Ktti Tiveia», KatapTncov toO cu))aaTOC Tctc akGriceic Kai ^ciai f\ Ycvecic TTic GeÖTiiTOC Kd6apai ceauTÖv dirö toiv dXötuJV Tf]c uXtic TljUUUpiUJV. 6 Ti)Liujpouc Tctp ^v d^auTlu Ixiw. ^ TTCttep; OuK öXiYouc, iJu T^KVov, dXXoi Ktti 9oßepouc koi ttoXXouc. 'Atvou), uj Tt&iep. Mia auTTi, ul t^kvov, iijuiupia fi ÖTVoia, beuiepa Xüttti, Tpixri diKpacia, Terdpiri dmöuiuia, TT^juiTTri dbiKia, ?ktti TrXeoveHiu, ^ßöö)aii 10 dirdtii, ÖY&öri q)0övoc, dvdin böXoc, beKdin öpYn, dvöeKdiri rrpoTTdieia, biubeKdiri KaKia. eici hl autai töv dpiSjUGV buübeKa, uttö be lauraic TrXeiovec dXXai, (h t^kvov* ^biabOcai hky bid toO bec^ujTTipiou toO c\h}iaTOC aic0r|TiKUJC Ttdcxeiv dvafKdZiouci xöv dvbidSerov dv6pujTrov dq)iCTavTai be auiai <|liövov> ouk d9pöujc änö toO dXen^dvxoc utto toO 16 öeoö, Ktti ouTU) cuvicTaiai 6 Tfjc iraXiTTCveciac ipÖTTOC ' Ka\ **♦♦ Aöfoc. [8] Xomov cnjütrncov, ui t^kvov, koX cuqprijLiricov, Kai bid toOto, ou Kaxa- TtaOcexai xö IXeoc elc fmcic dirö xoO 0eoO. — x^^P^ Xomöv, lö x^kvov, dvaKa6aipö)aevoc xaTc xoO Oeou buvd)Lieciv elc cuvdpGpuiciv xoO Aöxou. ?iX0ev fiiLiTv tvujcic GeoO* xauxr|c dXGoucric, (L x^kvov, dHr|Xd0r| f) ötvoia. 80 fiX0€v fmiv Yvwcic x«pdc* napaTevo)Li€vr|C xauxric, iL xckvov, r\ Xuttti q)€uHexai eic xouc X'Ji'Poövxac auxrjv. <(xpixriv> buvajiiiv KaXuj im 1 Y^vtiTOi p aÖTÖv J?, verb. B" 2 Kordpriicov AB (verb. B") 2/3 Kol fcTOi — öeÖTTiToc fehlt p 2 fcTcil etxe Ot 3 KdÖapai zu KaSdpai JB* Kdeaipe A 4 Tijuujpujv e. Hermes spricht von den zwölf MoTpai eavdrou, vgl. S. 214. Tat denkt sofort an rimupol 6a(|uov€c 6 iv ^auTiI) ADe 6/8 dXXd koI — iL t^kvov fehlt M, nachgetragen M* 8 feeuT^pa bi Min\ e. Zur Sache vgl. Kap. V (VI) 1 : XOirrj ydp kokicc n^poc 10 JvvdTti AB^e 11 cid 6^ koI aurai tf xöv äpiQ^öv am Rand JB^ TttOxac ACB^ 12 6id toO B*p öid toöxo Otf 6id xe toO Tied. toO vor cU>|iaxoc tilgt B*. Zur Sache vgl. 363, 7 14/16 i)-nb GeoO A 16 Lücke erkannt von Keil. Das Wunder war wohl näher beschrieben, vgl. Z. 18 elc cuvdpepiuciv toO Aö^ou 16/17 KCxanaOcu) A{B)GM ■ xaxa- rraücei DB*e 18 toO Xötou aus tüjv Xötujv A 19 toO eeoO Ae ToÖTtic U i.\Q. DB*e 21 Vgl. xiwpetv Seöv u. dergl. (vgl. oben S. 19 A. 2 und hiermit die Quaestiones Sancti Bartolomaei, Vassiliev Anecd. graeco-byz. 11. 12). Die hellenistische Vorstellung beeinflußt schon Statins in der Schilderung der Göttin Virtus (Theb. X 632), die ganz wie der Aöyoc eeoO in der Weisheit Salomons (18, 16) erscheint, vgl. 'iamque premit terras nee vultus ab aethere longe' und zu unserer Stelle 'sive ipsa capaces elegit penetrare viros' 21/343, 1 KoXu) Ti>iv xuJpoOcav ini xf|v Jr^p. Verg. inX xapdv A Kap. Xm (XIV. Prophetenweihe) § 7—11. 343 Xapqt TTiv ^T^poTeiav. (h buva|iic fibicxri' 7rpocXdßu)|Liev, ui tekvov, aiiiriv dc)ievecTaTa. ttujc äna tlu TTapaTev^c6ai otTrojcaTo ty\v dtKpaciav. rerapTTiv be vOv KaXuj Kapiepiav, rnv Kard ttic ^TriGujLiiac öuva/aiv *♦♦** 6 ßa6|iiöc ouToc, (b tckvov, biKaiocuvric ictiv ebpac^a. xwjp'ic Tdp Kpiceujc xbi TTUJC Tf}v dbiKiav ^Er|\acev. ^biKaiu)0rmev, ui tckvov, dbi- 5 Kiac diTOuciic. ^Ktriv buva|niv KaXu» eic fiudc ifiv Kaid ific TrXeoveHiac, KOivujviuv. dTTOCidcTic hk hl KaXu» Tfjv dXr|9eiav. q)€ÖT€ dirdTTi, dXrjGeia TrapaTiverai. ibe ttujc tö dfaOov TTCTrXripuJTai, u* tckvov, TrapaYivo^evric xfic dXri0eiac. q)06voc ydp dqp* f\\i(uv änicTr\,- Trj bk dXriOei(jt Kai tö d^aGöv eTreTevexo ct^a Ivjxji Kai qpiwTi, Kai ouk^ti lo ^TTfiXOev oubeiiiia toö ckötouc Timupia, dXX' dEeTTxricav viKriöeTcai ßoiZuj. [10] lyviDKac, iL tckvov , Tfic TTaXiYTCveciac töv tpöttov tt^c beKdboc TTapativojievnc, iL tckvov, ti Tf|v buubcKdba ^eXauvei, cuvexeOri voepd Y^vecic Kai d9eu)6rmev t^ xtvecei. öctic ouv ?Tuxe KaTd TÖ eXeoc Tfic KOTd 9eöv T^veceuuc, tt^v cujjuaTiKfiv aTcGr|civ KaTaXmujv i6 ^auTÖv YVUjpiJÜei ♦**♦ Ik toutujv cuviCTdfievoc Kai euqppaiveTai. [11] 'AkXivtjc fevönevoc uttö toö Geoö, i« TTdxep, qpavTdtoiLiai, oux opdcei öqp0aX|Liu)v , dXXd ttj bid buvdfieiwv voiiTiKrj IvepTcia. ev oupavuj eijLii, iv t^Ü. ^v öbaTi, ^v d^pr iv Iwoic ei^ii, i\ (pvcoic iw tacTpi, TTpö TCtCTpöc, )Li€Td yacTepa, TravTaxoO. — dXX' ^ti toötö lioi 20 €mi, Ttiuc a\ TijLiuapiai toö ckötouc oucai dpi0|LiiD bOübcKa uttö beKa buvd|üi€ttrv dTnjü0oövTai. Tic 6 TpÖTTOC, iL Tpic|Li^T>CT€; 1 6övo|mc fjc &\iva|Liic p aörVjv ü> tckvov DMe 2 dirDÜcerai D 4 Die fünfte 60va|nic ^ird angerufen. Die Vorstellung eines stufenweisen Auf- stieges oder einer stufenweisen Vervollkommnung wirkt ein 5 ktI- ceiuc Otf KTTiceoc jj, verb. Parthey 5/6 ^öiKaiiOGriiuev — dTroOaic:^ ▼gl. Böm. 6, 7 ö dTToSavOüv bebiKaiujTa« dirö xfic &|aapTiac 6 diroOcric AB^e dTrpÜTTjc B dxpOTiic CM äi:äcr\c D €lc i^MÖc ^öoOcav p 6/7 Tf|v kqt' apf|- eimev Oe. Das Simplex eeoücSai begegnet auch Poimand. § 26 16 Ik toOtujv] ^k eettuv p xal ^k toOtujv cuvicrd^evoc eöqpp. B*. Wohl nach Poim. § 22 zn ergänzen uT^€^V1^MaTlcdjHl^v, iva jjl^ tj&^iev bid- 15 ßoXoi xoO Travxöc eic xouc uoXXouc, eic oOc ö 6eöc auxöc GeXei. [14] eitr^ |ioi, (Jj irdxep, xö cuü|uia xoöxo xö ^k buvd^€a)V cuve- cxöc Xuciv Tcxei rroxe; €u(pr||iTicov Ktti fuif) dbuvaxa (pOl-^^ov, drrei diaapxriceic Kai diTO- 1 8 Ka(, 0)16 DM^ koI 6 C 0» Me koI 0» AB, rerb. Keü 6 öieE. B*f hiei. fehlt p Zujriqpöpou e 2 ^k cTOtxe^ujv] ii dpiönÄv Oe, Tpd- q)€Tai ^K Zwö(ujv B* am Rande; ii dp. bibh. övtiwv gvöCKO töv dpi6|Li6v p 3 TÖV dpiGnöv aus TüJv äpiGmliv Ä^ (pOceiuc ju^v mäc iravT. bk \b. B* Er- gänze etwa: <((I)v duöppoiai elciv ai toO ct/jfxaToc Tinuipiai' aÖTOi oöv, el Kal)> 4 /|vu)|jidvai 6'^ 6 TtpdEei kcI dxcüpicToc J5*. Ergänze etwa: <(€ldv' otov^ 6/6 döpiCTOi Dtf 1 KcSdiraE] xaedüc Oe btna aus biüöcKa B dXauvo|Liai B , verb. J5* 8 Wie die bujbcKdc mit dem Leibe, so hängt die fecKdc mit der Seele zusammen ; wie jene eine Einheit bildet, so auch diese. Die Darlegung ist stark gekürzt 9 i*|vuj|i^vai ^Ket elciv {vöa p. Eher ist für ?vea zu schreiben ÖBcv 10 koI 'i\ ÖCKoic Tf\v iväba BMe 12 Die Wiedergeburt äußert sich darin, daß man nicht mehr mit dem drei- dimensionalen Körper wahrnimmt, sondern mit dem aus den buvdibieic bestehenden einheitlichen Körper. Davon hat Hermes in jener Rede über die Wiedergeburt gesprochen, die er nicht erklärt hat (vgl. § 1) ' 14/16 Zur Auffassung vgl. Ev. Mark. 4, 11. 12. Vgl. oben S. 246. 15 dXX': ergänze biabüüM€v oder dergl. 16/16 aÖTÖc über der Zeile (und am Rande) nachgetragen B elc oOc aCiTÖc ö eeöc B^Xci {M) de oOc aOToOc e^Xci ö eeöc Dt elc oöc oötöc e^ei ö eeöc p elc oOc aCiTÖc oii e^Xei Geöc f 17 Erstes tö fehlt tf, zweites AB öuvdineijuc AB cuvecxdjc BCDMja 18 kxei] i%€i D, vgl. oben S. 326 Kap. Xm (XIV. ProphetenweH«) § 12—17. 345 cßecOriceTai cou 6 öq)eaX|Li6c toO voO. tö aicGriTÖv Tf]c q)uc€ijüc cu»|ia nöppuiO^v kii Tfjc oOciübbouc tev^cewc. tö ^fcv T, f^v IqpTic diT\ Tfjv 'Otbodba T€vO|i^vou cou dKOÖcai Toiv buvd- |ll€WV, KaOoüc 'Orbodba ö TTol^dvbpl^c ^G^ctticc, T^KVov, KaXujc oreObeic XOcai tö cktivoc* K€Ka9ap)Li^voc T&{a KpunriP) Xöyoc h' BGDM (gemeint sind als die drei vorausgehende^ Beden Poim. § 81. 32, femer Kap. HI bezw. IV und VII beaw. VJil) ö^v. Kpuwrfi tf ö^viubüx Kpuirrf^c Xötoc ätioc p Beits«B*t«lii, "Poirnandr«« 28 346 Anhang: Die Texte. dvoiTnÖi YH, oivoiTnTUj juoi iräc |noxXöc dßuccou, td bevbpa |iifi ceiecöo». u|LiveTv lu^XXuj töv ttic kticcujc K\jpiov Kai tö Träv Kai [tö]] ^v. dvoi- YrjTe oOpavoi, dveiiioi le CTfiie, ö kukXoc ö dödvatoc toO Oeou upocbe- Hdc6iü )Liou TÖV XÖYOV. peXXuj ^dp iijuveTv töv KTicavTa Td iravTa, 6 TÖV irnEavTa Tf)v y^v Kai oupavöv KpejudcavTa Kai diriTagavTa Ik toO lijKeavoO tö tXuku öbiup eic Tr|v oiKOU)Lievr|V Kai doiKTiTOV inrdpxeiv eic biaTpocpnv Kai kticiv TrdvTuuv tijüv dv0piuTra)v, töv dtriTaSavTa TrOp qjavnvai eic ndcav upäSiv 6eoTc Te Kai dvGpujTroic. buj|iiev TrdvTec öjUoO auTiu TTjv euXoYiav Til) dm tujv oupavuJv jueTewpiu, tu> udcric q)uceuüc 10 KTicTr]. oijTÖc* dcTiv 6 Toö voöc |Liou öq)eaX|Liöc, Kai bdHaiTO tujv bu- vdjaeiwv |liovj t^v eiiXotiav. [18] ai buvd)iieic ai iv i}io\ uiiveiTe tö Iv Kai ItöJ nav, cuvqlcaTe tiu 9eXr||LiaTi juou irdcai ai iv i^oi buvd- (ieic. Tvu)cic dtia, (pujTicGeic dirö coO bid coO tö votitöv qpiijc ♦*** ufivüjv xaipw tv x«P^ voO. rrdcai buvd|Lieic ii)LiveTTe cuv i\xoi' Kai cu 15 jutoi dtKpdTeia **♦ u)iivei, btKaiocuvri nov tö biKaiov u|iV€i bi' i\xov, Koivujvia f\ djLifi t6 ttäv ö)ivei bi' d|ioö, \j\xve\ oXriGeia Triv dXriOeiav, TÖ dYaGöv, dYqOöv, li/iver lvjf\ Kai (pük, dqp' ii|aa»v eic öjadc x^^pei f] euXoTia. euxapicTU) coi, udTep, dvepteia tOüv buvdiLieiüv <^|iiou>, euxa- piCTo» cot, 8e^, büvaiuic tujv Ivepf eioiv |nou. 6 cöc Aötoc bi' i\xo\) ujuvei 1 ävoiGi AB (verb. B*). Vgl.Weseely, Denkschr. d. K. K. Ak. 1888 S. 74 Z. 1180 : dvoiyriTi, oöpav^, büai |uou rot qpö^TiuiaTa, ÖKOue, fjXie, irürep KÖcfiou; vgl. Deuteron. 32, 1: upöcexc, oifpavi, ktX. moxXöc] muxöc jB* dßOccou] ö|Lißpou Oe (oöpavoO, was näher läge, ist durch das folgende auegeschlossen) \ii\] inot Dieterich, Abraxas S. 67, mir unverständlich. Alles soll schweigen C€{€c9e Oe, vgl. Z. 3 2/3 övolTexe AB (verb. .B") 3 tc fehlt ABp ö kükXoc: die 'Orbodc, das irXripiw^a 4 töl TrdvTa fehlt D, toi fehlt tf 6 Kai oIktitöv Dieterich a. a. 0. Der Begriff eic Tröcav ti?|v fr\v wird auseinandergelegt, ohne daß auf doixriToc besonderer Ton fällt; vgl. die Formel cu tö öv koI tö ilii^j öv 7 eic 6iaTpißi>)v D, verb. D^ kt(civ OVerg.p ktt^civ tf XPflciv J5* Tied. KTtciv wäre an sich denkbar. Das Nilwasser ermöglicht die Schöpfung des Menschen (Zwei religionsgesch. Fragen 60). Doch scheint koI kt{civ späterer Zusatz, der die Responsion der Glieder eic 6iaTpoq)T^v und elc iracav irpöSiv stört. Die vier Elemente sind in ägyptischer Weise gepriesen; der Feuergott Ptah ist Gott des Handwerks tOüv fehlt BCDMe 10 voöc nou] vö|liou DM voG ABCe Ulejai p 11 i^ou fehlt ^J5 (zugefügt J3"') 13 öirö CDU JS* biet coO fehlt p Ergänze etwa: <^()(JvOü" yv^Jicic xapöc, biä c^ töv NoOv> 14/15 cO laoO p 16 Ergänze etwa: 16 if| iixo\ t f| fev ^jLiol f 17 öj Zwf\ di cpuJc p d tö iräv u|uivoOci, tö cöv e^Xriina tcXoOci. cri ßouXf) otKÖ coö, ^TTi c^ tö TTciv. hilai äixö TrdvTUüv XoTiKfiv Ouciav. tö Ttav TÖ iv fmiv cwle l\ur], qpiüTiZle cpu»c, Trveu)idTite 0e^. Aötov rdp TÖv CÖV Troi|Lxaivei 6 NoOc, irveuiaaToqpöpe brmioupTe. [20] cu e? 6 6 Geöc 6 cöc fivGpuüTTOC TauTa ßoqi bid Tiupöc, bi depoc, bid thc, bid ubttTOC, bid TTveujLiaTOC, bid tujv KTic)idTa»v cou. drrö coö Alüu- voc euXoTiav eijpov, koi 8 Zr|Ta», BouXri tt] crj dva7T^7rau|aai. elbov GeXriiiiaTi tijj coi t^jv eiiXotiav TauTTiv XeTO|ievriv. [21] *ö irdTep, f TeBeiKa Kai iv köc|liiw Tip i^xt^. *® »'€v Tif) voTiTu»«, "Kife, t^kvov. '€v Tili voriTo», uj irdTep" bOvaiiiai ^k toO cou u)avou, Kai (Ik} Tf\c cfic euXoTiac ^TTiTrecpOuTicTai |iou.6 voOc* nX^ov QiKiu Kdfib ir^jivpai ii. ibiac cppevöc eöXoTiav tu» eeuj. 