- DAS AEGYPTISCHE TODTEMUCH DER XVIII. BIS XX. DYNASTIE AUS VERSCHIEDENEN URKUNDEN ZUSAMMENGESTELLT UND HERAUSGEGEBEN vox EDOUARD NAVILLE MIT UNTEKSTÜTZUNG DES KÖNIGLICH PREUSSISCHEN MINISTERIUMS DER GEISTLICHEN, UNTERRICHTS- UND MEDICINAL-AN6ELEGENHEITEN 0/o\,3.3 EINLEITUNG BERLIN VERLAG VON A. ASHER «.^ Co. 1886 3 1, lü a I VORWORT. K ach Vollendung dieser Arbeit, die mich länger als zehn Jahre beschäftigt hat, drängt es mich, allen denjenigen, welche mich bei der Ausführung derselben in irgend einer Weise unterstützt haben, meinen Dank auszusprechen. Zunächst gedenke ich meines verehrten Lehrers, des Herrn Professor Lepsius, der auf dem Orientahstencongresse zu London den Vorschlag machte, diese Aufgabe, deren Ausführung er zu- erst ins Auge gefafst hatte, mir zu übertragen und der mit seinem Rathe und seinem grofsen Wissen mir beständig ermutigend und helfend zur Seite gestanden hat. Noch wenige Tage vor seinem Tode richtete er vom Krankenlager aus mit zitternder Hand einige Zeilen an mich, in denen er mich zur Erreichung meines Zieles beglückwünschte. Seiner Fürsprache verdanke ich die wirksame Unterstützung, welche mir die Berliner Akademie für die Vorar- beiten gewährt hat. Zugleich richtete er an das Königlich Preufsi- sche Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medieinal-An- gelegenheiten das Gesuch, die Veröffentlichung des Werkes zu er- IV leichtem. Diese Hohe Behörde hat dem Gesuche geneigtest ge- willfahrt und in liberaler Weise dem Todtenbuche die Theilnahme bewiesen, welche sie anf den verschiedensten Gebieten allem, was zur Förderung der Wissenschaft beitragen kann, entgegen- bringt. Dank dieser Gunst haben die vorliegenden Bände er- scheinen können. Lepsius, welcher das Unternehmen eingeleitet hatte, war nicht mehr; aber Herr Professor Dillmann ist gütigst an seine Stelle geti'eten und hat, unterstützt durch das Ansehen, dessen sich sein Xame in der wissenschaftlichen Welt erfreut, in der erfolgreich- sten Weise die für die Publikation nothwendigen Schritte gethan. Mit Bedauern muls ich auch der beiden Mitgheder des 1875 gegründeten Comites gedenken, der Herren Chabas und Birch. Keiner von beiden hat die Arbeit gesehen, deren Gniudlagen sie gebilligt und deren Wichtigkeit sie den Freunden der ägyptischen Studien dargelegt hatten. Die Erleichterungen, deren ich mich bei der Bearbeitung der Urkunden zu erfreuen hatte, verdanke ich zum Theil ihrer liebenswürdigen Empfehlung. In allen euro- päischeu uud ägyptischen Museen, überall, wohin mich meine Nachforschungen geführt haben, bin ich immer mit dem gröfsten Wohlwollen aufgenommen, und mit vollkommener Liberalität sind mir die Papyri sogleich zur Verfügung gestellt worden. Ich danke datür herzlichst allen Conservatoren bei den Museen, mit denen in Beziehung zu treten ich das Vergnügen gehabt habe, und die ich nicht alle einzeln namhaft machen kann. In gleicher Weise fühle ich mich auch deu Privatleuten veiilichtet, welche mir die in ihren Sammlungen befindlichen Pappi zu benutzen gestattet, und denjenigen unter meinen gelehrten Fachgenossen, welche mir Abschriften und Peprodnktionen von Texten, die ich mir nicht würde haben verschaffen können, freundlichst übermittelt haben. Besonders lievvoigehobeii zu worden verdient das, was mein gelehrter College, Herr Professor Sterx tur das vorliegende Werk gethau hat. Er hat nicht nur die Veröffentlichung desselben sorg- fältigst überwacht, sondern auch die nicht sehr dankbare Aufgabe gütigst übernommen, die folgende Einleitung, welche ich franzö- sisch niedergeschrieben hatte, ins Deutsche zu übersetzen. Für diese Arbeit, für welche er in jeder Hinsicht berufen w'ar, sage ich ihm meinen anfrichtigen Dank. Endlich darf ich nicht das Haus A. Asher cV: Co. in Berlin vergessen, welches das schwierige und wenig lukrative Unterneh- men der Pul)likation ausgeführt und dem Werke eine Ausstattung gegeben hat, die seinen Druckereien Ehre macht. Und nun übergebe ich meinen gelehrten Fachgenossen die- sen Text des Todteubuchs, der, wie ich lioffe, in ihren Händen dazu beitragen wird, die Kenntnifs der ägyptischen Sprache und Religion zu fördern und manche bis jetzt unüberwindliche Schwie- rigkeiten zu besiegen. ^[alagny bei Genf, im März 1886. Edouard Xaville. Inhalt. , Seite I. Kapitel. Die thebaische Ausgabe des Todtenbuchs 1 II. Kapitel. Das Todtenbiich, seine Bedeutimg, seine Geschichte und die Art es zu schreiben 18 III. Kapitel. Beschreibung der Texte 47 IV. Kapitel. Bemerkungen zu den einzelneu Kapiteln des Todtenbuchs . 113 Hieroglyphisches Verzeichnils der Kapitel 193 ERSTES KAPITEL. Die tlieb.aisclie Ausgabe des Todteiibuclies. A, .Is Lepsius 1842 den grofsen Turlner Piq^yrus veröffentlichte, welchen er „das Todtenbuch" benannte, führte er die Ägyptologen auf ein wis- senschaftliches Feld, welches bis dahin noch unerforscht geblieben war. Er übergab ihnen, wie er sich ausdrückt, „das gröfste zusammenhängende Literaturwerk, das uns von den Ägyptern erhalten ist". Schon vor ihm hatte Champollion den allgemeinen Inhalt des Bu- ches erkannt und bemerkt, dafs sich eine beträchtliche Anzahl von Wie- derholungen desselben Textes in den europäischen Sammlungen befände; er hat auch in seinen Werken, namentlich in seiner Grammatik, einige Sätze daraus angeführt, aber zum Gegenstand besonderer Studien hat er es nicht gemacht. Lepsius begriff von vornherein die Wichtigkeit eines Buches, welches das Vade mecum oder der Pafs war, den die Verstorbe- nen bei sich führten. Da die Ägypter darauf hielten ein Exemplar des- selben zu besitzen und da es alle Eigenschaften eines religiösen Buches hatte, so versprach es uns über den Glauben dieser frühen Zeiten, über die Götter, über die Mythologie u. s. w. aufzuklären. Da sich ferner dieses Buch in einer sehr grofsen Zahl von Exemplaren aus verschiedeneu Zeiten erhalten hat und jedes derselben viele Varianten darbietet, so war CS das Geeignetste Gebiet für iihilolooische Studien zur Erkenntnifs der O O 1 CT 1 altägyptischen Spi'ache; hier mufsten viele Schwierigkeiten iln-e Lösung finden. Dieser letzte Gesichtspunct, die philologische Wichtigkeit des Todten- buches, scheint Lepsius besonders für dasselbe eingenommen zu haben. Indem er die Unzulänglichkeit der bis dahin gemachten Textpublicationen^) erkannte, ersah er sich den umfangi'eichsteu Papyrus, welchen er fand, den Turiiier; er machte 1836 selbst eine Durchzeichnung desselben und col- latlonierte sie auf einer folgenden Reise 1841. Diese Durchzeichnung, welche der geschickte Künstler M. Weidenbach lithographierte, bildet mit einer Einleitung das AVerk: ,.das Todtenbuch der Ägypter". Abgesehen davon, dafs der von Lepsius gewählte Papyrus viel vollständiger ist als der Papyrus Cadet, dessen Veröffentlichung voraus- gegangen war, hatte seine Ausgabe den grofsen Vorzug einer neuen Ein- theilung. Diese Eintheilung, welche, wie wir unten sehen werden, die einzig mögliche und die einzige auf einem practischen Grundsatze beru- liende ist, machte den Gebrauch des Buches betpiem und erleichterte sehr die Verweisungen auf dasselbe und die Citate. Auch haben sich die Agyptologen so sehr an dieselbe gewöhnt, dafs ihre Abänderung unzuträglich sein würde. Kaum hatten die ÄgyjDtologen das Studium des Todtenbuches be- gonnen, so bemerkten sie, dafs dieser Text von Schwierigkeiten strotzt. Dieselben sind verschiedener Art und Iteziehen sich zunächst auf das Buch selbst und auf flen Stil, iu dem es geschrieben ist. Der Mysticis- mus, der darin waltet, die Fülle der Gestalten, die Seltsamkeit der Bil- der, die Unmöglichkeit zu erkennen, wie die Ägypter die abstracten Ideen selbst der einfachsten Art wiedergaben, — alles dies bildet erheb- liche Hindernisse, an denen sich der Übersetzer fortwährend stofsen mufs. Daher behält ein philologisch leicht verständlicher Satz, dessen ') Copie figiiree d'im rouleau de papyrus trouve h Thebes dans un Tombeau des Rois, publice par M. Cadet, Paris 1805, und in der Description de TEgypte, Antiquites, vol. IL Andere weniger wichtige Publicatiouen haben Senkowski, Young, Belmoee, Rosellixi und Fontana gemacht. WörtLT und Grammatik uns gar niclit in Verlegenheit setzen, nur zu oft ein fremdartiges und selbst burleskes Aussehen; wir haben die Form ver- standen, aber sind nicht bis zu der Idee, welche sich dahinter verbirgt, durch üedrunsen. Diese Scliwierigkciten erscheinen in dem von Lkpsius edierten Texte sogar noch vergröfsert. Diese Urkunde ist trotz ihrer graphi- schen Schönheit weit entfernt eine der correctesten zu sein. Sie wim- melt Von FehU'ru jeder Art, wie geübte Ägyptologen alsbald erkannt haben. Aufserdem ist sie oilenbar keineswegs sehr alt, sondern stammt frühestens aus der Zeit der Psammetiche, wie Lki'SIUS meinte, wahr- scheinlicher aber aus dem Zeitalter iler Ptolemäer. Es ist also ein Text, der nicht nur keine Correctheit verbürgt, sondern auch nur eine späte Redaction des Todteiibuches gewährt. Auch eitleren ihn die mei- sten Ägyptologen heute nur mit Vorsicht und ohne das Verdienst der Übersetzung von Birch, der ältesten, und der neuem von Pierket ir- gend wie schmälern zu wollen, glaube ich doch behaupten zu können, dafs heute kein Agyptologe mehr auf Grund des Turiner Textes allein eine Übertragung des Todtenbuches versuchen möchte. Es handelte sich also darum diesem Übelstande abzuhelfen und es gab zwei Mittel zur BeschafFung eines bessern Textes: man veröffent- lichte correcter geschriebene Papyri oder stellte auch die guten Lesar- ten mit Hülfe mehrerer Urkunden wieder her. Der erstere Weg ist von E. DE Rouge eingeschlagen worden. In seinen schönen Studien über das Rituel funeraire geht der gelehrte Academiker davon aus, dafs die fune- räreu Papyri ursprünglich hieratisch geschriel>en sind unt'n, so kann man doch verschiedene Gruppen darin unterscheiden; einige derselben sind scharf cliaracterisiert und ihre Kapitel würden zusammengestellt ein genügendes und vollständiges Todten- buch bilden, ohne dafs es nöthig wäre noch andere Stücke hinzuzufügen; und gleichwohl findet sich alles in dem saitischen Codex vereinigt, ohne der darin so häufigen Wiederholungen zu gedenken. Dies alles macht eine Classification nach dem Sinne und nach dem Inhalte sehr schwierig und auf alle Fälle zur Zelt unthunlich. Was glebt es auch Practischeres als die von Leesiüs adoptierte einfache Zäh- lung? Diese Eintheilung sieht von dem Inhalte der Kapitel ab, sie syste- matisiert nichts; aber sie gewährt eine grofse Leichtigkeit für die Be- nutzung des Buches und beruht auf dem richtigen Principe. Alles, was in dem Turiner Papyrus einen Titel hat, jedes oder ^ genannte Stück, ist ein numeriertes Kapitel, ganz gleich wie lang es ist. Diese Eintheilung ist in einigen Fällen zu weit gegangen; so sollte das 16. Ka- pitel, welches nur aus Darstellungen zu Kapitel 15 besteht, kein beson- deres Kapitel bilden; ebenso wenig sollte auch 150 von 149 getrennt sein, wenn man die vier Thelle von 125 nicht unterscheiden will und die Elysischen Gefilde in Kap. lU» dieselbe Nummer tragen sollen, wie der als Einleitung dazu dienende Text. Es w^ar auch unnöthig den Wie- derholungen desselben Textes besondere Nummern zu geben. Doch wie sichs damit auch verhalte, diese Eintheilung existiert und ist so üblich geworden, dafs jeder Versuch sie zu ändern nur Verwirrung hervorrufen könnte. Jeder Ägyptologe weifs, dafs Kap. 42 die Benennung der Kör- pertheile enthält, wie Kap. 110 die Elysischen Gefilde und Kap. 125 die Confession und die Psychostasie. Ich wiederhole, dafs diese Anordnung nicht die der alten Papyri ist, die Zählung ist nur für die nachsaitischen zutreffend; aber wir müssen uns schon mit ihr begnügen, da wir aufser derselben nichts Festes haben. 14 "Wie man l:)emerken wird, sind die im Turiner Todtenbuch nicht enthaltenen Kapitel meist mit Zahlen, die auf 165 folgen, hinten an- gehängt. Indessen ist eine Anzahl von Kapiteln eingeschoben worden, wenn sie mit diesem oder jenem Kapitel so eng verknüpft schienen, dafs man sie unmöglich davon trennen konnte. Als Beispiel hierfür will ich Kap. 136 ge1)en, welches viel kürzer als im Turiner Papyrus ist. Das Kapitel findet sich oft mit einem andern vereinigt, welches in den alten Papyren sehr häufig ist und selbst noch unter der XXI. Dynastie vorkommt, aber später verschwunden ist; wenn die beiden Kapitel nicht verlnxn- den sind und das zweite einen besonderen Titel hat, so folgt es immer auf 136. Es war also natürlich, ihm diese Stelle zu erhalten vind es 136B zu nennen, während das alte 136A ward. Ebenso wenn ein Ka- pitel zwei sehr verschiedene Redactionen hat, wie Kap. 38, so heifst die ältere 38 A und die jüngere 38 B. Abgesehen von einigen Ausnahmen dieser Art, sind alle inediten Kapitel am Ende angehängt und beginnen mit 16G. Ich weifs wohl, dafs ich hierin mit meinem gelehrten CoUegen Dr. Pleyte, dessen vortreffliche „Chapitres supplementaires du Livre des Morts" bis 174 reichen, in Concurrenz stehe; aber es hat mir geschienen, dafs die ältesten Kapitel den von Pleyte gesammelten vorausgehen sollten, da diese fast alle aus späterer Epoche sind. Man wird mir auch entgegen- halten, dais ich die Nummern 162 bis 165 leer gelassen habe, da diese Kapitel sich niemals in alten Papyren finden. Allerdings, aber da diese einen Theil des Turiner Codex bilden und man die Numerier un£f des- selben als Basis angenommen hat, so mufste man sie im Ganzen nehmen und konnte nicht vier Nummern auslassen. Eine der wesentlichsten Bedingungen für das Gelingen dieser Aus- gäbe war die Genauigkeit in der Wiedergabe der Texte. In dieser Be- ziehung freue ich mich meinen gelehrten Collegen mittheilen zu können, dafs fast sämmtliche Texte des ersten Bandes durchgezeichnet sind, sei es, dafs diese Durchzeichnungen nach der Photographie genommen wur- den (wie von dem Pap. 9900), sei es, dafs ich sie nach den Originalen gemacht habe und sie mit dem Pantograph reduciert wurden. Ich be- 15 luerke noch, dafs Frau Naville eigenhändig die 18G Kapitel des ersten Bandes, Text und Vignetten, in verkleinertem und möglichst gleichartigem Mafsstabe gezeichnet und trenau im Stile der Orimnale wiedergecjeben hat. Die Ägyptologen mögen beurtheilen, in wie weit die Reproduction dem so ausgesprochenen Schriftcharacter und der Eigenartigkeit der äg)-p- tischen Zeichnung entspricht. Dank der Benutzung der Durchzeichnun- gen glaube ich für den ersten Band eine möglichst grofse Treue erreicht zu haben. Für den zweiten liefs sich dies Verfahren nicht anwenden; obwohl ich ganz besondere Aufmerksamkeit darauf verwandt habe, so wacfe ich doch nicht zu hoffen, dafs er ohne Fehler und Auslassungen eeblielien ist; aber ich bitte meine Collegen die uneeheuere Menge von Varianten zu berücksichtigen, welche er enthält. In dem Congresse zu Florenz 1878 war ich über die Art und Weise, in der die Varianten reproduciert werden sollten, noch nicht im Klaren. Nach verschiedenen Versuchen bin ich auf das einfachste und übersichtlichste Mittel zurückgekommen, die synoptischen Tafeln. Diese Methode nöthigte allerdings jedes schon im ersten Bande veröf- fentlichte Kapitel zu wiederholen, es verlangt viel Raum, und viel Platz geht dabei verloren: aber die sich daraus ergebenden Vortheile entschä- digen für diese Übelstände reichhch. Man öffne den zweiten Band auf einer beliebigen Seite und man kann auf den ersten Blick leicht Ober- sehen, in wie vielen Papyren sich das fragliche Kapitel findet und wel- ches die Varianten einer beliebigen Stelle sind. In der Columne zur Linken steht der Text, welcher als Basis gedient hat, der Text des ersten Bandes, und die Ziffern geben an, zu welcher Zeile er gehört. Nach einer gewissen Anzahl von Zeichen ist in der Regel ein kleiner Raum leer gelassen; dieser leere Raum entspricht keinem Satzende und hat mit dem Sinne nichts zu thun; er ist lediglich dazu bestimmt die Eintragung der Varianton zu erleichtern: ursprünglich durchschnitt ein feiner Bleifederstrich an diesen Stellen den ganzen Streifen, er ist aber mit der Photographie verschwunden. Dem Texte parallel sind verticale Columnen gezogen, von denen jede für einen durch zwei Buchstaben 10 darüber angege])enen Papyrus bestimmt ist. Wo der Text derselbe ist, wie der des typischen Papyrus, ist die Columne leer geblielien i), wo er dagegen Varianten bietet, sind dieselben an der entsprechenden Stelle eingeschrieben, wo sich das Wort des Grundtextes befindet, mit welchem er verglichen wird. Wenn eine oder mehrere Gruppen, die sich in der Basis finden, ausgeschlossen sind, so bezeichnet eine durchbrochene Linie die Lücke in ihrer ganzen Ausdehnung und verbindet die Zeichen, wel- che im Texte wirklich an einander stofsen. Das bis und fer neben den Papyrusbuchstaben bedeutet, dafs dieses Document zwei oder drei Wieder- holungen desselben Textes enthält. Das Verfahren ist, wie man sieht, ein sehr einfaches. Da ich nicht mehr mit Durchzeichnungen arbeiten konnte, so habe ich auf das Facsimile, welches im ersten Bande zur Geltung kommt, verzichtet und fiir alle Vai'ianten einen uniformen Schriftstil gewählt. Das thebaische Todtenbuch enthält aufser den Texten auch Vi- gnetten, welche von denen des Turiner Papyrus bedeutend abweichen. Um nicht die Regelmäfsigkeit des zweiten Bandes zu stören und zugleich um den verfügbaren Platz im ersten auszunutzen, habe ich alle Vignetten in diesem vereinigt, so dafs selbst ganze Tafeln der Reproduction der Varianten gewidmet sind, wie z. B. nach Kap. 17. Im allgemeinen haben die alten Papyri weniger Vignetten als die Jüngern; oft auch fehlen sie uns, weil gerade die Vignetten der am häufigsten zerstörte Theil des Papyrus sind. Ich habe mich also darauf beschränkt, zu jedem Kapitel die Vignetten zu stellen, welche von der der Basis abweichen, ohne die Papyri besonders anzuführen, welche vielleicht dieselben, oder die, wel- che keine haben. Nach diesen Grundsätzen habe ich alle Urkunden der thebaischen Epoche zusammengestellt, sowohl die in den grofsen Sammlungen zu 1) Mau darf jedoch ans dem Fehlen von Varianten nicht auf die voll- ständige Gleichheit mit der Basis schliel'sen. Der Papyrus kann an solchen Stellen zerstört sein. 17 London, Paris, Berlin, Leyden, Turin, Biilaq, als die in den weniger Ije- deutenden Museen zu Dublin, Liverpool, Avignon, Marseille, Bologna, Parma, Mailand, Florenz, Rom, Neapel, Hannover und in einigen Privat- sammlungen. In dem Orientalistencon2:resse zu Berlin 1881 habe ich Gelegenheit gehabt der africaoischen Section die zu zwei Dritttheilen vollendete Arbeit vorzulegen und der Begutachtung der Äg}'ptologen den Plan der Arbeit, an welchem seitdem nichts geändert worden ist, zu unterbreiten. Man gestatte mir hier das Urtheil dessen, der die erste Idee der erofsen Ausgabe des Todtenbuchs gefafst hat, zu wiederholen. In der Sitzung vom 26. October legte Lepsius die beiden noch anvollen- deten Bände dieser thebaischen Ausgabe der Berliner Academie vor, wel- che zu den Kosten der Vorarbeiten grofsmiithig beigetragen hatte, und hob besonders die Wichtigkeit des Unternehmens hervor. Indem er an die Unterstützung, welche die gelehrte Gesellschaft demselben von An- fang an gütigst gewährt hatte, erinnerte, fügte er hinzu: -Das Material, zu dessen Herbeischaffung die Academie ihren Beitrag speciell bestimmt hatte, ist damit erschöpft und die gestellte Aufgabe gelöst- i). 1) Monatsberichte vom 27. October 1881. IS ZWEITES KAPITEL. Das Todteiibiicli, seine Bedeutung, seine Gescliiclite und die Art es zu sclireiben. Was 1st das Todtenbuch? welches sind seine unterscheidenden Merkmale? was ist sein Ursprung? solche Fragen würden eine jede für sich ausführliche Erörterungen erheischen, ich kann sie hier aber nur durch- aus summarisch beantworten. Zuerst ist es deutlich, wie schon Lepsius erkannt hatte, dafs es kein Buch im eigentlichen Sinne des Wortes ist; es ist weder eine Einheit noch ein Ganzes, es ist eine Sammlung, die wahrscheinlich allmählich in verschiedenen Epochen entstanden ist. Si- cherlich geht ein Theil ins Alte Reich zurück, selbst wenn wir jene Nachschriften, welche ein Kapitel dem Usaphais und ein anderes dem Mycerinus zuschreiben, nicht buchstäblich nehmen. Denn da schon die Texte des Mittlern Reiches mehrere Redactionen erkennen lassen und da wir in Kap. 178 die Sarginschrift des Myceriiuis wiederfinden, so sind wir gezwungen, wenigstens die ersten Grundlagen des Buches den An- fängen der ägyptischen Civilisation beizumessen. Dieser ursprüngliche Text wird bald geändert worden sein, ähnliche Stücke werden ihn in der Folge vermehrt halien; vielleicht wird man Revisionen vorgenommen haben, ohne jedoch aus dem Werke ein Ganzes zu bilden. Denn die verschiedenen Tlieile sind immer vollkommen unabhängig geblieben; die Aufnahme eines Kapitels schliefst keineswegs auch die des vorhergehen- den oder des folgenden ein ; der Verstorbene scheint eine gewisse An- zahl vereinzelter Stücke zu seiner Verfügung gehabt zu haben, unter denen er oder unter denen man fiir ihn ein wenig ad libitum auswählte. Mit gleicher Bestimmtheit kann man behaupten, dafs das Todten- buch kein Ritual ist. Lepsius hat in zwei Arbeiten nach einander be- wiesen, dafs dieser Name von dem Buche eilten falschen Begriff gäbe und aufgegeben werden müfste, ungeachtet E. de Rouge ihn gern bei- behalten wollte. Und ohne Zweifel haben wir im Todtenbuch nicht das, was ein Ritual bildet. Es ist kein Buch, welches die bei der Ausübung eines Cultus 7.u beobachtenden Ceremonien vorschreibt. Die seltenen Angaben dieser Art, welche sich finden, genügen nicht um den von Champollion gewählten Titel zu rechtfertigen. Allerdings heifst es z. B. im 1. Kapitel, diese Worte sollen am Tage der Bestattung gesprochen werden ; auch stellen die Vignetten dazu den Leichenzug dar. Alier man lese den Text und man wird darin vergebens eine Anspielung auf irdische Vorgänge suchen. Es findet sich darin keine Vorschrift über die Ordnung der Ceremonie und über das, was dabei gethan oder gesagt werden soll. Es kann vorkommen, dafs man in einem Papyrus des Todten- buchs ein Kapitel eingeschaltet hat, welches zu dem eigentlichen Ritual gehört. So findet sich in dem Londoner Papyrus 9901 neben den Vi- gnetten des 1. Kapitels die -Öffnung des Mundes'' benannte Ceremonie; aber wie verschiedenartig ist dieser Text vom Todtenbuch: zunächst wird bemerkt, dafs der Priester spricht; dann folgt, was er zu thun hat; endlich wird ausdrücklich gesagt, dafs diese Ceremonie an der Statue oder an der Mumie des Verstorbenen vorgenommen wird. Im Todten- buche ist es immer der Verstorbene, welcher selbst redet; alle Gebete und Hymnen werden ihm in den Mund gelegt; oder wenn der Text die Form eines Zwiegesprächs annimmt und wenn ein Gott oder ein Genius Fragen an den Verstorlienen riLditi.-t, so ist er doch immer der Antwor- tende. Wir finden keine für einen Priester oder ein Familienmitglied gegebenen Anweisungen darüber, was ihm zu Ehren zu geschehen hat, aufser vielleicht, wo es sich um Amulette handelt, die auf seine Mumie gelegt werden sollen. 3* 20 Man wird einwenden, dafs Kapitel wie 22, 23, 105, 151 sich wie zu einem Eitnal gehörig aiisnehmen; aber man wird sich leicht über- zeugen, dafs es sich auch da nicht um Ceremonieen handelt, die auf der Erde vorkämen. Denn abgesehen davon, dafs überall der Verstorbene spi-icht, ist noch eine andre Betrachtung von grofser Wichtigkeit anzu- stellen. Der Ausgangspunct des Todtenbuches, die Gegend wo alles, wovon es spricht, anfängt, ist die Amenthes; es ist nicht die wirkliche Welt, sondern die andere Welt, so wie die Einbildungskraft oder der religiöse Sinn der Ägypter sie sich vorstellten. Die Wesen, welche da- selbst neben dem Verstorbenen auftreten, sind keine menschlichen Wesen von Fleisch und Knochen, sondern es sind alle jene Götter und bizarren Schöpfungen, mit welchen die Ägypter das Land ihres ewigen Aufent- halts bevölkerten. Der Verstorbene selbst macht in der Amenthes Ver- wandlungen jeder Art durch; er nimmt alle Formen an, die er will; andere Male ist er ein unvollkommenes Wesen, welches man wiederher- stellt, indem man ihm einen Mund und ein Herz verleiht. Augenschein- lich ist die Scene nicht unsere Erde, das Leben nicht jenes Dasein, welches der Verstorbene eine Anzahl von Jahren gehabt hat: wir sind vielmehr in dem Lande der religiösen Einbildung. Auch da werden ge- wisse Ceremonieen dem Verstorbenen zu Ehren vollzogen, nachbildlich vielleicht jenen auf der Erde gefeierten; aber es geschieht durch die Ver- mittelung der Götter oder Dämonen. Während bei seiner Bestattung ein mit einem Schakalskopfe maskierter Priester seinen Sarg getragen hatte, wird es nun Anubis sein, der seine Mumie mit seinen Armen umfängt und jene Worte spricht, welche mehreren Theilen seines Kopfes einen gött- lichen Ui'sprung beilegen. Statt der einfachen Klageweiber werden jetzt Isis und Nephthys ihres Amtes walten; ebenso wird Ptah sein Sem- Priester sein und ihm den Mund öffnen _mit dem eisernen Griffel, mit welchem er den Mund der Götter öffnet". An diesen beiden innern Eigenthümlichkeiten unterscheidet man am besten, was zum Todtenbuche gehört und was nicht dazu gehört: der Verstorbene ist es, der redet und angeredet wird ; sodann geht alles, 21 Avorum es sich handelt, in der Amenthes vor oder bezieht sich wenijr- stens darauf und mufs nothwendigerweise darauf zurückkommen. Wenn der Verstorl)ene zeitweihg daraus hervorgeht, so doch nm- inu bald wie- der in sie einzugehen. Dazu iniifs man noch die besondere Fonu neh- men, in welche diese Texte sich einkleiden. Sie haben einen Titel, der entweder ein allgemeiner sein kann, wie er sich in dem Buche mehr- fach findet, oder ein besonderer, insofern er die Gelegenheit oder die Umstände, unter denen diese Worte von dem Verstorbenen gesprochen werden, und den Zweck, welchen sie erreichen sollen, angiebt. Auf die- sen Titel folgen die Worte, welche dem Verstorbenen oder einer Gott- heit in den Mund gelegt werden; es schliefst sich ihnen manchmal eine Nachschrift an, welche entweder den Ort bezeichnet, wo diese Texte ein- geschrieben werden sollen, oder das Gute, welches dem sie Kennenden daraus zu Theil werden soll. Dies sind nach Inhalt und Form die be- merkenswerthesten Züge, an denen man die Texte des Todtenbuchs erkennt. Wenn das Todtenbuch statt ein Ganzes mit Anfang und Ende zu werden eine Sammlung ohne Ordnung und Methode geblieben ist, so ent- spricht es darin der philosophischen und religiösen Lehre derer, welche es geschrieben haben. Wenn man die Religion des alten Ägyptens stu- diert, so mills man immer einen beträchtlichen Theil berücksichtigen, der darin vage und unbestimmt geblieben ist. Was giebt es z. B. Schwie- rigeres, als die unterscheidenden Merkmale jeder einzelnen Gottheit zu erkennen? Ich spreche selbstverständlich nicht von ihrer äufsern Er- scheinung; aber welche Eigenschaften einer jeden fänden sich nicht in einem mehr oder weniger entwickelten Grade auch bei den übrigen? Ihre moralische Physiognomie hat keine vollkommen deutlichen und ent- schiedenen Umrisse. Ähnlich verhält es sich mit dem Inhalte des Todten- buchs. Es giebt weder ein System, noch giebt es bestimmte Ideen über das Schicksal der Verstoi-benen jenseits des Grabes. In andern Religionen haben die Seelen einen genau vorgeschriebenen Weg, so zu sagen; sie haben gewisse Verwandlungen oder gewisse Phasen durchzumachen, die sich auf einander folgen und sie schliefslich zu einem bestimmten Ziele führen. Im Todtenlniche ist das Ziel ebenso unsicher wie der Weg, der zu verfolgen ist. Kein Zwang, keine Nothwendigkeit in dem, was den Seelen widerfährt. Die verschiedenen Zustände, welche beschrieben wer- den, sind nicht auf einander folgende Phasen, durch welche jeder hin- durch miifste; nicht das ist es, was jeder Seele noth wendig begegnen mufs, sondern was ihr begegnen kann, alle Lagen, in welchen sie sich befinden kann^ alle Ziele, denen sie zustreben kann. So ist eines der wichtigsten Vorrechte, welches dem Verstorbenen gewährt werden kann, die Fähigkeit alle Gestalten anzunehmen, die er will; er kann ein Beiinu, ein Lotus, ein Krokodil, ein Sperber werden. Aber nicht alle Verstor- benen machen von diesem Vorrechte Gebrauch und nichts verpflichtet sie dazu; auch zieht nicht eine Verwandlung eine andere nach sich; in dem Kapitel vom Lotus z. B. oder in dem vom Sperber wird keinerlei Andeutung gegeben, dafs der Verstorbene die Gestalt eines Kranichs oder eines Krokodils angenommen habe oder sie annehmen müsse. Eine andere sehr wichtige Episode in dem jenseitigen Leben ist die Scene von Osiris und das Gericht. Ein oder zweimal wird auf die- selbe angespielt, so im Schlufssatze des 1. Kapitels nach der altern Re- daction und im 132. Kapitel; aber wir wissen nicht, wann dieses Gericht stattfindet, noch ob alle Verstorbenen es über sich ergehen lassen müs- sen; wir können selbst nicht einmal erkennen, welches bestimmte Er- gebnifs dasselbe für den Verstorbenen haben kann. Nirgends wird dies Gericht als eine nothwendige Bedingung zur Erlangung dieser oder jener Gnade erwähnt, und abgesehen von einigen Stellen, wo von der Wage gesprochen wird, ist es sonst überall unbekannt. Es erhellt, dafs, wo die Lehre so wenig fixiert ist, auch das Buch, welches sie wiederspie- gelt, es nicht mehr sein kann. Da es alles umfafst, was den Verstorbe- nen begegnen kann, und nichts die Auswahl bestimmt; da es keine erkenn- bare Zeitfolge und namentlich kein Endziel darin giebt, so können auch die Kapitel, welche uns einen oder mehrere dieser Zustände beschrei- ben, keine bestimmte Ordnung haben. Wenn sie sich an einer Stelle 23 eher als au einer amlern finden und wenn die Kapitel eine nothdiirftige Keihenfolge haben, so ist das mehr Sache des Gebrauchs als der Lehre. Der Xame, mit welchem die Ägypter dieses Buch oder wenig- stens den gröfsten Theil desselben ohne Zweifel bezeichneten, ist das Buch vom g^^^? oder ^ |^ ^ ^ ? • Man hat über den Sinn dieser drei AVörter viel gestritten; fast jeder Agyptologe hat seine eigene Erklärung vorgetragen, ohne dafs eine sich des Beifalls al- ler Stimmen zu erfreuen gehabt hätte. Die Meinungen gehen über die Bedeutung jedes dieser Wörter auseinander, aber hauptsächlich über den Sinn des Verbs <==• und der Präposition ^s^^. Wahrscheinlich hat die- ser Ausdruck für die Ägypter eine conventionale Bedeutung gehabt, wie es bei vielen zusammengesetzten Ausdrücken, selbst in den neuern Spi-a- chen, der Fall ist, eine Bedeutung, welche uns vielleicht entgeht, weil wir den Ausdruck immer zerlegen und jedes seiner Elemente buchstäb- lich übersetzen, was uns auf den falschen Weg führt. Man vergleiche nur andere zusammengesetzte Ausdrücke, wie z. B. ^^ ''^— ^ | .^sS' ^^^~ sen eigentliche Bedeutung „funeräre Opfei'gaben- man nur aus dem De- terminativ fi=n schliefsen kann; ebenso steht es mit "^^ j j , welches .Bücher'' bezeichnet, und noch viele ähnliche liefsen sich anführen. In dem Berliner Congresse habe ich eine Übersetzung vorgeschlagen, welche der Deverias am nächsten kommt: Ausgang aus dem Tage (sortir du jour); diese scheint mir der gewöhnlichen Bedeutung des Verbs und der Präposition am meisten gemäfs zu sein. Übrigens beweisen ver- schiedene Stellen, dafs der Tag jemandes seine irdische Lebensdauer ist. Aus dem Tage oder aus seinem Tage herausgehen, das heifst nicht eicentlich das Leben verlassen und die Existenz für immer verlieren; Leben "T ~T^ giebt es auch noch jenseits des Grabes; es heil'^^t nur von dieser beschränkten Dauer des irdischen Lebens befreit sein, weder An- fang noch Ende mehr haben, ein Dasein ohne zeitlich und räumlich ge- steckte Grenzen führen; daher wird der Ausdruck -ausgehen aus dem Tage- so häufig durch die Worte ergänzt: .unter allen Formen, welche der Verstorbene will-. Kurz, ein von den Grenzen der Zeit und des Raumes befreites Wesen werden, das verstehe icli unter .ausgehen aus dem Tage-. Lieblein hat gegen diese Erklärung eingewandt, dafs sie in wenige Wörter, deren Sinn ihm- vollkommen klar und sehr emfach erscheint, zu viele Ideen lege. Ich mufs gestehen, dafs mich das Studium des Todtenbuches zu einem entgegengesetzten Sclilusse geführt hat. Ungenügend finde ich meine Übersetzung darin, dafs sie zu wenig besagt, sie hält sich zu sehr ans Buchstäbliche, sie ist zu genau, und da sie euie Erklärung ex-fordert, so hat sie für mich einen durchaus conventionalen Character. Die von mu* gegebene Erklärung, weit ent- fernt über den Inhalt des ägj^ptischen Ausdi-ucks hinauszugehen, fafst nicht einmal alles zusammen, was die Handlung oder den Zustand des ra -On© v\>v »^ . ausmacht. Statt den Ausdruck zu zerlegen und in seine BestandtheUe aufzulösen, nehme man ihn als ein Ganzes mit einer besondern, aller Wahi-sclieinhchkeit nach bildlichen Bedeutung, die wir nicht verstehen, weil wii- die Wörter immer in ihi-em eigentlichen S'mne auffassen; man prüfe alle Stellen, wo sich dieser Ausdruck findet, man studiere alle Ideen, welche er in sich schliefst, alle Bedingungen, welche er unterlegt, alle Eigenschaften, welche er dem Verstorbenen, auf den er Anwendung findet, beilegt, und man wird sich überzeugen, dafe noch keine Übersetzung die drei ägyptischen Wörter auf befriedigende Weise wiederzugeben vermocht hat. Wir haben in unserer Sprache das Wort noch nicht gefunden, welches, wenn es dem ägyptischen Ausdrucke nicht genau entspiücht, doch die meisten m dem per ein hru enthaltenen Ideen wiedergiebt. Es ist weder Wiedergeburt, noch Wiedererschei- nung, noch Auferstehung: und gleichwohl liegt in jedem dieser Wör- ter etwas Richtiges und mehr als in den buchstäblichen Übersetzungen, welche die einen und die andern vorgeschlagen haben. Ein anderer, ziemlich häufiger, allgemeiner Titel des Todtenbuchs ist I 1(1 J ^^ '^ -das Kapitel der Ver vollkommen uug des Ver- storbenen-. Dieser Titel ist von dem vorigen seiner Art nach verschie- den: er giebt ein zu erreichendes Ziel an, nämlich die VervoUkommenuno;. Auch hier entspricht das Wort dem ägyptischen BegTiffe schlecht. Ein ^^ M 1 <=> iJ ^** ^"^ Verstorbener, dem die verschiedenen Götter, vor welchen er erscheint, gewisse fundamentale Eigenschaften und damit ein Anrecht auf verschiedene Vorzüge verleihen, besonders auf den, an den Opfei'gaben Theil zu haben, welche man den Göttern dar- bringt. So ist er ^"^ ^^^■^ ^ ^ ,.ini Herzen des Ra", d. h. ein Gegenstand seiner Liebe; "[ M ""^^^ ^tor ^ -mächtig vor Tum-, ^^ : "* J^ „ grofs vor Osiris ^ u. s. f. Das will nicht besagen, dafs die so betitelten Kapiti.'