'Q T^KVOV, |ilfl dCKÖTTUiC. '€v Tuj viu, (h TrdTep, S öeiupa», X^tuu. coi, fcvdpxa thc T€ve- ciouptiac, TdT Geuj tt^ihttiu Xotikoc Guciac, Qek Kai rrdTCp, cu 6 Kupioc, r Vgl. I. Petr. 2, 6: Kai aÖTol \bc XiSoi roüvrcc olKo6o|ue1ce€, oTkoc ttvcu- imariKÖc eic IcpdTeuiLia ätiov, Avev^Yxai irveuiuaTiKAc Ouclac eviirpoc&dKxouc Qe<\) biä 'Iricoö XpicToO. Der oIkoc (das TrXrjpujiaa OeoO, vgl. S. 25 A. 1) ist hier nicht direkt das Opfer, aber beide Vorstellungen hängen eng zusammen. Vgl. auch BOm. 12, 1 : Trapacrficai tö ciOinaxa ömliv Guciav ti&cav, äylav, eödpecTov Tii) GcCD, Ti?|v XoTiKiPjv Xaxpeiav öfiOjv. 2 c^ erg. f 2/3 xeXoOciv f) ci?j tf 3 TÖ iröv Subjekt, Tgl. S. 39 A. 1. 4 tö ttöv tö Iv f\^i\v: die an sich naheliegende Änderung tö TTveöfio tö ^v ■f\fx. entspräche der Vorstellung, nach welcher der dvaT€vviJÜ|aevoc und der vorjTÖc KÖciaoc bezw. der Aötoc identisch sind, nicht. Das iräv 4v i^|ntv ist das -rrXr)puj|ua öeoG. Die Vorstellungen ähneln denen des Epheserbriefes (vgl. zu 343, 8) i'nniv aus öfilv B i)|jiiv aus /llLitv M ö)Lilv p ■trvevu&TiZe] nm oder irvcOiia Oe, verb. Keil. Ich hatte wegen des Folgenden Tro(|naive vermutet, da das irQv der Aötoc ist. Jedenfalls ist ein Im- perativ notwendig 6 6 cöc ävSpuJTroc: vgl. Poim. § 32 (zunächst ägyp- tische Formel) 7 dnö toO alüJvoc p 8 etbov : ich erlebte (dSiov obbiv Ibdjv ÖavdTou koköv). 9 Xd^oiLiev B XeTOJn^viiv und am Band TpdqpeTOi Tfjv cöXoTiav ti^v XeTOfidvi^v B' 10 t^Gciko kcI iv Oe (ei aus T] D Kol Iv in Rasur ÄC) T^öeiKd ce iv B* sinnlos; t^Buko oder dvaT^OeiKa Kd|a^ Piasberg 11 Xi-^ü) p 18 ircei necpybncTax B* (liriqpiWTicuöc Plutarch De fac. in orb. lun. 936 B) irX^ov] uX^jv t 16 Uye ci) Dp. Denkbar: X^yiu. ^y*!* coi yev. Y^vdpxa Tf^c Tevecioupyiac: Gegensatz zu dem menschlichen V^vecioupTÖc 17 Bei cu ndtep Otf 6e^ cd 6 itdTcp p 348 Anhang: Die Texte. cu 6 voOc bliai XoYiKdc , &c edXeic, arr* djaoO. coO ^ap ßouXo)iidvou Trdvia TeXeitai. CO, iZl TEKVOV, Ttl^.^^fOV beKTfjV ÖUClttV Tl|l TtdVTUiV TTaipi Getu, dXXd Ka\ TTpöcOec, Ä t^kvov, »bid toO Aötou«. 8 [22] €öxapiCTa> coi, irdiep, laOrd )iioi aiveiv feögaineviu. Xaipiü, T^KVov, Kap7TO xe 6 Xetujv c\i t€ ö dKOuuiV. voepujc Itvujc ceautöv Ka\ xöv naxepa xov fm^xepov XVI. [1] tAifav coi xöv Xötov, iZi ßaciXcO, bi€Tr6|inid|uiTiv Trdvxujv xOuv dXXuüv ujCTtep Kopuq)fiv Kai ijTtö|iV)i)ia, oii Kaxd xf|v xu»v ttoXXoiv ÖÖEav 16 cuTK€i)Lievov, ^xovxa bk iroXXfiv ^Kcivoic dvxibeiHiv. (pavrjcexai tap COI Ka\ xotc i\xoic dvioxe Xötoic dvxiq)a)voc. '€p)Lific ^kv Tap ö btbd- CKaXöc fiou TToXXdKic ^ol biaXeYÖ|ievoc Kai ibi(jt Kai xoO Tdx ^vioxe TTapövToc ^Xetev, öxi bö^ei xoTc dvxuTXcivouci |iiou xoTc ßißXioic dnXou- cxdxn cTvai fj cuvxaHic Ka\ cacpric, ^k bk xu»v dvavxiujv ♦♦♦ dcav XÖTUJV ?xowca, Km f ti dcaq)€CTdTTi TÄv *€XXr|vuJv ucTcpov ßouXr|0^VTU)V Trjv fmeiepav bidXcKTOv eic rfiv ibiav )i€6ep|inv€Öcai, öirep kxai xuiv Y^TpaMM^viüv ^€TicT^^ biacTpoq)ri le KOI dcd iv lauTfi ix(.\ TrjV dv^pteiav T&v X€TO|i€vuiv. öcov oöv buvaTÖv 4cTi coi, ßaciXeö, — ndvia hk buvacai — TÖV Xötov öiaTripTicov dvepfiiiveuTOV, tva ^rixe €ic "CXXrjvac IX9tj TOiaÖTa ^uCTripia ^r|T€ fi tOüv '€XXr|vujv ij7t€priq)avoc cppdcic Kai ^kXcXuh^vt] KOI ujCTTcp KeKaXXiüincii^vn dEiTiiXov itoiricij tö cefivöv lo KOI CTißapöv Kai TTjv ^v€pYT]TiKf|v TUJV övoiidxuDV q)pdciv. "€XXriV€C Tdp, Ü5 ßaciXeO, Xötouc ^Xouci k€vouc dnobeiHeiuv ^veptriTiKouc, Ka\ auTT] ^Tiv 'EXX/jVuuv qpiXocoq)(a, Xötu)V ijiöqpoc fifieic bk ou XÖTOic xp*w|ie8a, dXXd q)u»vaic necidic tu»v IpTWV. [3J dp?:0|aai bk toO XÖTOu IvBev, TÖV Beöv duiKaXecdfievoc töv tujv ÖXuuv becnÖTTiv Kai iroiri- 16 Tfjv Ktti TTaT^pa KOI TTcpißoXov Kai TtdvTa ÖVTa [[töv ?vajj Kai ?va |övTa töv TrdvTa] — tOliv TrdvTUJv tdp tö TrXr|puj|Lia ^v dcTi Kai iv ivi — oii beu- T^pou ÖVTOC ToO ^vöc, dXX' dnq)OTepu)V ^vöc övtoc. kci toOtöv jlioi töv voöv biaTfipricov, Ä ßaciXeö, irap' ÖXiiv Tf)v toö Xötou TrpaTMaTeiov. ddv Tdp TIC dTTix€ipr|CT) tö TidvTa Kai ty boKoOv Kai tovtöv elvai toö so iyöc xujpicai, ^KbeHd/ievoc Tf|v tujv irdvTUJV iipocTiTopiav im uXrjöouc, anderen, oder den Ungläubigen, oder dergl., vgl. IX (X) 10: raOrd coi, *AcKXiiTn^, iwooOvTi dX^ef) ööEeiev, dTvooOvn bä dmcTa. t6 ydp vof^cai im t6 mcTtOcai, dTricTf\cat bi tö \ii\ voficai. Paeudo-Apuleiua 10: 'est enim ratio plurimia in- credibilis, integT'a autem et yera percipienda sanctioribus mentibus' 1 TÖV XÖTOV B, verb. B^; dcoqpccTdTTi icrai B*; vielleicht dcaq)€CT^pa 3 «CTOi CD MBU IcTx B 4 bi] vielleicht tdp 6 töv fehlt M, erg. 3P 6 Zwischen AiTuirdujv und övojidrutv 4 Buchst, ausradiert B övo^dTiüv ojvOi'iKii J5' övojidTUJv 60va|iiic e aörfl B 9 ^ fehlt e 12 Kcvouc B*f KcivoOc BCMtp Kai voOc D iv6pTTiTt»c«I»v JB' 14 fxecTalc Ticd. nrricTcic Oe, vgl. AibaxiPl tü)v b\iib. dirocx. 11 6 oök fcTOi ö Xötoc cou x)»€uönc, oi) K6VÖC, dXXö ji€fi€CTiuji^voc iTpdEci uud Damaskios Phot. Bibl. 338 a 10: clrtcv dv TIC oO XÖTOuc aÖTÖv dXXd TrpaTndTWv 90^TTeceai oöciav. Zur ganzen Sentenz vgl. den Brief des Kalanos bei 0. Wagner, Jahrb. f. Phil. Suppl, XXVI 108, 6 und Philon Quod omn. prob, liber § 14 16 tujv fehlt B, zugefügt B* 16 Kol irdvTO Td övto JB, tä getilgt B* 16/17 xai Iva Övra tA ndvra e. Ver- mengt sind zwei Fassungen: kqI irdvra övto koI ?va und töv ?va övra kcI TrdvTa 17 oö fceuTcpoOvToc Oe. Der (Jedanke ist: tö Iv kcI Td ndvra oö öüo clciv, dXX* d|iq)ÖT€pa ?v icnv 18 \ko\\\i.Q\iD 19 irap'^HnBAsur 20 tO}) irdvTa KCl Iv öokoOvti O tö irdvTa (träv f) koI ?v öokoOv t€ e 21 x^picat 350 Anhang: Die Texte. ouK im TtXripuüiaaTOC, ÖTiep kiiv dbuvarov, tö trav toO dvöc Xucac diroX^cei tö irav. irdvTa rdp '^v eivai bei, eiTe M Ictiv ?cti b^ KOI oub^TTOie TraOeiai ^v övia, iva mh tö rrXripui^a XuOrj. *♦♦♦♦♦♦ [4] '\bk ouv iv Tri Tri uoXXdc TtriTdc iibdTUiV Kai rrupöc dva- 6 ßpuoucac iv Toic |iecaiTdtoic luepeci Kai dv tiu auTlu Tdc Tpeic qpuceic öpuj^dvac nupöe Kai übaTOC Kai thc ^k ^läc (>\lr\c i^pTrm^vac. öGev Ktti TTdcTic üXnc 7T€TricT€UTai cTvai Taiuiieiov, Kai dvabibujci nkv auTfic Tfiv xopnTiav, dvTa^ToXa^ßdvel be Tfjv dviüGev ÜTrapHiv. [5] oötiu ^dp oupavöv Kai thv dei 6 ArmioupTÖc, Xctu) bn ö nXioc, , Tfjv 10 |i^v ouciav KOTdTuiv, t^iv bk üXriv dvdTUJV Kai irepi auTÖv Kai elc auTÖv Td TrdvTa ^Xku)v Kai dnö iamov rrdvTa biboiic Trdci. [Kai tö (püüc ä9eovov xapiJ^eTai]. auTÖc rap ^ctiv, ou dtaeal dvepxeiai ou ILiövov iv oüpavilj Kai d^pi dXXd Kaiini v\c elc töv KaTiuTOTOv ßuGöv Kai dßuccov biriKOuciv. [6] ei be Tic Icti Kai votitti oucia, auTTi kTiv 16 6 TOUTOU ÖTKOC , fjc UTTObOXH dv dx] TÖ TOUTOU q)d)C. TTÖGev bk auTTi cuvicTaTai f\ dirippei, aÖTÖc ^övoc oTbev. *♦♦*♦♦*♦* f| Kai Tl|l TÖTTIW Kttl T^l 9UCei ^TTWC U)V daUTOO ♦♦** MC^e %wpr\ca\ BCD. Vgl. Plato Soph. 269 d: tö tc itöv dnö uavröc tirixcipetv X*"picai. . 1 TÖ itöv YÄp p Vgl. Plato Soph. 259 e: tö biaXOeiv ^koctov ättö iravTÖc 2 dtroX^cei (B)e diroX^ceic Citf Ferflf. duoXdcric D diriüXecc jB*. Zum Gedanken vgl. die Aufschrift des Ringes oben S. 39 A. 1 ; ferner S. 106, A. 5 ; 127 etyc IvecTiv B ^ \i^ fehlt Dtp In dem verlorenen Stück war von der Erde als Zentralpunkt der öXri und vielleicht von dem Himmel als Ort der ai oOcia die Rede 4 töric oOv kv\ B töoic dv feirl e 5 ^lecoTd- Toxc C 7 ueiricTCUTai : nämlich i^ y^ aÖTf^c tf (aÖTfic: nämlich tt^c öXnc) 9 d€{] äT€i fp 12 draeal al kv. D. Vgl. S, 16 Gebet I 6. 14 Vgl. Plntarch De Is. et Os. 61: dMtrexövq hk. 9XoYO€tb€i ct^XXouciv oötoO (toö 'Odpiftoc) Tdc elKÖvac, f^Xiov cOö|Lia Tfjc TdTCtöoO buvdneuic die öpoTÖv oöciac voriTf^c T^YO'^Mtvot. Hierdurch erhält Philo De carit. 403 M Licht: KoOdtrep x^P dvoTeJ- XavToc ViXlou TÖ |i^v ckötoc dqpavlZcTci, qpepe((jt steht für tö» dvujqpepci ^auToO BMe ^auri^ (C)D 11 TOÖ vor ecT^pou tilgt B* 12 rp^cpovToc Oe, verb. Tied. xaxaXaiißavofi^vu» Oe und Hennippus 25, 4; verb. Keil. 13 t^veciv Ck Y€vk€i B* 14 MCToßoXdc e Anfang eines neuen Satzes verloren, etwa ftiveiTOi fdp ... Zu ^Xikoc xpöirov vgl. Hippolyt IV 43 p. 110, 80 Sehn.: KOTd Ti^v ToO 4Ea»aiKXou ?Xikoc irpatnaTCiov, vgl. Plato Tim. 89 a 16 elc dXXiiXoTevf^ 0 16 dvTiTacco|bi^vric De 17 xoiv fehlt p >i€TdXu»v cujfidTU»v: Stemengötter, im Gegensatz zu xd kv toOtoic toic li^peci toö köc^ou ZC^a, vgl. I. Kor. 16, 40: koI cd»^aTa ^iroupdvia (später dcT^ec) Kai. cij[»|naTO iniTeia 17/18 Vgl. Hermes bei Stobaios Ekl. I 61 p. 274, 24: iröv cü^ia MCTaßXiiTÖv, oO itöv cu)|ia feiaXuTÖv 362 Anhang: Die Texte. ÖvnToO |ii€Td 5iaXvc€UJC, Ka\ aÖTti f\ biacpopct kxi toO döavdTou irpdc TÖ evTiTÖv Ka\ |[fi3 ToO eynToO irpdc xö dedvarov. [10] Äctrep bt TÖ 9a»c aÖTOÖ ttukvöv, oötu) kgI f) lujOTOVia auxoO ttukvii xic Ka\ dbidXemfoc xij» TÖTriji Kai iQ XopHTi«?. Kai rdp 5aiji6vu)v xopoi irepl 5 aOxöv iro)iXoi Ka\ iroiklKaic cxpaxiaic loiKÖxec, o1 ^Tök evT>xotc övxec)» cuvoiKOi Ka\ Tüiiv dOavdxujv oök elci iröppui, ^vG^vbc Xaxövxcc <|n^XP») xouxiuv x^pttv xd xÄv dv0pu>iTUJv ^(popÄci, rä hk uttö xiöv 0€u»v imxaxxdMeya ^veptouci 9u<^XXaic koi Kaxaifici ka\ Trptjcxripct k«i IJictaßoXaic nupöc xaV ceic^oic, £ti 5i Xijlioic xdi iroXitMOKi d|LiüvdM€voi 10 xi^v ddßeiav. [II] aöxn tdp dvOpiOrroic eic 6€oöc fj >i€Ticni KUKia. eedrv pkw fäp xö eö rroieiv, dvöpiijTriwv bk xd eöceßciv, bainöwiuv be xd InaiiAtJveiv. xd rdp dXXa xd uTt' dvOpuitrwv HoX^u»)i€va f| rrXdvJj, f| xöXiLiij, f| dvdtKi;!, ^V KaXoOciv elfiapfA^vtiV, f\ dTVOtqt, xaOxo trdvxa Tiapd Öeoic dveuGuva, növn tk fj ddßeia biKij utrotr^TTXujKe. [12] ctuxinp Mhi Kai xpo K€Kpa)Li^voi d5 draÖoC Kai xaKoO. [14] oöxoi ttdvxiov U TUJV irc\ YHC irpatudxijüv xfjv Öouciav kckXiipuju^voi eici Käl T&v ircl T^c OopüßiüV, Kol TtoiKiXr^v xapaxif|V iptdiovxar Kai Koiyl^ xaic TTÖXeci Kai xoic lOyeci koI Ibitji ^Kdcxiü* dvanXdxxovxai 4 dbidXuToc « V^ irepl a(»T6v: im äußeren Umkreis 5 crpa- Tclaic Oe 7 ri\v toötwv x«i>p«y J)e 9 wupÄc] wohl TTveufiOToc (-* d^poc); vgl. oben ß, 399^ 9 11/1!J Die D&monenlehre ist hier und § 17ff. ajaden sU liff. 12 dXXa rä fehlt De U CM>rt\p S* in Rasur 18 KaltBorcpKrX.: Tgl. Hermippus DeMtrol.26,7 16 aketj-nKÖv Oe, verb. nach Hermippufl 17 ndvra xd iv k. Ä^ 18 öyKot irap^X koXük dv txoi TTopoXiitttv, Sc etbuiAa aöToOc 6vo|UdZ!wv m€ct6v xe clvoi töv d^pa xoöxurv Eap. XVI rOpoi *A«Xiiinoö) §9—17. 