! nicht auch einen Theil des '^^ ^^ <~> ^ i hildeten: die Va- rianten des Kap. 15, B. III zeigen uns beide Titel neben einander; übei'- dies waren das nicht die einzigen Kapitel, welche dem ^^ '^1 (] : nöthig waren, auch andere, wie 78 und 125 1), waren ihm heilsam. Die Geschichte des Todtenbuchs bleibt noch zu schreiben. Auf den Ursprung des Buches zurückzugehen ulid seine anfängliche Form wiederzufinden sowie zu bestimmen, wann jeder Theil auf den ersten Stamm gepfropft worden ist, das sind Aufgaben, welche sich nicht eher lösen lassen, als bis reichlichere Piiblicationen besonders in Bezug auf das Alte und Mittlere Reich o-emacht worden sind. Geo-enwäi-tisi haben wir niu- eine Schicht des Gebäudes errichtet, indem wir das Todtenbuch jener grofsen Epoche wiederherstellten, in der die Macht und das Glück Ägyptens ihren Gipfel erreicht hatten. Jetzt ist es leicht die Verände- rungen zu studieren, welche das Buch in den spätem Zeiten bis zu den Griechen und Römern herab erfahren hat. Was uns noch grofsentheils fehlt, das sind die Entwickelungsphasen des Buches bis zu der Zeit, wo wir es aufgenommen haben. Indefs können wir auch für jene Epoche einige allgemeine Thatsachen erkennen. Das Todtenbuch mufs zu den Büchern gehört haben, welche Cle- mens Alexandrinus die hermetischen nennt, und deren Abfassung die Sage dem Gotte Thoth selbst beilegte. Abgesehen von dem Character dieses Buches selbst als eines heiligen, ergiebt sich seine Eigenschaft als hermetisches Buch daraus, dafs in den Kapiteln mit historischer Nach- 1) Vergl. die Beschreibung vou I/c. 26 Schrift (oOB, 64, 137B, 148) als der Ort, wo das Buch entdeckt wor- den ist, beständie :: = _, oder ^^ü\s® d. i. beides Hermopolis, be- zeichnet wii'd; und der Text fügt hinzu, dafs das Buch von der Hand des Gottes selbst, unter dessen Füfsen es gefunden wurde, geschrieben war. Dadurch soll augenscheinlich dem Thoth die Abfassung des Buches beigelegt werden. Die besondere Categoric von hermetischen Büchern, zu der es gehörte, wird die des Propheten gewesen sein, wie Lepsius sagt; sie umfafst jene, ..welche die hieratischen oder Priesterbücher hiefsen, von den Gesetzen und von den Göttern handelten, d. h. von der höchsten theologischen Bildung^)". Mufs man, weil dieses oder jenes Kapitel in Hermopolis gefunden sein soll, auch dort den Ursprung des Todtenbuchs suchen? Ohne Zwei- fel nicht. Diese Angabe ist zum Texte hinzugefügt, um den heiligen Character des Buches hervorzuheben, ebenso wie die Erwähnung der Könige des Alten Reiches dem Werke ein hohes Alterthum zuerkennen soll. Der Ort, dem das Todtenbuch oder wenigstens die Grundkapitel desselben entstammen, ist die Stadt, welche als die älteste ägyptische be- trachtet wurde und welche eigentlich die religiöse Hauptstadt war, He- liopolis, und die Lehre, welche es enthält, ist die der Priester von On. Davon wird man sich leicht überzeugen, wenn man die hervor- ragende Stelle betrachtet, w^ eiche Heliopolis im ganzen Todtenbuche einnimmt. Fast kein Kapitel von irgend w^elcher Bedeutung unterläfst es diese Stadt zu erwähnen. Schon im 1. Kapitel wird von dem Tage gesprochen, wo man die Worte in der grofsen Halle des Tempels von On prüft. Im 17. Kapitel ist es der Gott Tum selbst, der Gott von Helio- polis, welcher das Wort ergreift; On wird mehrfach genannt und Z. 18 findet man auf der Leinewand Thotmes III diese merkwürdige Variante: ij^ Wl G ^fll®^.!^^ "^^^^ S^^'^ alltäglich nach On, memer Stadt". Eben dahin führt uns auch der Schlufs des Kapitels. Im 1) Lepsius, Chronologie I, p. 45. 2) Vergl. auch Z. 57. 27 18. Kapitel wird zuerst On aufgeführt, und dort feiert man das Fest der Vernichtung der Feinde des Neberter. Es würde zu weit füln-en, wollten wir alle Beispiele, in denen Heliopolis vorkommt, lierzälilen. Von dort erscheint der Hennn und dort wird das Gericht abgehalten. Wenn der Verstorbene aus iler Halle der beiden Gerechtiftkeiten hervorgeht, so be- findet er sich, w'ie uns die Varianten der Königsgräber lehren, in «y , welches der Tempel von Heliopolis ist. Man darf jedoch den geographi- schen Namen nicht buchstäblich nehmen. Wenn der Verstorbene von On spricht, so hut er nicht die irdische Stadt im Auge, in der er bei Leb- zeiten vielleicht niemals gewesen ist, sondern ein erdichtetes On, welches er sich in der andern Welt vorstellt. Es verhält sich mit On ähnlich wie mit Jerusalem in den Schriften der Hebräer. Für diese giebt es ein himmlisches Jerusalem, nach dem Vorbilde der irdischen Stadt, al)er mit allem Glänze der idealen Welt ausgestattet, in welcher es sich befindet. Der Ägypter pflegte On als das Sanctuariura 2)ar excellence zu betrachten; er kannte es als die Wohnung des mächtigsten der kosmischen Götter, Tum Ra; er "ab dort ein zahlreiches und wiclitiaes Priestercollesium, das Sanctuarium rührte aus hohem Altertlunu her: Ra selbst sollte an- geblich dort geherrscht haben und wenn man sieh die Wohnung des Tum in der zukünftigen Welt vorstellte, so gab man ihr ganz natüi'licher- weise den Namen On. Auch ist diese Örtlichkeit der Mittelpunct des gesammten mythologischen Lebens und der ganzen Thätigkeit der kos- mischen Götter; und es begreift sich, dafs eine solche Tradition nur von Heliopolis ausgehen konnte, von der Stadt selbst, welche sich in der jen- seitigen Welt eine so bevorzugte Stelle sicherte. On ist im Todtenbuche das eigentliche Sanctuariura, die wahre Residenz des Gottes Tum Ra, des Richters Osiris, der neun kosmischen Götter. Dorthin strebt der Verstorbene zu gelangen (Kap. 53); es ist mit einem Worte die Hauptstadt des mythologischen Landes oder der mythologischen Welt. Denn es giebt eine Geographie des Todtenbuchs. Man findet Namen darin, welche sich \mv auf die himmlischen Gegenden beziehen und keinen Ortlichkeiten in dem wirklichen Ägypten entsprechen; 28 aber es giebt auch einige wenige Namen , welche uns wohlbekannte lind bestimmte Ürtlichkeiten des Landes bezeichnen, deren Sinn aber ein durchaus verschiedener ist, wenn es sich um die andere Welt handelt. Einige dieser Ürtlichkeiten sind zu Orientierungspuncten geworden, da man sie an eine bestimmte Stelle des Himmels setzte. Wir berühren da eine noch nicht behandelte Frage, einen jener noch zu erforschenden Puncte, deren es im Todtenbuche viele giebt. Was bedeuten die geogra- phischen Namen wie f J '^, Ll^!^®' ©^' ü^®- ^'^' ^^'''' diese Untersuchmig hier selbstverständlich nicht unternehmen, da sie mehr Eaum in Anspruch nimmt, als ich ihr zugestehen kann; ich glaube jedoch behaupten zu können, dafs diese AVorte in sehr vielen Fällen ne- ben der eigentlich geograjjhischen Bedeutung eine mythologische haben. Diese beiden Bedeutungen hatten ohne Zweifel einen Berührungspunct; in der ägyptischen Stadt gab es vermuthlich eine Ceremonie oder einen heiligen Gegenstand, der ihn mit der mythologischen Örtlichkeit ver- knüpfte; dabei brauchte die Lage der irdischen Stadt mit der, welche ihr in den himmlischen Regionen angewiesen wurde, nicht nothwendiger- weise übereinzustimmen. Als Beispiel führe ich U R ^ © an, die Haupt- stadt des 9. unterägyptischen Nomos, welche in der Regel für die Stadt Busiris gehalten wird. In den meisten Stellen des Todtenbuches, wo dieser Name vorkommt, stellt er eine Örtlichkeit oder eine Gegend dar, welche augenscheinlich im östlichen Himmel gelegen ist, so dafs man sie selbst als das Sinnbild dieser Himmelsrichtung betrachten kann. Ln Kap. 16 A ist u das Symbol der aufgehenden Sonne, im Kap. 100, 1 steht MH y© im Parallelismus mit f" J r^j "^^o^'t soll der Verstorbene empfangen und geboren werden (Kap. 1), dort den Hauch des Lebens bekommen (Kap. 57), denn wie es der Titel zu Kap. 182 uns lehrt, sind K n H '] "^ und v=— D xIj. w zwei zusammengehörige Acte; dort soll das Umgraben vorgenommen werden (Kap. 18), die erste der landwirthschaft- lichen Arbeiten, welche als im Osten stattfindend gedacht wird. Und noch andere Beweise liefsen sich dafür beibringen. Daraus ersieht man, was die mythologische Bedeutung eines Ortsnamens besagen will, sie kann sich sehr weit von der ursprüngHchen Bedeutung entfernen, da die Orientierung in beiden Fällen nicht immer die nämliche ist. Von Ilelio- polis ist Busiris nicht östlich, sondern vielmehr nördlich gelegen, i) Das Todtenbuch ist aus Heliopolis hervorgegangen und spiegelt besonders die Lehre der Priester dieser Stadt wieder; es läfst sich jedoch nicht behaupten, dal's nicht einige Kapitel auch einen andern Ursprung haben. Es würde z. B. mich nicht iibei-raschen, wenn das 172. Kapitel, welches nur in einem memphitischen Papyrus vorkommt (London 9900), in Memphis verfafst wäre. Ich möchte es deshalb glauben, weil Ptah in den ersten Zeilen dieses Kapitels eine Hauptrolle spielt. Indefs ist das nur eine Muthmafsung, denn selbst in diesem Kapitel kommen die Götter von On wiederholt vor. Dagegen können wir dem 171. Kapitel /wlw\ ^^ "^^ j f J _^ I' ^^^^ "^^* Bestimmtheit einen thebaischen Ur- sprung zuschreiben, es kommt nur in zwei Papyren vor (Bulaq 21, Cc und Brocklehurst II, Ax). Der Verstorbene wendet sich nach einander an eine grofse Zahl von Gottheiten und fängt mit denen von Heliopolis an, dann nennt er Tk 3 ^^^ f \\ -"^^^ ^ _Menthu von The- ben und Ammon". Es ist das einzige Mal im Todtenbuche, dafs diese Gottheiten genannt werden und dafs der Name Thebens T vorkommt, und zwar in beiden Exemplaren. Eins derselben {Cc) erwähnt noch eine andere Localgottheit, ^'^ ^^ \\ ü fl© --^Sebek von Sehet-, die indefs in Ax ausgelassen ist. Man könnte daher in diesem Kapitel mit grofser Wahr- scheinlichkeit eine von Theben ausgegangene Interpolation annehmen, die im Vergleich zu dem übrigen Buche ziemlich späten Ursprungs sein mufs. Was nämlich bei der Bestimmung des Zeitalters des Todtenbuchs haupt- sächlich ins Gewicht fällt, das ist der Umstand, dafs der Xame Ammons so wie alles auf seinen Cult Bezügliche und alle Ortlichkeiten, worin er verehrt wurde, darin vollständig fehlen. Während wir 1 p einmal antreffen, finden wir die Hauptgottheit Thebens nirgends. Jedesfalls war tJ 1) Die Örtlichkcit, welche den Westen bezeichnet, scheint mir Abydos ZU sein. ® 30 die Rolle Amnions in dem ägyptischen Pantheon eine bedeutende, und Theben, seine Residenz, ohne Zweifel eine viel wichtigere Stadt, als die meisten andern der im Todtenbuche genannten. Wenn die Götter und Tempel dieser Stadt mit Stillschweigen übergangen werden, so ist das sicherlich deshalb geschehen, weil die Abfassung des Buches in eine frühere Zeit zurückgeht als der Cult des Amnion, und dafs man später in dem Wunsche, dem Werke seine archaische Farbe zu erhalten, An- stand genommen hat, in dasselbe Dinge zuzulassen, welche diesen Cha- racter geändert hätten. Denn wenn man die Texte vei'gleicht, welche die thebaischen Priester in den Gräbern der Könige einmeifseln liefsen, so kann man nicht eben zugeben, dafs die Lehre der beiden Städte Theben und Memphis nicht in Einklang gewesen wäre. Wir haben also in Kap. 171 eine sehr seltene Ausnahme festgestellt. Augenscheinlich herrschte der Cult des Amnion zu der Zeit, wo dieses Kapitel geschrie- ben wurde, und da es aufserdem Sebek von Sehet erwähnt, eine der Lieblingsgottheiten der Anienemha und Sebekhotep, so kann man sicher sein, dafs es jünger ist als die XIIL Dynastie. Ein anderer Beweis für das hohe Alter des Todtenbuches ist die Erwähnung melu-erer Könige: von zwei Kapiteln soll das eine (Kap. 130) nach dem Turiner Papyrus unter der Regierung des Usaphais der I. Dynastie, das andere (Kap. 64) unter der des Mycerinus der IV. Dy- nastie aufgefunden worden sein. Aber in dieser Beziehung stimmt die alte Tradition mit der der Saiten nicht iiberein. Auch mufs man sich natürlich fragen, ob die Nachrichten, welche die Nachschriften dieser Kapitel liefern, für authentisch zu halten sind. AVas unsern Glauben daran erschüttern kann, ist gerade die LTneinigkeit zwischen den beiden Epochen, und dafs man bei der Revision des Werkes unter den Saiten die ältere Tradition willkürlich geändert hat. Dafür können wir aber bei einem Kapitel eine Tradition feststellen, welche sich von der XL Dy- nastie bis in die XXI. erhalten hat. Der Turiner Papyrus schreibt dem Usaphais das 130. Kapitel zu und dem Mycei-inus das 64. mit dem darauf folgenden vom Herzen, wel- 31 dies wir 30 B genannt haben. In der thebaischen Epoche enthält das 130. Kapitel keine Nachschrift mit einem Königsschilde, die Urheberschaft des Usaphal's scheint also eine spätere Erfindung zu sein, doch finden sich die beiden Königsnamen anderswo wieder. Auch die Verschmelzuncr von G4 und 30B scheint neuern Datums zu sein, denn in den alten Texten sind sie nicht vereinigt; am häufigsten wird 30 B mit der Psy- chostasie zusammengestellt, zu der es gehört. Auf 30 B findet die Nach- schrift mit dem Namen des Mycerinus Anwendung, wie wir aus dem Papyrus in Parma ersehen. Seltsamerweise findet sich dieselbe Nach- schrift in den beiden thebaischen Papyren Fe und Ax über der Psy- chostasie, aber ohne Kap. 30B, welches sie scheinbar ersetzt; in diesen beiden Texten ist sie zu Kap. 148 hinzugefügt und an dieser Stelle habe ich sie in dieser Ausgabe wiedergegeben (I. 167). Im Papyrus Aa hat das 64. Kapitel zwei Recensionen von ungleicher Länge; die kürzere ist der in Ca sehr ähnlich, welche aus der Regierung des Usaphai's datiert ist. Wenn wir auf den Sarg der Königin Mentimhotep der XI. Dynastie i) zurückgehen, wo sich Kap. 64 gleichfalls zweimal findet, so sehen wir, dafs es schon dort einmal dem Usaphais zugeschrieben wird; und wenn wir bis in die XXI. Dynastie herabsteigen, im Papyrus der Ne(emt oder einem gleichzeitigen Texte in Leyden, immer wird Usaphais genannt. Angesichts einer so beständigen und so alten Tradition können wir wohl behaupten, dafs wenigstens gewisse Theile des Todtenbuchs auf die er- sten Zeiten der ägyptischen Monarchie zurückgehen, und wenn wir dazu die oben erwähnte Thatsache halten, dafs alles auf den Cult des Ammon Bezügliche in demselben fehlt, so können wir dreist scliliefsen, dafs das Buch älter als die XI. Dynastie ist. Es verdient Beachtung, dafs die Könige Usaphais und Mycerinus, die doch Memphiten gewesen sein müs- sen, nur in den thebaischen Papyren erwähnt werden. Die gröfste meraphitische Urkunde, welche wir besitzen, der Papyrus Ja, nennt kei- nen der beiden Könige. Und dennoch datiert er ein Kapitel, welches er 1) Goodwin, Zeitschrift 1866 p. 55. 32 allein in diesem Umfange überliefert, 13 7 A. L>ie Xachsclirift desselben, ganz ähnlich der zu 148 oder 30B, besagt, dafs der königliche Sohn Hor- tete/ das Buch, von der Hand des Gottes geschrieben, in einem gehei- men Kasten aufgefunden habe, als er die Tempel von Unter- und Ober- Äg}'pten inspicierte. Xun wissen wir aus andern Texten, dafs Hortetef der Sohn des Mvcerinus war: demnach würde also die Entdeckuns; des Buches unter die Regierung dieser Fürsten verlegt werden. Wie wir oben bemerkt haben, können wir. das Todtenbuch des Alten und Mittlern Reiches noch nicht wiederherstellen ; aber wir dürfen behaupten, dafs, mit alleiniger Ausnahme der erwähnten Sarginschrift der Königin Menthuhotej) , alle uns bekannten Urkunden dieser frühen Epochen in Hieroglyphen und nicht hieratisch geschrieben sind. Die Sarkophage des Alten Reiches, die uns erhalten sind^), die der XI. Dy- nastie, wie des Amam im Britischen Museum oder des Ante/ im Berliner Museum^), das Grab der Königin J 1 1, welches ich in Der-el-bahri co- piert habe, alle stellen den nämlichen Schriftstil dar wie das Grab des Amenemha der XVIII. Dynastie oder die von uns benutzten Papyri, d. h. eine Mittelschrift zwischen den beiden StUen, eine abgekürzte Hierogly- phenschrift, in welcher gewisse Zeichen fast die hieratische Form haben, während andere erkennbare Bilder geblieben sind. Xicht als ob die hie- ratische Schrift nicht existiert hätte, die wir doch in den alten Berliner Papyren und im Papyrus Prisse finden, sondern man hat sie für fune- räre Texte nicht angenommen und sich an die mehr oder weniger gut gezeichneten Hieroglyphen gehalten. Diese zweifellose Thatsache wider- strebt der oben angeführten Meinuns; E. de Rouge's. Xicht im Hierati- sehen haben wir den ältesten Text des Todtenbuches, sondern im Ge- gentheUe ist der hieroglyphische Text der ältere, den man beibehalten hat, obgleich für andere Bücher die hieratische Schrift angewandt wurde. Dieser ausscliliefsliclie Gebrauch des Hieroglyphischen in den fune- 1) Lepsics, Denkmäler ü. 99. -) Lepsics, Denkmäler U. 145. 33 raren Texten scheint mir einen doppelten Grund gehabt zu haben. Zu- vörderst ist diese Schrift die ältere, die sorgfältigere und deshalb die für heilige Texte, welche mehr respectiert wurden als die übrigen, geeigne- tere. Da die hieroglyphische Schrift stattlicher ist, so konnte man durch dieselbe gewissermafsen die Werthschätzung des Buches ausdrücken, ähnlich etwa wie wir gewisse Namen und Wörter durch grofge An- fangsbuchstaben auszeichnen. Sodann glaube ich, dafs die Texte des Todtenbuchs ursprünglich entweder auf die Wände des Grabes, wie die Pyramidentexte, oder häufiger noch auf die Sarkophage gemeifselt oder gemalt wurden. Mir ist es wahrscheinlich, dafs man zum Papyrus seine Zuflucht genommen hat, um die Sargmalereien zu ersetzen, vielleicht auch um sie zu vervollständigen, wenn man dem Verstorbenen eine rei- chere Auswahl von Texten mitgeben wollte, als sich auf dem beschränk- ten Räume der Seiten seines Sarkophags anbringen liefs. Eine solche Überlieferung mufste rasch verloren gehen, aber sie würde erklären, warum man für die Leichenpapyri die monumentale Schrift beibehalten hat. Diese Schrift ist weit entfernt vollkommen zu sein, man bemerkt das Bestreben sie zu vereinfachen und so die Reproduction der Texte rascher und mit weniger Kosten zu beschaffen; aber sie mufste dabei monumentale Schrift bleiben, d. h. ihren Character als Zeichnung und bis zu einem gewissen Grade ihren ornamentalen Zweck bewahren. Wenn man dieser dem Todtenbuch eigenen Mittelschrift einen Namen geben wollte und wenn man mit einer seit Champollion bestehenden Tradition brechen könnte, so mufste man sie wohl die hieratische nennen, da sie nur für heilige Texte Anwendung gefunden hat, mehr als die andere, welche schliefslich doch nur eine Cursivschrift ist. Dieser Schriftstil, den ich fortfahren werde hieroglyphisch zu nen- nen, hat bis ans Ende der XX. Dynastie und las in den Anfang der XXI. Dynastie gedauert. Die Veränderungen, welche er erlitten hat, ha- ben seltsamerweise einen entsegengesetzten Gang gehabt als man erwar- ten sollte, d. h. statt mit der XIX. und XX. Dynastie mehr und mehr cursiv zu werden, nähert sich die Schrift im Gegentheile mehr und mehr 34 der reinen Hieroglyphe. Der Unterschied ist zwischen mehreren der von uns zu dieser Ausgabe benutzten Papyri sehr merklicli. Man nehme z. B. das 1. Kapitel des Papyrus Ag , der mitten aus der XIX. Dynastie ist, und vergleiche es mit einem beliebigen Stücke aus Aa, Pb oder Cc, die aus der XVIII. Dynastie sind, und man wird sich überzeugen, wie viel vollendeter die Zeichen in Ag sind. So unterscheidet dieser Text sorgfältig den Horussperber ^^ von der Schwalbe '^=f, während in den andern drei Texten derselbe unvollkommene Vogel alle beide bezeichnet. Dieser Unterschied findet sich auch in Ba aus dem Ende der XIX. Dy- nastie wieder; der Sperber ist immer mit Sorgfalt gezeichnet, aber in der Regel folgt ihm ein rein hieratisches Zeichen | (Kap. IB, Z. 14). In dieser Epoche bemerkt man wohl, dafs es neben der heiligen Schrift eine cursive gab, denn wenn der Schreiber ein Zeichen ausgelassen hat oder es sehr klein machen will, so wendet er manchmal die hieratische Form an (Kap. 1 B, Z. 15, Kap. 44, Z. 14). Man könnte viele Beispiele anführen und an einzelnen Characteren, wie dem Widder, der Gans und mehreren stehenden Männern zeigen, wie grofs der Unterschied zwischen den Papyren aus dem Ende der thebaischen Epoche und denen aus ihrem Anfange ist; am auffallendsten ist er in /? T^ ZI /i ^ f h f- tt ^ ^^ = 0 Art> ^ \-A \i ''.J^^ rr. Ol A/AV\A />rN^ ^0\ AMav\ 1 I I I 2 IUI © 1 1 ^ ^ = Ä ^' #? J-i^ q^ ^ fJ i V^ 1-=- D^M3 If © o ' ' I -fv "1 JT" . r . ''^ I I I J 0(2 A^wv\ A'V^AA^ ^^ -A ® O Q^Q 5 k P^ I I I o I I I jj 43 seinem Wege genau wieder zurückgekommen. Um mehrerer Klarheit willen i-eproduciere ich Kap. 77, wie es irrthümlich geschrieben ist und wie es correct sein sollte; wuv nüthigen mich die Schrifttypen alle Zeichen nach links zu kehren, was in den Paj^yren dieser Ausgabe niemals vorkommt. M I I I o I I I i etc. 1). Wiederheroestelltor Text. ^\ s \ © 1 1 J^l^ j^ n (2 AWV\\ I i I 2 IUI / ? O III 4- 7\ AVVAAA m k i:^<:ii AVWVA i tJ a ® s 'cz::^ /hA xr< w AVv\A^ J^ (!) — ^ J I ~ I AAAAW n k ^ ^ n ^ III o "^ A/^AAA^ I I I ;— ■^— 1 AAAAV\ jfy) I (9 K 1 ^1 I I I ^* 44 Hier stehen sich der fehlerhafte Text, so wie er sich am Ende des Papyrv;s findet (A auf S. 42), und derselbe wiederhergestellt und mit jeder Zeile an ihrer richtigen Stelle, so wie ihn die Vorlage haben mufste (B auf S. 43), gegenüber. Die Eichtung der Zeichen, die nach links gekehrt sind, während sie in den thebaischen Papyren immer nach rechts sehen, mufs man unberücksichtigt lassen. Es liest hier ein Versehen in der Anordnuno; der Columnen vor, das in Folgendem besteht. Der Schreiber hat aus Nach- lässigkeit oder aus einem andern, weiter unten zu besprechenden Grunde seine Vorlage einmal am verkehrten Ende vorgenommen und macht nun die Schlufscolumne 7 iler Vorlage (B) zu seiner Columne 1. Die Rich- tung seiner Copie von links nach rechts ändert er nicht; aber da Z. 7 (B) nicht ausgereicht hat um seine Zeile 1 zu füllen, so vollendet er die letztere mit den ersten Zeichen aus Zeile 6 (B), aus deren Rest er seine Zeile 2 und einen Theil seiner Zeile 3 macht, und so fort das ganze Ka- pitel hindurch. Daraus ergiebt sich, warum die Zeichen vgs (Z. 6 B), welche auf _^ H H '^ "T^i ^'^ Zeile 5 folgen, in A sich unter die letzten Zeichen der Zeile 1 eingeschoben finden. Statt an das, was ihm vorher- gehen sollte, angeknüpft zn sein, ist nun jede Zeile am Ende der ihr folgenden angehängt. Daher die Verwirrung, die dadurch fast unent- wirrbar wird, (lafs die Columnen der Vorlage und die der Abschrift nicht gleiche Länge haben. Angenommen, dafs der Copist ein Muster vor sich gehabt hätte, dessen Columnen von gleicher Länge waren und das keine Vignetten hatte, und dafs sein eigener Papyrus die gleichen Dimensionen gehabt hätte und seine Columnen für die gleiche Anzahl von Zeichen be- rechnet gewesen wären wie die Vorlage, so hätte der Irrthum lediglich in der Umdrehung des Kapitels bestanden, so dafs der Text von rechts nach links liefe, wie in ziemlich vielen Papyren, die wir kennen. Das ist hier aber nicht der Fall, die Columnen haben in beiden Urkunden nicht die gleiche Länge, auch der für die Vignette bestimmte Raum ist nicht an demselben Platze: daher dieses Durcheinander des Abschreibers, wobei der Kapiteltitel mitten in die letzte Columne geräth. Ganze Pa- pyri sind auf diese Weise geschrieben, und wenn man sich die Mühe 45 geben wollte ihren Text herzustellen, so würde man die Anordnung der Vorlage, nach der sie geschrieben sind, wiederfinden. Dieses gi'obe Versehen lehrt uns jedoch, dafs die Vorlagen, deren sich die Copisten bedienten, in verticalen Columnen, also in Hieroglyphen, geschrieben waren. Freilich besitzen wir in den alten Berliner Papyren hiei'atische Texte in verticalen, sehr kurzen Columnen, aber sie bilden eine Ausnahme; die grofse Menge der hieratischen Texte, selbst der alten, ist in horizontalen Zeilen geschrieben, die einen derartigen Irr- thum der Abschrift unmöglich machen. Das ist noch ein weiterer um- stand, welcher beweist, dafs man die ersten Texte des Todtenbuches nicht im Hieratischen suchen darf. Es mufs unter den Vorlacen von rechts nach links laufende Texte gegeben haben, da mehrere der von uns benutzten Papyri so geschrieben sind, und zwar sehr schöne, wie La, Diese Richtung ist der der Zeichen conform; die andere, häu- figere, hängt, wie Lepsius gezeigt bat, mit einer religiösen Vorstellung zusammen. Das Leben wird als ein Weg oen Westen betrachtet, d. h. nach der Rechten. Zugegeben selbst, dafs es in beiden Richtungen ge- schriebene Vorlagen gegeben hätte, so fragt man sich doch, wie ein Schreiber so leicht ein Versehen wie das eben daroeleirte machen konnte. Wenn er nach einem Papyrus immer in derselben Folge copierte, was konnte ihn veranlassen mit einem Male die Richtuno; zu ändern? warum hat ein Papyrus, dessen Ganzes correct ist, plötzlich ein fehler- haftes Kapitel, wie es im Papyrus des Sutimes (Pinet des medailles und in mehreren Privat- sammlungen befindlichen, 17 Stück. T. die Gräber in Theben, deren 6 sind. 48 A. Papyri in England. Aa. Der erstt' wichtige Papyrus, welcher gleichsam die Grundlage bil- det, auf dem das ganze Gebäude errichtet wurde, ist der Papyrus No. 9900 des Britischen Museums, welcher als Papyrus Burton bezeichnet wird und für das Museum im Jahre 1836 angekauft worden ist. Es ist sicherlich der bedeutendste unter den funerären Papyri der thebaischen Epoche. Er mifst etwa 65 Fufs in der Länge und ist in 33 Stücken auf Carton aufgezogen und unter Glas verwahrt. Der Papyrus ist wohl erhalten, mit Ausnahme des Anfangs inid des Endes; sein Gewebe ist von heller Farbe. Er ist in jenem Schriftstile gehalten, Avelchen die datierten Texte, z. B. die Leinwand Thames III, als der XVIIL Dynastie eigenthümlich erweisen. Die Vignetten sind sorgfältig, jedoch nicht farbig, sondern schwarz cezeichnet und von derselben Hand ausgeführt wie der Text. \n der Darstellung, wie der Verstorbene die Opfer seines Sohnes empfängt (er ist hier in grülsern Mafsen als in den übrigen Vignetten gezeichnet), hat derselbe einen dichten Haarwuchs, welcher vorn bis auf die Augenbrauen und hinten bis auf die Schultern herabreicht; er hält in der Hand die Schleife, welche Brugsch als das Zeichen der Liitiation betrachtet; er träirt keine Sandalen und unter seinem Stuhle befindet sich das Büchei'- behältnifs, das jnlal- Seine Frau hat gleichfalls dichtes Haupthaar, welches bis zur Mitte des Vorderarms herabreicht; weiter trägt sie nichts auf dem Kopfe; au dem Bande, welches ihr Haar zusammenhält, hängt eine Lotusknospe, die ihr auf die Stirn herabfällt. In der Hand hält sie eine Lotusblume, deren Geruch sie einathmet; und unter ihrem Stuhle bemerkt man einen Spiegel und ein Riechfläschchen. Nichts beweist, dafs der Papyrus von verschiedenen Händen ge- schrieben wäre; er scheint für den Verstorbenen selbst angefertigt wor- den zu sein und nicht etwa in voraus. 40 Die Nachrichten des Britischen Museums besagen, clafs dieser Pa- pyrus aus Memphis kommt, mit andern Worten, dafs er in der Xecropole von Gizeh oder Saqqärah gefunden worden ist. Wir haben in ihm also ein schönes Beispiel der memphitischen Papyri, welche mit denen aus Theben zu vergleichen anziehend ist. Das Studium der Urkunden in den verschiedenen Museen hat uns noch einige andere Texte kennen se- lehrt, die ohne Zweifel memphitischer Herkunft sind, darunter zwei in Leyden und einen in Florenz {Ib). Der letztere, gleichfalls auf hellfar- bigem Papyrus geschrieben, zeigt solche Ähnlichkeit mit dem unsrigen, dafs er sehr wohl nach demselben Original copiert sein kann. Schon die Titel des Verstorbenen hätten genüiii't, um uns die memphitische Herkunft des Papyrus zu beweisen. Sie sind recht ver- schiedene, aber sie stehen alle mit dem Cultus des Ptah in Verbindung. Abgesehen von der gewöhnlichen Bezeichnung f||o|, welche man durch „Schreiber" iibersetzt, die aber sehr häufig mit „Beamter^ gleichbedeu- tend ist, war der Verstorbene — •*— ü ü 'Wl oder Ijiswellen ^:^y^ 0 0 "al Xeb- seni, rfe ß ~waa ^ c^B ^^ \\\[ „Schreiber" oder „Zeichner (1 beim Tempel des Ptah". Das Wort rrh. welches voi'läufig srer gele- sen werden mufs, scheint mir eine abgekürzte Schreibart der Gruppe l-^ „schreiben" oder „einmeifseln-' zu sein^). Ein von Pierret-) angeführter Papyrus enthält den Titel: P^-^^-^PJ^^O^^^ I I I I I 1' ^^*^'^ ^'^'^ nicht verstehe als „der, welcher die Grenzen der Tem- pel feststellt", sondern „der, welcher auf die Mauern die zu ihrer Ver- zierung dienenden Inschriften einschreibt oder einmeifselt". Dieser Titel kommt ziemlich auf dasselbe heraus wie der sich fortwährend wiederho- lende tiw I .Pill' welcher seinem Vater eignete. Die gleiche Be- deutung dieser beiden Bezeichnungen ergiebt sich aus dem Umstände, dafs sie durchweg nicht zusananen vorkommen; Xebseni führt bald die jcinc und bald die andere. 1) Brugsch, Wörterbuch p. 12GG. -) Vocabulaire p. 518. 50 Kicht beliebige Inscliriften hatte Xebseni auf die Tempelmauern einzumeifseln, sondern in Sonderheit die auf Ptah bezüglichen. Er war <^ll — "r'%.Tr,fr.^'\™-^l\tl' -Zeichner der Wohnung des Ptah in den Tempeln von Ober- und Unter-Agypten". Es gab damals ohne Zweifel zahlreiche Beispiele des noch in Abydos ei'sicht- lichen Verhältnisses: Tempel, welche in ilirer Umfassungsmauer Sanctua- rien verschiedener Gottheiten einschlössen; und überall, wo Sanctuarien des Ptah bestanden, hatte Xebseni seine Kunst auszuüben. Es war kei- neswegs nur eine handwerksmäfsige Kunst; sie setzte bei dem sie toben- den die Kenntnifs wenigstens eines Theiles der heiligen Literatur und die Einweihung in die Mysterien voi-aus. Daher finden sich mitunter diese Titel : (# ° | -^^^^^^ "t" "^ Ti ^ ^ n I ^ PT^ ,T, -'^^r Zeichner des Ptah, der in die Mysterien der Tempel eindi-ingt,- oder auch wohl "%C A n r ' ''^™''"' J . , "^^^^ 1 -der in die Mysterien des Gold- hauses eindringt". Bekanntlich bildete _das Goldhaus" einen Theil des Tempels des memphitischen Ptah, vielleicht die Werkstätte der Einmeifse- 1er. Diese beiden Titel bedeuten also: eingeweiht in die geheime Wis- senschaft des Ptah.^) Ein anderer häufig voi-kommender Titel ist ^ ~^'>^ ~J _das Kind des verborgenen Ortes''. Dieser lediglich conventionale Name mufs bezeichnen, entweder dafs der ihn Führende eine bestimmte Stufe der Initiation erreicht hatte oder dafs er zu einem Schatze oder zu einer Niederlage von Werthsachen, welche man an dem verborgenen Orte ver- wahrte, Zutritt hatte. Die Länge der Titel und Bezeichnungen hängt oftmals von dem Räume ab, den der Schreiber zu seiner Verfügung hatte; auch verfehlt derselbe nicht, wenn der Platz reichlich ist (was seltener zutrifit), etwas 1) Es findet sieh iu dem Papyrus ein Beispiel des Titels P=H=^ ^\^ K^J „der Zeichner des Ha-jeb''. Oflenbar wird durch Ha-jeb eine memphitische und keineswegs das Serapeum des sai'ti- schen !Nomos bezeichnet. 51 Lobendes für den Verstorbenen liinzuzufiigen. So heifst es einmal nach den Worten ^— ^ yi , auf welche w'iv unten zurückkommen werden: äO r^ '^--- xl^'^liO'^'^ ,:dafs er folgt seinem Gotte, dem grofsen Ptah Anehef-res~. Sonst findet sich eine ganze Aufzählung sei- ner Eigenschaften; es heil'st, er sei ,^^^^- ß^"^^^^-^— ° i T I S ^ T^^ J ^ '^ ^ ä i "i"^ ß*^«it2 '^^'^ Wahrheit, frei von Widerspruch, 1) freundlich gegen alle". Wir kennen auch seine Fainilie theil weise; zuerst seine Frau, wel- J Senseneb genannt wird. che dreimal hinter ihm dargestellt ist und 1 I Sie wird immer als ..Schwester" bezeichnet, 1 ^, ..seine Schwester die Frau"; da aber dieselbe Vignette auch den Sohn mit der Bezeich- nung Xi^ I , , -ihr Sohn" zeigt, so erhellt, dafs Senseneb nicht blos die Schwester Nebsenis ist. Sie war jedesfalls seine Frau. Man darf das Wort 1 '=^ nicht für genau unserm Worte Schwester entsprechend halten, möglicherweise umfafste es noch entferntere Verwandtschaftsgrade. Möglich auclu dafs man nach der alten Überlieferunn," der Endogamie oder Heirat im Schoolse der Familie der Gattin den Namen Schwester bewahrt oder vielmehr gegeben hat. Die Titel der ptolemäischen Köni- ginnen machen mir die letztere Annahme wahrscheinlicher. 