353 fdp Ktti dveteipouci . Tctc ijjuxac fmuiv " €ic auTouc dTKa8r||üi€voi tiiLiujv « veupoic Ktti lautXoTc Kai qpXei|;i Kai dpxripiaic Kai auxu» tu» dYK€q)dXiu, bir|KOVT€C )iexP' ^^^ auTuJv tujv CTrXdtXvujv. [15] Y€v6|i£vov ydp rma»v ^KacTOv Kai ij>uxui9evTa trapaXaiiißdvouci baiinovec oi kot' dKeivriv Triv CTiYiiriv ttic tev^ceuuc uirrip^Tai, o1 iidTncav ^KdcTiu tujv s dcT^piuv. ouTOi tdp Kard CTix^fiv ^vaXXdccoviai oux oi auToi eiriii^- vovxec, dXX' dvaKUKXoui^evoi. oöroi oOv €ic xd buo jaepri xfjc vpuxflc büvx€C bid Toö ciwfiaxoc. cxpoßoöciv auxriv ^Kacxoc npöc xf|V ibiav i\ipfeia\. x6 bk Xotiköv /iepoc xf^c Miuxinc dbecrroxov xujv bai^övuulv 2cxTiKev, ^TTixribeiov elc uTroboxnv xoO Seou. [16] xqi ouv ^v xtp lo XoYiKiu dKxic ^TTiXd^Trei bid xoO f^Xiöu — ouxoi b^ irdvxec öXi^oi elcl — xouxujv KaxapYoOvxai o\ bai^övec. oubek Ydp oub'tv buvaxai ouT€ bai^övujv ouxe 9ed)V irpöc liiav dKxiva xoO Geoö. oi bk dXXoi Trdvxec dtovxai Kai q)^povxat koi xdc n^uxdc xai xd ciu^iaxa utrö TUJV baifiövujv, dfaTTuivxec Ka\ cx^pTOVTec xdc dK€iviwv ^vepteiac, i6 Koi f 6 XÖTOC ouK ?pujc dcTiv 6 ttXavuJiievoc koi irXavOüv. Tf|v ouv ^TTiTeiov bioiKrjCiv touttiv ndcav bioiKOÖci bi' öptdvujv täv fifieT^pujv cui^dTUJV TOUTiiv bk. Tfjv bioiKTiciv '€p|afic €\^apn^vT]v dKoXecev, [17] "HpTTiTai otJv 6 vor|TÖ<: köc|lioc toö 0€oO, ö bk aicSTixdc xoO voTixoO, 6 bk f^Xioc 6id xoö votixoö koi aicGrixou köc^ou xfiv eTrippofjv so dTTO xoO eeoO xopiT^ixai xoö dYa6oO, xouxecxi xfic bimioupTiac. rrepi bk xöv fiXiov a\ 6kxu» eici cqpaipai xouxou^pxri|i^vai, f\ xe xujv dtiXa- vujv ti. xuJv TrXavujfi^vuiv Kai f] |iiia TrepiTeioc xouxujv bk xuiv cqpaipuiv fjpxnvxai oi bal^ovec, xuJv bk bal^övuJv oi dvöpujiroi, cpiicl (vgl. Fr. 166 Diel») und hiemach das Rxzerpt aus den "Opoi (kcI dvairXdx- T€iv) als Fortsetzung gibt. Der Auszug aus Demokrit bei Diels, Vorsokratiker S. 383, 78 ist danach zu kürzen, die Ausführungen im Archiv f. Gesch. d. Philos. Vll 155 S. zu berichtigen 1 Tttic <|iuxaic B, verb. B* ia\)Toi)cB aijxobc CD MB*e 1/2 tolc i^fiiiiv V. B* 3 cirXdTXWv CD 5 ctiti^^v] ti|ii?|v Oe kv ^KdcTip e, vgl. 852, 3 7 Td bxm fi^PH : nämlich eu>töc und iin6u^{a 10 vS^ (für xivi, relativ) CDMe tAv B toIc JB» ÖTt^ Keil 11 Vgl. Z. 21 12 feOvaxai] Suva^ei p 13 roiirou raO öeoG Tied. 16 6 Xötoc OUK ?pu)c CDMB*e d Xdifoc oök (B). Vielleicht xai oöroc ö Ipwc. Es ist der atnoc ToO öavdrou ?pu)c (Poim. § 18); irXavüJv koI nXavdjiuicvoc mag mit Beziehung auf die TrXavT^xai als irveö^axa irXdvric gebildet sein 17 xal bi' öpt- « 18 '€p|ific: vgl. Poim. § 9: Kal'fi öioCKnctc aörurv €i^apfi^r| KoXdTai; Pseudo- Apul. 19 ^Septem sphaerae quae vocantur habent oöcidpxac, id est sui principe«, quam fortunam dicunt aut €i{uap^^vT1v' 23 xal §E e nach ^i zwei Buchst, ausradiert -äf__, i^ nia i\ (jB) 354 Anhang: Die Texte. Kai ouTUJ TrdvTa t€ Kai irdvTec otTtö toö GeoO eiciv ripirifi^voi. [18] bi6 TTOTfip |Li€v TrdvTouv 6 6eöc, briiiioupTÖc be 6 fiXioc, 6 bk KÖc)ioc öp^a- vov Tfic bTiiiioupTiac* koi oupavöv likv f\ votitti oucirt biomei, oupavöc bk öeouc, bai^ovec be öeoTc unoTeTaTM^voi dvOpiwirouc bioiKOÖciv. 6 auTTi n etujv KOI baijuövujv cTpaiid. [19] Ta bk 6 Geöc iroiei bid TouTuüv dauTiI), Kai inöpm toO GeoO irdvia kriv el bk nävxa \x6p\a, irdvia dpa 6 Geöc. rrdvia ouv ttoiuiv iiauTÖv TroieT, Kai ouk dv note uaucaiTO, errei Kai auTÖc dTraucxoc. koI uicuep 6 Geöc ou dpinoviav ov jiövov (i\ oupaviu) dpTaZ;ö|Li€voc dXXd koi dxpi tujv KOTd juepoc optdvujv t^c okeiac |li€- Xtubiac töv puGjiöv TrapaTTe^Trujv dKd)LiaTÖc ecTiv ujc Geöc. ou ydp lo TTpöc Geoö TÖ Kdjiveiv. [2] 61 be ttotc GeXricavTi tu» TexviTr) tjjcuep ^dXlCTa dvatuJviZ^ecGai [rrepi ^ouclKr|v3, dpTi fxkv Kai caX7TiYKTU)v ttjv auTriv eiribeiHiv Tfic ^TTiCTruiric 7roir|ca)üievujv, dpTi hl Kai auXriTuiv toTc ILieXiKoTc öptdvoic tÖ Tfic ^€XuJbiac Xiyupöv dptaca^i^vujv, <(tö öpYavov oux uirriKOucev dvTelvo^e'vLU^ Kai KaXd^tu Kai irXriKTpuj Tfjc üjbf|c Tfjv is ^oX^Tf]v dniTeXoOvTi, ou tlu TTveufiaTi toO /aouciKoö Tic dvanenTTeTai Tf)v aiTiav ^ou tuj KpeiTTovi Triv aiTiav], dXXd tiu ^ev dTTobibujci rrp^Trov TÖ ceßac, Tri ^^ toO öpYdvou KaTainejLiqpeTai caGpÖTr]Ti, 8ti bfi toTc |Lid- XicTa KaXoic diairobibv KOTecTTi, tuj ju^v ^oucoupfu» Ttpöc tt^v " laeXiubiav djiTTobicaca Td»v be dKpoaTU)v Tfiv Xiyupdv üjbiiv cuXrjcaca. 20 [3] OiJTU}c\ bk Kai fi|iÜL)v Tfjc Ttepi tö ciij^a dcGeveiac x^Piv m TIC tujv Geujpojv KaTa^e'jiHJTiTai dceßOüC tö f^eTepov y^voc, dXXd 1 Seitenüberschrift: 'AcxArimoö e Titel: TTepl xfic öirö toO ir(i8ouc ToO cU)|LiaTOC ^^'nro&lZo|Ll^vr|c vjjuxfic Ot "Opoi 'AcKAirmoO irpöc ''A|u^ova ßaciX^a ircpl Tf^c ktX. ßißXiov ß' p. Vgl. Keils Nachträge S. 371 fiF. 8 Y^vriToi Oe 5 irapä] ircpl C GctupiDv aus Ocutv M 6 Ergänze: aber dieser Spott kann nicht dem Gott der Musik gelten, der in dem auftretenden Künstler immer gleich stark waltet. Zur Anschauung vgl. S. 203 fiF. 284 7 KaTa|a^^(p€Tal Oe 8 Vielleicht <^v ^auTu)> 9 Die Menschen sind öptava GeoO, oben S. 353, 17 10 ÜJc Oeöc] 6 Geöc Oe^ verb. Keil 11 irpöcöeuive bkröx^BCM 12 irpöc |uouaKi?jv B*, getilgt Keil 14 öpfdvoic fehlt p 14/15 Erg. Keil und ich 15 Ka\d|iuj : mit der ägyptischen Rohrfiöte (vgl. PolluxIV 77) ^TnTeXoüvTUJv Oe 16 irveöfian: der Geist des Künstlers. Herstellung unsicher wegen der Doppel- lesung (vgl. S. 326) ; keinesfalls KpeixTovi, da ein zweiter Faktor genannt wird dvait^jiTreTai, Medium statt des Aktivums 17 Vgl. Hermippus De astrol. 12, 20: TÖ dßac d-iT^v€i|nov djc €tKÖc 20 ^utrobicac Oe tu) b. äKpooTTl Keil cuXricac Oe 21/22 |ifi Tic] ^ötic De 22 Kara^i^- HiCTai « dccßuic] eöceßwc Oe; vgl.Z. 18 c^ßac i'm^Tcpov t^voc: Prophetenstand 356 Anhang: Die Texte. TivtüCK^TUJ u)c dKafiaTOV \iiv icix rcvev^a 6 Geöc, dei bk Ka\ lucauTcuc IXiuy tfjc okeiac imcvf\[ir\c, biTivcKfic hk täte eubai)ioviaic, euepTCCiaic bi Taic aOioJc öid traVTÖc KCXpilM^voc. [4] ei bk naXicra Tili 0eibiot toi bry- fitoupTuJ oöx uirriKOucev f\ ific \j\r[C xpe»« rrpöc dvTcXfi xrjv TTOiKiXiav, *** 6 ♦♦♦ biT|pKec€ M aÖT6c 6 |ioucoupTÖc Kaxd öuvamv, |jf| €lc ouidy ifiv aiTictv dvaq)epiü|iev, xf^c bi Xiöpbfic KaTafie|ii(pij()|ie0a rfiv dcG^veiav, 6ti b^ TÖv TÖvov uiroxaXdcaea [ÖTi bi\ rdv tövov U7rapaiu)caca]| ific €Ufiouciac TÖV ^uöji6v n* Ö7rÖT€ Tfic Kpouceuic TTOXXdKlC npöc TÖV TÖVOV dfAirecoucTic ***** Kai töv fpujTa ol dKpoaTal irXeiova €lc dKcTvov TQV |uioucoupTÖv dvaq)^povTai Kai öXiuc oök Icxov KaT* aÖTOö T^iv aWaciv. outu) koi fmeTc, iZi Ti^iiuTaTOi, Ivbov TidXiv Tqi 15 lioucoupfil» Tf|v olK€iav <(0^Xofi6v> ^vap)iöcac9ai Xupav. [6] dXXd bf| 6pa» Tiva TuJv tcxvitüjv Ka\ X'J^P'ic Tfjc Kaxd Xupav ^vepTeiac, €i ttotc TTpöc ^eTaXoq}uf^ uttöGcciv e\r\ TtapecKeuacjn^voc, auTiI» TToXXdKic «Xicrrep öpxdviu Kexprm^vov Kai thv ttic veupac Bepa-rreiav bi* dtToppriTiüV 4vap^ocd)i€vov, ibc &v tö xP^'^öec eic tö jicToXonpeirk öe/n^vou ol »0 dKpottTai UTrepeKirXiiTTOiVTO, [X^TCTai in^v br\ Kai tivoc tcxvitou Ki9a- piubiav biaTUJVi21o)i^vou ttic veupdc ^af eicnc, unö toö KpeiTTOvoc] X^- T€Tai \iiy/ br\ Tiva KiOapijjböv töv Tf^c iiioucouptiac lq)opov öeöv Ixovrn 1 Tivii>CK€T€ (auB -ixiu^) C Vgl. 366, 10 2 ixov CD oixeiac] \blac De eöepTcciaic : (fortwirkende) Offenbarung 8/4 br\- moupTÖc Bildhauer: Plato Rep. VII 629 e (ebenda woiKiXiiaTa, iroiKiXXciv) 3 Ergänze: so ist es kein Wunder, wenn auch der göttliche Demiurg in der öXri sich nicht ganz ausdrucken kann (gnoatischer Gedanke, vgl. auch 338, 8); dann Rückkehr zu dem Vergleich des Propheten und Musikers 6 iva- (pipofx€v B {\erh. B^) CM 7 6^ aus 6€i D öti ftVj] firoi J5« i)n€pa\d)caca C 11/12 Sinn etwa: und das um so mehr, wenn er oft dasselbe richtig getroffen hat und ihm dann das Instrument versagt, sodaß er es wieder stimmen muß. Ja sie lieben ihn dann um so mehr. Im Vertrauen darauf will ich die Saiten neu stimmen 11 tocoOto I> 18 ÖXwc] 6fiu>c Oe T^v KOT* aOroO Oe 14 /mctc DM^e öfitlc BCM 14/16 Ti?i Moucoupti?» aus töv fioucoupTÖv B TpdcpeTOi tCJ» öiimoupt«?» B* am Rand ivapfiöcacec BCMe 16 kotA ti^v XOpav JB» 17 üJcncp aöxCfi iroXXdKic Oe, Stellung vielleicht möglich 18 K€XPnM^voc xard tV|v De 19 4vap|ioviicdM6vov e e^^evol Oe, verb. Eeil 20/21 X^ctoi — kp€(ttovoc fehlt e 22/267, 2 X^€Tai — T€T^vTiTai] dvairXrjpujeflvoi • irteihi] TÄp T«?! Kieapi^ftCp iKcivqi t6v xf^c >ioucoupTiac iqjopov etöv ^xovn €(»fi€vf^ Kap. XVm (Hpöc ßaciX^ac) § 3—9. 357 eu^ievfi, dTreibi?) dvattwviov ifjv KiOapiubiav iTOiou|i^viu fi veupä ^ttfeica npoc ^^7röblOV ttic dOXr|C€u)c auTo» YeT^vrjTai, t6 irapa toO KpeiTTOvoc €u|nevk <^'mKaX€'cacear 8 br\ Kai> Tf|v vcupotv dveirXripujcev auTuj koi Tfic euboKi|iriceuic uap^cxe xfiv xäpxv. dvii \xkv fäp tt^c veupäc aiixi^ T^TTiTO Karct irpövoiav toO KpeitTOvoc eqpiZ^dvovia dvaTrXnpoOv xd 6 ji^Xoc Ktti xfic veupdc qpuXdxxeiv xfjv x^pav , xöv KiGaptuböv hk x^ xfic veupdc idcei xfic Xurtnc t^aucd^€Vov xf^c viktic ^xn^evat xf|V eubo- Kl|llllClV. [7] OOxuDC oöv Kttl aux6c ujcnep aicGoinai Trdcxeiv, iZ) xi|aiu»xaxoi. öpxi |Li^v Tdp x^v dcBeveiav Ka9ofioXoT€iv loiKa Kai Tipd ßpax^oc lo dppOocxuüc brnKCicöai, i\ buvd^€l bi xoO KpeixTovoc ujcnep dvaTrXnpiw- Geknc xf^c TTepi xujv ßaciXeujv ineXiubiac <(vOv> inoucoupteiv. xoitdpxoi xö TT^pac xfic ibcpeXeiac ecxai ßaciXeiuv euKXem* küi ^k xujv ^k€i- viuv xpoiraiujv fi xoö Xötou TTpo6u^ia. äf€. bf| Tuiiiev xoöxo tdp 6 poucoupTÖc ßouXexar ÖTt ^^ cneuciuiiiev xoöxo ydp 6 iioucoupTÖc is e^Xci Kttl npoc xoOxo xfjv Xupav npiiocxai Kai Xitupuüxepov neXiubricex KOI npocTivecxepa |ioucoupTiicei, öciuTTep xd xfic iJTro6T|Kr|c ^elZ!ova <^qiova^ xfjv dibfiv lx(.\. [8] '€n€ibfi oöv eic ßaciXeac aöxiu ndXicxa xd xfic Xöpac ^vnp- nocxai Kai xujv ^tkiu^iiuv xov xövov i^ei Kai xov CKOtröv eic ßaciXi- 20 Kouc liraivouc , birixeipc irpOüxov ^auxöv eic xöv uTiaxov ßacxXe'a Toiv SXujv [dTaGöv]; 9eöv Kai uipöGev dpHd^ievoc rrjc ibbfic beux^pct xd£ei irpöc xouc Kax' eiKova dKeivou xfjv CKTVirxouxiav Ixovxac Kaxa- ßaivei, ^rreibfi Kai auxoic xoic ßaciXeOci cpiXov xö öi^öGev Kaxd ßaö- |iöv xd xfic djbfic KaGiiKeiv, Kai ÖGevTtep aöxoic xd ttic vikhc ireTrpuxd- ss veuxai, ^KeiGev koi xd xuiv dXTribiuv Kar' dKoXouGiav napatecGai. [9] fiKe'xuj xoivuv 6 jioucoupTÖc rrpöc töv |i€Ticxov ßaciX^a xüuv ßXujv ivcfUjviov Ti\v KiQapiublav iroiouji^viy cuvdßri ti?iv veupAv ^ayrlvai koI upöc i^w^biov xf^c deXric€tüc aörip TCT^vf^cöai B*, um den interpolierten Satz fort- zuführen 2 TOJv ÖLQ\r]C€iuv p napd] ncpl BC 3 €Ö^cv^c] €ÖC€ßk D (am Rand verb.) Kai fehlt B, zugefügt B* 4 dvxl] äpn Oe M B* 9 üöc-rrep fehlt e atcGdvoiiiai p 10 irpd ßpax^uic CD 12 •acpl TÖV ßaciXda Oe Erg. Keil 13 ii» 23/24 xa- Toßa{v€iv CD* (aber KaToßoivc» DD*) 24 rt^i ö\|iöe€v CM 26 irepi- dteceai BCM ÖT^cÖa» De 358 Anhang: Die Texte. 0€Öv, öc otGdvaTOc |uev ecTi bid iravTÖc <(TrpuTaveOu)v> dibioc le Kai ii. dibiou TÖ Kpdtoc ^xvjv, KaWiviKOC rrpiJÜTOc, dcp' oö -rräcai ai viKai €ic Touc eHfjc cp^poviai biabeEaiaevouc if\v Niktiv. [10] ^m errai- vouc Toivuv niLiTv * + * * Kaxaßaiveiv 6 Xötoc eireiTeTai Kai irpöc 6 TOUC Tfic KOivnc dccpoXciac Kai €ipr|vr|C irpuidveic, ßaciXeac, oTc TxdXai iLtdXicta tö Kupoc rrapd toö Kpeiiiovoc Geoö KCKOpuqpuuTai, oic )] viKri TTpöc TTic CKeivou beHidc TreirpuidveuTai, olc id ßpaßeia Kai rrpö TTic ev TToXeiuoic dpicieiac TrpoeuTpeTTiCTai , ujv id Tpötraia Kai Trpö Tfic cujUTrXoKfic icTarai, oic ou t6 ßaciXeueiv juövov dXXd Kai TÖ 10 dpicxeueiv cuvieiaKTai, oüc Kai rrpö ific Kivi'iceuüc eKTcXriTTeiai tö ßdp- ßapov. ***** [11] 'AXXd cireubei 6 Xötoc eic dpxdc KaTaXOcai tö Tepiaa Kai eic eucpr^iav toö KpeiTTOvoc, eireiTa be Kai tüuv GeioTdTuuv ßaciXeuuv TOJV TTiv eipr|VTiv fmiv ßpaßeuövTuuv irepaTUJcai töv Xötov. ujcirep tdp 15 CK ToO KpeiTTOvoc Kai Tfic dvuj buvd|ueiJüc iipHd|ae6a, outcuc ek auTÖ TrdXiv TÖ KpeiTTOv dvTavaKXdco^ev tö irepac* ♦ * * * Kai ujcirep ö nXioc, Tpö(pi|uoc (jüv irdvTUüV tOuv ßXacTriindTuuv, auTÖc jrpuJTOc dvacxibv tujv KapTTUüV Tdc drrapxdc KapTTOÖTai x^pci incYiCTaic, ujcrrep eic dTTÖbpeipiv tOuv KapTTuJv xp^iuevoc Taic oktici — Kai x^ip^c auTuj ai oKTivec Td twv 20 qpuTÜJV d|LißpociujbecTaTa irpaiTov dTTobpeTTOiueviu — , outuj br] Kai fmiv ÜTTÖ TOÖ KpeiTTOvoc dpEa|aevoic Kai t^c eKeivou coqpiac Trjv dTtoppoiav beEa|LXtvoic Kai TauTriv eic Td fmeTepa tujv vpuxwv uirepoupdvia qpuTd 1 i.1 fehlt e 2 Erg. Piasberg 3 eic töv klf\<: Oe, verb. B' biaöeHdiaevoi BM bia&eEd|aevai CDe, verb. Keil NiKrjv persönlich Piasberg 4 Karaßaivei B (verb. JB*) 5 toOc] tüuv p 6 GeoO vielleicht zu tilgen 7 upöc Bh -rrpö 0 8 thc] toic B äpicreiac C« Lücke B dppuJCTiac B^CDMe; vgl. Menander TTepl ^mbeiKTiKÄv Walz llhet. gr. IX 224, 6 : diriTeivac Tiu Kaipiü xfic dpicreiac koI Tf\c cu|LiiT\oKrjc 10 viKti- ceiwc J5 (verb. B*) 11 Der eigentliche Preis der Könige fehlt 12 Neue Überschrift: irepl eiKprijuiac toO KpeiTTOvoc Kai ^TKtiJ|LUov ßaciMcuc Ot "Opoi 'AckAh- TTioO Trpöc 'AMMova ßaciX^a. ucpl euqp. kt\. ßiß\(ov t' P 12 ek xdc &PXäcB, verb. B" 14 tu)v fehlt B, zugefügt B^ Trjv fehlt De 16 ^K TOÖ] Ti TOÖ itf, verb. ilf" IG Vielleicht dvTavaK\dcu>|uev 6 fehlt M 17 Tpöcpifioc üjv: vgl. S. 21) Gebet VII 6:/^KapTrov. öwepoupdvia Tiava- Kripdrip **♦ Ktti Trarpi tOuv fmerepiuv ipuxujv Ttpöc iiiupiiuv cioiudTUJv Ktti qpwvuJv Tf|V euqpTiiiiav dvaq)€peceai irpeTrei, Kai €i \xr] tö irpöc dHiav ecTiv eiweTv eqpainiXXouc ouk övtuc tuj Xe^eiv. oube fdp oi 5 dpTifeveTc övrec tov Traxepa irpöc dEiav ujuveiv exouci, xd be Kaid buvafiiv auToTc TrpeirovTUüC dTrobiböaci xai cuTTViuMtlv exouciv dviaöGa. judXXov hk auTO toOto euKXeia tuj Geil» tö laeiZ^ova auTÖv eivai tujv ^auTOÖ TCVVTiindTUJV Kai Td npooi}i\a Kai Tf|V dpxnv Kai )Li€cÖTr|Ta Kai TcXoc tOuv €U(pimiuJV TÖ ö|ioXoTeiv töv TiaTCpa dneipobOvanov Kai 10 dTreipOTepinova. [13] OuTuüci öe Kai Td ßaciXeujc. qpucei top ^l^iv toic dvGpujTTOic ULiCTiep eKTÖvoic dtr' ^Keivou tutx«vouci Td Tfic euq)rmiac evecTiv aiTTi- Teov be Td Tfic cvfxvuj]ir\c, ei Kai indXiCTa TauTa irpö xfic aiTr|ceuüC Trapd Toö TtaTpöc TUTXOtver ujcirep Kai touc dpTiTÖKouc koi dpTiyeveTc 15 oux ÖTTUuc IcTx <^l7ri)> Tfjc dbuva)Liiac dTTOCTpeqpecOai töv naTepa, dXXd KOI xctipeiv im Tf]C diriTvuucevjüC. outuüci be Ka\ fi TVuJcic toO TravTÖc, fiirep luufiv irdci irpuTaveüei ♦*♦♦♦ Kai xfiv eic Geöv euq)Ti|üiiav, tiv f)|LiTv dbujpiicaTO, [14] 6 Geöc t«Pi d^aGöc uirdpxujv Kai deiqpeTTHC Kai ^v ^auTiI) bid navTÖc ttjc oiKciac dempeTreiac Ix^JV tö Tiepac, dGdvaToc 20 be aiv Kai dv auTu» Trjv dT€XeuTT]TOV XfiHiv irepiexw^v Kai bid iravTÖc d^vaoc, diTÖ Tfic ^KcTce dvepyeiac Kai eic TÖvbe töv köcjuov Trapex^Jv TTiv CTTaYTeXiav eic biacuiCTiKfiv eiiqpTiiuiav ♦♦♦♦♦♦ ouk Ictiv ouv ^KeTce Trpöc dXXrjXouc biaq)opd, ouk ecTi tö dXXoTrpöcaXXov eKeice, dXXd irdvxec Iv q)povouci, ^la bk Trdvruuv npÖTVujetc, eic auToTc voOc [ö 25 iraTrip], ^ia aicGncic bi' auTiJüv dpTaJlo^^vr| " tö Kyap} eic dXXrjXouc q)iXTpov ^puüc ö auTOC, |aiav ^pTatöiaevoc dpinoviav täv TrdvTuiv. 2 ^TToiußpfjcri De ä-rraca B, verb. B* 3 Ergänze etwa: koI TravapicTi}) )aupiu»v DMB^e \iMcvr\p\xuv BC 4 Kai el: für ei Kai 5 <^XÖTOuc> elirciv und tiu Keil 9 dpx^^v] xöpiv Oe 12 ßaciX^tuc] ■i\ixiT:€pa Keil, vgl. die Zusätze 13 dir' ^Keivou — ?vecTtv B^ über Rasur 14 Kai TÖ ludXiCTO BCM 15 Erstes koI fehlt B, zugefügt B" 16 kn Td rfic J5* 17 ini Tfj ^TTiTvUicti B* 18 Sinn etwa: die yvOücic macht uns Gott wohlgefällig und unser Loblied 19 Kai deiqpCTfilc fehlt e 20 aurCJ» oder aÖTtü Oe 21 iv tavru) BM 22 d^vvaoc Oe; d^vaoc als Beiwort Gottes auch KripuTna TT^xpou Fr. 2 Preuschen koI fehlt De 23 dTTCTTeXtav e (wegen ditö vielleicht richtig) 23/27 Die Schilderung des göttlichen Wesetas soll auf die ßaciXetc übertragen werden und ist hauptsächlich für sie gemacht 25 -advTec etü q)povoOci De 27 ö ?pujc d aÖTÖc De 360 Anhang: Die Texte. [15] Outu) ^b/ bf| Tov Geöv €uq)Ti|iiiiciu|Li€V ' dXXd bf] KaxaßaiviDMev KOI iid Touc beHa|bi^vouc irap' dKeivou xd CKfitTTpa. bei tdp diro ßaci- X^ujv dpHajLievouc Kai ärcö toutujv dcKOU|a^vouc i\hr] koX cuveOiZeiv dauTOuc eic trwh}xia Kai fUMvdZieiv Tf|V Trpöc xö Kpeiitov eudßeiav, 6 Kai ifiv fi^v irpOüTTiv Karapxfiv rrjc cuqprmiac dmö toutou dcKCiv, xfjv bk dcKriciv bid xouxou t^livdZleiv, iva ^v fmiv ^ Kai x] xi^Mvacia xf)c Trpöc xöv 6e6v euceßeiac Kai r\ irpöc xouc ßdciX^ac eu^nM^ct- [16] ^ei ydp Kai xoüxoic drrobibövai xdc djioißdc xocauxT|C fmiv elprivric euexri- piav dTrXubcaci. ßaciXdoic bk dpexf) Kai xouvo)Lia )i6vov €ipr|vr|v 10 ßpaßcuer ßaciXeuc fdp bid xoOxo eip^xai, dfreibr) ßdcei \eicf. xQ ko- pucpaiöxnxi Kaxe7F€^ßalvel Kai xoO Xötou xoO elc ciplivriv eipr|vr|c. xoitdpxoi Kai ^TTiitopia ßaciXdoüc TroXXdKic euGuc xöv iroXeiniov dvacxe'XXeiv uenoiriKev. 1» dXXd |if|V Kai oi dvbpidvxec o\ xouxou xoic imdXicxa X€i|iiaJlo)Li€voic Öp^0l xuTxdvouciv elprivric ^bt] bk Kai (jövri elKibv cpaveTca ßaciX^uuc ivnpTnc€ xfiv viKTiv Kai xö dxpojnöv x€ Kai dxpuixov TTpouH^vrice xoTc dvoiKoOciv. ♦ ♦ * ♦ 1 £Ö»m(a) 8 xoiiraiv De cöcx^^ piav De cÖKTTipiav BC uxileserlich If 8/10 Zu dem Gedanken vgl. PhUo Leg. Allisg. ÜI § 79—81 Cohn "lO/H ^ir«i^ xfl ßaciXdc? koI (kqI rq e) Kopuqpmörnxi 0« 11 xoO clc elpriv^v] xal rf^c €^f\vr]C De ßaoXeOc von ßdZ« XciiMc abgeleitet (Keil). Hermes-Logoa ist Friedenstifter 12 ne- pUxciv p 13 Erg. Keil 14 ^TniTopia: für irpociiTopio, Name TTeTTodiKcv] ir^q)UK£v Oe 15 x^MaZö^cvoi D 16 clKtiiv: wohl das bei der Thronbesteigung in die Städte gesendete Bild (daher ivoiKoöciv); vgl. Mommsen Staatsrecht » 11 2 S. X Ä. 1 18 Der Schluß der Rede; ist verloren Zusätze und Berichtigungen. Zu S. 9 ff. Ein Seitenstück zu den Visionen de« Zosimos und des Nechepso bietet die ans dem Griechischen ins Arabische übersetzte Himmelswandemng des Krates (Berthelot, La chimie au moyen äge IQ 44, vgl. S. 268 A. 1). Der Eingang der Vision {p. 46): tandis que fitais en train de prier . ... je me sentia tout ä coup emporti dans les airs, en suivant la meme route que le soleil et la lune erinnert durchaus an Kechepso. Crates sieht dann den Hermes Tris- megistos, un vieittard, le plus heau des Jiomtnes, assis dans um chaire (Ka6d6pa); il etait revetu de vetements hlancs et tenait ä la main une planche de la chaire, sur laqueUe itait placi un livre (vgl. Hermas Vis. I 2, 2 : ßX^mu KaT^vavri fiou Ka6^6pav XeuKV|v il ipiiuv xiovlwiuv tctowIov lacfdXTiv xal fjXßev yvyrf\ irpccßönc iv ljiOTicm|i Xa^irpoTdrip , i%ovca ßtßX(ov de rdc X^tpac, koI ixdOicev n6vr], vgL auch die Fortsetzungen). Ein Engel belehrt ihn und mahnt ihn vor jeder Be- lehrung: ecris ceci oder redige ton livre d'apris les informations que je fai dai|iov(a. Dürften wir diese Worte auch noch im wesentlichen auf Chairemon beziehen, so wiirde sich uns er- klären, warum Jamblich dem Chairemon den Bitys entgegenstellt, und wir würden für die jüngeren Hermetischen Schriften (vgl. oben S. 103 und 107) "Verständnis gewinnen; sie knüpfen an diese Behauptung an. Z-n S. 75 Z. 24 von oben. Die Angabe ist ungenau; auch der unterste Planet hat hier zufällig nur einen Dämon; mehrere Systeme sind vermischt. Zu S. 88 ff. Gerade der Eingang des XXIV. Buches ist schon zur Zeit der ersten Verschmelzung ägyptischer und griechisch-orphischer Lehren benutzt worden, vgl. Diodor I 96, 6.7.. Zu S. 89 Z. 25 von oben lies 11. 