2) Von der Nachkommenschaft Nebsenis kennen wir zwei Söhne, ^^?n] Chemmes und «_(] ' l^tahmcs, deren Namen von den beiden Haupt- gottheiten von Memphis abgeleitet sind, da Chem in der | Hl--J o^~ nannten örtlichkeit dieser Stadt ein Sanctuarium hatte.'') Aufserdem ■wird eine Tochter | I /\ ® ^ „die Memphitin" genannt, die vor ihrem Vater gestor])eu zu sein scheint. Der Vater Nebsenis hiefs -p^ ^ Tonna, auch ^^^^^ '^ geschrie- ben, er war |4| | '^^^ i r i ;=^ „Zeichner des Königs"; Nebseni hatte also 1) -'^ l — n eig. was beuiiiiiiit. d. li. was entgegengesetzt ist (der Wahr- em ^^ heit), was ihr widerspricht odor entgegen ist. -) Letronne, Inscriptions grecques I, p. 2 ff. 10. ^) Brl'GSCH, Dictionnaire geograpliiqne, p. 72-1. seine Kunst von seinem Vater geerbt. Von Tenna keifst es einmal, dafs er — *— j E 1 X i 1 1 2I) »Besitzer eines Grabes nach dem Willen (des Königs)" war; wahrscheinlich war er auf königliche Kosten bestat- tet zur Belohnung seiner langen und treft'lichen Dienste. Die Mutter Nebsenis hiefs ^ \N T] -^s;^ | ^ Q Mut-resta und führt keinen besonde- ren Titel. In der Epoche, in welcher der Papyrus geschrieben worden ist, wurde der Verstorbene nur selten als „Osiris" bezeichnet. Indessen fin- den sich einige Beispiele in demselben, K. 20, 2. 134, 9. 92, 1. Meist wird er mit seinem Titel ohne diese Bezeichnung genannt und einige Male findet sich vor seinem Namen das Adjectiv ^ (J (j Kap. 50, 1. Auf den Namen folgt beständig ^^ | _v oder ^^=^ y^, manchmal beides zusammen, je nach dem Räume, den der Schreiber auszufüllen hatte. Auf diese Weise konnte er den Namen nach Belieben verlängern oder verkürzen; so haben wir ^=^ f^^ J ^^^ , ^=^ f^ ^ ° f Q u ® ' ^ "^l^^^fJT^^iVQt^- Sein Vater dagegen ist immer ^^ I ^ und seine Mutter ;^J'|_V5 sein Sohn Chemmes ^ und seine Tochter wieder | '\^, während sein zweiter Sohn diesen Zusatz nicht hat. Seine Frau ist einmal V»; sonst hat sie keinerlei Bezeichnung. Der Papyrus 9900 oder Burton ist auf Anordnung der Trustees des Britischen Museums und unter der Leitung des Dr. Birch photographiert worden, als die gegenwärtige Ausgabe unternommen wurde. Vorher waren Bruchstücke veröffentlicht worden von Bikch i), nach Deverias Copieen von Pierret-) und von mir selbst 3). Neuerdings ist eine vollständige Übersetzung des Textes von Massy erschienen *■'). Dieser Papyrus ist sicherlich einer der correctesten , die wir be- 1) Zeitschrift 18G8 p. 52. -) PiEiiEET, Etudes egyptologiques, p. 84 u. 89. 3) Zeitschrift 1873 p. 25, 1875 p. 85. ■*) Le papyrus de Nebseni. Gaud 1885. 53 sitzen, und da er zugleich einer der vollständigsten ist, so galt er von vorn herein als ein höchst wichtiges Mittel zur Wiederherstellung des Todtenbuches der thebaischen Epoche, auch konnte er durchweg benutzt werden, mit Ausnahme des Kapitels 1 80, welches in verkehrter Richtung copiert worden ist. Ich habe schon sonst ' ) mehrere graphische Eigenthümlichkeiten hervorgehoben, welche dieser Papyrus mit andern derselben Zeit ge- meinsam hat. 1. Das Determinativ jj steht nicht nur nach den Eigennamen der Götter, sondern auch nach den auf die Gottheit bezüglichen Adjec- tiven und im allgemeinen nach allen heiligen Gegenständen. 2. Das Zeichen der Negation — i— kommt nicht vor, es wird durch das einfache aw>« ersetzt für wird und für ^^^ wird AWViA AAttA^\ geschrieben. 3. Das Determinativ des bewaffneten Armes i^ — n kommt aleicli- falls nicht vor und wird bald durch ä ü und bald durch ^ — d vertreten. Ich lasse nun die Übersicht der in dem Papyrus enthaltenen Ka- pitel folgen, in der Eeihenfolge, in welcher sie der Text selbst bietet 2). Anbetung des Osiris IF., 83F., 8i F, 85F.. 77F., 86F., 81 F, 72 F, 99F., 62 F., 105F. über 83 bis 105, 14i und 146 vereinigt, 30BF., 26F., 221^ 23F., 46, 100, 50 über 30B bis 56, 148F, 134 F, 92F., 89F, 137BF, 119, 114F, 112F., 113F, 108F, 109F., 47, 103 F., 76, 48, 104F., 96 und 97 F., 173, 100, 155F, 156F., 160F., 6F., 87F, 56, 88F., 5, 50, 96 und 97F., 117 und 118F, 17, si — 94, 20, 13, 17, 100—106, 44, 50, 38A, 153AF, 17 kleine F., 18, 71 F, 106, 110 Einl., Elys. Gef., 177, 178, 106, 180, 100, niabis F, 166, IblaterV., 180, 167 F, 65, 133 F, 64, 106, 137 A, 64, 41, 179, 136 AF, 136 BF, 149F., 150F., 125, Einl. F., Confession F. und Schlufsrede F. Opfer des Sohnes vor seinen Eltern 172. 1) Zeitschrift 1873 p. 26. -) In diesem Kapitelverzeichuil's xind in allen folgenden habe ich immer die Reibenfolge der betrcflcnden Urkunde beibehalten. Ein V. hinter der Zahl bedeutet, dal's zu dem Test eine Vignette gehört. 51 Diese Liste zeigt uns, dafs sich einige Kapitel oder Theile von solchen in dem Texte zu wiederholten Malen befinden: von 17 werden zwei Fragmente wiederholt, 50 kommt zweimal vor, 50 zweimal, 64 gleich- falls zweimal, doch sind die beiden Versionen von sehr ungleicher Länge ; 100 dreimal, lOG dreimal (einmal mit einem Zusätze), endlich 180 zwei- mal. Die beiden Versionen dieses letzten Kapitels sind gleichfalls von sehr ungleicher Länge, doch haben sie das gemeinsam, dafs sie beide gleich fehlei'haft und für die Textkritik nicht zu verwerthen sind. Es ist zu bemerken, dafs die Vignetten in dem zweiten Theile des Papyrus viel weniger zahlreich sind als in dem ersten. Die längsten Ka- pitel sind damit nicht versehen, so Kapitel 17, welches als einzige Vignette einen sitzenden Anubis hat. Es scheint, dafs der Schreiber nur die ganz unerläfslichen aufgenommen hat, wie die zu Kapitel 149, da sich selbst die Psychostasie nicht findet. Der Papyrus schliefst mit Kapitel 172, welches vielleicht memphi- tischen Ursprungs ist und sich aufserdem nirgends gefunden hat. Ab. Britisches Museum No. 9913. Dieser Papyrus trägt No. 118 der Collection Salt und ist nach dem gedruckten Cataloge derselben von thebaischer Herkunft. Unter Glas und Rahmen hängt er jetzt an der Wand der Museumstreppe. Besonders zu Anfang luid am Ende ist er sehr verstümmelt. Das Gewebe des Papyrus ist von schöner Beschaffen- heit. Die Schrift ist im Stile der XVIIL Dynastie, aber viel kleiner als gewöhnlich in den Papyren dieser Epoche. Das Studium der Varianten hat denn auch gcnöthigt ihn zu den ältesten Texten zu rechnen, die wir besitzen. Der Name des Verstorbenen kommt darin nicht vor, ein Be- weis, dafs der Text in voraus geschrieben war. Nach dem Titel des Kap. 124, mit dem der Papyrus beginnt, scheint es, dafs wir den An- fang des Ganzen haben. ^ ^ Tu ^ k!™ ^ <^ II ^'^^l"- scheinhchifiJllj^. Als graphische Eigonthiinilichkeiten sind zu bemerken, ilafs der bewaffnete Ann >^ — o un M ^ *'"^- ^"-^ urtheilen, der das Ende eines all- gemeinen Titels bildet. Obwohl der Name des Verstorbenen nicht genannt ist, so wird er doch hier und dort durch Attribute ersetzt, Angaben nicht von Titeln oder Würden, sondern von moralischen Eigenschaften. Dergleichen merkwür- dige Bezeichnungen finden sich in Kap. 83 \ (] f ^^^^^^ \ „ , , , I .^^ ^. ^i ^ wörtlich ..der Besitzer guter Worte vor den Menschen", in Kap. 85 I ll '=^=^ I '^^ j=^ „der sehr sanfte" oder „der sehr angenehme", in Kap. 125Einleit. fH^^^i)^^^— ^^[^ wörtlich „der wel- eher die Gerechtigkeit erlangt von seinen beiden Gerechtigkeiten" — eine Anspielung auf die beiden Göttinnen iV«, die des Orients und die des Occidents, die in dem Bilde der Confession dargestellt werden; in Kap. 125 Schlufsrede: f^^^'^^^ün^j'^^ ,.der wahren Her- zens und ohne Are; ist". Zweimal findet sich diese unbestimmte Angabe J ll =^ 1 '^^ ,, Ci:0:ü „Gesagt von jemand in dem Cherneter". Das Zei- chen ^^ — /| findet sich, doch wird es gewöhnlich durch .= — d oder /^ o er- setzt. Die Negation wird durch das Zeichen ^ju. gegeben, das manch- mal selbst für awaa eintritt. Die Form j^ -^^ für ^^ kommt Kapitel 149,17 vor, ebenso ^^ 149,30, wo das zweite —lu-, wenn es nicht feh- lerhaft ist, als Determinativ angesehen werden mufs. Ac enthält die folgenden Kapitel: 71, 106 T., 83, 84r., 85 F., 821'., ^) Wenn der Ägypter ausdrücken will, dafs jemand eine moralische Eigenschaft in einem hohen Grade besitzt, so bedient er sich des Wortes -^z:^ mit dem nachfolgenden Hauptworte, welches diese Eigenschaft bezeichnet (vergl. Naville, Litanie du soleil, p. 15). 57 30Br..77r., 86 F., 99r., 102 J'., 38Ar., 125 Einleitung, Confession T, Schlulsrede, Nachsclirift F., 1491'., 150. In den Vignetten zu Kap. 149 ist die Farbe jeder Wohnung an- gegeben. Zehn davon sind grün | _^ , , ,' ahdefghlmn, und vier hellgelb tJ , ? . ciko. Ad. Britisches Museum No. 10009, Salt 828. Der Verkaufscataloo; giebt an, dafs die Urkunde in Theben aufgefunden ist. Es ist ein schö- ner Papyrus, zu Anfang zerbrochen, gut geschrieben und mit farbigen Vignetten versehen. Er ist eingerahmt und an der Treppe im Britischen Museum ausgehänst. Der Text war im voraus geschrieben, denn der Name des Verstorbenen genügte nicht, um die leer gelassenen Stellen ganz auszufüllen. Der Verstorbene hat keinen andern Titel als jjR, sein Name ist j ""i M '^'"^^^' I L_=ZI "i 'M °^^"® Angabe der Eltern. Der Papyrus enthält die folgenden Kapitel: 141 — 3; ehi unediertes Kapitel, welches theilweise den Titel zu 15B III enthält: 125 Confession r. , Einleitung, Schlufsrede, Nachschrift T. , 100 F., 110 Einleitung, Elys. Gef., 95T'., 136A und B zusammen T'., 149a — k mit der Angabe der Farben: 150. die aufgehende Sonne. Die Zeichen %.=!] und ^r, finden sich und werden beide ange- wandt wie gewöhnlich. Gleichwohl unterliegt es keinem Zweifel, dafs dieser Papyrus der XVI II. Dynastie angehört. Der Verstorbene wird niemals Osiris senannt. o^ Je. Britisches Museum No. 9964. Dieser Text würde uns für die Wiederherstellung des Buches von gröfstem Nutzen gewesen sein, wenn er sich nicht in so schlechter Erhaltung befände. Er besteht aus einer gi'ofsen Zahl von Fragmenten, deren Reihenfolge sich nicht mehr fest- stellen läfst. Die Vignetten sind ziemlich roh, die Fleischtheile grell roth gemalt. Der Verstorbene hat eine Haartracht, welche nicht bis auf die Schultern herabfällt, und den künstlichen Bart. Die Schrift ist sehr dick. Der Verstorbene war ein hochgestellter Mann und hatte die fol- genden Titel: ^B+^S^IT '■■ etc. n - ■ ^1 , , o Amenneh war also ein „Schatzmeister des Königs-, der zu gleicher Zeit bei dem Tempel des -Amnion der Stadt des Südens" angestellt war. Sein Vater war "^ pi| ^^ ""-"^ | ^^^^ J^ ^^ „der Richter, Schrei- ber und Haushofmeister Äntef". Seine Mutter hiefs ^ i c^ S "'"^ Frau 2eta-' und war selbst eine Tochter der Frau J\ ^^ J| oder J\ ^^ Ante/ oder Ante/ tahemt. Das geht aus mehreren Stellen her- vor, aber seltsamerweise scheint der Schreiber einmal die Mutter auszu- lassen und sogleich zur Grolsmutter überzugehen. Es heilst von Amen- „eb, er sei ^ ^ B^^l ^ 1 1,lZ^fl P l^TIZ ä P '^^"^ "^ ^^ i ^ ^ \\ vi "S*^^"! "^^^s Aufsehers Antef und der Frau Antef der Tochter der Frau Taanaki^. Da wir nun eben gesehen haben, dafs seine Mutter Teta hiefs, so hat der Schreiber deren Namen augen- scheinlich ausgelassen. Es ist also ein Stammbaum mütterlicherseits, der bis zur Urahne des Verstorbenen aufsteigt. Die Frau Amennebs scheint ^= ,c==tj ^^ (ji | _V ^ Sitkamesu „die Tochter des Kames" zu heifsen. Dieser Name erinnert an einen der Könige der XVH. Dynastie; und es ist möglich, dafs diese Frau eine Königstochter gewesen ist, was die hohen Würden, zu denen ihr Gemahl gelangte, erklären würde. Jedesfalls führt uns dieser nicht häufige Name Kamesu an den Anfang der XVHI. Dynastie. Der Papyrus, welcher wahrscheinlich thebaischen Ursprungs ist, bietet eine der Eifrenthümlichkeiten von Au: er wendet das Zeichen der D 59 Negation iiiclit an. Tin Verlaufe des Textes müssen mehrere Kapitel wiederholt gewesen sein; ich habe die folgenden wiedergefunden, ganz oder theilweise, die meisten aber in Fragmenten. Anbetung des Osiris, 1, 2, 3, er., 8, 23, 27, 28, dOBV., 42, 44, 50T'., 577., 62, CSF., 64, 71, 72, 76, 80 F., 81, 82 7, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 93, MV., 99, 100, 102, 104F,, 105, 108 (zweimal), 109 (zweimal), 112, 113, 114, 119 F., 124 F., 125 Einleitung F., Confession, Schlufsrede, Nachschrift, 132 F., 136A ii. B zusammen, 153 F. Britisches Museum No. 10010, Murray 1861, unter Glas, an der Treppenwand aufgehängt. Ein Papyrus einzig in seiner Art, von sehr sorgfältigem Stile mit farbigen Vignetten. Obwohl nur von geringer OD OD DO Länge, so enthält er doch mehrere Kapitel, die sich inn Turiner Todten- buche nicht finden, darunter eines, welches er allein hat. Der Papyrus ist für eine Frau ^ ^ -=4r^ '^'^ ■] ^ ^\ <^ 0 Jj "^ ^ „die Frau, die Sängerin des Amnion Muthotept'-^ geschrieben. Der nur einmal vorkommende Titel scheint für den thebaischen Ursprung zu sprechen. Niemals findet sich vor dem Eigennamen der Verstorbenen die Bezeichnung Osiris. Der Papyrus enthält die folgenden Kapitel: 151 F., 182 mit einer fu- nerären Darstellung, 174 F., 1G8AF., 15 Bill F., 16 B untergehende Sonne. Jg. Britisches Museiuu No. 9901, Clot -Bey. Ein Papyrus aus späte- rer Zeit als die vorhergehenden: denn er ist aus dem Ende der Regie- rung Seti I. oder aus dem Anfange der Ravtses' IL Es ist ein datiei'ter Text. Dieser Papyrus ist besonders durch die Feinheit der Vignetten und durch die Sorgfalt, mit der dieselben ausgemalt sind, bemerkens- Mcrtli. In dieser Beziehung ist er ein Kunstwerk; dagegen läfst der Text in mehreren Theilen viel zu wünschen übrig. 60 Er ist geschrieben für ,^ — ^ 'S ^ (^ ^ =1 ^M . . ^ '^J^o<=>S.l I I F 1 ® "^^^'^ Haushofmeister des Königs Seti /. , den Aufseher des Viehs des Königs, den königUchen Beamten Hunefer (be- stattet) im Westen von Theben". Also ist die Herkunft des Papyrus so- wohl als seine Zeit genau bestimmt. In der That würden viele Um- stände auch ohne das Datum uns bewegen diese Urkunde für später zu halten als die vorhergenannten; die viel dünnern Schriftzeichen nähern sich weniger dem Hieratischen und sind der reinen Hieroglyphe ähn- licher, besonders zu Anfang des Papyrus. Hunefer wird immer „Osiris" genannt. Er trägt langes Haupthaar, welches bis zur Schultei'höhe nicht geschnitten ist, dessen vordere Partie aber noch tiefer als bis zu den Schlüsselbeinen herabfällt. Die Kleider sind weiter als die Nebsenis. Ebenso bei seiner Frau ^ , -^^ i\ \ M % •'; , ^ .(^e Frau Sängerin des Amnion Nascha". Auch sie trägt längeres Haar als die Frauen der XVHI. Dynastie; es fällt noch tiefer als bis auf die Ellen- bogen herab. Auf dem Kopfe trägt sie einen Kegel und 'eine Lotus- blume. Diese Zierrathe finden sich an der Mumie wieder, die weifs und mit rothen Streifen kreuzweis bemalt ist. Augenscheinlich hat der Schreiber diesen Papyrus besonders in den Vignetten sorgfältig behandelt; auch der Text ist nicht schlecht bis gegen das Ende; da hat der Copist, der sich vielleicht wenig überwacht fühlte und die Beendung beschleunigen wollte, seine Columnen nur mit Bruchstücken von Sätzen ausgefüllt, ohne sich um den Sinn zu kümmern. So habe ich darauf verzichten müssen, mich des Kap. 17 von Zeile 48 an zu bedienen, obwohl der Text fast bis zum Ende noch 34 Columnen fortgeht. Die Kapitel, welche dieser Papyrus darbietet, sind: IbAUlV., 16 A, 183, 125 Psychostasie, 1 F. und 22 auch noch unter den Vignetten zu 1, an welche sich die Ceremonie des Jwro anschliefst 3/ i ^ v'^ti „die Öffnung des Mundes der Mumie"; dann 17 F. Weiter reicht der Papyrus nicht. 6f Ah. Britisches Museum No. 9968, ein sehr gutes Fragment ohne Vi- gnette, welches Kap. 17, Z. .38 — 69 umfafst. Es ist geschrieben für 1 T /wvv^^ Q n I I ^ n'^^^ Vorsteher der königUchen Frauen Aahmes'', Die hier genannten Frauen J| j sind ohne Zweifel die sonst mit dem Namen '■'^ ^W j bezeichneten, die Frauen des Harems. Papyrus der XVIII. Dynastie. Unter diesem Buchstaben werden zwei Stücke zusammengefafst, die zu derselben Urkunde gehören, von denen das eine der Papyrus Mayer CDEFGK in Liverpool ist^), das andere aber im Britischen Museum befindliche als Papyrus Libri No. 9933 bezeichnet wird. Die beiden Hälften ergänzen sich vollkommen; ich werde daher nur wie von einer Urkunde reden. Es scheint zunächst, als sei dies ein namenloser Papyrus. Als ich aber den Text sehr genau betrachtete, bemerkte ich, dafs der Name allerdings geschrieben war, aber absichtlich im ganzen Um- fange des Papyrus ausgemerzt worden ist, so dafs alle jetzt vorhandenen leeren Stellen von dieser leicht erkennbai'en Zerstörung herrühren. Indes- sen habe ich den Namen des Verstorbenen noch wieder auffinden können: er war | fi a^ oder jji H _V ^ Aahmes, Aahmesu ; der Name seiner Mut- ter ist unleserlich. Der Papyrus ist sehr gut geschrieben und ganz im Character der XVIII. Dynastie. Die Vignetten sind farbig, die Fleischtheile dunkelroth, das Haar sehr kurz. Der in Liverpool befindliche Theil des Papyrus besteht aus mehreren Fraa'menten und ist weniger "wt erhalten als der in London. Das Zeichen w=/l kommt nicht vor, ebensowenig »ju., wel- ches sowohl als Silbenzeichen wie als Determinativ durch ~ww ersetzt ^) Goodwin, Zeitschrift 1873 p. 12; Gatty, catalogue of the Mayer col- lection p. 38. 62 wird; aber ^ "^ | wird _^-^ | geschrieben und '"'^ ^^ entweder ^^ Oder \l. Eine andere graphische EigenthümUchkeit dieses Papyrus ist der viel häufigere Gebrauch des s=5. Man findet es in sehr vielen Fällen statt ^: so findet man die Pronomina '"^ für ^~>~«, für und , , für geschrieben. Aber das Zeichen wird so allgemein ange- wandt, clafs man ihm auch sonst, selbst als weiblichei* Endung, fortwäh- rend begegnet, z.B. in ^ , ; , , ^^.^rl^ll, 5^ ^ o ' ^J oder s=5 jo in den Participien, ^ ., ^=*_y U 0 u. s. w. Die Kapitel, von denen dieser Papyrus Bruchstücke enthält, sind die folgenden: in Liverpool 86 P", 88 F., 56 F., 5, 96 und 97, 117 und USF., 17, 82—94, 18, 1—18, 119, 102, 7, 136 A., 136BF, 124, 149« i — in London 149 6 Ende, c d e f g hi k l m n. Äj. Britisches Museum No. 9914, Young. Sehr unvollständige Frag- mente eines Papyrus der XVIII. Dynastie, deren Vignetten zerstört sind. Er war geschrieben für den ^^^ff|j]ü ^^""^ "^^^^ Amchent Ame- nemha^. Es sind noch vorhanden Kap. lo6B, 149, 1 — 8, 99, 28 — 35 und 136A. ■Britisches Museum No. 9918, Salt 341. Ein kleiner Papyrus aus späterer Zeit, vielleicht der XX. Dynastie, geschrieben für ^ fW) AMAAA (| ~wvvA (j ^^^^^^ ^j |1 __jpj-, QsiHs, ({qw Aufsclicr der Mam-er des Ammon- tempels Amenmcs~. Die thebaische Herkunft ist aufser Zweifel. Dieser Papyrus ist von rechts nach links geschrieben. Er enthält: Kap. 125 Einleitung, dann eine Anbetung Ra's, die einige Ähnlichkeit mit Kap. 15 hat. Dieser Papyrus ist wenig brauchbar. 63 AI. Britisches Museum No. 9926. Fünf sehr kleine Fragmente, die zu drei verschiedenen Papyren gehören. Zwei darunter, in der dicken Schrift der XVIII. Dynastie, gehören zu einem und demselben, und ent- halten Bruchstücke des 17. und 110. Kapitels; der Name hat sich nicht gefunden. Diese beiden Fragmente sind die einzigen, welche benutzt worden sind. A m. Britisches Museum No. 9929, 9934 und 99o."), Fragmente Libri, welche meist zu einem Papyrus aus dem Anfange der XIX. Dynastie ge- hören. Derselbe wurde geschrieben für J j^ ^^^^ T _y '^-^ ^^^ d -^ oder -ri ^ ^^^ I y '^~^ \ 'W "pl •''-^*^" Obersten der Arbeiter Aa oA&v Naa'- . In No. 9929 linden sich Bruchstücke von Kap. 84 und HO, in 9934 von Kap. 1 und 17 bis Z. 51. Auf demselben Carton ist ein Bruchstück des Kap. 17 von Z. 81 an liinzugefügt; er ist jedoch in kleinerer Schrift und gehört zu einem andern Texte mit verschiedenen Namen. No. 9935 ent- hält wiederum Fragmente vom Papyrus des Naa, nämlich 77, 134, 84, 83, 99, 42. In der Benennung der Glieder, welche in dem letztgenannten Kapitel vorkommt, wird der Verstorbene statt mit seinem Namen durch den Ausdruck |o| '^ i ^ -^^^"^ Beamter NN." bezeichnet. An. Britisches Museum No. 9940. Sehr schöner Papyrus, der erste aus einer characteristischen Gruppe, zu der Br. Mus. 9940 u. 9955 und Leyden II (La) gehören. An unterscheidet sich von den andern beiden nur dadurch, dafs er von links nach rechts geschrieben ist, während diese die umgekehrte Richtung befolgen. Ich habe keine schönere Hie- roglyphen gefunden. Sie sind mit der gröfsteu Sorgfalt gemalt, beson- ders in der Anbetung des Osiris, mit der der Papyrus beginnt. Die gelbe Farbe wird durch Vergoldung ersetzt. Ohne Zweifel sollte dadurch 64 ill Erinnerung gebracht werden, dafs der Verstorbene ein feineres Hand- werk ausgeübt hatte, was aus seinen Namen und Bezeichnungen hervor- geht. _^2^ Jg> '7^<=> f^i '^ M ^^'■^*^^' i 1 I EI •■^'-'^" ^I'-'ister Goldschmied Kartana oder Neferrenp.^ Ich habe den Titel durch „Meister Gold- schmied" übersetzt, obschon über die Bedeutung des Ausdrucks -^ nuh-pek ein Zweifel bestehen kann. -^ pek, phonetisch ^o geschrie- ben, bezeichnet eigentlich ..ein Theilchen" oder „ein Stückchen Gold". Eine äthiopische Stele giebt das „ O als einen Theil des an CLepsius, Metalle p. 41). ■^ -^ würde demnach den bezeichnen, der das Gold in kleine Thelle zerlegt, eine Art Münzarbeiter. Geben wir andererseits dem Worte -^ das Determinativ ö? so würde der Titel einen Fabrikan- ten von Goldgeweben bezeichnen. Das Wort „Goldschmied" ist daher hier in einem sehr allgemeinen Sinne zu verstehen. Der Verstorbene hatte zwei Namen, von denen der erste ein durchaus semitisches Aussehen hat; man kann ihn einerseits mit dem Worte r-ii? „Stadt" und andererseits mit der Wurzel r-a „kleinschnei- den" oder mit Trs zusammenstellen. Möglicherweise war er ein Phö- nicier oder ein Syrer, der sich in Ägypten niedergelassen und den Namen Neferrcnp angenommen hatte. Er wird mit seiner Frau oder Schwester dargestellt, die eine Sängerin des Amnion war, 1 -^^ ^ -=4^ ^^'^ \\ p^ <=> 3 Henur. Vor dem Namen des Verstorbenen findet sich die Bezeichnung „Osiris". Der Papyrus enthält die Anbetung des Osiris, Kap. 1 mit Nach- schrift und Kap. 17, 1 — 9. Der Rest der Urkunde ist zerstört. Jo. Britisches Museum No. 9943, Sah 127. Dicke Schrift der XVIII. Dynastie, gemalte Vignetten; der Papyrus ist zu Anfang und Ende zer- rissen. Der Catalog Salt's bemerkt, dafs er in Theben gefunden worden ist. Die Hieroglyphen sind sorgfältig. Das Zeichen .ju fhidet sich nur em einziges Mal und wird sonst überall durch «w^^, ^^ ersetzt; OS auch L=J kommt nicht vor. Ein Name wird nicht genannt; nur einmal gegen Ende, am Anfang der Darstelhing der Psychostasie, die fast gänz- Hch zerstört ist, findet sich diese Bezeichnung [j'^^^r^'-ft i^ rf^^ T j t^ o-e- nannt wird. Bd. Bex'liner Museum, Pap. 6. Papyrus der XX. Dynastie in grofsen Hieroglyphen und mit sehr sorgfältigen Vignetten. Der Text läuft von rechts nach links, die Hieroglyphen sind ausführlicher gezeichnet als in den alten Papyren: es sind die wirklichen Hieroglyphen und nicht die zwischen ihnen und dem Hieratischen in der Mitte stehenden. Der Verstorbene war ,^ ^ Wi | "^^ """^^ ^ PT'^J Tn „der Osiris, der Priester und Schreiber bei den heiligen Ländereien-) des Ammonstempels Xesi)aheran " . Dieser Papyrus besteht aus zwei Theilen, aus einer Anbetung des Osiris, neben dem sich Isis und Xephthys befinden, und aus dem Kapi- tel 168 B, welches in meiner Edition sianz wiedergegeben worden ist. AAAAAA I 1) LiEBLEix, Dictionnaire, No. 715. 2) Revilloct, Revue Egypt., III. annce p. 105. 10 74 Be. Berliner Museum, Pap. 2. Auf den ersten Tafeln des Papyrus des Nechtuamen sind irrthümlicherweise Fragmente eines andern Textes auf- gezogen. Es sind kleine Stücke eines Papyrus derselben Epoche wie Bd, auch genau desselben Stiles, nur dafs der Text von links nach rechts läuft. Er enthält gleichfalls Kap. 168B, von dem jedoch nur die untere Abtheilung und einige Fetzen der Vignetten übrig geblieben sind. In der Besprechung der Kapitel habe ich die darin befindlichen Varianten angegeben. Es finden sich drei Namen von Verstorbenen, von denen zwei männliche vielleicht dieselbe Person bezeichnen: HJ)|öF] ®4^ HtM' „der Osiris der Schreiber bei .... Apiai'^ und ^T%. 'ft ' ' ' ^^wü ^W^ „der Osiris der Schreiber bei .... Paiasi^; endlich ein Frauenname HJJr^, , , ^ AAAAA^^lJ der Osiris die Fraii Anemsche". C. Papyri des Museums in Bulaq. Ca. Dieser Papyi-us ist mir neben dem Londoner ^4« und dem Pariser Fh bei der Herstellung dieser Ausgabe vom gröfsten Xutzen gewesen. An Länge und Correctheit kann er sich mit jenen beiden messen, denn Vignetten sind fast keine. In diesem so umfangreichen Texte kommen nämlich nur eine kleine Vignette zu Kap. 6-1, die zu 136B und die zu 149 vor. Sonst geht der Text überall ununterbrochen und gedrängt fort; das ist zugleich ein Zeichen seiner Voi'trefflichkelt. Denn oftmals, wie schon erwähnt, 1st gerade da der Text nachlässig, wo die Vignetten besonders sorgfältig sind, und die Käufer haben sich oft durch den 75 Augenschein täuschen lassen und sich nicht genügend über die QuaUtät ihrer Erwerbung vergewissert. Anders ist es in diesem Falle : der Papyrus ist ohne Zweifel von jemand erworben, der den Inhalt lesen und seinen Werth beui-theilen konnte. Diese wichtige Urkunde gehört dem Museum in Bulaq; aber sie ist von Mariette in den Louvre gebracht und wird in demselben seit vielen Jahren verwahrt. Dort habe ich ihn benutzt. Der Papyrus ist opisthographisch und vollständig: nur am Anlaugi- mögen einige Zeilen fehlen. Ohne Zweifel kommt er aus Theben. Er ist geschrieben für Anj i<=5.J _(len ersten Hülfspriester') des Ammon, den Beamten Me- semneter, den Sohn des Richters Aahmes, das Kind der königlichen Fa- voritin 3Iesschert^ . Der Name der letztern wird manchmal JTi l^<=>J| oder nj I <=> %* 3 geschrieben. Das Amt des Verstorbenen mufste ein ziemlich hohes sein: er verdankte es vermuthlich dem Umstände, dafs seine Mutter zu dem Harem des Königs gehört hatte. Der Text ist einer der correctesten, die mir vorgekommen sind; die Schrift zeigt einen schönen Stil und ist sehr sorgfältig; hier und dort beweisen einige Änderungen, dafs die Copie wieder durchgelesen ist. Der Name wird ohne weitere Zusätze eingeführt, nicht einmal mit dem Ad- jective M^ (1 [1 , welches wir einige Male in Aa angetroffen haben. Noch weniger wird der Vei'storbene irgend wo Osiris genannt. Die Zeichen L=/l und ,ju. sind beide in häufigem Gebrauch; so- gar findet sich das negative >ju. oftmals fehlerhaft statt mvwa angewandt; so Kapitel 30 A, 5 "^ °^ ^, ^ ^ -^ ^ | J U , ,' ,1^: Kapitel 70, 1 nil I i~^^K^5äil ""^ S ■ ^'^''^P- ^^' ^ ^^^^ *^'"^*' Version ^', während die andere ..-n^ '^^ bietet. Ich könnte die Zahl solcher Belege vermehren: weitere Beispiele dieses Irrthumes wird nian sowohl in dem Grundtexte als in den Varianten finden. 1) BrüGSCH, Dictiomiiiirc, Snppl. p. 087. 10^ 76 Der Papyrus enthält die folgenden Kapitel: (Recto) 106 zu An- fang unvollständig, 22, 23, 24, 25, 26, 28, 27, 43, 30 A, 31, 33, 34, 35, 74, 45, 93, 91, 41, 42, 14, 68, 69, 70, 92, 63, 105, 95, 72, 176, 125 Einleitung, Confession, Schlufsrede, Nachschrift, 124, 83, 84, 85, 64 F., 91. (Verso) 82, 77, 86, 99, 119, 94, 7, 102, 38A, 27, 14, 39, 65, 95, 104, 114, 91, 136A, 136B, 149F., 150, 103, 117. Der Papyrus schliefst mit einem hieratischen Texte, der gröfsten- theils erloschen ist. Wie man sieht, sind die Kapitel 14, 27, 91, 95 jedes zweimal geschrieben. Cb. Leinewand Thothmes' III. Eins jener Leichentücher, welche die in Der-el-bahri gefundene Mumie des Königs bedeckten. Ich führe dazu an, was Maspero in seinem Berichte über den Fund (p. 13) sagt: „Die Mumie war schon von den Arabern durchsucht. Sie trug am Körper befestigt zwei kleine Ruder und einen SchUfstraufs. Sie be- fand sich in so üblem Zustande, dafs man sie öflfnen mufste: man fand darin eine in drei Stücke zerbrochene Mumie, welche 1,60™ in der Länge mafs. Die Leinewandbinden, welche sie umhüllten, trugen lange hiero- glyphische Texte in Tinte, das 17. Kapitel des Todtenbuchs und Frag- mente der Litaneien an die Sonne, auf den Namen des Königs Thuth- mos III. des Sohnes der Königin Isi, deren Name hier zum ersten Male erscheint". Diese werthvolle Urkunde besteht aus verschiedenen Abtheilungen, welche durch horizontale Striche getrennt sind. Leider fehlt der untere Theil. Der Text beginnt mit diesen Worten: | I =^^^-^s>- (of^^^^jl O ^=1] ^Tz—O ^ ^^ (MM] a £:^ c^ I '^-Z' ^'^%,A^^n^^M- "Der g«te Gott, der Herr der Welt, der fromme Fürst Aa-chepcru-ra, der Sohn des Sonnen- 77 gottes aus seinem Leibe, von ihm geliebt, Amenophis hat dieses Monument gemacht seinem Vater, dem guten Gotte, dem Herrn der Welt, dem from- men Fürsten, dem Könige von Ober- und Unterägypten Men-cheper-ra, dem^ohne Aqs Ra-Ammon aus seinem Leibe, von ihm gehebt, Thotlimes- nefer-cheperu. Er hat ihm auch gewilhrt die Bücher über die Vervoll- kommenaiig des Verstorbenen, damit er in die Barke des Ra einsteige, damit ihm sein Gehen tnid Kommen erleichtert (eig. erweitert) werde, damit er einherschreite beim Ausgang aus dem Tage ....". Also hat der Sohn Tholhmes', Amenophis IL, dafür gesorgt, dafs sein Vater ein Monument bekäme, sowie dafs seine Mumie die zu seinem Glücke in der andern Welt nnentbehrliehen funerären Texte trü^e. Es ist be- merkenswerth, dafs diese Sammlung i , , H 1^ ^^ 'M "*^^'"^ Bücher der Vervollkommenung des Verstorbenen" genannt wird. Dieser Text ist mit grofser Correctheit geschrieben, er bietet wichtige Varianten dar und bildet für die Paläographie und Orthographie der XVin. Dynastie einen Vergleichmigstypus von unbestreitbarem Werth. Man wird im Verlaufe des Textes bemerken, dafs die Zahl der Deter- minative in demselben weniger beträchtlich ist als gewöhnlich, und anfser- dem sind die gebrauchten die einfachsten und am w-enigsten characte- ristischen. Das Zeichen ^^ — /l kommt nicht vor, auch nicht die Negation _ju., welche auf folgende Weise ersetzt wird: die Negationen ^ju. und ^'^ werden durch 'W'^ und "^^ ausgedrückt; statt der Pronomina ^^ ^^ finden wir im Singular ^k v, ohne Determinativ (Kap. 17, ö9, CO u. s. w.) und im Plural ^^j (Kap. 18, 2:3) und ^^j (Kapi- tel 17, 91). Li keiner der von mir gesammelten Varianten habe ich das Determinativ ''^ä. gefunden. Sogar bei dem Adjectiv !^i3 ^ „schlecht- findet es sich nirgends. Die Kapitel, welche ich von den Lischriften dieser Leinewand gesammelt habe, sind die folgenden. Li der horizontalen Linie über der obern Abtheilung Kap. 154; darunter 17, 18, Litanei der Sonne, 1, ein unediertes Kapitel, welches eine Anbetung des Osiris enthält und aus dem 78 Ritual zu sein scheint, von dem aber zu wenig übrig geblieben ist als dafs es sich lohnte es wiederzugeben; dann ein Fragment von 68. Wie man sieht, findet sieh in dieser Urkunde ein Text, der niclit eigentlich zum Todtenbuche gehört, jener, der sich am Eingange der Königsgräber befindet und den ich 1875 unter dem Namen ..Litanie du soleil" ver- öffentlicht halie. Die Leinewand des Thothmies enthält die 75 Ausrufun- gen oder hikenmi und ein grofses Stück des langen Schlufstextes, von dem sich ein Theil in den Papyren wiederfindet und Kap. 180 bildet. Cc. Bulaq No. 21 ist von Mariette in Theben angekauft und in dem III. Bande der Papyrus de Boulaq, pl. 1 — 11, veröffentlicht worden. Dieser Pajjyrus ist aus der XVIII. Dynastie. Abgesehen von den übrigen Eigenthümlichkeiten dieser Epoche ergiebt sich das Zeitalter aus der Darstellung des Sarcophags, des ^=^ y, welcher schwarz und mit gelben Streifen und Zeichnungen versehen ist. W(~i I f\ iiimini p, 11 mill II A ji-t Der Papyrus ist geschrieben für fi^o"^ j > ^ _J _^ q^ „den Rechnungsbeamten liei dem Vieh des Amnion Amenophis". Seine Frau hiefs ^'^^^ und wird Tafel 8 bezeichnet als ^_ ^ji i?'^-^- ..seine liebe Frau, die vielgeliebte (wörtlich: der Sitz seines Herzens), die Frau Uli", während sie Tafel 10 1 ^ „seine Schwester die Fi-au" genannt wird. Dies Beispiel scheint mir die unter Aa ausgesprochene Meinung zu unterstützen, dafs man das Wort „Schwe- ster" nicht als Bezeichnung einer wirklichen Verwandtschaft auffassen darf. Wir kennen auch drei Kinder des Amenophis, zwei Söhne ^^^^ _i Neh-tiau und ^ Rain, und eine Tochter '=''^-- — " Jr Tachat. Offenbar hat man sich bei der Zusammensetzung des Papvrus nach seiner Aufwickelung versehen. Die Reihenfolge der Tafeln ist sicher fehlerhaft, denn Tafel 9 mufs unmittelbar auf Tafel 3 folgen. So wie der Papyrus vorliegt, enthält er die folgenden Kapitel: Fragment von 150, 17, 18, 92 F., 89 F., 37 F., 42 F, Fragment von 14G, — 79 Lücke — 100 F., 144 K, 171, 141, 151, 63, Anbetung des Osiris und funeräre Ceremonien. Cc hat neben Ax allein das Kap. 171, welches neuern thebaischen Ursprungs sein mufs, dt'nn unter den Göttern, an welche es sich wendet, findet sich der Xame 0 "^z^ . ' '- Die VarlantL-u und Kapiteltexte sind nach Mariette's Ausgabe copiert worden. Cd. Dieser von Marietxe wiederum in Theben erworbene Papyrus ist nicht numeriert. Er ist gleichfalls für einen Amenophis geschrieben, der jedoch nicht denselben Titel trägt, wie der vorhergehende. Dieser heifst: ;^^ I s „ ^ A 1 n !g\ der Vorsteher der Seen oder Teiche des Königs Amenophis". Es handelt sich wahrscheinlich um die Seen oder Sümpfe, die dem Könige zur Jagd und zum Fischfang vor- behalten blieben. Zu gleicher Zeit hatte Amenophis ein priesterliches Amt iime. Es heifst zu Anfang des 1. Kapitels in einer Zeile, deren xmterer Iheil zerstört ist, dafs er '^ ^jT) r-, . . , ''^^^ U ^"•"^ VN „Träger der Opfer des Ammon Ra und der Mut" war. Seine Schwester oder Frau hiefs (j ^^~ 'TI -^3- j) Atefesres. Dieser ebenfalls der XVIII. Dynastie angehörige Papyrus ist in schlechtem Zustande gekauft worden. Fast die ganze Mitte ist verloren gegangen und scheint verbrannt zu sein. Nur die beiden Enden sind noch übrig, und die noch lesbaren Kapitel sind die folgenden : Anbetung des Osiris, IT., 68F., 22, 23, 2G F. (zerstört), — Lücke — 125 Einl., Confession, Schlufsrede, Nachschrift, 136B, 149 F. mit der Angabe der Farben. Die letzte -Wohnung" ist fast erloschen. Das Zeichen ^^ — /) findet sich in dem Texte nicht, da es durch a — ß ersetzt wird, wohl aber die Negation — "U. . 