14, 201. 246, nicht 24, 201. 246. Zu S. 104 Z. 9 von oben. Die Einleitung der TTToXeinaiKal ßi'ßXoi scheint in dieser Literatur konventionell gewesen zu sein. In dem von Berthelot (La chimie au moyen dge TU 121) übersetzten arabischen Ostanesbuch wird als alte Inschrift einer Stele zitiert: n'avez-vous pas entendu raconter qu'tin certain philosophe (ein ägyptischer Priester) ecrivit aux mages, habttants de la Ferse, en leur disant: ^fai trouve un exempJaire d'un livre des anekns sages; mais ce livre etant ecrit en persan, je ne puis le Uro. Envoyez-moi donc un de vos sages, qui puisse me lire Vouvrage qM fai trouve.«. Es ist die Einleitung einer älteren Schrift, welche persische und ägyptische Lehren vereinigen wollte (vgl. die Fortsetzung und die Nachahmungen, Berthelot ebenda II 309 und unten den Nachtrag zu S. 107). Ähnlich scheint der oben S. 187 angeffihrte Eingang des Buches Sophe anzudeuten, daß dieser ägyptische Priester eine Schrift des Gottes der Juden gefunden hat und nun eigene und jüdische Lehre vermischt bieten will. Zu S. 104 A. 6. Vgl. Pseudo-Cyprian De montibus Sina et Sion c. 4 und das slavische Henochbuch 30,13 (Hamack, Texte und Unters. XX 3 S. 144). Zu S. 105. Darauf, daß auch iu der Wiederholung des Wortes ökokov ein Hinweis auf Hesiods dxdKiiTa TTpomiöcüc (Theog. 614) liegt, macht mich Dr. Rasberg aufmerksam. Mit Recht hebt er hervor, daß die Gleichsetzung des Prometheus und "AvOpuiTTOC ursprünglich wohl selbständig war und von Zosimos einer älteren Quelle entnommen ist. Zu S. 107. Was die Erwähnung der äöura tü/v 'Amiouvciujv bei Philon von Byblos und Bitys soll, zeigt uns die alchemistische Schrift des Pibechios (Horus) bei Berthelot, La chimie au moyen dge H 309 ff. Pibechios hat in Ägypten ein Buch des Ostanes in persischer Sprache geftmden und bittet den persischen Magier Osron , ihm die. Deutung der persischen Schriftzeichen zu übermitteln. Es folgt die Übersetzung des Buches, das Ostanes „Krone" genannt and Pibechios '6XXiivicTi xal AtTVirricxi (vgl. oben S. 104 Z. 10) übersetzt hat. 24* 364 Zusätze tind Berichtigungen. Der Anfang ist leider verloren; doch erkenüen wir, daß Hermes dem König Amon alle Weisheit enthüllt und ein Buch von 366 Abschnitten gewiesen hat (vgl. Manetho bei Jamblich VDI 1). Seine Schüler fügten weitere Lehren hinzu und erklärten dem König die heiligen „Stelen" des Hermes. Amon schrieb die göttliche Lehre auf sieben große Stelen und barg sie in einem AiuTov. Sieben Tore ver- schließen es; das eine von Blei, das andere von Electrum, das dritte von Eisen, das vierte von Qold, das fünfte von Kupfer, das sechste von Zinn, das siebente von Silber (es sind, wie schon Berthelot sah, die sieben Tore der Mithras- mysterien). Der König zeichnete auf sie geheime Zeichen, wie die Schlange, die sich in den Schwanz beißt, und befahl sie mu den Priestern und Schülern des Meisters zu öffnen. — Zu Grunde liegt die ältere Vorstellung, daß die wahre Yvwcic nur in der Himmelswanderung erworben wird. Ich verfolge sie zunächst noch etwas weiter. In den syrischen Excerpten aus Zosimos (Berthelot a. a. 0. 262) spricht dieser von einem aus Electrum gefertigten Zauberspiegel (dem ägyptischen Gottesauge), der in dem „Tempel der sieben Tore" steht; er beruft sich auf ein Buch Cercle des pretres. Die sieben Tore entsprechen den sieben Himmeln. Der Spiegel ist das irveOina Getov. Wenn die Seele sich in ihm schaut, siebt sie ihre Flecken und Fehle, reinigt sich, nimmt das irveOiaa als Vorbild und wird selbst irveö|aa. Theosebeia soll sich über die Erdensphäre erheben, sich in diesem Spiegel betrachten und dann ihre Schüler diesen Auf- stieg zu Gott lehren, damit sie ihre Seelen errette. Die Übereinstimmung mit einer anderen ähnlichen Mahnung des Zosimos (oben S. 214 A. 1) läßt m. E. an der Echtheit des Stückes keinen Zweifel aufkommen. Eine dritte Rezen- sion bietet die arabische Übersetzung einer anderen Schrift des Ostanes (Berthelot a. a. 0. HI 119). Der alte Text beginnt damit, dass Ostanes in heißer Sehnsucht Gott um Offenbarung anfleht. Dann heißt es : pendant que je dormais sur ma couche, un etre m'apparui en songe et me dit: »leve-toi et eomprends (vöct) ce que je vais te montrer.« Je me levai et partis avec ce personnage. Bientöt nous nous trouvdmes devant sept portes si belies que jamais je n'en avais vu de pareilles. »Ici, me dit mon guide, se trouvent les tresors de kt science que tu cherches.t Allein zum Eintritt bedarf man Schlüssel, die ein Ungetüm behütet und nur auf eine bestimmte, formelhafte Bitte zur Verfügung stellt. lunen sieht Ostanes dann eine Stele mit sieben Inschriften in sieben verschiedenen Sprachen. Die Texte sind alchemistisch umgestaltet, doch zeigen einzelne Sätze wie : d Vorigine des Clements primitifs etaient le feu et Venu noch den Sinn der theologischen Vorlage. Als Ostanes sich dann aus dem Himmel entferneu muß, trifft er auf einen Greis von wunderbarer Schönheit (Hermes, vgl. oben S. 361), der seine Hand ergreift und ihn dadurch zum T€T€Xeiu>|i^voc macht. Er preist Gott für diese Gnade. Auch diese Schriften können uns von der ägyptisch- griechischen Offenbarungsliteratur eine Vorstellung geben. Es ist schwerlich zufällig, daß Zosimos gerade in diesem Zusammenhang eine Schrift Salomons über die sieben Himmel erwähnt. Sie mag das Vorbild der erhaltenen Hecha- loth gewesen sein (vgl. S. 189 A. 1). Zu S. 117 A. 6. Die Häufigkeit des Wortes feopuqpopelv gerade in der religiösen Literatur mag mit der astrologischen Anschauung von 6opuq)6poi der Hauptsteme (Götter) zusammenhängen. Zusätze und Berichtigungen. 565 Zu S. 126 A. 2. Ein weitere» Zitat gibt der syrische Auszug :au8 Zosimos bei Berthelot, La chimie au moyen dge 11 212: on a ä ce st^ le temoignage d'Agaihoddmon, dans le livre adresae d Osiris. Zu S. 135. Horus (Ares) erscheint öfters in der aus dem Griechischen übersetzten arabischen alchemistischen Literatur als Verfasser heiliger Schriften neben Hermes, Agathodaimon u. a. Zu S. 136 Z. 13 von oben. Auch von Nechepso heißt es in einem ano- nymen syrischen Text (Berthelot, La chimie au moyen dge 11 328), daß er die Schreibtafeln des Hermes Trismegistos gefanden habe: »7 s'approcha et tomba 8ur sa face; il supplia Dieu que les chöses ecrites lui fussent r&oüees. Äpr^ quatre jours . . . (der Rest fehlt). Das könnte aus Nechepso selbst stammen (vgl. oben S. 119); jedenfalls ist die Erfindung ägyptisch. Zu S. 141. Den mythologischen Anhalt der alchemistischen Schrift der Isis an ihren Sohn finden wir bei Diodor (I 26), der nach Hekataios berichtet: cöpeTv b' airrfyv (t^v 'Iciv) xal tö Tf\c dSavadac (pdp^oKov, 6i* oö töv uiöv 'ßpov, öir6 Tiöv TiTdvuiv iirißouXeuO^vra Kai vtKpöv e^jpee^vxa Ka9' öbaroc, mV) fi6vov dvacTHcai, öoöcav xfiv v^x^l^, dXXd koI rf^c dBavaciac iroif^cai neraXaßtTv. Gewiß ist die Sage etwas anders gewendet, wenn Isis in unserer Schrift, weil ihr Sohn gegen den tückischen Typhon ziehen will, in das Heiligtum des Hormahudti eilt, um das tiefste Geheimnis der Chemie zu gewinnen; aber der Sinn kann auch hier nur sein , daß sie den Trank der Unsterblichkeit sucht. Ihn bringt der Gott und will sich durch ihn derart mit Horus vereinigen, daß er dieser wird, und dieser er. Genau so knüpft der Berliner Zauberpapyrus (oben S. 227) die Hoffnung auf Unsterblichkeit ausdrücklich an das Gewinnen des 6a{|Liiuv ndpcbpoc, also das Innewohnen des Gottes. Das ist uralte An- schauung; der Tote lebt im Jenseits, weil er Osiris ist; die Formel ol» Tip ijib, ical tfü) cO gibt die Begründung der Hoffnung auf ein ewiges Leben, zugleich freilich auch den Ausdruck für die diroö^ujac im Zauber und im mystischen Schauen. Hierdurch erklärt sich zugleich die Anschauung von Poimandres § 21, 22. Wer den Noöc empfangen hat, ist unsterblich; der NoOc ist der iTdp€&poc baifLiiuv (vgl, 8. 230). Für das Eintreten des Gottes in den Menschen kennt der Berliner Zauberpapyrus zwei Vorstellungen: der Mensch empfängt das cnip^ia Ocoö in der cuvouda oder durch einen Trank (vgl. 8. 228), dort Milch and Honig, im Totenkult Wasser, das Osiris dei Seele bietet. Auch in der alchemistiBchen Schrift wird das Wasser, das Chnuphis, der ja für Osiris eingetreten ist, vom Himmel niederbringt, ursprünglich das Lebenswasser sein. In der Köpn köc^ou reicht es Isis ihrem Sohne vor der Offenbarung, aber diese selbst ist ja der diraOavaTiciüiöc und schließt damit, daß Horus den Hymnus der äiTo6^UJcic lernt. — Die alchemistische Isis -Schrift zeigt besonders klar, wie eng diese ganze Literatur mit der theologischen zusammenhängt imd wie sie von ihr Einkleidungen und Grundgedanken entlehnt. Zu S. 166 ff. Eine Bestätigung meiner Annahme, daß die Harraniter die ägyptisch -hellenistische Offenbamngsliteratur übemonunen haben, sehe ich darin, daß die arabische alchemistische Schriftstellerei, die ganz aus der ägyptisch -griechischen hervorwächst, in den Kreisen der Harraniter entsteht. Zu S. 176 Z. 6 von oben: Daß Eralls Deutung „Helmis Kaiser" unmöglich 366 Zusätze und Berichtigungen. iflt, weist mir nachträglich Prof. Spiegelberg nach (es heißt: 6 PuJiaatoc Katcap). Das äußere Zeugnis dafür, daß Augustus in Ägypten dem Hermes gleich- gesetzt ist, fällt dp,mit fort. Zu S. 192 Z. 7 von oben. Den Gedanken des Redaktors können wir durch einen Vergleich mit der S. 364 (Anfang) exzerpierten Schrift des Ostanes noch genauer feststellen. Hermes ist auch dort der Lehrer der ägyptischen Religion und seine Schüler verkünden sie dem König Amon, der sie dann gewisser- maßen offiziell einfährt. Kapitel XVI und XVII haben also von Anfang an zu dem Corpus gehört, weil sie für die Heilsgeschichte, die sich in ihm nach dem Plan des Redaktors spiegeln soll, unentbehrlich sind. Um so glaublicher ist, daß dann auch Kap. XVni nicht zufällig hinzugekommen, sondern mit Ab- sicht hierher gestellt ist. Auch wenn es dem Kaiser nicht vdrklich überreicht war, läßt sich aus ihm die Zeit der Zusammenstellung bestimmen. Zu S. 257 Z. 10 von oben. Ein Beispiel bietet der große Pariser Zauberpapyrus, Wessely, Abh. d. K. K. Ak. 1888 S. 106 Z. 2427: ek bi töv öpdKovxa (ypciqpe) xö övojLia ToO 'AtoOoO öa(|aovoc, ö icxiv d)c Xdrei 'CTraqppööiTOc |6 krivjj tö Oirö- Ke(|i6vov , voOc ö ^MÖc, 368 Zusätze und Berichtigungen. damit die Antwort toOto Icti tö K€Kpu|Li|Lidvov luucrfjpiov besser anschließt. Z. 22 liest er: Kai fieTd raOra* *Q TToiiidvbpn, ctoix€(»V bi' oö öp^c, ?ctiv I6eiv (aus Z. 19 — 21) ge- strichen habe; läßt sich durch einen Vergleich der Visionen des Zosimos weiter stützen. Bei diesem (Berthelot, Äkhimiates grecs 108, vgL oben S. 9) berichtet Jon der iepeOc tujv döÜTUtv, wie er zum irveO|ia wurde : i^XOcv ^dp Tic. ircpi töv öpOpov bpoimatoc xal ^x^ipiOcaTÖ jae )iaxa(pi] bteXuüv |li€ koI öiacirdcac Kard cOcTaciv dpjuovlac. xal diTo6ep|LUXTUbcac t^jv Keq)aX)^v /ioü ti?» E(rieujciv öpTaviKüJc, Kai töte t^ KoXdcei irapairopcuG^. Daß sich auch im Zauber der Harraniter (Dozy-Goeje p. 366) und in der aus dem Griechischen ins Arabische übersetzten alchemistischen Literatur (Berthelot, La chimie au moyen äge II 319) Spuren der Anschauung finden, daß mit der Zerstückelung des Leibes und be- sonders der Löstreimung des Kopfes der Eintritt eines prophetischen irveöno in den Toten verbunden ist, bestäßgte mich sofort in der Voraussetzung, daß uralte Todes- und Zauberrorstellungen in diesen späten Visionen nachwirken. Der cuvdpOpwcic toO Aötou geht eine zunächst ganz sinnlich gedachte XOcic (biafi^Xtcic) ToO CKif|vouc voraus, und der mehrfach begegnende Ausdruck cuXX^Tciv iauTÖv (vgl. z. B. oben S. 242) muß ursprünglich einem Bestattungs- brauch entsprechen, an dessen Erfüllung die dvaT^vv»]cic geknüpft ist. Diese Vermutungen und die glänzende Konjektur Keils bestätigte Prof. Spiegelberg, indem er mich zunächst auf den demotischen Papyrus des Louvre 3462 (vom Jahre 66/67 v. Chr.) verwies.- Der Text (das Buch der Verwandlungen) lehrt, wie man im Zauber oder nach dem Tode andere Gestalten annehmen (also eeöc werden) -kann und zeigt in seiner letzten Abbildung (Georges Legrain, Zusätze und BerieLtigungen. 369 Le livre des transformations, Paris 1890, planche EX, X) den Menschen zerlegt in seine sieben Glieder (vgl. oben S. 170). Der Kopf ist besonders gelegt. Die Abbildungen geben immer die- Phasen der Verwandlungen ; eine solche liegt Auch hier vor. Mit Recht haben die Ägyptologen diese Darstellung mit dem prähistorischen Brauch einer „sekundären Bestattung" in Verbindung gebracht, den der F\md der Nekropole von Negada uns kennen lehrte (vgl. Wiedemann bei Morgan, Eecherches sur les origines de l'J^gypte 203 fF.). Von frühester Zeit bis ins alte Reich hinein finden wir die befremdliche Sitte, dem Toten den Kopf abzuschneiden, die einzelnen Glieder auseinander zu lösen, das Fleisch abzukratzen und die Gebeine dann wieder in Ordnung und zwar in der Stel- lung des menschlichen Embryo zusamjnenzufügen. Den Sinn gewinnt Wiede- mann überzeugend aus den Pyramidentexten und dem Totenbuch. Die Wieder- zusammenfügung bedeutet die Erneuerung des Lebens, also die iroXiTT^vccia. So vollzieht sie die Gottheit oder der Tote selbst: Pepi a riuni ses os, H s'est rassemble sea chairs (^auröv cuXX^ei^ oder: Nout te dorme ta tele, eile te fait cadeau de tes os, eUe assemble tes chairs, eile i^appotie ton coeur en ton venire. Von dem wohltätigen Dämon, der den Toten das Gedächtnis gibt, heißt es im 90. Kapitel des Totenbuchs, daß er ihnen das Haupt abschneide (offenbar, um es später wieder anzufügen), und im 43. Kapitel desselben Buches waltet die Vorstellung, daß der Geist nur dann in der Unterwelt seinen Kopf (den Sitz des Lebens) behalten kann, wenn dem Leibe 4er Kopf abgeschnitten und dann wieder angesetzt ist. Nach dieser Prozedur sagt der Tote: la tete d'Osiris (dem dies auch begegnet war) ne lui est pas enUv4e, ma tete ne tn'est pas en- Uv4e. je suis mis en ordre, je deviens nouveau,je deviens jeune, je suis Osiris (diTcöctJÜSiiv). Mancherlei Fragen, die sich hierbei erheben, z. B. wie weit Zosimos' Vorstellungen vom Fegefeuer und einem qualvollen Übergang von dem einen zum andern Leben alten Volksvorst^Uungen entsprechen, ob die Gleichsetzung des Skeletts mit dem irveOjia in späteren Zauberformeln ägyp- tischer Anschauung entspricht, wie die griechische Zaubersage mit Ägypten zusammenhängt, muß ich hier übergehen. Nur die Tatsache, daß sich in den späten Visionen des Zosimos Religionsvorstellungen und Kultbrauch einer um drei Jahrtausende zurückliegenden Zeit spiegeln, .mSchte ich hervorheben. Unverstandene Überbleibsel alter Formeln und Vorstellimgen boten schon jene ältesten Abschnitte des Totenbuchs. Ihr plötzliches Wiederaufleben scheint mir nur durch die Existenz einer hellenistischen Mystik und Theologie erklär- bar. Sie läßt aus den Tiefen des Volksglaubens, der sich im Zauber erhält, uralte Anschauungen wieder aufbauchen, die in mystischer Umdeutung jetzt neue Wirkung gewinnen. Der ägyptische Ursprung des Hermetischen Stückes und seiner Grundgedanken scheint mir hieimit noch zwingender erwiesen, die Bildung auch dieser hellenistischen Vorstellung von der Wiedergeburt klar; sie ist zugleich ein Erleben des Todes und der Bestattung im &la^eXlc^öc. Für den Theologen aber ergibt sich hieraus eine eigentümliche Frage: eine sitt- liche Forderung und eine Unsterblichkeitshoffiaung, die nicht aus dem ägyp- tischen Hellenismus stammt oder stammen kann, kleidet Paulus in Bilder und Worte, die jenen Formeln nahe kommen, Rom. 6, 2 — 13: otrivec öircOdvouev T^ döiK((;t, ird»c In Zi^couEv tv aörfl ; f^ dtvocixc öt» 8coi ißairricOnMCv ek XpKxöv, 370 Zusätze und Berichtigungen. ek TÖv edvoTov aÖToO ißaTrrkeimev ; cuv£T(i irpüjxoc, d(p' oO w&cai ai Nikoi elc xouc iif\c (p^povxai öiabeEdinevai rf\v vIkiiv und erinnert an die Darstellung der NIkoi am Thron des Zeus von Olympia (Pausanias Vll, 2). Zu S, 369, 5 ff. Da, wie Keil richtig bemerkt, eine Erwähnung der Könige in § 13 gegen die Disposition der Rede verstößt und wohl erst von Psellos hereingebracht ist, möchte ich Z. 8 zunächst eÖKXeia xtu iraxpl (für xii) GeCü) schreiben; auf den Kinderglauben, daß der Vater alles kann, wird zunächst Bezug genommen. Ohne Absatz muß dann anschließen XZ. 12): oöxujcl bi koI xd GeoO (für ßaciXduJc)- (pOcei yäp i^iiiv kxX. Hierauf wird man Z. 15 für iraxpöc der Klarheit halber GeoO einsetzen; unbedingt nötig ist es freilich nicht. Das Ganze gibt nur einen breit ausgeführten Vergleich des Verhältnisses des Vaters zu den Kindern mit dem Gottes zu den Menschen und leitet das eigentliche Preislied (§ 14), ein. Zu S. 356—360. Zu der gesamten Schlußrede teilt Br. Keil mir folgende Beobachtungen mit: Zusätze und Berichtigungen. 371 Die erhaltenen Fragmente der Kaiserrede (XVIII), d. h. ihr Eingang und Schluß, zeigen deutlich Kenntnis und Anwendung der auf dem akzentuierenden Satzschluß beruhenden (qualitierenden) Rhythmik der späteren griechischen Kunstprosa, deren Normen Wilh. Meyer (Der akzentuierende Satzschluß in der griech. Prosa, Göttingen 1891) nachgewiesen und v. Wilamowitz (Hermes 1899 XXXTV" 214) in fördernder Weise ergänzt bezw. präzisiert hat. Für die spätere Zeit, welche Meyer besonders berücksichtigt, gilt das Gesetz: vor der letzten akzentuierten Silbe stehen mindestens 2 unbetonte; auf die letzte betonte Silbe können 2 oder 1 unbetonte folgen, es -kann auch jede weitere Silbe fehlen. Also 1 (z) u u .i w w, 2 (^) w u z w, 3 (i) u ^ z. Die Stelle vor den beiden der letzten betonten voraufgehenden unbetonten Silben ist frei, d. h. sie kann durch eine akzentuierte oder unbetonte Silbe besetzt sein. Aus Himerios hat V. Wilamowitz eine etwas ältere Form dieses Gesetzes erschlossen: hat die drittletzte Silbe den Akzent, so werden am liebsten zwei unbetonte vor sie gesetzt, aber auch eine oder mehr: Ib (vv./)6vzwu; ist die vorletzte betont, so müssen vor ihr zwei unbetonte stehen: 2b vujlu. Zusammenstoß zweier betonter Silben ist verboten. Also das Prinzip: die letzte betonte Silbe ist stets mit zwei unbetonten verbunden; folgen sie ihr nicht, so müssen sie ihr vorangehen, gehen sie vorher, so braucht nicht noch ein zweites gleiches Silbenpaar zu folgen. Es kommt eben nur auf Erzeugung daktylischer Kadenz an; je vollkommener sie eiTeicht wird^ desto besser. Also sind die beliebtesten Schlüsse z u u z u ^ usw. ; in ihnen kann nun die erste Tonsilbe statt durch den Akzent auch durch einen rhythmischen Nebenton erzeugt werden, namentlich wenn dieser Silbe eine unbetonte voraufgeht ; also 1 a (w) «L- w w z w w , 2 a (u) >i/ o v z v. Eine Form 3 a (u) ^ u w z wird anscheinend gern gemieden. Ein Monosyllabon, das die daktylische Kadenz zerstören würde, ist in der Klausel grundsätzlich verpönt. Negativ kann man das Wesen dieser Satzrhythmik dahin definieren, daß trochäische, jambische und antispastische Kadenzen (_u_u, v_w_, j. j. \j J) gemieden werden. Ich lese nun den Schlußabsatz § 15 f: oÖTtu jiiv 6f| t6v 0€öv €i)(pim/jcu)nev (!)