80 D. Papyrus in Dublin. Da. Papyrus der Sammlung des Trinity College, der im Cataloge von HixCKS Ko. 4 trägt. Derselbe giebt die Länge des Papyrus axd 201 eng- lische Zoll an, sagt aber nichts über seine Herkunft. Ich habe diesen Papyrus in Dublin selbst studiert und aufserdem noch besonders nach einer sehr guten Photographie, welche die Direction des College auf die Bitte des Herrn Prof. Mahaffy mir sütigst gewährte. Dieser Papyrus enthält trotz seiner Länge nicht viel Text. Er zeichnet sich weniger durch die Correctheit des letztern als durch die Schönheit seiner Vignetten aus, die mit der gröfsten Sorgfalt gezeichnet und gemalt sind. Die Reinheit der Linien in den Profilen ist wirklich bewunderungswürdig. Der vor dem Grabmonumente dargestellte Sarcophag ist welfs gemalt und mit rothen Längs- und Querstreifen verziert, er sieht daher dem von Ag ähnlich. Wenn wir andere Characteristica be- trachten, die Kleidung der Personen, die Haartracht des Verstorbenen, die Schrift, welche länger, weniger dick iind besonders mehr hieroslv- phisch als in den Texten der XVIII. Dynastie ist, und endlich den Um- stand, dals der Verstorbene überall Osuns genannt wird, so müssen wir diese Urkunde in die XIX. Dynastie verlegen. Es ist eine schöne Probe von den Texten dieser Epoche. Dieser Papyrus ist im voraus angefertigt worden, die für den Na- men gelassenen Lücken sind nirgends ausgefüllt. Er ist zu Anfang un- vollständig; er begann mit einer Anbetung des Osiris, von der nur noch die Gestalten der Isis und der Xephthys erhalten sind. Darauf folA ^^1 I ^ „den Avifseher der Transport- schiife beim Tempel des Yi^hüenemneter'^ . Wie wir weiter unten sehen werden, ist dieses Fragment von einem Papyrus abgerissen, dessen gröfster Theil sich in Florenz befindet und dort die No. 26 trägt (/6); der Name und der Titel des Verstorbenen sind dieselben, ebenso die Höhe beider Documente. I. Papyri in Italien. la. Papyrus im Museum des Vaticans in Rom. Auf meine Bitte hatte der verstorbene Canonicus Fabiani die Güte mir eine Photographie des- selben zu verschaffen, nach der ich ihn studiert habe. Er zerfallt in vier auf Leinewand geklebte Theile, von denen uns nur drei interessieren. 1) Lepsius, Älteste Texte, p. 13. ir 84 Der vierte umfafst nur ein Gemisch von kleinen Stücken, die zu vier verschiedenen Papyren gehören und mit Ausnahme eines einzigen alle aus später Zeit sind. Der grofse Papyrus bricht am Ende des dritten Theiles ab. Er enthiUt einen guten Text der XVIII. Dynastie und ist ohne Zweifel, wenn man nach dem Namen des Verstorbenen urtheilen darf, thebaischen Ursprungs; er ist dadurch bemerkenswerth, dafs er, wenigstens in den erhaltenen Stücken, nicht eine einzige Vignette hat. }JFi ] c. ^ (] ÖA J ü ü ^ „den Vorsteher der Zeichner Amenemapt den Sohn des Vorstehers der Zeichner Ahai-'. Wir sehen die Eigenthümlichkeiten der alten Texte der XVIII. Dynastie wiederkehren: die Einführung des Namens ohne weitern Znsatz, das Fehlen von L=^ und _(u.. Das letz- tere Zeichen wird wie auf der Leinewand Thotmes' III ersetzt: _a^ und durch Awvw und , während das Pronomen k^, ,, im Singular und ^^ ^ I oder ^ ^^ j im Plural ist, wobei das zweite ^^ von dem erstem leicht unterschieden wird ;^2^, ohne Zweifel nm zn bezeich- nen, dafs es nur als Determinativ dasteht. Der Papyrus ist zu Anfang unvollständig: vom 1. Kapitel sind nur die letzten Zeilen übrig; dann kommen 17, 18, 15BIII, — Lücke — Zeilenfragmente, welche zu einem unbekannten Kapitel gehören; dann 181, welches viel länger ist als der Grundtext und den I. Taf. 206 wnedergegebenen Anhang hat; 79, l — 7, ein Theil des Schlufskapitels der Sonnenlitanei, 182, Sätze aus dem Ende der Litanei, 124, 83, 84, 119, 114, 112, 108, 109, GS, 69, 70, 65, IB, 8. Hiermit endete der Papyrus, denn es folgt ein leergelassener Raum. Wie bemerkt, enthält der vierte Theil ein Gemisch von mehreren Texten ans verschiedenen Zeiten. Ich habe nur einen einzigen davon benutzt; derselbe enthält einige Zeilen von Kap. 114 und 112. Den Na- men habe ich nicht gefunden; aber die Urkunde scheint mir in dieselbe Categorie zu gehören wie Aa und Ib. 85 Ib. Musemu in Florenz No. 2G i). Blafsfarbiger Papyrus, der sowohl im Texte, dessen Varianten übrigens von geringer Wichtigkeit sind, als in den Vignetten und in der Anordnung der Kapitel eine aufserordent- liche Ähnlichkeit mit .1« hat. Er ist ohne Zweifel memphitischen Ur- Sprungs, denn er ist geschrieben für i^=i \\ a A_fl 'wv^ X i 1 1^ I I ^ -den ersten Schiffer bei dem Tempel des Ptah Senemneter'- . Das ist der gewöhnlichere Titel; doch findet sich in dor Vignette zu Kap. 134 auch der ähnliche: |V[^^ ' „der Aufseher der Transportschiffe-, so- dafs Name und Titel dieses Papyrus durchaus mit denen des Fragmentes Kestxer in Hannover übereinstimmen. Da nun die beiden Papyri aufser- dem von gleicher Höhe imd von gleichem Stile sind, so können wir be- haupten, dafs es zwei Stücke dei-selben Urkunde sind. Dieser Theil enthält Kap. 134F., lUK, 112 7., 113 T., 108 F. Herr Dr. Schiaparelli hat die Güte gehabt mir eine Durchzeich- nung dieses Papyrus zu liefern. Ic. Museum in Florenz-). Papyrus aus guter Zeit, von dem jedoch nur die Kapitel 149 und 150 übrig shid. Da der Anfang von 149 zer- stört ist, so habe ich den Namen daraus nicht ersehen können. Id. Museum in Florenz No. 27 '^). Dieser Text mufs aus der XX. Dy- nastie oder aus dem Ende der XIX. sein. Er ist geschi-ieben für jj^^: ^^ v\ (D ^^ X. -^^^" Osiris den Prinzen Ramses Si-Ptah^. Es ist 1) Guida del Museo Archeologico, p. 30. 2) Lepsius, Älteste Texte, p. \2. ^) Guida etc., p. 30. 86 zu bemerken, dafs dieser Name mit dem eines Königs Ramses identisch ist, welchen Lepsius als den XI. und de Rouge als den X. zählt, eines übrigens ganz unbedeutenden Fürsten wie die meisten der letzten Ra- messiden. Der in dicken Hieroglyphen geschriebene Text enthält nur ein Fragment der Einleitung und der Confession aus Kap. 125. le. Museum in Bologna — siehe die Beschreibung von Ah. If- Mailand, Bibliothek im Brera. Ungeordnete Frao-mente eines Pa- pyrus der XIX. Dynastie, geschrieben für .^-g [o| ^^ r^ ^^ „den Osiris, den Schreiber Pascheiu". Der Verstorbene wird mit seiner Frau dargestellt, deren Name zerstört ist. Erhalten sind Fragmente der Ka- pitel 17, 18, 148, 125 Einleitung. rg- Museum in Parma ^). Dieses Fragment, welches ich der XVIII. Dynastie zuertheilen möchte, zeigt gewisse graphische Eigenthümlichkeiten. Das Zeichen der Negation hat eine Form, welche in den Texten dieser Epoche sonst nicht vorkommt (vergl. Kap. 29 A, Z. 4); aufserdem geht der Text von rechts nach links. Der Verstorbene wird fast überall I' <::;:> _^ = ^ I oder [l ^_^ ^ |^ genannt. Dieses mit hellerer 'Tinte geschriebene Wort ist später hinzugefügt; es scheint weniger ein Name als eine unbestimmte Bezeichnung in der Bedeutung „irgend einer" zu sein, ähnlich dem in der französischen Unterhaltungssprache gebrauch- ten chose. Indessen folgt auf dieses Wort einmal der N^ame der Mutter, 1) Lepsius, ÄUeste Texte, p. 11. Eosellini, Breve notizia intomo uu frammento di papiro funebre esistente uel ducale Museo di Parma, Parma 1838. ^7 welcher y ^ Ahhotcpt zu sein scheint. In der Schlufsvignette findet man einen wirklichen Namen mit einem theihveise zerstörten Titel: iif^^'J ^ oll "C^^^* Oberst) der Soldaten, der Aufseher der Schiffe A7nenophis^ . Obgleich dieses Fragment nur 39 Zeilen umfafst, so enthält es doch zwei im Turiner Todtenbuche nicht vorkommende Kapitel, deren eines unter 29 A wiedergegeben ist. Die Reihenfolge der Kapitel ist die fol- gende: 136A, 136B, 149a b, 29A, 30B, über dem sich die Vignette von der Wägung des Herzens befindet. Auf dies Kapitel folgt die Nach- schrift mit dem Namen Menkaura; sie ist hinter den Varianten zu Ka- pitel 30 B reproduciert. Es heifst dort, dafs der Text auf einem Scara- bäus aus Jaspisstein geschrieben werden soll; nur hat der Schreiber den Scarabäus nicht vollständig gezeichnet, indem er die Füfse hinzuzufügen vergessen hat. Er ist aber gleichwohl deutlich zu erkennen, namentlich am Kopfe: deshalb hat Dr. Birch das Zeichen mit Unrecht für einen Cylinder gehalten ' ). Ih. Museum in Neapel. Papyrusfragment der XIX. Dynastie. Der Stil der Schrift erinnert an Ag. Der Papyi-us ist im voraus geschrieben und der Name des Verstorbenen später mit verschiedener Tinte und in nachlässiger Schrift hinzugefügt. Er hiefs ^ a [) ^ 0 0 , \ ^=^ =1 ^ M* „der Osiris der Kaufmann Chonsu". Der obere Theil ist da, wo sich Vignetten befanden, bis auf zwei Stellen zei'stört. Der correct geschrie- bene Text enthält die Kapitel 24, 25, 2(5, 30 B, 27, 28, aufserdem den Titel eines Kapitels vom Herzen und ein kleifies Stück mit einigen Wor- ten von 17. Zu diesem Texte hat man zwei Stücke eines andern Papyrus mit älterer Schrift gelegt, die aber nur durch den seltsamen Namen des Ver- storbenen merkwürdig sind: U <2=- _3' ^^ 0 5r7^ ^'^^ '^l ^ 1 ^ -"'^^'' ^^^~ ris Maaenheku^. 1) Zeitschrift 1867 p. 04. 88 //. Tiuinei" Museum. Ein Papyrus, welcher etwa aus der XX. Dy- nastie ist. Er beginnt mit dem Bilde der Elysisclien Gefilde: dann kommen einige Zeilen von Kap. 136 B mit der darauf bezüglichen Vi- gnette und 149abcde. Der Papyrus schliefst mit der Darstellung des Verstorbenen in Anbetung vor Osiris und Isis. Er hiefs riJ)/ J'''^^[o|°l £= jj p J^ .= cO]|o|^37|°j^ Nehhept. Seine Titel werden mit- unter so angeführt: ft ^ j^fo^ ^ j] [j. Das j^ | O f war ein Theil des Jj [j, der Necropole von Theben, bei der die T^l Beamte waren. Nach SchiaparelliI) war es das Grab des Königs Amenophis I. Turiner Museum. Zwei lange und vorzüglich erhaltene Stücke, welche man beim Abwickeln einer Mumie gefunden hat. Die Schrift ist grofs und sehr deutlich. Der Papyrus kann der XIX. Dynastie ange- hören und ist geschrieben für H J] /j "^^^^ l] "^^^ ^ \^ -^ — n T "ks^ ^-^-^ n l^~ww^ \m "'^^^^ 0^""^^' ^'^'^ Oberpriester, den Waagenwächter 2) beim Ammontempel Chonsumes^ . Diese beiden von einander unabhängigen Fragmente, die beide ohne Vignetten sind, enthalten, das eine Kap. 78 und das andere die Schlufsrede von 125. Über jedem steht ein besonderer Titel in hiera- tischer Schrift, deren Charactere klein und wohl abgerundet sind. Über Kap. 78 liest ■"»■'- \ Jl °^ 2 IK*^ n^ ITx ? h — ö P [) ..das grofse Buch von dem was in der Tuat ist, welches man jedem vollkommenen Seligen giebt, damit die Feinde der Amenthes nichts über ihn vermögen, in Wahrheit". Dabei hat aber Kap. 78 seinen gewöhu- 1) 11 lil)ro del fimerali I, 15f. -) Wächter der Waage waren auch bei dem Todtenculte angestellt. Einer derselben ist im Kap. 22 dargestellt. «»9 lichen Titel ^ § ^^^ ^ j ^ J i] ^==^ ^1 " f Das Kapitel bricht in der 30. Zeile al). Im Texte findet sich die Negation _n_, aber nicht das \>=Ji, welches durch ..^ — n ersetzt wird. ■ Über der Schlufsrede zu Kap. 125 liest man: "^^ ^v^ ^^Tr;-^^-™^iiikö'Pii'io^°*- Buch v„„. Ausgange des Tages, welches man dem vollkommenen Verstorbenen giebt ... in Wahrheit, imendlich". Dieses Stück hat keinen Titel, es reicht nur bis zur 42. Zeile. Seltsamerweise wird die Negation _a_. welche in dem andern Fragmente mehrfacli vorkommt, in diesem regelmäfsig durch w^^-v, ersetzt. Daraus würde folgen, dafs man in der Zeit der XIX. Dy- nastie (denn älter ist dieser Papyrus sicher nicht) die Negation in fime- rären Texten noch nicht anzuwenden brauchte. Vielleicht ist das dem Wunsche das Alte nachzuahmen entsprungen, einer Vorliebe für das Archaische, die in religiösen Texten begreiflich ist. n. Papyrus Busca. Lepsius^) sagt über denselben: ^Ich besitze die Durchzeichnung eines dem Maechese Busca zugehörigen Papyrus, welcher von links beginnt". Diese selbe Durchzeichnung habe ich vor Augen ge- habt und den Papyrus danach studiert. Leider ist das Original verloren eeeaneen und die Nachforschungen, welche ich zu seiner Wiederauffin- duno- angestellt habe, sind fruchtlos geblieben. Im Palazzo Busca Ser- belloni in Mailand, wo icli ihn zu entdecken hoffte, war er in dem Archive, welches mir Herr Archivar Spixelli gütigst gezeigt hat, nicht vorhanden. Lepsius hat ilm in Rom gesehen und durchgezeichnet. Es ist möglich, dafs er nach dem Tode des Marchese Busca, dem er damals gehörte, verkauft worden ist. Auf seine Durchzeichnung hat Lepsius die folgende Bemerkung geschrieben: .Die Farbe ist wieder aufgefrischt, daher an manchen ') Älteste Texte p. 1-2. 12 00 Stellen unsicher". Lepsius hat die Diirchzeichnung in Rom noch zu Anfang seiner hieroglyphischen Studien gemacht, und daher gewahrt man leicht, dafs in dieser Arbeit eine grofse Anzahl von Zeichen nicht richtig erkannt worden ist. Aufserdem ist der Papyrus sicherlich nachlässig ge- schrieben; die Vignetten sind sehr roh, und obgleich der Text aus guter Zeit ist, so ist er doch einer der schlechtesten., die ich benutzt habe. Und nur mit Vorsicht darf man den Papyrus Busca gebrauchen. Eine arofse Zahl von Varianten desselben lassen sich kritisch gar nicht wür- digen und ich habe leider darauf verzichten müssen, mehrere Kapitel, die sich nur hier vorfinden , wiederzugeben , da sie entschieden zu in- correct sind. Der Papyrus war geschrieben für J^WÜ^^Öl-illlP^ .,den Osiris den Oberzeichner Ptahmes^. Sein Vater scheint ^ i] ü Osi- rei geheifsen zu haben. In der Regel begleitet ihn seine Mutter, „die Sängerin des Amnion" ,^ Q\ vT ^<^*^f'<3!. Meines Erachtens gehört der Papyrus in die XIX. Dynastie. Die in ihm enthaltenen Kapitel sind die folgenden: 152 F., 138 F. mit Zusatz, 18 fu. h mit F. der Feldarbeit, 99, 125 Einleitung, Psycho- stasie, Confession, 42 F., 127BF., 110 Einleitung, Elysische Gefilde, 144, 146, 149m u.n, 29B, 30B, 155, T' fl - — ® 1^?!, vgl. 151e, 156, "^ AAA/NAA LA *1 ^^ III X\i\% = Jl'k^i' 158 *■'"■ »l™-eiche,Kl. Auf der Rück- Seite des Papyrus stehen die ersten Zeilen von Kap. 78. L. Leydener Papyri. Wir kommen jetzt zu den Papyren in dem Niederländischen Mu- seum der Alterthümer zu Ley den, über welche wir uns kürzer fassen können, da dieselben von Dr. Leemans vollständig catalogisiert und be- schi'ieben worden sind. 91 La. T. 2. Dieser umfangreiche und schöne Papyrus ist in dem grofsen AVerke über das Museum von Dr. Leemans in Facsimile publiciert worden. Der gelehrte Herausgeber hat die Güte gehabt mir nach und nach die Aus- hängebogen desselben mitzutheilen. Nach diesen habe it-li die wichtige Urkunde, welche während meines Aufenthalts in Lcydeii 1875 gerade ver- öffentlicht wurde, studiert. Die vollständige Px'schrcibuug des Papyrus findet sieh in der Einleitung jener schönen Pulilication, so dafs ich mich auf einige n()thwendio;e Bemerkungen besciu-änkeii kann. Dieser Papyrus, weleher in Theben von Atlianasi auf Rechnung Salts gefunden und in der Auction der Collection Salt von Reuvens für das Leydener Museum erworben wurde, ist geschrieben für den Verstorbenen .^_^[3_^,; aZ^ \. gl ~^^^^ Osiris den Kaufmann Kama' oder, wie sich oft findet, einfach Kenna. Sein Vater war gleichfalls Kauf- mann und liiefs | '^'^ t] ^ ^ ^'<'" i'i'<^ s^"i'i<-' Mutter ^ \ -/\^ Toin. Dieser Papyrus ist das schönste Beispii'l einer scharf gekennzeich- neten Gruppe, zu der aufser diesem die Papyri An und .1/ in London gehören. Sie sind alle drei mit Aufwand geschrieben, die Vignetten sind grofs und mit lebhaften Farben gemalt. In gewissen Theilen, wie in der Anbetung des Osiris in An und in den Kapiteln lä in La sind die Hie- roolyphen nicht nur gezeichnet, sondern auch mit verschiedenen Farben ausgemalt. Zwei von diesen Papyren sind von rechts nach links ge- schrieben. Die Art der Schrift und die Eigennamen bestimmen mich diese Gruppe ans Ende der XVIII. Dynastie zu setzen. Der Verstorbene trägt noch kurzes Haar: er hat nicht die grofse, wi-ite Kleidung, die mau unter der XIX. Dynastie sieht. Der Papyrus ist, wie gesagt, von rechts nach links geschrieben; indessen bilden die bi'iden Hymnen des 15. Ka- pitels eine Ausnahnu', indem sie von links nach rechts laufen. "Weiterhin verändern die Columnen ihre Richtung bis ans Ende; die Schrift selbst war inmier nach rechts gewandt. 12* 92 Wie Dr. Leemaks bemerkt, hat man, zum Xachtheil der Correct- lieit, in diesem Papyrus mit den Vignetten begonnen und den Text später hinzugefügt. La ist keiner der bessern Texte dieser Epoche, wiewohl manche Irrthümer leicht zu erkennen sind und er viele merkwürdiee Va- rianten enthält, deren Vergleichung wichtig ist. Aufserdem bietet er meh- rere im Tm-iner Todtenbuch nicht vorhandene Kapitel. Auf der Rückseite steht der allgemeinere Titel des Buches J\ '^Hl^ ,. Die Kapitel sind die folgenden: IGA, 15 AI, 16B, 15 A II, IF., 125 Psychostasie, 17F., IST., 180F., 181F., löBIIIF., 151 F, 83 F, 84 F, 85 F., 82 F, 77F., 86F., 99F., 119, 125 Ehileitung, Psychostasie, Confession, 88 F, 87 F, 81F., 102, 136AF., 13GB, 144 F, 146 F., 32F., 39F., 79F., 63 A F, 110 Elysische Gefilde, 148 F, 185 und 186. Lh. T. 51). Papyrus, der nach dem Cataloge in Memphis gefunden worden ist; der untere Theil dieser Urkunde ist ziemlich beschädigt; viele Columnen sind nicht in ihrer ganzen Länge erhalten geblieben; auch ist er zu Anfang unvollständig. Die Vignetten sind wie in Aa mit Strichen gezeichnet. Der Stil und die Tracht des Verstorbenen scheinen den Anfang der XIX. Dynastie anzudeuten. Dieser Papyrus ist geschrie- ben für ^_g[4|'^^ ^^m.W¥^!n ''^^*-'" Osiris, den Beamten, den Schenk des Königs von Ober- und Unterägypten Rcr. Ein einziges Mal finden wir ihn in Gesellschaft seiner Frau, die in der einen Hand ein Sistrum und in der andern einen Lotusstraufs hält; sie heilst ^^ A^/vw> (| ^^^^ i, 7^ 'Y^ (| (| ^^^^ ^^^^. prau Sängerin des Ammon Bari''. Dieser Papyrus enthält aufser mehreren unedierten Kapiteln wich- tige Varianten. Zu den letztern gehört die Gruppe ^ h®^M ^"^' ^^^ auch vorkommende, gewöhnliche '^^®%Ai| (vgl. 149,18.25.31.43 und passim). 1) Description raisounee p. 238. 03 Lb enthält die folgenden Kapitel: Fragment von 81 und 45, 125 Einleitung, Confession, 24, 27, 25, 30AF., 43, 38AF., 53 F., 119, 118u. 117 mit beiden gemeinsamer Vignette, 55 F., 38B, 40, 39, 99, 175, 149 a— 1 F., 186. Lc. T. G^). Papyrus aus Theben mit gemalten Vignetten, von rechts nach links geschrieben und Jüngern Datums als der vorhergehende. Ich möchte ihn ans Ende der XIX. oder an den Anfang der XX. Dynastie setzen, besonders in Rücksicht auf die Tracht des Verstorbenen, sein langes Haar und den Kegel, welchen er auf dem Kopfe trägt. Er hat jedoch keine Sandalen. Seine Titel sind sehr lang. Gewöhnlich heifst ^^' rii^ ^^ ^<^^^^S '^^^^' ^^"'i^ Horemcheb~; aber zwei oder dreimal eiebt er uns das Verzeichnifs aller seiner Würden : Ä](l^'~wsAn I iä T AA~v^ I I I I r J "Z^ ' ' ^ i crzi '' ^ I i I I id 1 I I ^"'^ I 1 A,v^AA^ ^ liehe Vater des Ammonrasonter, der Priester -Vorsteher des Altarsaales, der Vorsteher der Bücher der Sanctuarien des Ammontempels, der Vor- steher der Bücher der Sanctuarien aller Götter von Ober- und Unter- ägypten Horemcheb^ . Der Inhalt besteht namentlich aus den letzten Kapiteln des Todten- buches: Anbetung des Harmachis, Tum und Osiris, 130 F., 100 F., 91, 147 F., 146 F., 109, 110 Elysische Gefilde, 149a— k F., 125 Einleitung, Confession (vom gewöhnlichen Texte sehr abweichend). Die Reproductionen dieses Papyrus sind nach einer Photographie gemacht, deren Aufnahme Herr Dr. Leemans gütigst gestattet hat. ^) Description raisounce p. 238. 94 Ld. T. 7 1). Papyrus aus Theben mit gemalten Vignetten, wie ich vermuthe, aus der XX. Dynastie. Derselbe enthält Darstellungen und Texte, welche nicht zum Todtenbuche gehören. Es finden sich darin vereinzelte Vignetten und iVuszüge aus verschiedenartigen funerären Tex- ten. Er ist geschrieben für ^_^ ^ | (] "'^ t| g~^ j i i 1 1 ^^^^^ H ^ j] j] i] ®^J^ 7 « ^^^ T ""^^^ In --*^*-^^^ göttlichen Vater des Ammonrasonter im Apet von Theben Baiser^. Seine Frau hiefs '=' ^^ ^ ^ "V' Tare f. Er enthält die folgenden Kapitel: Darstellung der Göttin Nut über dem auf die Erde gestreckten Seb, von Schu gestützt. Die Sonnen- barke zieht auf den Beinen und Armen der Göttin einher. Darüber die Elysischen Gefilde, verschiedene Vignetten, Anbetung des Osiris, Vignette des feurigen Ofens und der vier Kynokephalen; Kap. 148 mit Zusatz und Bild; 141—3 mit Bild. Le. T. 42). Dieser durch die Schönheit seiner Vignetten ausgezeich- nete Papyrus ist einer der ersten, welche ich in Leyden studiert habe und den ich für diese Ausgabe zu verwerthen gedachte. Später belehrte mich ein eingehenderes Studium, einmal dafs er dermafsen incorrect ist, dafs es gefährlich ist ihn zu benutzen, sodann dafs er ohne Zweifel einer Jüngern Epoche angehört als die von mir in diesem Werke berücksich- tigte. Es ist möglich, dafs er noch später als die XXII. Dynastie ist. Jedesfalls ist er zu einer Zeit geschrieben, wo das Land unruhig und vielleicht der Anarchie anheimgefallen war und wo es keine anerkannte königliche Autorität gab. Obwohl er aufserhalb meines Planes liegt, so habe ich ihn doch nicht ganz bei Seite gelassen, sondern von ihm einen allerdings sehr beschränkten Gebrauch gemacht. Ich meine, dafs man seine 1) Description raisouuee p. 240. 2) Description raisounee p. 235. 95 Variauten wie die des Papyrus Busca nicht ohne weiteres annehmen darf; ich habe deshalb nur die des 17. Kapitels angeführt, auch nur bis dahin, wo der Papyrus zu schlecht wird. Über den Grad von Correctheit dieses Textes kann man nach dem unedierten Kap. 81 B urtheilen, welches ich ganz reproduciert habe, und über die Art seiner Vignetten nach denen zu Kap. 40. Der Verstorbene trug einen memphitischen Priestertitel. Er hiefs B^JC?r~-°l^^'^^!i ,der Osiris Pakrer^. Was die J \\ anbetriftt , über die er gesetzt war nnd die dem Ptah gehörten, so ist es ein neues Wort, für welches ich keine Übersetzung vorschlagen kann. Offenbar ist es von lü^'"'^^^ -die Harfe" verschie- den, und bezeichnet ein Metall oder etwas daraus Verfertigtes, wie Vasen oder dergl. Die Frau oder Schwester Pakrers hiefs ü "y ü Ü -die Frau Auai". Der Name Pakrer erinnert an den des Prinzen der Stadt [\y\® Sopt- Phaciisa , der in der Inschrift des äthiopischen Königs Nut und in der Esarhaddons erscheint. Es wäre seltsam, woini dieser Papyrus nicht älter als die XXV. Dynastie sein sollte. Indessen mufs ich die merk- würdige Thatsache erwähnen, dafs Pakrer sich zweimal königliche Titel was ihn aber nicht hindert, wie man sieht, seinen Priestertitel beizu- behalten. Ein anderes Mal wird er genannt: J ^l "^—^ ^ ® X, T -w«^ = J ai A^ "^^ """^"^ ^, worauf der Name seiner Frau folgt, ■^cr^ ß o ö ist wahrscheinlich hinzugefügt, um seine Gleichheit mit Osiris, dem eigent- lichen '^^ I, "^ A' Piitschiedener zu bezeichnen. Nichtsdestoweniger haben wir hier ein seltenes Beispiel der Anmafsung des königlichen Titels, die nur zu einer Zeit denkbar ist, wo das Königthum stark erschüttert war. In einigen Kapiteln erscheint Pakrer nicht, sondern nur der Name seiner Frau, z. ß. in 8 IB. Der Inhalt des Papyrus ist der folgende: Anbetung des Osiris; IV., Psychostasie, 17 F., 109 F., 108 F, 100 F, GO F, 33 F '^^ 96 Uü^l^^l unediert; 40 T., 36 F., 31 F., 85P'., 124F., 87F., 95 Titel, 78 F, 38B, 86F., 57, 78F, 81BF., 85F., Fragment von 99F., 125 Ein- leitung lind Confession, 148F., 110 Einleitung, Elys. Gefilde, 186 zerstöi't. P. Pariser Papyri. Die Pariser Papyri, zu deren Beschreibung wir jetzt übergehen, sind meist im Louvre befindlich, mit dessen Sammlung sieh nur die des Britischen Museums messen kann; andere sind in der Bibliotheque natio- nale, im Cabinet des medailles und in einigen Privatsammlungen. Über die erstgenannten können wir sehr kurz sein, da sie bereits von Cham- POLLiON, E. DE RouGK und besonders in dem vortrefflichen Cataloge des verstorbenen Deveria beschrieben sind. Pa. Louvre IIL 1, Liventar 3073. Dieser schöne Papyrus ist in dem funerären Saale des Louvre in einem grofsen, fast die ganze Wand ein- nehmenden Rahmen von mehreren Abtheihnm'en mit andern ausa'ehänst. Es ist unendlich zu bedauern, dafs die frühere Verwaltung des Louvre diesen wichtigen Text den Arbeiten der Agyptologen auf diese Weise entzogen hat. Da er luiter einem nicht abhebbaren Glase hängt, so läfst er sich nicht photographieren , ist schwer zu benutzen oder doch nur mittels einer vollständigen, aus der Ferne zu nehmenden Copie, die nicht nur viel Zeit, sondern auch öftere Berichtigungen erfordert. Wie sehr ich auch den Herren Pierret und Revillout für die mir nach ihren Befue- -nissen gewährte Erleichterung beim Studium dieser Urkunde dankbar bin, so kann ich mich doch nur den von andern Agyptologen ^) ausgesproche- 1) Lefebvre, Le papyrus de Soutimes, p. 1. !>7 ueu "Wünschen anschliefsen, die gegenwärtigen Conservatoren möchten die AbsteUung eines Übelstandes herbeiführen, für welchen sie selbst nicht verantwortlich sind. Ich hatte zum Studium dieses Papyi'us eine vollständige Copie zur Verfügung, welclu- Mr. Bovriant ad hoc gemacht und Mr. M.\spero gütigst revidiert hatte; sodann für eine kleine Anzahl von Kapiteln Co- pieen von Mr. Lefkburk, Mr. Mallet und mir selbst. Dieser Papyrus ist im Stile der XVIII. Dynastie geschrieben ; er hat das Zeichen der Negation, aber nicht den bewaffneten Arm: er war im voraus angefertigt, denn der Name des Verstorbenen ist ofiengelassen, ebenso der seiner Frau. Der Verstorbene wird mit kurzem, kaum bis an die Schultern reichendem Haupthaar dargestellt; gewöhnlich, mit Aus- nahme der Eingangsdarstellung, trägt er nur den Schurz. Die Vignetten sind wenig zahlreich, sie sind mit dem Texte zu gleicher Zeit gemacht. Die Kapitel, welche dieser Papyrus enthält, sind: Anbetung des Osiris, 180, 54, 55, 38A, 56, 124. 13, 138, 123, 12, 15B III Titel, 102r., 123, 152, 80r., 82r., 851'., 72, 831'., 771'., 86r., 781'., 1461'., 125 Einleitung, Confession, Psychostasie mit 30 B, Schufsrede T'., Nach- schrift, 136A, 136 BT'., 1497', 150, 79 mit einem Zusätze. Das 123. Ka- pitel ist, wie man sieht, wiederholt. Ph. Louvre III. 93, Inventar No. 3092. Dieser Papyrus ist neben Aa und Ca derjenige, welcher mir bei der Wiederherstellung der thebaisclien Ausgabe am meisten genützt hat, wie- man schon aus der daraus gewonne- nen beträchtlichen Zahl von alten oder unedierten Kapiteln ersehen kann. Dieser schöne Papyrus, welcher dadurch von der allgemeinen Regel abweicht, dafs Text und Vignetten mit gleicher Sorgfalt ausge- führt sind, ist geschrieben für einen Priester -[r fllh namens '^ _^ Q ^ ^ ä^ i;_ 0 -fl J^ xS ^ Tnra genannt Nefernhenef. Er wird immer durch den letztern Namen bezeichnet, ohne dafs demselben je die Quali- 13 98 fication „Osiris" vorangienge. Seine Frau liiefs r-f , _V ^^ vl "^^^'^ Frau Usai''^ und seine Mutter, deren Name auf einem sehr fragmentierten Stücke des Anfangs erscheint, n^ | <:3> ^ ^ "^ m »die Frau Merit'-^. Dieser Papyrus ist gleichfalls, wie der Stil der Schrift deutlich zeigt, aus der XVIII. Dynastie; die Kleidung ist den Gelegenheiten an- gemessen verschieden. Manchmal trägt der Verstoi'bene nur den Schurz, andere Male einen bis auf die Kniee hcrabgehenden Rock, manchmal end- lich ein bis auf die Füfse gehendes Gewand, das jedoch ohne die grofsen, weiten Ärmel ist, welche man unter der XIX. Dynastie sieht. In einigen seltenen Fällen ist er vollständig unbekleidet. Das Haar ist im allgemei- nen sehr kurz, nur mitunter fällt es bis auf die Schultern. Einige Male trägt der Verstorbene Sandalen. Die Schrift hat die beiden Zeichen _n-, luid w/J- Eine Eigen- thianlichkeit , die ich ziemlich häufig bemerkt habe, ist die Abkürzung des Pronomens ■'^— ^ _y ^ ^.u ^3::^ W> oder '=;=:^ (vgl. Kap. 9,2, 78,17.35, 79, 7. 8 und passim). Der Papyrus enthält die Anbetung des Osiris, dann, nach De\^ria, einige kleine Bruchstücke von 145, 141, 133. Darauf folgen die Ka- pitel: 136 viel länger als gewöhnlich in den alten Pajjyren, 130, 148 F., 68F., 69, 70, 92r., 67, 8, 9^., 8, 72F., 71 F., 152 F., 93F., 75, 94F., 95, 78 F., 77F, 83F., 84F., 85F., 82F, 86F, 87F., 88 F, 65F, 39F., 153AF, 64F, 30BF., 79, 20, 28F., 27, 30A, 4lF, 42 F, 14, 61F., 60, 62, 56, 57, 138, 153BF., 151F., 156 F, 155 F, 161F., 174, llOEinleit., Elysische Gefilde, 169, 170, 99 Einleitung F., 99F., lOOF, 125 EinleitLuig, Confession, Psychostasie, Schlufsrede, Nachschrift, 136B, 149 F, 150. Kap. 8 ist wiederholt, aber nicht ganz. Pc. Louvre III. 89, Inventar No. 3074. Dieser Papyrus ist als der mit weifser Tinte geschriebene bekannt und als solcher von de Rouge beschrieben; aber eine aufmerksame Betrachtung und Prüfung mit der »ft Lupe zeigt deutlich, dafs niclit die weifse Tinte schwarz gewoi'den, son- dern dafs im Gegentheil die schwarze Tinte weifs geworden ist. In den geraden Zeilen und auf gewissen Tafeln kann man den Übergang vom Schwarzen zum Weifsen leicht bemerken. Dieselbe Beobachtung kann man. auch in anderen Papyren machen : das Schwarz der Vignetten ist weifs gewoi'den, vne im Papyrus der Königin Mutter Net'emt. Der Pa- pyriis Pc ist im voraus angefertigt und der Name des Vei'storbenen mit einer Tinte hinzugefügt worden, welche sich besser erhalten hat und immer schwarz erscheint. Dieser Papyrus gehört gleichfalls in die XVIII. Dynastie. Er ist creschrieben für . , '■' •^' | ^R ^~^^ '^ -^ -den Obersten der Bauern der göttlichen Frau, den Schreiber Tenna'^y-. Meist wird er einfach „der Schreiber Tenna- genannt. Er war ein Sohn der ^ ^2]} Oil vi „der Frau Atai-. Im allgemeinen wird er nicht Osii-is genannt, doch kommt es einige Male, besonders gegen Ende des Papyrus, vor. Der Name ^-^^ \^ ist häufig. So hiefs, -wie wir oben gesehen haben, der Vater Nebsenis {Ad). Man kennt einen Tenna aus der Regierung Thoth- mes IV2). Endlich giebt es noch einen andern Mann desselben Namens, den ich für älter halten möchte, einen Aufseher der Speicher, von dem man einen Rechnungspapyrus besitzt (Louvre IX, 1). Die Vignetten sind mit vieler Sorgfalt gemalt, die merkwürdigsten darmiter sind die zu Kap. 146, welche in dieser Ausgabe in kleinerm ^lafsstabe wiedergegeben sind: sie finden sich in keinem andern Papy- rus wieder. Die Urkunde beginnt mit einer Opferliste und einer Scene, in ■welcher der mit dem Pantherfelle bekleidete ,S«?i - Priester über einen schwarzen Sarcophag mit vergoldeten Streifen libiert; dann folgen: 17, 18, Anbetung des Osiris, einige Zeilen von 124, IT'., 221'., 23, 25, 261% 281'., 271'., SOAT'., 311'., 33 mid 34 T', 74r., 911'., 14, GSF., 83 T., 1) Vergl. Ta. 2) CuAMPOLLiON, Noticcs I, p. 480 imd 829. 13* 100 84F., 85 F., 63 F., 105 F, 95 F, 119, 86 F, 87 F., 81 F., 42, 79 F, Nach- schrift zu 72, 132F, 9F., 99F., 144F, 7lF, 1511'., 15B III, lOOF, 147, Fragment F., 146 F., 125 Einleitung F., Confession, Schliifsrede, Nachschrift, 148F., Nachschrift, Psychostasie, 136BF., 149F., 150. Pd. Bibliotheque nationale, Papyrus des Sutimes. Diese Urkunde ist von Lefkbure und Guieysse schön publiciert und übersetzt worden. Meine gelehrten CoUegen haben die Güte gehabt mir die Probedrucke der Tafeln vor deren Ausgabe mitzutheilen. Ich stimme in der Zeitbestim mune; die- ses schönen Papyrus mit ihnen vollständig überein: er ist sicherlich nicht älter als die XIX. Dynastie. Ich halte ihn für durchaus gleichzeitig mit Lc, dessen Verstorbener denen des Sutimes ganz ähnliche Titel hat. Auch die Tracht des letztern führt uns auf diese Epoche. Er ist beständig mit sehr weitärmeligen Gewändern angethan, sein Haar reicht bis auf die Schultern herab; auch seine Frau trägt langes Haar und auf dem Kopfe einen kegelförmigen Zierrath und einen Lotus. Die Titel des Verstorbenen sind: / J f=^ Y ^^ ;=^ ti^ i j N ^^ Wl „der Priester, der Oberste des Altarsaales, der Vorsteher der Bücher des Sanctuariums von Apet, der Oberwächter der Bücher des Tempelschatzes des Ammonrasonter Sutimes''. Seine Fran war „ , ^^,~«~«H ^ — ■ Ci I <=> T I 1 A 1 1 1 Sü ~*^^'^ Frau Sängerin des Amnion Hentneteru" . Diese Titel werden fast immer abgekürzt. Im allgemeinen wird der Verstor- bene nicht Osiris .genannt; doch wird ihm diese Bezeichnung in den grofsen Darstellmigen und im Kap. 149 beigelegt. Obwohl dieser Papyrus im ganzen correct ist, so enthält er doch einige arge Nachlässigkeiten. So ist die ganze Einleitung zu Kap. 110 verkelu't abgeschrieben: inul dafs der Copist sein Original an der un- richtigen Seite vorgenommen hat, wird deutlich dadurch bewiesen, dafs die Einleitung zu den Elysischen Gefilden auf diese Darstellung folgt, 101 während sie ihr vorangehen sollte. Derselbe Fehler zeigt sich im Kapi- tel 1491, aber nicht in den andern .Wohnungen". Der Papyrus des Sutimes enthält die folgenden Kapitel : Anbetung des Osiris. Dieses Stock, welches den gewöhnlichen Anfang der altern Papyri bildet, ist in den verschiedenen Exemplaren verschieden; aber da eines gegeben werden niiifste, so habe ich das des Sutimes gewählt und als Kap. 185 aufgenommen. Darauf folgen: 17, Z. 1 — 8, 18, Z. 33 — 37, 1, 68, 89 r., 92 F., CSV., 105 I'., 42 V., 26 F., 30BF, 22 F., 5 F., 67, 6lF. , 79 F., 120 Einleitung F., Confession, Elysische Gefilde, 110 Ein- leitung, 149 F. mit der Angabe der Farben, 16 B Darstellung des Westens. Pe. Lou\Te III. 36, Inventar No. 3132, ist in einer schönen Publication wiedergegeben, welche Deveria begonnen und P[p:kret beendigt hat i). Dieser Papyrus gehört der XIX. Dynastie an. Er war geschrieben für den Verstorbenen ^—^ '^ n W*' '^'-^^^^^i Namen Pieruex Nehqed liest, den ich aber Nebketen aussprechen möchte. Diese Persönlichkeit hat sehr lange Titel, welche nach den einzelnen Stellen verschieden lauten, aber alle ein Kichteramt zu bezeichnen scheinen. |j| ^^ ^ „der Schreiber der Gerechtigkeit", tö| 3-o y ^ ^< , ^p ^der Sclu-eiber der Gerechtig- keit im Hause der Gerechtigkeit^ fi^T'^'J^^l^^T^ ^ cm] a II 1^ I ^"y^ P ^ .,der Schreiber der Bücher III /www für den Ort, wo der König ist, der die Geschäfte des Herrn des Palastes besorgt, der welcher die Gesetze im Hause der Gerechtigkeit aufrecht erhält". Aufserdem hatte er einen priesterlicheu Titel; er war >^ ^, v^AA^^ [J „Pastophor des Amnion". Über die Verwandtschaft Nebketens werden wir wohl unterrichtet. Seine Mutter heifst eiiunal ü _^-, Ameneinheh, was aber nur ein an- genommener Name zu sein scheint, denn ihr wirklicher Name war *) Le papyrus de Kcbqcd, Paris 1872. 