• dXXd bi\ KaTaßa{vuj|iev (1) Kai titi Touc beEaiiävouc irap* ^Kctvou rä CKt^itTpa (2). &d fäp dirö ßaciX^uJv dpEaiii^vouc (2b) koI dirö toötujv dcKouiJ^vouc (2b) 1\br\ koI cuveGiZeiv lauToOc €lc ^YKiI»nta (1) xal fviivälew xi\v irpöc tö KpelxTov cvic^- ßciav (1), Kul Tf|v ^i^v trpdiTiiv Karapx^v Tfjc eöqpimiac dnö toOtou dcxciv (3), Tf|v bk äcKiiciv biä toOtou TU|ivd2€iv (2), \'va iv i^jiTv fj Kai i^i fUM^acia Tf\c irpöc t6v 9eöv eOceßeCac (2) xal /| -rrpöc touc ßaciX^ac cöqpimia (2b). bei Tctp ««al toOtoic diroftifeövai xdc djioißcic (3) TocaOnic /mtv €lpi?jvT]c €Ö€Tiip(av dnXdjcaciv (1). ßaciX^wc bk dperVi Kai roövofia m6vov elpTjvriv ßpa߀U€i (2). ßaciXeuc y&p b\ä toOto ctprixai (Ib), litt\bi\ ßdcei Xe(q. Tf| KÖpucpaiÖTTiTi KäT€Trenßaiv€i (2) kcI toO Xötou toO €lc elprjvtiv Kpaxe^ {3). Folgt lückenhafte Stelle; dann roiTdproi kcI imiTopla ßaclXdiuc iroXXdKic (2) eöGuc töv iroX^mov dvacx^XXeiv ircTroln'^cv (1). dXXd Hfjv Kol ot dv6pidvxec oi xoOxou (2) xotc (idXicxa x^MO^oji^voic öp^oi xut- Xdvouciv <6vx€C> clp/ivnc (2). fj6ii 6^ koI növn cIkOjv qpavdca ßaci- X^iuc (2b) ^feirl xujv |i€0opiujv> tvifiptricc xfjv v(ktiv (2b) kcI xö dxpoMÖv T€ Kai äxpujxov rrpoCiE^vTicc xotc fevoiKoOciv (2). Keine der Ergänzungen ist 372 Zusätze und Berichtigungen. um dea rhythmischen Satzschlusses willen gemacht; denn auch ohne <^övt6c]> ergäbe eich die Form 2 b und v |Li6eop(ujv> wird durch den Zusammen- hang, besonders durch das in der Überlieferung beziehungslose ivoiKoOciv gefor- dert. Das Stück enthält keinen einzigen trochäisch, jambisch oder antispaatiech fallenden Satz oder Satzteil. Es überwiegen durchaus die Formen, in welchen der daktylische Rhythmus am deutlichsten hervortritt: Form 8 nur 3 mal, 1 und Ib schon 7(6-f-l)maI, die rhythmischsten 2, 2 a, 2 b gar 14 (8 -j- 1 + 6) mal, dabei 2 a in langer daktylischer Eeihe: Xeüjt t^ Ki>p\)(pax6Tr\T\ KATCirejußalvei; man beachte, wie auch sonst das daktylische Motiv weit über die eigentliche Klausel vor- greift. Daß wir hier akzentuierende Rhythmik haben , kann nicht zweifelhaft sein. Eine zweite Stelle § 10: Karaßcivctv ö Xötoc iireitCTCi (1) jcdl irp6c ToOc Tfic KQivf\c äcv tA Tpöuaia Kai wpö Tf)c cunirXoKf^c tcTCTai fällt in dieser Umgebung heraus mit dem schweren Zusammenstoß zweier voll akzentuierter Silben. Da - V u erhalten ist, war die Klausel 1 sicher auch hier vorhanden; man muß nur die Wortstellung, welche nach dem vorhergehenden Kolon geändert ist, wieder berichtigen: O&v Kai irpö Tf\c cujUTrXoKf^c xä Tpörraia kTOTOi. Der Chias- mus wirkt viel rhetorischer als der Parallelismus. — Nicht alle Teile deti Er- haltenen zeigen die gleiche strenge Beobachtung des Rhythmus im akzentuieren- den Satzschlusse ; er ist augenscheinlich noch nicht zum unumgänglichen rhe- torischen Erfordernis geworden. Daß der Verfasser aber jenen Rhythmus mit Absicht anwendete, zeigt § 7: oötuuc oOv Kai aOröc lücircp akOojxai 'iidcx€iv, d» Ti|iiit()TaTox (1). dpTi n^v Ydp dppdjCTWc öiaKClcBai (2b), iv 6uvd|Liei bi ToO Kpeirrovoc iDcirep dvairXiipwddciic Tf^c ircpi tüjv ßaciX^iuv fieXi^jfciac XvOv Moi Ö0KiI)> lioucouptetv .(8). Die Grammatik erfordert hier das Verb, welches den Infinitiv regiert, der Sinn den Gegensatz zu dpTi: es ist kein Zufall, daß zugleich der Rhythmus mangelhaft war und mit der für Sinn und Konstruktion nötigen Ergänzung straffer wird. — TOitdpToi tö ir^pac Tfjc üÜ9€X€lac Icrai ßaciX^wv eÖKXeta (Ib)- Kai ^dp iK tüüv ^Kelvujv Tpoiralwv fj toO Xötou irpo- 6u|i(a(2b). äT€ öi?| tujji€v (!)• toOto Tdp ö fioucoupTÖc ßoOX€Tat(!). &f(. bi\ cir€0cu)|i6v (!)• toOto yäp 6 inoucoupTÖc e^XctO) Der Parallelismus be- weist für die Absicht des Redners: zwei rein daktylischen Rhythmen wird antispastische Kadenz mit Effekt entgegengesetzt. Kai irpöc toOto rt\v XOpav fjp^ocTat (Ib) Kai XiTupdjTcpöv ^€Xu)ö/lC€l (2a) Kai npocriv^crcpd jioucoup- m^cci (2 a) öc4»ir€p jä Tf\c (nroe/iKrjc lucKovo [-Wiv d)bi\yj ?xei (2). Die Kon- struktion zeigte hier Textverderbnis an; mit Streichung der Interpretationsglosse erscheint zugleich der Rhythmus, der hier durch die Glosse (zu tA — jieiZova) zerstört war. Die analysierte Stelle läßt also zweierlei beobachten: einmal eine Zusätze und Berichtigungen. 373 doppelte Koinzidenz von Teitkorrruptel mit fehlendem oder mangelhaftem Rhythmus, imd zweitens die beabsichtigte Kontrastwirkung zwischen daktyli- schem Rhythmus und seiner Aufhebung; beides beweist die Existenz der akzentuierenden Satzrhythmik in unseren Fragmenten. Dazu kommt folgendes: Im ganzen bietet auf den 137 erhaltenen Zeilen die Überlieferung nur 9 Klauseln, welche gegen die daktylische Kadenz verstoßen. Bezeichnenderweise hat eine von ihnen schon Reitzenstein , aus inneren Gründen korrigierend, daktylisch gestaltet: 357, 22 tiüv ÖXuiv Idraö^v] Öeöv (3). Von den verbleibenden acht Klauseln sind zwei mit leichtesten Mitteln daktylisch zu gestalten: 365, 19 ^^iro&thv KaTUrx]; nach 367, 2 irpöc i|iiTÖfeiov wird man iniuööiov Karkni (2b) einsetzen. Für 359, 25 irdvTec tv q>povoOc\ bietet das Parallelglied ^ilo hi itpdyvuicic die Korrektur ?v irdvTec qppovoOci (2); im folgenden ist übrigens ek aÖTOlc voOc 16 naTfjpl, jiia aicGnac — dpTaZon^vTi ein Kolon. An einer dritten Stelle ist der Text durch ein Interpretament gestört: 358, 16 koI wcicep ö f^Xioc, Tpö|Li€voc rate duTiciJ Kai xeipec auxCp al dKtivcc rd tüiv qpuTiöv dfißpocujubdcTara irp&Tov diro- bpeno^xiy^). Bier sind die eingeklammerten Worte sichtlich Erklärung zu dem Bilde; sie haben den Kolonschluß verdrängt, ihn aber doch bewahrt: x^pcl ne- ficTaic <^xpiJtJfievoc> (Ib). Als sie in den Text drangen, ist der Anschluß nach hinten überschmiert worden: rdc dtrapxdc KapTroOxai x^pd licricraic xpiJjuevoc- Xöp€c Tdp aÖTi^ al dKTiv€C diroftpeiion^vqj. Man braucht die Worte in dieser Fassung nur zu lesen , um sich von dem Mischmasch der Überlieferung abzuwenden. Eine kleine Interpolation liegt endlich 357, 19 f. vor: £n€ibf| oöv etc ßaciX^ac aCmp ndXicro rd rf^c XOpac fvi^iiiocTai (1) koI tujv ^^'u'^(uJv t6v TÖvov fx€i Kol TÖv cKowöv clc [ßociXiKoOc] iiiatvouc (2). Das eingeklammerte ßaciXiKoüc ist an sich betrachtet sprachlich sehr verwunderlich, dazu der Sinn: auf Königre ist meine Leier gestimmt, und preisen tmd loben will sie. Das ßaciXiKOuc zerstört die graziöse rhetorische Disjunktion des einfachen Gedankens 'ich wiU Könige loben', indem sie diesen einfachen Gedanken selbst zum Aus- druck bringt, was umgangen zu haben ja gerade die Kunst des Redners sein sollte. Es verbleiben von den 9 beanstandeten Klauseln so nur 4: irpöc toO e€oO TÖ Kdfivetv 365, 11; rf^c ^jfef^c KaSifjKCtv 857, 26; irarpöc TUTXdvei 859, 16 mit trochäischer Kadenz und {ifivelv £xou<^i 359, 6 mit antispastischer. Jene wird man stehen lassen müssen, namentlich die erste; die letzte, antispastische, glaube ich nicht. Zusammenstoß zwischen akzentuierten Silben von YollwÖrtem finde ich in xmserem Stücke auch außerhalb der Klauseln nur an folgenden 12 Stellen: 366, 11 noucovpT^v iiöEiic€v 12 dKpoaral TrXeiova 22 Seöv ixoyna (oder ist 9€Öv Glosse zu lv 223, 2. Dardanos 163. De Boer 180. Demokrit über Dämonen 352, 27 A. Demokrit, falscher 163. Dev^ria 1, 1. &€ÜTepoc eeöc 278. 286. bia^xeXicinöc 868 ff. böla 22, 6. 28. 29. &opu 9. 11,1. 369. Flussas, siehe Candalle. Fulgentius, Mythogr. 210. Glossolalie, siehe Zungenreden, fv&ac 65, 1. 156. 168. 249. TVUJCTIKÖC 307. Hai-nebeschenis 135. Harpokration, Philos. 259. Hairaniter 165 ff. 366. '. Harsamosia 26. Hechaloth 189, 1. 295, 2; vgl. 364. Hekataios 123. 366. Helena 234,1. Henoch 173. 281, 1. Herakles, ägyptischer 165. Heraklit 127 ff. Hermanubis 118. Hermas, Hirt des 11 ff. 33 ff. 203. 230. 232. 280, 3. 861. Hermes 15— 23. 31. 117 ff. 166 ff. 174ff. 361; öfter. Hermetische Literatur: Alter 2 ff. Charakter 159. Grundtypus 146. Einzeltypen 117 ff. Umgestaltung in der Gemeinde 211 ff. Redaktion des Corpus 209. Heilsgeschichte 191. 366. Alter des Corpus 207. Eapitelzählung 8, 2. Titel 192. Handschriften 328 ff. Kap. I Erklärung 36—116. 212. Kap. IV (V) Erklärung 193. Kap. X (XI) „ 128. 196, 2. 212 2 Kap. XI "(XII) „ 275. Kap.XII(Xin) „ 126 ff. Kap. Xni(XIV) „ 214 ff. Kap. XVI „ 197 ff. Kap. XVn „ 198. Kap. XVni „ 199 ff. Kap. XVffl Rhythmik 371 ff. Die latein. Schrift 196. Hermippos irepl dcrpoX. 210. Heroa 144. Hesiod 103. 363. Hierogrammateus, Tracht 158. Himmelfahrt 122. 186. 171. 176. 223. 838, 3 A. 339, 7 A. Hippolyt, Bericht über die Naassener 82 ff. Hirt 13. 31. 32. 113 ff. "Opoc (gnost. Gott) 155. Horus 25 ff. 135. 365; öfter. ,, , älterer und jüngerer 40 ff. Hpj 21, 8. 118. 362. Hypsistos 154, vgl. 274. Hypostasenlehre 249, 1. {iH>U)|üia 80, 3. leü 184. Imuth (Gott) 120. Imuth (Buch) 267. 366. Ion 9. 165, 2. 173, 6; vgl. 868. Isis 31. 39. 43, 1. 44. 62, 4. 72, 2. 134ff. 164. 228 ff. 248, 2. 249, 1. 362. 366. Isis, alch. Schrift der I. 141 ff. 865. Jamblich De myst 107 ff. Janus 88, 8. 274 ff. 288, 1. Jahr 272. Jahrhvmdert 270, 3. 276. Johannes Cotrones (Catrarius) 210. Jonas 113. 165. JosephoB 173. 176. 182, 2. 188. Kabbala 42, 2. 44, 2. 110. 181. 189,1. Kaiser als Götter 176. 282 ff. 366. I. Sachregister. 377 Kamephis 187. 140. Kebea 35, 2. KTipOcceiv 55. Kießling 179, 1. Kmeph 29. 132. 137; siehe 'ATaSöc 6ai|nujv. Köpn KÖCMOU 121. 136 flF. 146. 176. 178. 191. 212, 1. 837, 20 A. 366. Kopüßac 92. 243, 1. Kosmogonie, Sträßburger 114, 1. KOCjLioKpdTopec 76. Krates 268, 1. 861. Kroll 24. Lactanz 208. Lazarello, Lodovico 320. Lebenswasser 337, 20 A. 365. Leonidas v. Alex. 272. Leon V. Pella 123. 124. Liber Lunae 190. Lichtzauber 24. 25, 1. Lilith 297, 1. Logia V. Bebnesa 239 ff. XoTiKi?! euc(a (Xarpcia) 338, 10. 347, 1. Logos 36,8. 40 ff. 42,1. 43. 61,2. 100. 212. 219. 221. 244, 1. Lueken 280, 4. 281, 1. Lnkan 130; siehe Stellenregister. A^i'«Vj ßfßXoc 14, 1. 56. 106,6. 292 ff. 299. Moses' ß{ßXoc ceXriviOKfi 190,2. Moses' Schwert 163,4. Naassener 33. Naassenerpredigt 82 ff. 162. 203. 281,1. Nachtstunden 257 ff. Name 17,6. 257. 366. Nechepso u. Petosiris 3. 7,2. 70,1. 119. 123. 132. 289, 1. 365. Nestorios 289,1. Neuplatonismus 1. 59. 67. 138, 2. 211,1 304 ff. Nikotheos 104. 267 ff. Numenios 305. Oanes 109. Offenbarung 158. 361. Ogdoas 63. öÖTiTCTv 23. Okeanos 89. 102. 267. Onesikritos 308. övojia 17, 6. Orpheus 100,2. 272,3. Osiris-Attes 86, 8. Osiris-Jahve 184. Osiiis, Schüler des 'Afaööc feai|uiujv 125 ff. 365. Ostanes 11, 2. 168. 363. 364. TToXiTfCvcda 215. 219. 226 ff. 368ff. Pamphilos 3. 269,2. TTavdpeToc ßißXoc 106, 1. Pantheismus, äg. 46. 68,4. 170. 234ff. Parthey 1. 8,2. 197. 210. 322. Patricius 321. 367. Paulinus von Nola 114, 1. Paulus, Apostel 39,1. 57. 79 ff. 287; siehe Stellenregister. Pauli Schlangenzauber 800,1. 301. Petosiris, siehe Nechepso.. Petrus, kf\pvf\ia 47, 1. 78. Pfingstwunder 55, 8. 862. Phibioniten 17,6. 227. Philon V. AI. 38, 2. 41 ff. 110 ff. 116. 133.2. 158,4. 175. 181. 188. 204. 238.3. 350, 14 A. 351, 3. 4. A. Philon V. Byblos 107,1. 133,2. 138. 160 ff. 175. 274. 363. Phönizier 160 ff. 273. Phryger 162 ff. p&fia ypänfxaxa 4. 