102 fj . Es scheint mir annehmbar, dafs die Verstorbenen oder de- ren FamiUenangehörige sich in gewissen Fällen mit einem Namen zu schmücken liebten, welcher den einer Gottheit, namentlich Amnions, ent- hielt. Ein Beispiel für den Verstorbenen selbst werden wir in dem Pa- pyrus Pf finden. Hier hat die mit ihrer Schwiegertochter, deren Name den der Göttin Mut enthält, vor Osiris dargestellte Mutter ihren Namen ändern und Amnion dafür setzen zu sollen geglaubt. In dieser selben Anbetungsscene erscheint hinter der Mutter ^ H 5 n 'T^ T ^ ^ S -^ ^ ü "^ '^'^i*^ Frau, die Favoritin der Nubemant (verniuthlich Hathor) Mutemheh'~ . Dieselbe wird einmal seine Schwester und einmal seine Frau genannt. Ich habe schon mehrfach hervorgehoben, dafs das Wort ..Schwester" wahrscheinlich eine andere Bezeichnung für die Gattin war, und es wird durch den vorliegenden Fall aufs neue bestätigt; denn die Mutter Mutemhehs hiefs *=^ I ^ Ha- nefcrt, es war also nicht dieselbe wie die Nebketens. Der Vater des letz- tern war Pastophor und hiefs (j ^^^^ ^^ ü ^ Amenemapi, und als sein Sohn wird fJ Qi) '^ ^ A^) genainit. Dieser Papyrus, dessen Vignetten besonders schön sind, bietet einen Text, der nicht in entsprechender Weise correct ist. Die Farbe des in den Vignetten zu Kap. 1 dargestellten Sarcophags könnte bewegen ihn in die XVIII. Dvnastie zu setzen. Aber die Kleiduna; des Versterbe- nen und der Frauen, der Umstand, dafs jener immer Osiris genannt wird, dann auch die Länge und Weitläufigkeit seiner Titel, sprechen dafür, ihn mit den gelehrten Herausgebern der XIX. Dynastie zuzuschreiben. Der Papyrus enthält: Anbetung des Osiris, 124, Vignetten zu Ka- pitel 1, unter welchen das Ende von 124, 72, 14 und 24 stehen: Titel und Vignette zu G4, 117 mit Zusatz, 116 F., 109F., 83^., 841^., 85F., 82 F., 77F, 86 F, 87F, 88 F, 81 F, SOBFi), 7F, 27F, 38AF, 125 Schlufsrede, 151; darunter 27F, 91 mit Titel zu 59, 42, 1. Dieser Theil ^) Auf Tafel V, 31 uud 32 hat mau irrtliüinlicli Zeileufragmeute , welche zu Taf. VI, 2G und 27 gehörcu, aufgeklebt. 103 des Papyrus 1st sehr veriiaclilässigt. Der Schreiber hat eine Umstellung vorgenommen: die Schlufsrede zu 12 j und dann 151 sollten erst auf die übrigen Theile von 125 folgen; aufserdem sind mehrere der kleinen Texte von 151 in verkehrter Kichtung cojiiert. Es folgen 125 Einleitung V., Confession T., Xachschrift und Psychostasie, iiber welcher 30 B, 100 F., 991'., 102 7. Nachschrift zu 18, Fragment von 42 und Elysische Gefilde. Wie man schon aus diesen Angaben ersieht, ist dieser Papyrus keiner der sorgfältigsten aus dieser Epoche. Pf- Louvre III. 9, Inventar Xo. 3097. Diese Urkunde ist nicht auf Pa- pyrus geschrieben; es ist eine Leinewand, die vermuthlich zur Einwicke- lung einer Mumie gedient hat und deren Text in drei übereinander stehende Abtheilungeu zerlegt ist. Der Stil dieses Schriftstücks erinnert durchaus an den der Leinewand von Avignon. Es mufs der XVIII. Dynastie zu- erkannt wei'den. Der Verstorbene führt in der Anbetungsscene zu An- fang die folgenden Namen und Titel: ^| fl^.fi||fl^^O ^ [Tj I Thotmes luid seine Mutter J\ ^^ Ante/. Mein gelehrter College Herr Prof. Sterx hat die Güte gehabt mir eine von ihm genommene vollständige Copie der Inschriften dieser Grab- kammer zur Verfügung zu stellen. Die vorhandenen Kapitel shid: 17, 18, ein unediertes Kapitel, 80, 133, 134, 65, 148 F., 125 Einleitung, Confes- sion, Schlufsrede, Nachsclu-ift — abgesehen von Anbetungssceueu und einem langen Texte, der an die der Pyramiden erinnei-t. Th. Grab des Chaemha, Abdelqm-nah No. 8. ^ ^^^ =^ ^ ist eine S fx ==J) groise Persönlichkeit unter der Regierung Amenophis III. Sein schon aus den Werken von Lepsius"*^) und Prisse d'Avennes bekanntes Grab ist küi'ziich vollständig von ^Ir. Loret veröffentlicht worden^). Im zweiten 1) Lepsius, Älteste Texte, p. 14. 2) Denkmäler m, 38. ■') cf. PI. ■*) Lep.sius, Denkmäler III, 76 — 75. ') Memoires publies par les niembres de la Mission archeologlque fran- faise au Caire, Livr. 1, p. 113flF. Hi Saale finden sich mehrere sorgfältig eingegrabene Texte des Todtenbuches, auf der rechten Seite Kap. 110 Einleitung, welche Mr. Bouriant gütigst für mich copiert hat, und die Elysischen Gefilde. Im Hintergrunde des Saales links von der Thür steht Kap. 112, welches als Seitenstück das jetzt zerstörte Kap. 113 hatte. Es ist unnöthig hier eine Beschreibung der Königsgräbei- zu geben. Nur bemerken mufs ich, dafs die Gräber der XX. Dynastie weniger cor- rect sind als die der XIX. und dafs sie besonders seit Ramses IV. nach- lässig werden. Tc. Grab des Menephthah Siphthah und der Königin Tauser, usur- piert von Setnecht. Im dritten Corridor und längs dem Geländer der Treppe, welche zum zweiten Saale führt, befindet sich Kap. 145. Ich habe 1869 alles Übriggebliebene copiert und hier reproduciert^). Td. Grab Ramses' IV., No. 2 2). Ein ganzer Saal dieses Grabes ist mit Texten des Todtenbuches bedeckt, es ist der dritte, der unmittelbar dem Sarcophagsaale vorhergehende. Der Text beginnt links vom Ein- fl-anü und iieht bis ans Ende des Saales, wendet sich dann rechts und kommt hinten am Eingange \Yieder zurück. Er enthält ' "^» ^ <=> ^-^^ , ,, ferner einen besonderen Titel AW^^\ -" J\ LU l— — I nebst Vorwort zur Schlufsrede von Kap. 125 (vgl. II, 335); dann folgen Kap. 124, 127, 125 Einleitung, Confession, Schlufsrede. 1) Champollion, Notices I, p. 451 imd 452; Gestalten der Wächter. 2) Champollion, Notices I, p. 473 — 76; Snppl. p. 813 — S'iO. 112 Te. Grab Ramses VI., No. 9^). Auch liier ist ein kleiner Vorsaal vor dem Sarcophagsaal mit Texten des Todtenbuclies bedeckt. Lepsius hat die linke Seite publiciert-). Die Texte beginnen im Hintergrunde zur Linken und umfassen: links Kap. 124, 125 Confession und Theil der Schlufsrede, rechts 126 7., 100, Anbetung der Ma und 127A. Tf. Grab Ramses' IX., No. Q"^). Im zweiten Corridor findet sich auf der linken Wand Kap. 125, die Schlufsrede mit dem besondern Titel und dem Vorwort. 1) CuAMi'OLLiON, Notices, Bd. II. 2) Lepsius, Denkmäler III. 226. ^) Champolliox, Notices I, p. 468. 113 VIERTES KAPITEL. Bemerkiiiigeu zii den einzelnen Kapiteln des Todtenbuclis. Ich iiiiifs nun zu tlen verschiedenen Kapitehi, welclie dieses Buch bilden, noch einige Bemerkungen machen, namentUch über ihre Stelle in den Urkunden, denen sie entnommen sind. Dabei werde ich alles auf die Interpretation und den Inhalt des Buches selbst Bezügliche bei Seite lassen: auch beabsichtige ich nicht die bemerkenswerthen Varianten, wel- che sich mil" im Verlaufe darbieten könnten, hervorzuheben. Ich werde mich auf das durchaus Notliwendi^e und was zur Erleichterung des Ge- brauchs dieser Ausgabe dienen kann, beschränken. Kap. 1. Der zur Basis gewählte Papyrus ist A(/. Zwar ist er weder sehr alt noch auch sonderlich correct, im Gegentheil ist der Text, wie sich weiterhin zeigen wird, fehlerhaft: aber er hat sehr vollständige Vignetten und ist, wie in der Beschreibung oben l>emerkt wurde, datiert. Die Varianten geben uns einen Begriff von den Veränderimsen , welche der Text in einer verhältnifsmäfsig beschränkten Zeit, von der XVIII. bis zur XIX. Dynastie, erlitten hat. Kein einziger unter den alten Texten geht über die Zeile 16 in .S hinaus^). Alles Folgende ist neuern Ursprungs. Nach den Worten A^ Mv> \ ^^ K^ " '"''^" findet nicht seine Übertretung- haben 1) Mit dem Buchstaben S bczeiilmc ich die nachsaitischc Redaction, wie wir sie aus dem Turluer Papyrus kennen. 15 114 die alten Texte statt des einfachen Zusatzes /= ^^ ^ (| (j Fjl „in der Waage" eine ausführlichere Wendung: fl^^I^fj^i^P^]^^^'^— - „die Waage ist leer von allem, was ihn betrifft,- und damit schliefst das Kapitel. Dieser Satz scheint zu besagen, dafs die Psychostasie stattge- funden hat, und man sollte hier eine darauf bezügliche Darstellung er- warten. In der That findet sie sich auch hier in Ag, La und Le. Im erstgenannten Texte geht die Psychostasie dem Kap. 1 voraus, in den beiden andern folgt sie darauf, aber ohne das lange Stück, welches Ka- pitel 12.3 bildet. Dieses Kapitel findet sich weiterhin in La und Le mit einer neuen Darstellun£r der Waase. So haben wir von voi'uherein den Beweis, dafs das Todtenbuch keine Einheit, sondern eine Sammlung ist. Sogleich das 1. Kapitel ist mit der Psychostasie abgeschlossen. Die letztere ist durch Hinziifügung der negativen Confession, der Einleitung, der Schlufsrede weiter ent- Avickelt worden; man liat daraus Kap. 125 gebildet, welches folglich jün- ger sein mufs als Kap. 1. Denn schwerlich kann die abgekürzte Redac- tion die jüngere sein; vielmehr ist die ausführlichere, in welcher die meisten Personen erscheinen, die spätere. Der gewöhnliche Platz des 1. Kapitels ist unmittelbar hinter der Anbetung des Osiris, welche in der Regel den Anfang der Leichenpapyri bildet; gewöhnlich geht es auch dem Kap. 17 vorher oder befindet sich doch in der Xähe dieses Kapitels. Es ist freilich wohl das erste Kapitel des Todtenbuchs, denn nach dem Titel werden diese Worte gesprochen il^ V 1 '"^^ . ^, ^ , -am Taae der Bestattung". Der Verstorbene soll dadurch seine Ankunft in der Amenthes ankündigen; es sind die ersten Worte, welche er hören lassen soll. Auch stellen die Vignetten die Be- stattungsceremonie dar, d. h. den Augenblick, wo der Verstorbene so spricht. Einige Papyri, wie Le und Fe, haben nur die Vignetten des 1. Kapitels ohne den Text, auf welchen sie auch keinerlei Beziehung ha- ben und in welchem sich keinerlei Anspielung auf das Ceremonial findet, dessen Feier sie zur Anschauung bringen. Sie stellen dar, was auf der Erde vorgeht, während der Todte vor das Gericht des Osiris hintritt. 115 Wie die Varianten zeigen, hat keiner der alten Papyri den Titel von S, der sicli niu- in .1// wiederfindet. Alle andern benennen dies Kapitel I ^ä»^ a'^^^^^ ft fti I ijj^ '■'^^^ Kapitel von der Ankunft vor den , Käthen' oder ,den Richtern' des Osiris ''. Diese Richter sind die vier Genien, welche in der Psychostasie das Tribunal unter dem Vorsitze des Osiris bilden. Damit steht der Schlufssatz des Kapitels durchaus im Einklang. Dieser Titel ist derselbe wie der von Kap. 124, mit dem die Pa])vri manclimal beginnen, wie Ab und Pf, wo ihm ein allgemeiner Titel vorangeht. Keiner dieser Papyri enthält Kap. 1, während Fe nur die Vignetten desselben hat; es wird durch Kap. 12-i ersetzt, obschon dessen Text zu jenem in keiner Beziehung steht. Derselbe Titel gehört einem in S nicht vorkommenden Kapitel an, welches ich als 181. zähle, einer Anrufung des Osiris. An Kap. 1 schliefst sich in S eine lange Rubrik, welche mit der des 72. Kapitels identisch ist. In den meisten Fällen fehlt die Nachschrift dem 1. Kapitel und ist dem 72. angehängt; nur An und La knüpfen es an Kap. 1. Sie ist hinter 72 reproduciert und dort sind auch die dazu- gehörigen Varianten nachzusehen. Auf Kap. 1 folgt unmittelbar fast immer Kap. 17: indessen findet es sich auch vor andern häufigen Kapiteln, wie vor 68 (in Cb, Cd, PA), vor der Reihe der Verwandlungen (in Aa) und vor 99 (in Pc). Wie schon gesagt wurde, enthält der Papyrus Da, ohne Zweifc-l durch die Unachtsamkeit des mit der Abschrift betrauten Copisten, zwei Versionen des 1. Kapitels, welche unmittelbar auf einander folgen und fast gleichlautend sind. In diesem Kapitel ist Da sehr verwandt mit .1^) und auch, obwohl in geringerem Grade, mit La, An und .1/. Die Vignetten geben uns eine vollständige Darstellung der Leichen- procession, welche in Begriff steht die Mumie in das für sie bestimmte Grab zu legen. Hier hat Ar/ ein Bruchstück des eigentlichen Rituals bewahrt. Es lehrt uns, dafs man bei dieser Gelegenheit die Ceremonie der „Öffnung des Mundes"^) vornahm, in welcher der Priester viermal 1) SCHIAPARELLI, II llbro doi fuuerali, p. 22S. 15' 116 Hin die mit dem Gesicht nach Mittag gewandte Mumie geht, indem er vier Wassergefäfse trägt, welche, wie er sagt, zu den Reinigungen des Horus, Thoth, Seb und Sep gedient haben. Kap. IB. Mit 1 B liabe ich ein Kapitel bezeichnet, welches mit dem vorher- gehenden nichts zu thun hat, aber doch hier eingeschoben werden mufs, da es auf den Tag der Bestattung Bezug hat. In dem als Basis genomme- nen Ba folgt es auf Kap. 1, wogegen es in la sehr weit davon entfernt ist und hinter 65 steht. Die Titel der beiden Urkunden sind nicht diesel- ben. In Ba heilst dies Kapitel „das Kapitel von der Ankunft der Mu- mie in der Tiefe am Tage der Bestattung", während es in la „das Ka- pitel von der Ankunft in Roset" genannt wird. Der Text war in la aus- führlicher, er enthielt in Sonderheit die Namen der Schlangen, vor denen ihn zu bewahren der Verstorbene Osiris bittet. Nachdem dies Kapitel aus der saitischen Redaction verschwunden war, hat es sich in spätem Urkunden wiedergefunden. Von Birch i) ist es nach einem Edinburger Papyrus publiciert worden, wo er betitelt ist J^ ^^ "^ ^ 8 3 ^^ N. -^^-k _^[3— I? "iT^ von Pleyte-) nach einem Papyrus des Louvre, in dem es 2 "^ ^ ^ 1 ^ ^^ ^^ ^ genannt wird und zu einer Gruppe mit dem allgemeinen Titel j\ ■-■■--^^ ^^ -^^^^ X "^ In, ,_2_^ gg_ hört. In der Pleyteschen Sammlung ist dieses Kapitel No. 172. Kap. 2 und 3. Die Gruppe, welche in S bis zum Schlufs des 15. Kapitels reicht und ein mit den Vignetten der Leichenprocession versehenes Ganzes bil- det, existiert in den alten Papyren nicht und ist das Ergebnifs einer spätem Codification. Die einzigen analogen Fälle, welche sich finden, ^) Proceedings of the Society of Biblical Archaeology 1885 p. 81. 2) Chapitres supplementaires du Livre des Morts. 117 sind solche, in denen die Länge der Vignetten des 1. Kapitels die Aus- dehnung derselben über andere Kapitel veranlafst hat (wie in Pe, Ag^ ohne dafs man dadurch eine Einheit zu schaffen beabsichtigt hätte. Mehrere der kleinen Kapitel hinter Kap. 1 fehlen vollständig (4 und 11); andere, wie 9, 12, 13, stehen in andern Theilen des Buches und noch andere kommen nur selten vor. Xamentlich ist das mit 2 und 3 der Fall. In S sind 2 und 65 sehr ähnlich: sie unterscheiden sich nur durch den Titel und den Schlufs. Kap. 2 hat sich nur zweimal gefunden: in Ae folgt es auf TG und steht vor 3, ohne dafs die Beschaffenheit des Papyrus gestattete, den Platz, ■welchen diese Kapitel in der Reihenfolge des Textes einnahmen, zu be- stimmen; in Pf folgt es auf 109 und steht vor 66, gleichwohl mit dem Titel des Kap. 2. Kap. 3 kommt nur in Ae vor. Diese beiden Kapitel finden sich in den Papyren der XXI. Dynastie. In dem der Königin Xet'emt sind sie unter dem Titel von 2 vereinigt imd folgen auf 64. In einer andern Urkunde derselben Epoche (Leyden III) folgen sie zwar nicht auf 64, stehen aber nicht weit davon und scheinen für 65 und 66 einzutreten. Es ist daher wahrscheinlich, dafs sie ursprünglich ihren Platz bei 64 hatten, wo sie noch in .S' durch Kap. 65 vertreten werden, welches frei- lich von dem dieser Ausgabe sehr verschieden ist. Kap. 5. Es findet sich in vier Papyren, steht aber in keinem vor 6. Es ist nicht möglich diesem Kapitel einen bestimmten Platz anzuweisen. In Aa vmd Ai findet es sich nahe bei 88 und 96 — 7, in Pd steht es unter mehreren kleinen Kapiteln 30, 22, 67, 61. Kap. 6. Gehört zu 151 und bezieht sich auf euien der Gegenstände, wel- che man in der Grabkammer neben dem Verstorbenen niedei'legte: man lis wird auch die Vananteu unter Kap. 151 finden. Ich habe jedoch ge- glaubt die Version von Aa, welche ausführlicher ist, wiedergeben zu sollen. In diesem Texte gehört Kap. 6 zu einer Grujipe, welche mit 1*^0 I n<=>ll^M ^*^- ^»fä"gt ""'^^ ""t 155, 15G, IGO fort- fährt. Es enthält auch mehrere Bestandtheile von 151. In Ae fand sich Kap. 6 auch vereinzelt. Mehr als nach den Papyren, welche es nicht häufig darbieten, mufs man dieses Kapitel nach den Todtenstatuet- ten studieren. Kap. 7. Findet sich in 7 Papyren. Ganz willkürhch ist es der Gruppe des 1. Kapitels eingereiht, denn es gehört zu jenen, welche von der himmlischen ScliifFfahrt reden (vergl. 99, Z. G). Daher steht es in zwei Papyren, Ab und Ai, hinter 102 und vor 13GA und B. Auch in Ac, welcher zu Anfang zerstört ist, geht es 13GA und B vorher und endlich steht es in Ca vor 102. Kap. 8 und 9. Als Base habe ich Pb genommen, welcher am vollständigsten ist und dessen Anordnung ich bemerkbar machen mufs. Diese Urkunde stellt mehrere Kapitel zusammen, welche im Titel eine gewisse Ähnlich- keit haben. Es handelt sich immer um -öffnen- -^"^ r . oder f J i\. Es ist zunächst Kap. 92, dann 67. Nach diesem Kapitel fährt der Text so fort: j^ J^ N. j^^^D^fli] d. h. 8, 6; dann beginnt Kap. 9 mit ^^^"^ Titel j! f J Ü ® ^ , und es folgt Kap. 8 H ^I T k ?• Die ganze Gruppe 8,9,8 trägt den allgemeinen Titel *T^ f J | ^ > und es folgt darauf 72. Aufser in Pb findet sich 8 nur noch in Ae, wo man seine Stelle nicht erkennen kann, und in /«, wo es unmittelbar auf IB folgt. In den Texten der XXI. Dynastie steht Kap. 8 dem Kap. 44 am nächsten und wird mit demselben sogar zu einem einzigen verbunden. Ill» Kap. 9 kommt in Pc vor, wo es zwischen 132 nml 99 stellt, und in Ba, wo es einem Theile von 148 vorhergeht. Die Vignette gehört besonders zu Kap. 9, sie stellt nämlich den ^^ ^ ^ oder ^^ ^ ^ |J ^_ 0 0 S. ■=^ dar, von dem im Texte die Rede ist; es ist eine Darstellung des Osiris. Kap. 10. Findet sich nur in Aa; es ist mit 48 identisch und unter diese Nummer gestellt worden. Kap. 11. Fehlt. Kap. 12 und 13. Finden sich beide nur einmal, in Fa. Kap. 1.3 gellt voran und wir haben die Reihenfolge 56, 124, 13, 138, 123, 12. Diese Ordnung ist ziemlich die des hieratischen Papyrus in Paris, welcher Papyrus de Luynes heifst (Devkria III, 46), nämlich 56, 13, 138, 123, ... 12. Diese Kapitel gehörten ziaerst zu einer von dem des 1. Kapitels ver- schiedenen Reihe, da sie in .S alle beide wiederholt werden: 12 ist. 120 und 13, 121. Wieder ein Beweis dafür, dafs die Reihe 1 bis 16, wie sie sich in .S lindet, das Ergebnifs einer neuern Codification ist. Kap. 14. Dieses Kapitel findet sich zweimal in C\f, und die gewählte Base ist die auf dem Verso des Papyrus befindliche Wiederholung. Bemer- kenswertherweise finden sich zwischen den Versionen derselben Urkunde so erhebliche Varianten, dafs sie nicht nach dem nämlichen Originale geschrieben zu sein scheinen. Unter den fünf Kap. 14 bietenden Papyren sind zwei, Ca und FO, in welchen Kap. 14 auf 42 folgt, und zwei, Ca und Fe, in welchen es vor 68 steht. In Fe folgt es auf 91 und in Pb geht es 61 vorher. 120 Die als Base angenommene Version steht zwischen 27 und 39. In Pe befindet Kap. 14 sich unter den Vignetten zu 1 zwischen 72 und 24. In Pb folgt der Titel zu 14 unmittelbar auf die Nachschrift zu 42, so: ...^J^;^J^^gg^^etc. Dasein der Gruppe f=>^ ist der letzte Buchstabe der Nachschrift und das <=^3 des zweiten AVortes <=>, welches das erste des Titels ist, hat man aus- gelassen. Kap. 15 und 16. So wie die Kapitel 15 und 10 in S redigiert sind, finden sie sich in den alten Papyrus nicht. In S besteht Kap. 15 aus zwei unterschied- lichen Theilen, der Anbetung des Ra „bei seinem Aufgang" (Z. 1 — 28) und der Anbetung des Ra ..bei seinem Untergang" (Z. 28 — 49). Es läfst sich noch leicht erkennen, dafs man in jede dieser Unterabtheilun- gen mehrere Hymnen von verschiedener Herkunft und Abfassung ein- gerückt hat. Diesen Unterabtheilungen entsprechen die Vignetten des IG. Kapitels; die obere bezieht sich auf die aufgehende Sonne, ebenso die zweite, welche man auch als die Sonne in der Mitte ihrer Laufbahn erklären könnte, wälirend die dritte die untergehende Sonne bezeichnet. Derartige Hymnen rinden sich in mehreren alten Papyren; nur scheint es für dieses Stück keinen canonischen Text gegeben zu haben, von dem man sicli nicht hätte entfernen dürfen. Der Textschreiber konnte sich hier von seiner Einbildungskraft leiten lassen, und obgleich der Grundton dieser Stücke im allgemeinen wenig verschieden ist, so haben sie doch nicht Berührungspuncte genug, um als Varianten desselben Textes gelten zu können. Das erklärt, warum ich in dieser Ausgabe eine so grofse Anzahl aufnehmen mufste. Es giebt indessen in den alten Papyren einen Hynmus an die untergehende Sonne, welcher dem in S in Z. 28 ähnlich ist. Von diesem, den ich 15B III genannt habe, lag ein recipierter Text vor und nach den verschiedenen Documenten, in denen er vorkommt, liefs sich eine vergleichende Tafel der Lesarten aufstellen. 121 Nach dem von Anfang an befolgten Grundsatze habe ich mit .4. den ersten Theil des Kapitels bezeichnet, welcher sich auf die aufgehende Sonne, und mit B den zweiten, welcher sich auf die untergehende Sonne bezieht. Die Zahlen I. TT, III bedeuten die verschiedenen Versionen jedes dieser Theile. In den vollständigen Texten folgt auf jeden Theil die darauf be- zügliche Darstellung, d. h. das ihn betreffende Stück des 16. Kapitels; und da es sich um eine Anbetung handelt, so ist in einer Vignette jedes- mal der Verstorbene mit seiner Frau in betender Stelluns; hinzusrefü"!. Ein einziger Papyrus, Ba, enthält die beiden Theile von 15 an der entsjjrechenden Stelle, welche ihnen in »S angewiesen ist, d. h. nach 1 und vor 17 (Taf. XVII und XVIII). Er führt uns zuerst die Anbe- tung des Ra bei seinem Aufgang vor, woran sich das Bild des Sonnen- aufgangs schliefst. Leider ist der Papyrus an der Stelle schlecht erhalten, aber es ist kein Zweifel über den Sinn der Darstellung (Taf. XXI, Ba) zulässig; man sieht den Himmel, die beiden Arme, welche die' Sonne um- fangen, und das Zeichen des Ostens. Unmittelbar darauf kommt der Hymnus an die untergehende Sonne, wo die bildliche Darstellung zwar fehlt, aber dagewesen sein mufs, da sich sonst die Gestalten der beiden Anbetenden nicht erklären liefsen. Darauf geht mau zu Kap. 17 über. La würde ohne ein Verseheu des Schreibers vollständis; sein. Hier steht Kap. 15 gleichfalls vor 17, ganz am Anfange des Papyrus, und ersetzt die fehlende Anbetung des Osiris. ^Vir haben zunächst die beiden Anbetenden und den Hymnus an die aufgehende Sonne (Ta- fel XIV), dann die Darstellung des Gottes bei seinem Aufo-anae: den Berg, die beiden Arme, welche den Discus halten, und das Emblem U, welches hier wie sonst dem Osten elgenthümlich ist (Taf. XXI, La). Dai'nach sollte mau den Hymnus an die untergehende Sonne mit der zu- gehörigen Vignette erwarten; und den beabsichtigte man auch folgen zu lassen, da der Zeichner das Bild der untergehenden Sonne gemacht hat (Taf. XXn, La). Aber der Schreiber des Textes hat sich nicht darum gekümmert, sondern hat eine andere Version des Hymnus an die auf- IG 122 gehende Sonne copiert. Icli habe schon früher die grofse AhnUchkelt zwischen irt und ^4^ hervorgehoben. Hier haben wir denselben Irrthum: den Hymnus an die aufgehende Sonne gleichfalls neben der Darstellung der untergehenden, die noch besser gekennzeichnet ist als in La, da der Sperber als Emblem des Westens durchaus dem in Da (Taf. XXII) gleicht. Das Vorhandensein dieses Hymnus in At hat die Aufstellung einer kur- zen Variantenübersicht ermöglicht, die jedoch wegen der schlechten Er- haltung dieses Pajjyrus nur bis zu Z. 10 fortgeführt werden konnte. Es ist unmöghcli auf diese Weise die Hymnen von Ba und La zusammen- zustellen, da sie zu verschieden sind, ohne Zweifel weil es für dieses Kapitel keinen canonischen Text gab. Noch ein vierter Hymnus ist reproduciert worden, der von Ag (Taf. XVI), der gleichfalls mit einer bildlichen Darstellung versehen ist (Taf. XXI) und der sich ohne Frage mit dem ersten Hymnus von La berührt, ohne jedoch als ein Paralleltext angesehen werden zu können. Dies Stück findet sich ganz zu Anfang des Papyrus. Ein Hymnus an die untergehende Sonne folgt nicht, wird vielmehr durch ein Gebet an Osiris Onnophris ersetzt. Die Legende der Darstellung läfst über ihre Bedeutung keinen Zweifel. Auch hier treffen wir das Vy ^^s Emblem des Ostens. 15B, der Hymnus an die untergehende Sonne, findet sich in Ba unmittelbar hinter 15 A , dem Hymnus an die aufgehende Sonne, ebenso wie in .S. Die dazugehörige Vignette fehlt. Dafür findet sie sich in Da, welcher uns eine andere Version von 15 B liefert; dieselbe steht zwischen 17 und 18G, der Anbetung der Hathor, welche den Papyrus beschliefst. Zu den Versionen 15 B I und 15B II existiert kein Pa- ralleltext. Wir kommen jetzt zu dem Stücke, welches mit 15 sehr grofse Ähnlichkeit hat und an einer ganz andern Stelle der Papyri steht; es ist das als 15B III bezeichnete. Der Text erinnert an S 15, Z. 36 — 40 lind sodann an die Anrufungen Z. 29 — o3. Der Titel ist fast genau das, was wir in S 148, Z. 2 — 5 lesen. Es ist wieder ein Beispiel der 1-23 Umgestaltiiiig, welche das Todtenbuch in der Epoche der XXVI. Dy- nastie muls erfahren haben. Für dieses Stück haben wir parallele Texte, doch sind dieselben nicht alle deich vollständiff. Kap. 17. Wie oben gesagt wurde, ist das 17. Kapitel eines der ältesten und wichtigsten Kapitel des Todtenbuchs. Es fafst am vollständigsten die Cosmogonie zusammen, so wie sie in Heliopolis gelehrt wurde. Es ist daher nicht auffallend, dafs es sich in einer grofsen Zahl von Manu- scripten vorfindet. In dem als Basis angenommenen .1« sind einzelne Theile des Kapitels wiederholt oder kommen vielmehr vor dem ganzen Ka- pitel besonders vor, nämlich Z. 81 (j g) "^3^ .... bis Z. 94 c.^ -|- i. '^^^ welche zwischen 117 — 118 und 20 eingeschoben sind. Ebenso in .4/, in dem in Liverpool betindlichen Theile des Papyrus, nur dafs dieses Bruchstück vor 18 steht, von welchem 20 nm- eine verschiedene Redaction ist. Eine andere Wiederholung in Aa bilden die Z. 100 — 106, welche auf 13 folgen und vor 44 stehen. Das vollständige Kapitel findet sich weiterhin zwischen 153 und 18 gestellt. Es ist schwer diese Anordnung, welche nicht die der Mehrzahl der Texte ist, zu erklären. Gewöhnlich folgt Kap. 17 auf 1 oder befindet sich doch in un- mittelbarer Xähe, so in Ap, Au, Ag, Cb, Da, Ba (wo es von 1 durch 15 getrennt ist), La und la. Manchmal steht es ganz zu Anfang der Papyri, wie in Pc und 2\i. Das auf 17 folgende Kapitel ist fast regel- niäfsig Kap. 1 8 : anderesfalls existiert dieses Kapitel überhaupt nicht. Man kann behaiipten, dafs 18 das gewöhnliche Complement zu 17 ist, da es von diesem durch keinen andern Text getrennt wird. Der Titel von 1 7 besagt deutlich, dafs der Character des Stückes von dem in Kap. 1 beobachteten sehr verschieden ist. "'"^r'^v, -An- fanor von- ist die gewöhnliche Einführun«; eines neuen Abschnittes in einem Buche. Hier finden wir zum ersten Male jenen Ausdruck, der in der neuem Redaction in den Titel von 1 übergegangen ist: ^^' 16' 124 ^ jI M) I i -^ -^ ^ I °^^'" I '^^ -Ä ill I "^"^^"o ^6S Aussprecliens der alten Erinnerungen" oder -der heiligen Formeln". Dieser bisher unrichtig verstandene Ausdruck bezieht sich keineswegs, wie man fast immer übersetzt hat, auf die Auferstehung des Verstorbenen. Das Verb s=> y )1 yA findet hier nicht Anwendung auf eine materielle Handlung und soll nicht ..wieder aufrichten" oder .wieder aufstellen" bedeuten, sondern lieifst vielmehr -aussprechen" oder -hersagen" i). Was die Wör- ter '1^\. )^^| ™i'l r^^J^^i b'^ti'i^j ^o mufs man sie schwerlich blos als graphische Varianten ansehen, obschon sie sich auf denselben Gegenstand beziehen. Der Bericht von der Schöpfung, der mit dem aus dem Wasser hervorgehenden Tiini anfängt und mit dem zum König ge- krönten Ra fortfährt — alles das führt auf die Bedeutung -alte Erinne- rungen" für I' 4 ^ V^l """-^ -^ißilig^ oder feiei'liche Formeln" für '^^ y 5() ' . Nicht Thoth stellt sich dem Osiris im Namen des Verstorbenen dar, um alle ObUegenheiten, die er in Busiris und in Abydos vollbracht hat oder vollbringen wird, vorzutragen. Es handelt sich nicht mehr um Worte, die am Tage der Bestattung gesprochen werden. Hier ist der Gegenstand unendlich weiter und philosophischer als im 1. Kapitel. Ich kann daher den Titel, welchen Ag dem Kap. 1 giebt und den er aufserdem allein hat, nicht als richtig betrachten; dieser zu Anfang mit dem von 17 gleichlautende Titel ist augenscheinlich für dieses letztere Kapitel bestimmt. Der von 1 lautet ^ H] ^ (] I] ^ <==> ^ ^ ^ | ^ ^«st in allen Papy- ren; der ihm in A(/ gegebene ist, wenn nicht ein Irrthum voi'liegt, das erste uns begegnende Beispiel von dem Übergange des alten Textes in den der saitischen Redaction. Die Papyri Pc und Pe geben Kap. 17 etwas längere Titel als die andern, von denen sie auch in der Anordnung der Theile abweichen. Ich war genöthigt einen Satz dieser beiden Texte auf S. 29 zu bringen, wo sich ein leerer Raum fand, mid auf S. 30 die Stelle anzugeben, wohin diese Worte gehören. Für einen Theil des 17. Kapitels habe ich aus- ^) Ägyptische Zeitschrift 1873 p. 27. 125 nalllns^Yeise den Papyrus Le benutzt, dessen Text sehr incoi-rect ist. Die Varianten breclien Z. 40 mit dem Bemerken ab, dafs der Text Z. 51 fortfährt; aber hier habe ich die Lesarten nicht mehr eingeschrielien, weil der Text entschieden zu schlecht wird. In Ag konnte ich über Z. 48 nicht hinausgehen, da das Ende dieses Papyrus nur ein sinnloses Ge- schreibe ist. Nur 7 Texte geben das Ende des Kapitels; sie gehören sicherlich zu den besten, welche wir besitzen, was bei der Bedeutsamkeit dieses Kapitels erklärlich ist. Treu dem Grundsätze, den ich mir eingangs ge- macht liabi", will ich mich jeder philologischen oder mythologischen Abschweifung über dies Kapitel enthalten. Wenige gewähren so viele und nützliche Varianten. Ein glücklicher Umstand ist es, dafs wir dieses Kapitel von Anfang bis zu Ende auf der Leinewand Thothmes III be- sitzen, einem datierten und sorgfältig geschriebenen Documente, welches zur Vergleichung und Feststellung der Sprachformen der XVIII. Dynastie von gröfster Wichtigkeit ist. Es ist zu bedauern, dafs uns nicht ein gröfserer Theil von Ah erhalten ist. Kap. 18 bis 20. Kap. 18 folgt unmittelbar auf 17, dessen nothwendige und ge- wöhnliche Ergänzung es ist und von dem es durch keinen Titel getrennt wird. Die verschiedenen Kapitelsectionen sind in den alten Texten nicht wie in S geordnet, sie folgen sich in dieser Reihe: acegildfhk. Be- merkenswerth ist der allgemeine Gebrauch der einfachen Präposition statt der zusammengesetzten ^^ ^^^^ in S. Die Vignetten sind selten untl im allgemeinen ohne Wichtigkeit; es sind einfach Darstellungen der Gottheiten, auf welche angespielt wird. Eine einzige ist reproduciert worden, die des Papyrus Busca Ik. In diesem Texte, hinter Kap. 132 und vor 99, findet sich ein kleines Stück aus 18, welches als besonderes Kapitel mit diesem Titel eingestellt ist: "^ ^^^ ^^ ^ ^ i -.^~v« ® J 1^ 126 Buch von dem, was geschieht am Tage des Ackerns und in der Nacht des Ackerns in Tattii"; dann kommen die Namen der vier Genien der Amenthes und der Z. 26 reproducierte Text S' tragen. Kap. 19 findet sich in keinem der von mir verglichenen Papyri. Kap. 20 hat .1«, und zwar insofern die Z. 94 — 106 von Kap. 17 ein erstes Mal mit einem abge- kürzten Kap. 18 reproduciert sind, welches in S die Nummer 20 trägt. Ich habe dieser verkürzten Fassung die No. 20 gegeben, obschon sie von dem Kap. 20 in S merklich abweicht; doch steht sie diesem näher als dem 19. Kapitel. Die Nachschrift und der Titel von 20 in *S sind Zu- sätze neuern Datums. Die Reihenfolge der Kapitel, so w'ie wir sie bis jetzt wiederher- gestellt haben, umfafst also: die Anbetung des Osiris, Kap. 1, IB, 15, für welches letztere es keinen canonisehen Text gab und dessen Fassung mehr oder weniger der Einbildungskraft des Schreibers iiberlassen blieb; endlich Kap. 17 und 18, oder 17 und 20, die eine Gruppe für sich bilden. Wie man sieht, ist das fast die Reihenfolge von »S, in dem nur die klei- nen Kapitel später hinzugefügt worden sind. Über den Text, welcher auf 18 folgen sollte, kann ich nur eine Vermuthung aufstellen; aber ich glaube, dafs die Reihenfolge in Ba die richtige ist; was folgen sollte, das ist die Reihe der Kapitel von den ^ ^ JUi ^Verwandlungen", welche in den alten Texten mit Kap. 83, der Verwandlung in den Bennu, beginnt. Kap. 21 und 22. Wir kommen jetzt zvi Kapiteln eines verschiedenen Characters, die nicht die Wichtigkeit des 17. Kapitels haben. Es handelt sich um die Wiederherstellung des Verstorbenen, deni man zuerst einen Mund ge- 127 ben miifs, damit er die Filhigkeit der Rede erlange. Die Gabe des Mun- des bildet in .S den Gegenstand zweier Kapitel, 21 und 22. Ich habe nur 22 wiedergefunden. Auch hier wird die Basis durch Äa geliefert, welcher in einer Vignette eine Ceremonie zur Darstellung bringt: der Priester -^ ^ J~^ ^^ »d*?!' Wächter der Waage" berührt den Mund des Verstorbenen. Diese Ceremonie mufs als in der Amenthes vorgehend betrachtet werden. Derselbe Priester wird zum zweiten Male in Kap. 30 erwähnt, wo der Verstorbene sich an sein Herz wendet. Mit wenigen Ausnahmen ist die Reihenfolge dieselbe wie in .S; die Gruppe der Kapitel 22 bis 30 ist fast innner vereinigt. Kap. 23. Nach der Gabe des Mundes kommt die Ceremonie von der -Öff- nmig des Mnndes", welche gleichfalls als in der Amenthes vollzogen zu denken ist. Dieses Kapitel hat sich in 5 Papyren gefunden. Kap. 24. Der Grundtext 1st Pe entnommen. Von den vier benutzten Pa- pyren luit keiner eine Vignette geliefert^). Kap. 25. Diesmal ist die Basis aus Ca genommen. Die Vignette in Ax zeigt uns den >SV)n- Priester, wie er dem Verstorbenen eine Statuette in Mumienforni darreicht. Die Kapitel von 21 an bilden allerdings wohl eine Art Ritual und wünlen in gewissem Mafse den Titel rechtfertigen, welchen Champollion und nach ihm dk Rougk dem Todtenbuche gegeben haben. Indessen darf man nicht übersehen, dafs es sich hier nicht um wirkllclie, auf Erden vorgenommene Ceremonieen handelt, sondern tun eingebildete, welche dem Verstorbenen zu Ehren in dessen neuer Wohn- stätte beeansen werden. Es handelt sich um eine Nachahmung der irdi- 1) Vergl. Kap. 31 u. 32. 128 sehen Gebräuche: aber der grofse Unterschied, welcher zwischen diesen Kapiteln imd dem eigentlichen Ritual besteht, so wie wir es z. B. im Grabe Setis I. finden, ist der, dafs wir hier den Verstorbenen selbst se- hen, so wie er sich in der Amenthes zeigt, während dort ausdrücklich gesagt wird, dafs die Ceremonieen vor der Statue des verstorbenen Kö- nigs beobachtet werden. Kap. 26 bis 30. Mit Kaj). 26 gelangen wir zu der wichtigen Reihe der Kapitel vom Herzen, welche zu den von den Papyren am häufigsten iiberliefer- ten gehören. In S sind es G Kapitel. Sie haben sich alle wiedergefun- den mit Ausnahme von 29, welches durch zwei inedite ersetzt wird. Vier dieser Kapitel waren dazu bestimmt, auf steinerne Amulette geschrieben zu werden, deren jedes seine besondere Farbe hatte. Das lehrt Ba, welches diese vier Kapitel mit den folgenden Titeln versieht: I Y'^~^°-=><, ö ':^:^^ , , -Das Kapitel vom Herzen aus Jaspis" oder ,, Serpentin "(?)^) — grün — 30 B, Q „aus Lapis lazuli" — blau — 26, C3CD _ßi^l I I J, AWNAA "'^^ "^^ 9 I r''us Opal" — weifs — 27, ''^^P<=>oi "'"^"^ Carneol"(?) — roth — 29B. Kein anderer Papyrus enthält diese Titel; die gewöhnlichen lauten ganz verschieden. Kap. 26 heifst ^j^ -^ y """^ ^- ^^^^ ^^ \j!i ~V^^ Kapitel dem Verstorbenen ein Herz zu geben, wenn er in Cherneter ist". Kap. 27, 28, 29 A haben den gleichen Titel: ^ ^^ ^ ^ ^^ ^^^^^ ^ AAAAAA jiq^. ^^'^'=-^y, S. Kap. 37. Ein kleines Kapitel, welches sich nur ein einziges Mal findet und wenig Bedeutung hat; der Zweck desselben, der Sieg über die ^__^ | j W, n,, ist auch der des folgenden Kapitels. Kap. 38. Hier haben wir zwei ziemlich verschiedene Versionen, von denen die eine wichtiger ist als die andere und die sich beide in dem Pajjyrus LI) finden. Die, welche wir A nennen, ist die längere und kommt in der Mehrzahl der Papyri vor; sie ist augenscheinlich auch die ältere. Hinsichtlich der Stelle dieses Kapitels besteht eine grofse Verschieden- heit unter den Papyi'en. Pa stellt es indessen zwischen 55 und 56, und das scheint sein eigentlicher Platz zu sein, denn es gehört zu der Ka- pit elgr Lippe, welche von „den Hauchen" -^^ ^ handeln. Ebenso ver- hält es sich mit 38B, welches Lh hinter 55 ohne einen andern Titel als ::! einstellt. Von dem letztern besitzen wir zwei Versionen, Ap, welcher den Text wegen der in voraus angefertigten Vignetten hat ab- kürzen müssen, und Lb. Es findet sich auch in Le, der aber wegen seiner äufsersten Incorrectheit nicht benutzt werden konnte. Die Veran- lassung zur Umstellung dieses Kapitels wurden wahrscheinlich die Worte T~ Ii8\ß\' "^^'^^che zum Titel hinzugefügt sind und es so mit Ka- pitel 37 in Beziehung bringen. 133 Kap. 39. Findet sich in 5 Texten, von denen jedoch einer, La, wegen der schlechten Erhaltung des Papyrus an dieser Stelle nicht zu gebrauchen ■war. Dies Kapitel steht an sehr verschiedenen Stellen. Zwei Urkunden, Ca und P6, haben es bei 65; zwei andere, Ba und Lb, stellen es vor oder nach 40. Es hat sich in S in gleicher Ausdehnung erhalten. Kap. 40. Dieses Kapitel ist nicht häufig; von den Vignetten ist nur die eine in Le erhalten, welche ich aufgenommen habe. In dem Grundtexte be- ginnt es mit einem Paragi'aphen , der sich weder in S neben dem Namen des Osirls der des Onnophris in einem Königs- schilde steht. Diese Eigenthümlichkeit haben unsere Texte nicht, an den drei Stellen steht der Name Osiris allein und Onnophris erscheint nur ein einziges Mal in Ilc, Kap. 42, Z. 7. Kap. 44. Als Grundtext ist der Papyrus Mallet genommen, der vollständiger ist als die übrigen, obwohl ihm zu Anfang etwas fehlt. Auch dies Ka- pitel ist ohne Vignette. Zwei andere Kapitel, von denen eines von er- heblicher Länge ist, tragen denselben Titel: sie sind unter No. 175 und 176 gestellt. Kap. 45 uud 46. Finden sich beide nur einmal, das erstere in Ca zwischen 74 und 93, das andere in Aa zwischen 23 und 100. Kap. 46 weicht von dem Texte in S bedeutet ab. >:)5 Kap. 47. Stellt zwischen 109 und 103 mit einem von S sehr vei-schiedenen Texte. Die Ähnlichkeit mit 103, welche in .S noch merklicher als in unserm Texte ist, beweist, dafs dies Kapitel derselben Familie sind. Kap. 48 und 49. Diese Kapitel kommen in S ein erstes Mal iintc-r 10 und 11 vor. Kap. 49 habe ich nicht wiedergefunden; 48 steht nur in Aa und zwar in der Nähe von 47, von dem es nur durch 103 und 76 getrennt ist. Ans diesem Grunde habe ich No. 48 beibehalten. Kap. 50. Findet sich in Aa in zwei sehr ähnlichen Redactionen, von denen die eine zwischen 5 und 96 und die andere zwischen 44 und 38 A steht. Der Text in ..4« weicht von dem in S erheblich ab, dem sich dagegen Ae mehr nähert. Das mag an dem verschiedenen Ursprünge dieser bei- den Papyri liegen, wie wir oben bemerkten; der eine kommt aus Theben (.4 c) und der andere aus Memphis (-4«). Kap. 51 und 52. Fehlen. Kap. 53. Von diesem haben wir nur zwei Exemplare: in Lb steht es zwi- schen 38 A und 119, in Ph zwischen 63 und 125. Kap. 54 bis 59. Mit Kap. 54 konnnen wir zu dor Reihe der Kapitel von den „Hauchen-, welche - — ^ y^ i V i -'^«^" Hauch geben* oder H ' /y y^i i i „die Hauche athmen* betitelt sind. 6' hat 5 derartige Kapitel. Obschon 58 in den alten Papyren nicht vorkommt, so enthalten sie doch gleich- 136 AAAAAA falls 5 Kapitel, weil auch 59 mit dem Zusätze () ^^ 1_=fl ^^ '•^'^^ „das Wasser empfangen" dazu geliöi-t. Es wurde schon gesagt, dafs nach mehreren Texten auch 38 B in diese Categoric einbegriffen wird. Nur in S existiert die Gruppe als solche; in den alten Texten sind diese Ka- pitel mehr oder ^yeniger zerstreut. Was hier wie sonst die saitischen Revisoren zur Zusammenstellung der Kapitel veranlafst hat, das ist die Gleichheit oder die grofse Ähnlichkeit der Titel. Kap. 54 kommt nur einmal vor, ziemlich am Anfange von Pa zwischen 180 vmd 55. Kap. 55 findet sich in zwei Papyren; in Lb vor 38 B und hinter 117, in Pa zwischen 54 und 38 A. Kap. 5G und 59 sind nur durch die ersten Worte verschieden imd sind deshalb in den Varianten (p. 125) zusammengezogen worden. Ein starker Strich trennt 59 auch nur so weit, als der Text von 56 unterschieden ist. Kap. 5G ist viel häufiger als 59, da es in 5 Papyren vorkommt, von denen allerdings Ai wegen der Verstümmelung des Textes nicht zu benutzen war. In Aa findet es sich sogar zweimal, einmal zwischen 87 und 88. Ai bringt es auch mit 88 in Berührung, während zwei andere Texte, Pb und Ax, es hinter 62 stellen. Kap. 59 kommt nur in Ba zwischen 117 und 137 A vor. Kap. 57 existiert dreimal. In Pb, welcher als Grundtext dient, hat es keinen besondern Titel und folgt auf 56 mit dem einleitenden ni N. In An steht es zwischen dem unvollendeten 17. Kapitel und 92. Auch Ae hatte es mit einer zweiten, durch die Worte (] \\ |) an- geknüpften Redaction. Es ist zu bedauern, dafs uns dies Stück nur in schlechtem Zustande erhalten ist; denn es enthielt Angaben über die von mir sogenannte mythologische Geographie, z.B. in dem Satze ßü^^ ^l^f^a^ie'r'^ "(I'^li S^^e '-^»0 i" Tat (dem Osten) und ich gehe unter in On, welches meine Wohnung ist". Das stimmt durch- aus zu der Bedeutung, welche oben diesen beiden örtlichkeiten beigelegt worden ist. Kap. 58 hat sich nicht gefunden. 137 Kap. 60 bis 63. Nach den Kapiteln von den Hauchen kommen die _vom AVasser- trinken". Dieselben weichen in den Titeln und in ihrem Umfange erheblich von einander ab. Der auf Taf. LXXII reproducierte Text vereinigt unter dem gemeinsamen Titel „das Kapitel vom Trinken im Cherneter" 61. GO und 62, die sonst getrennt sind. Fünf Papyri gewähren 60 und 61 oder eines dieser beiden Ka- pitel. Zwei Papyri, Ph und Pg, haben beide; 61 und 60 sind daselbst zu Einem unter demselben Titel vereinigt, sogar ohne ein trennendes 0 fl I , so dafs 61 den ersten Satz des zusammengezogenen Kapitels bildet. Pf hat nur 60 mit demselben Titel wie 63 A ; und endlich haben Pd und Ph nur 61, jedoch unter einem durchaus verschiedenen Titel ' Ndor ^s> z^ '.^ V ''^ ^'''^^ NÄ „Das Kapitel zu verhindern, dafs der Geist jemandem genommen werde". Die Vignette in Pd entspricht die- sem Inhalte. Kap. 62 hat in den drei Texten, welche es aufser Ph darbieten, denselben Titel wie 61. Die gröfste Verschiedenheit herrscht in Bezug auf die Stelle, wel- che diese Kapitel einnehmen. Nur Pf und Pg stimmen darin überein, dafs sie dieselben vor 106 stellen. Das Kapitel, welches in S 63 ist, wird in zwei Theile zerlegt, deren jeder einen besondern Titel hat. Der erstere, 63 A , reicht bis zu _^ der 0. Zeile in S und trägt den gleichen Titel. Der andere, 63 B, AAAAAA AVuVW\ fängt an dieser Stelle an und ist betiteh 2^^^J^^s[| „Das Kapitel nicht zu kochen im Wasser". Obwohl diese beiden Kapitel ziemlich häutig sind, so hat sie doch kein Papyrus beide: die Vereini- gung zu einem einzigen ist nicht alt, da der Papyrus der Königin Net'emt nur 63 A aufweist. In vier Papyren {Pd, Ca, Pc, Pg) steht 63 A vor 105. Das scheint demnach sein bestimmter Platz zu sein. Von diesen selben Papyren stellen es drei hinter 92 und nur einer hinter 85. Man wird die verschiedene Lesart in dem Titel von Pd und Ca bemerken. 18 138 Die Stelle von 63 B ist in allen Papyren, wo es sich findet, eine andere. Kap. 64. Ist eines der wichtigsten Kapitel des Todtenbuches, dem Mr. GuiEYSSE eine schöne Studie gewidmet hat^). Es ist ohne Zweifel sehr alt, da es sich schon auf dem Sarge der Königin Mentuhotep in zwei ver- schiedenen Redactionen findet. Das Kapitel trägt den allgemeinen Titel des Buches: S^^^^?^a hat ein einziges Kapitel mit dem Titel I -=^=^ _ im? welches zunächst aus dreien, 103, dann oline A^^^'v\ AA^^A^ ' Übergang 68 bis zur G. Zeile und endlich wieder ohne Übergang 117, zusammengesetzt ist. Kap. 70 Z. 3 wird man in dem Texte von Pc eine Umstellung bemerken. Ich habe weiterhin durch Parenthesen den Text kennzeichnen müssen, der in Pc da steht, wo sich die beiden geschlossenen Klammern befinden. Kap. 71. Der Text ist viel kürzer als in S und nach den Papyrcn ver- schieden. Wir haben fünf Exemplare des Kapitels, Aa, Ac, Ae, Ph und Pc. Von Ae sind nur einige kleine Bruchstücke übrig und das Kapitel schlofs mit Z. 5. In Ac bildete es wahrscheinlich den Anfang des Pa- pyrus; wir haben noch die letzten Worte des Titels, der ein allgemeiner gewesen zu sein scheint. Die Vignetten sind zweierlei; der Verstorbene wird entweder vor der Kuh Mehurt oder vor dem Sperber, welchen er Z. 1 anruft-, dargestellt. Was die Stelle des Kapitels anbetrifft, so haben es zwei Papyri, Aa und Ac, unmittelbar vor 106. Pc versieht es mit einer in S nicht befindlichen Nachschrift. ') Wörtlich: „Zur Zeit des breiten Discus", womit das Aussehen der Sonnenscheibe vor ihrem Untergänge bezeichnet wird. Die Auffassung wird durch die Variante (I O cJi ^ ^ eig. „der alte Discus" bestätigt. 142 Kap. 72. Eines der häufigsten Kapitel, sowohl in den Papyren als auf den Särgen, welches dem Schlüsse von 99 sehr ähnlich ist. Die Vignetten sind sowohl unter sich als von S verschieden. Die drei Gottheiten von Pb und Ba sind ohne Zweifel die Götter, welche der Verstorbene Z. 2 anruft. Was den zweiten Theil der Vignette in Ba angeht, so ist es die von 73 oder 9, welche ursprünglich, als man die Vignetten angefer- tigt hat, auf 72 folgen sollte, in Wirklichkeit aber nicht nur 73 voran- geht, sondern davon noch durch 148 getreinit ist. Die Nachschrift dieses Kapitels steht in «S hinter Kap. 1. Ebenso verhält es sich mit -4;; und La, welche 72 nicht enthalten; aber da in der Mehrzahl der Fälle Ka- pitel 1 ohne Nachschrift ist, so ist sie 72 zugetheilt und unter diesem sind alle Varianten vereinigt. Diese Nachschrift ist der von 99 sehr nahe verwandt und es ist anziehend, beide Stücke mit einander zu verglei- chen. Ein einziger Papyrus, Fe, hat die Nachschrift ohne Kap. 72; sie steht vor 132 und hinter 79, worauf sie sich nicht zu beziehen scheint, da kein andei-er Papyrus, selbst nicht S, diesem Kapitel eine Nachschrift geben. Kap. 72 hat keinen bestinnnten Platz; einmal, in Aa, steht es vor 99 und ehnnal, in Pb, folgt es ganz dicht auf 73 oder 9. Kap. 73 siehe 9. Kap. 74. Ein kleines Kapitel, welches zwei Papyri, Ca und Pc, neben 34 und 35 stellen. Die Vignette in Pc ist die nämliche, wie die von A a zum 72. Kapitel — der Verstorbene mit dem Stabe in der Hand schrei- tend und in der Rechten den Knoten der Initiation haltend. Kap. 75. Dieses Kapitel findet sich in drei Pariser Papyren, Pb, Pf und PL Die beiden erstem stellen es unmittelbar vor 94, der dritte hinter 94, 143 indem er es nur durch 26 davon tn^nnt. Dies ist eines jener Kapitel, in dem die geographischen Namen im mytliologischen Sinne und keineswegs nach den Verhältnissen der irdischen Geographie zn verstehen sind. der Kap. 76. Dieses Kapitel steht in .S als Einleitinig zur folgenden Gruppe I (3 J; aber in den alten Papyren ist das durchaus nicht der Fall. Es ist übrigens ein sehr seltenes Kapitel, von dem wir nur zwei Exemplare haben, eines in Aa, wo es zwischen 103 und 48 und sehr weit von den ^ ^ jj^|j steht, und ein anderes in Ae auf einem Frag- mente vor 2 und 3. Kap. 77 bis 88. Wir kommen zu einer abgeschlossenen Gruppe, der der elf Ka- pitel über ..die Verwandlungen". Sie sind alle durch den Titel kennt- iicii : !^ j I oder ! \ ! ^ oder endlich I M etc. Ich habe gesagt, dafs es elf gebe. Man weifs in der That nicht, warum 79 durch die saitische Redaction in diese Sammluno; ein- geschoben ist. In den alten Texten trägt dasselbe nicht nur einen ganz andern Titel, sondern findet sich auch keineswegs in der Nähe der andern. Im Papyrus Ad wird diese Gruppe nur durch ein einziges Ka- pitel vertreten, welches zwischen den Elysischen Gefilden und 136 steht und zunächst ein zwölftes zu sein scheint. Es trägt den Titel m \ 1 ' ^^ ^^ „sich in die Gans smen zu verwandeln". Aber wenn man den Text näher betrachtet, so sieht man, dafs es der von 95 ist, welcher in andern Papyren unter einem ganz verschiedenen Titel er- scheint I /wwvN ,^,, rf „Das Kapitel bei Thoth zu sein". Die An- nähme, dafs es zu der Gruppe der elf Kapitel gehörte, ist daher un- begründet. Dafs sie eine bestimmte Gruppe bildeten, geht aus einem beson- dern Titel hervor, den sie in Ba haben und den ich ganz hersetze: 144 "W^ o '^^^ -vwwv i ° X I, ...SI ^l "I^^^' Anfang von den Verwandlungen Osiris, gesundes und starkes Leben, damit lebe seine Seele und sich erneuere sein Körper für immer und ewig''. Die diese Gruppe bil- denden Kapitel sind nicht immer vereinigt, sie können durch andere ge- trennt sein und manchmal selbst in ziemlich "rofsen Entfernuno-en zer- streut sein; indefs gewöhnlich folgen sie sich oder stehen doch nahe bei einander; es sind sogar die einzigen Kapitel, fiir welche man eine nahezu feste Reihenfolge herstellen kann. Diese Gruppe sollte ziemlich am An- fange der Papyri stehen, häufig finden sie sich dort, bei 17 und 148. Kein alter Papyrus hat alle elf Kapitel; der früheste, welcher die voll- ständige Reihe enthält, ist ein Papyrus der XXI. Dynastie, Leyden III. Die alten gewähren nur 9. Nach der folgenden, die Reihenfolge aller Kapitel nach den hauptsächlichsten Papyren angebenden Übersicht kann man leicht die richtige Ordnung herstellen und jedem seinen Platz anweisen, mit Ausnahme eines, welches seltener ist als die andern, 80 m \- \ '' I .^^1 ^ " — ° "^ ,, D® ^^^ ^ 'T^ «die Gestalt des Gottes anzunehmen, welcher die Nacht erleuchtet", d. h. sich in den Mond zu verwandeln. Die- ses Kapitel findet sich in Ta, welcher weiter keins hat, in Ae, in le (dem zweiten Theile von Ab), welcher aus zerstreuten und wohl kaum zu ordnenden Fragmenten besteht. Nur Pa bringt es in eine Reihenfolge, welche nicht die der übrigen Papyri ist. In dieser üngewifsheit stelle ich es an den Anfang der Reihe, von der es vielleicht durch andere Texte getrennt war. In den wichtigsten Papyren sind die Kapitel folgendermafsen an- geordnet: Aa 83, 84, 85, 77, 86, 81, ... 87, ... 88. .46 83, 84, 85, 82, 77, 8G. le 80, 87, Ac 83, 84, 85, 82, 77, 8G. Ba 83, 84, 77, 78, 81, 86, 87. Ca 83, 84, 85, ... 82, 77, 86. La 83, 84, 85, 82, 77, 86, ... 88, 87, 81. ö Pa 80, 82, 85, ... 77, 86, 78. Pb 78, 77, 83, 84, 85, 82, 86, 87, 88. Pc 83, 84, 85, ... 86, 87, 81. P/ 86, ... 81, ... 83, 85, 77. Pe 83, 84, 85, 82, 77, 86, 87, 88, 81. Pj 83, 84, 85, 77, 86, 87, 81. Wie man sieht, beginnt die grofse Mehrzahl mit 83, 84 und 85, welche nicht getrennt werden. Keiner beginnt wie .S mit 77. "Wenn man die seltener vorkommenden an ilirem Phitze einreiht, so ergiebt sich als die wirkliclie Reihenfolge der Verwandlungen die folgende: 80, ... 83, 84, 85, 82, 77, 78, 86, 87, 88, 81. Kap. 77 ist eines der häufigsten, wir haben 16 Versionen davon; der Text weicht jedoch wenig von S ab. Ba bis, welches darunter steht, ist aus der Herstellung des am Ende in verkehrter Richtung copierten Textes gewonnen. Kap. 78 ist ein viel längeres und vielleicht deshalb selteneres Ka- pitel. Von sieben Exemplaren, die wir davon besitzen, sind nur zwei bis zu Ende geführt. Von Z. 14 bis 16 ist der Text in Pg und Ij länger; auch ist der Text an dieser Stelle auf zwei Columnen vertheilt. Es kommen zwei mit ^^^^ ^ beginnende Sätze vor statt des einen, wel- chen die Basis hat; von diesen beiden Sätzen hat der wie der Grund- text anfangende einen verschiedenen Schhifs und vice vei'sa. Kap. 80 ist oben besjjrochen worden. Kap. 81 hat zwei verschiedene Versionen. Die eine, 81A, ist die gewöhnhche, die andere, 81 B, dem Papyrus Le eigenthümlich , mit dem ich auch hier eine Ausnahme gemacht habe. Dieses Kapitel 1st weniger incorrect als es die Urkunde im allgemeinen ist. Nicht der Verstorbene selbst, sondern seine Frau wird diesmal genannt. Kap. 82 hat in Ae einen Zusatz. Kap. 83 liat nur in Pa eine in .S nicht vorhandene Nachsclu'ift. Kap. 84 ist dagegen in den alten Texten ohne die in S befind- liche Nachschrift. Fb, PJ, und Ba fangen erst mit der dritten Zeile an. 19 146 Ebenso verliielt es sich mit Aa, der jedoch wegen der Schadhaftigkeit des Papyrus nicht benutzt werden konnte. Kap. 85 hat fast ebenso häufig die Vignette des AYidders als die des Vogels mit Menschenkopf. Am seltensten ist die von Fe, welche den mumificierten Körper zeigt. Co hat sie in Kap. 89 fast gleich. Kap. 86 ist in vier Papyren mit einer Nachschrift von ungleicher Länge versehen; die in Pa ist der in S ähnlich. Kap. 88. Im Titel wird das Krokodil gewöhnlich ^ P | und manchmal j ^ .^^^^ genannt. Diese Variante findet sich in dem Pa- pyrus Ar, den ich nicht benutzt habe. Wie man hat ersehen können, umfafst die Gruppe der m ^ Im ' die Kapitel, welche vielleicht die häufigsten des Todtenbuchs sind. Ob- wohl sich keins auf dem Sarge der Königin Mentuhotep findet, so ist doch schwerlich anzunehmen, dafs nicht wenigstens einige sehr alt sind und auf den Ursprung des Buches zurückgehen. Sicher ist, dafs die Ver- storbenen viel darauf hielten die Abschrift zu besitzen; vielleicht galt sie ihnen als Gewähr, dafs sie des in den Nachschriften so oft erwähnten Vorrechts theilhaftig würden, alle Formen welche sie wollten anzunehmen; imd unter vielen wählten sie gern diese elf aus, welche die von Gott- heiten, Pflanzen und heiligen Thieren waren. Kap. 79. Gehört nicht zu der Gruppe der Verwandlungen; es unterschei- det sich von ihnen durch den Titel und M'ird nirgends in die eben be- sprochene Reihe eingestellt. In Pa ist es umfangreicher und mit einem ganzen Anhange versehen. Die Stelle, welche es einnimmt, ist in allen Papyren verschieden; indessen möchte es scheinen, dafs es gegen das Ende hin gehört. In Pa folgt es auf 150 und beendigt den Papyrus. Kap. 89. Ist viel kürzer als in S; es bricht vor der Anrufung in Z. 4 ab. Dieselbe fehlt in dem Papyrus der XXI. Dynastie, Leyden III; indefs 147 habe ich es in einem Londoner Papyrus der jj ^^ ^v ^^^ \^ gefunden, welcher vermuthlich aus derselben Zeit ist. Von den vier benutzten Pa- pyren stellen drei Kap. 89 hinter 92 und einer, Pd, davor. In der That ist in 92 von der geflügelten Seele die Rede, die aus ihrem Grabmale hervorgeht; also nimmt man wahrscheinlich an, dafs sie sich darnach mit der Mumie vereinigt. Kap. 89 und 92 müssen zusammen studiert werden. Kap. 90. Ich habe es nur ein einziges Mal, in dem Papyrus von Marseille, gefunden, wo es vor 155 steht. Die Vignette ist durchaus verschieden von der in S. Kap. 91. Dieses kleine Kapitel wurde nicht für unbedeutend gehalten, da es allein in Ca di'eimal vorkommt; und selbst diese Wiederholungen sind nicht nach demselben Original gemacht worden, da das Wort ba in der einen ■^-Ti, in der andern * i*^ und in der dritten ''^ geschi'ieben wird. In demselben Papyrus findet es sich einmal zwischen 93 und 41, ein ande- res Mal hinter 64 am Ende des Recto und vor 82, welches das erste Kapitel auf dem ^'erso ist; und ein drittes Mal z^vischen 114 und 136. Kerne der drei andern Urkunden hat ihm ehie dieser Stellen gegeben; sie weichen darin unter sich alle ab. Kap. 92. Ein häufiges Kapitel, von dem wir zehn Exemplare besitzen; keins enthält die Nachschrift von .S. Von den Beziehungen dieses Ka- pitels zu 8 ist schon gesprochen worden. Unter den Papyren, welche 89 nicht enthalten, stellen zwei, Pb und Ca, 92 hinter die Gruppe 68 — 70 und zwei andere, Ca und Pg, vor 63 A. 19* 148 Kap. 93. Ein nicht sehr seltenes Kapitel, welches durch die seltsame Vignette in Fb bemerkenswerth ist. Es ist nach vier Papyren wiedergegeben, Ae^ Pb, Ca inid Ba. Nur Fh stellt es in die Nähe von 94, von dem es durch 75 geschieden ist. Kap. 94. Dieses ist das erste der drei Kapitel, in denen besonders von Thoth die Rede ist. Es ist das Kapitel „zu verlangen das Tintefafs und die Sclu'eibtafel". Dies ist einer der seltenen Fälle, wo der Grundtext Ae entnommen wurde. Das Kapitel findet sich in vier andern Exemplaren, von denen es zwei, Fb und Ff, hinter 75 stellen, d. h. hinter die Ankunft in On. In der That wird hier '^^ J] einer der Priester dieses Ortes angeredet. Fi stellt es etwas vor 75, d. h. trennt es davon durch 26. Kap. 95. Mit Ausnahme von Fb, wo 95 unmittelbar auf 94 folgt, ist die- ses Kapitel im allgemeinen vom vorhergehenden sehr entfernt. Zwei Pa- pyri, Ca und Fe, stellen es hinter 105, dem es nahe verwandt zu sein scheint. Ad giebt 95 zwischen 110 und 136 unter einem ganz andern Titel ^ ^ ]l 1 I .^St ^= '^^^'^ Form der Gans smen anzunehmen", und versieht diesen Titel mit einer Vignette, deren Farben im Original sehr glänzend sind. Die wichtigste Variante ist der Name des Gottes Num Z. 2. Sonst ist der Text von Ad allen übrigen ähnlich. Es ist wahrscheinlich, dafs Titel und Text nicht zusammengehören. Vignette und Titel waren für einen von dem copierten verschiedenen Text vorbe- reitet, der verloren gegangen ist. Dieses Kapitel ist von Birch veröffent- licht worden'). 1) Ägyptische Zeitschrift 1869 p. 25. 149 Kap. 96 nud 1)7. Hier liabeii wir es wieder, wie bei der Gruppe 68 — 70, mit einem einzigen Kapitel zu tluin. Es findet sich nur in zwei Papyren, von de- nen Aa es zweimal und jedesmal mit anderm Titel und anderer Vignette einfügt. Einmal, wo es zwischen 115 und 117 steht, ist es ebenso wie in S betitelt und hat eine dem Texte entsprechende Vignette. Dieses Exemplar ist reproduciert worden. Ein zweites Mal (Aa bis) ist es zwi- schen 104 und 173 ehifj-erückt und heifst ' ® 'wt' v cj) ' fil ^ mit einer Darstellung des Ra in seiner Barke. Dieser letztere Titel sollte der von 115 sein; wirklich ähnelt er dem von HG in S am meisten, aber wir werden weiter unten sehen, dafs dieser Titel im Turiner Todten- buche fehlerhaft ist und dafs statt |l vielmehr - ^ ^ zu lesen ist. Auch in Aa bis mufs ein Fehler des Abschreibers vorliegen, denn dies Kapitel hat keineswegs die Form jener, welche von der Kenntnifs der Geister dieser oder jener Ortlichkeit handeln; dieselben machen die Geister oder die Gottheiten namhaft, was hier nicht der Fall ist. Aufser in Aa kommt dieses Kapitel nur iu At zwischen 5 und 117 vor. Der Titel ist zerstört; aber es geht wie in der normalen Version in Aa 117 vorher. Kap. 98. Dieses Kapitel, welches in .S 7 Zeilen hat und mit einer Vignette versehen ist, hat sich nur in Ab wiedergefunden, noch dazu in sehi' ver- stümmeltem Zustande. Es steht zwischen 86 und 99. Kap. 99. Eines der fundamentalen Kapitel des Todtenbuchs, welches ebenso häufig wie 17 und fast so häufio; wie 125 vorkommt. Ich habe es in den zu dieser Ausgabe benutzten Papyren zwanzig Mal gefunden, einige Male allerdings luu- in einem kleinen Fragmente, das sich nicht benutzen liefs, aber doch genügte um das Vorhandensein des Kapitels zu bezeugen. 150 Man kann sich die Wichtigkeit dieses Kapitels erklären, wenn man sich die unter den Ägyptern verbreitetste Idee von den Gottheiten vergegenwär- tigt. Sie stellen sich die Götter und besonders den Sonnengott in seiner Barke einherschifFend vor. Die langen Darstellunoen, welche die Kömss- grüber schmücken, enthalten zunächst die Beschreibung der Phasen, welche die Fahrt der heiligen Barke durchläuft. Wenn nun der Verstorbene dem Ra gleichgestellt wird, so mufs er natürlich eine der des Gottes analoge Existenz haben. Deshalb ist das Kapitel von der Barkenfahrt eines der Lieblingskapitel. Hier wie in der Schlufsrede zu 125 ist die unerläfsliche Bedingung zum Eintritt in diese Barke die Kenntnifs des Namens der verschiedenen Theile, aus denen sie besteht und deren jeder einen mysti- schen Namen hat. Darnach kommt eine dem 72. Kapitel ganz ähnliche Anrufung, die sich an nicht sichtbare Gottheiten wendet, vielleicht an die Wesen, welche die Fahrt der Bai-ke erleichtern sollen. Darauf folgt eine lange Nachschrift lun alle Vortheile zusammenzufassen, welche der Verstorbene in seinem Aufenthalte in der andern Welt erlangen kann. Kap. 99 bildete ein Ganzes für sich, es ist eins der vollständigen, in sich abgeschlossenen Bücher, deren es im Todtenbuche mehrere giebt. Ph schickt diesem Kapitel ein langes Stück voraus, welches ich Einleitung genannt habe und in welchem mit Hülfe der Pronomina inter- rogativa U — -^ ^ und ^n~ Fragen an den Verstorbenen gerichtet werden. Dies Stück existiert in keinem andern Papyrus und bereitet der Erklärung grofse Schwierigkeiten. Die Vignetten zu 99 bringen alle verschiedene Formen der Barke zur Darstellung. In Ah, dessen Vignette fast zerstört ist, sieht man auf dem SchiiFsvordertheil einen Mann mit einem Stock in der Linken stehen. Über seinem Kopfe liest man ü ^^ ^ ^^5 ein Wort, welches Kap. 109 Z. 4 und 149 Z. 11 mit Varianten wiederkehrt mid den Schiflfsführer, den Reis der arabischen Barken, bezeichnet. Die Stelle, welche Kap. 99 einnimmt, wechselt, was in der Wich- tigkeit der Urkunde seinen Grund hat. Die grofsen Papyri, wie .1« oder C«, schieben zwischen die langen Kapitel eine grofse Zahl kleiner ein, 151 welche in den sich auf ffl i fj ^ T T ®- ^s bricht 109 Z. 6 ab und schliefst mit den AVorten: ^|^7^2°j3^/1^|M;-^ H^ ^ -^-J|£i^DÄ^olJ]5l}^• '"^ ^"gt S; der Vei-- storbene wendet sich darin an die verschiedenen Theile der Elysischen Gefilde, zu denen er gelangen wird. Vorauf geht ein langer Titel, in welchem alle Beschäftigungen aufgezählt sind, denen er obliegen, und 1) Les yeux d'IIorus, Paris 1874. 2) Un ostracoü egyptieu, Aunales du Musee Guimet I, p. 51. 20' 156 alle Vergnügungen, die er sich zu gestatten gedenkt. Häufig findet sich der Einleitungstext nicht in seiner ganzen Ausdehnung. Nur vier unserer Papyri haben ihn zu Ende geführt. Oft genügt die Darstellung der Elv- sischen Gefilde. Diese Darstellung ist fast in allen Papyren die gleiche; sie unterscheidet sich nur durch die begleitenden Texte, für die auch allein die Varianten angegeben sind. Die verschiedenen Gegenden der Elysischen Gefilde werden von Streifen von Zickzacklinien, der gewöhn- lichen Darstellung des Wassers, durchschnitten. Das will sagen, dafs der Aufenthalt der Glückseligen nach der Vorstellung der Ägypter wie der anderer Völker auf Inseln ist. i \>\ ^^i^ a^ aa.^ n 1 ^3 MI"? fl m-^^ ^ 1 I 1 ® ••^'' ^^'^^1'*^ ^^'^^ ^^^'^^ '^'O'^^ Cherneter zu den In- seln der Elysischen Gefilde", heifst es auf einer Stele der X^^^. Dy- nastie (Denkmäler m, 114, i). Wir haben 16 Texte dieses Kapitels, von denen vier nur das Bild der Elysischen Gefilde darbieten. Einige sind sehr kleine Fragmente wie AI und Am. Der Gefälligkeit Mr. Bouriant's verdanke ich eine Copie von Tb, einem Texte, der seitdem veröffentlicht worden ist^). Um den Text von Pd benutzen zu können, habe ich ihn erst umkehren und die Zeilen in der gewollten Länge herstellen müssen; denn er ist von einem Ende bis zum anderen fehlerhaft und die Einleituns; folgt der Darstellung der Elysischen Gefilde statt ihr vorherzugehen. Obwohl die Stelle des 110. Kapitels vielfach wechselt, so ist es doch wichtig zu bemerken, dafs es in sieben unserer Texte (Ad, Aj), ßa, Ik, Pd, Pe und La) hinter 125 steht. Wenn man also der Reihenfolge der Kapitel eine Bedeutung für die Lehre beilegen könnte, so würde daraus folgen, dafs man, um in die Elysischen Gefilde zu gelangen, die Prüfung des Gerichts über sieh ergehen lassen mufste. In mehreren an- dern wichtigen Urkunden, wie Aa, Lc und Pb, trifft diese Annahme jedoch nicht zu. ^) Von LoRET in den Memoires pnblies par les membres de la Mission archeologiqne fraufaise au Caire I, p. 125. ir>7 Kap. 117 bis 119. Til diesen drei Kapiteln sagt der Titel, dafs es sich um die I III l^^:^ g-eiiannte Ortliclikeit handelt, welche ohne Zweifel im AVesten gelegen war. Nach der Vignette zu 117 scheint es eine Art Erhölumg gewesen zu sein, welche der Yerstorliene Ijetritt; und wenn man diese Darstellung mit der in S vergleicht, so könnte es der Eingang einer Grotte oder einer Höhle sein; man kann in sie eingehen und aus ihr ausgehen, und nach der Variante von Pe im Titel zu 117 miifs es der Eingang zum Chcrneter gewesen sein. Das häufigste Kapitel dieser Gruppe ist 119. Mehrere Papyri vereinigen 117 und 118 zu einem einzigen. Das ist der Fall in A a und .4/; dabei hat aber Ai zwei Vignetten. In Lb sind die drei Kapitel unter einer und derselben Vignette geschrieben, w^elche am ehesten die von 119 ist. Kap. 117 findet sich in Ba zweimal. Die beiden Wiederholungen sind durch 141 — 3 und 119 von einander getrennt. Sie sind durchaus gleich und brechen mitten in der 3. Zeile beim Worte (1 T^ ab. Unmit- telbar darauf beginnt eine Anrufung des Osiris ähnlich 119, von der das besterhaltene Exemplar hinter den Varianten zu 119 reproduciert ist. Pe, welcher dies Kapitel hinter den Titel iind die Vignette von 64 und vor 116 stellt, hat gleichfalls einen dem Schlüsse von 1 ähnlichen Zusatz. Kap. 118 findet sich nur ein einziges Mal in P^, wo es zwischen 138 und 94 steht. Was übrigens die Stelle dieser Gruppe anbetrifft, so können wir nur zwischen Act und Ai eine Übereinstimmung bestäti- gen, die beide 117 und 118 vereinigt zwischen 96 — 7 und ein mit Z. 68 beginnendes Fragment von 17 stellen. In Ca schliefst 117 den Papyrus. Kap. 119 findet sich in zwei verschiedenen Redactionen, deren Varianten zusammens:estellt worden sind. Die eine hat zum Titel ' ^5» y1 t 1 EL < — :> — p — -=^^^ I 111'^'^^ "'"^ ^^* ^^^^ kürzere; sie findet sich in .If/, Pc und Ba; sie läfst alles aus, was zwischen Z. 3 und 5 in der Mitte steht. Die andere Redaction hat zum Titel ' ® QA "^'^ n "'^^^^ wl ^^ /v «?tc. und findet sich in Ca, La, Lb, Pj, la, Ae, Ai, von denen zwei Vignet- 158 ten haben. In zwei Texten, Aa und Ja, steht 119 vor der Gruppe der Verwandhingen und in zweien, Ca und La, hinter 99. Kap. 120 siehe 12. Kap. 121 siehe 13. Kap. 122. Fehlt. Kap. 123. Ist dasselbe wie 139. In »S hat 123 weder Titel noch Vignette ; es ist ein [1 |] ^ , d. h. es wird als mit 122 gleichbetitelt angesehen. Unter 139 hat es ebensowenig eine Vignette und heilst -k j^ :w-n- | „Anbe- tung des Tum". Hier wird es " ~^'.