164 ff. p}jfia luucxripia 85, 4. Pibechios 363. Herret 1. 26 378 I. Sachregister. nicTic 168, 4. Piatone. 94,4. 101,1. 104. 119. 131,1. 184. 200. 238,2. 304 ff. 349, 21 A. 360, lA. 352,19Ä. 354,12A. 356, 3 A. irXdTOC ßöOoc HHKOC ötpoc 26^ 1. Plejaden 362. uX^pmoi 25, 1. 343, 8 A. 347, 4 A irveOMO 224,1; vgl. 201,2. 368. Poimandres (Name) 8. Poimaudres-Sprüche 105. 215. Poimandres-Gemeinde 146. 248. 266,2. Polgötter 283, 1. iroiHTCaC 102, 3. Porphyrios 132. 300, 320, 2. 833, 13 A. 362. Poeeidonioa 6. 70, 1. 256. 270,3. Predigt 101. 193. 203 ff. 206,1.213,1. Prophet 48, 3. 154. 159. 203 ff. 220 ff. Psalmen im Zauber 302. Psellofl 211. 319. 826. 833, 13 A. Pseudo-Apuleius 196. PBeudo-Kallisthenes 308. Ptah 66 ff. 68. 121. 122. TlToXciuaiKal ßißXoi 104. 106. 186. 363. Quaestiones S. Bartolomaei 56; siehe Stellenregister. Bossel, Hannibal 322. ßd'hänijät 72. 170. Saecutum 210,3. 276. Salomon und die Dämonen 295. Salomon, apokryphe Schrift 186. 187, 1. 295, 1 (vgl. 189). 364. Sähchuniatnon, siehe Philou. Saturn, Judengott 112. Seelenwanderung 22,2. 306. Sefer Jezirah 264, 3. 289. Zcipidtc •ff\ 183. Seneca 6. 253 ff. Seth 183. Sethe 118. 13C. ciTifj 264, 3. Sieben Laster 62,3. S32, 2, Sieben Söhne Adams 114. Sieben Völker 111. Simon Magus 28, 1. 233. 305. Sonne, Gestalten der 259, 4. Sonnenkult 197 ff. 234. 350, 14 A. 351. 4A. Io(p{a 44. 45. 153,2: 166,1. 233,2. 270 cir^pfia e€oO 87. 142. 221. 226, 339, 13 A. 365. Spruchliteratur 124,3. 127 ff. 241. Ssabier, siehe Harraniter. CTiPiXti 291,2. Stobaios 135. 209. 290. Ctotxeiöv 71. 840, 16 A. Stories of the High Prieats 11 45, 1. 64,7. 70,1. 201,1. 302. Stundenverzeichnisse 256 ff. Sündenvergebung 180,1. Synkretismus 14. 158. 249. 279. cv)vouc(a 142. 221. 226. Taautos 161 ff. Tagesstunden 256 ff. Tat 117. 123. 172,3. Taufe 219 ff. 228. Testament Adams 258. „ Hiobs 57. „ der Patriarchen 62, 3. „ Salomons 62, 3. 362. Theodotos v. Samaria 173, ö. Therapeuten 136, 1. 234, 1. Thot (Namensform) 117, 2. Tiedemann 18J. 322. Töpferorakel 122, 1. 137. TpiC|ii^TiCT0C 2, 4. 117, 6. 174. • Turnebus 197. 321. Valentinus 78. 231. 273. 291,1. Varro 71,2. 6. 111, 3. 112,2. 139,8. 269, 1. Verbergen der Gestalt 22, 2. 49, 2. 260; vgl. 368. Visionen, äg. 9 ff. 34. 361 Weisheit Salomons 45. Weltperioden 50, 2. 260, 1. Wessely 147, 1. Woche 270. 277, 1. Wrede 246. Zauberpapyri 14; siehe Stellenregister; Zerstückelung des Leibes 868 ff. Z(.tc ^mKdpmoc 273. " Zosimos 8 ff. i02 ff. 266 ff. 866. 868. Zungenreden 55. 862. 366. n. Stellenregister. 379 IL Stellenregister. a. Aus Handschriftei? BaBÜeena. F II lö {Liber Lunae): 190 ßariber. III 83 (Amulett): SOO, 1. 301 Florentin. AntJn. (Rezept): 121, 6 „ „ (Tage des Monats): 271 Heidelb. Palat. 129 (Diadocbenge- schicKte): 811 flF. Paris, lat. 7440 {Liber Lunae): 190 Paris, gr. 2419 (astvol. Schrift): 183,2 „ „ (Salomon-Schrift): 1S7, 1 „ „ (Planetengebete): 75. 187. 363 ,t „ (Harpokration) : 2ö9, 1 Pariij. graec. 2316 (Amulette), BI. 314: 295, 4 „ „ „ Bl, 316: 292 ^ „ „ Bl. 318: 293,1. 295, 1 297. Paris. graec . 2316 (Amulette), Bl. 320: 294, 5 ?» V „ Bl. 426: 300 11 n „ Bl. 432: 115,1. 298 M n „ Bl. 435: 164,1. 186,4. 294,3 f t »1 „ Bl. 436: 297 " »1 (TTpoc€uxi?j rpriYop(ou) : 18, 8. 30, 1. 296 II »1 (Stundenverzeiclinis) : 258 11 »1 (Monatstage): 271 „ 1» (Psalmenverzeichnis) : 302 1» 11 (Gebete): 303, 2 Vatic graec . 68fi (Amulett): 300,1. 302 b. Aus Druckwerken. Aelian H. a. V 39: 145, 3 „ „ Xn 7 i 145, 8 AJchimistes greesed. Berthelotjp 26 : 141,3 ,» „ p. 28: 141 ff. 365 „ p. 107 ff.: 9 ff 368 ff. „ p. 213: 187 „1, , p. 228: 267 „ |). 289 ff.: 102 ff. „ p. 244 214, 1 Anacreont. 60 Bergk*: 91 Apopthegmnta pcUt-um Cot^elerius EccL gr m'jn I 582: 34. 361 Apuleiup Met. XI 6 : Wl Amobiue VI lO: 27S Auguetin D- doetr. ehr. JV61'^ 213, 8 Bartholoma?U8,^(aeÄft<»J/'»Ä jR.:na8,8A. Bibel a) Altes Testament; D«uteTon 32, 1: 846, 1 A i>anjel 4. Iß; 200, 1 Weiöheit Salomons 7, 17 : 46, 1 13 2: 7S Bibel b) Neues Testament: Ev. Matth. 7, 28: 48, 3 „ „ 12,43—45: 75, 4. 294, 2 „ Marci 1, 22: 48, 3 „ „ 9, 38; 187, 3 „ Luc. 4, 39: 18, 8 „ „ 11, 24-26: 75, 4 „ 13,11: 18,8 „ Jüh. 1, 3: 244 „ 1,5: 25, 1 „ „ 1, 16: 25, 1. 362 „ „ 3, 3: 216, 2 „ „ 10, 14: 246 ., „ 14, 25. 26: 247 „ „ 15, 3: 247, 1 „ „ 17, 10: 245 „ „ 17, 21 : 245 Römerbrief 6, 2—18: 869 „ 6, 7:843, 5 A. „ 8, 38: 80 „ 11,86:39,1 „ 18, Ir 847, 1 A. 2Ö» 380 n, Stellenregiater, I Korintherbrief 3, 3: 154, 3 12, 8ff.: 158,4 13, 1: 57 Galaterbrief 4, 3—10: 80. 287 Epheserbrief 1, 21: 17, 6 2, 2: 49, 2 „ 3, 17—19: 26, 1 6, 12: 77, 1. 2 Koloseerbrief 2. 8 ff.: 74, 1 2, 16 ff.: 287, 2 I Petrusbrief 2, 5: 347, 1 A. Offenb. Job. 1, 8: 286 Chrysipp, Arnim Fr. Stoic. II 1084/86: 99, 2 Cyrill Contra lul. I 648 Migne: 211, 1 „ „ I 562: 43. 243, 3 „ „ 1563: 131 „ „ V 770: 176, 1 „ „ IX 688: 126, 1 Demokrit, interpol. Fragm. Diels, Vor- sokratiker S. 383 : 362, 27 A. „ unechtes Fragm. Diels, Vor- sokratiker S. 466: 162, 3 Aibaxi^ 'AttoctöXwv 10, 2: 157, 3 10, 7: 220 „ „ 13, 2: 220 Diogenes Laert. prooem. 1 : 68, 2 Diodor I 15 ff.: 123, 3 „ 125: 365 Epiphanios Ilaer. 26, 3: 228, 1 „ 26, 9: 17, 6 Eusebios Praep. ev. I 9, 26: 161 Evangelium Evae: 242; vgl. 369 Firmicus Maternus IV prooem. 6: 126 Henoch 69, 15: 281, 1 Heraklit Fr. 62 Diels: 127 Hermas, Hirt des H. Vis. 1 2, 2 : 361 „ I 4,2: 280,3 „ in 8,7: 232 „Vi: 11. 230; vgl. 366 „ „ Sim. IX 1, 4: 33 „ IX 16, 1 — 3: 232 Hermes a) Corpus Hermeticum: Kap. I: 328—838 Kap. n (EI) Titel: 193 „ 16: 166,2 Kap. m (IV) Titel: 193 2: 47, 1 Kap. IV (V) Titel: 193 „ 4. 6: 214, 1 „ 7: 102, 2 Kap. V (VI) Titel: 194 3: 70, 2. 198, 1 „ 9: 244 „ 10: 244 11: 68,4. 244 Kap. VI (VII) Titel: 194 4: 26, 1 Kap. Vn (VIII) Titel: 194 Kap. Vm (IX) Titel: 194 Kap. IX (X) Titel: 194 4:25,1 7: 25, 1 9:171,2 10: 348, 19 A. Kap. X (XI) Titel: 196 „ 2. 3: 198, 1 „ 6: 238, 8 „ 6: 288, 2 „ 7: 70, 2. 167, 4 10: 40, 1 „ 18: 306, 1 „ 16: 68, 4 „ 28: 128, 1 26: 128 . Kap. XI (XH) Titel: 196 „ 1: 127, 1. 275 „ 3: 233, 2 „ 4: 167, 4. 276, 1 „ 6: 36, 1 „ 14: 38, 1 20: 238 Kap. XII (XIII) Titel: 196 1:127 8: 127 „ 9: 78. 102, 1 „ 12: 166, 6 „ 13; 127, 3 16: 25, 1 Kap. XIH (XIV): 339—348 Kap. XrV (XV) Titel: 196 1: 191, 1 10: 148. 196, 6 Kap. XVI: 348-364 Titel: 192, 2 Kap. XVH: 364 Kap. XVIH: 855—360 Hermes b) Fragmente siehe Cyrill, Joh. Lydus, Lactanz Hippolyt Ref. V p. 134, 81 — 170, 66: 83—98 Hiob, Testament des H.: 67 HorapoUon I 16: 265 Horaz Od. I 2, 41—52: 176 ff. „ „ mi, 1: 204,1 „ „ ni26: 179, 1 „ „IV 6, 29: 201, 2 n. Stellenregister. 381 Inschrift, ftg. 7on London: 62 ff. „ „ „ El Khargeh: 235 „ „ „ SehSl: 129 „ „ des Intef: 24. 68 „ griech. von Andros: 137 „ „ „ Herek: 273 „ „ „ los: 137 „ „ „ Priene: 178. 285 Irenaeus I 13, 3: 221 Jamblich De myst. Vm 4ff.: 107. 138 Johannes- Acta: 240, 1. 340, 19 A. Johannes Lydus De mens. IVj>.64 W. : 274 „ „ p. 109: 184 „ p. 128, 12: 44, 1 „ p. 129: 43 Josephos Äntiqu. I 71 N.: 183 „ „ XVin65ff.: 288 ff. Kalümachos Fr. 626: 200, 3 „ 86. 92: 201 Lactanz, Inst. div. R 15: 192, 2 IV 6, 4: 48, 1. 304 AÖTia IticoO 3: 240 „ 5: 239 Lukan I 45: 282 „ X209: 130, 6 Hacrobius Sat. 19, 14: 362 Manetho Fr. 11. 12 M.: 120 85 M.: 145,3 Manetho, angeblicher, siehe Syncellus Marius Victorinus, siehe Bhetores Martial X 28: 276 Menander ircpl imb. (Walz IX 330, 5): 281, 1 Minucius Felii 9, 4: 33 Nechepso Fr. 1 Rieß: 4 ff. 132. 146, 2 „ 89: 133 „ S3: 6 „ 36. 36: 6, 3. 367 Origenes Contra Celsutn TU 8: 222 Ovid Fast. I 89: 38, 3 „ „ I 297: 6, 1 Papyrus, ftg., Pap. Harris I 44, 3: 61 „ „ „ Insinger: 217. 237 Papyrus, griech.: a) Ton Berlin (Parthey, Abh. d. Ak. 1865): Pap. Berol. I 26 ff.: 143. 226ff. 1215 ff.: 78 b) von Leyden (Leemanns Pap. graec. Lugd. U.; Papyrus V auch Dieterich, Jahrbb. f. Phil. Suppl. XVI 793 ff.; Papyrus W Dieterich Abraxas): Pap. Lugd. V 7, 27 ff. Leem. 27 Diet. 808: 15 ff. 263 „ W 17, Uff. Leem.. 141 Diet. 195: 15 ff. 263 „ W7,7ff. Leem. 103 Diet. 189: 22 „ W 2, 18 ff. 13, 24 ff. Leem. 87; 127 Diet. 176: 22.23 W 16, 45 ff. Leem. 139 Diet. 194: 54 c) von London (Kenyon Greek. Pap. Cat. I. Pap. XL VI auch Wessely Abh. 1888, Pap. CXXI, CXXH auch Wess. 1893): Pap.XLVIlff. Ken. 65 Wess. 127 : 280 XLVI 96 ff. Ken. 68 Wess. 129 : 184 XLVI 469 ff. Ken. 80 Wess. 138 279, 2 CXXI 650 ff. Ken. 102 Wess. 38 117, 6 CXXI 756 ff. Ken. 108 Wess. 47 262 CXXI 861 ff. Ken. 111 Wess. 51 257, 2 CXXn Iff. Ken. 116 Wess. 55 20 ff. d) Paris (Louyre 19*^ Notices et Ex- traits XVni; Louvre 2391 und BibL Nat. Wessely Abh. 1888): Pap. du Louvre 19«^: 119 „ „ 2391 (Pap. Mimaut) Z. 187—395 Wess. 145 ff.: 147 ff. Pap. de la Bibl. Nat. Z. 930—1084 Wess. 68 ff.: 24 ff. „ „ Z. 1116—1166 Wess. 72 277 „ Z. 1169—1180 Wess. 73 279 „ „ Z. 1290—1306 Wess. 77 283, 1 „ „ Z. 1596— 1696 We8S.84 ff. 28. 256 „ Z. 1984 ff. Wess. 94: 259,4 „ „ Z. 2373 ff. Wess. 104: 31. 366 „ „ Z. 2836 ff. Wesa. 116: 270 „ Z. 3165 ff. Wess. 124:29 Petrus, Martyrium des P. : 242 ff. „ KfipuTna Fr. 3 Preuschen : 47, 1. 74,1 Petpsirii, siehe Nechepso 382 II. Stellenregister. Philo De ebriet. § 30 Weudl; 41 vgl. auch Sachregister I^otius Bibl. 343a2 Bekk.: 2Ö6 Plato Phaidros 274c: 123 ff. „ Philebos 18b: 119 Plinius Nat. h. XXXIT 33: 276 Plutarch Numa 4: 229 Porphyrios TTpöc 'AveßU) : 333, 13 A. Ehetores lat. min. 223 Halm: 265 Seneca Cons. ad Marciam c. 17 — 18 : 6. 263 ff. Statins Theb. I22ff.: 282 „ „ X632: 342, 21 A ^, Silv. IV 1: 276 Stobaios Ekl. 140 p. 387, 1 Wachsm. 122. 191 „ p. 468, 22: 13fl, 3 „ ,, p. 395, 2: 187 „ Floril. Xm 65: 134 Suidas s. v. e<4c: 68, 3 Syccellus I p. 72 Di. : 139 Tacitus HtÄ«. V 4: 112 Theophiloa Ad Aut. 11 8: 201 TibuU 15, 49 ff.: 200, 3 „ II 5, 79 ff.: 177, 1 Varro ü^r. div. I fr. 19 Ag.: 71, 6 „ De qente pop. E.: 139, 3 Vergil Georg. I 24 ff. : 283 Zosimos, siehe Alchimistes o BINDING S€CT. JUN 2 8 1982 1 PLEASE DO NOT REMOVE CARDS OR SLIPS FROM THIS POCKET UNIVERSITY OF TORONTO LIBRARY B Reitzenstein, Richard GG] Poimandxes; Studien zur H3^R4 Griechisch- ägyptischen und frühchristlichen literatur y^