^='*^, , genannt. In Pa wird es zweimal wiederholt und das h h betitelte ist das erstere, in folgender Reihe: 13 (oder 121), 138, 123 (oder 139), 12 (oder 120), 15B in Titel, 102, 123 (oder 139), 152. In Aa, wo dieses Kapitel nur einmal vorkommt, steht es zwischen 72 und 25. Ausnahmsweise, theils wegen der Vignette \uv\ theils wegen der Seltenheit des Textes, habe ich zu diesem Kapitel Aiv benutzt, der es zwischen 35 und 36 stellt. Wir werden dieses Kapitel weiterhin in zwei Exemplaren aus den Kö- nio-sgräbern finden, wo es als Titel und Anfang zur Schlufsrede des DO? D 125. Kapitels dient. Kap. 124. Ist ein in den alten Texten häufiges und wichtiges Kapitel, wel- ches sich in 12 Urkunden gefunden hat. Es ist schon bei Gelegenheit des 1. Kapitels, dem 124 durch die Gleichheit des Titels nahe steht, be- sprochen worden. Es handelt gleichfalls von der Ankunft vor den vier ö ü 'rh/ (ißs Osiris, d. h. den vier in der Vignette dargestellten Genien. Einige Sätze dieses Kapitels finden sich in 53, andere in 82 wieder. Zweimal, in Ab und in Pe, bildet 124 den Anfang des Papyrus; zwei- mal auch, in Pc und in Pj, steht es neben Kap. 1. Endlich ist es vier- mal, in Ah, Ca, Ax und la, vor das erste Kapitel der Verwandlungen gestellt, d. i. 88 und einmal 82. Xur eine Urkunde, Ca, hat 124 neben 125, und zwar nicht vor, sondern hinter demselben. Kein Text liefert die Aufzählung der ^^ nX_2^^l ^'^^" verschiedenen ägyptischen Städte, die sich Z. 10 in ,S findet. Kai). 125. Obwohl das 125. Kapitel sich nicht in allen Papyren findet und namentlich nicht alle die vier Theile enthalten, so ist es doch nichtsdesto- weniger der wesentlichste Theil des Todtenbuchs. Offenbar war das Gericht ein Begriff, mit dem die Ägypter sehr vertraut waren, wenn sich auch, abgesehen von den in der Nachschrift erwähnten Vortheilen, nicht erkennen läfst, zu welchem bestimmten Ergebnifs diese Prüfung führen konnte. Dieses umfangreichste Kapitel des Buches, welches Lepsius unter eine einzige Nummer gestellt hat, wird gleichwohl in vier wohhmterschie- dene Theile zerlegt. Der erste ist „die Ankunft in der Halle der dop- pelten Gerechtigkeit" ■'^^'^~^_V "— — ' ^^^■> of^'-^^'? wie zwei Varian- ten ergeben. Hl V\ A oder "%5st <=> etc. Nach der Ankunft erfolgt die eigentliche Gerichtsscene , während welcher der Verstorbene spricht, was man die negative Confession, ein verneinendes Sündenbekenntnifs, genannt hat; das heifst, während er nach einander jeden der 42 Zeugen anredet, welche beurkunden, dafs er nicht diese oder jene Sünde began- gen hat. Daraus ergiebt sich, dals Confession und Psychostasie im Zu- sammenhange stehen; das Bekenntnifs geht gewöhnlich der Wägung des Her- zens voraus, aber beides findet in der Halle der doppelten Gerechtigkeit Statt. Die Vignette der Confession bringt diesen Saal mit einer Thür an jeder Seite zur Darstellung, und hier befinden sich auch die Namen der 42 100 Oottheiten mit der Abl:iildung einer jeden. Hinsiehtlicli der Psychostasie braucht man nur die Vignetten in Pa oder Pe zu betrachten um sich zu überzeugen, dafs die Wägung der Seele in der Halle der doppelten Ge- rechtigkeit vorgeht. Confession und Psychostasie sind also zwei zusam- mengehörige Dinge und >S' trennt sie fälschlich, vim die letztere erst hin- ter der Schlufsrede anzufügen. Nachdem der Verstorbene aus dieser Prü- fung über die Feinde, welche er zu fürchten hatte, siegreich hervorge- gangen ist, verläfst er die Halle und spricht die lange Schlufsrede. Dies drückt der Titel in Pb aus, welcher sie nennt: „Worte gesprochen, wenn man siegreich aus der Halle der doppelten Gerechtigkeit hervorgegangen ist", oder der in Ba: „Worte gesprochen nach der Halle der doppelten Gerechtigkeit". Endlich kommt die ziemlich lange Nachschrift mit der Angabe, unter welchen Bedingungen dies Buch gelesen werden soll und welche Vortheile sich aus seiner Kenntnifs ergeben. Ich habe das 125. Kapitel ganz oder theilweise in 34 Papyren oder Gräbern gefunden, von denen einige jedoch nur kleine Bruchstücke enthalten. Da Kap. 125 oft am Ende der Papyri steht, das heifst an einer häufig schadhaft gewordenen Stelle, so ist manchmal nur der An- fang erhalten und das Kapitel wird plötzlich unterbrochen. So verhält es sich, um nur ein Beispiel anzuführen, mit A,r, welcher die ersten Zeilen der Einleitung und die Psychostasie liefert; doch reichte der Pa- pyrus offenbar weiter. Von den 34 Texten enthalten 26 die Einleitung, 27 die Confession, 12 die Psychostasie, 17 die Schlufsrede und 11 die Nachschrift. Von allen diesen Urkunden sind niu- drei ganz vollständig, sowohl in der Redaction als in der Erhaltung, nämlich die drei Pariser Papyri Pa, Pb und Pe. Zur Einleitung ist nur 1/ nicht benutzt worden, da er nur wenig wichtige Fragmente bietet. Von den 25 Texten gehen 16 bis ans Ende des Stückes. Die grofse Mehrzahl beo-innt mit diesen Worten: ^^1 '^-=^ ° ° c^ Uli Ci <~> etc. „Worte gesprochen, wenn man sich nähert" u. s. w. Drei Texte nennen indessen dieses Stück: „das Kapitel" oder „das Buch von der Ankmift in der Halle der doppelten Gerechtigkeit" (Ta, Tel, Ak), und eiller: ,.das Kapitel von der HuUe der doppelten Gerechtigkeit und von der Kenntnlfs dessen, was sie enthält- (Ab). Die Einleitung ist eine Art vor- läufiger Confession ; der Verstorbene leugnet von vornhereui gewisse Sünden begangen zuhaben; nur redet er hier nicht die Gottheiten an, da er sie ohne Zweifel erst zu Gesichte bekommt, wenn er in die Halle der doppelten Gerechtigkeit eingetreten ist. Die Einleitung begleitet in der Regel eine Darstellung des Verstorbenen und seiner Frau in anbetender Stellung. Die Confession und die Psychostasie finden in der Halle der doppelten Gerechtigkeit Statt. Dieselbe wird in Äa (Taf. CXXXIV— ^"^ mit einer Tliür an jedem Ende abgebildet. Im Hintergrunde sitzen die beiden Gerechtigkeiten; es giebt zwei und zwar, wie uns Ac lehrt, eine des Ostens j ^ und eine des, Westens f^. Li einer andei-n Darstellung, im Papyrus Aj), sieht man 3Ia und Safech dasitzen. In der Regel fin- det sich iinter seinem Namen eine Darstellung jedes der 42 Zeugen. Dieselben können gleichgestaltig sein oder verschiedene Köpfe haben. Hinsichtlich der Reihenfolge dieser Götter und der Sünden, welche jedem derselben zuertheilt werden, ist die Anordnung in Aa wohl die normale. Diese findet sich am häufigsten und ist von mir als Basis angenommen worden; indefs kommen erhebliche Abweichungen vor, na- mentlich gegen Ende des Kapitels. Sie rühren sehr häufig wohl von einer Auslassung des Abschreibers her, der vielleicht einen Gott oder eine Sünde vergessen hatte und dann die Reihenfolge imd die Beilesun- gen änderte. Eine Variantenübersicht nach der Reihenfolge und Anord- nung der einzelnen Papyri aufzustellen wäre unmöglich gewesen. Vor allem kommt es darauf an, durch die Vergleichung der Varianten die Bedeutung des Ausdrucks festzustellen. Dieser philologische und gram- matische Gesichtspunkt ist von gröfserem Belang als die andern. Das hat mich in vielen Fällen genöthigt der Ordnung der Pajivri zu ent- sagen, was übrigens um so leichter geschehen konnte, als ihr die ägyp- tischen Schreiber selbst augenscheinlich keine Wichtigkeit beimessen. So entspricht in Pb, einem bis 34 sehr regelmäfsigen Papyrus, der Gott 37 der Sünde 38. Xun steht in den Varianten die Sünde 38 ^^^T ^ 21 162 |_^^^ von Ph jmrallel mit 38 in Aa, wo sie jedoch einer andern Gottheit entspricht. Dafür findet sich andrerseits die Sünde 37 — "u- Ca ^^ ,_l_,i I I ^'^" -^^ nicht in Aa. Nun ersetzt in mehreren Papyren, wie in dem Aa übrigens vollkommen ähnlichen Ad, jene Sünde die 40., '"^ ^ ^^ n^ I i§ ' '^^■^Iche in Pb auch nicht vorkommt. Es war daher natürlich diesen Ausdruck ^::=^ ^ <§> ^X^ /t^ unter 40 zu setzen, da das in dem durchaus normalen Papyrus Ad sein Platz ist, während er in Ph die 37. Stelle einnimmt. Derartige Combinationen mufsten gemacht werden, um dieselben Texte so viel wie möolich in Übereinstimmuno- zu bringen. Wo ich es nur konnte, habe ich die Varianten unter derselben Nummer zusammengerückt; aber oftmals habe ich statt einer Variante den Satz angegeben, welcher sie ersetzt und vielleicht aus einer andern Nummer herrühren kann als derjenigen, unter welcher er steht. Pc und Id erwähnen mehrere Sünden, welche aus der Einleitung wiederholt sind, ^ Y . _.^.|i ""ter 40 und Id dasselbe unter 38. Beide werden unter 38 gestellt werden müssen, da sonst keiner die Sünde 38 hat. Ungeachtet dieser Verschiedenheiten miifs man zugestehen, dafs in den grofsen Papyren, wie .4«, Ad, Ca, Pa, eine normale Anordnung vorliegt, von der sich keine dieser Urkunden entfernt hat. Die vollstän- dige Übereinstimmung so wichtiger Texte genügt um das Vorhandensein einer regelmäfsigen Ordnung zu erweisen. Manchmal ist ein Papyrus, wie Pa, in drei Abtheilungen geschrie- ben; die erste enthält den Namen der Gottheit, die zweite die Darstel- lung der Götter, worunter die Negation mit dem Hülfsverb steht -^i— ^^ , dann die dritte das Satzglied, welches von diesem Hülfsverb abhängt und deshalb ohne das pronominale ^ am Ende ist. In .4 (/ und L a wird das Pronomen durch den Namen des ^'erstorbenen vertreten; und in solchem Falle kommt es häufig vor, dafs der Schreiber die vor den Namen ge- setzte Negation auch hinter demselben wiederholt. Soll man das ledig- lich als ein Versehen betrachten? Ich möchte darin eher eine Verstär- kung der Negation erblicken: ^^ N. ^ ^ "^ L=/l (vergl. Ad 2, 28 und 2^assim). Mitiiiitrr, wie in 2Vr, steht die Confession audi einfach in der dritten Person ohne Hülfsverb, z. B. -Ju. rn _f 7i l4| l] ^^. t^ "i ^• Gleichzeitig mit dem negativen Sündenbekenntnifs findet die Wä- gung des Herzens auf der Waage statt. Das ist der Mittelpunkt des 125. Kapitels, welchem dann die Confession und die Sclilufsrede beige- ordnet sind. AVie ich schon bemerkt habe, gehört hierhin auch natür- licherweise Kap. 30B: wirklich liaben mehrere Papyri, wie Arj, Po, Pe, Iff, diese Anordnung. Gerade in dem Augenblicke, wo der Verstorbene seines Herzens Ijeraubt ist, und es vor sich auf der AVaage hat, mufs er die Worte dieses Kapitels an dasselbe richten: daher vertritt auch Ka- pitel 30B, obwohl von 125 getrennt, in drei Papyren die Psychostasie, deren Vignette es hat. Wir haben auch in mehreren Texten, wie La, zwei Darstellungen der Psychostasie gefunden, weil der letzte Satz von Kap. 1 auf diese Episode anspielt. In La ist die erste Psychostasie, die des 1. Kapitels, viel umfänglicher als die zweite und deshalb auf Ta- fel CXXXVI reproduciert. Die Untersuchung dieser verschiedenen Dar- stellungen zeigt uns, dafs je älter die Papyri sind, desto einfacher die Abbildung ist. Nur in den neuern Texten, wie in Äff, erblickt man jenes phantastische Thier neben der Waage, _den Fresser der Todten", ein Mischwesen, „dessen Kopf der des Krokodils, dessen Hintertheil das des Nilpferdes und dessen Mitte die des Löwen isf. In der Regel ist Thoth unter der Gestalt eines Kynokephalen in der Scene gegenwärtig. Es giebt wenige Papyri, welche die verschiede- nen Gottheiten der Psychostasie sprechen lassen, wie es in neuern Ur- kunden der Fall ist. Dazu gehören La und Äff. Die Worte sind von einem Texte zum andern verschiedene; auch hier scheint der Einbildungs- kraft des Schreibers manches überlassen geblieben zu sein. Sie sind daher nicht wiedergegeben worden. Überhaupt hatten die Künstlet in dieser ganzen Darstellung der Psychostasie viel Spielraum. Das Wesentliche war die Waage, der Verstorbene und Osiris. Einmal, in Pa, fehlt sogar der erofse Gott der Amenthes. Das Übrige richtete sich viel nach dem 21 * 164 Räume, den der Künstler zur Verfügung hatte, und nach der Art des Papyrus. Ein Papyrus, der so sorgfältig, sauber und namentlicli durch seine Vignetten glänzend ist wie A(/, hatte eine der Schönheit des Denk- mals entsprechende Psychostasie. Die Abbildung m Äg ist die ausführ- lichste von allen, die mir vorgekommen sind. Da sieht man Osiris auf einem Throne sitzend, dessen Basis auf Wasser ruht. Aus diesem Wasser steigt ein Lotus empor, auf dem die vier Götter der Cardinal- puncte, die vier j\^j\^, , , ^ |i stehen. Xnr dieser Papyrus zeigt uns den Verstorbenen anbetend, nicht vor den 42 Zeugen wie in S, sondei'u vor 14 Gottheiten, die dem Verhöre beizuwohnen scheinen und von denen die ersten die cosmischen Götter von Heliopolis sind. Auf die Psychostasie folgt, was ich die Schlufsrede genannt habe, die in S iiTthümlichei'weise der Wäfiruns; des Herzens vorhergeht. Die «Stelle, welche die meisten Papyri diesem Stücke geben, sowie der Titel in Pb: .Worte gesprochen, wenn man aus der Halle der doppelten Ge- rechtigkeit siegreich hervorgeht-, lassen in dieser Beziehung keinen Zwei- fel. Die Schlufsrede bieten 17 Urkunden dar. In den meisten dieser Texte wird auf dies Stück die Vignette vom Ofen und den vier Kyno- kephalen bezogen, welche in S zu Kap. 126 gehört, einem in den alten Papp'en allerdings sehr seltenen Kapitel. In den Varianten hinter der Nachschrift (p. 335) findet sich nochmals Kap. 123 oder 139. Es dient im Grabe Ramses" IX. als Titel und Anfang zur Schlufsrede und vertritt diese wahrscheinlich in dem Ramses' TV., wo sie fehlt. In der Schlufsrede ti-effen wir, wie in einigen andern grofsen Stücken des Todtenbuchs, die Form des Zwiegesprächs, d. h. an den Verstorbenen gerichtete Fragen. Jeder Theil der Halle fragt ihn nach dem mystischen Namen, mit wel- chem er bezeichnet wird: und das bildet die nothwendise Bedinauno- seines Eintritts. Das 125. Kapitel schliefst mit einer langen Nachschrift, welche in Aa mangelt, aber sich in 11 andern Papyren findet. Was die Stelle dieses Kapitels anbetrifiit, so wechselt sie ziemlich, aber wir können die folgenden Thatsachen behaupten: Nur ausnahmsweise steht 125 hinter 1G5 149 und 150 wie in Äa, Ab, Lc. In der Eegel geht 125 diesen Kapi- teln, welche den gewöhnlichen Schlufs der thebaischen Papyri bilden, vorher. Die häufigste, durch Pa, Pb, Pc, Cd, Ac vertretene Reihenfolge ist: 125, 136A und B, 149 und 150, womit der Papyras schliefst. Wenn der Papyrus Kap. 110 enthält, so steht es gewöhnlich hinter 125 und vor 149. Doch kann zwischen 125 und 149 ein grofser Zwischenraum sein. Das vorhergehende Kapitel ist mitunter 99 (in //.-, Pf) und drei- mal, in Ba, Pa und Pc, 14G. Kap. 126. Ist eines der seltensten Kapitel. Ich habe es nur in Ab vor der Confession gefunden und zwar innerhalb des Planes der grossen Halle, deren Ecke es einnimmt. Es ist mit der gewöhnlichen Vignette versehen, welche, wie schon gesagt wairde, in der Regel bei der Schlufsrede von 125 steht und auch allein Kap. 126 vertritt. Aufser in Ab habe ich die- ses Kapitel nur im Grabe Ramses' VI. gefunden. Kap. 127. Ist gleichfalls ein seltenes Kapitel, welches sich besonders in den Gräbern findet. Es scheint eher zu dem Buche der Sonnenlitanei aiehört zu haben, dessen zweiten Abschnitt es bildet, als zu dem Todtenbuche. Wir haben zwei verschiedene Versionen davon; die eine findet sich in den Gräbern Ramses" I\'". und Ramses' VI., die andere in dem Papyrus //:, der es vor 110 und hinter 125 (von dem es jedoch durch 42 getrennt ist) einschiebt. Kap. 128. Fehlt. Kap. 129 siehe 100. 166 Kap. 130. AVir kommeti jetzt zu mehreren Kapiteln, welche von der Fahrt des Verstorbenen in der Barke des Ea handeln. Das erste ist 130, wel- ches in S eine in keinem alten Papyrus aufgefundene datierte Xachschrift hat. Indessen kommt sie in der Epoche der von mir sogenannten alten hieratischen vor; denn Deveria bestätigt das Vorhandensein eines Kö- nigsnamens von zweifelhafter Lesung im Papyrus des Louvre III, 97. "Wir haben drei Versionen des Kapitels, in Lc, Pb und Ba. Die eine, die von Ba, ist viel kürzer als die andern, während der Titel, derselbe ■wie in S, ausführlicher ist und dem in loGB ähnelt. Einige Theile fin- den sich auch in dem schlechten Papyrus Po. Die Stelle dieses Kapitels ist in jedem der drei Texte eine andere. In Ba steht es zwischen 149 und den Kapiteln vom Herzen; in Pb zwischen 136A, welches viel länger 1st als gewöhnlieh, und 148; endlich in dem uns als Basis dienenden ic steht es ganz am Anfange des Papyrus zwischen der vorangestellten An- betung des Osiris und Kap. 100. Kap. 131. Fehlt. Kap. 132. Es ist unerklärlich, warum man diesem Kapitel diesen Platz ge- geben hat, wo es die Reihe der Kapitel von der Fahrt in der Barke des Ra unterbricht. Von den vier Texten, welche wir noch besitzen, geben uns nur zwei, Pc und Ax, über die Stelle, welche es einnehmen mufs, eine Andeutung. Pc stellt es zwischen 79 mit der Nachschrift von 72 und 9 und Ax zwischen 56 und 102, sehr weit von 133. Dieses Kapi- tel enthält dieselbe Anspielung auf die Psychostasie, welche man in dem letzten Satze von 1 findet. i<;7 Kap. 138. Findet sich in divi Urkuiulen, welche sich durch den Titel alle drei unterscheiden. Der kürzeste ist der in Ta^ .das Kapitel von der Vervollkoninienuno- des Verstorbenen". In diesem Texte beginnt das Ka- pitel mit anderthalb Zeilen aus S, welche sich in der Basis nicht vorfin- den. Li -l.i' hat man zunächst den Titel von 141, worauf der Text in dor Alitte der 4. Zeile mit den Worten i N. ' . einsetzt. Da die Nachschriften sehr verschieden lauten, so sind sie alle drei reproduciert worden. In Ta folgt 133 auf 86 und geht 134 vorher. In .1« folgt es auf 65 vor 64 his und in Ax endlich steht es zwischen 171 und 81. Kap. 134. Hier fehlt, wie auch in dem vorigen Kapitel, die in S befindliche Angabe, nach der es am ersten Monatstage gelesen oder gesprochen wer- den soll. Kap. 134 kommt in fünf Urkunden vor, von denen drei, Ib, Am und At nur kleine Bruchstücke gewähren. Ta stellt es zwischen 133 und 6ü und Aa zwischen 56 und 92. Kap. 135. Fehlt. Kap. 136. Dieses Kapitel besteht aus zwei Theilen, deren einer (es ist der beträehtlichere, von mir mit 136B bezeichnete) aus der saitischen Redac- tion verschwunden ist. Derselbe findet sich jedoch noch in den ältesten hieratischen Papyi-en. Möglicherweise wurde Kap. 130 als Äquivalent desselben betrachtet, denn es hat in S einen Titel, der an den von 136 B erinnert. Kap. 136 A, d. i. das in S aufgenommene, hat sich in 13 Papyren ge- funden. Es ist ohne Frage eines der häufigsten; aber fast stets ist es kür- 168 zei- als in S und bricht nacli den ersten Worten der 4. Zeile ab. Voll- ständig habe ich es nur in Pb und in At gefunden, von welchem letztern jedoch nur Fragmente erhalten sind. Noch häufiger als 136 A ist 136B, welches in den Papyren von einiger Bedeutung fast nie fehlt. Es kann vorkommen, wie in Pa, Pf, Iff und Ac, dafs die beiden Kapitel mit 13GA anfangend nur Eines bil- den. In diesem Falle hat 136B keinen Titel. In Ad finden sich zwei Versionen von 136 B, deren eine unvollständig ist, und sie sind so ange- ordnet: Der Text beginnt mit dem Titel von 136B SN ^"^^ ^ ® O — ] ^ "• s- "^- ^^^'^ sieht, dafs die ersten Textworte des Kapitels fehlen, was glauben macht, dafs der Titel diesen ganzen Satz um- fafst, während er in Wirklichkeit mit |1 abbricht. Diese erste Version von 136B ist unvollständig und hört in Z. 13 auf: ^_^^0 /|\ ^ ^K-^^ ^ Q^ ' ^ Ji Q ,^^, <:zr> ©^' ^^'*^ dann ehiige Sätze des gleiclifalls unvoll- ständigen 136 A folgen, deren unbedeutende Varianten ich nicht verzeich- net habe. Dann fängt 136 B von neuem an und zwar mit einer voll- ständigen Version, deren Varianten reproduciert worden sind. Der Titel hat hier eine seltsame orthographische Variante, für das (1 der ersten Version schreibt die andere |1. Unter allen Kapiteln des Todtenbuchs kann man keinem seine Stelle so sicher anweisen wie diesem. Die Ausnahmen sind so wenig zalilreich, dafs man sie nicht zu berücksichtigen braucht. Man kann behaupten, dafe Kap. 136B immer vor 149, und 136A immer vor 136B steht, wenn 136 A nicht ausgelassen ist; denn 136 B kann sehr wohl allein stehen. So viel ich weifs, hat nur Ai zwischen 136B und 149 ein Kapitel eingeschoben. Die Kapitel vor 136 A wechseln; aber in mehreren Urkunden und zwar in den besten steht es hinter 125. Man wird bemerken, dafs in der Reproduction von 136B eine Anzahl Columnen mit ||^ anfängt, wie man es in Wandinschriften fin- det. Dies scheint auf einer archaischen Tradition zu beruhen, welche zu 169 der oben ausgesprochenen Annahme stimmen würde, dafs die Texte des Todtenbuchs ursprünghch an Wänden oder auf die Seiten des Sarco- phags geschrieben wurden. Wie dem auch sein möge, so hatte sich diese ÜberUeferung in diesem Kapitel erhalten, und unter den Copieen des- selben haben mehi-ere Exemplare jenes r^ bewahrt; aber man hat es nicht beachtet, dafs das Wort nur über die Zeilen gehört, sondern hat es innerhalb derselben eingefügt, wo es das Wortgefüge ganz sinnlos unterbricht. Da übrigens nicht alle Vorlagen gleich waren, so geht dies jl nicht immer demselben Worte vorher. Die Vignette zu 136 B ist fast überall die nämliche. Selten ist sie ausgefallen, denn sie ist sogar in Ca vorhanden. Kap. 137. Hat auch zwei verschiedene Versionen von ungleicher Länge, die sich beide in Aa finden. 137 A steht -S am nächsten. Es ist ein langes Kapitel mit einem Datum, da die Nachschrift sagt, dafs es von dem königlichen Sohne Hortete/ aufgefunden wurde, den wir als einen Sohn des Mycerinus kennen. In Ba entspricht ihm ein viel kürzeres Kapitel, welches ganz reproduciert worden ist. 137 B ist ein kurzes Kapitel, in welchem Ba und A a deutlich übereinstimmen. In Ba folgen 137 A und B auf einander und sind zwischen 59 und G3 gestellt. In Aa steht 137 B zwischen 89 und 119, dagegen 137 A nahe am Ende des Papyrus zwischen 106 und 64. 137 A rindet sich, freiUch sehr incorrect, auch in Pi wieder. Hier steht es ganz am Ende des Papyrus. Kap. 138. Es ist eines der seltenen Kapitel, dessen Basis aus 7^ genommen ist. Es findet sich in vier Papyren. In Ik steht es zwischen 152 und einem Fragmente von 18, in Pa zwischen 13 und 123, in Ph zwischen 57 und 153 B und in Pi zwischen 89 und 118. Ik ist die einzige Ur- kunde, welche hinter das Kapitel die grofse Zeichnung mit dem Emblem von Abydos in der Mitte stellt. 22 170 Fehlt. Kap. 139 siehe 123. Kap. 140. Kap. 141 bis 143. Unter diesen drei Nummern stehen in S zwei Listen von Osiris- namen und eine Darstellung. Die beiden Listen bilden in Wirklichkeit nur eine. Li den alten Texten, selbst in denen der XXL Dynastie, sind sie zu einem einzigen Kapitel vereinigt. Oftmals sind alle diese Namen in einem Sanctuarium zusammengestellt, wie die der 42 Zeugen im 125. Ka- pitel. Was das 142. Kapitel in S bildet, fängt mit No. 53 in unserer Ausgabe an. Dieses allein stehende Kapitel ist etwas weniger ausführ- lich als die beiden andern; aber die Dreitheilung ist oflfenbar aus neuerer Zeit. Was glauben machen könnte, dafs das Kapitel vielleicht schon in der thebaischen Epoche in zwei aufgelöst war, ist der Umstand, dafs Ba, welcher einen besondern Titel ''^^^ ^2K\i$$ ^^^o*? ^^'^^ mit 53, d. h. 142, anfängt und keine der vorhergehenden Benennungen enthält. Aber angesichts der Übereinstimmung der übrigen Ui-kunden, selbst jener der XXL Dynastie wie des Papyrus der Königin Net'emt (Pq) und Leyden III, darf man daraus nicht folgern, dafs dieselben ein getrenntes Kapitel ge- bildet hätten. Kap. 143 besteht nur aus den Vignetten zu 142, welche hier durch Anbetungen des Osiris ersetzt werden. Ich habe zu diesem Kapitel acht Urkunden benutzt, von denen die eine, Ld, aus dem Ende der XX. Dynastie herrühren mufs, also mit dem gleichfalls herzugezogenen Pq fast gleichzeitig ist. Das Kapitel findet sich auch in den Urkunden der XVIII. Dynastie, so in .4 d, Ta und an- dern. In Ld kommt der sehr seltene Fall der Erwähnung des Amnion vor, nämlich unter No. 58, wo man statt Hij 8^3:7-¥- vielmehr jj ^ 1 /wwv\ ^^~^ \ 9 i^G&i- Das liegt ohne Zweifel daran , dafs in dieser Epoche der Cultus des Amnion den der andern Götter in Schatten stellte. Hinsichtlich der Stelle des Kap. 141 — 143 sind alle Documente uneins. 171 Kill). 144. Mit diesem Kapitel kommen wir zu der Reihe „der Thore" oder „der Wohnungen'^ , d. li. der ^_^ ^ ^ cr^ ""^^ P J ^ 'ü' »«^'»annten Ört- lichkeiten. Diese Kapitel sind von der saitischen Redaction sehr abwei- chend. Sie haben im allgemeinen nicht die Anrufungen, welche in >S vorkommen. Zwei davon, 144 und 146, sind häufiger als die übrigen und gehören zusammen; sie folgen unmittelbar auf einander, wie in Ab, Ik, La, oder man hat sie selbst zu einem einzigen Kapitel verschmolzen, wie in Aa. Kap. 144 hat einen besondern Titel, es heifst i ^^ „das Ka- pitel von der Ankunft". Diesem Titel folgt eine kurze Anrufung" der Wächter der verschiedenen _^__^ U U ^__^, vor welche der Verstorbene hin- treten will. Titel und Anrufung kommen nur in Ax und Ab vor, im letztern in einem fragmentarischen Zustande, der nur den obern Theil der Zeilen darbietet. Dieses Kapitel besteht nur in der Benennung des auf die sieben verschiedenen ^__^ 1| (| ^__^ Bezüglichen. Dieselben sind in der obern Zeile alle numeriert, jede n \\ hat einen Eigennamen, der in der mitt- lem horizontalen Linie steht; sie sind von zwei Personen bewohnt, dem ^"^1=3 „dem Wächter" und dem P | ^ ^ f] ^"^ .-dem, der da- selbst seine Stimme hören läfst-, wahrscheinlich um jeden Kommenden anzukündigen, und den ich den Herold nennen werde. In jedem Thore ist der Wächter der erstgenannte; der Herold kommt erst nachher, we- nigstens in der gewählten Basis, wo man in jeder (| 0 ^^ besonders von der Rechten anfangen mufs: nur die Zeile der Ziffern bildet eine Ausnahme. Wenn man die verschiedenen Exemplare dieses Kapitels prüft, so sieht man, dafs nicht zwei gleich sind mid den Thoren dieselben Num- mern oder dieselben Insassen geben. Indem ich das publicierte Exem- plar aus Ax als Grundtext nahm, habe ich deshalb die verschiedenen Ele- mente jeder ,___^ 1| (j ^___^ folgendermafsen unterschieden. Die römischen 90» 172 Zahlen beziehen sich auf den Namen des Thores. Auf Taf. CLIV soll- ten diese Ziffern über der mittlem horizontalen Zeile stehen, nicht oben. Die lateinischen Buchstaben «, h, c bezeichnen die Wächter und die entsprechenden gi'iechischen «, /3, ■/. die Herolde; so besteht in der Basis die 4. __^ tj U j__j aus IV. d ^, was ich der Kürze wegen so an- deute: 4:([V. d ^). Nach dieser ßezeichnungsweise stellen sich die an- dern Documente folgendermafsen dar: Pc 1 (V. var. g 7), 2 (I. /), 3 (E. f/s), 4 (H^ c ^), 5 (HL e k), 6 (V. i/3), 7 (VII. var. a«); ^a 1 (H.), 2 (L/), 3 (VL d), 4 (VH. es), 5 (FV. eS), 6 (ÜL 6h), 7(V. 0,6); Ik 1 (gf), 2 (fs), 3 (rZ^), 4 (CK), 5 (e/S), C (6«), 7 («7). La liefs sich wegen seiner schlechten Erhaltung nicht verwerthen. Auch Ik ist an dieser Stelle ziemlich schlecht und erwähnt nur den Wächter und den Herold ohne den Namen des Thores. A a hat eine eigenthümliche Anordnung, die auf Taf. CLV reproduciert ist und sich vermuthlich auch in IIa fand. Die Einrichtung ist zu Anfang nicht voll- kommen regelmäfsig, aber wenn man die andern Zeilen aufser der ersten betrachtet, so sieht man Nebseni vor einer (j ü ^.^ in Anbetung, de- ren Name sich neben denen der Insassen befindet. Hinter dem Ge- bäude sind der Herold und der Wächter und hinter diesen der Name der dargestellten ' l' [^ derselben Nummer. Es ist also eine Verschmelzung der Kapitel 144 und 146, die sich sonst in ^1« nicht wiederfinden. Nur darin hat sich der Schreiber geirrt, dafs er acht 0 (J ^_^ gezeichnet hat, während nur sieben existieren. Der Name der achten wird daher durch den Titel des folgenden 148. Kapitels ersetzt, mit der Vignette der 173 sieben Kühe und des Stieres. In Aa bildet dieses doppelte Kapitel mit 148 die obere Abtlieilung des Papyrus, unter der sich die Kapitel von den ^ ^ ]{ 1 ! ^nd andere befinden. Aufser bei 146 steht Kap. 144 am häufigsten bei 148. Das grofse Stück unten in S ist neuern Ursprungs ; es kommt in keinem alten Texte vor, selbst nicht in den ersten hieratischen, wie dem PapjTus de Luynes. Kap. liö lind 146. Diese beiden Kapitel sind nur zwei verschiedene Versionen eines Ki , , I den Thoren des Hauses des Osiris in den Elysischen Gefilden. Diese Thore sind weit genug, um wie die U ü p^^ Bewohner haben zu können. Es sind nach Kap. 145 einundzwanzig, aber nach Kap. 146 nur noch fünfzehn. Li S ist Kap. 145 das vollständigere. Der Verstorbene tritt vor und er- klärt den Xamen des Thores und des Gottes, welcher mit seiner Bewa- chung betraut ist, zu kennen. Der Name des Thores ist immer weitläuftig und mystisch. Nachdem er den des Wächters gesagt hat, beschreibt der Todte die Reinigungen, die er erfahren hat, und die Öle oder Balsame, mit denen er gesalbt ist, worauf der Text regehnäfsig mit den Worten schliefst: -Tritt ein, denn du bist rein". So geht es fort bis zum zehn- ten Thore: dann ist von einem Gott -Wächter nicht mehr die Rede; der Verstorbene sagt einfach: -Ich kenne dich, ich kenne den, der in dir ist"; nachdem er darauf den Namen des Thores genannt hat, macht er nicht nur nicht den Bewohner namhaft, sondern auch alles die Reinigungen, welche er über sich hat ergehen lassen, Betreffende ersetzt er durch die Worte: f] ^ -^ ^ P ^1 ^^ IJ P ^ J S ^ |l^- So geht es fort bis zum 21. Thore. Hier erscheint der Gott -Wächter wieder, dessen Namen er nennt, aufser denen von 7 Gottheiten. Alles schliefst mit einem Stücke, wie es viele im Todtenbuche giebt, in welchem die Glück- seliskeit beschrieben wird, welche er erreicht. Das 14G. Kapitel ist das abgekürzte 145. Zu jedem Thore ist sein Name und der des Wächters gesetzt, bis No. 10. Von da ab fehlt 174 der Name des Wächters und wird durch den oben angeführten Satz ver- treten, immer denselben bis zum Ende von 15, denn weiter geht das Kapitel nicht. Unter dieser Nomenclatur steht noch ein Stück in einem panegyrischen Stile, welches wie das ähnliche in Kap. 144 neuern Da- tums ist. Nun zu den alten Texten übergehend, bemerken wir, dafs 145 viel seltener ist als 146. Nur zweimal hat es sich, in zwei verschiedenen Formen, gefunden. 145 A ist S am ähnlichsten. Diese Version ist dem Grabe des Menephthah Siphtah entnommen; was von dem Kapitel er- halten war, habe ich bei meinem ersten Aufenthalte in Theben 1869 co- piert. Es fängt mit No. 6 an. No. 10 fehlt und mit 18 endigt es. Dar- aus folgt nicht, dafs das Kapitel nicht länger wäre; dafür bietet der Text eines Grabes kein entscheidendes Argument. Hier sind die Noth- wendigkeiten der Architectur so gebieterisch, dafs sie den Schreiber sehr wohl veranlafst haben können das Ende eines Textes zu unterdrücken. Die Modificationen, welche wir im Verlaufe des Textes in S angegeben haben, sind dieselben. Bis zu 9 (10 fehlt) wird der Wächter als „der Gott, welcher wacht" bezeichnet, während er von da ab heifst „der wel- cher in dir ist". Von 11 an verschwindet auch das auf die Reinigungen Bezüghche, wofür dieser Satz eintritt: ü ^ ^ <:E> 'l q ; U'^^ I, J rlT' J ^^Q ^^^-^3- j|. Indefs findet man vor diesem Satze noch den Na- men des Wächters, der in S nicht vorkommt. Die Gestalten dieser Per- sonen sind nach Champollion reproduciert worden i). In diesem Texte fällt eine Vermischung der männlichen Pronomina mit den weiblichen auf; sie kommt daher, dafs derselbe für die Königin Tauser, eine der Besitzerinnen dieses Grabes, bestimmt war. Die andere Version von 145 hat sich nur einmal gefunden. Es ist davon nur ein kleines Fragment in Pg vorhanden, was um so mehr zu bedauern ist, als die Fassung eine verschiedene ist. Der Verstorbene beschränkt sich nicht darauf zu erklären, dafs er sich gereinigt, dafs er sich mit diesem und jenem Öle gesalbt habe; es findet zwischen ihm und 1) Notices descriptives 11, p. 451 — 2. i7r> dem Wächter eine Unterhaltung statt, indem dieser ilni fragt, in welchen! Wasser er sich gewaschen und welches Öles er sich zur Salbung bedient habe. Es ist wieder die schon einige Male beobachtete Form des Zwie- gesprächs. Dieses interessante Stück steht in Pg hinter Bi-uchstiioken von 83 und 82 am Ende. Kap. 146 ist vollständiger als in .S, da es die 21 Thore enthält; aber es ist eine einfache Aufzählung der Namen ohne jeden begleitenden Text. Es hat sich in neun Papyreu gefunden, von denen einer, La, zu schadhaft ist um benutzt werden zu können; ebenso ist von //«, welcher wahrscheinlich mit Aa gleich war, nur ein ganz kleines Fragment vorhan- den. Selten ist der Text so vollständig wie in Lc. Indessen reichte Ah wahrscheinlich bis zu Ende und nur die Zerreifsung des Papyrus hat uns der letzten Thore beraubt. Zwei Papyri, Pa und //.', brechen mit No. 15 ab, was beweist, dafs die von S fiir 146 angenommene Zahl auf einer alten Überlieferung beruht. Aa erstreckte sich nur bis zu 8. Der Zustand der Papyri Ba und Cc läfst nicht erkennen, wie weit diese Ur- kunden reichten. Pc sollte wohl bis zu Ende forta-eführt werden und die 21 Wohnungen enthalten, aber er bricht mit 20 ab und läfst 3 aus. Die Vignetten sind in La, Pa, Lc gleichförmig, d. h. die Thore und die Wächter sind dieselben. In Ba sind, so viel sich ersehen läfst, die Thore dieselben, aber die Wächter verschiedene; in Aa ist jedes Thor und jeder Wächter von den vorhergehenden verschieden. Aber durch die Vignetten des 146. Kapitels bemerkenswerth ist Pc; ihretwegen ist das Kapitel gänzlich reproduciert worden. Kein anderer Text hat so viele merkwürdige Vignetten, aber sie sind theilweise auf Kosten der Correct- heit gemacht worden. Abgesehen von offenbaren Auslassungen, wie 7, 11, 17, ist die Zählung eine irrthümliche; so steht 2 statt 12 bei dem ersten Thore der obern Abtheilung; in derselben steht auch 18 für 19: es finden sich auch Nachschriften zu dem vorangehenden Kap. 147, wel- ches ohne Zweifel unterbrochen worden ist, weil jene schönen Vignetten im voraus gemacht waren und man doch den dazugehörigen Text schrei- ben nuifste. Jedesfalls ist dieses Kapitel, wie es sich in Pc findet, einzig 176 in seiner Art. Leider liefs es sicli mit den schönen Farben, welche es im Originale hat, nicht wiedergeben. Ich hebe besonders (Taf. CLXIV) eine thronende Gottheit hervor, der sich der Verstorbene in der Be- gleitung des Thoth darstellt. Diese Gottheit, welche Deveria Ammon nennt, scheint mir, nach den richterlichen Emblemen in ihrer Hand zu urtheilen, Osiris zu sein; aber selten sieht man ihn mit diesem Kopf- putz angethan. Was den Platz dieses Kapitels anbetrifft, so stellen es Ba und Pc unmittelbar vor 125 und Ik vor 149. In Ba und Pc folgt es auf 147, welches, wie wir sehen werden, eine Variante von 144 ist. Kap. 147. Mit diesem Kapitel betreten wir wieder die .-— ^lll] ,— -]• welche wir aus 144 kennen. Es ist schwer zu begreifen, warum in der saiti- schen Codification 144 von 147 getrennt hat, während sie 145 und 146 zusammenstellt. Auch hier liefert uns Lc den vollständigen Text. In Ver- gleich zu 144 hat das Kapitel eine wichtige Abweiclmng. Statt zweier Personen, des Heroldes und des Wächters, haben wir drei, aufser den bei- den schon bekannten einen dritten, den l| ^^ Kt U=3 "'^^^ Pförtner", mit dem Namen, welchen in 144 die " ° [1 [| selbst führte. Es ist sehr wohl möglich, dafs zwischen den verschiedenen Texten von 147 nicht mehr Übereinstimmung bestand als in 144 in Bezug auf die Per- sonen, die zu den einzelnen Thoren gehören. Aber was 147 von 144 besonders unterscheidet und was 147 nur als eine Erweiterung erweist, das ist der Umstand, dafs zu jeder ^^^ ü (] |__| nicht nur die drei Na- men "eneben werden, sondern auch die Rede, welche der Verstorbene spricht, sowie er sich jeder nähert. Wir haben nur drei Wiederholungen von 147, die alle di-ei sehr unvollkommen sind. Ba nennt diese Gebäude statt ^____^ Ij LJ j__j vielmehr J ^\ 1^^; der Vei'storbene kommt vor dem ersten an und, ohne die Namen der Insassen zu erwähnen, beginnt er mit der Rede, welche in „ I und geht 146 vor- 177 Lc die des zweiten ist. Indefs luitte lia sie woiil dem ersten angepafst, da wir in einigen Zeichen, welche uns über dieses kleine Stück hinaus bleiben, die Nummer 2 finden. Pc beginnt plötzlich mitten in der 31 Z. und , indem er die die Reihenfolge der Thore anhebenden Eintheihmsen auslälst, macht er aus den verschiedenen Reden eine einzige fortlaufende, bis zur letzten Zeile reichende, der er eine Nachschrift anhängt. Kleine Bruchstücke dieses Kapitels, welche Lc ähnlich sein mufsten, finden sich in einem Londoner Papyrus oder vielmehr unter einem Gemisch von Frag- menten, welches als No. 9962 bezeichnet wird. Das Fragment von 147, welches wahrscheinlich ans der XIX. Dynastie stammt, ist geschrieben für J] •<2=- jj Pl I 1 "^^ '^ ..den Osiris den Schreiber Userhat- In Ba folgt dieses Kapitel auf die S %> J her; in Pc steht es zwischen 100 und 146; in Lc; welcher uns so voll- ständige Grundtexte geliefert hat, haben wir die folgende Reihenfolge: 100, 91, 147, 146, 109. In keinem Texte hat sich 147 hinter 146 gefunden. Kap. 148. In »S ist dies Kapitel aus mehreren Bestandtheilen zusammenge- setzt. Das Meiste von den sechs ersten Zeilen hat sich in 1.5 B III wiedergefunden. Das eigentliche Kapitel 148 beginnt erst Z. 7 mit dem Worte .J^ '^^- I'i dieser Form erscheint es wenigstens in den alten Papyren. Das Kapitel besteht in einer Bitte an Oslris, dafs entweder er oder die sieben hinnnlischen Kühe und der Stier, deren Namen er weifs, den Verstorbenen mit Lebensmitteln und andern Giitern vei-sehen. Daher ruft er besonders diese sieben Kühe und den Stier an, darnach die vier Steuerruder, welche die vier Cardinalpuncte bezeichnen. Das ver- anlafst die je nach den Exemplaren mehr oder weniger vollständigen Vi- gnetten. All und Pc haben nur die Kühe und den Stier ohne die Ruder, welche sich in La finden. P>a hat die vollständige Vignette mit dem Sanctuarium des Osiris und den beiden Anbetenden. Von den sieben Papyren, in denen sich dies Kapitel findet, konnten nur sechs benutzt 23 178 werden. Von La ist fast nichts mehr übrig. Ba hat keinen Titel: nach Kap. 9 beginnt unmittelbar die Anrufung. Dieser Papyrus ist ein wenitr länger als die übrigen mit Ausnahme von Pb, welcher ein ganzes Stück hinzufügt, die Zeilen 16 — 18 in S. Ich habe schon erwähnt, dafs zwei Papyri, Pc und Ax, diesem Kapitel die Xachschrift mit dem Xamen des Mycerinus anhängen, welche eigentlich zu 30 B gehört. Die beiden Texte sind fast vollständig gleich; die einzige erwähnenswerthe Variante ist Z. 3G If J ^""^ ^^ '^ |\3S?- In jedem dieser Texte ist diese Nachschrift über die Psychostasie gesetzt, und wahrscheinlich ersetzt sie hier das ganze Kap. SOB. Das ist die einzige Andeutung, welche wir über die Stelle von 148 haben. Auch in .4» steht 148 sehr dicht bei 125 und ist nur durch einige Zeilen von 18 davon getrennt. Xap. 149 irnd 150. Ebenso wie 15 und 16 bilden 149 und 150 nur ein Kapitel. 150 ist nur die Wiedergabe der verschiedenen Theile von 149, obwohl jeder einzelne schon seine besondere Vignette hat. Es ist ohne Fraee eines der wichtigsten Kapitel des Todtenbuchs und auf alle Fälle trotz seiner Länge eines der häufigsten, welches sich auch bis in die spätem Zeiten mit den wenigsten Abweichungen erhalten hat. Ich habe dieses Kapitel in 23 Ur- kunden gefunden, deren grofse Mehrzahl vollständig ist. Mit Hülfe der- selben habe ich feststellen können, dafs die Kap. 149 und 150 den ge- wöhnlichen Schlufs di-r alten Papyri bilden wie auch noch der ersten hieratischen. Allenfalls folgt darauf noch 186, welches mehr eine Darstel- lung als ein Text ist, oder auch eine Abbildung des Westens oder manch- mal ein vereinzeltes Kapitel zur Ausfüllung eines Platzes, der sonst leer geblieben wäre. Das Vorhandensein der Darstelluns; zu 150 ist fost im- mer ein Zeichen, dafs der Papyrus da zu Ende ist, so in Ac, Ad, Ai^ Pa, Pb, Pc, Pf, Ca und Cd. Den normalen Schlufs der alten Papyri bilden 125, 136A und B, 149 und 150. Manchmal steht 149 vor 125, 179 Avle in .!(/. Ab, Ac; iiber d:is ist eine Ausnahme und selbst in diesem Falle stehen die Kapitel sehr dicht bei einander. Das 149. Kapitel bezieht sich auf die 14 Wohnungen oder u ^t^^ ^^^p welche der Verstorbene kennen und an deren jede er sich wenden nuifs. Jede dieser Wohnungen bildet einen besondern Paragraphen, der seine eigene Vi2;nette hat. Selten fehlen diese Vignetten: sie gehören zu denen, welche man mit gröfster Regelmäfsigkeit selbst in den daran nicht reichen Urkunden, wie Ca, antrifft. Mehi-ere Papyri geben neben der Zeichnung der Wohnung auch ihre Farbe an, nämlich | ^ _grün" oder ü , 9 , ..hellgelb-. In der Farbenangabe sind die Papvri fast einstimmig. Nur \\vv Wohnungen sind gelb : c, t, k, o. In den Vignetten zu 149 finden sich so wenige Varianten, dafs es unnöthig schien, sie zu berücksichtigen. Die Vignette der verschiedenen Papyri weicht von der der Basis am häufigsten darin ab, dafs sie nach der umgekehrten Rich- tung gewandt ist. Es wurde schon gesagt, dafs 149 b mit 109 fast gleichlautend ist. Obwohl die richtige Anzahl der Wohnungen 14 beträgt, so hat man das Kapitel doch, wenn es zu lang schien, mit der 10. abge- schlossen: mehrere Papyri, wie Ad, As, Ba, Lc, reichen nur bis zum Schlüsse von l\ Das Kapitel fängt in der Kegel ohne besondere Titel an, wie in »S. Nur Ba bildet eine Ausnahme, indem er ihm einen allgemeinen Titel mit folgenden Worten giebt: "SP "^^"^ %i. H m.^^ (das Übrige ist zerstört). Zu Anfang ieder Wohnung wiederholt sich das Verb: *=P" <=• ü >^ ,j=i^,, ,,, • Andere Urkunden begnügen sich die Wohnungen, wie in .S, zu numerieren. Was die Darstellung zu 150 betrifft, so ist es in den meisten Zeichnungen leicht die Wohnungen von 149 wiederzufinden, ebenso auch die Gottheiten, welche sie einnehmen. Die ihnen vorangehenden vier Schlangen stellen vei-muthlich die Cardinalpuncte dar. Es ist jedoch zu bemerken, dafs eine der Wohnungen fehlt oder vielmehr dui-ch zwei andere ersetzt wird, wodurch es in 150 fünfzehn werden, während 149 nur vierzehn hat. 180 Kap. 151. Das Kap. 151 ist nicht nur ein Text, sondern auch eine Abbil- dung. Es ist die DarstelUing der CTrabkammer mit allem, was sie ent- hält; die vier Wände, welche vertical sein sollten, sind umgestürzt und in horizontaler Projection. Im Mittelpuncte der Kammer befindet sich unter einem Baldachin die Mumie, auf welche Anubis seine Hände legt. Zu Raupten und zu den Füfsen des Todtenbettes stehen die beiden Kla- geweiber, Isis und Nephthys. Sie sind von dem Bette ein wenig ge- trennt, um einen hinreichenden Platz für die Einschiehinig der Worte zu lassen, welche man sich von ihnen gesprochen denkt. Dann kommen die vier Wände, deren jede mit einem besondern Emblem verziert ist. In den durch die Wände gebildeten Ecken bemerkt man die vier Genien der Cardinalpuncte, dieselben, welche über den neben die Mumien ge- stellten Kanopenvasen dargestellt sind. Darunter befinden sich die uiebti oder sabti genannten Figürchen mit den begleitenden Inschriften; eins hat ausnahmsweise einen An ubiskopf. Endlich gewahrt man auch, entweder un- ter dem Todtenbette oder an den Seiten, den Vogel mit Menschenkopf, "^s: T ® ' '^^^" '^^*^'^ Kap. 89 zum Körper gehört und damit vereinigt wei'- den soll. Man sieht aus der Darstellung wohl, dafs die Inschriften das Wichtigste und die Zeichnungen nebensächlich sind. Um die Varianten deutlicher bezeichnen zu können, habe ich jede der Legenden oder In- schriften mit den in der folgenden Übersicht befindlichen Buchstaben bezeichnet. a. Rede des Anubis über der Mumie ^ l etc. b. Rede der Isis. c. Rede der Nephthys. d. Legende der kleinen Statuette. e. Legende des H. /. Legende der Flamme. (/. Legende des liegenden Schakals. h. Worte der beiden "^ "J" ^ • 181 I. Legende der beiden T^TtT ^^ J A. Worte des II 11^. /. Worte des ^\\. m. Worte des -k n. Worte des Die ganze Scene hat .S sehr abgekürzt und nur einen kleinen Theil beibehalten. In der srofsen Darstelluncr der alten Texte kommen, weil die Inschriften ein wenig durch einander angeordnet sind und be- sonders weil die der vier Wände nicht in derselben Richtunu laufen, oft- mals Copiefehler vor: manchmal ist ein Fragment an der unrichtigen Seite angefangen, wenn auch das Kapitel im Ganzen nicht incorrect ist. Es kommt auch vor, dafs ein Theil der Darstellung oder dafs eine In- schrift ausgelassen ist. Die Darstellung fand sich mehr oder weniger vollständig in sechs Papyren: Af\ Pe, La, Pc, Pj und Cc; zwei Papyri, Pb und Aa, haben nur einen Theil davon. Pb (Taf. CLXXXII) vereinigt zu einer Gruppe unter dem allgemeinen Titel tip] .=^ U i\ü ^=^ „ vier Sectionen von 151: d, e, f, -o- beu, als ich es auf der Leinewand Thothmes III in einem horizontalen Streifen, der die verticalen Ahtheihingen trennt, entdeckte. Dieser Strei- fen ist in Hieroglyphen geschrieben, die in entgegengesetzter Richtung laufen, was erklärlich ist. Die Zeichen werden jedoch niemals anders als nach rechts blickend geschrieben. Da das Kapitel des Streifens links anftingt, gerade da wo die verticalen Columen der darunter stehenden Kapitel anfangen, so mufste es nothwendigerweise in entgegengesetzter Richtung geschrieben werden, und das ist keineswegs Willkür. Dafs wir dieses Kapitel 154 nur hier gefunden haben, erklärt sich wold dar- aus, dafs man es lieber auf Mumieiileinwaud als auf Papyrus schrieb. Kap. 155 l)is IGO. Mit 155 beginnt S eine Reihe kleiner Kapitel über die Amu- lette, welche in den alten Papyren viel seltener sind als in den späten und sich daher nicht alle wiedergefunden haben. Da diese Texte schon auf die AniuU'tte selbst geschrieben wurden, so hielt man es wahrschein- lich für uunüthig, sie noch in Papyi-en zu wiederholen. Der Papyrus Busca Ik ist an Kapiteln dieser Art besonders reich und liefert einige inedite. Bei der Beschreibung dieser Urkunde 1st gesagt worden, warum man von ihrer Wiedergabe Abstand nehmen mufste. Fa^t innner stehen diese Kapitel zusanmien; so findet sich in Aa eine aus 155, 156, IGO und dem verwandten Kap. (5 bestehende Reihe. In Pb folgt auf 15oB, wie wir gesehen haben, die Taf. CLXXXII repro- ducierte Gruppe, die aui'ser vier Abschnitten von 151 noch 15G und 155 enthält. In //.■ folgen auf 144, 146 und 149 die Kapitel 29B und 30B und darauf als Schlufs des Papyrus 9 Kapitel, welche sämmtlich Amulette betreffen. In Ah konnnt nur 156 zwischen 100 und 144 vor. In Fa sind 155 und 156 zwischen 90 und 112 eingeschoben. 184 Kap. 155 ist das Kapitel vom M, welches sich von dem in 151 dadurch unterscheidet, dafs es von Gold ist. Kap. 156 ist das von der Schleife (vergl. Maspero, le chapitre de la boucle, Comptes rendus de FAcademie des Inscriptions et Beiles Lettres 1871). Kap. 157 und 158 weichen in Ik von S erheblich ab, sind aber zu incorrect, um herzugezogen werden zu können. Kap. 159 fehlt; nach S bezieht es sich auf dasselbe Amulet wie 160. Kap. 160 ist das Kapitel vom | ^. welches hier die Form eines Ziegels hat. ^C5^ Kap. 161. Das Kapitel von den vier Winden hat sich nur einmal in Ph ge- funden, zwischen 155 und 174, welches letztere vor 110 steht. Kap. 162 bis 165. Findet sich niemals in den alten Texten, noch auch, so viel ich weifs, in den ersten hieratischen. Es sind Compositionen neuern Datums und, nach den vielen seltsamen Woi'ten, welche sie enthalten, zu urthei- len, fi-emden Ursprungs oder lassen doch wenigstens fremde Einfliisse erkennen. In der Anordnung der neuen Kapitel habe ich die auf die vor- angehende Gruppe der Amulette bezüglichen vorangestellt und dann alles die heiligen Gegenstände und die Opfergaben Betreffende angeschlossen. Kap. 166. Das Kapitel von der Kopfstütze ist A a entnommen, nach dem es von Birch publiciert worden ist^). Dieser Text, welcher aus S ver- 1) Ägyptische Zeitschrift 1868 p. 52. 1^5 schwunck'ii ist, koiiiiut schon im Mittlern Reiche vor^). In Kapitel IJla bis (Taf. CLXX1\') wird die Stütze unter dem Kopfe der Miunie abgebildet. Daher findet sich dieses Kapitel auch zwischen 151a bis und 151a ier. Kap. 167. Das Kapitel ^vom Bringen des nfa'' ist ein kurzes, welches sich nur in Aa findet, wo es vor 65 und hinter 180 steht; das letztere trennt es von 151a ter und 166. Kap. 168 A und B. Ein ganz eigenartiges Kapitel, dessen beide Versionen sich nament- lich in der Länge beträchtlich unterscheiden. Sie sind chronologisch se- O OD ordnet, da 168 A die ältere ist. Um mehrerer Klarheit willen betrachten wir jedoch zunächst 168B. Es giebt noch eine dritte Version in Be, von der freilich nur kleine Bruchstücke erhalten sind, deren Varianten wir aber anführen werden. Wenn man von 168B ausgeht, so sieht man, dafs das Kapitel aus drei übereinander gesetzten Abtheilungen besteht. Die mittlere ent- hält lediglich Vignetten, von denen jede vier Columnen des obern und des untern Textes entspricht. Oben findet sich zunächst der Name des Wesens oder der Wesen, welche die Vignette darstellt, sodann eine Bitte zu Gunsten des Verstorbenen. So Z. 1 ^ il l] aI i wj ^tc. . . . -die, welche sich vor Ra niederwerfen und welche den Göttern der Tiefe Opfer dar- bringen, mögen sie dem Osiris N. gewähren in Frieden im Dienste des Ra zu sein". Der Dativus («) ist, abgesehen von dem ersten Falle, wie man sieht, durch die Präposition (j V ausgedrückt. Die Vignette stellt eins dieser anbetenden Wesen dar, an welches man sich soeben gewandt hat. Darunter steht ein Text, der immer mit derselben Formel beginnt und dessen Varianten die folgenden sind: 1) Lei'Sius, Äheste Texte, Taf. VL. 24 1S6 .if ^'^>^-\rril^\^ Aus den beiden letzten Texten ergiebt sich, dafs eine passivische Form vorliegt; wörtlich: ^es ist gemacht ihnen die Libation eines Ge- fäfses auf Erden durch den Osiris N."; anders gesagt: _wann ihnen ge- macht -wird auf der Erde die Libation eines Gefäfses durch den Osiris N.". Was daraus folgt, deutet das letzte Satzglied an : ^^ ^ | ^S" i i i i 1 Ä[ .'^ ^^-^ t rw\/i «dann ist er im Dienste des grofsen Gottes, des Herrn der Amenthes". Dies ist der Nachsatz zu dem bedingenden i] _^ _^ ^,.,,^, ^^ etc. — ohne Zweifel, da in Be die Folge immer durch ^^ eingeführt wird. Dieser Text würde von den dreien der beste gewesen sein, aber nur der untere Theil ist davon erhalten, auch ist er sehr unvollstän- dig. Nach den Überresten zu urtheilen, war die Zahl der angerufenen Gottheiten gröfser als in Bd und folglich auch die der Wohlthaten, wel- che das Ergebnifs dieser Libationen bildeten. Ich lasse alles, was von dem Papyi'us erhalten ist, hier folgen; er liefert nach unserer obigen Beschreibung zwei Mannesnamen mit demselben Titel und einen Frauen- namen. Zwischen den mit v^ beginnenden Nachsätzen stehen regel- mäfsig die beiden von mir nur einmal copierten Zeilen, immer im glei- chen Wortlaut. Ä^ ^ [1% UV ^^ü ^^i .^Sü .^Ca .^^ .^Sil .^^ .^Sil /VNAAAA AAA/V*A yWvWv A/VVW\ AAAAAA AA/\A/>A ^^/^AA^ AAAftAA $i^$<$j$$ AAAAA^ -P^ ■^C5:>~ AAAAAA /V\AAA\ AVsAiW AAAA^^ AA/»AA^ A/SAAAA AA^^AA AV\AV\ ^5^^ b"^ -^ J^ a"^ ■?■ ^^ n^^ SrS !\ A ^^ ^^ »«5 ^ ^;: etc. J^_j^tKl-~;^S<=-® Ä r=S) '=>q.i.'^ 1^ is = e J_ ^- ^ ^ ---^ fs ™ IS /NA/VSAA AWW\ r- ^ n Jsims A/>AA^\ ^ k "ö ;^ 1 J öS - q ^^ . -q ' ' h^ ^^-^ <==) fj III f^^^ p, ^ )-f sn I X 111 kPi ^^i'?_ Nj»N» ...... v^f g-j. ^ i ^i^ w ^o I«i7 J^^ M^ ^ ^^ ^:. ^^ ^ ^:o ^. ^^ ^ ^ AAAlVA AAAAAA AAAAAA /VS^«WA AiWSAA AAAAAA /VV^AAA A^WN(%V. AA/S^JVV AVsAAA AAA^^SA J§§jj!$J!J AAAAftA /V*AAA.N AJVNftAA A.V^^^^ /SV\^A.% A'JS/VNA AVVAAA AVrj^ r^ '^ ^5*55^ ^ä^ä^^ — ° /, i Ji^ ,^1 n ^ ^«=> . . . Ji J n ^ ,«5555» ssKj« x^ C3 •^ L J :.^^^^5 ^ qq^ % 11 li ^ .1^1 H 1- '^^ o In Kap. 1G8A, welches dasselbe, nur viel kürzer ist, steht die ganze Inschrift in einer einzigen Abtheilung; der Xame der Verstorbenen feUt hier. Der Satz über die Libation (j p ^^ etc. fängt immer oben mit der Zeile au; darnach ist der Folgesatz und der folgende Name des Gottes ohne Unterbrechung geschrieben. Man wnrd die Variante , für bemerken. Da Bd und Be keinen weiteren Text enthalten, so läfst sich die Stelle dieses Kapitels nicht angeben. In Af steht es zwischen 174 und 15 Bin. Es ist das vorletzte Kapitel. Kap. 169 imd 170. Sind zwei merkwürdige Kapitel, die ohne jede Vignette auf ein- ander folgen. Sie sind uns nur aus Pb bekannt. Das eine ist das Ka- pitel j.das Bett aufzustellen- und das andere -das Bett zu heben". In Pb stehen sie unmittelbar hinter den Elysischen Gefilden und vor 99. Kap. 171. Ein Kapitel, welchem ich einen thebaischen Ursprung zugeschrie- ben habe, weil in der Anrufung, mit der es begmnt, die Götter Menthu und Ammon und die Stadt Theben genannt werden. Diese Götter sollen dem Verstorbenen ein /j _^ II -ein gereinigtes oder heiliges Kleid" 188 ■; gewähren. Wir besitzen zwei Versionen dieses Kapitels, Cc und Ax. In Ax steht es zwischen 86 und 133, in Cc hinter 144 und vor 141 3. Kap. 172. Mit diesem Kajjitel schliefst der schöne Papyrus .4«. Vielleicht mufs man für dieses Stück einen memphitischen Ursprung in Anspruch nehmen. Ich habe dieses Kapitel in der Zeitschrift 1873, p. 25 und 81 jjubliciert und übersetzt. Kap. 173. Diesen langen Text liefert uns wiederum Aa, der ihn zwischen 96 — 97 imd 100 mit darauf folgenden 155 und 156 stellt. Ich habe ihn gleichfalls unter dem Titel „Discours d'Horus a Osiris" veröffentlicht (Zeitschrift 1875, p. 89). Hiernach kommen w^ir zu einer Gattung von Kapiteln, die sich nicht mehr auf Amulette, heilige Gegenstände und Opfer beziehen, son- dern auf Handlungen, die der Verstorbene zu vollbringen, und auf Vor- rechte, die er sich zu erwerben hat. Kap. 174. Dieses Kapitel ist betitelt: „der Ausgang aus der grofsen Pforte des Himmels". Es findet sich in zwei Exemplaren, deren eines, Pi, ohne Titel ist. Es steht hier zwischen dem Kapitel von den Winden 161 und der Einleitung zu den Elysischen Gefilden. In Af folgt es auf die fune- räre Scene von 182 und geht 168 vorher. Kap. 175. Ein langes Kapitel, welches betitelt ist: „das Kapitel nicht aufs neue in dem Cherneter zu sterben". Es ist sehr zu bedauern, dafs es I«.0 uns niclit in einem bessern Zustande überkommen ist. Es beginnt mit einem Zwiegespräch. Der Verstorbene fragt zuerst Thoth: (| Q g^ 0 ^ ^ ^^ <=» [j] P ^ j^ I !__, ^ „wer sind die, welche die Kinder der Nut sein müssen?" Darnach redet er Tum an. In weiterm Verlaufe finden sich die Überbleibsel einer in Heracleopolis spielenden mythologischen Episode. Dieses Kapitel findet sich nur in Lh, wo es seinen Platz zwi- schen 99 und 149 hat. Kap. 176. Ein kleines Kapitel mit gleichem Titel wie das vorige und aus sonst vorkommenden Satzstücken zusammengesetzt. Es wird durch Ca "•eliefert, der es zwischen 72 und 12.3 stellt. Kap. 177 und 178. Zwei zusammengehörige Kapitel, die nur in Aa vorkommen. In dem ersten handelt es sich mehr um den immatei-iellen Theil der Exi- stenz: „das Kapitel den '%* ^ wieder aufzurichten und die Seele wieder zu beleben", während im andern davon die Rede ist „den Körper wieder aufzurichten, ihm Augen und Ohren zu geben, ihm einen Kopf aufzusetzen und ihn auf seine Unterlage zu setzen"'. In diesem Kapitel findet sich Z. 32 die Inschrift vom Sarcophage des Mycerinus. Diese beiden Ka- pitel folgen unmittelbar auf HO und sind von 180 nur durch 106 ge- schieden. Kap. 179. Ein Kapitel mit einem sehr dunklen Titel, welches sich nur in zwei Exemplaren findet. In .1« steht es ziemlich nahe am Endj? zwi- schen 41 und loG, in Ah oder vielmehr in dem in Bologna befindlichen Theile dieses Papyrus (le) ist es unmöglich seinen Platz zu bestimmen. 190 Kap. 180. Die folgenden Kapitel weichen in ihrem Character von den vor- hergehenden einigermafsen ab. Es sind besonders Hymnen an die Götter der Amenthes und an Osiris. Kap. 180 bietet sich uns in vier Versionen dar. Zwei einander sehr ähnliche enthält Aa und zwar die eine zwischen lOG und 100 und die andere etwas weiterhin zwischen 151a ter und 167. Diese beiden Versionen sind in verkehrter Richtung copiert und liefsen sich nicht gebrauchen. Der eigentliche Titel findet sich am Ende: ic *^ dieses Kapitel ohne Titel beginnen würde, so hat man ihm einen andern vorgesetzt: i |' n ^ P J\ I "^^^ Kapitel von den Ziehungen". Die zweite dieser Versionen ist nach Deveria von Pierret veröffentlicht worden 1). Kap. 180 bildet einen Theil des letzten Stückes der Sonnenlitanei^). Es ist also ein Text, der nicht dem Todtenbuche allein angehörte. Aufser Aa haben wir zwei Versionen davon; die correctere und vollständigere ist die in Pa, welche ganz am Anfange des Papyrus hinter der Anbetung des Osiris und vor 54 steht; die andere viel kürzere, die nur bis zu Z. 13 reicht, findet sich in La zwischen 18 und 181, auf welches 15B HI folgt. Kap. 181. In La folgt 181 unmittelbar auf 180. Nach einem langen Titel, wie wir deren in dem Buche viele angetroffen haben, beginnt das Ka- jjitel selbst mit einem Gebet zu Osiris. Die grofse Ähnlichkeit zwi- schen La und At hat uns ermöglicht ein Kapitel zu identificieren, von dem At nur das Ende erhalten hat, mit einem Vignettenfragmente dai*- über, in welchem man den Löwen und den Geier und über jedem von beiden eine Schlange sieht. Das Bruchstück gehört zu diesem Kapitel. ^) Etudes Egyptologiques, p. 85. 2) Litanie du soleil, pl. XV, 45 — XVIII, 76. 191 Wir finden dasselbe auch in lu, wo es zwischen unbekannten Zeilenfrag- menten und 79 stellt. In la ist das Kapitel, wie man bemerken wird, viel länger. Ein ganzes langes Stück findet sich in den andern Papyren nicht und ist auf Taf. CGVl als Fortsetzung von 181 vollständig wieder- gegeben worden. In At lüfst sich die Stelle dieses Kapitels nicht er- kennen. In La folgt es auf 180, mit dem es eine Gruppe bildet. Kap. 182. Dieses Kapitel ist betitelt „das Buch zu befestigen Osiris, dem Leichname die Hauche zu verleihen, während Thoth den Feinden des Osiris widersteht". Es ist ein grofser Hymnus, den man sich von Thoth gesprochen denkt und der gröfstentheils an Osiris selbst gerichtet ist. Es folgt darauf eine funeräre Scene, in welcher man den Todten auf seinem Leichenbette unter einem Baldachin ausgestreckt sieht. Neben ihm stehen die beiden göttlichen Klageweiber und die Götter der Cardi- nalpnncte; darüber und darunter stehen oder sitzen Genien, welche Mes- ser halten, Schlangen und Eidechsen. Dieses Kapitel ist dem merkwür- digen Papyrus Af entnommen, der uns so viele inedite geliefert hat. Es ist das zweite Kapitel dieser Urkunde und steht gleich hinter 151 und vor 174. Ohne die funeräre Scene kommt dieses Kapitel auch in Ja vor und zwar zwischen zwei Fragmenten, welche beide zu der Sonnen- litanei gehören. Der Papyrus ist an dieser Stelle sehr schadhaft. Kap. 183. Noch ein Hymnus des Thoth an Osiris, dem vorhergehenden nahe verwandt; da er indessen ausführlicher ist, so mufste er als besonderes Kapitel eingestellt werden. Er ist Ag entnommen, in dem er zwischen 16 A und der Psychostasie steht. Kap. 184. Ein sehr kleines Stück eines unedierten Kapitels aus dem Papyrus Czartoryski, dessen Stelle sich bei der Verworrenheit dieser Urkunde un- möglich angeben läfst. 102 Kap. 185. Von der Anbetung des Osiris, die sich in sehr vielen Papyren findet, durfte ein Beispiel nicht fehlen. Die Abfassung dieses Kapitels blieb der Einbildungskraft des Schreibers überlassen, denn die Worte sind fast immer verschiedene. Ich habe zu diesem Behufe einen der vollstän- digsten Texte ausgesucht, jenen, mit welchem der Papyrus Pd beginnt. Ohne Zweifel steht dieses Stück in der grofsen Mehrzahl der Fälle am Anfange des Papyrus: aber es kommt auch vor, dafs es am Ende vor der Darstellung der Kuh des Westens angehängt ist; in Sonderheit ist das der Fall in La, dessen Vignette als Variante gegeben worden ist. Kap. 186. Wenn die Papyri nicht mit Kap. 150 schliefsen, so enden sie meist mit der unter 186 gestellten Darstellung, von der ich vier Beispiele zu- sammengestellt habe. Der Verstorbene steht anbetend vor Hathor unter der Form eines weiblichen Nilpferdes, hinter welchem die aus dem Berge des Westens hervortretende Kuh Mehurt erscheint. Der begleitende Text konnte wie der der Anbetung des Osiris nach dem Belieben des Schrei- bers verschieden sein. Pierret hat den Text des Papyrus Da pnbli- ciert^). AuXser den vier hier abgebildeten Darstellungen finden sich einige Fragmente in Ba. Bemerkenswertherweise haben nur Ba und Lb die Kapitel 149 und 186, aber in beiden Urkunden ist 149 nicht voll- ständig und 150 fehlt. 1) Etudes Egyptologiques, p. 83. 10.» Hierogiypliisclies Yerzeielmils der Kapitel. Die eingeklammerten Titel sind aus dem Turiner Papyrus ergänzt. Kap. 1. Kap. lA. Kap. 2. Kap. 3. Kap. 4. Kap. 5. Kap. 6. Kap. 7. Kap. 8. Kap. 9. Kap. 10. Kap. 11. Kap. 12. -^ fll 111 \ ^ y\ J?ii 0 z 1 - ^3 7\ ra ra o w ■ A. r , ^ ra o Sk A/W\AA ^ Cr-3<:=> I ' ^1 L «=> I rm VJ I c I ^^^ J I ^J=: ' A I 51 I I I .itf I .üi I 0 D Zi AAAAAA ^^^l\ Q AA/VWA i^^i A Siehe 48. Fehlt. r^T i I A :1 ffi C£\>]_ Vi ^^vA 25 194 Kap. 13. Kap. 14. Kap. 15 A I. Kap. 15 A IL Kap. 15 A III. Kap. 15 A IV. Kap. 15 B I. Kap. 15ß II. Kap. 15BIII. Kap. 16 A. Kap. 16B. Kap. 17. j\ i^/^o ,J^ \ OD ^ ^^ 1 _ß5^ I ll N. Kl. id. id. e ü f . U I I I ^ D £:r^ AAAAAA ^ D ^ r~^r~i ^ X ^l^^'k^T^Ökt /WW« ci Q ^x * etc. Ohne Titel, id. I ^ ^ :^ 7i :^ Ui CHi^i J^ © 1 7\ jimi^lf I Kap. 18. Kap. 19. Kap. 20. Kap. 21. Kap. 22. Kap. 2,3. ■\ Ohne Titel. () ^ ^ J etc. l ^wv^^ — _M^ A _2[ I I I Ohne Titel. (] |) ^ ^ etc. ® I I I I Pili] Fehlt. ['^'^'^ I ---^ I X. 1^] ."Jl I Ä^^^AA <^> AWV^^ >!_ VA 105 Kap. 24. Kap. 25. Kap. 26. Kap. 27. Kap. 28. Kap. 29 A. Kap. 29 B. Kap. 30 A. Kap. 30 B. Kap. 31. Kap. 32. Kap. 33. Kap. 34. Kap. 35. Kap. 36. Kap. 37. Kap. 38 A. Kap. 38 B. Kap. 39. Kap. 40. Kap. 41. /VW^AA CÜ -Ö- I ,_-, y ^ -VWvAA ^ ^Jnnt ' O 11 'TT I M- \AAV^ I ^\^ X. j^,!^ 1 f^/^^ f^^^^ O PI-ÜM^ iu^ X. Piiii '^ ^^ ^w^ iu^iif;kt:^ka A^^AA,■ £11 ^ l I I ,™ '^ ~^ <=. A ^SO ß\ ßl k^ ■^ 1 I I Q II 9.i* 106 Kap. 42. Kap. 43. Kap. 44. Kap. Ab. Kap. 46. Kap. 47. Kap. 48. Kap. 49. Kap. 50. Kap. 51. Kap. 52. Kap. 53. Kap. 54. Kap. 55. Kap. 56. Kap. 57. Kap. 58. Kap. 59. Kap. 60. 61. Kap. 62. Kap. 63 A. I ^icnr 1 ^ f' ® "^^-.■^ A^^^^M ^ ,1 Q^iO AAA^vW ü" " _iir^ , ,^i^kt V N PI >WWv\ I .VA AWV>A (T^ — ^i: Fehlt. [■ o I I I I I I N. Fehlt. [■=T"^°°=="rv v?,!! Fehlt. r'T'^-ll-^^gPol^l :\jk r^^^^ /v^AA/v^ ^ 4^> VA ^/^/^ /WVNAA C:» I A/^AV>A tJ -^ Viy-^ \3 I A^rtAA^ Ci fl AA/\AAA AAAA/V\ AVWSA Fehlt. r^nn^i±n L AA^AA^ 1 I 1 -rp^ö AWVVV I *-- -^ I •^rP^ll I L=zi *- -*' A/ A'WW% ,ai VA AAAAAA AAAAAA AA/VVV\ /WWW , /WVWV AAAAA^ /WSAW AAAA'Vv A^VWSA AAWNA A/WW\ AA/SAAA -^^^ k^Sftkil A^^^^^ ;j3inr «Ui 1^ 197 Kap. 63B. Kap. 64. Kap. 65. Kap. 66. Kap. 67. Kap. 68. Kap. 69. Kap. 70. Kap. 71. Kap. 72. Kap. 73. Kap. 74. Kap. 75. Kap. 76. Kap. 77. Kap. 78. Kaj). 79. Kap. 80. Kap. SIA. Kap. 81 B. Kap. S-2. Kap. 83. ^>= k^J-(i AAAAAA A^^WiA ^ A ^^!ka o I AAA^^^ A,wv^^ -t-'^i, ^ m cr:ii ^ -^^ ^=> -^ ' A _a^ I A O I Siehe 9. k!y%-^i^ I /SftAA/V\ /VW\AA ^ T^^ii A »^^ l A AA.WW d ^1 III I 1 1 A/W^AA. d ^liW^ 1 iVW,/V% 1^ Ci 1 1 1 :1^ Ttt; AAAA'VN ^2i D Is 198 Kap. 84. ^ S ^ I.T^kl ° Kap.85. rmi\%.^^%.^A^'r^^nu AAW^ SM! ■ IIIIDIIU. /~\ ■ AAAAAA W Kap. 86. Kap. 87. TS^^^i^^^^^ Kap. 88. ^"^O^tli^f^l^^ AAAA^^ AAAAAA ^ I Xi. W i_J Kap. 96 — 7. '^&^^%f^'t%% Kap. 99. Einl. ^ A ^ >^ Kap. 101. Fehlt. E%2i^^^S!11 100 Kap. 103. I ^^ ^ ä I A ,ww AA/\A/V\ A^AA^A _cl[^^ H | "* -^ Kap. 105. I „ ^ U I Kap. 106. ^S^.^^-Q'^j;. I\°§'-J[] " Kap. 107. F.„u. i2i;:s^*^-t:\iik4s^p . I © -^^ I fr I Kap. 108. "^ ® ;^^ ^^"^ i f^^^ Kap. 109. "T" T* ^ -f B -1\ Kap. 110. ^ In -^P^OOn '=^^-=P^S|x°-VaS Kap. 111. Sk'ho 108. "^ o D I i I Kap. 112. -^-^.^^ 0 Kap. 113. ^ Kap. 114. I ® -^^rzo /vV\AV\ ; Kap. 115. F...it. [X^-^y^q^I^ Kap. 116. S^^rTuEES lilo. Kap. 118. I <==><=> ^ (^^ Kap. 119. 1 ® ön '^~^^ r -^s^ Jr ^i^ /\ "^^^^ 1^ ""^^^^ ~^ f^^^^ Kap. 120. Siehe 12. Kap. 121. Sielie lo. K,,,.. 122. Fc.|,U. |2;^<=.[^,S(]™n. =a] 200 Kap. 123. Kap. 124. I ra Kap. 125. Einleitung. ,^^ olllt olliv ^ 7^ C^ r^AAAAA 1\\ 1 '0' I I I I Kap. 125. Confession. Kap .125. Schi ufsrede. Kap. 126. Kap. 127 A. Kap. 127 B. Kap. 128. Kap. 129. Kap. 130. Kap. 131. Kap. 132. Kap. 133. Kap. 134. Kap. 135. Ohne Titel (] ^ etc. fix Kap. 136A. Ohne Titel. \7 iCi ^^^^A^ rzi ^ :m I I I ^n Fehlt. [>k Siehe 100. I 1=>i5?M(lll''='ljl 201 Kap. 13GB. ■ ZP1of^^^^^^2 — 2|<: Kap.l37B. ZPS^lu^kft-^^- Kap. 139. Siehe 123. Kap. 140. Fehlt. [| e- fx '"^ ^^^ "^^ ® °^ I I <=> O Kap. 141-143. ri^,^ l-^^^^^¥^ky ^ I III ^37 Kap. 144. "^"^ A N. Kap. 145A. Ohne Titel. ^J cr^ II r-^ „ I I I Kap. 149. 150. Ohne Titel. (| Kap. 151. Ohne Titel — funeräre Scene. ^ I I 1"°-^ I 26 20-2 Kap.lMa«. ^ 7 ^ Ä^ fl i k > T 1 B Kap. 152. ^rM'7^4^»=T Kap. 1 53 A. ^ ^ ^ I] "^"^ Ö. Kap. 1.^3 B. -r- 1 - - <=> g i^iS"\ A D Kap. loo. I TT ~w^ /»AAAAA O O O A D Kai>. 156. *^rii) 1\ O alJ ^ f R. AAAAA^ "^ -'Ä Kap. 1 = 1. .56. 15Ö. Hrfllll^ = l!i=1-^*^ Kap.l..7. Fehl,. [^ /S;S ^^H^ — « ^ <§] Kap.1-,8. Few,. [?:^PJ~ W. ] if |\ o id. 1 Kap. 1 GO. --^ I _ :::::i:: 1^ N. J ci i; CD i_ü_; _HJi^ /w^A^ j-kv ° I r. AiWVSA Kap. 1G2 — 165. Kapitel aus später Zeit, fehlen sämmtlich. Kap. 106. '^^'P^ Kap. 16.SA. Ohne Titel — Libationen. Kap. 168 B. Ohne Titel — Libationen. Kap. 169. 'T'Pfvl "" ^U Kap. 170. "^ Awv\.\ i::^ >;>>>> A A^^^^^ ^^ L J r 203 ■-...in. x¥^n\T Ka,,. 180. ?Sg^ ra tke^-l'^^i = 2»'=» Kap- 18'- Z^l-li^^i^illllli:^';'* kc^ «"=• Kap. 183. ^-^ffiSZ^-^iT^^ftll Kap. 184. -f>^.<=>^pp Ka,,. 185. ^11,^=1 Hi— J^T^'-'^ä 204 Zusätze und Berichti§uugeu. Band I. ^ lies ^\ III Lrnl Taf. CIV, iintere Vignette, statt Pc lies Pb. Taf. LXXV, Z. 17 statt E=d lies Taf. CXXXI, Z. 3 nuten statt • lies ^^^-^. III III Taf. CLIV. Die römischen Ziffern oben sollten über der zweiten horizontalen Linie stehen. Taf. CLXXIII. Der Buchstabe a sollte in der linken Ecke des Baldachins ste- hen, er gehört zu der mit ^ I anfangenden Inschrift. Band IL Taf. G, Da bis. Hier ist eine gebrochene Linie von derselben Länge wie in Da hinzuzufügen. Taf. 21, Z. 1, Pb statt ^> lies . „. Taf. 39, Z. 13, Aa lies f=G) Taf. 102, Kap. 35, zweite Reihe, neben Ph ist Ax hinzuzufügen. Taf. 123, Kap. 50, Z. 5, Ae lies /*— jl] H . Taf. 133, Z. 17 Aa statt ^ lies %!' . I I I I LTiii Taf. 139, Pb hinter „Ende" ist hinzuzufügen: ^^ "^^^ ^ | LI "^ ^ 1 Ka- pitel 30 B. '^ '" ""^^^ Taf. U4 — 147 statt Cc lies Cd. Taf. 229, Z. 36 Lb lies J^^ '"^ i ^^^^-^ Taf 245, letzte Eeibe, statt Pf lies la und füge Pf rechts hinzu. Taf 305, Z. 34 Pe hinzufüseu: M?» '^^~^^ ^^ ^ f) i. Buchdruekerei der Königi. Akademie der Wissenschaften (G. Vogt). Berlin , Uuiversitätsstr. S. PLEASE DO NOT REMOVE CARDS OR SLIPS FROM THIS POCKET UNIVERSITY OF TORONTO LIBRARY ^Äv-:?.vy'